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Gier frisst Hirn

02.01.2009: DAX®-Bewertungen

Bewertung zum 30.12.2008

Viel Glück im neuen Jahr!

Eine außergewöhnlich lange Phase der weltweiten wirtschaftlichen Prosperität wurde dieses Jahr abrupt unterbrochen. Angeblich war die Globalisierung der Antreiber dieser positiven Entwicklung gewesen. In Wirklichkeit wurde die wirtschaftliche Entwicklung zu einem immer größeren Teil auf Pump vorangetrieben. In der Verschuldungskrise (Immobilien, Banken, Versicherungen, Fonds, Firmen, Verbraucher) fand diese Entwicklung durch eine immer weiter ansteigende Risikoaversion ihr Ende. Mittels Unmengen an kreditgetriebenen Spekulationen waren alle Anlageklassen nach Norden getrieben worden. Die dadurch explodierenden Rohstoff-, Energie- und Lebensmittelpreise trieben die Inflation an und schockten die Verbraucher. Das übermütige Spiel ging zu Ende. Die Angst um das Ersparte, die Inflation und die Breite der Krise erzeugten einen einmaligen Filmriss in der weltweiten wirtschaftlichen Entwicklung und packten zu der Verschuldungskrise eine Konjunkturkrise hinzu. Nach fünf aufeinander folgenden Jahren, in denen die Aktienkurse nur stiegen, ging es ab in den Süden und die reale Welt strafte wieder einmal die Prognosen der Analysten als Phantastereien ab. Der DAX® büsste 40,37 % ein, das zweitschlechteste Jahresergebnis in seiner Geschichte. Seit unserer letzten Bewertung Ende September betrug der Verlust 20,67 %. Er schlug sich damit besser als viele seiner internationalen Konkurrenten. Die Stimmung ist trotz düsterer Aussichten noch respektabel. 45% Bullen stehen 33% Bären gegenüber (Quelle: Cognitrend). Allerdings ist weder die Bankenkrise noch die Konjunkturkrise bewältigt. Die Banken- und generell die Verschuldungskrise werden uns noch einige Zeit begleiten. 2009 wird ein weiteres schlimmes Jahr für die Finanzinstitute werden. Der konjunkturelle Abstieg hat gerade erst begonnen. Noch immer keine guten Aussichten für Aktien.

Ausgangsdaten

Basis sind die Xetra®- Schlusskurse vom 30.12.2008. Die Kurse und das jeweilige Gewicht einer Aktie im DAX® sind von der Deutschen Börse. Die Dividenden mit denen die berechnet wird, das aktuelle (Basis: Schätzungen Thomson Financial von Ende 2008) der Aktien und die sind aus der Süddeutschen Zeitung. Die DAX®-Bewertung wird gewichtet ausgeführt ( siehe ). D.h., eine Aktie mit sehr großer Marktkapitalisierung geht stärker in das Ergebnis ein als eine Aktie mit einer weit geringeren Marktkapitalisierung. Seit dem 24.06.2002 wird dabei nur noch der sogenannte frei handelbare Anteil berücksichtigt. Dieser Anteil wird regelmäßig überprüft und verändert damit ebenso wie der Kurs das Gewicht der Aktie im DAX®. Weitere Regeländerungen bezüglich Gewichtung und frei handelbarem Anteil gab es im Oktober und November 2008. Verwerfungen, wie sie durch die Marktengpässe von Stammaktien der VOLKSWAGEN AG erzeugt wurden, sollen zukünftig vermieden werden.

CodeNameISINKursDividendeKGVGewicht
1ADSADIDASDE000500340427,1400,5081,19 %
2ALVALLIANZ DE000840400575,0005,5057,68 %
3BASBASF DE000515100527,7301,9585,76 %
4BMWBAY.MOTOREN WERKEDE000519000321,6101,06121,57 %
5BAYBAYER DE000575200041,5501,35107,18 %
6BEIBEIERSDORFDE000520000042,0000,70180,77 %
7CBKCOMMERZBANKDE00080320046,6401,0031,00 %
8DAIDAIMLERDE000710000026,7002,0095,38 %
9DBKDEUTSCHE BANKDE000514000827,8304,5043,59 %
10DB1DEUTSCHE BOERSEDE000581005550,8002,1092,24 %
11DPWDEUTSCHE POSTDE000555200411,9100,90102,26 %
12DPBDEUTSCHE POSTBANKDE000800100915,5001,2540,29 %
13DTEDT.TELEKOMDE000555750810,7500,78137,24 %
14EOAE.ON DE000761440628,4401,37810,38 %
15FMEFRESEN.MED.CAREDE000578580233,3100,54111,41 %
16HEN3HENKELDE000604843222,5900,53100,91 %
17IFXINFINEON TECH.DE00062310040,9600,0050,16 %
18SDFK+S DE000716200039,9700,5051,18 %
19LINLINDE DE000648300159,8501,70102,28 %
20LHALUFTHANSA DE000823212511,1901,25111,16 %
21MANMAN DE000593700738,7203,1560,86 %
22MRKMERCKDE0006599905 64,5101,20+2,00100,94 %
23MEOMETRO DE000725750328,5701,1890,71 %
24MUV2MUENCH.RUECKVERS.DE0008430026111,0005,5085,18 %
25RWERWE DE000703712963,7003,1595,86 %
26SZGSALZGITTERDE000620200555,0003,0050,47 %
27SAPSAP DE000716460025,2400,50134,98 %
28SIESIEMENS DE000723610152,6801,6089,72 %
29TKATHYSSENKRUPPDE000750000118,9601,3051,43 %
30VOWVOLKSWAGEN DE0007664005250,0001,80276,22 %
MERCK leistete neben der Dividendenzahlung auch noch eine Sonderzahlung

Im Laufe des Jahres wurde der DAX® zweimal umgestellt. Die TUI musste den DAX® wegen einer zu geringen Marktkapitalisierung verlassen und wurde am 22.09.2008 durch K+S ersetzt. Auch HYPO REAL ESTATE verließ am 22.12.2008 aus gleichen Gründen den Index. CONTINENTAL fiel am gleichen Tage den neuen Regeländerungen zum Opfer. Sie wurden durch BEIERSDORF und SALZGITTER ersetzt. Auch nächstes Jahr drohen Umstellungen. INFINEON TECH. sinkt immer weiter in der Marktkapitalisierung ab. PORSCHE will VOLKWAGEN übernehmen. Die jetzige Bewertung ist sowohl die übliche Bewertung zum Jahresende, als auch durch die Umstellung begründet.

