baer45: DAX®
Startseite  Kontakt   Haftungsausschlüsse  Impressum  Hilfe
Ein alter Börsianer kann alles verlieren, nur nicht seine Erfahrung

06.01.2013: DAX®-Bewertungen

Bewertung zum 21.12.2012
und
Jahresendbetrachtung zum 28.12.2012

Weltuntergang

Griechenland wurde dieses Jahr (noch ?) nicht fallen gelassen. Gerade aus der deutschen Regierung kamen immer die härtesten Sprüche, die dann plötzlich sehr weich gespült wurden. Es fehlt an Mut, die Bilanzierung bezüglich Griechenland noch vor den Bundestagswahlen offen zu legen. Also wird weiter massiv Geld verbrannt und u.a. griechische Steuerhinterzieher subventioniert. Den €uro dürfte es auch nicht mehr geben, er lebt aber weiter feucht fröhlich vor sich hin. Und was von Prognosen zu halten ist, haben wir Ende Dezember erlebt oder sollte man besser sagen überlebt? Die gesamte trübe "Wirklichkeit" konnte den DAX® in seinem Drang nach Norden nicht aufhalten. Auf Jahressicht legt er um 29,06 % zu, so viel wie schon lange nicht mehr. Seit unserer Junibewertung (15.06.) bis zu unserer Dezemberbewertung (21.12.) waren es +22,58 %. Die Stimmung ist immer noch gut. Aktuell stehen 55 % Bullen 25 % Bären gegenüber (Quelle: Cognitrend vom 19.12.2012). Ob wir dieses Jahr neue Allzeithochs erreichen werden und dann, oder später, oder vorher abstürzen, wer weiß?

Ausgangsdaten
 Schlusskurse vom 21.12.2012

Basis sind die Xetra®- Schlusskurse vom 21.12.2012 (gewichtete Bewertung) und vom 28.12.2012 (Jahresendbetrachtung). Die Kurse und das jeweilige Gewicht einer Aktie im DAX® sind von der Deutschen Börse. Die Dividenden mit denen die berechnet wird sind den jeweiligen Firmenmitteilungen entnommen. Das aktuelle der Aktien ist aus der Süddeutschen Zeitung (aktuelle Schätzungen von I/B/E/S). Die Zahlen zur sind von der Deutschen Bundesbank. Die DAX®-Bewertung wird gewichtet ausgeführt ( siehe ). D.h., eine Aktie mit sehr großer Marktkapitalisierung geht stärker in das Ergebnis ein als eine Aktie mit einer weit geringeren Marktkapitalisierung. Seit dem 24.06.2002 wird dabei nur noch der sogenannte frei handelbare Anteil berücksichtigt. Dieser Anteil wird regelmäßig überprüft und verändert damit ebenso wie der Kurs das Gewicht der Aktie im DAX®. Weitere Regeländerungen bezüglich Gewichtung und frei handelbarem Anteil gab es im Oktober und November 2008.

CodeNameISINKursDividendeKGVGewicht
1ADSADIDAS AG NA O.N.DE000A1EWWW067,3001,00152,12 %
2ALVALLIANZ SE VNA O.N.DE0008404005105,3504,5097,20 %
3BASBASF SE NA O.N.DE000BASF11171,1702,50129,86 %
4BMWBAY.MOTOREN WERKE AG STDE000519000372,7002,3093,53 %
5BAYNBAYER AG NADE000BAY001772,9501,65139,10 %
6BEIBEIERSDORF AG O.N.DE000520000061,6400,70260,92 %
7CBKCOMMERZBANK AG O.N.DE00080320041,4430,0080,95 %
8CONCONTINENTAL AG O.N.DE000543900487,5801,5081,05 %
9DAIDAIMLER AG NA O.N.DE000710000041,5602,2086,18 %
10DBKDEUTSCHE BANK AG NA O.N.DE000514000832,9950,7574,57 %
11DB1DEUTSCHE BOERSE NA O.N.DE000581005546,5153,30111,31 %
12DPWDEUTSCHE POST AG NA O.N.DE000555200416,6150,70122,26 %
13DTEDT.TELEKOM AG NADE00055575088,6440,70133,83 %
14EOANE.ON SE NADE000ENAG99914,0101,0094,03 %
15FMEFRESEN.MED.CARE KGAA STDE000578580252,2100,69131,64 %
14FREFRESENIUS SE+CO.KGAA O.N.DE000578560487,8000,95151,71 %
17HEIHEIDELBERGCEMENT AG O.N.DE000604700445,8200,35120,97 %
18HEN3HENKEL AG+CO.KGAA VZODE000604843262,1700,80151,64 %
19IFXINFINEON TECH.AG NA O.N.DE00062310046,1880,12171,01 %
20SDFK+S AG NA O.N.DE000KSAG88835,2951,30110,92 %
21LXSLANXESS AGDE000547040567,5900,8590,85 %
22LINLINDE AG O.N.DE0006483001132,6502,50153,70 %
23LHALUFTHANSA AG VNA O.N.DE000823212514,4650,25141,00 %
24MRKMERCK KGAA O.N.DE0006599905100,9001,50120,98 %
25MUV2MUENCH.RUECKVERS.VNA O.N.DE0008430026137,5506,2593,27 %
26RWERWE AG ST O.N.DE000703712931,2402,0082,31 %
27SAPSAP AG O.N.DE000716460060,3400,75+0,35178,22 %
28SIESIEMENS AG NADE000723610182,4703,001110,11 %
29TKATHYSSENKRUPP AG O.N.DE000750000118,0050,45241,04 %
30VOW3VOLKSWAGEN AG VZO O.N.DE0007664039171,0003,0673,71 %
SAP leistete neben der Dividendenzahlung auch noch eine Sonderzahlung

Im Februar 2010 stellte die DEUTSCHE BÖRSE die börsentägliche allgemein zugängliche Veröffentlichung der Gewichte der DAX®-Teilnehmer ein. Allgemein verfügbar sind diese Daten jetzt nur noch von den sogenannten Verkettungstagen. Diese sind der jeweils dritte Freitag im letzten Monat eines Quartals. Die Bewertungen finden seitdem immer nur auf Basis dieser Daten statt. Veröffentlicht werden diese Daten immer an dem Abend, dem Verkettungstag folgenden Börsentag. Diese Bewertung wurde zusätzlich als Jahresendbetrachtung durchgeführt. Die allgemeinen Risiken haben sich kaum verändert. Deshalb fällt die jetzige Bewertung äußerst kompakt aus.

