baer45: DAX®
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Der Goldpreis ist Substanz plus Glaube und Angst minus Zinsen

31.12.2007: DAX®-Bewertungen

Bewertung zum 28.12.2007

Viel Glück im neuen Jahr!

Das fünfte Jahr in Folge steigt der DAX® und schließt dieses Jahr mit einem erklecklichen und von keinem Analysten erwarteten Jahresgewinn von über 22% (22,29%) ab. Allerdings ist der Aufwärtstrieb seit unserer letzten Bewertung im Sommer praktisch zum Stillstand gekommen. Er legte nur noch um mickrige 1,5% zu. Nach einem neuen Allzeithoch mit 8151,57 Punkten im Juli wurde die Kreditkrise virulent und wir kriechen seitdem seitwärts dahin. In dieser immer noch andauernden Krise zeigte der DAX® eine überraschend starke relative Stärke. Viele hätten ihm das nicht zugetraut. Er schlug sich besser als alle anderen Blue-Chip-Indizes der großen westlichen Industrieländer. Mit seinem aktuellen Stand von 8067,32 Punkten ist er nur 1% von seinem Julihoch entfernt. Ein Grund für diese Stärke ist sicherlich die nicht mehr existierende Deutschland AG und das geringere Gewicht der Finanzwerte im Vergleich mit anderen Indizes. Auch die sehr gute Aufstellung und Gewinnsituation der DAX®-Teilnehmer spielt eine große Rolle. Die Stimmung ist immer noch sehr gut. 52% Bullen stehen 26% Bären gegenüber (Quelle: Cognitrend). Allerdings ist die Kreditkrise noch nicht bewältigt und es drohen dunkle Wolken an der Konjunkturfront. Auch die Inflationsentwicklung scheint ungebrochen. Ob wir ein sechstes positives Jahr in Folge erleben werden wird, trotz guter fundamentaler Ausgangslage, täglich unwahrscheinlicher.

Ausgangsdaten

Basis sind die Xetra®- Schlusskurse vom 28.12.2007. Die Kurse und das jeweilige Gewicht einer Aktie im DAX® sind von der Deutschen Börse. Die Dividenden mit denen die berechnet wird, das aktuelle (Basis: Schätzungen Thomson Financial von Ende 2007) der Aktien und die sind aus der Süddeutschen Zeitung. Die DAX®-Bewertung wird gewichtet ausgeführt ( siehe ). D.h., eine Aktie mit sehr großer Marktkapitalisierung geht stärker in das Ergebnis ein als eine Aktie mit einer weit geringeren Marktkapitalisierung. Seit dem 24.06.2002 wird dabei nur noch der sogenannte frei handelbare Anteil berücksichtigt. Dieser Anteil wird regelmäßig überprüft und verändert damit ebenso wie der Kurs das Gewicht der Aktie im DAX®. Weitere Regeländerungen gab es zum Oktober 2006. Seitdem muss der Firmensitz nicht mehr in Deutschland sein und das Gewicht wird bei 10 % zum jeweiligen nächsten Bewertungsstichtag gekappt.

CodeNameISINKursDividendeKGVGewicht
1ADSADIDASDE000500340451,260,4219,001,31 %
2ALVALLIANZ DE0008404005147,953,808,008,37 %
3BASBASF DE0005151005101,413,0013,006,18 %
4BMWBAY.MOTOREN WERKEDE000519000342,350,7010,001,71 %
65BAYBAYER DE000575200062,531,0018,006,00 %
6CBKCOMMERZBANKDE000803200426,260,759,001,98 %
7CONCONTINENTALDE000543900488,992,0010,001,81 %
8DAIDAIMLERDE000710000066,501,5012,008,16 %
9DBKDEUTSCHE BANKDE000514000889,404,008,005,63 %
10DB1DEUTSCHE BOERSEDE0005810055135,751,7029,003,41 %
11DPWDEUTSCHE POSTDE000555200423,510,7512,002,48 %
12DPBDEUTSCHE POSTBANKDE000800100960,751,2512,000,63 %
13DTEDT.TELEKOMDE000555750815,020,7219,005,26 %
14EOAE.ON DE0007614406145,593,3517,0010,06 %
15FMEFRESEN.MED.CAREDE000578580236,690,4713,000,86 %
16HEN3HENKELDE000604843238,430,5016,000,86 %
17HRXHYPO REAL ESTATEDE000802770736,101,508,000,91 %
18IFXINFINEON TECH.DE00062310048,070,0018,000,76 %
19LINLINDE DE000648300190,451,5017,001,45 %
20LHALUFTHANSA DE000823212518,220,709,001,05 %
21MANMAN DE0005937007113,801,50+0,5015,001,41 %
22MRKMERCKDE0006599905 88,300,90+0,1515,000,72 %
23MEOMETRO DE000725750357,441,1217,000,74 %
24MUV2MUENCH.RUECKVERS.DE0008430026132,944,509,003,64 %
25RWERWE DE000703712996,003,5015,005,61 %
26SAPSAP DE000716460035,530,4619,003,96 %
27SIESIEMENS DE0007236101108,861,4517,009,93 %
28TKATHYSSENKRUPPDE000750000138,351,009,001,86 %
29TUI1TUI DE000TUAG00019,130,0014,000,48 %
30VOWVOLKSWAGEN DE0007664005156,101,2515,002,78 %
MAN und MERCK leisteten neben der Dividendenzahlung auch noch eine Sonderzahlung

Im Laufe des Jahres wurde der DAX® einmal umgestellt. ALTANA hatte sein Pharmageschäft veräußert und verließ dadurch unseren Leitindex über die "Fast Exit" Regel. Den Platz von ALTANA nahm MERCK ein. Die jetzige Bewertung ist die übliche Bewertung zum Jahresende. Besondere Gründe lagen nicht vor. Es ist jedoch interessant, inwieweit die jüngste Kurs- und Gewinnentwicklung die Bewertung verändert hat.

