baer45: DAX®
Startseite  Kontakt   Haftungsausschlüsse  Impressum  Hilfe
Glück und Glas - wie leicht bricht das

05.01.2012: DAX®-Bewertungen

Bewertung zum 16.12.2011
und
Jahresendbetrachtung zum 30.12.2011

Sansculottes und Tricoteuses Frei nach einer zeitgenössische Karikatur des Briten George Cruikshank über die Sansculotten an der Guillotine.

Als Tricoteuses (Strickerinnen) wurden während der Französischen Revolution politische Aktivistinnen aus den Kreisen der Sansculottes (ohne Kniebundhose) bezeichnet, die an den Orten des revolutionären Geschehens auftraten und die Positionen der Jakobiner (politischer Klub während der Französischen Revolution - der Name leitet sich vom Ort ihrer Versammlungen her, dem Dominikanerkloster Saint-Jacques in Paris) und Enragés (Wütenden) militant unterstützten. Die Begriffsprägung von Revolutionärinnen als Strickerinnen ist rückführbar auf einen Erlass des Sekretärs der Pariser Kommune: "Der Rat hält fest, dass die patriotischen Bürgerinnen des 5. und 6. Oktober bei allen Bürgerfeiern einen besonders gekennzeichneten Platz haben werden und dass vor ihnen ein Banner sein wird mit der Aufschrift, die man auf dem Triumphbogen des Boulevards liest: 'Wie ein Tier haben sie den Tyrannen vor sich her gejagt' sowie 'Frauen des 5. und 6. Oktober'. Und sie werden mit ihren Ehegatten und Kindern teilnehmen und sie werden stricken." Sie saßen mit ihrem Strickzeug und auch ohne auf Bänken an der Guillotine und rissen Witze, während sie auf die Verurteilten warteten; bei passender Gelegenheit vergriffen sie sich auch an Passanten, wenn diese nur aristokratisch aussahen.

Die Politik hat die Finanzbranche von der Kette gelassen und diese ist ihr inzwischen über den Kopf gewachsen. Zwischenzeitlich ist sie von ihren angelsächsischen Stützpunkten aus zum Angriff auf die €urozone angetreten. Die "bösen Kontinentaleuropäer" drohen nämlich mit einer etwas ernsthafteren Regulierung. Mit dem billigen Geld der Notenbanken versuchen die Großbanken und ihre Hedgefonds-Töchter die Preise für Energie und Lebensmittel in die Höhe und die weltweite Verelendung voran zu treiben. Dies war und ist auch der hauptsächliche Grund für die Aufstände in Nordafrika und im Nahen Osten, die Freiheitsliebe spielte dabei ursprünglich eine untergeordnete Rolle. Die Occopy Wall Street Bewegung ist eine erste diffuse Bewegung in der industrialisierten Welt. Sollte es zu einer umfangreicheren Vernichtung der Sparvermögen kommen, werden sich die sogenannten Wutbürger in der industriealisierten Welt zu einer größeren Bewegung zusammenrotten und viele Flächenbrände auslösen. Die Politik und die Finanzbranche sitzen dann im selben Boot. Es war die Politik, die über ihren Laissez Faire Neoliberalismus die ungesunden Spekulationen der Finanzbranche ermöglicht und gefördert hat. Sie macht schon zu lange mit und praktiziert die Gesellschaftsphilosophie: Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren. Wir alle sollten es schaffen die soziale Marktwirtschaft wieder ans Funktionieren zu bringen. Wenn nicht, wird es demnächst wieder Enragés und Tricoteuses geben.

Nach dem massiven Absturz (Juli - September) konnte der DAX® sich leicht erholen. Seit unserer letzten Bewertung vom September 2011 hat er bis zum 16.12. um 2,30 % zugelegt, auf Jahressicht (30.12.2010 - 30.12.2011) hat er 14,69 % abgegeben. Dabei wurde er in der zweiten Dezemberhälfte unter extrem geringen Umsätzen noch geschönt. Insgesamt betrug der maximale Absturz (Jahreshoch bis Jahrestief) im Laufe 2011 32,66 %. Alles auf Basis von Tagesschlusskursen. Die Stimmung ist trotzdem "bärig" gut und steigt seit einiger Zeit kontinuierlich an. Aktuell stehen 63 % Bullen 15 % Bären gegenüber (Quelle: Cognitrend vom 21.12.2011). Gemessen am Bull/Bear-Index hat dieser sogar den höchsten Stand seit dem 29. November 2006 erreicht. Haben die befragten "Experten" in der Finanzindustrie zu stark "geraucht"?

Ausgangsdaten
 Schlusskurse vom 16.12.2011

Basis sind die Xetra®- Schlusskurse vom 16.12.2011 (gewichtete Bewertung) und vom 30.12.2011 (Jahresendbetrachtung). Die Kurse und das jeweilige Gewicht einer Aktie im DAX® sind von der Deutschen Börse. Die Dividenden mit denen die berechnet wird sind den jeweiligen Firmenmitteilungen entnommen. Das aktuelle der Aktien ist aus der Süddeutschen Zeitung (aktuelle Schätzungen von I/B/E/S). Die Zahlen zur sind von der Deutschen Bundesbank. Die DAX®-Bewertung wird gewichtet ausgeführt ( siehe ). D.h., eine Aktie mit sehr großer Marktkapitalisierung geht stärker in das Ergebnis ein als eine Aktie mit einer weit geringeren Marktkapitalisierung. Seit dem 24.06.2002 wird dabei nur noch der sogenannte frei handelbare Anteil berücksichtigt. Dieser Anteil wird regelmäßig überprüft und verändert damit ebenso wie der Kurs das Gewicht der Aktie im DAX®. Weitere Regeländerungen bezüglich Gewichtung und frei handelbarem Anteil gab es im Oktober und November 2008.

CodeNameISINKursDividendeKGVGewicht
1ADSADIDAS AG NA O.N.DE000A1EWWW048,1050,80152,04 %
2ALVALLIANZ SE VNA O.N.DE000840400572,7704,5086,66 %
3BASBASF SE NA O.N.DE000BASF11151,7102,2089,62 %
4BMWBAY.MOTOREN WERKE AG STDE000519000349,9901,3073,26 %
5BAYNBAYER AG NADE000BAY001745,0451,5097,55 %
6BEIBEIERSDORF AG O.N.DE000520000042,4000,70230,86 %
7CBKCOMMERZBANK AG O.N.DE00080320041,3000,0041,01 %
8DAIDAIMLER AG NA O.N.DE000710000031,7751,8565,77 %
9DBKDEUTSCHE BANK AG NA O.N.DE000514000827,3500,7555,05 %
1063DUDEUTSCHE BOERSE Z.UMT.DE000A1KRND640,8952,1091,47 %
11DPWDEUTSCHE POST AG NA O.N.DE000555200411,1300,65101,90 %
12DTEDT.TELEKOM AG NADE00055575089,0000,70145,38 %
13EOANE.ON AG NADE000ENAG99916,1601,50136,24 %
14FMEFRESEN.MED.CARE KGAA STDE000578580251,0500,65142,16 %
15FREFRESENIUS SE+CO.KGAA O.N.DE000578560469,4200,86151,63 %
16HEIHEIDELBERGCEMENT AG O.N.DE000604700430,1900,25100,86 %
17HEN3HENKEL AG+CO.KGAA VZODE000604843243,2850,72141,53 %
18IFXINFINEON TECH.AG NA O.N.DE00062310045,7650,10101,27 %
19SDFK+S AG NA O.N.DE000KSAG88833,8751,0091,18 %
20LINLINDE AG O.N.DE0006483001110,0502,20143,81 %
21LHALUFTHANSA AG VNA O.N.DE00082321258,9270,60110,83 %
22MANMAN SE ST O.N.DE000593700762,4602,0090,79 %
23MRKMERCK KGAA O.N.DE000659990573,7601,25110,97 %
24MEOMETRO AG ST O.N.DE000725750327,9501,3580,73 %
25MUV2MUENCH.RUECKVERS.VNA O.N.DE000843002690,5006,25162,92 %
26RWERWE AG ST O.N.DE000703712926,2503,5062,19 %
27SAPSAP AG O.N.DE000716460042,2450,60167,70 %
28SIESIEMENS AG NADE000723610171,4102,7099,96 %
29TKATHYSSENKRUPP AG O.N.DE000750000117,1300,4591,33 %
30VOW3VOLKSWAGEN AG VZO O.N.DE0007664039115,3502,2663,36 %

Im Februar 2010 stellte die DEUTSCHE BÖRSE die börsentägliche allgemein zugängliche Veröffentlichung der Gewichte der DAX®-Teilnehmer ein. Allgemein verfügbar sind diese Daten jetzt nur noch von den sogenannten Verkettungstagen. Diese sind der jeweils dritte Freitag im letzten Monat eines Quartals. Die Bewertungen finden seitdem immer nur auf Basis dieser Daten statt. Veröffentlicht werden diese Daten immer an dem Abend, dem Verkettungstag folgenden Börsentag. Diese Bewertung wurde zusätzlich als Jahresendbetrachtung durchgeführt.