Geld, Zinsen, Inflation
 Schlusskurse vom 28.12.2012

Entwicklung der Preise

Die Geldpolitik der großen Notenbanken ist immer noch übertrieben expansiv. Die Banken bekommen das Geld praktisch immer noch unbegrenzt und fast umsonst gegen immer schwächere Sicherheiten. Zusätzlich kaufen einige Notenbanken verstärkt Wertpapiere am Markt auf. Die Banken sind überversorgt und die zur Verfügung stehende Liquidität geht weit über den Bedarf der Realwirtschaft hinaus. Kein Wunder, dass nicht wenig in der Spekulation landet und so werden die Preise von Energie und Lebensmittel angefacht, respektive auf einem übertrieben hohen Niveau gehalten. Dadurch wird der Konsument laufend ärmer - eine tolle Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung. Immer größere Kreise der Bevölkerung können sich immer weniger leisten.

Die jährliche Inflationsrate im €uroraum betrug im November 2012 2,2 %, gegenüber 2,5 % im Oktober. Ein Jahr zuvor hatte sie 3,0 % betragen. Die monatliche Inflationsrate betrug -0,2 % im November 2012. Die hauptsächlichen Preistreiber waren Heizmittel, Treibstoffe und Lebensmittel. Bei uns lag die jährliche Inflationsrate im November bei 1,9 % (alle Daten von Eurostat), stieg aber im Dezember auf Jahressicht deutlich auf 2,1 % an, in der Eurozone verblieb sie bei 2,2 %. Wegen statistischen Basiseffekten sinken die Raten bei den Einfuhrpreisen und den Erzeugerpreisen. Es ist deshalb in den ersten Monaten des neuen Jahres eher mit stabilen bis leicht sinkenden Raten zu rechnen. Allerdings kann die Spekulation wieder richtig anspringen und diese Hoffnungen zunichtemachen.

Die Inflationsrate liegt immer noch deutlich über der Zweiprozentmarke und die Leitzinsen sind eindeutig zu niedrig und die Banken kommen zu einfach an Geld! Jede noch so kleine Hoffnung auf eine bessere Konjunktur treibt sofort die Energie- und Lebensmittel- und andere Rohstoffpreise an. Die Geldflucht nach Deutschland und die Angst vor einem Werteverfall des Geldes lässt den Immobilienmarkt bei uns brummen und verteuert auch so zusätzlich die Mieten und Immobilienkaufpreise in vielen Regionen. Auch der Aktienmarkt profitiert davon. Die Inflationserwartungen steigen laufend und damit werden die ruhenden Liquiditätsberge richtig gefährlich. Bei uns entwickelt sich in manchen Regionen eine Blase am Immobilienmarkt und unsere Inflationsrate nähert sich nach langer Zeit derjenigen der Eurozone an.

Leitzinsen

Die US-amerikanische Notenbank Fed hat dieses Jahr zwar die Leitzinsen nicht verändert, wie auch, sie liegen praktisch bei 0 %, aber ihr Chef Ben Bernanke wird in die Geschichte eingehen als der Mann, der das meiste Geld in der Geschichte der Menschheit schuf. Seine Federal Reserve hat ihr ohnedies gewaltiges Geldschöpfungsprogramm noch einmal ausgeweitet. Zu den monatlich 40 Milliarden Dollar an Hypotheken-Papieren werden jetzt auch noch 45 Milliarden Dollar an amerikanischen Staatsanleihen aufgekauft. Dabei hat die Fed schon zwei Billionen künstlich herbei geschafft für das überschuldete Amerika. Ihre gewaltigen Geldspritzen sind als "QE" (Quantitative Easing) in die Finanzgeschichte eingegangen und haben die Bilanzsumme der Notenbank sprunghaft steigen lassen. Seit Neujahr werden also an jedem neuen Tag knapp 3 frische Milliarden Dollar in den Markt gepumpt. Die Fed will einfach nicht einsehen, dass ihre Geldpolitik die Strukturschwächen der US-amerikanischen Wirtschaft nicht heilen wird und der Konsum und damit die reale Wirtschaft, über künstlich erzeugte Inflation weiter geschädigt wird.

Anfang Juli hat die Europäische Zentralbank EZB die Leitzinsen gesenkt. Seitdem beträgt nun der Leitzins (Mindestbietungssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte des €urosystems) in der €urozone 0,75 % (für Spitzenrefinanzierungsfazilität 1,50 % und für die Einlagefazilität 0,00 %). Die EZB drohte zwar im Notfall Staatsanleihen von Problemstaaten, nach Unterwerfung dieser Staaten unter vorgegebene Bedingungen, unbegrenzt aufzukaufen - hat aber seit Draghi EZB-Chef ist (1.11.2011) keine einzige Anleihe aufgekauft. Bekämpft hat die EZB allerdings den Druck auf die Banken der Eurozone mit den längerfristigen Refinanzierungsgeschäften (auch: Basistender), abgekürzt LRG's, englisch longer-term refinancing operations (LTRO) (Schlagwort "Dicke Bertha" bezeichnet) mit einer Laufzeit über 3 Jahre und einem Umfang von zweimal einer Billion Euro (vom 21. Dezember 2011 und vom 29. Februar 2012). Zum Zeitpunkt der Zuteilung der dreijährigen Basistender betrug der Leitzins 1,00 %. Temporär gibt es auch keine klassischen Auktionen mehr sondern die Banken bekommen gegen entsprechende Sicherheiten (auch hier sind die Anforderungen gesunken) unbegrenzt kurzfristig Geld. Diese Aktionen wurden notwendig da der Geldmarkt in der Eurozone zwischen Nord- und Südeuropa zum erliegen gekommen war und die Gefahr real wurde, dass es zum Auseinanderbrechen der Eurozone kommen würde.