Umlaufrendite, €/US-$ und Rohölpreis

Entwicklung der Umlaufrendite in 2007

Bis in den Juli stiegen die Aktienkurse und die Renditen der Anleihen. Dann rückte plötzlich die schon seit längerem vor sich hinschwelende US-Immobilienkrise ins Bewusstsein und es entwickelte sich schnell eine veritable weltweite Kreditkrise. Die Risikoaversion explodierte und es fand eine große Flucht in die Sicherheit (Staatsanleihen) statt. Von ihrem Jahrestief im März mit 3,89% stieg die Umlaufrendite bis zu ihrem Jahreshoch im Sommer um 81 Basispunkte auf 4,7%. Obwohl sich der Currency Carry Trade teilweise auflöste, fiel die Umlaufrendite bis Ende November jeweils mit einer inversen Korrelation zum Aktienmarkt, um das Jahr dann mit 4,34% abzuschließen. Trotz gestiegener Inflation bewahrte die Kreditkrise manchen Besitzer von Staatsanleihen vor großen Kursverlusten und bot sogar im Einzelfall temporär eine Ausstiegsmöglichkeit mit Gewinn respektive wesentlich geringeren Verlusten. Die nähere Zukunft wird wohl stärker von der noch nicht verdauten Kreditkrise als von der Angst vor einer wachsenden Inflation gesteuert werden. Wenn die Transparenz am Finanzmarkt zurückgekehrt ist, wird die Inflation wieder der bestimmendere Faktor, sollten die Aktienmärkte stabil bleiben.
 
Seit unserer letzten Bewertung Ende Juni gab es keine Zinsveränderung mehr durch die EZB. Seit dem 13. Juni, nach mittlerweile acht Zinserhöhungen in Folge, bleibt der Mindestbietungssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte des €urosystems 4,00 % (für Spitzenrefinanzierungsfazilität 5,00 % und für die Einlagefazilität 3,00 %). Die massiven Zinssenkungen in den USA verhinderten, trotz gestiegener Inflation, die allgemein erwartete Zinserhöhung um weitere 25 Basispunkte in der €urozone. Die Turbulenzen an den Finanzmärkten und der verfallende US-$ (u. a. wegen massiven Leitzinsänderungen in den USA) fesselten die EZB. Der US-Leitzins liegt momentan bei 4,25%. Im Juni stand er noch bei 5,25%. Weitere Zinssenkungen werden in 2008 in den USA erwartet. baer45 hatte die Situation in den USA etwas unterschätzt und nicht erwartet, dass das Federal Open Market Committee (FOMC) der US-Notenbank bei der aktuellen Inflationslage die Zinsen derartig stark senken würde. Es (FOMC) war und ist allerdings gezwungen weitere Leitzinssenkungen durchzuführen um im Immobilienmarkt die Pleiterate zu reduzieren und damit das Überleben etlicher US-amerikanischer Großbanken zu sichern. Bedingt durch die Vertrauenskrise im Geldmarkt ist es zu einem gestiegenen Liquiditätsbedarf der Banken gekommen und die Tageszinsen haben zugelegt. Die Spitzensätze liegen aktuell bei 3,25 bis 4,5%. Zahlt Ihre Bank weniger? Wenn ja, tragen Sie Ihre Tagesgelder zur Konkurrenz! Festgelder in einem 6-Monatsbereich erreichen teilweise 5%. Der Bundesfinanzminister hat die gestiegene Risikoaversion berücksichtigt und die Renditen bei Bundesschatzbriefen reduziert. Sie betragen momentan beim Typ A (6 Jahre) 3,86% und beim Typ B (7 Jahre) 3,93%. Die inflationäre Entwicklung schreit nach Zinserhöhungen. Die Kreditkrise wird dies wahrscheinlich verhindern. Manch einer rechnet sogar mit einer ersten Zinssenkung in 2008 in der €urozone.

Umlaufrenditen und €/US-$
Diese Tabelle dokumentiert die Entwicklung seit unserer ersten Bewertung bezüglich Umlaufrendite (Anleihen, Obligationen sowie Schatzanweisungen des Bundes, seiner Sondervermögen und der Treuhandanstalt) und dem Verhältnis des € zum US-$ zum jeweiligen Bewertungsstichtag.
 
