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sagte der Unions-Verhandlungsführer Horst Seehofer (CSU),
nachdem er in einer Nachtschicht zusammen mit Gesundheitsministerin
Ulla Schmidt (SPD) angeblich alle offenen Fragen zur gesetzlichen
Krankenversicherung gelöst hatte.
Nach der "Riester-Rente" - sie sollte die
Rentenversicherung auf Jahrzehnte stabilisieren - eine erneute
"große" Reform. baer45 ist allerdings der Meinung, dass auch dies
eine weitere unqualifizierte Flickschusterei an unserem Sozialsystem
darstellt. Es wird versucht, unter der Lüge der "demografischen
Probleme", kurzfristig die Zahlungsfähigkeit der Systeme zu sichern.
Dabei sollen alle Lobbyisten weiterhin ungeschoren bleiben. Heute
haben unsere Probleme hauptsächlich wirtschaftliche Ursachen - in der
Krankenversicherung auch strukturelle Ursachen auf der Einnahme- und
auf der Ausgabeseite. Die demografischen Probleme werden jedoch erst
virulent werden. baer45 will jedoch nicht nur Lästern. Er
zeigt mit diesem Aufsatz Wege aus der Krise.
Problembeschreibung
Die heutigen Probleme
Wir schieben seit der Ölkrise in den 70ern und dem anschließenden
Nachfrageschub am Arbeitsmarkt durch die bevölkerungsreichen
Jahrgänge einen erheblichen Kernsatz an Arbeitslosen vor uns her.
Wäre die Ausbuchtung in der Bevölkerungspyramide mit den bevölkerungsreichen Jahrgängen nicht
aufgetreten, wäre die Ölkrise einfacher zu bewältigen gewesen. Weil es
heute modern ist die Schuldfrage zu stellen, ist es eine erlaubte
Sicht, den Eltern der bevölkerungsreichen Jahrgänge die Schuld an
dieser Entwicklung zu geben. Die Beule in der Bevölkerungspyramide,
verursacht durch die bevölkerungsreichen
Jahrgänge, macht es auch für die Zukunft unmöglich eine Lösung
systemintern zu finden.
Mit der Wiedervereinigung gab es einen überproportionalen Import
von nicht Beitragszahler in die Sozialversicherungssysteme.
Gleichzeitig fand eine erhebliche Zuwanderung aus dem Osten
(Russland) als Leistungsnehmer in die Systeme statt. Die
Arbeitslosenversicherung verkam zu einer regionalen
Wirtschaftsförderungsmaßnahme. In der Rentenversicherung und in der
Krankenversicherung explodierte die Anzahl der Leistungsnehmer ohne
dass dem eine entsprechende Anzahl von Beitragszahlern entgegengestanden hätte.
Die Kosten von Wiedervereinigung und Heimbringung der Aussiedler wurden
einseitig der Sozialversicherung aufgelastet. Zum Ausgleich erhielten
Industrie und Wohnungsspekulanten riesige Steuergeschenke. Auch wenn die
staatlichen Zuschüsse zur Rentenversicherung inzwischen ca. 75 Milliarden €
betragen, decken diese Zuschüsse noch längst nicht die Wiedervereinigungskosten
und die anderen versicherungsfremden Leistungen, welche die Politiker
über die Jahrzehnte als Wahlgeschenke den Versicherungen aufgebürdet haben, ab.
Bei Neurentnern geht die Verzinsung ihrer Beitragszahlungen inzwischen gegen
Null. Deshalb sind alle zu verstehen, die aus diesem System flüchten wollen.
Bis heute hatte keine Regierung den Mut, sowohl die Einnahmeseite der
Krankenversicherung gerechter (Einnahmen auch von Mieten, Zinsen, usw.
mitberücksichtigen) als auch die Ausgabeseite marktgerechter
(Selbstbedienung von kassenärztlichen Vereinigungen und der Pharmaindustrie,
Verwaltungskosten und Krankenhauswahnsinn zwecks Propaganda für Landräte,
usw.) zu gestalten.