Umlaufrendite
 Schlusskurse vom 30.12.2011

Entwicklung der Umlaufrendite

Die jährliche Inflationsrate im €uroraum betrug im November 2011 3,0 %, unverändert verglichen mit Oktober. Ein Jahr zuvor hatte sie 1,9 % betragen. Die monatliche Inflationsrate betrug 0,1 % im November 2011. Die hauptsächlichen Preistreiber waren Heizmittel, Treibstoffe, Lebensmittel und deutliche Erhöhungen von verschiedenen Verbrauchssteuern in etlichen Mitgliedsländern. Bei uns lag die jährliche Inflationsrate bei 2,8 % (alle Daten von Eurostat). Sie liegt deutlich über der Zweiprozentmarke und die Leitzinsen sind eindeutig zu niedrig! Wegen statistischen Basiseffekten (man nimmt an, dass die Energiepreise nicht weiter steigen werden) soll die Inflationsrate sinken. Anfang Januar veröffentlichte Eurostat eine Vorausschätzung für die jährliche Inflationsrate für 2011 im €uroraum von 2,8 %. Ein weiterer Wertverfall des €uros könnte allerdings einen Strich durch diese Rechnung machen. Wir haben also momentan einen schädlichen negativen Realzins. Er beträgt -2 %. Mit der Leitzinserhöhung im April stieg die Aversion in der Finanzbranche gegen den €uroraum an und verdichtete sich deutlich mit dem Beschluss der Beteiligung der Privaten an einem Schuldenschnitt Griechenlands. Ende Mai drohte dann noch der IWF Griechenland mit dem Hilfeentzug. Unterstützt wurde diese Aversion mit den andauernden Forderungen nach einer Transaktionssteuer, wenn nicht weltweit so doch mindestens in der €urozone. Es setzte damit eine einmalige Propagandaoffensive gegen den €uro ein und dabei entwickelte sich u. a. Deutschland als Fluchtburg für Sicherheitspaniker. Und manche europäischen Regierungen verhielten sich in dieser Phase auch nicht besonders schlau und bekamen schnell die Rechnung zugestellt. Ob jetzt deutsche Staatsanleihen wirklich zu den absolut sicheren Geldanlegen gehören, darf bezweifelt werden. Die Renditen sind inzwischen so stark im Keller, dass es kaum viel weiter runter gehen kann. Mit der geringsten Beruhigung an der €urofront steigt damit das Kursverlustrisiko extrem an. Nur eine nachhaltige Deflation würde die jetzigen Kurse rechtfertigen. Angst war und ist eben selten ein guter Ratgeber.

Leitzinsen
Trichet und Draghi   Trichet und Draghi
 

Unter dem inzwischen verabschiedeten EZB-Chef Jean-Claude Trichet wurde der Leitzins in diesem Jahr in der Eurozone zweimal um 25 Basispunkte erhöht. Der Nachfolger Mario Draghi trat am 1. November seinen Job an. Unter dem Druck der €urokrise (Synonym für Banken- und staatliche Überschuldungskrise) verließ den Entscheidern in der EZB der Mut und die EZB senkte im Monatsrhythmus den Leitzins jeweils um 25 Basispunkte, trotz viel zu hoher Inflation. Seit dem 14. Dezember beträgt nun der Leitzins (Mindestbietungssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte des €urosystems) in der €urozone 1,00 % (für Spitzenrefinanzierungsfazilität 1,75 % und für die Einlagefazilität 0,25 %).

Offensichtlich sind die Ergebnisse der Banken und damit die Bonis deren Führungspersonals doch wichtiger als die Preisstabilität. Der Aufkauf von Staatsschulden wurde zwischenzeitlich etwas reduziert. Wenn die Aussagen des EZB-Chefs ernst zu nehmen wären (Verletzung der Verträge), müssten sie ganz eingestellt werden. Auch das billige Geld der EZB treibt die Inflation der verschiedenen Vermögensklassen, beschert uns wahrscheinlich eine erneute Immobilienblase und kann eine sinnvolle Finanzmarktregulierung mit einhergehender Reduzierung der Finanzbranche nicht ersetzen. Auch vergrößern die Leitzinssenkungen die Absetzbewegungen aus der €urozone und schwächen so zusätzlich den Außenwert unserer Währung. Richtiger wäre eine weitere Erhöhung der Leitzinsen gewesen. Wäre besser für die Pensionsfonds und Lebensversicherungen gewesen und die Enteignung der Sparer wäre geringer. Kranken Banken wird der Staat sowieso bei der Erhöhung des Eigenkapitals helfen müssen und die angeschlagenen Staaten an der Peripherie der €urozone werden sich selbst helfen müssen. Glaubwürdige Haushaltskonsolidierungen bringen dort wesentlich mehr als irgendwelche Leitzinssenkungen und helfen damit implizit den jeweilig einheimischen Banken.

Dieses Jahr gab es in den USA keine Veränderung des Leitzinses. Er schwankt weiter zwischen 0,00 und 0,25 %. Das 2. QE-Programm (Quantitative Easing: Aufkauf von Wertpapieren aus der Immobilienfinanzierung und von Staatsanleihen durch die US-amerikanische Notenbank Fed) lief im Juni aus, aber beide Programme wirken weiter. Die Einnahmen aus fälligen Papieren und die Zinsen werden sofort wieder für den weiteren Aufkauf, primär von Staatsanleihen mit längeren Restlaufzeiten, genutzt. Für die US-$-Schwemme nach allen Regeln der Kunst ist also weiterhin gesorgt. Nur Fed-Chef Bernanke wundert sich dabei über die steigenden Rohstoffpreise, welche der Wirtschaft die Luft zum Atmen und dem normalen Menschen das Geld zum Konsumieren nehmen. Die US-Wirtschaft, berücksichtigt man die massiven hedonistischen Verschönerungen in der Messmethode des BIP, stagniert weiter vor sich hin. Am Arbeitsmarkt sieht es auch alles andere wie rosig aus. Es gibt immer mal wieder kurzfristige statistische Entlastungen wenn wieder ein größerer Schub die Statistik verlassen hat, allerdings nicht auf einen Arbeitsplatz. Wen wundert's? Das Gelddrucken kann die Fehlstrukturen, welche sich über Jahrzehnte entwickelt haben, nicht wegzaubern. Da sind intelligentere Lösungsansätze gefragt. Das einzige das in den USA stark wächst und wo die Nachfrage noch größer als die Produktion ist, sind Lebensmittelmarken. In manchen Städten gehen sie schon aus.

Der Philosoph Peter Sloterdijk im Handelsblatt: "Ich glaube, der Staat hat mit seinem Zentralbankwahn in den letzten 20 Jahren kapitale Fehler gemacht und jetzt, da man die Folgen der Fehler sieht, will er sie beheben, indem er den Fehler in noch größerem Maßstab wiederholt." Man müsse ja nur die Ergebnisse dieses Flutens der Märkte einigermaßen aufmerksam studieren. Das Resultat sei, dass dieses Geld zum allergrößten Teil, zu etwa 80 bis 90 Prozent, nicht in die reale Wirtschaft gehe, sondern in die Finanzspekulation. Man mag über den prozentualen Anteil streiten, aber der überwiegende Anteil landet unzweifelhaft in der Spekulation. Und über diese Spekulation werden u. a. die Rohstoff- und Energiepreise inflationiert. In manchen Gebieten der Erde steigt deshalb auch rapide die Anzahl der hungernden Menschen an. Die Kollateralschäden dieser Politik überwiegen bei weitem die geringen positiven Effekte. Dass gleichzeitig darüber auch die Aktienpreise hoch gehalten werden, ist ein sehr geringer Trost. Bei den Staatsanleihen funktioniert inzwischen diese Inflationierung nur noch sehr mangelhaft und sehr selektiv. Und nun? Soll jetzt noch mehr Geld gedruckt werden?

Der "Markt" rechnet mit weiteren Zinssenkungen. Ob die EZB ihm diese Freude bereiten wird? Das Misstrauen zwischen den Banken verhindert inzwischen den totalen Verfall des Sparzinses. Die Zinsen für Tagesgelder liegen heute bei 1,75 %, bei Direktbanken und für Neukunden kann es etwas mehr geben. Festgelder in einem 12-Monatsbereich erreichen manchmal mehr als 2 %. Die immer noch virulente Krise und die damit einhergehende Flucht des Geldes nach Deutschland verbilligt die Kredite für den Finanzminister erheblich. Besonders das flexible Tagesgeld profitiert von der momentanen Unsicherheit über den Jahreswechsel. Seine Tagesgeldanleihe erreicht bei höchster Sicherheit 0,25 %. Bei den länger laufenden Bundesschatzbriefen haben die Renditen minimal angezogen und betragen momentan beim Typ A (6 Jahre) 0,95 % und beim Typ B (7 Jahre) 1,17 %.

Umlaufrenditen und €/US-$
Diese Tabelle dokumentiert die Entwicklung seit unserer ersten Bewertung bezüglich Umlaufrendite (Anleihen, Obligationen sowie Schatzanweisungen des Bundes, seiner Sondervermögen und der Treuhandanstalt)
und dem Verhältnis des € zum US-$ zum jeweiligen Bewertungsstichtag.
 