Datum Insgesamt 3-5 Jahre 5-8 Jahre 8-15 Jahre 15-30 Jahre 1 € in US-$
28.12.07 4,34 % 4,16 % 4,24 % 4,34 % 4,66 % 1,472
22.06.07 4,64 % 4,55 % 4,61 % 4,62 % 4,81 % 1,346
30.03.07 4,08 % 4,01 % 4,02 % 4,03 % 4,24 % 1,336
29.12.06 3,96 % 3,91 % 3,93 % 3,94 % 4,09 % 1,320
22.09.06 3,69 % 3,58 % 3,63 % 3,68 % 3,92 % 1,278
23.06.06 3,97 % 3,73 % 3,90 % 4,01 % 4,34 % 1,251
30.12.05 3,22 % 3,00 % 3,14 % 3,25 % 3,57 % 1,183
23.09.05 2,88 % 2,44 % 2,74 % 2,97 % 3,50 % 1,208
23.03.05 3,49 % 3,00 % 3,39 % 3,66 % 4,16 % 1,298
29.12.04 3,41 % 2,88 % 3,27 % 3,57 % 4,22 % 1,359
23.09.04 3,70 % 3,10 % 3,56 % 3,89 % 4,55 % 1,226
26.05.04 3,97 % 3,29 % 3,83 % 4,25 % 4,95 % 1,211
29.12.03 3,94 % 3,30 % 3,86 % 4,20 % 4,87 % 1,248
25.09.03 3,77 % 3,08 % 3,62 % 4,00 % 4,64 % 1,149
12.06.03 3,27 % 2,47 % 2,98 % 3,48 % 4,48 % 1,177
10.04.03 3,94 % 3,30 % 3,86 % 4,20 % 4,87 % 1,077
27.12.02 3,93 % 3,26 % 3,78 % 4,17 % 4,86 % 1,041
27.09.02 4,12 % 3,57 % 4,00 % 4,30 % 4,92 % 0,980
26.07.02 4,52 % 4,07 % 4,48 % 4,70 % 5,16 % 0,985
26.06.02 4,73 % 4,34 % 4,65 % 4,87 % 5,21 % 0.980
25.01.02 4,74 % 4,37 % 4,71 % 4,90 % 5,27 % 0,865

In den USA sind die Renditen zusammengebrochen. Hier gab es die größte Flucht in die Sicherheit und das größte Misstrauen gegenüber den Banken. Es werden zwischenzeitlich Vergleiche mit der Bankenkrise von 1907 angestellt. Momentan erhält man für Tagesgelder 4,25%. US-Staatsanleihen (Treasury Note) rentieren bei 2 Jahren mit 3,11%, bei 5 Jahren mit 3,5%, bei 10 Jahren mit 4.08% und bei 30 Jahren mit 4,5%. Die Renditen liegen inzwischen deutlich unter denjenigen im €uroraum. Verfallende Renditen gehen bekanntermaßen mit steigenden Kursen einher. Eine Investition in 10-jährige US-Staatsanleihen hat in 2007 ein deutlich besseres Ergebnis (Total Return) als eine Investition in den DJIA oder S&P500 abgeliefert. In der Renditeentwicklung kann man auch die Erwartung für weitere Leitzinssenkungen deutlich erkennen. Temporär war sogar ein Leitzins um die 3% "eingepreist". In der Schweiz rentieren 10-jährige Staatsanleihen momentan mit 3,08%. Eine ganz andere Welt ist Japan. Die Rendite für 10-jährige Staatsanleihen ist dort auf 1,51% gefallen.

Entwicklung des Verhältnisses €/US-$ in 2007

Das Leitmotiv der amerikanischen Währungspolitik hat vor über dreißig Jahren John Connally geprägt, der Finanzminister Richard Nixons:
 
"Der Dollar ist unsere Währung, aber euer Problem."
 
Seit dem Spätsommer 2006 verliert der US-$ wieder, von kleinen Unterbrechungen abgesehen, kontinuierlich an Wert und erzeugt damit Angst vor ungesunden Turbulenzen am Devisenmarkt. Die private und die staatliche Verschuldung ist in Bereiche vorgestoßen, die das Vertrauen in die Weltleitwährung erheblich mindern. Die Kreditkrise hat dies alles noch verstärkt und die Leitzinssenkungen unterstützen zusätzlich den Verfall. Die sehr umfangreiche kurzfristige Spekulation an den Devisenmärkten, die keinen fundamentalen Hintergrund hat, wirkt als Trendverstärker.
 
Seit unserer Bewertung von Ende 2006 hat der €uro im Verhältnis zum US-$ um 11,52% zugelegt, in einer Größenordnung, die deutlich über dem Jahresergebnis der großen US-Aktienindizes in diesem Jahr auf US-$-Basis liegt. Aus unserer Sicht war eine Investition in den USA kaum ein Gewinn. Dagegen war eine Investition aus US-amerikanischer Sicht in den DAX® ein Riesengewinn und wurde auch heftig praktiziert. Oft wird von einer €urostärke gesprochen. Das stimmt nicht. Der €uro liegt im Mittelfeld der Währungen. Gegenüber vielen anderen Währungen hat der US-$ stärker verloren. Bei anderen wichtigen EU-Handelspartnern, gegenüber deren Währungen der US-$ weniger verloren hat, liegt der Unterschied aus €urosicht nur bei wenigen Prozenten. Das ist ein Grund, neben verbilligten Einfuhren von Halbzeug und Rohstoffen, weshalb die Wirtschaft im €uroraum kaum geschädigt wurde. Der schwächere US-$ hat zwischenzeitlich dazu beigetragen die US-Ausfuhren zu steigern. Noch sind die zusätzlichen Volumina zu gering. Sie werden aber, sollten die aktuellen Währungsverhältnissen anhalten, weiter ansteigen.

US-$-Verfall

Im November erreichte der €uro mit 1,497 US-$ knapp an der Marke von 1,5 ein neues Allzeithoch gegenüber der US-amerikanischen Währung. Seinen Tiefstand hatte der €uro im Oktober 2000 bei 0,82 $. Als Reservewährung der Notenbanken verteidigt der US-$ immer noch seine Stellung, als Weltleitwährung verliert er etwas an Boden, bleibt allerdings auf absehbare Zeit die bestimmende Größe. Ein Ergebnis der Globalisierung ist, dass auch die Währungswelt multipolarer werden wird. Der €uro entwickelt sich schrittweise zum Juniorpartner. Im asiatischen Raum wird mit China und dessen Nachbarländern mittelfristig ein weiterer Währungspol entstehen.
 