Die zukünftigen Probleme
Es dauert nicht mehr allzu lange und die ersten Generationen der
bevölkerungsreichen Jahrgänge gehen in Rente. Dies wird erhebliche
Strukturveränderungen in unserer wirtschaftlichen Umwelt zur Folge haben.
Der Anteil der Alten an der Gesellschaft nimmt kontinuierlich zu.
Und wir werden älter. Damit entsteht eine andersartige Nachfrage nach
Produkten und Dienstleistungen. Vereinfacht gesagt: "wir brauchen mehr
Altersheime und weniger Schulen". Der Lehrer muss zum Altenpfleger
umschulen. Gleichzeitig nimmt die Gesamtzahl der Bevölkerung ab. Daraus
folgen weniger Staus auf den Autobahnen und weniger Konsum. Das
Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird stagnieren oder gar schrumpfen. Trotzdem
kann dabei das BIP/Kopf ansteigen. Letzteres ist ohne weiteres durch eine
steigende Produktivität zu erreichen. Die Bundesländer werden weniger
für Schulen, Infrastruktur usw. ausgeben. Rentenversicherer
werden höhere Lasten tragen müssen. Eine Lösung innerhalb des Systems
erscheint deshalb nicht machbar. Auch die breite private Vorsorge stellt
keine Lösung dar. Das stagnierende respektive sinkende BIP wird das
Wachstum der Unternehmen erheblich ausbremsen. Eine Entsparwelle bei den
bevölkerungsreichen Jahrgängen wird zu erheblichen Kursverlusten an den
Aktienmärkten führen (gibt es mehr Deppen oder mehr Papiere?).
Immobilien werden bei abnehmender Bevölkerungszahl im Wert und in der
Rendite (Mieten) erheblich sinken. Hätten wir bis heute eine über
Rücklagen finanzierte Rente (dieser Rentengesellschaft würden alle
börsennotierte Firmen Deutschlands gehören - eine spezielle Spielart
von Kommunismus), würde es höchste Zeit werden auf ein umlagefinanziertes
System umzusteigen. Natürlich sollte die private Altersfürsorge
nicht auf Null sinken. Diese Gefahr besteht auch nicht. Schon in der
Vergangenheit hat die Bevölkerung, soweit sie dazu in der Lage war,
zusätzlich private Vorsorge getroffen. Das schuldenfreie Häuschen,
Weltmeister im Abschluss von Lebensversicherungen, ein gefülltes Sparbuch,
Firmenpensionen und vieles mehr. Und alles ohne staatliche Zwangsbeglückung
à la Riester-Rente. Die zusätzliche private Fürsorge sollte auch weiterhin
privat entschieden werden. Keiner und schon gar kein Beamter wird die
Zukunft richtig einschätzen können.
Aus dem Bericht der Rürup-Kommission geht hervor, dass bei gleichbleibendem
Anteil der Frauen am Erwerbsleben, - einer der Geringsten in Westeuropa -
die Verteilung zwischen Arbeitenden und Ernährten (Kinder, Kranke, Rentner,
Hausfrauen, Studenten, Soldaten, usw.), trotz den Verwerfungen in der
Bevölkerungsstruktur, auch zukünftig gleich bleiben wird. Ein Kleinkind ist
gesellschaftlich eventuell etwas billiger als ein Rentner - ein Student ist
teurer. Alles dies zeigt auf, dass Probleme wohl lösbar sind, jedoch nicht
innerhalb den heutigen Systemstrukturen. Nicht überraschend ist das
verzweifelte Festhalten an den heutigen Strukturen. Es gibt wie bei jeder
Umverteilung Gewinner und Verlierer. Heute sind die Sozialversicherten
(abhängig Beschäftigte ohne Beamte) die Verlierer. Alle anderen gehören zu
den Gewinnern und wollen es bleiben. Durchsichtig ist daher auch der
losgetretene Generationenkonflikt. Alles unter dem Motto: "teile und herrsche".