Umlaufrendite, €/US-$ und Rohölpreis

Entwicklung der Umlaufrendite in 2008

Mit dem Hoch im Sommer 2007 wurde die Verschuldungs- und Bankenkrise immer deutlicher. Die Risikoaversion nahm zu und der Weg in die Sicherheit begann. Staatsanleihen waren gefragt und die Umlaufrendite sank. Zum Jahresende 2007 keimte verfrühter Optimismus auf und im Sommer 2008 schien die Welt wieder in Ordnung. Manche sahen schon Ende 2007 Licht am Ende vom Tunnel, u. a, auch ein Bankenvorstand - wen wunderts?! Im Laufe des Sommers 2008 wurde die Lage im Bankenbereich immer kritischer und Mitte September liess man die große US-Investmentbank Lehman Brothers über die Wupper gehen. Die Angst explodierte und das Weltfinanzsystem stand vor dem Zusammenbruch. Alles flüchtete in die Sicherheit und die Staaten spannten Rettungsschirme auf (Bankgarantien, Einlagengarantien. Anleihegarantien). Es wurde nur noch dem Staat vertraut. Ihm wurden seine Anleihen förmlich aus den Fingern gerissen. Die Umlaufrendite machte sich, begleitet von Leitzinssenkungen, ab in den Keller. Staatsanleihen mit längeren Restlaufzeiten waren damit dieses Jahr eine exquisite Anlage. Die Kurse explodierten. Weitere Kurssteigerungen sind denkbar. Die Zentralbanken strengen sich an, ein noch niedrigeres Zinsniveau zu erreichen. Dem gegenüber stehen in 2009 massive Neuverschuldungen in allen Industriestaaten und damit große Neuemissionen von Staatsanleihen. Sie könnten die Renditen nach Norden treiben. Andere wieder rechnen mit einer längeren Deflationsphase in den USA und glauben nicht an den Erfolg bei der Reflationierung durch die Notenbanken. Da keiner in die Zukunft schauen kann sollte man einfach absprungbereit sein respektive beim Erreichen von unsinnig niedrigeren Renditen in andere Formen/Laufzeiten umschichten. Die Phase der sehr geringen Preisentwicklung kann schnell zu Ende gehen und durch eine etwas heftigere Inflationsphase abgelöst werden. Von ihrem Jahreshoch im Juli mit 4,78% fiel die Umlaufrendite bis zu ihrem Tief Ende des Jahres um 192 Basispunkte auf 2,86%.

Entwicklung der Leitzinsen seit 2000

Angesicht der ausufernden Inflation hatte die EZB noch am 9. Juli 2008 den Leitzins (Mindestbietungssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte des €urosystems) um 25 Basispunkte auf 4,25 % erhöht. Mit dem Stillstand der internationalen Finanzmärkte, nachdem einige Wahnsinnige in den USA die US-Investmentbank Lehman Brothers als Erziehungsmaßnahme Pleite gehen ließen, folgten seit unserer letzten Bewertung Ende September in rascher Abfolge drei Leitzinssenkunen. Seit dem 4. Dezember beträgt der Mindestbietungssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte des €urosystems nun 2,50 % (für Spitzenrefinanzierungsfazilität 3,00 % und für die Einlagefazilität 2,00 %). Der US-Leitzins (Funds Rate) liegt, nach drei weiteren Zinssenkungen durch den Federal Open Market Committee (FOMC) der US-Notenbank im gleichen Zeitraum, bei 0,00 bis 0,25% (die Discount Rate bei 0,50%). Trotzdem kommt der Interbankenmarkt noch immer nicht richtig ans Laufen. Die Banken leihen sich lieber Geld von der EZB und hinterlegen ihre überschüssige Liquidität über Nacht bei der EZB. Die Spitzenrefinanzierungsfazilität gehört also deutlich erhöht und die Einlagefazilität nahe 0 % angesiedelt. Sicherlich gab es wegen dem maroden Bankensystem Angst derartige Maßnahmen zu ergreifen. Zwischenzeitlich sind die Banken vom Staat garantiert und man sollte obige Veränderungen durchführen. In den USA hat die Notenbank bezüglich der Steuerung mittels Zinssätzen ausgespielt. Sie will jetzt zum "Quantitative Easing", dem massiven Aufkaufen aller möglichen Wertpapiere - also richtiges Gelddrucken - übergehen. Man will z.B. auch mit dieser Methode die Rendite der Staatsanleihen auf ein sehr niedriges Niveau bringen. In Japan hat dies nicht funktioniert und wurde wieder unterbrochen. Jetzt will man sie wieder aufnehmen. Dahinter steht die Angst vor einer längeren und tieferen Rezession mit Deflation, die in eine große Depression abgleiten könnte. Der unbändige Wille, eine Deflation zu vermeiden könnte zu einem Krach im Währungssystem führen und in einer großen Inflation enden. Schon in der Vergangenheit hatte man die Zinsen zu tief gesenkt und zu lange auf dem Tiefpunkt belassen. Dies hat mit dazu beigetragen die Blase zu erzeugen, deren Platzen wir gerade erleben. Kommt die nächste Blase noch schneller und erzeugt deren Platzen noch größere Schäden?
 
Trotz sehr niedrigen Renditen bei Staatsanleihen zahlen bei uns die Banken für kurzfristiges Geld noch schöne Zinsen. Sie haben einen riesigen Bedarf an Liquidität. Die Tageszinsen liegen aktuell bei 3 bis 5 %, Festgelder in einem 6-Monatsbereich erreichen teilweise noch 4,5 %. Zahlt Ihre Bank weniger? Wenn ja, tragen Sie Ihre Gelder zur Konkurrenz! Der Finanzminister profitiert stark von der Krise. Seine dieses Jahr neu aufgelegte Tagesgeldanleihe zahlt aktuell bei absoluter Sicherheit 2,07%. Die Renditen bei Bundesschatzbriefen sind weiter gesunken. Sie betragen momentan beim Typ A (6 Jahre) 2,43 % und beim Typ B (7 Jahre) 2,64 %. Die Zinsen werden wahrscheinlich auf mittlere Sicht weiter sinken.

Umlaufrenditen und €/US-$
Diese Tabelle dokumentiert die Entwicklung seit unserer ersten Bewertung bezüglich Umlaufrendite (Anleihen, Obligationen sowie Schatzanweisungen des Bundes, seiner Sondervermögen und der Treuhandanstalt) und dem Verhältnis des € zum US-$ zum jeweiligen Bewertungsstichtag.
 
Datum Insgesamt 3-5 Jahre 5-8 Jahre 8-15 Jahre 15-30 Jahre 1 € in US-$
30.12.08 2,86 % 2,26 % 2,60 % 2,91 % 3,73 % 1,407
26.09.08 4,24 % 3,94 % 4,09 % 4,18 % 4,80 % 1,458
20.06.08 4,74 % 4,75 % 4,72 % 4,66 % 4,81 % 1,563
28.12.07 4,34 % 4,16 % 4,24 % 4,34 % 4,66 % 1,472
22.06.07 4,64 % 4,55 % 4,61 % 4,62 % 4,81 % 1,346
30.03.07 4,08 % 4,01 % 4,02 % 4,03 % 4,24 % 1,336
29.12.06 3,96 % 3,91 % 3,93 % 3,94 % 4,09 % 1,320
22.09.06 3,69 % 3,58 % 3,63 % 3,68 % 3,92 % 1,278
23.06.06 3,97 % 3,73 % 3,90 % 4,01 % 4,34 % 1,251
30.12.05 3,22 % 3,00 % 3,14 % 3,25 % 3,57 % 1,183
23.09.05 2,88 % 2,44 % 2,74 % 2,97 % 3,50 % 1,208
23.03.05 3,49 % 3,00 % 3,39 % 3,66 % 4,16 % 1,298
29.12.04 3,41 % 2,88 % 3,27 % 3,57 % 4,22 % 1,359
23.09.04 3,70 % 3,10 % 3,56 % 3,89 % 4,55 % 1,226
26.05.04 3,97 % 3,29 % 3,83 % 4,25 % 4,95 % 1,211
29.12.03 3,94 % 3,30 % 3,86 % 4,20 % 4,87 % 1,248
25.09.03 3,77 % 3,08 % 3,62 % 4,00 % 4,64 % 1,149
12.06.03 3,27 % 2,47 % 2,98 % 3,48 % 4,48 % 1,177
10.04.03 3,94 % 3,30 % 3,86 % 4,20 % 4,87 % 1,077
27.12.02 3,93 % 3,26 % 3,78 % 4,17 % 4,86 % 1,041
27.09.02 4,12 % 3,57 % 4,00 % 4,30 % 4,92 % 0,980
26.07.02 4,52 % 4,07 % 4,48 % 4,70 % 5,16 % 0,985
26.06.02 4,73 % 4,34 % 4,65 % 4,87 % 5,21 % 0.980
25.01.02 4,74 % 4,37 % 4,71 % 4,90 % 5,27 % 0,865