Ist der US-$ nun zu schwach bewertet und müsste er wieder zulegen? Oft wir dabei mit der Kaufkraftparität argumentiert und behauptet, der €uro wäre nur 1,20 US-$ wert und die Währungen würden sich wieder dahin bewegen. In der Vergangenheit gibt es allerdings keinen Beleg, dass diese ominöse Kaufkraftparität jemals eine Rolle gespielt hätte. Bei Währungen sind die Außenbeziehungen und die kurz- und mittelfristige Spekulation eben wichtiger als die internen Märkte. Eine schwache Währung tut Inflation importieren und damit wird ein eventueller Kaufkraftvorsprung schnell kleiner werden. Gleichzeitig wird der Import gebremst und damit die Handelsbilanz verbessert. Auslandsgewinne, bei global agierenden US-Großkonzernen, steigen bei der Umrechnung an und überkompensieren damit eventuelle Verluste im Inlandsmarkt. Solange die USA ihre Schuldenprobleme nicht ansatzweise in den Griff bekommen, wird sich das Vertrauen in den US-$ und damit auch sein Wert kaum erholen können. Die Wahrscheinlichkeit ist größer, dass er à la longue weiter verfällt. Natürlich wird es immer wieder zwischenzeitliche Erholungen geben. Derartige Erholungen könnten wir in 2008 gegenüber Währungen erleben, in deren Wirtschaftsräumen die wirtschaftliche Entwicklung auch abkühlt. Der weitere Verfall reduziert die Auslandsschulden und fördert den Export. Er unterstützt also die Gesundung. Wichtig ist nur, dass der Verfall in geordneten Bahnen vor sich geht und nicht die Weltwirtschaft in den Abgrund reißt.
 
Auf jeden Fall ist ein Urlaub in den USA ein echtes "Schnäppchen". Bezüglich Aktien muss man festhalten, dass die einheimischen Papiere immer noch günstiger als die US-amerikanischen Aktien bewertet sind. Das könnte bedeuten, dass der Spruch "Bleibe im Land und ernähre dich redlich" auch im nächsten Jahr seine Gültigkeit behält.

Entwicklung des Rohölpreises in 2007

Nachdem die Spekulation die Rohölpreise im Sommer 2006 auf fast 80 US-$ je Fass hochgetrieben hatte, stürzten sie ab und erreichten mit 52 US-$ im Januar 2007 einen Boden. Das Aufatmen und die Hoffnung auf preiswerte Energie waren allerdings verfrüht. Es setzte in Nordamerika eine große Kältewelle ein und verteuerte den Ölpreis. Mit dem Ende der Kältewelle begann wieder der Verfall der Preise und wäre wahrscheinlich weiter gegangen. Als erste zündelte dann Russland mit seinen Raketenlieferungen an den Iran und der mentalen Unterstützung des dortigen Regimes. Der Iran fühlte sich damit mutiger und provozierte am Tage der UN-Beschlüsse über die Sanktionen mit der Gefangennahme der britischen Grenzkontrollen im Irak. Beide Länder sind große Ölexporteure. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Das trieb den Preis in alte Höhen.
 
Inzwischen wurde der Irankonflikt durch Aussagen des CIA weit in die Zukunft verschoben, sollte er überhaupt jemals stattfinden. Jetzt musste die immer noch sehr gut laufende Weltkonjunktur herhalten um den Preis in die Nähe von 100 US-$ je Fass treiben. Die Hoffnung, dass es wieder im Spätsommer einen Absturz geben könnte erfüllte sich trotz folgender Argumente nicht:
 
"Die Irankrise ist erstmal vom Tisch und die Weltkonjunktur zeigt erste Anzeichen von Schwäche. In den USA rechnen inzwischen immer mehr Volkswirte mit einer möglichen Rezession."
 
Die hohe Liquidität suchte Anlagemöglichkeiten und mit der Kreditkrise waren einige Wege versperrt. Es blieben neben Aktien nur Rohstoffe (besonders Öl) und Gold. So erzeugt der hohe Rohölpreis weiter Druck im Inflationsgeschehen und die Verbraucher müssen immer mehr Geld für Energie und Lebensmittel ausgeben. Die Inflation liegt inzwischen weit über der Grenze, die die EZB tolerieren wollte. In den USA ist sie, bedingt durch den US-$-Verfall, wesentlich höher als bei uns. Nur statistische Mätzchen (ex Energie und ex Lebensmittel; mancher Spaßvogel meint ex Preiserhöhungen) lassen sie niedriger erscheinen. Verbleibt der Rohölpreis auf diesem Niveau, kommt die EZB in noch stärkere Argumentationsschwierigkeiten gegen Leitzinserhöhungen. Die Gewerkschaften haben inzwischen ihre abwartende Position aufgegeben und stellen verständlicherweise immer höhere Lohnforderungen. Damit wird die nächste Welle an Preiserhöhungen angeschoben. Sogar der EZB-Präsident Trichet sieht auf mittelfristige Sicht die Inflationsrate nur noch wachsen. Seine Spekulation auf wieder sinkende Energiepreise ist bis jetzt voll daneben gegangen.

DAX®-Ergebnis

Die Tabelle zeigt die Entwicklung vom DAX® seit der Januarbewertung 2002. Kein Unternehmen schreibt Verluste und deshalb sind KGV(1) und KGV(2) identisch. Alle Berechnungen berücksichtigen das jeweilige Gewicht der Aktien im DAX®.

