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BMI Deutschland

26.08.2002 und 09.09.2002: Satire & Kommentare

Ich hatte einen Traum ...

Kanzlerkandidatenduell

Der Wetterbericht hatte unrecht. Kein Gewitter, kein Regen. Ein richtig schöner Sommersonntag. Entgegen der ursprünglichen Planung stiegen wir aufs Rad und besichtigten das schöne Moos. Am Nachmittag tobten wir uns noch auf dem Tennisplatz aus um schlussendlich den schönen Tag mit Pasta und Rotwein zu beschließen. Pünktlich um 20.15 Uhr schaltete ich das Fernsehgerät ein. Auf keinen Fall wollte ich das Kanzlerkandidatenduell verpassen.
 
Sportlich hatte ich mich wohl etwas übernommen und dann noch der Rotwein .... die Sendung konnte es nicht verhindern ... ich nickte ein und fing an zu Träumen ....

Ich befand mich in den alten UFA Studios in Berlin und beide Kandidaten, Gerd und Edmund (Guido fehlte ... war da was schief gelaufen?), standen vor mir. Sie hielten sich verzeifelt an ihren Pulten fest (auch Rotwein???) ...

in den Krallen des Bären
... das Kreuzverhör konnte beginnen ....

baer45: N'abend zusammen. Schöne Krawatten habt ihr an. Gerd rot-golden gestreift ... ob das Rote nicht noch eine weitere Tarnung ist? Und Edmund weiß-blau gestreift ... Nationalfarben? Wäre dunkelschwarz nicht besser gewesen. Die edlen Anzüge und die schönen Frisuren überlassen wir lieber der Beurteilung von Bild und Bunten. Kommen wir zu ernsteren Fragen.

Unser erstes Thema betrifft das neue Zuwanderungsgesetz.

Da Gerd der Gewinner im DAX®-Lotto war, darf er als Erster antworten. Allgemein anerkannt ist, dass es Deutschland an Bären mangelt. Nun gibt es Artgenossen, die gerne aus dem Osten und dem Südosten Zuwandern wollen. Gerd, würde das nicht unsere Volkswirtschaft erheblich weiterbringen?

Gerd: Wir wollen nicht jeden dahergelaufenen Bären reinlassen. Wir wollen die Zuwanderung steuern. Er muss schon erhebliche Qualifikationen bezüglich Leerverkauf und anderer Zockertechnologien mitbringen. Nur das bringt uns weiter und wird es uns erlauben, wie Edmund es anstrebt, in einer höheren Liga zu spielen. Nur so führen wir die Telekom ihrer endgültigen Bestimmung zu.

baer45: Edmund, auf den bayrischen Almen grasen immer noch viele Rindviecher. Könnten nicht Bären einen gesünderen Zustand herbeiführen?

Edmund: Ich höre Telekom. Immer nur die Großkonzerne. Wir müssen uns auf den Mittelstand fokussieren. Der verträgt keine weiteren Bären. Er will weiter zum "Neuen Markt" und damit neue Arbeitsplätze schaffen! Dabei braucht er unsere Unterstützung. Und nicht zu vergessen, die inländischen Bären. Noch sind die Meisten nicht integriert. Kaum einer ist in der Lage "Muhhh" zu sagen. Auch baer45 spricht nur ein schwaches "Muhhh".

baer45: ... inländische Bären ... hicks .. hab ich was verpasst. OK, mein "Muhhh" ist nicht das Beste. Aber Bären kenn ich nur Wenige! Edmund, wo befinden sich die vielen sprachunbegabten Bären, die an der "Muhhh"-Sprache jämmerlich versagen?

Edmund: Das lernt in Bayern jedes Kind. Spätestens in der primären Sekundarstufe ... Ääh .. tertiären Primärstufe. Nördlich des Mains befinden sich die Saubären, die Preissischen...