Das andere System
Zielrichtung für ein anderes System
Eine Grundversorgung aller Rentner mit einer Einheitsrente (Sozialhilfeniveau)
ist leistungsfeindlich und würde die Schwarzarbeit erheblich fördern.
Leistung soll jedoch weiterhin belohnt werden. Auch wurden im heutigen
Rentensystem Ansprüche erworben, die nicht einfach eliminiert werden können
(Enteignung). Eine auf Rücklagen basierende private Alterversorgung für die
jüngeren Jahrgänge wäre also nicht ausreichend. Sie müssten, neben dem Aufbau
der neuen Altersversorgung, die Renten für die bevölkerungsreichen Jahrgänge
mittragen. Eine verzweifelte Flucht aus den Sozialversicherungssystemen
respektive eine Leistungsverweigerung wären absolut verständlich.
Ein neues System muss die Strukturveränderungen verdauen, die alten
erworbenen Ansprüche erfüllen, den Jüngeren nicht übermäßige Lasten
aufhalsen und ihnen eine gesicherte Perspektive auf die eigene
Altersversorgung bieten. Hört sich unmöglich an. Ist aber, wenn alle
Scheuklappen abgesetzt werden, ohne weiteres möglich.
Alle Maßnahmen müssen unter dem Motto stehen: "Arbeit muss sich wieder
lohnen!" Unter diesem Gesichtspunkt ist das gesamte System umzugestalten.
Wenn uns das gelingt, werden Verschiebungen im Bevölkerungsaufbau keine
Probleme darstellen. Für alle Strukturen gilt allerdings: wir brauchen eine
prosperierende Wirtschaft! Geht es wirtschaftlich bergab, gibt es weniger zu
verteilen. Wir werden ärmer. Wie sich Globalisierung und das Angebot an
Arbeit zukünftig entwickeln wird, kann heute keiner voraussagen. Es ist
jedoch nicht unmöglich, dass wir in dreißig Jahren feststellen werden,
dass es gut war heute weniger Kinder gezeugt zu haben.
Das Klagen, dass die Bevölkerung in Zukunft abnehmen wird, ist unverständlich.
Blieben unsere heutigen Strukturen gleich, bräuchten wir 2050 über 300
Millionen Einwohner um diese Systeme finanzieren zu können. Jeder, der in der
Schule nicht an der einfachen Mathematik gescheitert ist, weiß um die
Problematik des unbegrenzten Wachstums. Der beste Umweltschutz ist eine
abnehmende Bevölkerung. Freuen wir uns deshalb, dass wir endlich die
richtige Richtung eingeschlagen haben. Viele Kinder sind auch keine Garantie
für das zukünftige Wohlergehen. Werden sie Arbeitslose respektive
Sozialhilfeempfänger, stellen sie eine zusätzliche Last dar. Wir sollten
deshalb "Kinder" dort lassen wo es (das Thema) hingehört - eine private Entscheidung
der Familie. Planwirtschaft führt in den Abgrund - auch bei Kindern! Qualität
geht vor Quantität (siehe Pisa)!
Die Voraussetzungen
Aus der vorangegangenen Analyse und Zustandsbeschreibung geht hervor,
dass die Problemlösung nicht innerhalb den heutigen Systemgrenzen erfolgen
kann. Als einziges grenzüberschreitendes System steht uns das
Steuersystem zur Verfügung. Damit die Steuern nicht ins Unendliche steigen,
muss der Subventionsurwald radikal gelichtet werden. Dies gilt für direkte
Subventionen, für alle Steuervergünstigungen und auch für alle möglichen
Steuerschlupflöcher. Jedes Einkommen muss gleich behandelt werden. Ob es
aus abhängiger Beschäftigung, Mieten, Zinsen, Spekulationsgeschäften,
Firmengewinnen oder aus Kapitallebensversicherungen stammt. Damit das auch
funktionieren kann, ist eine durchgängige Meldepflicht einzuführen. Jeder
der gegen die Meldepflicht ist, will nur den Steuerbetrug fördern respektive
den Eigenen verschleiern. Trotz
der Verlagerung von Soziallasten auf die Steuer, werden die Sätze kaum
steigen. Einige werden allerdings ihre ungerechtfertigten Begünstigungen
verlieren. Dies ist auch der Grund, weshalb in der heutigen Situation
immer ein großer Bogen um ein steuerfinanziertes Umlagesystem gemacht wird.