DatumDAX®-StandDividenden-
rendite
KGV(f)KGV(1)KGV(2)
28.12.078067,322,50 %15,412,812,8
22.06.077949,632,53 %15,415,015,0
30.03.076917,032,64 %15,413,313,3
29.12.066596,922,72 %15,414,814,7
22.09.065883,323,03 %15,413,213,0
23.06.065529,743,28 %15,412,512,4
30.12.055408,262,13 %15,412,912,9
23.09.054882,582,31 %15,413,713,6
23.03.054317,201,91 %15,413,313,3
29.12.044247,751,89 %15,413,113,1
23.09.043905,662,06 %15,414,914,9
26.05.043867,522,12 %15,415,315,3
29.12.033952,722,02 %15,416,116,1
25.09.033326,272,40 %15,418,715,9
12.06.033219,472,45 %15,416,814,8
10.04.032697,103,24 %15,413,411,7
27.12.022840,002,93 %15,410,99,8
27.09.022918,902,87 %15,412,911,8
26.07.023579,002,37 %15,415,614,1
26.06.024099,052,07 %15,417,116,2
25.01.025156,332,02 %15,421,819,6
Erläuterungen zur Tabelle finden Sie in den

In den letzten 12 Monaten hatten wir Dividendenausfälle bei INFINEON TECH. und TUI (Anteil am DAX®: 1,24 %) zu beklagen. Sonst gab es fast durchgängig kräftige Dividendenerhöhungen und sogar Sonderzahlungen durch METRO und MERCK (sie werden bei der Berechnung Index-Dividendenrendite berücksichtigt und fallen bei der Kandidatenaufstellung für Dividendenstrategien unter den Tisch). Die Sanierungsarbeiten in den Firmen und die gute Weltkonjunktur tragen immer noch Früchte. Die zwischenzeitlich durchgesetzten und noch kommenden Lohnerhöhungen werden auf der Kostenseite erst in 2008 Wirkung zeigen. Trotzdem der Kurs seit Jahresanfang um über 22,29% zugelegt hat, ist die Dividendenrendite nur um 8,08% gesunken. Sie bietet immer noch weit mehr als viele Banken für die kurzfristige Geldanlage bereit sind zu zahlen. Sie sollte auf keinen Fall ignoriert werden. In der gleichen Zeitperiode sank das KGV um 12,93%. Das zeigt das immer noch sehr hohe Gewinnwachstum an. Die Gewinne haben einen geschichtlich außergewöhnlich hohen Stand erreicht. Dieses Niveau wird mittelfristig nur sehr schwierig zu halten sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass es auch bei guter Konjunktur abnehmen wird, ist sehr groß.

Trotz leichten Kurssteigerungen ist der DAX® noch günstiger bewertet als in der vorherigen Bewertung von Ende Juni. Er ist aus aktueller KGV-Sicht deutlich unterbewertet. Er zeigt allerdings seit einiger Zeit ein gespaltenes Bild. Besonders die Konzerne aus dem Bereich Banken und Versicherungen zeigen ein besonders niedriges KGV und tragen damit auch zu der sehr günstigen Gesamtbewertung wesentlich bei. Hintergrund sind die großen Kursverluste in diesem Sektor. Der Markt unterstellt diesen Konzernen, dass sie noch viele Leichen aus der Kreditkrise im Keller haben, die erst in den nächsten Quartalen/Jahren gehoben werden. Hätten diese Konzerne eine ähnliche Kursentwicklung wie die Übrigen mitgemacht, läge der DAX® heute über dem Bereich der "fairen" Bewertung - er wäre etwas zu teuer. Die Frage die sich stellt ist, ob der Markt die Kreditkrise und deren potentiellen Auswirkungen bis jetzt richtig bewertet hat. baer45 meint, dass eine solche Einschätzung zurzeit keiner bieten kann, auch nicht der Markt!

Das wirkliche Risiko für das KGV liegt in der außergewöhnlichen Gewinnsituation, die so auch in guten Jahren kaum aufrecht zu erhalten sein wird. Optimierungen und Rationalisierungen sind kaum noch möglich. Die Gehälter steigen an und die Weltkonjunktur zeigt erste Abkühlungsanzeichen. Letzteres ist für den immer noch amtierenden Exportweltmeister besonders ungünstig. Es bleibt dann auch noch die absolut fehlende Transparenz im Banken- und Versicherungsbereich. Nicht auszuschließen ist, dass auch einige Konzerne aus anderen Sektoren Subprime-Schrott in ihren Firmenpensionsfonds begraben haben und demnächst Geld nachschießen müssen. Allerdings ist der DAX® unter der Berücksichtigung aller Aspekte wesentlich günstiger bewertet als der S&P500. Die sauber bilanzierten Gewinne seiner Teilnehmer sind immer noch höher als die Proformaergebnisse der Teilnehmer bei seinem amerikanischen Konkurrenten. Trotzdem werden diese den weiteren Weg vorgeben. Ein starker Kurseinbruch in den USA würde auch den DAX® nach Süden treiben. Käme es zu einer größeren Krise, würde eine starke Flucht in die Sicherheit stattfinden. Als Sicherheit werden u. a. global agierende Großkonzerne angesehen. Die befinden sich mehrheitlich in den USA.