Datum Insgesamt 3-5 Jahre 5-8 Jahre 8-15 Jahre 15-30 Jahre 1 € in US-$
30.12.11 1,46 % 0,53 % 1,16 % 1,70 % 2,43 % 1,296
16.09.11 1,73 % 0,96 % 1,45 % 1,84 % 2,70 % 1,379
17.06.11 2,66 % 1,92 % 2,42 % 2,84 % 3,58 % 1,432
18.03.11 2,86 % 2,11 % 2,72 % 3,11 % 3,66 % 1,417
30.12.10 2,51 % 1,50 % 2,30 % 2,90 % 3,49 % 1,326
17.09.10 2,17 % 1,31 % 1,97 % 2,43 % 3,11 % 1.306
18.06.10 2,22 % 1,14 % 1,95 % 2,59 % 3,37 % 1,238
19.03.10 2,75 % 1,78 % 2,54 % 3,08 % 3,87 % 1,353
30.12.09 3,02 % 2,09 % 2,78 % 3,31 % 4,12 % 1,433
25.09.09 2,99 % 2,12 % 2,76 % 3,27 % 4,06 % 1,470
27.03.09 2,93 % 2,08 % 2,67 % 3,13 % 4,15 % 1,326
30.12.08 2,86 % 2,26 % 2,60 % 2,91 % 3,73 % 1,407
26.09.08 4,24 % 3,94 % 4,09 % 4,18 % 4,80 % 1,458
20.06.08 4,74 % 4,75 % 4,72 % 4,66 % 4,81 % 1,563
28.12.07 4,34 % 4,16 % 4,24 % 4,34 % 4,66 % 1,472
22.06.07 4,64 % 4,55 % 4,61 % 4,62 % 4,81 % 1,346
30.03.07 4,08 % 4,01 % 4,02 % 4,03 % 4,24 % 1,336
29.12.06 3,96 % 3,91 % 3,93 % 3,94 % 4,09 % 1,320
22.09.06 3,69 % 3,58 % 3,63 % 3,68 % 3,92 % 1,278
23.06.06 3,97 % 3,73 % 3,90 % 4,01 % 4,34 % 1,251
30.12.05 3,22 % 3,00 % 3,14 % 3,25 % 3,57 % 1,183
23.09.05 2,88 % 2,44 % 2,74 % 2,97 % 3,50 % 1,208
23.03.05 3,49 % 3,00 % 3,39 % 3,66 % 4,16 % 1,298
29.12.04 3,41 % 2,88 % 3,27 % 3,57 % 4,22 % 1,359
23.09.04 3,70 % 3,10 % 3,56 % 3,89 % 4,55 % 1,226
26.05.04 3,97 % 3,29 % 3,83 % 4,25 % 4,95 % 1,211
29.12.03 3,94 % 3,30 % 3,86 % 4,20 % 4,87 % 1,248
25.09.03 3,77 % 3,08 % 3,62 % 4,00 % 4,64 % 1,149
12.06.03 3,27 % 2,47 % 2,98 % 3,48 % 4,48 % 1,177
10.04.03 3,94 % 3,30 % 3,86 % 4,20 % 4,87 % 1,077
27.12.02 3,93 % 3,26 % 3,78 % 4,17 % 4,86 % 1,041
27.09.02 4,12 % 3,57 % 4,00 % 4,30 % 4,92 % 0,980
26.07.02 4,52 % 4,07 % 4,48 % 4,70 % 5,16 % 0,985
26.06.02 4,73 % 4,34 % 4,65 % 4,87 % 5,21 % 0.980
25.01.02 4,74 % 4,37 % 4,71 % 4,90 % 5,27 % 0,865

Die Flucht in die vermeintliche Sicherheit hat auch in den USA die Renditen in den Keller getrieben. Die Propagandaoffensive gegen die €urozone hat sich für die USA gerechnet. Die Verunsicherung fördert den Absatz der eigenen Staatsanleihen. Momentan rentieren US-Staatsanleihen (U.S. Treasuries) bei 2 Jahren mit 0,24 %, bei 5 Jahren mit 0,83 %, bei 10 Jahren mit 1,88 % und bei 30 Jahren mit 2,89 %. Auch in Japan haben die Renditen weiter nachgegeben. 2 Jahre Restlaufzeit bringen 0,14 %, 5 Jahre 0,35 %, 10 Jahre 0,99 % und 30 Jahre 1,91%. In der Eurozone sind die Renditen zum Teil stark auseinandergelaufen. Deutschland profitiert stark von der Staatsschuldenkrise und gilt, so wie die USA, als ein sicherer Hafen. Besonders aus den Problemstaaten am südlichen Rand der €urozone flüchtet viel Geld nach Norden. Andere müssen wesentlich mehr zahlen. Einigen Problemländern (Griechenland, Irland und Portugal) ist der Weg zum Markt momentan versperrt, für Griechenland kann eine Pleite in 2012 nicht ausgeschlossen werden. Bei Irland scheint momentan etwas Optimismus gerechtfertigt und der Weg zurück zum Markt könnte mit etwas Glück schon in 2012 erfolgen. Spanien und Italien müssen horrende Zinsen zahlen, Belgien hat sich auch verschlechtert. In den letzten Wochen gab es allerdings wieder eine leichte Verbesserung für belgische und spanische Staatsschulden, eine Reaktion auf die Anstrengung der dortigen Regierungen. Gegenüber Italien ist das Misstrauen immer noch sehr groß. Das hat es dem Zickzackkurs seiner früheren Regierung und den neueren Aktionen der Gewerkschaften zu verdanken.

Auch wenn zwischenzeitlich immer mehr Staaten in den "Sparmodus" umschalten bedeutet dies nicht, dass die Verschuldung zurück geht. Sie reduzieren nur die Neuverschuldung. Zusätzlich müssen die europäischen Banken in der ersten Jahreshälfte ihre Kernkapitalquote verbessern und gleichzeitig werden in diesem Zeitraum weltweit einmalig viele Schulden, von Staaten und Banken gerollt. Es wird also eng an den Märkten werden. €urostaaten werden dabei besonders im Fokus stehen. Deshalb ist es sehr wichtig, dass die Konsolidierungsbemühungen weiter voran getrieben werden. Das gleichzeitige Misstrauen zwischen den Banken könnte dabei die Renditen von Festgelder auf Sicht von wenigen Jahren in die Höhe treiben.

€uro/US-$
 Schlusskurse vom 30.12.2011

Entwicklung des Verhältnisses €/US-$

Das gesamte Jahr über sind die Medien schon voll von der sogenannten €urokrise. Dabei hat der €uro sich seit seiner Einführung vor 10 Jahren zur zweitwichtigsten Währung der Welt entwickelt. Er ist nach dem US-$ die wichtigste Reservewährung und stellt das Geld für die größte Wirtschaftszone. Allerdings haben einige Mitglieder der €urozone Schwierigkeiten ihre Schulden am Markt zu platzieren. Manche sind überschuldet und anderen traut man die notwendige Wirtschaftskraft zur Bedienung ihrer Schulden nicht zu. Alle sogenannten Problemstaaten sind bis auf Griechenland, verglichen mit Japan, den USA oder Großbritannien richtige Waisenknaben. Und darin liegt auch ein Teil des Problems. Die USA wollen von den eigenen Riesenproblemen ablenken und dabei ist die ihr wohlgesonnene Finanzbranche ein großer Helfer. So läuft die angelsächsische Propagandamaschine auf vollen Touren. Fast die gesamte sogenannte Finanzpresse kommt ihnen dabei zur Hilfe. Diese Presse hängt stark an den Anzeigen und dem Geschehen der Finanzbranche. Es werden bewusst Gerüchte gestreut und Falschinformationen in die Welt gesetzt und so die €urozone als Ganzes madig gemacht. Gerade weil diese Propaganda noch so erfolgreich wirkt, braucht es in den USA momentan kein verstärktes Aufkaufen der US-Staatsschulden durch die Notenbank. Totkranke und Lahme werden als sicherer Hafen angesehen und das nicht wegen ihrem seriösen Haushalten sondern nur wegen ihrer schieren Größe.