Entwicklung der Umlaufrendite

Unser Finanzminister profitiert stark von der Angst um den €uro. Viel Geld aus dem Ausland flüchtete nach Nordeuropa und davon die größeren Summen nach Deutschland. Auch die Angst der Inländer ließ deutsche Staatsanleihen als sicherer Hafen erscheinen. Der deutsche Staatsanleihemarkt ist eben liquide und damit der ideale kurz- und mittelfristige Parkplatz. Sollte es aber zu einer nachhaltigeren Beruhigung in der Eurozone kommen und das Vertrauen deutlich ansteigen wird mancher €uro wieder die Heimreise antreten respektive sich andere Anlagemöglichkeiten suchen. Und schon spielt das Kursverlustrisiko. Allerdings ist nicht zu erwarten, dass die Zinsen wieder sobald die üblichen Höhen erreichen werden. Die Staaten, inklusive Deutschland, sind einfach zu hoch verschuldet. Erwartet wird eher eine Leitzinssenkung der EZB in 2013 auf 0,5 %. Die finanzielle Repression dauert also weiter mit einem ständigen negativen Realzins an. Die Gläubiger werden bestraft, die Schuldner belohnt. Die Zinsen für Tagesgelder liegen heute bei 0,8 %, bei Direktbanken und für Neukunden kann es etwas mehr geben. Festgelder in einem 12-Monatsbereich erreichen manchmal 2 %. Die immer noch nicht ausgestandene Krise und die damit einhergehende Flucht des Geldes nach Deutschland verbilligt die Kredite für den Finanzminister erheblich. Besonders das flexible Tagesgeld profitiert von der momentanen Unsicherheit über den Jahreswechsel. Seine Tagesgeldanleihe erreicht bei höchster Sicherheit 0,00 %. Bei den länger laufenden Bundesschatzbriefen haben die Renditen stark abgegeben und betragen momentan beim Typ A (6 Jahre) 0,54 % und beim Typ B (7 Jahre) 0,69 %. Allerdings hat der Finanzminister das Ende der Bundesschatzbriefe eingeläutet. Die Nachfrage war verständlicherweise zu gering und damit die Verwaltungskosten zu hoch. Mit Jahresanfang war Schluss mit Neuanlagen. In den neunziger Jahren finanzierte der Bund zeitweise mehr als 40 Prozent seiner neuen Schulden bei Kleinanlegern über die "Bundesschätzchen".

Umlaufrenditen und €/US-$
Diese Tabelle dokumentiert die Entwicklung seit unserer ersten Bewertung bezüglich Umlaufrendite (Anleihen, Obligationen sowie Schatzanweisungen des Bundes, seiner Sondervermögen und der Treuhandanstalt)
und dem Verhältnis des € zum US-$ zum jeweiligen Bewertungsstichtag.
 
Datum Insgesamt 3-5 Jahre 5-8 Jahre 8-15 Jahre 15-30 Jahre 1 € in US-$
28.12.12 1,03 % 0,13 % 0,63 % 1,23 % 2,00 % 1,323
15.06.12 1,22 % 0,35 % 0,85 % 1,33 % 2,14 % 1,264
16.03.12 1,66 % 0,71 % 1,36 % 1,88 % 2,67 % 1,317
30.12.11 1,46 % 0,53 % 1,16 % 1,70 % 2,43 % 1,296
16.09.11 1,73 % 0,96 % 1,45 % 1,84 % 2,70 % 1,379
17.06.11 2,66 % 1,92 % 2,42 % 2,84 % 3,58 % 1,432
18.03.11 2,86 % 2,11 % 2,72 % 3,11 % 3,66 % 1,417
30.12.10 2,51 % 1,50 % 2,30 % 2,90 % 3,49 % 1,326
17.09.10 2,17 % 1,31 % 1,97 % 2,43 % 3,11 % 1.306
18.06.10 2,22 % 1,14 % 1,95 % 2,59 % 3,37 % 1,238
19.03.10 2,75 % 1,78 % 2,54 % 3,08 % 3,87 % 1,353
30.12.09 3,02 % 2,09 % 2,78 % 3,31 % 4,12 % 1,433
25.09.09 2,99 % 2,12 % 2,76 % 3,27 % 4,06 % 1,470
27.03.09 2,93 % 2,08 % 2,67 % 3,13 % 4,15 % 1,326
30.12.08 2,86 % 2,26 % 2,60 % 2,91 % 3,73 % 1,407
26.09.08 4,24 % 3,94 % 4,09 % 4,18 % 4,80 % 1,458
20.06.08 4,74 % 4,75 % 4,72 % 4,66 % 4,81 % 1,563
28.12.07 4,34 % 4,16 % 4,24 % 4,34 % 4,66 % 1,472
22.06.07 4,64 % 4,55 % 4,61 % 4,62 % 4,81 % 1,346
30.03.07 4,08 % 4,01 % 4,02 % 4,03 % 4,24 % 1,336
29.12.06 3,96 % 3,91 % 3,93 % 3,94 % 4,09 % 1,320
22.09.06 3,69 % 3,58 % 3,63 % 3,68 % 3,92 % 1,278
23.06.06 3,97 % 3,73 % 3,90 % 4,01 % 4,34 % 1,251
30.12.05 3,22 % 3,00 % 3,14 % 3,25 % 3,57 % 1,183
23.09.05 2,88 % 2,44 % 2,74 % 2,97 % 3,50 % 1,208
23.03.05 3,49 % 3,00 % 3,39 % 3,66 % 4,16 % 1,298
29.12.04 3,41 % 2,88 % 3,27 % 3,57 % 4,22 % 1,359
23.09.04 3,70 % 3,10 % 3,56 % 3,89 % 4,55 % 1,226
26.05.04 3,97 % 3,29 % 3,83 % 4,25 % 4,95 % 1,211
29.12.03 3,94 % 3,30 % 3,86 % 4,20 % 4,87 % 1,248
25.09.03 3,77 % 3,08 % 3,62 % 4,00 % 4,64 % 1,149
12.06.03 3,27 % 2,47 % 2,98 % 3,48 % 4,48 % 1,177
10.04.03 3,94 % 3,30 % 3,86 % 4,20 % 4,87 % 1,077
27.12.02 3,93 % 3,26 % 3,78 % 4,17 % 4,86 % 1,041
27.09.02 4,12 % 3,57 % 4,00 % 4,30 % 4,92 % 0,980
26.07.02 4,52 % 4,07 % 4,48 % 4,70 % 5,16 % 0,985
26.06.02 4,73 % 4,34 % 4,65 % 4,87 % 5,21 % 0.980
25.01.02 4,74 % 4,37 % 4,71 % 4,90 % 5,27 % 0,865