Renditen im DAX® bei langfristiger Anlage


Im Mai 2004 beschäftigten wir uns das erste Mal ausführlich mit der Problematik der langfristigen Spekulation. Seit dem führen wir unsere Tabelle bezüglich Renditen bei langfristigen DAX®-Anlagen weiter und erweitern sie um einen virtuellen Ausstieg am 28.12.2007 (Tagesschlusskurs). Der Einstiegszeitpunkt war jeweils am Jahresanfang:

Einstiegsjahr:1960196519701975198019851988 (*)1990199520002005
Rendite p. a. in % 
Ausstieg: 27.12.02: 
4,514,774,677,14 7,917,077,213,513,98-25,15-,--
Rendite p. a. in % 
Ausstieg: 29.12.03: 
5,195,545,558,11 9,058,568,975,727,40-12,54-,--
Rendite p. a. in % 
Ausstieg: 29.12.04: 
5,245,585,618,09 8,998,508,885,837,40-8,85-,--
Rendite p. a. in % 
Ausstieg: 30.12.05: 
5,686,076,168,67 9,659,349,847,079,09-3,6326,32
Rendite p. a. in % 
Ausstieg: 29.12.06: 
6,006,596,569,06 10,089,8810,457,8910,11-0,3324,09
Rendite p. a. in % 
Ausstieg: 28.12.07: 
6,326,776,959,44 10,5010,3911,008,6511,002,2623,51
(*): DAX®-Gründung; vorherige Werte sind simuliert.
Basis: jeweils 1. Tagesschlusskurs des Einstiegsjahres (Ausnahme Gründungszeitpunkt 1988 0.00 Uhr: 1000)
ACHTUNG: Die ausgewiesene Rendite ist immer ein Zinseszins! Gilt auch für negative Renditen.

Es ist ersichtlich, dass der Einstiegs- und der Ausstiegszeitpunkt auch bei der langfristigen Anlage nicht unerheblich ist. Das Gegenteil behaupten nur Verkäufer von Finanzprodukten. Sie wollen ihren Laden nicht immer wieder schließen müssen. Dann gibt es noch viele geistig Minderbemittelte die deren Verkaufsargumente einfach nachplappern. Auch ist es empfehlenswert temporär überhaupt keine Aktien zu besitzen. Das kann die Rendite erheblich heben (Michael O'Higgins). Auf jeden Fall gibt es keine guten Argumente wegen der kommenden Abschlagssteuer in teure Dachfonds zu flüchten. Verdienen wird daran primär der Emittent, so wie bei fast allen steueroptimierten Produkten. Auch kann keiner überblicken wie sich zukünftig die Steuergesetze entwickeln werden. Ein akzeptables "Timing" bringt sicherlich mehr.

Wörterbuch der Schuldenkrise

  • ABS
    Ein forderungsbesichertes Wertpapier (englisch asset-backed security, kurz ABS) ist ein Wertpapier (Anleihe) oder Schuldschein, der Zahlungsansprüche gegen eine Zweckgesellschaft (Special Purpose Vehicle, SPV) zum Gegenstand hat, wobei die Zweckgesellschaft ausschließlich dem Zweck der Transaktion des forderungsbesicherten Wertpapiers dient. Die Zahlungsansprüche werden durch einen Bestand unverbriefter Forderungen (assets) gedeckt (backed), die auf die SPV übertragen werden und im wesentlichen den Inhabern der forderungsbesicherten Wertpapiere (Investoren) als Haftungsgrundlage zur Verfügung stehen. Forderungsverkäufer in einer solchen Transaktion sind in der Regel Banken, die damit ihre Kreditforderungen handelbar machen und so ihre Kreditvergabe flexibilisieren. Die Kreditforderungen durchlaufen einen Strukturierungsprozess, der den illiquiden, nicht handelbaren Forderungsbestand in fungible Wertpapiere transformiert, für die ein Sekundärmarkt existiert. Daneben bieten Finanzintermediäre die Verbriefung von Forderungen als Dienstleistung für Dritte (andere Banken, Industrie-/ Handelsunternehmen) an, um Provisionserträge zu erzielen.
     
    Fast alle Forderungsarten können die Basis für forderungsbesicherte Wertpapiere bilden, sofern sie bestimmte Bedingungen erfüllen. Dazu gehören unter anderem die Übertragbarkeit der rechtlichen Forderungsinhaberschaft, die Generierung von regelmäßigem und zuordnungsfähigem Cashflow sowie historische Performancedaten. Vorzugsweise werden in den Pool Finanzaktiva mit durchschnittlichem Bonitätsrisiko und einer Laufzeit von mehr als einem Jahr eingebracht und durch Diversifizierung und Übersicherung auf ein sehr gutes Bonitätsrisiko hochgestuft. Vornehmlich handelt es sich dabei um Forderungen aus Krediten, hochverzinslichen Anleihen, Hypotheken, Kreditkartengeschäften, Lizenz- und Franchisegeschäften, anderen Vermögensgegenständen, Leasingverträgen sowie Lieferungen und Leistungen. Im Fachjargon wird dann von Collateralized Loan Obligations (CLO's), Collateralized Bond Obligations (CBO's), Collateralized Debt Obligations (CDO's), Collateralized Mortgage Obligations (CMO's), Credit Card ABS oder von Trade Receivable ABS gesprochen.
     
    Um für alle Parteien die gewünschten positiven Aspekte zu erzielen, ist Voraussetzung, dass eine Übertragung der Forderungen in das Vermögen des SPV erfolgt und damit eine Trennung des Kreditrisikos der zugrundeliegenden Forderungen von dem Kreditrisiko des verkaufenden Unternehmens (Originator) gewährleistet ist. Konsequenterweise wird mit dieser Handhabung sichergestellt, dass das forderungskaufende SPV nicht zum Konsolidierungskreis des Originators gehört und somit die Aktivierungspflicht der Forderungen bei der SPV angesiedelt wird.