Viele US-Großbanken haben das rettende Ufer noch nicht erreicht. Wahrscheinlich werden etliche als Zombiebanken ihr weiteres Leben fristen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass US-Staatsanleihen mit kurzen Laufzeiten zeitweise negativ rentierten. Das Misstrauen ist riesig. Momentan erhält man in den USA für Tagesgelder 0,63 %. US-Staatsanleihen (Treasury Note) rentieren bei 2 Jahren mit 0,75 %, bei 5 Jahren mit 1,47 %, bei 10 Jahren mit 2,09 % und bei 30 Jahren mit 2,57 %. Die Renditen liegen weiterhin deutlich unter denen im €uroraum und sind der US-Notenbank immer noch zu hoch. Sie will noch niedrigere Zinsen am langen Ende und ist auch bereit in die Märkte einzugreifen. Verfallende Renditen gehen bekanntermaßen mit steigenden Kursen einher. Eine Investition in 10-jährige US-Staatsanleihen hatte schon in 2007 ein deutlich besseres Ergebnis (Total Return) als eine Investition in den DJIA oder S&P500 abgeliefert. Auch im Jahr 2008 waren in den USA Staatsanleihen die bessere Spekulation und es könnte auch noch 2009 so werden. In der Schweiz rentieren 10-jährige Staatsanleihen momentan mit 2,04 %. Eine ganz andere Welt ist Japan - ein nicht unwahrscheinliches Szenario für die USA. Die Rendite für 10-jährige Staatsanleihen ist dort auf 1,17 % gefallen.

Entwicklung des Verhältnisses €/US-$ in 2008

Der US-$ verlor kontinuierlich bis Ende April an Wert. Zu diesem Zeitpunkt kostete der €uro kurzzeitig 1,60 $. Den Sommer über verharrte das Währungspaar in diesem Bereich. Ende Juli wurde die Lage im Bankensektor immer kritischer. Die Angst stieg an und der Bedarf an Liquidität wurde täglich größer. Alle kreditfinanzierten Spekulationen in allen Anlageklassen begannen zusammen zu brechen. Der explodierende Bedarf an Liquidität wegen immensem Abschreibungsbedarf führte zu einer immer strengeren Kreditvergabe und zu Kreditverweigerungen. Es startete das große "Deleverage":
 
Der Versuch einer Gesellschaft, ihr finanzielles Verhältnis von Fremd- zu Eigenkapital [financial leverage] zu verringern. Der beste Weg für eine Gesellschaft zu delever ist es, sämtliche vorhandenen Schulden in ihrer Bilanz sofort zu bezahlen. Wenn sie außer Stande ist, das zu tun, wird sich die Gesellschaft einem bedeutenden Risiko aussetzen, ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen zu können.
 
Der daraus resultierende Preisverfall in allen Anlageklassen verstärkte diesen Effekt. Dies führte zur Teilauflösung des Currency Carry Trade und zu einer starken Repatriierung des US-$. Eine perfekte Spirale nach Süden. Die immer weiter steigende weltweite Angst vor einer starken Ausweitung der Finanzkrise führte zusätzlich zu einer starken Nachfrage nach US-$ (Staatsanleihen) aus dem Ausland. Es setzte eine starke Erholung des US-$ ein während alle anderen Anlageklassen fielen. Im November kam dieser Prozess zu einem vorläufigen Stillstand. Nachdem dann klar wurde, dass die EZB die Zinsen nicht so stark wie die US-Notenbank senken wollte und die USA auch noch mit dem Einsatz des "Quantitative Easing" (reelles Geld drucken) begann, schwächelte der US-$ gegenüber dem €uro und anderen Währungen erneut.

Bei der Einführung des €uros erwarteten viele, dass er die erste große Krise nicht überstehen würde. Diese Prüfung hat er inzwischen mit Auszeichnung bestanden. Wir befinden uns mitten in einer Krise, die bis dato kaum öfters innerhalb von hundert Jahren eintritt. Ohne den €uro wäre uns der gemeinsame Markt in Europa um die Ohren geflogen; wir hätten uns bei der Rettung des Bankensystems wesentlich schwerer getan und wir hätten wahrscheinlich die eine oder andere Staatspleite mehr erlebt. Länder, die sich bisher zierten dem €uro-Verbund beizutreten, drängen förmlich herein. Großbritannien kriegt momentan eine umfangreiche Rechnung wegen ihrer Kontinentalfeindlichkeit präsentiert: Die Britten können sich einen Urlaub auf dem Kontinent kaum noch leisten. Trotzdem sind die Aussagen, dass der €uro demnächst Weltreservewährung werden würde, Phantastereien. Da fehlt noch viel zum US-$, besonders eine starke Nation als Weltmacht im Hintergrund. Man sollte die Kirche im Dorf lassen.

Oh, tut das weh!

In 2009 steht eine weitere starke Ausweitung der Auslandsverschuldung der USA an. Die zur Neuemission anstehenden Staatsanleihen können größtenteils nicht im Inland untergebracht werden. Dies wird wahrscheinlich zu einer weiteren Aufwertung des US-$, wie schon unter Reagan's Ausweitung der Staatsverschuldung, führen. In diesen massiven Neuemissionen steckt die Gefahr, dass sich die Zinsen erhöhen oder die Platzierung gar scheitert. Im letzteren Fall würden wir eine veritable Katastrophe im weltweiten Währungssystem erleben. Auf lange Sicht wird der US-$ sicherlich den schon seit sehr langem eingeschlagenen Weg weiter zurücklegen und dieser Weg zeigt eindeutig in Richtung weitere Abwertung. Auf jeden Fall ist ein Urlaub in den USA immer noch ein echtes "Schnäppchen". Bezüglich Aktien muss man festhalten, dass die einheimischen Papiere immer noch wesentlich günstiger als die US-amerikanischen Aktien bewertet sind. Das könnte bedeuten, dass der Spruch "Bleibe im Land und ernähre dich redlich" auch im Jahr 2009 seine Gültigkeit behält.

Entwicklung des Rohölpreises in 2008

Je stärker die weltweiten Aktienmärkte schwächelten, umso stärker explodierten die Rohstoffpreise. Metalle, Energie und Lebensmittel kannten nur noch ein Ziel: Nach Norden. Angeblich war die erhöhte weltweite Nachfrage der Grund. Mit dem großen "Deleverage" war dann plötzlich bei einem Preis von fast 150 $ je Fass Schluss. Auf allen Gebieten fielen die Preise. Kurz vorher träumte noch Goldman Sachs von Ölpreisen von 200 $ je Fass. Trotzdem die Nachfrage nach und der Verbrauch von Öl weiter anstieg, ging der Preis in eine rasante Bergabfahrt über. Spätestens jetzt wurde der Beweis angetreten, dass die Preise nicht fundamental begründet waren, sondern von der Spekulation angetrieben wurden. Die explodierten Rohstoffpreise verpassten dabei der sowieso schon schwächelnden Konjunktur den Genickschuss.
 
Auf dem Gebiet der Rohstoff- und Devisenmärkte fehlen sinnvolle Regulierungen und Abschöpfungssteuern. Während die Spekulation mit Aktien kaum den normalen Verbraucher erreicht, kann die Spekulation mit Rohstoffen und Devisen die Menschen massenweise ins Elend treiben. Sowas brauchen wir wirklich nicht! "Short" auf die DEUTSCHE BANK ist harmlos gegenüber "long" in Weizen oder Öl. Der Staat hat allerdings nur den Leerverkauf von Finanzaktien verhindert, Hungern durfte die Menschheit unbegrenzt.
 
