DAX®-Bewertungsregeln

Da die Teilnehmer im DAX® mit dem Gewicht ihrer frei zugänglichen Marktkapitalisierung vertreten sind, muß auch jede Bewertung diese unterschiedlichen Gewichte berücksichtigen. Einfache Durchschnittsberechnungen würden zu Fehlbewertungen und damit auch zu falschen Rückschlüssen führen. Mit jeder Kursveränderung, Kapitalmaßnahme und bei manchen Regeländerungen verschieben sich die Gewichte zwischen den Teilnehmern. Die Deutsche Börse veröffentlicht börsentäglich die Schlusskurse mit der neuen Indexberechnung und den Gewichten der einzelnen Teilnehmer. Dort können Sie auch die Regeln der Indexberechnung einsehen.

Aktien mit großer Marktkapitalisierung beeinflussen also das Ergebnis stärker als Aktien mit nur geringer Marktkapitalisierung. Bei einem Index mit nur 30 Teilnehmern können Schwergewichte die allgemeine Markttendenz erheblich verzerren. Allgemeine Rückschlüsse an Hand dieser Bewertung auf die generelle Marktentwicklung können deshalb stark neben der Realität liegen.

Systembedingte Fehler und sonstiger Nebel

Kaum eine Bewertung ist wirklich absolut richtig. Oft ist auch stark umstritten was absolut richtig ist. In dieser Bewertung wird nur der frei handelbare Anteil der Marktkapitalisierung berücksichtigt (seit Mitte 2002). Würde die gesamte Marktkapitalisierung in die Bewertung eingehen (realer Markt), könnte es zu mehr oder weniger großen Verschiebungen im KGV und in der Dividendenrendite kommen. Relativ zum DAX® stimmt diese Bewertung jedoch. Sonderzahlungen bleiben bei der Ranglistenbestimmung der Dividendenstrategien außen vor, werden allerdings bei der Berechnung der Dividendenrendite des DAX® berücksichtigt. Für Anleger in Dividendenstrategien ist die hier praktizierte Methode die Richtige.

Bei der Berechnung der Dividendenrendite wird die gewichtete Dividende in Bezug zum gesamten DAX® (P) gestellt. Der DAX® ist nur ein Index, mit dem sich die Weiterentwicklung seiner Teilnehmer verfolgen läßt. In den Punkten des DAX® versteckt sich kein Wert an sich. Erst bei der Konstruktion eines Finanzproduktes, das alle Aktien des DAX® entsprechend der Gewichtsverteilung (unmöglich, da es keine Teilaktien gibt) enthält, stimmt obige Annahme. Da in einem "Return-" respektive "Performanceindex" wie dem DAX® die Dividende sofort im Index enthalten ist, kann es auch nicht zu einer Auszahlung der Dividende kommen. Wir berücksichtigen dieses, in dem wir den Wert des DAX® vor der Berechnung der Rendite um die Dividenden kürzen. Für Käufer von Indexfonds (Indexaktien) oder Indexzertifikaten ist die hier praktizierte Methode die Richtige.

Basis unserer Berechnungen sind die Kursdaten und errechneten Gewichte, die von der Deutschen Börse täglich veröffentlicht werden. Das Gewicht einer Aktie im DAX® bestimmt bei uns einen Wertanteil am DAX®. Dieser Wertanteil beinhaltet also den gewichteten Kurs- und Dividendenanteil der jeweiligen Aktie im DAX®. Auf Basis dieses Wertanteils wird eine gewichtsproportionale Dividende und ein gewichtsproportionaler Gewinn errechnet. Für die Gewinnerrechnung benutzen wir die jeweils aktuellen KGV-Schätzungen von I/B/E/S (Thomson Reuters) aus der Süddeutschen Zeitung. Da I/B/E/S keine Verlustschätzungen veröffentlicht, müssen wir uns bei Firmen, die Verluste schreiben (kein KGV), einer "Krücke" bedienen.

Tabellenerläuterung

Datum

Datum gibt den Tag wieder, von dem der Schlusskurs (Xetra®) des DAX® (P) und die Indextagesabschlussberechnung der Deutschen Börse in die Bewertung eingegangen sind.

DAX®-Stand

Schlusskurs (Xetra®) des DAX® (P) zum Bewertungstag.

Dividendenrendite

Für jede Aktie wird die Dividendenrendite in % bestimmt. Dabei wird angenommen, dass die Dividende nicht im Kurs enthalten ist. Aus dem Wertanteil der Aktie wird mit Hilfe der vorher bestimmten Dividendenrendite die fiktive Dividende, die im Wertanteil steckt, berechnet. Alle fiktiven Dividenden werden akkumuliert und ergeben die fiktive Gesamtdividende vom DAX®. Der prozentuale Anteil der fiktiven Gesamtdividende am DAX®, gekürzt um diese Gesamtdividende, ergibt die Dividendenrendite des DAX®.

"Faires" Kursgewinnverhältnis: KGV(f)

Wir nehmen an, dass eine "faire" Bewertung vorliegt, wenn der prozentual erwirtschaftete Gewinn aller DAX®-Teilnehmer um 1,5% besser ist als die aktuelle Umlaufrendite. Damit wird das noch verbleibende höhere Risiko von Blue Chips gegen erstklassigen Rentenpapieren berücksichtigt. Sollte die Umlaufrendite weniger als 5% bringen, wird trotzdem eine Verzinsung von 5% angenommen und das faire KGV wäre also 15,4 (es liegt eine temporäre außergewöhnliche Zinssituation vor). Höhere Werte als das "faire" KGV gehen Richtung Überbewertung (zu teuer) und niedrigere Werte gehen Richtung Unterbewertung (wird preiswert). Allerdings sollte man im Blickfeld behalten, dass das KGV nur ein Kriterium der Anlageentscheidung unter Mehreren sein kann.

KGV(1) und KGV(2)

Das Gewicht bestimmt den Wertanteil der einzelnen Aktie am DAX®. Den Gewinn dieser Aktie erhalten wir indem wir den Wertanteil durch das KGV dieser Aktie teilen. Die Summe der DAX®-Anteile (Wertanteile) wird durch die Summe der Gewinne dividiert und ergibt das auf einen zehntel Punkt gerundete KGV. Beim KGV(1) wird bei allen Firmen, welche Verluste schreiben, der Verlust auf 0 gesetzt. Beim KGV(2) bleiben alle Firmen, die Verluste schrieben, außen vor (auch die jeweiligen Wertanteile von diesen Aktien). Sind KGV(1) und KGV(2) unterschiedlich, ist das wirkliche KGV also schlechter als KGV(1) (höher): Je größer der Unterschied, um so schwergewichtiger sind die Firmen, die rote Zahlen schreiben und um so schlechter ist eventuell das wirkliche KGV.
 


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