  • Conduit
    Als Conduit wird eine Refinanzierungsstruktur bezeichnet, die mittels einer Zweckgesellschaft (oft auch als SIV - Structured Investment Vehicle bezeichnet) Forderungen wie beispielsweise langlaufende Kredite, Handelsforderungen oder extern geratete Wertpapiere einmalig oder revolvierend ankauft und diese über die Ausgabe von Geldmarktpapieren in international gängigen Währungen refinanziert. Diese Geldmarktpapiere können Wertpapiere mit kurzer Laufzeit (Asset Backed Commercial Paper, ABCP), oder Wertpapiere mit mittlerer Laufzeit (Medium Term Notes, MTN), sein. In einem Conduit werden meist verschiedene Programme verschiedener Kunden gebündelt. Dafür wird von jedem Kunden ein Pool von gleichen oder ähnlichen Aktiva zusammengefasst, dessen Historie und Werthaltigkeit im Rahmen der Strukturierung untersucht wird. Basierend auf der Ausfallhistorie und der damit zusammenhängenden Qualität der Aktiva wird ein prozentualer Anteil des Gesamtbetrages dieser Aktiva mittels Geldmarktpapieren refinanziert. Der somit verbleibende Abschlag wird als Übersicherung bezeichnet. Die arrangierende Bank stellt zusätzlich bonitätsverstärkende Fazilitäten im Rahmen des ABCP-Programms zur Verfügung, unter anderem in der Form von Liquiditätslinien, Letter of Credit oder Nachrangdarlehen. Die Höhe dieser Fazilitäten wird meist durch die Ratingagenturen festgesetzt, um das entsprechende Rating der begebenen Geldmarktpapiere zu erreichen. Die Fazilitäten werden meist bei kurzfristigen Absatzproblemen der CP's (Commercial Papers) im Geldmarkt oder bei kurzfristiger Uneinbringbarkeit der Forderungen gezogen.

  • MBS
    Mortgage Backed Securities, kurz MBS sind hypothekarisch besicherte Anleihen, also durch Vermögenswerte gesicherte Wertpapiere, deren Bargeldflüsse durch die Zins- und Tilgungszahlungen eines Pools von Hypotheken getragen werden. Im Gegensatz zu Pfandbriefen scheinen sie in der Bilanz der ausgebenden Stelle (z.B. eine Bank) nicht auf. Da Hypothekenschuldner vorzeitig tilgen können, sind die Geldflüsse im voraus nicht bekannt und können nur geschätzt werden. Diese vorzeitige Tilgung wird als Prepayment bezeichnet und stellt ein Risiko für MBS Investoren dar. Commercial MBS (CMBS) sind durch Gewerbe- und Mehrfamilienimmobilien (wie etwa Wohnanlagen, Einzelhandels- oder Bürogebäude) besichert. Die Eigenschaften dieser Darlehen variieren. Während die längerfristigen Darlehen (5 Jahre oder länger) häufig feste Zinssätze und Beschränkungen auf vorzeitige Tilgungen haben, gibt es kurzfristigere Darlehen (1-3 Jahre) normalerweise mit variablem Zinssatz und freier vorzeitiger Tilgung. Residential MBS (RMBS) sind durch private Wohnungsbaudarlehen besichert.

  • Raiting
    Rating (englisch für "Bewertung", "Einschätzung") bezeichnet allgemein ein Verfahren für die Einschätzung von Personen, Gegenständen oder Unternehmen. Im Bankwesen versteht man unter Rating die Einschätzung der Zahlungsfähigkeit eines Schuldners. Dabei werden Ratingcodes verwendet. Die Einordnung erfolgt nach bankeigenen Kriterien ("internes Rating") oder wird von international tätigen Ratingagenturen wie Moody's, Standard & Poor's, Fitch oder DBRS ("externes Rating") vorgenommen. Beim internen Bankrating wie auch dem von den genannten Agenturen angebotenen externen Rating werden mittels mathematisch statistischer Verfahren Ausfallwahrscheinlichkeiten anhand von Ausfallmerkmalen errechnet und zum Beispiel mit AAA (sprich: triple a) bewertet. Dieser Ratingcode steht für höchste Bonität, C oder gar D dagegen für eine sehr schlechte. Die einzelnen Kategoriebezeichnungen unterscheiden sich von Agentur zu Agentur. So verwendet Moody's Zahlen als Zusatz, z. B. A1, A2, A3, während bei Standard & Poor's ein "+" oder "-" angefügt wird. Kreditinstitute nutzen für die Bewertung ihrer Firmenkunden in der Regel numerische Codes, welche zehn Bonitätsklassen unterscheiden. In der Regel gilt, dass ein Schuldner mit besserem Rating sich zu besseren Konditionen (niedrigeren Zinsen) Kapital verschaffen kann. Dagegen gilt, dass Schuldner mit einem schlechten Rating aufgrund der dadurch zum Ausdruck kommenden höheren Ausfallwahrscheinlichkeit (Bonitätsrisiko) einen höheren Zinssatz zahlen müssen. Institutionelle Investoren wie z. B. Pensionskassen sind per Gesetz oder durch ihre eigenen Statuten dazu verpflichtet, nur Anleihen von Schuldnern zu kaufen, die ein bestimmtes Mindestrating haben. Dabei wird unterschieden zwischen "Investment Grade" und "Speculative Grade" - letztere werden auch "Junk Bonds" genannt. Fällt ein Schuldner in seinem Rating unter den "Investment Grade", so sind die Kursabschläge auf seine Anleihen meist besonders heftig.

  • SIV
    Ein Structured Investment Vehicle (SIV) ist ein Kreditarbitrage-Fonds, der versucht, den Unterschied zwischen den kurzfristigen und langfristigen Zinssätzen auszunützen. In den vergangenen Jahren haben Banken in aller Welt die Gründung von - formal unabhängigen - SIV initiiert und einen Teil ihres Geschäfts über sie abgewickelt, um höhere Erträge zu erwirtschaften, ohne selbst dafür Eigenkapital vorhalten zu müssen. SIV erwerben typischerweise langlaufende Wertpapiere, besonders Forderungsbesicherte Wertpapiere; zu ihrer eigenen Refinanzierung verkaufen sie kurzlaufende Wertpapiere ("Commercial Paper"), ferner längerlaufende Schuldverschreibungen sowie "Capital Notes", welche etwaige Verluste als Erste absorbieren müssen.