Aber auch in der €urozone wurden dicke Fehler gemacht. Man brauchte zu lange bis man an die Problemwurzel vorgestoßen war und eine ernsthafte Konsolidierung der Staatsschulden einleitete. Manche Regierungen mussten dazu förmlich gezwungen werden. Auch das Vorhaben, die Beteiligung der "Privaten" an den Staatsschulden bei einem Staat in finanziellen Schwierigkeiten über einen marktüblichen Umfang hinaus, war gelinde gesagt kein glorreicher Einfall. Er wurde von Berlin, trotz aller Warnungen durchgesetzt und wurde inzwischen wieder begraben. Damit hätte die €urozone zur "Igittzone" werden können. Die Banken, Pensionsfonds und Versicherungen sind auch nicht primär die Schuldigen an der Staatsüberschuldung. Die notwendigen Bankenrettungen haben dazu beigetragen, die Staatsschulden waren auch vorher nicht ohne. Weder die Politik noch die Wähler können sich einfach davon stehlen. Viele nicht durchfinanzierte Wohltaten wurden gerne aufgenommen. Alles wollte man sofort haben, nur Steuern zahlen war gleichzeitig unbeliebt. Auch das ewige Theater um Griechenland bekommt der €urozone nicht. Wie hier schon öfter gewünscht, hätte man Griechenland, das den Betritt zur Währungszone nur betrügerisch geschafft hatte, Pleite gehen lassen sollen. Aber darauf hätte man sich vorbereiten müssen. Diesbezüglich hat man einfach zu lange gepennt und sich fortlaufend in die eigenen Taschen gelogen. Erst im Laufe des ersten Halbjahres erreicht man den Punkt, an dem die Finanzwirtschaft der €urozone eine potentielle Griechenpleite überleben würde. Der Drang die "Privaten", also die Finanzbranche, an den Staatsschulden übermäßig zu beteiligen, notwendige Regulierungen der Finanzbranche notfalls nur in der €urozone umzusetzen und eine Transaktionssteuer, notfalls nur in der €urozone einzuführen, hat die €urozone der Finanzwelt nicht sympathischer gemacht. So wurde der Propaganda der Finanzwelt gegen die €urozone Vorschub geleistet. Viele Vorhaben sind sinnvoll, manche noch nicht ausreichend. Wir müssen da durch, ansonsten werden wir noch schlimmere Krisen erleben. Es macht keinen Sinn den Märkten, wie der Hase dem Igel, hinter her zu hecheln. Wir sollten konsequent und zügig an einer Stabilitätsunion in Europa bauen. Die Integration in Europa muss dazu voran getrieben werden, auch wenn nicht alle mitmachen wollen. In einigen Jahren sind wir dann froh, dass die aktuelle Krise uns ein gutes Stück voran gebracht hat. Auch der scheidende EZB-Volkswirt Jürgen Stark sieht das als den einzig gangbaren Weg an.

Beispiele wirklicher Zinsbelastung

Täglich schallt es aus Großbritannien und den USA, die €urozone würde demnächst auseinanderbrechen. Nach manchen Voraussagen dürfte sie schon gar nicht mehr existieren. Auch wäre es angeblich unmöglich, dass Spanien und Italien die momentan vom Markt verlangten Zinsen länger tragen können. In Wirklichkeit kommt es jedoch nicht auf die Zinsbelastung einzelner Anleiheserien an, es kommt nur auf die Gesamtbelastung, welche sich in der durchschnittlichen Zinsbelastung spiegelt, an. Sollten Spanien und Italien das gesamte Jahr über bei Neuemissionen den hohen Zins akzeptieren müssen, ändert sich die Gesamtbelastung nur wenig. Machen diese Länder aber große Fortschritte bei der Haushaltskonsolidierung und bei notwendigen Strukturbereinigungen und der Währungsraum bei der Implementierung der Fiskalunion, wird das Vertrauen am Markt steigen und der Zins sinken - trotz aller Propaganda. Die vor uns liegenden Arbeiten brauchen Zeit und deshalb sollte die Politik ihren Blick von den sogenannten Märkten abwenden und sich auf das konzentrieren das zu tun ist. Der €uro und Europa haben eine große Zukunft, auch ohne Großbritannien. Wir müssen es nur wollen.

Es herrscht Währungskrieg. Jeder will abwerten und so seine Wirtschaft wettbewerbsfähiger machen. Die USA haben allerdings inzwischen das Dilemma, ihre Staatsschulden finanziert zu bekommen oder abzuwerten. Der €uro ist gegenüber dem US-$ noch immer überbewertet, allerdings nicht so stark, wie es ohne die Probleme am südlichen Rand wäre. Er stünde etwas höher und die Wirtschaft wäre global geringfügig weniger wettbewerbsfähig. Hätten wir den €uro nicht, würde es uns so gehen wie z.B. der Schweiz. Auch der deutsche Markt ist zu klein um währungstechnisch gegen die anderen Regionen in Asien und Amerika bestehen zu können. Die DM ginge durch die Decke, andere europäische Währungen würden stark abwerten und der europäische Binnenmarkt würde zusammenbrechen. Die Schweiz, die immer schon stark auf ihre Unabhängigkeit gepocht hat, erlebt gerade wie schwach man im momentanen Weltgeschehen alleine als Kleiner ist. Sie ist praktisch schuldenfrei und leidet trotzdem massiv unter den derzeitigen Währungsturbulenzen. Der Schweizer Franken geht durch die Decke und zerstört darüber die schweizer Wettbewerbsfähigkeit. Der Franken muss sich an den €uro binden. Die Schweizer Notenbank muss deshalb Schweizer Franken ohne Ende drucken und kauft damit Schulden aus dem €uroland auf um die Bindung praktisch zu erreichen. Diese "Rettungsaktion" der Wettbewerbsfähigkeit kann der Schweiz mal fürchterlich auf die Füße fallen. Die momentane Deflation in der Schweiz kann in eine starke Inflation übergehen und so die Wettbewerbsfähigkeit erneut zerstören. Die Schweiz ist im €uroraum gefangen ohne mitbestimmen zu können, also sie sind in Wirklichkeit nur scheinbar unabhängig und diese scheinbare Unabhängigkeit hat einen hohen Preis.

Die vermeintlichen und die echten Schwierigkeiten in der €urozone haben zu einem starken Geldabfluss geführt. Damit einher geht ein Abbau des US-$ Carry Trade, der wiederum manche Rohstoffe verbilligt. Mancher Geldabfluss war auch ein Erpressungsversuch der Finanzbranche um diverse Vorhaben der €urozone zu verhindern. Dieses Geld könnte jedoch schneller zurück kommen wie mancher es sich vorstellen kann. Letztendlich steht auch die Finanzbranche unter dem Druck Geld verdienen zu müssen. Man muss ihr nicht hinterher rennen. Wie wir alle sehen, haben wir die Feiertage ohne sinnlosen Aktionismus überlebt. Die angeblich drohende große Katastrophe ist ausgeblieben.

Leichtes Rohöl (WTI)
 Schlusskurse vom 30.12.2011

Entwicklung des Rohölpreises

West Texas Intermediate (auch WTI) ist ein leichtes, süßliches Rohöl aus den USA. Durch seinen u. a. geringen Schwefelgehalt eignet es sich besonders für die Mineralöl-Raffinierung und die Herstellung von Benzin. Für Europa ist der Preis der Nordsee-Öl-Sorte Brent Crude maßgeblich. Diese Ölsorte gilt als vergleichbar mit den Sorten aus Arabien und besitzt einen etwas höheren Schwefelgehalt als das nordamerikanische WTI-Öl. Der etwas höhere Schwefelgehalt hat zur Folge, dass Brent Crude Öl eine leicht schlechtere Verarbeitungsqualität als WTI-Öl besitzt. Die Preise für beide Rohölsorten waren, bis zum Beginn 2011, praktisch immer gleich. Es gab nur temporär leichte Abweichungen, üblicherweise überschritt die Differenz kaum zwei Dollar.

Brent Crude und WTI im Verlauf 2011

Der Preisunterschied suggeriert, dass diesseits des Atlantiks Ölmangel geherrscht hätte, jenseits dagegen Überfluss. Es gab das ganze Jahr allerdings keinen Mangel, auf beiden Seiten des Atlantiks. Es gab jederzeit Rohöl im Überfluss. Mit dem Libyenkonflikt sind die Unterschiede auch nicht zu erklären. So groß ist die Fördermenge in Libyen nicht und die Preise liefen schon vorher auseinander und schlossen anschließend noch lange nicht. Hätte man große Unruhen und Förderausfälle in der gesamten arabischen Welt erwartet, hätte es keinen Grund gegeben wieso WTI nicht gleich im Preis gestiegen wäre. Ein derartiger Ausfall hätte alle getroffen. Die Preisunterschiede waren zum Teil wesentlich größer als manche Förderkosten auf der arabischen Halbinsel. Und da sollte sich ein Transport von Nordamerika nach Europa nicht gelohnt haben? Immerhin ist diese Schifffahrtsroute wesentlich kürzer und billiger als diejenige aus dem persischen Golf. Fundamental lassen sich die Unterschiede also nicht erklären, es bleibt nur die Spekulation. Es ist die schiere Spekulation, welche in London noch einfacher als in den USA möglich ist, welche die Preise treibt und so quasi eine angelsächsische Sondersteuer für Europa darstellt. Die Geldpolitik der Notenbanken hat die globale Geldmenge M1 im Vergleich mit dem realwirtschaftlichen Wachstum überproportional vermehrt. Diese Tatsache trägt zusammen mit der zunehmenden "Monetarisierung" der Rohstoffmärkte zum starken Preisauftrieb bei. Die Zahl der Spekulanten nimmt ständig zu. Zu den Anlegern zählen Hedge-Fonds, mit Großbanken verwandt und eigenständig, von denen viele ihre Trendfolgemodelle heiß laufen lassen. Auch Banken und Fondsgesellschaften drücken immer mehr Rohstoff-Anlageprodukte in den Markt, weil sie auf ihre Weise vom Boom profitieren und "Produktions- und Vermittlungsgebühren" kassieren möchten.