Die Flucht in die vermeintliche Sicherheit und vorallem die Aufkaufprogramme (QE) der Fed haben in den USA die Renditen im Keller gehalten. Momentan rentieren US-Staatsanleihen (U.S. Treasuries) bei 2 Jahren mit 0,25 %, bei 5 Jahren mit 0,75 %, bei 10 Jahren mit 1,71 % und bei 30 Jahren mit 2,88 %. Ohne die Propagandaoffensive gegen die Eurozone und die massiven Aufkaufprogramme der Fed würden die Renditen wesentlich höher stehen. Besonders das Aufkaufprogramm "Twist" (Verkauf am kurzen Ende und Kauf mit diesem Geld und anderen Einkünften aus Zinsen und Fälligkeiten am längeren Ende) hat für Ruhe gesorgt. Aber es reicht nicht mehr und deshalb gibt es im neuen Jahr noch massivere Aufkaufprogramme. Irgendwann wird die Fed dann alle US-Schulden besitzen. Auch in Japan haben die Renditen weiter nachgegeben. 2 Jahre Restlaufzeit bringen 0,10 %, 5 Jahre 0,19 %, 10 Jahre 0,79 % und 30 Jahre 1,98 %. In der Eurozone waren die Renditen zum Teil erheblich auseinandergelaufen und nähern sich jetzt wieder etwas an. Es gab in etlichen Problemstaaten mit dem Machtwort der EZB einen Umschwung bei den Renditen. Die Kurse waren zwischenzeitlich erheblich gefallen und man konnte so mit Staatsanleihen aus diesen Staaten erhebliche Kursgewinne einfahren. So brachten z.B. italienische Staatsanleihen 2012 bis zu 20 % und Mutige konnte bei portugiesischen Staatsanleihen bis zu 52 % Gewinn realisieren. Angst und Gier an den Märkten sind die Voraussetzung um schnell viel Geld zu verdienen respektive zu verlieren.

€uro/US-$
 Schlusskurse vom 28.12.2012

Entwicklung des Verhältnisses €/US-$

Eine Katze hat angeblich sieben Leben und nach Spiegel oder manch anderer Gazette wäre der €uro schon mausetot. Aber er scheint mehr als 7 Leben zu haben. Schon öfters "starb" er in den vergangenen Jahren. Manchmal hatte man den Eindruck diese Gazetten, zum Teil voll auf angelsächsischem Propagandakurs, wünschten sich den Tod geradezu herbei - in der Eurozone besonders bei uns ... Deutsche Todessehnsüchte! Dabei haben bis jetzt einige von diesen Gazetten, und nicht der €uro den letzten Atemzug ausgehaucht. Ende der Financial Times Deutschland Es war ein Italiener, der trotz Bundesbank, erstmals den €uro gerettet hat. Mit deutlichen Worten, denen keine Regierung widersprach, sogar die deutsche Regierung unterstütze diese Aussagen bedingungslos, verschwand das Thema im Sommer vom Tisch. Vorstellbar und wünschenswert wäre das Ausscheiden Griechenlands gewesen. Die Voraussetzungen um das zu verkraften waren von der EZB und der Politik geschaffen worden. Nicht einmal das geschah.

Eurokrise im Spiegel

Der €uro zerschmolz, wurde erschossen, verstarb, verbrannte, wurde (fast) gesprengt, zerbrach horizontal, zerbrach vertikal und nach seinem schon vielfachem Tod fiel dem Graphiker nichts mehr ein und so verlor er die Zahl. (Quelle: Der Wellenreiter)

Im neuen Jahr steht die Rettung Zyperns an. Manch deutscher Politiker meint, das zypriotische Bankensystem dürfte nicht gerettet werden, da dort so viel Schwarzgeld aus Russland geparkt würde. Von den gleichen Politikern hat man aber bis heute kein Wort zu den Schwarzgeldzuflüssen auf unseren Immobilienmarkt gehört. Und die zypriotischen Bankenprobleme liegen auch nicht am russischen Schwarzgeld, sondern an der engen Verflechtung mit Griechenland und bekanntlich liegt Griechenland am Boden. Sicherlich gehören die zypriotischen Steuergesetze und die Bankenaufsicht geändert, aber nicht nur dort. Auch wir haben in dieser Krise nicht erfolgreich abgeschnitten. So hat z.B. unsere Bankenaufsicht total versagt!

Die Krise ist noch lange nicht überwunden, aber viele Staaten haben den richtigen Weg eingeschlagen. Sie begrenzen ihre Neuverschuldung und sind auf dem Weg zu ausgeglichenen Haushalten. Ein steiniger und harter, aber notwendiger Weg. Die Gefahr ist groß dass dieser Pfad der Tugend verlassen wird. Mit Geschenken auf Pump lassen sich viele Wählern gerne kaufen. Auch diesbezüglich sind wir momentan alles andere als ein Vorbild. Mit Rekordsteuereinnahmen schaffen wir keinen ausgeglichenen Haushalt und die politische Diskussion dreht sich praktisch nur um zusätzliche Ausgabenprogramme. Wäre die entsprechende Mehrheit vorhanden, hätte es auch schon auf der Steuerseite reichlich Geschenke gegeben.

Die wirkliche Gefahr für die Eurozone droht von der politischen Seite. Nicht alle Mitglieder haben stabile Staatsstrukturen. So droht Spanien zu zerfallen. 2014 soll es zu einer Volksabstimmung in Katalonien über die Unabhängigkeit kommen. Auch Belgien und Italien sind keine Gebilde absoluter Staatsstabilität. Sollte es stark wirtschaftlich bergab gehen, steigen dort die Zerfallsgefahren erheblich an. Es wird Zeit, dass sich die EU und die Eurozone Regeln für derartige Vorkommnisse gibt, mit denen diese friedlich und ohne zu große Kollateralschäden bewältigt werden können. Nur gemeinsam mit den heutigen Zentralstaaten Zwang Richtung Einigkeit auszuüben ist nicht die intelligenteste Lösung und unterschätzt die regionalen Probleme in diesen Staaten. Die EU müsste klarstellen, dass bei einem Zerfall eines Staates dessen Teile Mitglied der EU und der Eurozone bleiben. So würden die heutigen Zentralstaaten zu einvernehmlichen Lösungen mit den Regionen gezwungen werden. Das Ergebnis wäre dann oft nicht der Zerfall sondern Föderationen mit großer regionaler Autonomie. Auch wenn es momentan ruhig ist und manche glauben die sogenannte Eurokrise wäre überwunden, wird es nicht allzu lange dauern bis die angelsächsische Propaganda wieder loslegt. Auch wird der eine oder andere Problemstaat versuchen, den Weg der Tugend zu verlassen und die Luft wird dann in Brüssel wieder bleihaltiger werden.