Inzwischen kostet ein Fass (WTI) 38 $. Je länger dieser "niedrige" Preis hält, desto größere Schwierigkeiten bekommen Ölförderländer, die weit über ihre Verhältnisse leben. Am Golf wird ein großes Bauprojekt nach dem anderen stillgelegt, respektive nicht mehr begonnen. In Russland brennt es an allen Ecken und Enden. Der Autofahrer kann jedoch aufatmen und der Verbraucher erhält über die niedrigen Rohstoffpreise eine Konjunkturspritze gegenüber der man die meisten staatlichen Eingriffe vergessen kann. Sollten die Preise demnächst wieder stark ansteigen, liegt das an der wieder aufkeimenden Spekulation, aufgrund des wieder sehr "billigen" Geldes. Ob unsere Staatslenker wirklich was dazu lernen werden? Es ist zu befürchten, dass das nicht passiert. Wir könnten deshalb von Krise zu Krise in immer kürzeren Abständen eilen.

DAX®-Ergebnis

Die Tabelle zeigt die Entwicklung vom DAX® seit der Januarbewertung 2002. Kein Unternehmen schreibt Verluste und deshalb sind KGV(1) und KGV(2) identisch. Alle Berechnungen berücksichtigen das jeweilige Gewicht der Aktien im DAX®.

DatumDAX®-StandDividenden-
rendite
KGV(f)KGV(1)KGV(2)
30.12.084810,205,56 %15,48,28,2
26.09.086063,504,28 %15,410,710,6
20.06.086578,443,89 %15,410,910,8
28.12.078067,322,50 %15,412,812,8
22.06.077949,632,53 %15,415,015,0
30.03.076917,032,64 %15,413,313,3
29.12.066596,922,72 %15,414,814,7
22.09.065883,323,03 %15,413,213,0
23.06.065529,743,28 %15,412,512,4
30.12.055408,262,13 %15,412,912,9
23.09.054882,582,31 %15,413,713,6
23.03.054317,201,91 %15,413,313,3
29.12.044247,751,89 %15,413,113,1
23.09.043905,662,06 %15,414,914,9
26.05.043867,522,12 %15,415,315,3
29.12.033952,722,02 %15,416,116,1
25.09.033326,272,40 %15,418,715,9
12.06.033219,472,45 %15,416,814,8
10.04.032697,103,24 %15,413,411,7
27.12.022840,002,93 %15,410,99,8
27.09.022918,902,87 %15,412,911,8
26.07.023579,002,37 %15,415,614,1
26.06.024099,052,07 %15,417,116,2
25.01.025156,332,02 %15,421,819,6
Erläuterungen zur Tabelle finden Sie in den

In den letzten 12 Monaten zahlte nur INFINEON TECH. keine Dividende (Anteil am DAX® 0,16 %). Ansonsten gab es fast durchgängig kräftige Dividendenerhöhungen und sogar eine Sonderzahlung durch MERCK (sie werden bei der Berechnung der Index-Dividendenrendite berücksichtigt und fallen bei der Kandidatenaufstellung für die Dividendenstrategien unter den Tisch). Die stark zurückgegangenen Kurse führen dazu, dass die Dividendenrendite momentan klassische Festgeldanlagen auf Jahressicht weit hinter sich lässt. Das wird allerdings nicht so bleiben. Die zwischenzeitlich durchgesetzten Lohnerhöhungen und die abbrechenden Umsätze belasten die Kostenseite wesentlich stärker als die niedrigen Rohstoffpreise sie entlasten können. In einigen Branchen, wie z.B. der Automobilindustrie, sind die Aufträge massiv eingebrochen und eine Kurzarbeitswelle wird die Nächste ablösen und viele Finanzinstitute verdienen kein Geld mehr. Einige Firmen werden demnächst keine Dividende mehr zahlen, bei anderen wird sie stark gekürzt werden. Während die Kurse seit unserer Septemberbewertung um 20,27 % gefallen sind, ist das KGV um 24,3 % gefallen und die Dividendenrendite hat um 29,91% zugenommen. Die im Verhältnis zu den Kursverlusten überproportional gestiegene Dividendenrendite hat mit der Umverteilung der Gewichte zwischen den einzelnen Teilnehmern und mit den Neuzugängen zu tun. Das im Verhältnis zu den Kursen stärker gefallene KGV hat mit dem Nachhängen der Gewinnschätzungen zu tun. Diese Schätzungen berücksichtigen noch nicht das schlechte 4. Quartal (erste Ergebnismeldungen erst Ende Januar) und damit die weitere Zukunft. Bis inklusive 3. Quartal war bis auf Banken und Versicherungen noch alles weitgehend in Ordnung. Auch die Firmen wurden von dem plötzlichen Filmriss in der wirtschaftlichen Entwicklung überrascht.

Im Januar 2008 fielen DAX® und EURO STOXX50 plötzlich wie ein Stein und sogar die US-Notenbank sah sich zur Stützung der Aktienmärkte zu Zinssenkungen gezwungen und blamierte sich heftigst. Dabei hatten sich diese Indizes überdurchschnittlich im Dezember 2007 geschlagen. Was war geschehen?

Milliardenverlust bei Société Générale

Die französische Geschäftsbank Société Générale hat hat am 24. Januar 2008 einen Milliardenverlust bekanntgegeben. Ein Großteil soll durch den 31-jährigen Jérôme Kerviel, ein relativ neues Mitglied im Team für Arbitragen auf europäische Aktien, verursacht worden sein. Kerviels Arbeit im "Delta One Team" der Société Générale war, so genannte Futures auf europäische Aktienindizes zu kaufen und sie mit so genannten Hedges abzusichern. Hedges sind Geschäfte in die Gegenrichtung. Die Unterschiede in den Gegenpositionen sind sehr klein und existieren zeitlich beschränkt. Da der Gewinn auf der einen Seite von Verlusten auf der anderen begleitet wird, muss man viel Kapital einsetzen, um mit solchen Arbitragen Geld zu verdienen. Falls die Gegenpositionen korrekt eingegangen werden, ist jedoch das Risiko einigermaßen beschränkt. Wenn keine Gegenposition aufgebaut wird, gibt es daraus auch keinen Verlust, der den Gewinn schmälert, sofern man richtig liegt. Kerviel machte so letztes Jahr 50 Millionen €uro Gewinn und erhoffte sich dafür einen Bonus von 300.000 €uro.

Mit Beginn dieses Jahres erhöhte er seinen Einsatz und hatte am 18. Januar 30 Milliarden €uro darauf gewettet, dass der EURO STOXX50 steigt, 18 Milliarden €uro auf einen steigenden DAX® und zwei Milliarden €uro auf einen steigenden FTSE100. Die Wette auf fallende Kurse existierte nur zum Schein. Diese außerbörslichen Geschäfte werden nicht jeden Tag abgerechnet und haben es Kerviel erlaubt, sie vor dem Ablauf zu stornieren und durch ein neues Geschäft zu ersetzen. Erst als versehentlich ein Kreditlimit der DEUTSCHEN BANK überschritten wurde, fiel ein solches Scheingeschäft auf. In Panik veranlasste die Bank den Verkauf und erhöhte so den Verlust von 1,5 Milliarden auf 4,9 Milliarden €uro.