Damit Arbeit sich wieder lohnt, muss der Arbeitnehmer billiger werden.
Allerdings nicht durch Löhne und Gehälter auf indischem Niveau. Er muss
gegenüber den Maschinen gleichberechtigt sein. D. h. seine Abgaben und die
Abgaben seitens seines Arbeitgeber müssen erheblich sinken. Es geht nicht um
die in den 70er diskutierte Maschinensteuer. Es geht um die Abschaffung der
Benachteiligung der Arbeitnehmer. Die führt natürlich implizit zu einer
Umverteilung zwischen den Betrieben mit unterschiedlicher Arbeitnehmerdichte.
Jede Korrektur erzeugt Verschiebungen!
Die Sozialversicherung
Die Pflegeversicherung
Für die heutige Versicherung gibt es keine Grundlage. Sie gehört abgeschafft.
Die medizinische Versorgung während der Pflege gehört von den
Krankenversicherungen geleistet. Rückstellungen sollten den Versicherten,
proportional zu ihren Einzahlungen, ausgezahlt werden. Die
Pflegeversicherung deckt kein Elementarrisiko ab. Sie dient nur der
Sicherung von Erbschaften. Sie sollte deshalb auch Erbschaftschutzversicherung
heißen! Es ist auch nicht einzusehen, dass die Eltern unbedingt ihren
Kindern ihre private Vorsorge vererben sollten. Natürlich kommen in
Einzelfällen zusätzliche Lasten auf die Sozialhilfe zu (in Fällen von
unvermögenden kinderlosen Familien respektive wenn die Kinder zu geringes
Vermögen/Einkünfte haben). Um diese Ausfälle abzudecken, sollte die
Erbschaftsteuer erhöht werden. Eine Erhöhung der Erbschaftsteuer ist nicht
leistungsfeindlich. Sie erhöht die Fairness beim Start ins Leben. Die
Auszahlungsquoten der Haftpflichtversicherungen bei Unfällen mit Invaliden-
und Todesfolge sind internationalen Gegebenheiten anzupassen (siehe USA).
Das Leben und die Unversehrtheit müssen mit ihrem echten Wert honoriert werden.
Die Arbeitslosenversicherung
Diese Versicherung sollte alleine durch die Arbeitgeber getragen werden.
Sie sollte nicht anderes leisten als das Arbeitslosengeld für eine bestimmte
Zeit (bis zu 12 Monaten) auszuzahlen. Umschulungsmaßnahmen und
Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen müssen vom Staat getragen werden. Es ist nicht
einzusehen, dass die Umschulung eines Maurers von der Arbeitslosenversicherung,
die Hochschulkosten für ein Arztstudium jedoch vom Steuerzahler getragen
werden. Die Unterstützung der Arbeitsvermittlung hat über private und
staatliche Vermittlungseinrichtungen zu erfolgen. Arbeitslosenhilfe gehört
abgeschafft. Als letztes Netz dient die rückzahlbare Sozialhilfe. Die
Belastung der Arbeitgeber wäre damit geringer als der heutige
Arbeitgeberanteil zur Arbeitslosenversicherung. Die neue
Arbeitslosenversicherung sollte ähnlich der Unfallversicherung in den
Berufsgenossenschaften organisiert werden. Das würde einem zu kurzatmigen
Anheuern und Rausschmeißen entgegen wirken. Der heutige Arbeitnehmeranteil
sollte dem Lohn zugeschlagen werden.