Leichtes Rohöl (WTI)
 Schlusskurse vom 28.12.2012

Entwicklung des Rohölpreises

Die Rohstoffspekulation wird immer noch vom billigen Geld der Notenbanken angefeuert. Die Banken dürfen weiterhin das billige Geld der Notenbanken an ihre Töchter oder verschwägerten Hedgefonds zwecks entsprechenden Spekulationen verleihen oder betreiben sie noch selber (in Europa und Asien). Die Spekulationsrisiken sind noch voll vorhanden auch wenn sie größtenteils der Aufsicht der Bankenüberwachung entzogen sind (Hedgefonds, ...). Dann machen die Banken auch noch ein nettes Geschäft mit dem Verkauf von Derivaten auf diesem Gebiet, das dann zusätzlich die Preise bei Lebensmittel, Rohöl und anderen Rohstoffen anfeuert. Der angebliche Schutz vor der Inflation über den Kauf von Rohstoffderivaten feuert sie erst richtig an. Für die USA sind zwar die Preise für das Rohöl das Jahr über gesunken, für Europa sind sie dagegen weiter angestiegen. Preisbestimmend ist in den USA das West Texas Intermediate (auch WTI) Rohöl. Es ist ein leichtes, süßliches und sehr dichtes Rohöl. Durch seinen u. a. geringen Schwefelgehalt eignet es sich besonders für die Mineralöl-Raffinierung und die Herstellung von Benzin. Der mit Abstand größte Handelsplatz für WTI-Öl befindet sich in New York, an der "New York Mercantile Exchange" (NYMEX). Die Regularien dieser Börse sind für den Handel bestimmend. Im mittleren Westen, in Cushing ist der Nabel der WTI-Verteilung. Hier kreuzen sich die Pipelines und es befinden sich auch hier die großen US-Lagerstätten, welche momentan trotz immer noch vorhandenem Rohölimport, ansteigen.

Brent Crude und WTI im 3-Jahres-Verlauf

Für Europa ist der Preis der Nordsee-Öl-Sorte Brent Crude maßgeblich. An ihm orientieren sich die Preise aus der arabischen Welt, aus Russland und früheren Sowjetrepubliken. Sie gilt als vergleichbar mit diesen Sorten und besitzt einen etwas höheren Schwefelgehalt als das nordamerikanische WTI-Öl. Der etwas höhere Schwefelgehalt hat zur Folge, dass Brent Crude Öl eine leicht schlechtere Verarbeitungsqualität als WTI-Öl besitzt. Brent Crude wird hauptsächlich in London an der Intercontinental Exchange (ICE) gehandelt. Die Regularien sind wesentlich lascher als an der NYMEX und damit ist die Spekulation "billiger". Die Preise für beide Rohölsorten waren, bis zum Beginn 2011, praktisch immer gleich. Es gab nur temporär leichte Abweichungen, üblicherweise überschritt die Differenz kaum zwei Dollar.

Der Preisunterschied suggeriert, dass diesseits des Atlantiks Ölmangel geherrscht hätte, jenseits dagegen Überfluss. Es gab die vergangenen Jahre allerdings keinen Mangel, auf beiden Seiten des Atlantiks. Es gab jederzeit Rohöl im Überfluss. Würden wirklich fundamentale Gründe für den Preisunterschied vorliegen, würde man schon längstens handeln. Die Transportkosten je Barrel von Nordamerika über den Teich liegen deutlich unter einem US-Dollar, es würden also große Gewinne winken. Und wieso handelt keiner? Die Gefahr für Fehlinvestitionen wäre zu groß da nur die Spekulation reagieren müsste. Und diese kann sehr schnell reagieren im Vergleich zu Investitionen in Pipelines und Verschiffungskapazitäten. Die USA überschwemmen die Welt also nicht nur mit US-Dollars und kaufen mit dem gedruckten Geld alles auf was nicht niet- und nagelfest ist, nein, sie "erheben" außerhalb den USA zusammen mit Großbritannien noch eine Sondersteuer auf Rohöl. Und wer glaubt, die Rohstoffpreise hätten fundamentale Hintergründe dem seien die Analysten Yasunari Inamura, Tomonori Kimata, Takeshi Kimura und Takashi Muto zum Lesen empfohlen. Sie konnten statistisch unter anderem einen eindeutigen Zusammenhang zwischen negativen Realzinsen in weiten Teilen der Welt und steigenden Rohstoffpreisen herstellen. Die spekulativen Impulse ließen sich zudem an der in den vergangenen Jahren stark zugenommenen Anzahl an Terminbörsen offen stehender und gehandelter Kontrakte, vieler neuer Rohstofffonds sowie einer stark zugenommenen Korrelation zwischen Portfolioumschichtungen und dem Preisauftrieb bei Rohstoffen ableiten. Die Preisentwicklung an den Rohstoffmärkten habe sich zumindest in Ansätzen von realwirtschaftlichen Angebots- und Nachfragefaktoren abgekoppelt, erklären sie.

DAX®-Ergebnis
 Schlusskurse vom 21.12.2012 und vom 28.12.2012

Die Tabelle zeigt die Entwicklung vom DAX® seit der Januarbewertung 2002. Nach den aktuellen Schätzungen schreibt kein Teilnehmer im DAX® Verluste. Deshalb sind KGV(1) und KGV(2) gleich. Alle Berechnungen berücksichtigen das jeweilige Gewicht der Aktien im DAX®.

Ende September mussten METRO und MAN den DAX® verlassen. Ihr frei handelbares Kapital war zu gering geworden. METRO lief schlecht und VOLKSWAGEN hatte zwischenzeitlich einen zu großen Teil von MAN aufgekauft. Ersetzt wurden sie durch den Automobilzulieferer CONTINENTAL und das Spezialchemieunternehmen LANXESS.

DatumDAX®-StandDividenden-
rendite
KGV(f)KGV(1)KGV(2)
21.12.127636,233,51 %15,410,710,7
15.06.126229,414,43 %15,49,29,2
16.03.127157,823,62 %15,410,910,9
16.12.115701,784,48 %15,49,09,0
16.09.115573,514,60 %15,48,28,2
17.06.117164,053,61 %15,410,810,8
18.03.116664,403,11 %15,410,310,3
17.12.106982,452,82 %15,410,910,9
17.09.106209,763,20 %15,411,311,3
18.06.106216,983,24 %15,412,112,0
19.03.105978,223,56 %15,412,712,6
30.12.095957,433,64 %15,413,213,1
25.09.095581,413,89 %15,415,012,9
27.03.094203,556,51 %15,49,19,1
30.12.084810,205,56 %15,48,28,2
26.09.086063,504,28 %15,410,710,6
20.06.086578,443,89 %15,410,910,8
28.12.078067,322,50 %15,412,812,8
22.06.077949,632,53 %15,415,015,0
30.03.076917,032,64 %15,413,313,3
29.12.066596,922,72 %15,414,814,7
22.09.065883,323,03 %15,413,213,0
23.06.065529,743,28 %15,412,512,4
30.12.055408,262,13 %15,412,912,9
23.09.054882,582,31 %15,413,713,6
23.03.054317,201,91 %15,413,313,3
29.12.044247,751,89 %15,413,113,1
23.09.043905,662,06 %15,414,914,9
26.05.043867,522,12 %15,415,315,3
29.12.033952,722,02 %15,416,116,1
25.09.033326,272,40 %15,418,715,9
12.06.033219,472,45 %15,416,814,8
10.04.032697,103,24 %15,413,411,7
27.12.022840,002,93 %15,410,99,8
27.09.022918,902,87 %15,412,911,8
26.07.023579,002,37 %15,415,614,1
26.06.024099,052,07 %15,417,116,2
25.01.025156,332,02 %15,421,819,6
Erläuterungen zur Tabelle finden Sie in den