 
Entwicklung des DAX® in 2008

Trotz einer überteuerten VOLKSWAGEN-Aktie scheint der DAX® insgesamt billig und kaufenswert. Ob man allerdings jetzt schon kaufen sollte hängt stark von den gesamtwirtschaftlichen Erwartungen ab. Wird die Konjunktur sich nach einigen Monate erholen oder geht es nochmals so richtig bergab und eine Erholung bleibt noch längere Zeit aus? Wenn es so weiter geht, wie es sich im 4. Quartal erahnen lässt, wäre eine Gewinnhalbierung bei den DAX®-Teilnehmern nichts besonderes. Nach einer Gewinnhalbierung ist der DAX® schon leicht zu teuer. Die Zukunft liegt eben nicht in der Vergangenheit begraben und man kann auch nicht die Gewinne von 2007 und 2008 einfach fortschreiben. Die USA stecken schon wesentlich tiefer in der Krise als Europa. Schon seit über einem Jahr befinden sie sich im Zustand Rezession und im 4. Quartal scheinen sie so richtig schön tief abgerutscht zu sein. Die Rezession dauert dort also schon wesentlich länger als üblich. Wenn schon die US-Notenbank droht, die Zinsen für sehr lange Zeit sehr niedrig zu halten, rechnen auch die nicht alsbald mit einer wirtschaftlichen Erholung. Dabei verbreitet diese Art von Institution üblicherweise nur Beschönigungen. Auch viele Volkswirtschaftler sehen noch einen größeren und längeren Abstieg vor uns. Wenn man damit konform geht, steigt man jetzt noch nicht in voller Breite ein. Der DAX® ist unter der Berücksichtigung aller Aspekte wesentlich günstiger bewertet als der S&P500. Die sauber bilanzierten Gewinne seiner Teilnehmer sind immer noch höher als die Proformaergebnisse der Teilnehmer bei seinem amerikanischen Konkurrenten. Trotzdem werden diese den weiteren Weg vorgeben und der sieht nicht rosig aus. Ein weiterer Kurseinbruch in den USA wird auch den DAX® weiter nach Süden treiben.

Renditen im DAX® bei langfristiger Anlage


Im Mai 2004 beschäftigten wir uns das erste Mal ausführlich mit der Problematik der langfristigen Spekulation. Seit dem führen wir unsere Tabelle bezüglich Renditen bei langfristigen DAX®-Anlagen weiter und erweitern sie um einen virtuellen Ausstieg am 30.12.2008 (Tagesschlusskurs). Der Einstiegszeitpunkt war jeweils am Jahresanfang:

Einstiegsjahr:1960196519701975198019851988 (*)1990199520002005
Rendite p. a. in % 
Ausstieg: 27.12.02: 
4,514,774,677,14 7,917,077,213,513,98-25,15-,--
Rendite p. a. in % 
Ausstieg: 29.12.03: 
5,195,545,558,11 9,058,568,975,727,40-12,54-,--
Rendite p. a. in % 
Ausstieg: 29.12.04: 
5,245,585,618,09 8,998,508,885,837,40-8,85-,--
Rendite p. a. in % 
Ausstieg: 30.12.05: 
5,686,076,168,67 9,659,349,847,079,09-3,6326,32
Rendite p. a. in % 
Ausstieg: 29.12.06: 
6,006,596,569,06 10,089,8810,457,8910,11-0,3324,09
Rendite p. a. in % 
Ausstieg: 28.12.07: 
6,326,776,959,44 10,5010,3911,008,6511,002,2623,51
Rendite p. a. in % 
Ausstieg: 30.12.08: 
5,075,365,357,50 8,177,597,775,276,17-3,702,90
(*): DAX®-Gründung; vorherige Werte sind simuliert.
Basis: jeweils 1. Tagesschlusskurs des Einstiegsjahres (Ausnahme Gründungszeitpunkt 1988 0.00 Uhr: 1000)
ACHTUNG: Die ausgewiesene Rendite ist immer ein Zinseszins! Gilt auch für negative Renditen.

Es ist ersichtlich, dass der Einstiegs- und der Ausstiegszeitpunkt auch bei der langfristigen Anlage nicht unerheblich ist. Das Gegenteil behaupten nur Verkäufer von Finanzprodukten. Sie wollen ihren Laden nicht immer wieder schließen müssen. Dann gibt es noch viele geistig Minderbemittelte die deren Verkaufsargumente einfach nachplappern. Auch ist es empfehlenswert temporär überhaupt keine Aktien zu besitzen. Das kann die Rendite erheblich heben (Michael O'Higgins). Ein akzeptables "Timing" ist und bleibt das A und O der Aktienanlage.

Neue Regeln für DAX®-Teilnehmer

im Oktober 2006 wurden erste Regeländerungen gegen Übergewichte einzelner DAX®-Teilnehmer getroffen und ausländische Firmensitze zugelassen. Diese Änderungen stellten sich als nicht ausreichend heraus und so wurde nachgebessert:
 

28. Oktober 2008
 
Vor dem Hintergrund der jüngsten Kursentwicklung in der Stammaktie der Volkswagen AG hat die Deutsche Börse AG am Dienstag, 28. Oktober, eine außerordentliche Anpassung der DAX®-Indexgewichtung beschlossen. Demnach wird die im Index-Leitfaden zu den regulären Verkettungsterminen vorgesehene Kappungsgrenze von 10 Prozent für die Aktie der Volkswagen AG außerordentlich zum Handelsstart auf kommenden Montag, 3. November, vorgezogen. Damit wird das Gewicht der Volkswagenaktie in DAX® auf 10 Prozent zurückgesetzt, sofern sie diese Schwelle mit Abschluß des Handels am Freitag überschreitet. Zum Handelsende am heutigen Dienstag hatte Volkswagen ein Gewicht von 27 Prozent.
 
Mit der Kappung ändern sich auch die Gewichte der übrigen DAX®-Konstituenten. Grundlage für die Neuberechung werden die Xetra-Schlußkurse am kommenden Freitag, 31. Oktober, sein. Der nächste reguläre Termin für die Indexanpassung ist der 22. Dezember.
 
Bei diesem Schritt handelt es sich um eine außerordentliche Maßnahme im Rahmen des Index-Leitfadens.

31. Oktober 2008
 
Der Vorstand der Deutsche Börse AG hat heute in Abstimmung mit dem Arbeitskreis Aktienindizes beschlossen, den Leitfaden zu den Aktienindizes mit Wirkung zum 3. November 2008 zu ergänzen.
 
Demnach kann ein Indexwert außerhalb der regulären Anpassungstermine aus dem Auswahlindix DAX®, herausgenommen werden, wenn an einem Handelstag seine Gewichtung im Index aufgrund seiner aktuellen Free-Float-Marktkapitalisierung 10,0 Prozent zum Handelsschluss überschreitet und die annualisierte Volatilität des Kursverlaufs über die vorangegangenen 30 Handelstage (30-Tages-Volatilität) den Wert von 250 Prozent übersteigt. Die maßgeblichen Kennzahlen werden von der Deutsche Börse AG täglich veröffentlicht. Die Entscheidung über eine vorzeitige Herausnahme trifft der Vorstand der Deutsche Börse AG in Abstimmung mit dem Arbeitskreis Aktienindizes. Die Herausnahme erfolgt am Ende des zweiten Handelstages nach dem Tag der Entscheidung.
 
Die Unternehmen, die aufgrund dieser Regelung aus dem Indix heraus fielen, können nur dann wieder aufgenommen werden, wenn deren 30-Tages-Volatilität (annualisierte Volatilität des Kursverlaufs über die vergangenen 30 Handelstage) am jeweiligen Stichtag der Ranglistenerstellung sowie an den 14 Handelstagen davor jeweils 150 Prozent unterschreitet.

24. November 2008
 
Der Vorstand der Deutsche Börse AG hat in Abstimmung mit dem Arbeitskreis Aktienindizes Änderungen für das Regelwerk zu den Aktienindizes beschlossen, die ab dem 22. Dezember 2008 wirksam werden. An diesem Tag wird die nächste planmäßige Neuzusammensetzung der Aktienindizes durchgeführt. Die Überprüfung dieser Neuzusammensetzung findet am 3. Dezember statt, wobei hier bereits die neuen Regeln berücksichtigt werden.
 