Die Analysten Yasunari Inamura, Tomonori Kimata, Takeshi Kimura und Takashi Muto konnten statistisch unter anderem einen eindeutigen Zusammenhang zwischen negativen Realzinsen in weiten Teilen der Welt und steigenden Rohstoffpreisen herstellen. Die spekulativen Impulse ließen sich zudem an der in den vergangenen Jahren stark zugenommenen Anzahl an Terminbörsen offen stehender und gehandelter Kontrakte, vieler neuer Rohstofffonds sowie einer stark zugenommenen Korrelation zwischen Portfolioumschichtungen und dem Preisauftrieb bei Rohstoffen ableiten. Die Preisentwicklung an den Rohstoffmärkten habe sich zumindest in Ansätzen von realwirtschaftlichen Angebots- und Nachfragefaktoren abgekoppelt, erklären sie.

Diese Spekulation ist äußerst risikoreich. Mit der eskalierenden Rohstoffpreisentwicklung wird die Einkommensverteilung zwischen ressourcenreichen und konsumierenden Staaten bedroht. Ferner droht ein Teufelskreis: Steigende Rohstoffpreise treiben weltweit die Inflationsraten an, was immer mehr Anleger dazu verleitet, immer mehr Gelder in diesen Bereich zu investieren, wodurch der Preisauftrieb frische Dynamik nach oben erhält. Mit dem möglichen Schutz gegen Inflation wird diese erst richtig angefeuert. Sogar Großspekulant George Soros fordert Transparenz und Regulierung für diese Märkte.

Dem normalen Bürger will man immer noch weismachen, die Preisentwicklung hätte etwas mit Lieferengpässen, Nachfrage und politischen Spannungen zu tun. Dabei laufen die Lager über. Als der Bürgerkrieg in Libyen ausbrach, war der Lieferstopp Libyens die angebliche Ursache. Nachdem Libyen wieder liefert und demnächst wieder voll liefern wird, gilt das anscheinend nicht mehr. Dagegen bleibt der Ölpreis sehr sensitiv gegenüber der Risikolage. Hat man Angst vor Problemen in der Finanzbranche, sinkt der Preis. Gehen diese Ängste zurück, steigt er schnell wieder an. Er ist also äußerst risikosensitiv und das ist typisch für eine überbordende Spekulation. Und die Politik schaut zu. Dabei wäre die Zurückdrängung der Spekulation auf den Rohstoffmärkten das beste vorstellbare Konjunkturprogramm für die Realwirtschaft.

Manche meinen, diese Spekulation hätte auch gute Effekte. So wäre es ohne den künstlich erzeugten Mangel bei Lebensmittel durch massive Preiserhöhungen nicht zu den Aufständen in Nordafrika und Arabien gekommen. Eventuell hat sie noch weitere positive Effekte und die Tricoteuses (Strickerinnen) können auch in der westlichen Welt bald wieder ein besonderes Schauspiel genießen. Und es gibt keine Unschuldigen in der Finanzbranche. Immerhin verdienen sogar die Volks- und Raiffeisenkassen an der Spekulation auf Lebensmittel und andere Rohstoffe. Friedrich Wilhelm Raiffeisen (1818–1888) würde sich zu Tode schämen wenn er nicht schon so lange tot wäre. Man sollte nicht so naiv sein, dass nur die Spekulation auf Lebensmittel den Hunger fördern würde. Auch die Spekulation auf Rohöl und andere Rohstoffe hat indirekt den gleichen Effekt. So erhöht z.B. teure Energie die Kosten bei der Lebensmittelproduktion erheblich. Wenn man zum Heizen mehr ausgeben muss, bleibt zum Essen weniger übrig. Alternativen? Frieren oder Stricken!

DAX®-Ergebnis
 Schlusskurse vom 16.12.2011

Die Tabelle zeigt die Entwicklung vom DAX® seit der Januarbewertung 2002. Nach den aktuellen Schätzungen schreibt kein Teilnehmer im DAX® Verluste. Deshalb sind KGV(1) und KGV(2) gleich. Alle Berechnungen berücksichtigen das jeweilige Gewicht der Aktien im DAX®.

Ende Januar firmierte die FRESENIUS SE VZ O.ST O.N. in die Gesellschaft FRESENIUS SE+CO.KGAA O.N. um und bis zu diesem Zeitpunkt wurden Vorzugsaktien, die bis dahin im DAX® vertreten waren, in Stammaktien umgetauscht. Das führt zu einem erhöhten Gewicht im DAX® und zu einem liquideren Handel. Ab diesem Zeitpunkt geht deshalb, im Gegensatz zur den vorherigen Bewertungen, die Dividende der Stamm- und nicht der Vorzugsaktien in die Auswertung ein. Damit ändert sich auch der Jahresendkurs 2010 in dieser Bewertung. E.ON AG NA, COMMERZBANK AG O.N. und RWE AG ST O.N. haben im Jahresverlauf Kapitalerhöhungen durchgeführt. Dadurch errechnet sich eine neuer Jahresendkurs 2010. Die Deutsche Börse und die NYSE Euronext wollen fusionieren. Deshalb gibt es ein Tauschangebot des kombinierten Unternehmens Alpha Beta Netherlands Holding N.V.. Aktionäre, die den Umtausch akzeptieren, erhalten für die DEUTSCHE BOERSE NA O.N-Aktien DEUTSCHE BOERSE Z.UMT.. DEUTSCHE BOERSE Z.UMT. ersetzt seit Mai die DEUTSCHE BOERSE NA O.N im DAX®.

DatumDAX®-StandDividenden-
rendite
KGV(f)KGV(1)KGV(2)
16.12.115701,784,48 %15,49,09,0
16.09.115573,514,60 %15,48,28,2
17.06.117164,053,61 %15,410,810,8
18.03.116664,403,11 %15,410,310,3
17.12.106982,452,82 %15,410,910,9
17.09.106209,763,20 %15,411,311,3
18.06.106216,983,24 %15,412,112,0
19.03.105978,223,56 %15,412,712,6
30.12.095957,433,64 %15,413,213,1
25.09.095581,413,89 %15,415,012,9
27.03.094203,556,51 %15,49,19,1
30.12.084810,205,56 %15,48,28,2
26.09.086063,504,28 %15,410,710,6
20.06.086578,443,89 %15,410,910,8
28.12.078067,322,50 %15,412,812,8
22.06.077949,632,53 %15,415,015,0
30.03.076917,032,64 %15,413,313,3
29.12.066596,922,72 %15,414,814,7
22.09.065883,323,03 %15,413,213,0
23.06.065529,743,28 %15,412,512,4
30.12.055408,262,13 %15,412,912,9
23.09.054882,582,31 %15,413,713,6
23.03.054317,201,91 %15,413,313,3
29.12.044247,751,89 %15,413,113,1
23.09.043905,662,06 %15,414,914,9
26.05.043867,522,12 %15,415,315,3
29.12.033952,722,02 %15,416,116,1
25.09.033326,272,40 %15,418,715,9
12.06.033219,472,45 %15,416,814,8
10.04.032697,103,24 %15,413,411,7
27.12.022840,002,93 %15,410,99,8
27.09.022918,902,87 %15,412,911,8
26.07.023579,002,37 %15,415,614,1
26.06.024099,052,07 %15,417,116,2
25.01.025156,332,02 %15,421,819,6
Erläuterungen zur Tabelle finden Sie in den

24 Mitglieder haben dieses Jahr ihre Dividende erhöht. Die Erhöhungen waren zum Teil massiv. Ein Mitglied, die DT.TELEKOM, hat ihre Dividende leicht gesenkt. Nur COMMERZBANK (Anteil am DAX® 1,01 % - hat trotz massiver Kapitalerhöhung inzwischen schon wieder einen erklecklichen Gewichtsanteil eingebüßt) zahlt immer noch keine Dividende. Die Dividendenrendite ist mit 4,48 %, angesichts der Renditen auf dem Anleihe- und Geldmarkt, ungewöhnlich hoch. Die wirtschaftliche Entwicklung war dieses Jahr für die Mehrzahl der DAX®-Mitglieder recht ansprechend und so wird auch im nächsten Jahr mit hohen Dividendenausschüttungen gerechnet:

Dividendenerwartung 2012

Das erste Quartal über war die wirtschaftliche Entwicklung noch fulminant und kühlte dann den Sommer über deutlich ab. Im 4. Quartal ist allerdings ein etwas besseres Wachstum als im 3. Quartal nicht ausgeschlossen. Oft macht die Aktienpreisentwicklung die Nachrichten und beeinflusst stark die Stimmung der börsennahen "Spezialisten". Deshalb wurde gerade in der Finanzbranche schon mit einer Rezession im 3. und 4. Quartal gerechnet. Inzwischen sind sie von einer Rezession in der ersten Jahreshälfte 2012 überzeugt. Die Industriebosse sahen und sehen allerdings bei weitem nicht so schwarz. Immerhin können sie zum Ausgleich der "gemachten" Stimmungslage auch noch einen Blick in die Auftragsbücher werfen. Sollte es wirklich zu einer Rezession kommen, wird sich wohl manche Dividendenprognose nicht bewahrheiten. Läuft es besser als "erwartet" steht wieder ein sehr gutes Dividendenjahr bevor.

