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Oft kann man durch Zufall die glücklichsten Dummheiten begehen

03.05.2013: Satire & Kommentare

DAX®-Lotto - die ultimative Strategie

   Ich kenne diese Strategie!! Gehbaer

Es gibt einfache bis sehr komplexe Anlagestrategien. Alle wollen die Zukunft aus der Vergangenheit ableiten. Manche dieser Pfade werden von vielen Anlegern ausgetreten und diese haben damit nur geringen Erfolg. Auf andere Pfade trauen sich viele nicht drauf - manchmal unbegründet - und die Mutigen haben oft einen größeren Erfolg.

Dann gibt es noch die Gläubigen. Sie hängen an den Lippen Ihrer Gurus (Analysten, Statistiker, Strategen, Sternendeuter, ...) und folgen diesen blind ....

An eine wirklich wissenschaftliche Methode wagen sich nur wenige: an den Zufall. Wieso sollte der Zufall eigentlich nicht besser als der Durchschnitt abschneiden und den Index schlagen. Da ihn nur wenige nutzen, sollte man nicht zur Masse gehören und überdurchschnittlich abschneiden. Keine Angst, wir wollen kein Dartschiessen veranstalten. Viel zu gefährlich! Wir wollen die Lottoziehung am Samstag nutzen. Diese wird amtlich überwacht. Äußert selten im Börsengeschehen. Auch sollte nicht unerwähnt bleiben, dass 6 Richtige seit Jahrzehnten absolute Gewinner waren. Wenn das kein Treibsatz für unsere Strategie ist !? Hier nun die Regeln für diese ultimative Strategie:

1. Die Depotzusammensetzung

Im Lotto werden 6 Zahlen aus 49 gezogen. Dieser Anzahl liegt eine lange Erfahrung zu Grunde. Deshalb soll unser Depot auch aus 6 gleichen Teilen bestehen. Da der DAX® nur aus 30 Werten besteht, müssen wir die gezogenen Zahlen in einen Wertebereich 1 bis 30 übersetzen. Diese übersetzten Zahlen adressieren die Stellungen der Werte in den täglich veröffentlichten Gewichtungen der Deutschen Börse (DAX_Weighting_File.xls). Die Übersetzung wird wie folgt berechnet:

(30/49)*ZAHL+(1-(30/49))/ZAHL+KZAHL

ZAHL: gezogene Zahl
KZAHL: Zusatzzahl / 100 und multipliziert mit -1 wenn Zusatzzahl (ZZ) ungerade ist
Das Ergebnis wird auf eine ganze Zahl gerundet.

Im Mai 2013 wurde die Zusatzzahl abgeschafft. Deshalb wird für die Berechnung der KZAHL die jeweilige Zusatzzahl aus dem Pool der schon gezogenen Zusatzzahlen zeitlich rückwärts reihum entnommen:
 
8 47 2 38 21 21 38 8 6 46 7 23 43 25 16 36 32 37 14 48 1 24 22 35

Bedingt durch die nicht mögliche genaue Zuordnung von 49 Werten zu 30 Werten (mittels der KZAHL entsteht eine zufällige Häufung) kann eine bestimmte Aktie in mehreren der 6 gleichen Depotteilen vertreten sein. Dies gibt dieser Strategie den notwendigen Nervenkitzel, ohne den das Leben einfach keinen Spaß macht! Die 6 Teile werden auf den Cent genau aufgeteilt. Notfalls kaufen wir Teilaktien. Ich kenne einen alten zotteligen Bär in einer Höhle direkt um die Ecke, der immer froh ist, wenn er ein Teil eines Wertpapiers los wird. Er besitzt noch eine scharfe Kralle. Eine Teilaktie stellt also kein Problem dar.

2. Dividenden, Steuern und Transaktionskosten

Dividenden werden in der Haltefrist dem Depotwert zugerechnet und bei der nächsten Umschichtung mit investiert. Steuern werden nicht betrachtet. Dies macht der DAX® und manch Anderer (Pfui!!) auch nicht. Transaktionskosten bleiben außen vor. Um zu vergleichbaren Ergebnissen zu kommen, empfehle ich deshalb den Einsatz von sehr großen Summen! Verhandeln Sie mit ihrer Bank. Wenn Ihr Anlageberater diese Strategie verstanden hat, wird er sie sofort imitieren und für Ihre Transaktionskosten aufkommen.

3. Kaufzeitpunkt

Sowohl beim Ersteinstieg als auch bei der Umschichtung kaufen und verkaufen wir zum Schlusskurs des der Lottoziehung vorhergegangenen Börsentages (im Regelfall der Freitag). Damit ist im Gegensatz zu manch anderer Depotführung jegliche Manipulation ausgeschlossen. Um dieses Geschäft auch mit realem Spielgeld jeweils nachträglich durchführen zu können, werde ich mich noch um einen Sponsor innerhalb der Großbankenwelt bemühen. Sollte die Lottoziehung an einem Umschichtungstermin ausgefallen sein, stellen wir unser Depot sofort ein. Die Börse wird in derart kritischen Zeiten auch nicht überleben.

4. Umschichtungszeitpunkt

Den Umschichtungszeitpunkt leiten wir (mindestens so wichtig wie die ausgewählten Aktien) von der Superzahl (SZ) ab:

  • gerade:       6 Monate ... 6 Monate sind immer Gut!
  • ungerade: 12 Monate ... würden wir Steuern zahlen .... (das waren noch schöne Zeiten)

Natürlich keine Regel ohne Ausnahme. Sollte es zu einer Umstellung im DAX® kommen, wird am nächsten Wochenende umgeschichtet. Sollte ich zu einem Umstellungszeitpunkt in Urlaub sein, erfolgt die Umschichtung am ersten Wochenende nach dem Urlaub. Wir wollen schließlich keine Börsensklaven werden.

5. Kapitaleinsatz

Um auch Anfängern das irritierende Gefühl beim Betrachten von Prozentwerten und absoluten Zahlen zu vermitteln, wollen wir nicht zu klein einsteigen. Unser Startdepot wird den Wert von 600.000,00 € haben. Ein weiterer wichtiger Vorteil einer derartig großen Summe: das Depot ist nicht so schnell verbraucht. Sollte man bei eigenen Investments auch immer berücksichtigen.

6. Berichtswesen

Alle 3 bis 6 Monate (je nach Turbulenzen), jedoch spätestens mit einer Umschichtung wird über die Depotentwicklung berichtet und ein Vergleich mit der DAX®-Entwicklung durchgeführt. Zuerst dachte ich, wir starten am 17.02.2002. Da ich jedoch an diesem und an den nächsten Wochenenden stark im Freizeitstress stehe und der Startzeitpunkt sowieso unwichtig ist, starten wir rückwärts zum 25/26.01.2002. Wir können uns damit mit der allgemeinen DAX®-Bewertung synchronisieren.

Sollten unter den geneigten Leser Mitläufer sein, bitte ich diese mindestens einmal jährlich, einen Teil Ihres Gewinnes karritativen Organisationen zukommen zu lassen. VIER PFOTEN hat ein Bärenschutzprogramm für Osteuropa aufgemacht: Tanzbären zurück in die Natur! Absolut empfehlenswert!

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