Gerd: Also das muss ich jetzt richtig stellen! Auch nördlich des Mains gibt es eine exzellente Ausbildung. Pisa hat es bewiesen. Oder war es Toskana?? Machen dort einen prima Chianti! Wir können sehr gut zwischen Schwarz-, Braun-, Eis- und Saubären unterscheiden. Letztere sind im Norden nicht öfters vertreten als im Süden. Nur im Süden gehören sie zur führenden Schicht und werden volkstümmlich "Batzi" gerufen. Doris hat mich aufgeklärt.

Edmund: Doris steht nicht zur Wahl! Karin bleibt bei mir doch auch außen vor! Wo kommen wir denn hin, wenn die Weibersleit auch noch am Stammtisch mitreden dürfen? Das wird noch schlimmer als das rotgrüne Chaos in der Außenpolitik. Von wegen "Deutschem Weg". Den darf es nicht geben .....

baer45: Gute Überleitung Edmund. Kommen wir jetzt zu unserem nächsten Thema

Der drohende Irakkrieg und eine deutsche Beteiligung.

Gerd vertritt den "Deutschen Weg". Deutschland soll sich auf keinen Fall an einem Irakfeldzug beteiligen. Auch nicht unter UNO-Mandat ...

Gerd: Der "Deutsche Weg" ist ein Synonym für die soziale Marktwirtschaft, Arbeitnehmer im Aufsichtsrat und Klüngel unter deutschen Unternehmern und mit der Politik. So ist dieser Begriff zu verstehen. Hierfür stehe ich. Da mach ich mit. Im Gegensatz zu diesem kriegerischen Volksstamm aus den Voralpen wollen wir uns nicht an einem Feldzug gegen den Irak beteiligen. Wir hätten auch keinesfalls die notwendigen Kapazitäten...

baer45: So ein Feldzug könnte den Druck auf die Börsen nochmals erheblich verstärken. Viele Bären sind in freudiger Erwartung. Edmund will also den grünen Rock anziehen ....

Edmund: Den "Deutschen Weg" darf es nicht geben. Den "Europäischen", den "Weltweiten" oder besser noch den "Bayrischen Weg" sollten wir anstreben. Den Druck müssen wir unbedingt beibehalten - besser noch verstärken. Wir müssen dabei jedoch unbedingt den Mittelstand bewahren und mit den Flintenweiber wären wir kaum in der Lage mitzumachen. Schon in dieser Legislaturperiode haben wir - ohne unglaubwürdige Sprüche über die unergründliche Solidarität - bedenkenlos mitgemacht und wir müssen auch in Zukunft treu zu unseren Verbündeten stehen, jedoch nur unter UNO-Mandat, hätten wir die Kapazitäten - da kann ich Gerd nur zustimmen.

baer45: Edmund, machen wir nun mit? Ja oder nein?

Edmund: Das hab ich nicht so dargestellt. Zuerst müssen wir die Bundeswehr sanieren. Steht jedoch auch unter dem Vorbehalt, dass sich der Wirtschaftsaufschwung einstellt. Den Druck müssen wir jedoch unbedingt aufrecht erhalten und die Abgabenlast für den Mittelstand senken ...

Gerd: Edmund, Du versprichst Allen alles. Damit wirst Du nur die Staatsverschuldung erhöhen oder die Nachtarbeit abschaffen und den Weg zur Arbeitsstelle verbieten. Die Bundesbankgewinne werden nicht reichen. Ich dagegen, führe uns mit "ruhiger Hand" in den Abgrund. Du erzeugst nur Chaos!

Edmund: Rotgrünes Chaos! Haben wir erst jetzt erlebt. Trotz Ökosteuer ist die rotgrüne Flut über unser Land hereingebrochen und hat sogar bayrische Städte überflutet. Und nun wollen Sie die Senkung des Spitzensteuersatzes verschieben und damit den "Neuen Markt" endgültig abtöten. So verhindert man jedes Wirtschaftswachstum!