Auf Jahressicht veränderte sich der Anteil der 10 größten Aktiengesellschaften am DAX® kaum. Gegenüber der Septemberbewertung legte er stark zu. Er beträgt momentan 67,74 %. LINDE nahm den Platz der BAY.MOTOREN WERKE ein. Das Gewicht der Technologie (DT.TELEKOM + INFINEON TECH. + SAP + SIEMENS = 23,47 %) legte auf Jahressicht deutlich und gegenüber der Septemberbewertung leicht zu. Es beträgt momentan 24,31 %. Der undurchsichtige Finanzsektor (ALLIANZ, COMMERZBANK, DEUTSCHE BANK, DEUTSCHE BOERSE, MUENCH.RUECKVERS.) legte auf Jahressicht und gegenüber der Septemberbewertung leicht zu. Er beträgt momentan 17,11 % und ist immer noch weit von der früheren Größe entfernt. Das gewichtete KGV dieses Sektors beträgt nun 7,01, niedriger als vor einem Jahr und höher gegenüber der Septemberbewertung. In dem gegenüber dem DAX® wesentlich besseren KGV spiegelt sich das Misstrauen der Spekulanten gegenüber der Finanzbranche und das Misstrauen innerhalb der Finanzbranche.

Manche US-amerikanische Großkonzerne schreiben große Gewinne und sind sehr erfolgreich. Dabei fertigen sie hauptsächlich außerhalb den USA und verkaufen auch den Großteil ihrer Produkte außerhalb den USA. Der US-amerikanische Arbeitsmarkt vegetiert vor sich hin und ist nicht in der Lage mit der steigenden Nachfrage nach Arbeitsplätzen mitzuhalten. Im Konsumsektor gibt es immer wieder leichte Erholungen auf niedrigem Niveau, die meistens nicht von Dauer sind. Momentan tut sich der Automobilsektor etwas hervor, auch auf sehr niedrigem Niveau. Richtig wachsen tut in den USA primär die depressive Stimmung und die Nachfrage nach Lebensmittelmarken. Der Hauspreisverfall ist noch nicht zum Stillstand gekommen und immer mehr Gemeinden und Städte machen Pleite oder stehen kurz davor. Alle sind überschuldet, die Union, die Staaten, die Gemeinden und der Konsument. Immer mehr US-Amerikaner sind mit der wachsenden Verschuldung nicht mehr einverstanden und gründen Protestbewegungen. Dieses Jahr sind Präsidentenwahlen. Üblicherweise ist das Vorwahljahr ein sehr gutes und das Wahljahr ein gutes Aktienjahr. Das Vorwahljahr war nicht exzellent gewesen und das Wahljahr steht in den Sternen. Obama wird sich anstrengen müssen.

Die Auftragslage in der deutschen Industrie ist noch gut und vieles spricht dafür, dass die erste Jahreshälfte 2012 nicht so schlecht laufen wird wie allgemein erwartet wird. Von der Finanzfront drohen allerdings immer noch starke Gewitter und die dort vorherrschende Trübsal könnte auf die Realwirtschaft abfärben. Die Wirtschaft könnte nur noch erschwert an neue Kredite kommen weil Banken ihre Bilanz verkürzen wollen und mit dieser Methode ihr Kernkapital erhöhen würden. In Italien, Spanien, Portugal und Irland wird ernstlich gespart, besser gesagt die Neuverschuldung wird reduziert. In Asien läuft die Wirtschaft noch recht ansprechend. Die Lage ist bis jetzt noch nicht so düster wie uns die sogenannte Fachjournaille weismachen will. Die trübe Lage der Finanzbranche entspricht nicht der realen Welt, kann sie allerdings negativ beeinflussen. Die aufgeblasenen Rohstoffpreise bleiben allerdings die wirkliche Gefahr für die Weltwirtschaft. Eine Rezession in 2012 bei uns ist vorstellbar aber alles andere als gesichert.

I/B/E/S hat die Gewinnerwartungen reduziert. Während die Kurse seit unserer Septemberbewertung um insgesamt 2,30 % zulegten, legte das KGV im gleichen Zeitraum um 9,76 % zu. Mit einem KGV deutlich unter 10 ist der DAX® immer noch eindeutig "billig". Es war ein außergewöhnliches Gewinnjahr für die Mehrzahl der DAX®-Teilnehmer. Sogar ein neues Allzeithoch hätte den DAX® im Bereich einer "fairen" Bewertung gelassen. Schlecht wirtschaften primär die Finanzbranche und die Versorger. Die Automobilbranche dagegen brummt - noch! Praktisch alle kontinentaleuropäischen Aktienindizes haben im verflossenen Jahr deutliche Verluste hingelegt, während in den USA die wichtigsten Indizes mindestens ausgeglichen schlossen. Dabei war dort die gesamtwirtschaftliche Entwicklung und die Gewinnlage wesentlich schlechter. Ein Grund lag sicherlich in der bis jetzt erfolgreichen Propagandaoffensive gegen die €urozone. Das führte zu einer großen Flucht der US-Amerikaner aus Europa. Was in 2012, abseits der realen wirtschaftlichen Entwicklung, wie auf die Kurse wirkt, ist schwer vorherzusagen. Sicher scheint, dass sich die Ergebnisse bei den Banken, auch wegen den erhöhten Kernkapitalanforderungen, verschlechtern werden. Wenn man einsteigen will, kann es deshalb besser sein selektiv zuzugreifen als den Index als Ganzes zu kaufen. Jeder muss selbst entscheiden und keiner kennt mit ausreichender Gewissheit die Zukunft.

DAX®-Verlauf
 Schlusskurse vom 30.12.2011

Entwicklung des DAX®

Der überwiegende Anteil des Handels an den Aktienbörsen wird heute maschinell gesteuert. Diese Computersysteme sind im Regelfall in den Börsen installiert, es kommt auf Millisekunden an. Da gibt es die sogenannten HFT-Automaten, welche in der Praxis private Transaktionssteuerautomaten darstellen. Sie mogeln sich in laufende Handelsaktionen ein und verteuern den Handel. Eigentlich stellen sie eine Manipulation dar. Dann gibt es noch die Trendfolgeautomaten, auch Algo-Automaten genannt. Sie versuchen Auffälligkeiten zu erkennen und diese auszunutzen. Man nennt sie Trendfolgeautomaten, weil sie Trendwechsel oft nur sehr schwer und oft verspätet erkennen und in diesen Phasen fleißig Geld verbrennen. Deshalb müssen in diesen Phasen "Richtungshebel oder Austaste" von Menschen bedient werden. Existierende Trends werden von diesen Automaten erheblich verstärkt und können so, gerade im Abstieg die Gefahr von Crash's erheblich erhöhen. Da es technisch unmöglich ist, dass alle Automaten prinzipiell gewinnen, kommt es gerade beim Trendwechsel immer zu größeren Verlusten. Dann werden plötzlich Eigenhandelsabteilungen der Banken geschlossen und man schreibt verschämt größere Summen ab. Zusätzlich gibt es noch die großen Zockerabteilungen in den Investmentbanken und in ihren verschwägerten Hedgefonds menschliche "Pokerspieler". Auch von diesen werden beim Trendwechsel oft manche so stark erwischt, dass die Verluste nicht mehr kaschierbar sind. Dann hat angeblich wieder ein Zocker seine Zuständigkeiten kriminell überschritten. Im Zusammenhang mit Gewinnen werden derartige Verletzungen der Regeln komischerweise nie publik.

Allen größeren Marktteilnehmern ist bewusst, wie eng die Ausgangstür ist durch die man im Ernstfall durch muss. Auch wollen viele kleinere Spekulanten sich gegen größere Verluste absichern und installieren automatische Verkaufsmarken. Zusätzlich werden von den Banken noch viele "Sicherheitsprodukte" verkauft. Alle glauben eben, mit der richtigen Methode mit Aktien (und mit anderen Vermögensklassen) zwangsweise Geld verdienen zu können, was natürlich ein Aberglaube ist. Diese Sicherheitsfanatik erhöht die Brutalität der Trendwechsel, besonders den nach Süden erheblich. So war der Absturz im Sommer der schnellste in der DAX®-Geschichte und wir werden, wenn nicht gegengesteuert (Regulierung) wird, noch wesentlich brutalere Abstürze erleben. Eine Transaktionssteuer wäre sicherlich eine gute Maßnahme gegen die maschinell gesteuerte Manipulation der Börsen.

Die Unruhen im Maghreb taten der Seitwärtsbewegung vom DAX® nur wenig an. Erst die Atomreaktorkatastrophe im März in Japan, ausgelöst durch ein starkes Erdbeben mit Tsunami, verunsicherte die Spekulanten und produzierte einen ersten deutlicheren Absturz. Von dem erholte man sich relativ schnell und bewegte sich seitwärts in den Sommer. Die gesamte Zeit über verdichtete sich der Streit um die Erhöhung der Schuldengrenze im US-Kongress. Mit der Einigung und gleichzeitig schlechten Daten von der Wirtschaftsfront leitete sich ein starker Trendwechsel nach Süden ein. Die Abstufung der US-amerikanischen Staatsschulden durch Ratingagentur Standard & Poor's von AAA nach AA+ beschleunigte den Abstieg. Die bei der Anhebung der Schuldengrenze zwischen Regierung und Kongress verabredeten Sparziele reichten nicht aus, teilte S&P zur Begründung mit. Ende August verdichtete sich die Einsicht, dass in Europa die Schuldenkrise nicht wie in den USA durch Gelddrucken der Notenbank gelöst wurde - ein Affront gegen die angelsächsische Finanzideologie. Auch die weiteren Lösungsansätze für die €urokrise erweckten in der Finanzbranche keine Freude. Seit dem massiven Absturz gibt es dünne Erholungsversuche.