Die Rentenversicherung
Die Rentenversicherung ist voll vom Staat zu tragen. Jeder Arbeitnehmer
erwirbt sich mit seinem Bruttogehalt, gedeckelt durch eine Obergrenze ähnlich
der heutigen Sozialversicherungsgrenze, Anrechte. Diese Anrechte bekommen
verfassungsmäßig den Rang von Eigentum. Einzahlungsleistungen nach dem alten
System werden in entsprechende Rechte umgerechnet. Die Anrechte und ihr
Alter bestimmen den Wert für die spätere Rente. Kindererziehungszeiten und
Ausbildungszeiten bleiben außen vor. Will der Staat Erziehungszeiten
honorieren, hat das über gesonderte Zahlungen im Alter zu erfolgen. Die
Witwen-/Witwerrente soll auslaufen. Eine Rente wegen Alters sollte
frühestens nach 40 Jahren Mitgliedschaft möglich sein. Ein unschädlicher
Rentenbeginn sollte mit 65 Jahren - wenn 40 Jahre virtuelle Einzahlung vorliegen -
möglich sein. Ein späterer respektive früherer Rentenbeginn soll mit richtig
gerechneten versicherungstechnischen Zu- respektive Abschlägen korrigiert
werden. Der heutige Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil zur
Rentenversicherung wird dem Lohn zugeschlagen werden. Begründung: sicherlich
wird ein respektabler Anteil der Renten über Mehrwertsteuer getragen werden.
Diese trifft nur die Konsumenten. Die Rentenzahlung wird prinzipiell
steuerfrei erfolgen (so als ob sie nicht erfolgt wäre). Alle anderen
Einkünfte im Alter werden ohne Altersfreibetrag zur Steuer herangezogen.
Eine Übernahme der Beamten in dieses System ist möglich. Hier würden
allerdings zusätzliche Zahlungen, ähnlich Betriebsrenten, notwendig. Dieses
System hätte sicherlich nicht mehr mit Scheinselbständigkeit zu kämpfen. Es
würde auch die Schwarzarbeit implizit bekämpfen und wäre immer noch
leistungsgerecht und würde schon heute erworbene Ansprüche bedienen. Renten
wegen Arbeitsunfähigkeit können früher (40/65), nachdem sie mit den
entsprechenden versicherungstechnischen Abschlägen korrigiert wurden,
ausgezahlt werden. Die Versicherung gegen Arbeitsunfähigkeit kann privat
erfolgen. Davon ausgenommen sind Invaliditätsfälle wegen Arbeitsunfällen
oder arbeitsbedingte Dauererkrankungen. Hier müssen die Arbeitgeber
(Berufsgenossenschaften) die Zahlungen übernehmen.
Die Krankenversicherung
Dass heute der Krankenversicherungsbeitrag in der gesetzlichen
Krankenkasse an ein Bruttogehalt gekoppelt ist, ist total unverständlich.
Ein wohlhabender Bürger, mit entsprechendem Vermögen/Zinseinkünften, der
aus Langweile einen Halbtagesjob annimmt, ist mit einem Minibeitrag voll
versichert. Eventuell Frau und Kinder inklusive. Der Hilfsarbeiter, dessen
Lohn zur Familienernährung nicht ausreicht, dessen Frau arbeitet,
der eventuell noch Kindergartengebühren zahlt, zahlt monatlich
mehr für die Krankenversicherung (Beitrag von Mann und Frau) als im vorherigen Beispiel der Vermögende. Ein rein bruttogehaltbezogener
Beitrag ist absolut ungerecht und unsozial! Es kann deshalb in der
Krankenversicherung nur Kopfprämien geben. Für Hausfrauen, Kinder,
Arbeitnehmer, Rentner, usw. die gleiche Prämie. Will der Staat einen
sozialen Ausgleich schaffen, hat er je nach Einkommen, Teile dieser Prämie
zu tragen. Er kann jedoch nicht eine bestimmte Gruppe der Gesellschaft mit
einer fiktiven Zusatzsteuer beaufschlagen und willkürlich andere Gruppen
(Privatversicherte) außen vor lassen. Der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeitrag
ist daher zu 90% dem Lohn zuzuschlagen. Der Arbeitgeber hat allerdings das Risiko
des Krankentagegeldes zu tragen. Es sollte 80% vom Brutto betragen und voll
versteuert werden. Dies stellt einen Anreiz dar, gesundheitsfördernde
Arbeitsbedingungen bereitzustellen.