COMMERZBANK zahlte dieses Jahr keine Dividende und wird auch nächstes Jahr dazu kaum in der Lage sein: Gewicht 0,95 %. Unverändert waren die Dividenden bei ALLIANZ, BEIERSDORF, DEUTSCHE BANK, DT.TELEKOM, MUENCH.RUECKVERS. und THYSSENKRUPP. Weniger zahlten E.ON, LUFTHANSA und RWE. Die neuen Mitglieder LANXESS und CONTINENTAL hatten ihre Dividenden in 2012 erhöht, CONTINENTAL dabei sehr deutlich (nach Dividendenausfall im vorherigen Jahr). Alle anderen (17 Mitglieder) schütteten auch mehr aus. Bei SAP gab es zusätzlich eine Sonderzahlung. Die gestiegenen Kurse sind der wirkliche Grund für die gesunkene Dividendenrendite. Sie ist angesichts der Renditen auf dem Anleihe- und Geldmarkt mit 3,51 % aber immer noch beachtlich. Für 2013 rechnet die COMMERZBANK und das HANDELSBLATT anhand der ausgewerteten Quartalsergebnisse mit leicht erhöhten Dividendenzahlungen. 2013 sollen danach die 30 DAX®-Unternehmen insgesamt 28,5 Milliarden €uro ausschütten – eine Milliarde mehr als im vergangenen Jahr. Sollte sich die wirtschaftliche Entwicklung allerdings deutlich eintrüben, könnte man die Rechnung ohne den Wirt gemacht haben.

Auf Jahressicht nahm der Anteil der 10 größten Aktiengesellschaften am DAX® ab. Gegenüber der Junibewertung legte er leicht zu. Er beträgt momentan 66,81 %. Die VOLKSWAGEN-Vorzüge haben den Platz von LINDE eingenommen. Das Gewicht der Technologie (DT.TELEKOM + INFINEON TECH. + SAP + SIEMENS = 23,47 %) nahm auf Jahressicht und gegenüber der Junibewertung leicht ab. Es beträgt momentan 23,17 %. Der undurchsichtige Finanzsektor (ALLIANZ, COMMERZBANK, DEUTSCHE BANK, DEUTSCHE BOERSE, MUENCH.RUECKVERS.) legte auf Jahressicht und gegenüber der Junibewertung zu. Er beträgt momentan 17,30 % und ist immer noch weit von der früheren Größe entfernt. Das gewichtete KGV dieses Sektors beträgt nun 8,42, höher als vor einem Jahr und wesentlich höher gegenüber der Junibewertung. Die Beruhigung an den Finanzmärkten spiegelt sich in dieser Verbesserung. Trotzdem ist das Misstrauen der Spekulanten gegenüber der Finanzbranche und das Misstrauen innerhalb der Finanzbranche noch nicht verschwunden, wie das deutlich bessere KGV dieser Branche gegenüber dem DAX® zeigt.

Die Auftragslage in der deutschen Industrie ist noch gut und vieles spricht dafür, dass die erste Jahreshälfte 2013 nicht so schlecht laufen wird wie allgemein erwartet wird. I/B/E/S hat die Gewinnerwartungen erhöht. Während die Kurse seit unserer Junibewertung um insgesamt 22,58 % zulegten, legte das KGV im gleichen Zeitraum nur um 16,30 % zu. Mit einem KGV von über 10 ist der DAX®, berücksichtigt man die Sondersituation Finanzbranche, in einem Übergangsbereich von "billig" zu "fair" bewertet. Es war ein außergewöhnliches Gewinnjahr für die Mehrzahl der DAX®-Teilnehmer. Sogar ein neues Allzeithoch hätte den DAX® im Bereich einer "fairen" Bewertung gelassen. Es gab sogar etliche Möglichkeiten mit etwas Glück den Index zu schlagen.

Entwicklung des DAX®

Den Einbruch während dem Höhepunkt der Eurokrise hat der DAX® überwunden und ist dabei, seinen dadurch entstandenen Rückstand gegenüber Nordamerikanischen Aktienindizes aufzuholen. Die Rallye, nach dem Einbruch wegen der Finanzkrise geht demnächst ins fünfte Jahr und neue Allzeithochs winken am Horizont. Viele der möglichen Risiken sind hier in den vorherigen Bewertungen aufgeführt worden. Ob und wann sie eintreten und welche Auswirkungen sie auf den Aktienmarkt haben, weiß keiner. Entscheiden sie deshalb selbst wie es weiter geht und richten sie ihre Aktivitäten danach aus. Oft kommt es nicht so schlimm wie es am Horizont droht. Manchmal kommt überraschend ein starkes negatives Ereignis mit dem keiner gerechnet hatte. Konkret? Für einen Einstieg stehen die Kurse schon ziemlich hoch. Zum Ausstieg kann man sich noch Zeit lassen, aber Augen und Ohren offen halten respektive sich an seine Ausstiegsregeln bei deutlichen Kursverlusten halten. In der Nähe der möglichen Allzeithochs Finger am Verkaufsknopf bereit halten.

Renditen im DAX® bei langfristiger Anlage
 Schlusskurse vom 28.12.2012

Im Mai 2004 beschäftigten wir uns das erste Mal ausführlich mit der Problematik der langfristigen Spekulation. Seitdem führen wir unsere Tabelle bezüglich Renditen bei langfristigen DAX®-Anlagen weiter und erweitern sie um einen virtuellen Ausstieg am 28.12.2012 (Tagesschlusskurs). Der Einstiegszeitpunkt war jeweils am Jahresanfang:

Einstiegsjahr:1960196519701975198019851988 (*)19901995200020052010
Rendite p. a. in % 
Ausstieg: 27.12.02: 
4,514,774,677,14 7,917,077,213,513,98-25,15-,---,--
Rendite p. a. in % 
Ausstieg: 29.12.03: 
5,195,545,558,11 9,058,568,975,727,40-12,54-,---,--
Rendite p. a. in % 
Ausstieg: 29.12.04: 
5,245,585,618,09 8,998,508,885,837,40-8,85-,---,--
Rendite p. a. in % 
Ausstieg: 30.12.05: 
5,686,076,168,67 9,659,349,847,079,09-3,6326,32-,--
Rendite p. a. in % 
Ausstieg: 29.12.06: 
6,006,596,569,06 10,089,8810,457,8910,11-0,3324,09-,--
Rendite p. a. in % 
Ausstieg: 28.12.07: 
6,326,776,959,44 10,5010,3911,008,6511,002,2623,51-,--
Rendite p. a. in % 
Ausstieg: 30.12.08: 
5,075,365,357,50 8,177,597,775,276,17-3,702,90-,--
Rendite p. a. in % 
Ausstieg: 30.12.09: 
5,425,745,787,94 8,668,208,456,137,27-1,246,79-,--
Rendite p. a. in % 
Ausstieg: 30.12.10: 
5,625,966,028,16 8,898,498,776,587,800,228,2814,40
Rendite p. a. in % 
Ausstieg: 30.12.11: 
5,185,475,477,46 8,067,537,685,516,33-1,124,65-1,25
Rendite p. a. in % 
Ausstieg: 28.12.12: 
5,595,915,977,98 8,658,248,466,447,480,937,437,99
(*): DAX®-Gründung; vorherige Werte sind simuliert.
Basis: jeweils 1. Tagesschlusskurs des Einstiegsjahres (Ausnahme Gründungszeitpunkt 1988 0.00 Uhr: 1000)
ACHTUNG: Die ausgewiesene Rendite ist immer ein Zinseszins! Gilt auch für negative Renditen.

Es ist ersichtlich, dass der Einstiegs- und der Ausstiegszeitpunkt auch bei der langfristigen Anlage nicht unerheblich ist. Das Gegenteil behaupten nur Verkäufer von Finanzprodukten. Sie wollen ihren Laden nicht immer wieder schließen müssen. Dann gibt es noch viele geistig Minderbemittelte die deren Verkaufsargumente einfach nachplappern. Es ist auch empfehlenswert temporär überhaupt keine Aktien zu besitzen. Das kann die Rendite erheblich heben (Michael O'Higgins). Ein akzeptables "Timing" ist und bleibt das A und O der Aktienanlage.

Rangfolge - Dividendenstrategie (Burr/Graham)
 Schlusskurse vom 21.12.2012

Die Kandidaten:

Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht genießen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die Lektüre von Bärische Warnungen unter Strategien.

RangCodeNameDividendenrendite
1DTEDT.TELEKOM AG NA8,10 %
2EOANE.ON SE NA7,14 %
3DB1DEUTSCHE BOERSE NA O.N.7,09 %
4RWERWE AG ST O.N.6,40 %
5DAIDAIMLER AG NA O.N.5,29 %
6MUV2MUENCH.RUECKVERS.VNA O.N.4,54 %
7ALVALLIANZ SE VNA O.N.4,27 %
8DPWDEUTSCHE POST AG NA O.N.4,21 %
9SDFK+S AG NA O.N.3,68 %
10SIESIEMENS AG NA3,64 %

Die Bewerber:

RangCodeNameDividendenrendite
11BASBASF SE NA O.N.3,51 %
12BMWBAY.MOTOREN WERKE AG ST3,16 %
13TKATHYSSENKRUPP AG O.N.2,50 %
14DBKDEUTSCHE BANK AG NA O.N.2,27 %
15BAYNBAYER AG NA2,26 %

Anleger in andere Varianten der Dividendenstrategie, können sich diese sehr einfach aus obigen Tabellen zusammenstellen. "Top 12" entspricht Rang 1 bis 12. "Top 5" entspricht Rang 1 bis 5.

Rangfolge - Dogs of the ... - Low Five (O'Higgins)
 Schlusskurse vom 21.12.2012

Die Kandidaten:

Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht genießen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die Lektüre von Bärische Warnungen unter Strategien.

RangCodeNameKurs
1DTEDT.TELEKOM AG NA8,644
2EOANE.ON SE NA14,010
3DPWDEUTSCHE POST AG NA O.N.16,615
4RWERWE AG ST O.N.31,240
5SDFK+S AG NA O.N.35,295

Die Bewerber:

RangCodeNameKurs
6DAIDAIMLER AG NA O.N.41,560
7DB1DEUTSCHE BOERSE NA O.N.46,515
8SIESIEMENS AG NA82,470

Rangfolge nach Gewicht
 Schlusskurse vom 21.12.2012

RangCodeNameGewicht
1SIESIEMENS AG NA10,11 %
2BASBASF SE NA O.N.9,86 %
3BAYNBAYER AG NA9,10 %
4SAPSAP AG O.N.8,22 %
5ALVALLIANZ SE VNA O.N.7,20 %
6DAIDAIMLER AG NA O.N.6,18 %
7DBKDEUTSCHE BANK AG NA O.N.4,57 %
8EOANE.ON SE NA4,03 %
9DTEDT.TELEKOM AG NA3,83 %
10VOW3VOLKSWAGEN AG VZO O.N.3,71 %

Einzelergebnisse 2012
 Schlusskurse vom 28.12.2012

Rang Gesellschaft Kurs am
30.12.2011
Kurs am
28.12.2012
Dividende Ergebnis
1 CONTINENTAL AG O.N. 48,095 87,590 1,50 85,24%
2 LANXESS AG 40,000 66,270 0,85 67,80%
3 LUFTHANSA AG VNA O.N. 9,185 14,240 0,25 57,76%
4 VOLKSWAGEN AG VZO O.N. 115,750 172,150 3,06 51,37%
5 SAP AG O.N. 40,850 60,690 1,10 51,26%
6 MUENCH.RUECKVERS.VNA O.N. 94,780 136,000 6,25 50,08%
7 BAYER AG NA 49,400 71,890 1,65 48,87%
8 ALLIANZ SE VNA O.N. 73,910 104,800 4,50 47,88%
9 DEUTSCHE POST AG NA O.N. 11,880 16,600 0,70 45,62%
10 BAY.MOTOREN WERKE AG ST 51,760 72,930 2,30 45,34%
11 BEIERSDORF AG O.N. 43,820 61,880 0,70 42,81%
12 HENKEL AG+CO.KGAA VZO 44,590 62,200 0,80 41,29%
13 HEIDELBERGCEMENT AG O.N. 32,790 45,830 0,35 40,84%
14 BASF SE NA O.N. 53,890 71,150 2,50 36,67%
15 ADIDAS AG NA O.N. 50,260 67,330 1,00 35,95%
16 MERCK KGAA O.N. 77,030 99,830 1,50 31,55%
DAX 5.898,35 7612,39 29,06%
17 DAIMLER AG NA O.N. 33,920 41,320 2,20 28,30%
18 FRESENIUS SE+CO.KGAA O.N. 71,480 87,100 0,95 23,18%
19 RWE AG ST O.N. 27,150 31,240 2,00 22,43%
20 DEUTSCHE BOERSE NA O.N. 40,510 46,210 3,30 22,22%
21 LINDE AG O.N. 114,950 132,000 2,50 17,01%
22 SIEMENS AG NA 73,940 82,200 3,00 15,23%
23 DEUTSCHE BANK AG NA O.N. 29,435 32,950 0,75 14,49%
24 COMMERZBANK AG O.N. 1,303 1,434 0,00 10,05%
25 INFINEON TECH.AG NA O.N. 5,816 6,129 0,12 7,44%
25 DT.TELEKOM AG NA 8,865 8,595 0,70 4,85%
27 K+S AG NA O.N. 34,920 35,000 1,30 3,95%
28 THYSSENKRUPP AG O.N. 17,725 17,760 0,45 2,74%
29 FRESEN.MED.CARE KGAA ST 52,500 52,310 0,69 0,95%
30 E.ON SE NA 16,670 14,090 1,00 -9,48%