Werden wir weiter nach Süden marschieren oder steht eine deutliche Erholung an? Das weiß letztendlich keiner und deshalb auch baer45 nicht. Wird die Wirtschaft deutlich abkühlen oder nicht und wird das auch von den Aktienmärkten antizipiert werden? Dann gibt es nicht wenige zusätzliche Ereignisse, welche den DAX® stark beeinflussen können. Hier eine kleine Auswahl:

  1. Wird der Einigungsprozess in der €urozone Fortschritte machen oder erst mal groß ins Stottern kommen?
  2. Geht Griechenland unkoordiniert Pleite, einhergehend mit großen Turbulenzen in der Finanzbranche? Auch andere Staaten außerhalb der €urozone können Pleite gehen und große Turbulenzen erzeugen. Ungarn wäre z.B. ein Kandidat.
  3. Wird die eine oder andere Großbank Pleite gehen?
  4. Destabilisiert sich die Welt weiter und es kommt zu größeren Konflikten? Immerhin droht ein Wirtschaftskrieg und ein heißer Konflikt mit dem Iran.
  5. Kommt es wirklich zu der von vielen befürchteten weltweiten Rezession die zu weiteren Problemen bei manchen Schwachen und Kranken führen würde?
  6. Die Währungsmärkte können jetzt, aber auch erst in 10 Jahren oder zu einem anderen Zeitpunkt, für einen Zusammenbruch des Finanzsystems sorgen. Bis jetzt sieht es auf diesem Felde eher nach Krieg als nach kooperativen Verhinderungsaktionen aus.
  7. ... .. .

Entscheiden sie selbst wie es weiter geht und richten sie ihre Aktivitäten danach aus. Oft kommt es nicht so schlimm wie es am Horizont droht. Manchmal kommt überraschend ein starkes negatives Ereignis mit dem keiner gerechnet hatte.

Renditen im DAX® bei langfristiger Anlage
 Schlusskurse vom 30.12.2011

Im Mai 2004 beschäftigten wir uns das erste Mal ausführlich mit der Problematik der langfristigen Spekulation. Seitdem führen wir unsere Tabelle bezüglich Renditen bei langfristigen DAX®-Anlagen weiter und erweitern sie um einen virtuellen Ausstieg am 30.12.2011 (Tagesschlusskurs). Der Einstiegszeitpunkt war jeweils am Jahresanfang:

Einstiegsjahr:1960196519701975198019851988 (*)19901995200020052010
Rendite p. a. in % 
Ausstieg: 27.12.02: 
4,514,774,677,14 7,917,077,213,513,98-25,15-,---,--
Rendite p. a. in % 
Ausstieg: 29.12.03: 
5,195,545,558,11 9,058,568,975,727,40-12,54-,---,--
Rendite p. a. in % 
Ausstieg: 29.12.04: 
5,245,585,618,09 8,998,508,885,837,40-8,85-,---,--
Rendite p. a. in % 
Ausstieg: 30.12.05: 
5,686,076,168,67 9,659,349,847,079,09-3,6326,32-,--
Rendite p. a. in % 
Ausstieg: 29.12.06: 
6,006,596,569,06 10,089,8810,457,8910,11-0,3324,09-,--
Rendite p. a. in % 
Ausstieg: 28.12.07: 
6,326,776,959,44 10,5010,3911,008,6511,002,2623,51-,--
Rendite p. a. in % 
Ausstieg: 30.12.08: 
5,075,365,357,50 8,177,597,775,276,17-3,702,90-,--
Rendite p. a. in % 
Ausstieg: 30.12.09: 
5,425,745,787,94 8,668,208,456,137,27-1,246,79-,--
Rendite p. a. in % 
Ausstieg: 30.12.10: 
5,625,966,028,16 8,898,498,776,587,800,228,2814,40
Rendite p. a. in % 
Ausstieg: 30.12.11: 
5,185,475,477,46 8,067,537,685,516,33-1,124,65-1,25
(*): DAX®-Gründung; vorherige Werte sind simuliert.
Basis: jeweils 1. Tagesschlusskurs des Einstiegsjahres (Ausnahme Gründungszeitpunkt 1988 0.00 Uhr: 1000)
ACHTUNG: Die ausgewiesene Rendite ist immer ein Zinseszins! Gilt auch für negative Renditen.

Es ist ersichtlich, dass der Einstiegs- und der Ausstiegszeitpunkt auch bei der langfristigen Anlage nicht unerheblich ist. Das Gegenteil behaupten nur Verkäufer von Finanzprodukten. Sie wollen ihren Laden nicht immer wieder schließen müssen. Dann gibt es noch viele geistig Minderbemittelte die deren Verkaufsargumente einfach nachplappern. Es ist auch empfehlenswert temporär überhaupt keine Aktien zu besitzen. Das kann die Rendite erheblich heben (Michael O'Higgins). Ein akzeptables "Timing" ist und bleibt das A und O der Aktienanlage.

Rangfolge - Dividendenstrategie (Burr/Graham)
 Schlusskurse vom 16.12.2011

Die Kandidaten:

Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht genießen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die Lektüre von Bärische Warnungen unter Strategien.

RangCodeNameDividendenrendite
1RWERWE AG ST O.N.13,33 %
2EOANE.ON AG NA9,28 %
3DTEDT.TELEKOM AG NA7,78 %
4MUV2MUENCH.RUECKVERS.VNA O.N.6,91 %
5LHALUFTHANSA AG VNA O.N.6,72 %
6ALVALLIANZ SE VNA O.N.6,18 %
7DPWDEUTSCHE POST AG NA O.N.5,84 %
8DAIDAIMLER AG NA O.N.5,82 %
963DUDEUTSCHE BOERSE Z.UMT.5,14 %
10MEOMETRO AG ST O.N.4,83 %

Die Bewerber:

RangCodeNameDividendenrendite
11BASBASF SE NA O.N.4,25 %
12SIESIEMENS AG NA3,78 %
13BAYNBAYER AG NA3,33 %
14MANMAN SE ST O.N.3,20 %
15SDFK+S AG NA O.N.2,95 %

Anleger in andere Varianten der Dividendenstrategie, können sich diese sehr einfach aus obigen Tabellen zusammenstellen. "Top 12" entspricht Rang 1 bis 12. "Top 5" entspricht Rang 1 bis 5.

Rangfolge - Dogs of the ... - Low Five (O'Higgins)
 Schlusskurse vom 16.12.2011

Die Kandidaten:

Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht genießen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die Lektüre von Bärische Warnungen unter Strategien.

RangCodeNameKurs
1LHALUFTHANSA AG VNA O.N.8,927
2DTEDT.TELEKOM AG NA9,000
3DPWDEUTSCHE POST AG NA O.N.11,130
4EOANE.ON AG NA16,160
5RWERWE AG ST O.N.26,250

Die Bewerber:

RangCodeNameKurs
6MEOMETRO AG ST O.N.27,950
7DAIDAIMLER AG NA O.N.31,775
863DUDEUTSCHE BOERSE Z.UMT.40,895

Rangfolge nach Gewicht
 Schlusskurse vom 16.12.2011

RangCodeNameGewicht
1SIESIEMENS AG NA9,96 %
2BASBASF SE NA O.N.9,62 %
3SAPSAP AG O.N.7,70 %
4BAYNBAYER AG NA7,55 %
5ALVALLIANZ SE VNA O.N.6,66 %
6EOANE.ON AG NA6,24 %
7DAIDAIMLER AG NA O.N.5,77 %
8DTEDT.TELEKOM AG NA5,38 %
9DBKDEUTSCHE BANK AG NA O.N.5,05 %
10LINLINDE AG O.N.3,81 %