Zukünftig wird der Mindest-Streubesitzanteil, d. h. die Anzahl der frei handelbaren Aktien eines Unternehmens, die im Besitz vieler Aktionäre sind und somit nicht zum Festbesitz gezählt werden, erhöht. Bislang mussten Unternehmen, die im DAX® gelistet sind, über einen Mindest-Free-Float von fünf Prozent verfügen. Diese Schwelle wird zukünftig auf zehn Prozent angehoben. Unternehmen, die mehr als 90 Prozent ihrer Aktien in Festbesitz haben, werden zwei Handelstage nach der erstmaligen öffentlichen Meldung eines Streubesitzes von weniger als zehn Prozent aus dem Index herausgenommen. Dies wird von der Deutsche Börse AG entsprechend angekündigt. Diese Anhebung der Schwelle stellt eine wesentliche Maßnahme zur Sicherung von Liquidität im Index dar. Je höher der Anteil des Streubesitzes an einem Indexwert ist, desto höher ist in der Regel die Handelbarkeit einer Aktie.
 
Bei der Erhebung des Streubesitzanteils eines Indextitels werden zudem bei laufenden Übernahmen in diesem Titel in Zukunft auch alle gesetzlich meldepflichtigen Anteile, die die übernehmende Gesellschaft sich über Termingeschäfte gesichert hat, berücksichtigt.
 
Um zukünftig bei außerplanmäßigen Ereignissen wie Kapitalmaßnahmen, Fusionen oder Übernahmen und den daraus resultierenden potenziellen Verknappungen von handelbaren Aktien auf dem Markt zeitnah reagieren zu können, werden die Regeln zur Anpassung des Free Floats für des Index DAX® erweitert. So kann der Streubesitzanteil eines Unternehmens künftig auch zwischen den regulären, quartalsweisen Terminen in der Indexberechnung angepasst werden. Voraussetzung ist, dass aus einem solchen Ereignis eine Veränderung des Streubesitzanteils um mehr als zehn Prozent des Grundkapitals hervorgeht. Um zu häufige Anpassungen auszuschließen, wird bei Übernahmen der Free Float zum Zeitpunkt der Meldung eines initialen Angebots sowie der Stand zur Abschlussmeldung zum Ende der Angebotsfristen berücksichtigt. Der Index kann so das Marktgeschehen noch genauer und transparenter abbilden, da die Änderungen mit einem Vorlauf von zwei Handelstagen umgehend umgesetzt werden. Sonstige gemeldete Anpassungen des Free Floats werden von der Deutschen Börse AG nach wie vor nur zu den quartalsweisen Terminen umgesetzt.
 
Die kürzlich ergänzte Regel im Leitfaden der Aktienindizes um ein Volatilitätskriterium bleibt von den neuen Ergänzungen unberührt. Demnach kann ein Indexwert außerhalb der regulären Anpassungstermine aus dem Auswahlindizes DAX® herausgenommen werden, wenn an einem Handelstag seine Gewichtung in dem entsprechenden Index aufgrund seiner aktuellen Free-Float-Marktkapitalisierung zehn Prozent zum Handelsschluss überschreitet und die annualisierte Volatilität des Kursverlaufs über die vorangegangenen 30 Handelstage den Wert von 250 Prozent übersteigt.


 
Obige Texte sind von der Deutschen Börse und von baer45 auf den DAX® reduziert worden. Die ersten Änderungen entstanden unter der großen Spekulation um die Volkswagen-Aktie, die letzte Änderung ist vorbeugend gegen potentielle Engpässe im Bezug zu der Continental-Aktie zu sehen und hat zu derem Ausschluss beigetragen. Trotz all diesen Regelanpassungen kann eine Indexnachbildung mit realen Aktien letztendlich nie garantiert werden.

Rangfolge - Dividendenstrategie (Burr/Graham)

Die Kandidaten:

Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht genießen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die Lektüre von Bärische Warnungen unter Strategien.

RangCodeNameDividendenrendite
1DBKDEUTSCHE BANK16,17 %
2CBKCOMMERZBANK15,06 %
3LHALUFTHANSA 11,17 %
4MANMAN 8,14 %
5DPBDEUTSCHE POSTBANK8,06 %
6DPWDEUTSCHE POST7,56 %
7DAIDAIMLER7,49 %
8ALVALLIANZ 7,33 %
9DTEDT.TELEKOM7,26 %
10BASBASF 7,03 %

Die Bewerber:

RangCodeNameDividendenrendite
11TKATHYSSENKRUPP6,86 %
12SZGSALZGITTER5,45 %
13RWERWE 4,95 %
14MUV2MUENCH.RUECKVERS.4,95 %
15BMWBAY.MOTOREN WERKE4,91 %

Anleger in andere Varianten der Dividendenstrategie, können sich diese sehr einfach aus obigen Tabellen zusammenstellen. "Top 12" entspricht Rang 1 bis 12. "Top 5" entspricht Rang 1 bis 5.

Rangfolge - Dogs of the ... - Low Five (O'Higgins)

Die Kandidaten:

Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht genießen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die Lektüre von Bärische Warnungen unter Strategien.

RangCodeNameKurs
1CBKCOMMERZBANK6,640
2DTEDT.TELEKOM10,750
3LHALUFTHANSA 11,190
4DPWDEUTSCHE POST11,910
5DPBDEUTSCHE POSTBANK15,500

Die Bewerber:

RangCodeNameKurs
6DAIDAIMLER26,700
7BASBASF 27,730
8DBKDEUTSCHE BANK27,830

Rangfolge nach Gewicht

RangCodeNameGewicht
1EOAE.ON 10,38 %
2SIESIEMENS 9,72 %
3ALVALLIANZ 7,68 %
4DTEDT.TELEKOM7,24 %
5BAYBAYER 7,18 %
6VOWVOLKSWAGEN 6,22 %
7RWERWE 5,86 %
8BASBASF 5,76 %
9DAIDAIMLER5,38 %
10MUV2MUENCH.RUECKVERS.5,18 %

Die 10 größten Aktiengesellschaften haben heute im DAX® ein Gewicht von 70,60 %. Ihr Anteil hat, seit unserer Bewertung Ende September 2008, geringfügig zugenommen. Im gleichen Zeitraum hat das Gewicht der Technologie (DT.TELEKOM + INFINEON TECH. + SAP + SIEMENS = 22,10 %) auch zugenommen. Zu den "billigen" Teilnehmern gehören durchgehend die Banken und Versicherungen. VOLKSWAGEN ist unberechtigterweise in den Club der Titanen vorgestoßen. Sie wird sicherlich nicht dort verbleiben. Wahrscheinlich verlässt sie noch 2009 den DAX®. MUENCH.RUECKVERS. hat es nach sehr langer Zeit wieder zurück in den Club geschafft. Es ist die Aktie unter den Finanzwerten, welche kaum von der Verschuldungskrise getroffen wurde.