Dieses Jahr war es schon schwierig Verluste zu schreiben. Nimmt man an, dass die Absteiger geblieben wären, hatten 15 Aktien (MAN besser als der DAX® und METRO mit Verlusten auf Jahressicht) eine bessere Performance als der DAX® und etliche lagen zusätzlich in Schlagweite. Man brauchte nicht sehr viel Glück um den Index zu schlagen.

Kurzer Blick auf den Chart
 Schlusskurse vom 28.12.2012

DAX® und REXP im Vergleich

Betrachtet man die vergangenen 15 Jahre hat man bei einer Investition in den REXP ( ) sicherlich ruhiger geschlafen. Nur eine Investition in den DAX®, nahe am Tief 2002, hätte beim DAX® eine bessere Performance gebracht. Also Aktien kaufen und schlafen legen funktioniert nur in besonderen Zeitabschnitten und nicht über sehr lange Zeiträume, die vergangenen 15 Jahre auf jeden Fall nicht. Es ist aber zu befürchten, dass diese Strategie, welche sich durch absolute Inaktivität auszeichnet, auch beim REXP zukünftig nicht mehr funktionieren wird. Mit einer Umlaufrendite um 1,03 % und einer Rendite von 1,23 % bei Deutschen Staatsanleihen mit einer Restlaufzeit von 10 Jahren ist die finanzielle Repression voll am wirken und die Zeit von Kurssteigerungen geht dem Ende zu. Die Wahrscheinlichkeit von stagnierenden bis sinkenden Kursen ist nicht gering. Um es grafisch auszudrücken: Die Zeit ist nicht mehr fern in der sich die Kurve des REXP abflachen wird. Wir werden die alten "normalen" Zinsen sicherlich nicht sobald erleben, aber mit dem Weichen der Angst in der Eurozone wird es zu deutlichen Abflüssen aus den Deutschen Staatsschulden und damit eventuell sogar zu temporären Verlusten im REXP kommen. Man wird also gezwungen die Verluste über die finanzielle Repression (Inflation höher als Zinsen) zu akzeptieren oder ins Risiko zu gehen. Risiko bedeutet allerdings nicht grundsätzlich Gewinn. Sicher wird dabei nur die Wahrscheinlichkeit von Verlusten. Aber was bleibt uns schon übrig? Auf irgendeine Weise müssen wir die überbordende Geldmenge und die damit im Zusammenhang stehenden Schulden eindampfen.

baer45 wünscht allen Lesern viel Glück bei ihren Spekulationen im Neuen Jahr
 

Analysten-Prognose: So wird 2013

Und weil es immer wieder so lustig ist, wieder einmal Prognosen der Finanzinstitute (Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ)). Alle Prognosen beziehen sich auf den Jahresendstand 2013 und auf die Mitte 2013. Da die Banken für 2012 zu pessimistisch waren, schätzen sie jetzt die Zukunft rosiger ein. Letztes Jahr waren die hier veröffentlichten Prognosen aus dem Handelsblatt.

Banken DAX®-Stand in Punkten Preis des €uros in US-$
Mitte 2013Ende 2013Mitte 2013Ende 2013
Allianz GI *700080001,321,35
Bayern LB750080001,311,35
BHF-Bank - 8300 - 1,33
BNP Paribas 7732 8084 1,32 1,32
Citigroup - - - 1,20
Commerzbank - 8500 1,27 1,23
Dekabank 8000 8000 1,23 1.18
DWS - 8100 - 1,30
DZ Bank 7800 7800 1,28 1,32
Goldman Sachs - - 1,33 1,40
Helaba 7700 8200 1,35 1,35
HSBC Trinkaus - 8200 1,34 1,35
J.P. Morgan - 7785 1,30 1,34
LBBW 7500 8000 1,25 1,20
M.M.Warburg 8100 8400 1,30 1,22
Nomura - 8890 - 1,15
Postbank 7400 7750 1,24 1,20
Santander Consumer Bank 7800 8250 1,35 1,40
Société Générale 7000 7250 1,25 1,19
UBS 7300 7800 1,25 1,20
Unicredit 8200 8000 1,32 1,35
Durchschnitt 7618 8069 1,29 1,28
Aktuell (28.12.2012) 7612,39 1,323
Umfragewerte (FAZ) für 2012 6009 6588 1,32 1,35
*: Mittelwert aus einer Bandbreite von plus/minus 10 Prozent außer €uro/US-$-Kurs
 
Quelle: Unternehmensangaben - eigene Recherchen der FAZ.


Sehr selten treffen die Vorhersagen der Banken ein. Es ist also nicht unwahrscheinlich, dass es entweder wesentlich besser oder schlechter laufen wird. Man bleibt eben für seine Spekulationen und die damit einhergehenden Einschätzungen selbst verantwortlich.

Handelskalender 2013

An der FWB® Frankfurter Wertpapierbörse wird im Jahr 2013 von Montags bis Freitags außer am 1. Januar (Neujahr), 29. März (Karfreitag), 1. April (Ostermontag), 1. Mai (Tag der Arbeit), 24. Dezember (Heiligabend), 25. Dezember (1. Weihnachtstag), 26. Dezember (2. Weihnachtstag) und am 31. Dezember (Silvester) gehandelt. Der Handel auf Xetra® für den DAX® läuft von 9 bis 17.30 Uhr. In Xetra® findet die Eröffnungsauktion bereits ab 8.50 Uhr statt; die Schlussauktion ab 17.30 Uhr.


Nach Oben auf dieser Seite. Impressum. baer45: DAX®