Natürlich muss auch auf der Ausgabenseite aufgeräumt werden.
Rudimentär wurde das Notwendige schon weiter oben angesprochen. Auch
sind Modelle mit Selbstbeteiligung denkbar. Der mögliche
Übergang in eine private Krankenversicherung sollte weiterhin,
ähnlich der heutigen Situation, möglich sein. Der Rückweg sollte
weitesgehend versperrt bleiben. Allerdings sollte der Privatversicherte
bei einem Versicherungswechsel das Recht erhalten, seine Rücklagen
mitzunehmen.
Die Kindersubvention
Die direkte Kindersubvention sollte es nur in Ausnahmefällen
(Krankenversicherung, ..), wenn das Einkommen entsprechend gering ist,
geben. Kindergeld sollte, wenn überhaupt, nur eine begrenzte Zeit
(maximal 4 Jahre) ausgezahlt werden. Zum Ausgleich sollte allerdings
die indirekte Kindersubventionierung erheblich ausgeweitet werden.
Ganztagvorschulen und Ganztagschulen sollten die Regel sein. Die
Betreuungszeiten sollten spätestens ab 7.00 Uhr bis frühestens 18.00 Uhr
gewährleistet sein. Es sollten keine Kinderbewahranstalten sein, sondern
Schulen mit hochqualifiziertem Betreuungsangebot in allen Lehrfächern, im
Werken und im Sport. Diese qualifizierte Betreuung sollte auch bei
schlechtem Wetter sichergestellt sein (Infrastruktur). Wird sicherlich nicht
billiger als die heutige Kinderförderung, ermöglicht jedoch den Müttern
einer hochqualifizierten Arbeit nachzugehen und verringert die Produktion von
Sozialhilfeempfänger per Elternhaus. Das Schulsystem muß (siehe Ausland)
erheblich gestrafft werden. Hochschulen sind mit Zugangsgebühren und umfangreichen
Stipendien für Begabte zu betreiben. Ein Hochschulabsolvent sollte im Regelfall mit
23 ins Berufsleben eintreten können (Abitur mit 17).
Schlusswort
Alle hier aufgeführten Maßnahmen würden uns helfen, den Strukturwandel
problemlos zu bewältigen und unsere Gesellschaft leistungsorientiert in
fairere Gewässer zu führen. Arbeit würde sich lohnen!
Sie wäre auch wieder bezahlbar. Unsere Sozialsysteme wären fest gegenüber
demografischen Verschiebungen. Allerdings ist dies alles keine Garantie für
zukünftigen Wohlstand. Dazu brauchen wir den entsprechenden wirtschaftlichen
Erfolg. Diesem Erfolg würden die hier geschilderten Strukturen nicht im
Wege stehen.
Werden wir dementsprechende Strukturveränderungen erleben?
baer45 kann sich das nicht vorstellen. Die Mehrheit der Bevölkerung
ist zu faul um sich ernsthaft mit einer derartigen Problematik auseinander
zu setzen. Deshalb wird kein Politiker seinen Posten aufs Spiel setzen und
die notwendigen Veränderungen gegen den gut informierten und aktiven
Lobbyismus durchsetzen.
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