Einzelergebnisse 2011
 Schlusskurse vom 30.12.2011

Rang Gesellschaft Kurs am
30.12.2010
Kurs am
30.12.2011
Dividende Ergebnis
1 MERCK KGAA O.N. 59,850 77,030 1,25 30,79%
2 FRESEN.MED.CARE KGAA ST 43,232 52,500 0,65 22,94%
3 FRESENIUS SE+CO.KGAA O.N. (**) 62,750 71,480 0,86 15,28%
4 E.ON AG NA (*) 16,430 16,670 1,50 10,59%
5 SAP AG O.N. 38,100 40,850 0,60 8,79%
6 BEIERSDORF AG O.N. 41,525 43,820 0,70 7,21%
7 ADIDAS AG NA O.N. 48,890 50,260 0,80 4,44%
8 LINDE AG O.N. 113,550 114,950 2,20 3,17%
9 DT.TELEKOM AG NA 9,655 8,865 0,70 -0,93%
10 DEUTSCHE POST AG NA O.N. 12,700 11,880 0,65 -1,34%
11 HENKEL AG+CO.KGAA VZO 46,535 44,590 0,72 -2,63%
12 VOLKSWAGEN AG VZO O.N. 121,400 115,750 2,26 -2,79%
13 BASF SE NA O.N. 59,700 53,890 2,20 -6,05%
14 BAYER AG NA 55,300 49,400 1,50 -7,96%
15 BAY.MOTOREN WERKE AG ST 58,850 51,760 1,30 -9,84%
16 MUENCH.RUECKVERS.VNA O.N. 113,450 94,780 6,25 -10,95%
17 ALLIANZ SE VNA O.N. 88,930 73,910 4,50 -11,83%
DAX 6914,190 5898,350 -14,69%
18 INFINEON TECH.AG NA O.N. 6,963 5,816 0,10 -15,04%
19 SIEMENS AG NA 92,700 73,940 2,70 -17,32%
20 DEUTSCHE BOERSE Z.UMT. (***) 51,800 40,510 2,10 -17,74%
21 MAN SE ST O.N. 88,990 68,700 2,00 -20,55%
22 DEUTSCHE BANK AG NA O.N. 39,100 29,435 0,75 -22,80%
23 DAIMLER AG NA O.N. 50,730 33,920 1,85 -29,49%
24 HEIDELBERGCEMENT AG O.N. 46,900 32,790 0,25 -29,55%
25 K+S AG NA O.N. 56,360 34,920 1,00 -36,27%
26 RWE AG ST O.N. (*) 49,733 27,150 3,50 -38,37%
27 LUFTHANSA AG VNA O.N. 16,355 9,185 0,60 -40,17%
28 THYSSENKRUPP AG O.N. 30,985 17,725 0,45 -41,34%
29 METRO AG ST O.N. 53,880 28,200 1,35 -45,16%
30 COMMERZBANK AG O.N. (*) 4,443 1,303 0,00 -70,67%
(*): Wegen der Ausgestaltung einer Kapitalerhöhung reduzierte sich der Vorjahresschlusswert.
(**): Mit der Wandlung der Vorzüge in Stammaktien reduzierte sich der Vorjahresschlusswert auf den der Stammaktie.
(***): Austausch wegen der angestrebten Fusion mit NYSE Euronext
Der Vorjahresschlusskurs ist hier von der Vorgängeraktie DEUTSCHE BOERSE NA O.N.

Wenn man die Finger von der Finanzbranche gelassen hätte, wäre es möglich gewesen unseren Index zu schlagen und trotzdem mit Verlust abzuschließen. Beim Kauf des Index wären die Verluste garantiert gewesen. Dabei war die wirtschaftliche Entwicklung sehr gut gewesen und die Gewinne außergewöhnlich hoch. Wie so oft hat der Markt diese Entwicklung nicht vorweg genommen, er hat sie einfach nur verpennt. Es reicht eben nicht bei der Abschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung richtig zu liegen, man muss auch das politische und finanztechnische Umfeld richtig einschätzen. Und etwas Glück braucht man immer!

Kurzer Blick auf den Chart
 Schlusskurse vom 30.12.2011

Kursindex DAX® und Preisindex S&P500 in 2011

Die wirtschaftliche Entwicklung war in Deutschland um Welten besser als in den USA und die Firmenergebnisse waren im Schnitt auch besser, die Dividendenzahlungen sowieso. Trotzdem liefen die US-Aktien deutlich besser. Der breit aufgestellte S&P500 trat praktisch auf der Stelle während der DAX® um fast 15 % nachgab. Maßgeblich daran war die Flucht vieler Investoren aus Europa, zu verdanken der erfolgreichen Propaganda gegen Europa. Viele andere europäische Aktienindizes haben noch wesentlich schlechter als der DAX® abgeschnitten. In Frankreich gab der CAC40 um 16,95 % nach. In London sank der FTSE100 um 5,55 % Mit am schlechtesten schnitt der hochvolatile österreichische ATX ab. Er verlor annähernd 35 %.

In den USA lief es 2011 wesentlich besser als in vielen anderen Teilen der Welt. Der älteste und wohl berühmteste Aktienindex der Welt – der Dow Jones Industrial Average (DJIA) – verteuerte sich auf Jahressicht um 5,53 %. Der S&P500 - der maßgebliche und breite US-Aktienindex - trat aufs Jahr gesehen mit einem Rückgang von nur 0,04 % quasi auf der Stelle. Das war der geringste Ausschlag seit 1947. Während Aktien aus den Bereichen Healthcare, Konsum und Versorgung am stärksten stiegen, waren die Banken die größten Verlierer. Im DJIA stach McDonald’s mit +31 % als größter Kursgewinner hervor, während Bank of America mit -58 % der größte Verlierer war. Die US-Staatsanleihen waren die erfolgreichste Anlageklasse in den USA. So stiegen die Kurse der 30-jährigen Staatsanleihen um 35 % und die 10-jährigen um 17 %. Die Notenbank Fed hat, nachdem sie mit den Rückläufen aus den QE-Aktionen primär Staatsanleihen mit langer Restlaufzeit aufgekauft hat, nachgeholfen. Ein Übriges tat die aufgebauschte Panik um die €urozone. Berücksichtigen muss man zusätzlich die Kursverluste des €uros von 3,2 % zum US-$ auf Jahressicht.

Der größte Profiteur von der aufgebauschten €urokrise waren die USA. Sie waren die wirklich große Fluchtburg aller Ängstlichen und es waren vor allem die US-Amerikaner selbst, die massiv Geld aus dem Ausland nach Hause holten. Letzteres zeugt nicht von realer US-Stärke. Wie lange dieses Ablenkungsspiel noch funktionieren wird, ist schwer abzuschätzen, das erste Halbjahr 2012 sicherlich noch. Aber das ist nicht so schlimm. Wichtiger ist, dass die Politik die Finanzbranche an die Ketten legt, ernsthaft die Neuverschuldung zurück dreht und glückliche Umstände die ganz große Katastrophe verhindern. Sehr wahrscheinlich wird auch 2012 sehr turbulent werden.

baer45 wünscht allen Lesern viel Glück bei ihren Spekulationen im Neuen Jahr
 

Analysten-Prognose: So wird 2012

Und weil es immer wieder so lustig ist, wieder einmal Prognosen der Finanzinstitute (Quelle: Handelsblatt). Alle Prognosen beziehen sich auf den Jahresendstand 2012. Da sie für 2011 zu optimistisch waren, halten sich heute die meisten zurück.

Institut DAX®-Stand
in Punkten
Rendite 10-jähriger
Bundesanleihen in %
Preis des €uros
in US-$
Baader Bank68002,501,30
Bank Julius Bär67002,251,46
Bank Sarasin68003,001,35
Bankhaus Lampe72002,501,38
Bayerische Landesbank66002,401,45
Berenberg Bank70003,201,40
Bethmann Bank62002,251,35
BHF-Bank63502,401,30
BNP Paribas64002,401,40
Citi70001,501,26
Commerzbank64002,401,25
DekaBank65002,601,40
Deutsche Bank66003,001,35
DZ Bank66002,001,40
Ellwanger & Geiger62002,851,23
Fürst Fugger Privatbank62502,651,22
Haspa62503,001,30
Hauck & Aufhäuser63002,701,35
Helaba70002,801,45
HSBC Trinkaus57002,601,44
JP Morgan68502,001,38
LBBW65002,501,30
M.M.Warburg & Co.60002,501,25
National Bank70002,401,30
Natixis65002,201,35
Nomura7600k.A.1,25
NordLB61002,701,25
Postbank72502,501,25
Royal Bank of Scotland73801,601,37
Santander Cons. Bank65002,801,35
Société Générale55002,101,30
Syz & Co.65002,501,25
UBS63002,401,25
VP Bank66002,351,30
West LB66002,701,40
WGZ-Bank66002,301,30

Durchschnitt

6573

2,47

1,33


Sehr selten treffen die Vorhersagen der Banken ein. Es ist also nicht unwahrscheinlich, dass es entweder wesentlich besser oder schlechter laufen wird. Sehr wahrscheinlich ist dagegen, dass es die WEST LB nicht mehr geben wird und die Ergebnisse sich im Finanzbereich weiter verschlechtern werden.

"Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen."
(zugeschrieben Karl Valentin, Mark Twain, Winston Churchill u.a.)
 

Handelskalender 2012

An der FWB® Frankfurter Wertpapierbörse wird im Jahr 2012 von Montags bis Freitags außer am 6. April (Karfreitag), 9. April (Ostermontag), 1. Mai (Tag der Arbeit), 24. Dezember (Heiligabend), 25. Dezember (1. Weihnachtstag), 26. Dezember (2. Weihnachtstag) und am 31. Dezember (Silvester) gehandelt. Der Handel auf Xetra® für den DAX® läuft von 9 bis 17.30 Uhr. In Xetra® findet die Eröffnungsauktion bereits ab 8.50 Uhr statt; die Schlussauktion ab 17.30 Uhr.


Nach Oben auf dieser Seite. Impressum. baer45: DAX®