Gerd: Edmund, nun übertreibst Du aber heftig! Man sollte auf dem Rücken der armen Flutopfer keinen Wahlkampf machen. Die Flut hat nur mein hervorragendes Krisenmanagement ins richtige Licht gerückt. Wir werden bis zum Ende des Wahlkampfes weiter managen. Ohne Rücksicht auf Kosten, Opposition und Elbepegel. Pech für Dich, dass Dir im nächsten Jahr so viele Zinsen ausgezahlt werden ....

Ich dachte mir ... Wasser ist schlimm ... aber wenn Lachse drin schwimmen ... als mich plötzlich eine bekannte Stimme aus meiner Traumwelt riss: Hör mit dem Schnarchen auf und komm endlich ins Bett. Ich trollte mich, nach einem nur sehr kurzen Zwischenstop im Bad, ins Bett. Kurz vor dem Einschlafen fragte ich mich, wen ich am 22. September wählen sollte wenn ich dürfte?: Ich denke Rotwein .... oder doch lieber Grappa ? drehte mich um und träumte weiter ... einen anderen Traum.

Traumbaer

Nachschlag zur zweiten Veranstaltung:

Diesmal saß ich voll konzentriert vor der Glotze - und gleich am Anfang die Feststellung: diesmal bin ich nicht eingenickt; die Konstitution war perfekt - und harrte der Dinge die da kommen sollten. Eine wichtige hochpolitische Feststellung gleich zu Beginn. Die Kandidaten werden immer verwechselbarer. Edmund hatte praktisch die gleiche Krawatte an wie Gerd. Ob das an den fragenden Damen lag? Oder hatte er meinen ersten Kommentar gelesen? Viel neues kam nicht rüber. Außer dass Gerd seine Mannschaft toll findet und keinen austauschen will. Klar, sein Verschleiß war in der Vergangenheit so groß, dass es inzwischen an Nachschub mangelt. Und baer45 will er auf keinen Fall in sein Kabinett aufnehmen. Edmund steuert allerdings großes an. Offensichtlich will er die absolute Mehrheit erreichen. Alle wichtigen Ministerposten sind schon für die eigenen Leute verplant. Für Guido und Mölli ist kein Platz mehr.

Beide wollen anscheinend nicht in den Irak. Gerd auf keinen Fall, auf gar keinen Fall ... Hintertürchen: man treibt Terroristen im Irak auf - bei der Bekämpfung dieser Brut herrscht weiter Solidarität. Mit einem kurzen Anruf in den USA erfuhr ich, dass dies kein Problem darstellen sollte. Der Irak quillt über mit Terroristen. Mitgliedsbücher (im Gegensatz zu deutschen Schützenvereinen) sind bei denen noch nicht eingeführt. Zuordnungen können beliebig erfolgen. Edmund will auch nicht hin. Er ist jedoch nicht damit einverstanden, dass man das ausspricht. Das nimmt anscheinend den Druck. Komische Logik, wenn man diese verqueren Erläuterungen öffentlich von sich gibt. Ob das nicht auch den Druck nimmt. Pinkeln soll deshalb zukünftig verboten werden - wegen dem Druck.

Die anschließenden Quasselveranstaltungen waren auf allen Kanälen ziemlich altmodisch. Jede noch so überraschende Bewegung eines Kandidaten wurde heftig diskutiert. Zeitlupenaufnahmen habe ich allerdings zur Verdeutlichung vermisst. Das macht jede drittklassige Sportsendung besser.

Wer wird es nun werden? Wer macht beim großen Kreuzeln das Rennen? baer45 glaubt (wer glaubt wird seelig), dass einer der hier Abgebildeten es machen wird! Der Linke?? Oder doch der Rechte?? Wählen Sie selbst:

Kanzlerkandidaten ohne Guido

Sollte doch nicht so schwierig sein ... oder etwa doch?


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