Einzelergebnisse

RangNameSchlusskurs
2007
Schlusskurs
2008
Veränderung
in %
1VOLKSWAGEN156,100250,000+60,15
2K+S40,68839,970-1,76
3FRESEN.MED.CARE36,69033,310-9,21
4MUENCH.RUECKVERS.132,940111,000-16,50
5BEIERSDORF53,00042,000-20,75
6MERCK88,30064,510-26,94
7DT.TELEKOM15,02010,750-28,43
8SAP35,53025,240-28,96
9BAYER62,53041,550-33,55
10RWE96,00063,700-33,65
11LINDE90,45059,850-33,83
12LUFTHANSA18,22011,190-38,58
DAX®8067,3204810,200-40,37
13HENKEL38,43022,590-41,22
14E.ON48,53028,440-41,40
15BASF50,71027,730-45,31
16SALZGITTER102,05055,000-46,10
17ADIDAS51,26027,140-47,05
18BAY.MOTOREN WERKE42,35021,610-48,97
19ALLIANZ147,95075,000-49,31
20DEUTSCHE POST23,51011,910-49,34
21METRO57,44028,570-50,26
22THYSSENKRUPP38,35018,960-50,56
23SIEMENS108,86052,680-51,61
24DAIMLER66,50026,700-59,85
25DEUTSCHE BOERSE135,75050,800-62,58
26MAN113,80038,720-65,98
27DEUTSCHE BANK89,40027,830-68,87
28DEUTSCHE POSTBANK60,75015,500-74,49
29COMMERZBANK26,2606,640-74,71
30INFINEON TECH.8,0700,960-88,10
Absteiger
31TUI19,1308,050-57,92
32CONTINENTAL88,99028,880-67,56
33HYPO REAL ESTATE36,1003,050-91,55

Es war wieder leicht möglich schlechter als der Markt abzuschneiden, besonders wenn man VOLKSWAGEN nicht im Depot hatte. Von allen anderen DAX®-Teilnehmern hätte man besser die Finger gelassen und sich Bundesschatzbriefe zugelegt. Die überwiegende Anzahl der Fonds werden es wieder nicht geschafft haben den DAX® zu schlagen. Wurden auch Sie schon öfters vom Markt geschlagen? Wenn ja, kaufen Sie doch einfach das nächste Mal den Index.
 
Spitzenreiter im DAX® war VOLKSWAGEN, die einzige Aktie mit einem positiven Jahresergebnis. Die Übernahme durch PORSCHE führte zu einer Verknappung der Aktien, die ungewöhnliche Kurssprünge zur Folge hatte. Die Leerverkäufer wurden durchgängig auf dem linken Fuß erwischt. Ende Oktober galoppierte der Kurs der VOLKSWAGEN-Stammaktien binnen zweier Handelstage von rund 200 auf 1005 €uro. Volkswagen wurde kurzzeitig zum wertvollsten Unternehmen der Welt, das Gewicht im DAX® schnellte auf fast 30 % in die Höhe und verzerrte den Index völlig. Der Handel in den wenigen frei verfügbaren VOLKSWAGEN-Aktien ließ den Leitindex um mehrere Prozentpunkte steigen, obwohl alle anderen 29 Titel im Minus lagen. Kurz darauf, nach Eingriffen in den DAX® und kurzfristig wirksam werdenden Regeländerungen, war das Bild umgekehrt. Auf Jahressicht verbleibt ein Kursplus von 60,15 %. Einer der jetzt den Index kauft, kauft die überteuerte VOLKSWAGEN-Aktie mit. Wenn es PORSCHE gelingt, ca. 70% der Aktien einzusammeln, wird VOLKSWAGEN den DAX® verlassen müssen. Ansonsten sind die Warnungen vom letzten Jahr von baer45 weitgehend eingetroffen. Manches ist wesentlich schlimmer gekommen. Man musste 2008 keine Aktien besessen haben.

Kurzer Blick auf den Chart

10 Jahre DAX® mit Prognose
Blaue Linie: 200 Tage-Schnitt - Sie schreit noch nicht zum Einstieg!

Wir haben Ende September mit der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers einen einmalig heftigen Kursabsturz erlebt und befinden uns seit Anfang Oktober in einem hochvolatilen Seitwärtsgang. Wie wird es weiter gehen? Wird die Amtseinführung von Obama einen neuen Hype auslösen? Werden die Ergebnisse des 4. Quartals und weitere schlechte Nachrichten aus der Wirtschaft uns nach Süden prügeln? Viele erwarten beides, was kaum möglich sein wird. Viele Firmen werden noch gute Ergebnisse abliefern, etliche werden schon miserabel sein. Die Ausblicke werden durchgehend düster sein oder man wird sich weigern irgend etwas zur Zukunft zu sagen. Den Hoffnungen bezüglich Obama stehen die schlechten Nachrichten aus der Wirtschaft gegenüber. Es könnte sein, dass der Obama-Hype erstmal gewinnt. Aber Stimmungen sind nicht alles, nicht jeder Rausch kann die Realitäten wegwischen. Die Ergebnisse des 1. Quartals werden dann jedem klar machen, wo es lang gehen wird und wie tief die Krise wirklich ist. Wir müssen dann ncht mehr das Orakel befragen.

Die Finanzkrise - einfach nur besoffen!

Für viele ist das Entstehen der Immobilien-, Finanz-, und Bankenkrise nur schwer zu verstehen. Hier ein Erklärungsversuch an einem Beispiel aus der Bundeshauptstadt Berlin:

Bei Mandy

Mandy besitzt eine Bar in Kreuzberg. Um den Umsatz zu steigern, beschließt sie, die Getränke der Stammkundschaft (hauptsächlich alkoholkranke Hartz-IV-Empfänger) auf den Deckel zu nehmen, ihnen also Kredit zu gewähren. Das spricht sich in Kreuzberg schnell herum und immer mehr Kundschaft desselben Segments drängt sich in Mandy's Bar. Da die Kunden sich um die Bezahlung keine Sorgen machen müssen, erhöht Mandy sukzessive die Preise für den Alkohol und erhöht damit auch massiv ihren Umsatz.

Der junge und dynamische Kundenberater der lokalen Bank bemerkt Mandys Erfolg und bietet ihr zur Liquiditätssicherung eine unbegrenzte Kreditlinie an. Um die Deckung macht er sich keinerlei Sorgen, er hat ja die Schulden der Trinker als Deckung. Zur Refinanzierung transformieren top ausgebildete Investmentbanker die Bierdeckel in verbriefte Schuldverschreibungen mit den Bezeichnungen SUFFBOND®, ALKBOND® und KOTZBOND®. Diese Papiere laufen unter der modernen Bezeichnung SPA Super Prima Anleihen und werden bei einer usbekischen Online-Versicherung per Email abgesichert.

Daraufhin werden sie von mehreren Rating-Agenturen (gegen lebenslanges Freibier in Mandys Bar) mit ausgezeichneten Bewertungen versehen. Niemand versteht zwar, was die Abkürzungen dieser Produkte bedeuten oder was genau diese Papiere beinhalten, aber dank steigender Kurse und hoher Renditen werden diese Konstrukte ein Renner für institutionelle Investoren. Vorstände und Investmentspezialisten der Bank erhalten Boni im dreistelligen Millionenbereich.

Eines Tages, obwohl die Kurse immer noch steigen, stellt ein Risk Manager (der inzwischen wegen seiner negativen Grundeinstellung selbstverständlich entlassen wurde) fest, dass es an der Zeit sei, die ältesten Deckel von Mandys Kunden langsam fällig zu stellen. Überraschenderweise können weder die ersten noch die nächsten Hartz-IV-Empfänger ihre Schulden, von denen viele inzwischen ein Vielfaches ihres Jahreseinkommens betragen, bezahlen. Solange man auch nachforscht, es kommen so gut wie keine Tilgungen ins Haus.

Mandy macht Konkurs. SUFFBOND® und ALKBOND® verlieren 95%, KOTZBOND® hält sich besser und stabilisiert sich bei einem Kurswert von 20%. Die Lieferanten hatten Mandy extrem lange Zahlungsfristen gewährt und zudem selbst in die Super Prima Anleihen investiert. Der Wein- und der Schnapslieferant gehen Konkurs, der Bierlieferant wird dank massiver staatlicher Zuschüsse von einer ausländischen Investorengruppe übernommen. Die Bank wird durch Steuergelder gerettet. Der Bankvorstand verzichtet für das abgelaufene Geschäftsjahr auf den Bonus.

Na dann: Prosit 2009!

Quelle: Eine Geschichte die sich rasend schnell im Internet verbreitet hat und deren Ursprung nicht mehr klärbar ist, wie so oft bei einfach treffenden Erläuterungen für angeblich schwer verständliche Themen.

Die Verschuldungskrise

Manche glauben, die Finanzkrise wäre im Griff weil die Staaten das Überleben der großen Banken garantieren und die Zinsen am Boden liegen. Trotzdem sind die Banken noch kaum bereit sich gegenseitig Geld zu leihen. Sie wissen offensichtlich was noch in den Untergeschossen rumliegt und was noch alles auf die Finanzbranche zukommt.

Da es jetzt auch in der realen Wirtschaft abwärts geht, werden viele Firmen Pleite gehen und viele Konsumenten arbeitslos werden. Der Rückgang des Konsums und das Schrumpfen vieler Firmen wird den Gewerbeimmobiliensektor in Schwierigkeiten bringen. Die US-Hauspreise haben sich noch immer nicht stabilisiert. Sie fallen weiter. Das alles wird zu neuen erheblichen Abschreibungen führen und damit zusätzlichen Kapitalbedarf auslösen. Der freie Kapitalmarkt wird ohne staatliche Garantien nicht bereit sein weiteres Geld in diese Branche zu stecken. Die Staatsbeteiligung wird weiter zunehmen, die Kurse werden weiter fallen und die Branche wird weiter schrumpfen müssen. Manche Staaten werden bis zu ihrer Leistungsgrenze belastet werden und sogar Länder wie die Schweiz könnten ins Schwitzen geraten. In einer derartig kritischen Lage werden die Banken nicht mit Krediten um sich werfen. Die Kreditklemme wird eher noch zunehmen. Die niedrigen Zinsen werden mittelfristig Kapitallebens- und Pensionsversicherungen in Schwierigkeiten bringen.

Stärker verschuldete Unternehmen, wie z.B. die Automobilindustrie, werden erhebliche Probleme bei der Refinanzierung ihrer Schulden bekommen. Anleihen werden am Markt nur zu Konditionen platzierbar sein, deren Zinsen diese Firmen nicht werden tragen können. Kapitalerhöhungen am Markt werden scheitern. Bei wichtigen Unternehmen wird auch hier der Staat ran müssen.

Die Konjunktur

Die wirtschaftliche Entwicklung wurde die letzten Jahre immer stärker durch Ausweitung der Schulden getragen. Der nächste Aufschwung wird ohne das schon gewöhnte Kreditvolumen auskommen müssen. Wir werden also generell kleinere Brötchen backen müssen. Die immer massiveren Staatseingriffe werden, um große Katastrophen zu verhindern, eine Subventionsparty auslösen die in einer immer stärkeren Protektion enden wird. Damit wird die Globalisierung erheblich zurückgeschraubt werden.

Die momentanen Handelsungleichgewichte sind kaum noch tragbar. In ihnen liegt der wirkliche Grund unserer heutigen Probleme begraben. Die ansatzweise Behebung dieser Ungleichgewichte wird zu weiteren Handelsbarrieren führen. Gut, dass wir mit der EU inzwischen einen so großen Markt haben.

Der US-Verbraucher ist bis über Lippe-Oberkante verschuldet und verweigert sich momentan weiterem Schuldenwachstum. Die Sparquote steigt an und erreicht inzwischen 2,8 %. Zu Beginn des Jahres lag sie noch im negativen Bereich. Die Preise verfallen auf breiter Front. Die USA ist mit dem Schnellzug auf dem Weg in eine Deflation. Anschließend droht eine ausgewachsene Inflation. Die bisherigen Konjunkturbelebungsmaßnahmen haben jeweils nur ein kurzes Strohfeuer ausgelöst, die Staatsverschuldung aber massiv erhöht. Das Geld fehlt später für den weiteren Ausbau der Suppenküchen.

Résumée

Das Vertrauen in die Banken und in die Zukunft ist verschwunden; das bringen auch niedrige Zinsen und Gelddrucken nicht wieder. Dies wird eher noch das Vertrauen in einige Währungen zerstören. Es wird höchste Zeit, dass die Ursachen angegangen werden und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Wenn wir das Vertrauen nicht zurück gewinnen werden, wird unsere Bundeskanzlerin Unrecht haben. Dann wird nicht nur das Jahr 2009 das Jahr der schlechten Nachrichten sein. 2010 wird es dann noch toppen.

Die momentan aufgelegten Konjunkturprogramme in die Infrastruktur, in den USA und bei uns, können sobald nicht wirken. Derartige Investitionen verlangen mehr oder weniger komplexe Planungsvorgänge. Sowas braucht Zeit. Bei komplexeren Projekten länger als ein Jahr. Die USA sind angeblich schneller. Leider ist deren Infrastruktur inzwischen so verlottert, dass sogar die Planungsteams die sowas leisten könnten, inzwischen ausgestorben sind. Auch darf man sich fragen, ob Automobilschrauber und Investmentbänker die richtige Qualifikation für derartige Arbeiten haben.

Keine rosigen Aussichten. Es scheint besser zu sein, jetzt noch nicht massiv in Aktien einzusteigen (auf Sicht von mehreren Jahren). Kommt es wirklich zu einer längeren und tieferen Rezession in den USA, sind die Aktienpreise noch viel zu teuer.

baer45 wünscht allen Börsianern viel Glück bei ihren Spekulationen im Neuen Jahr
 

Neue DAX®-Teilnehmer

BEIERSDORF
Der Kosmetikkonzern mit Firmensitz Hamburg vertreibt zahlreiche bekannte Marken, darunter Nivea-Creme und Hansaplast-Pflaster. Der Klebstreifenhersteller Tesa ist eine 100-prozentige Tochter von Beiersdorf.

Im Geschäftsjahr 2007 erwirtschaftete das Unternehmen mit gut 21.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 5,5 Milliarden €uro und schüttete 0,70 €uro pro Aktie an die Anteilseigner aus.

Seit 2004 ist die Maxingvest Holding der Tchibo-Gründerfamilie Herz mit 50,46% Hauptanteilseigner von Beiersdorf. Damals sollte der Einstieg des englischen Konsumgüterkonzerns Procter & Gamble verhindert werden. Beiersdorf hält noch knapp 10% der eigenen Anteile. Ein weiterer Großaktionär ist die ALLIANZ mit 7,2%.

SALZGITTER
Der Stahlkonzern mit Sitz im niedersächsischen Salzgitter erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 10,2 Milliarden €uro und einen Überschuss von 905 Millionen €uro. Pro Aktie wurden 3 €uro ausgeschüttet. Weltweit beschäftigte das Unternehmen Ende 2007 mehr als 23.000 Mitarbeiter.

1998 brachte Salzgitter 60,2% der Anteile an die Börse. Das Land Niedersachsen hält über die Hannoversche Beteiligungsgesellschaft 26,5% an Salzgitter, das Unternehmen selbst besitzt 10% der Anteile. Im Streubesitz befinden sich nach Angaben der Deutschen Börse 63,5%.

Handelskalender 2009

An der FWB® Frankfurter Wertpapierbörse wird im Jahr 2009 von Montags bis Freitags außer am 1. Januar (Neujahr), 10. April (Karfreitag), 13. April (Ostermontag), 1. Mai (Tag der Arbeit), 24. Dezember (Heiligabend), 25. Dezember (Weihnacht) und am 31. Dezember (Silvester) gehandelt. Der Handel auf Xetra® läuft von 9 bis 17.30 Uhr.


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