  • SPV
    Eine Zweckgesellschaft, oft auch Special Purpose Vehicle (SPV), Special Purpose Entity (SPE) oder Single Purpose Company (SPC), ist eine juristische Person, meist für Zwecke der Unternehmensfinanzierung. In SPV's für Finanzierungszwecke werden Vermögensgegenstände eingebracht, um diese Rechte anschließend verbriefen zu können oder auf andere Art und Weise über standardisierte Eigentumsrechte verfügen zu können. Oft werden solche Gesellschaften gegründet, wenn sich mehrere Unternehmen zur Realisierung eines speziellen Projektes wie beispielsweise dem Bau einer Großimmobilie, eines Kraftwerks oder der Entwicklung einer technischen Innovation, zusammenschließen. Bei Großprojekten verlangen die Kapitalgeber häufig, dass dafür eine SPV gegründet wird. Dadurch lässt sich das Kreditrisiko auf das spezielle Projekt eingrenzen. Es besteht nicht die Gefahr, dass noch zusätzliche Risiken aus anderen Aktivitäten auftreten, die der Kapitalgeber (meist Banken) nicht überschauen kann. SPV's werden auch für ABS-Finanzierungen (Asset Backed Securities) eingesetzt. Daneben werden SPV's von Banken zur Verbriefung eingesetzt, um bestimmte Finanzrisiken an den Kapitalmarkt weitergeben zu können. So kann dem SPV entweder ein ausfallrisikobehaftetes Kreditportfolio übertragen werden, oder das SPV schließt mit einer Bank einen Credit Default Swap ab, in dem es als Sicherungsgeber für ein Kreditportfolio eintritt. Dadurch übernehmen das SPV beziehungsweise seine Gläubiger gegen eine gewisse Risikoprämie das Kreditrisiko der Bank, welche jene Risiken nun nicht mehr in ihren Büchern stehen hat. Eine neue Form des Risikotransfers bieten Katastrophenanleihen, mit denen Versicherungsgesellschaften Risiken für Naturkatastrophen über Zweckgesellschaften an den Kapitalmärkten verkaufen können. SPV's haben ihren Sitz oft in Ländern mit günstiger Steuergesetzgebung oder geringen Gründungshürden, sogenannte Offshore-Bankplätze wie beispielsweise auf den Bahamas, den Kaimaninseln oder der Isle of Man. Der Ausdruck "offshore" (vor der Küste gelegen) bezieht sich auf die Tatsache, dass es sich überwiegend um Inselstaaten handelt.

  • Subprime-Markt
    Als Subprime-Markt wird ein Teil des Hypothekendarlehenmarkts bezeichnet, der überwiegend aus Kreditnehmern mit geringer Bonität besteht. Indikatorische Wirkung kann dieser Subprime-Markt insbesondere für die Aktienmärkte dann zeigen, wenn ein deutlicher Anstieg der Zahlungsausfälle auf die enthaltenen Kredite zu verzeichnen ist. Meistens wird unter dem Begriff Subprime-Markt fälschlicherweise auch der Ausdruck Non-conforming-(Hypotheken)-Markt verstanden. In den USA und Großbritannien werden diese beiden Märkte wie folgt unterschieden: Kreditnehmer mit geringer Bonität, die aber ihr Hypothekendarlehen vertragsgemäss bedienen, fallen in das Subprime-Segment. Hypothekendarlehen, welche nicht den marktüblichen Standards insbesondere im Bereich Beleihungsauslauf, Laufzeit oder Darlehensbetrag fallen in das Non-conforming-Segment.

  • Subprime-Krise
    Die sogenannte Subprime-Krise ist eine Bankenkrise, die ab Sommer 2007 virulent wurde, nachdem die bis dato steigenden Immobilienpreise in den USA stagnierten bzw. fielen, und gleichzeitig immer mehr Kreditnehmer ihre Kreditraten nicht mehr bedienen konnten. Davon waren zunächst in erster Linie sog. US-amerikanische Subprime-Kredite, also Kredite, die überwiegend aus Kreditnehmern mit geringer Bonität bestehen, betroffen.
     
    Im Frühjahr 2007 erreichten in den USA die Zahlungsausfälle auf diese Kredite den höchsten Stand der letzten Jahre, verursacht durch kontinuierliche Zinserhöhungen bei gleichzeitig stetigem Verfall der Immobilienpreise in den USA. Dutzende Baufinanzierer, die sich gerade auf diese Kredite spezialisiert hatten, mussten Gläubigerschutz beantragen. Weiterreichende Auswirkungen ergaben sich dadurch, dass die Subprime-Kredite über strukturierte Anlageformen im Kapitalmarkt refinanziert wurden. Die Hauskredite, d.h. die Rückzahlungs- und Zinszahlungsansprüche gegen die Schuldner, wurden als Wertpapiere verbrieft und als Forderungsbesichertes Wertpapier (ABS) verkauft. Aufkäufer waren vielfach Fonds, Versicherungen und andere Banken. Unter den Fonds waren nicht nur risikobereite Hedgefonds, sondern auch Publikumsfonds vertreten. Da aber insbesondere Hedge-Fonds stark in die risikobehafteteren Wertpapiertranchen investierten, kam es bei diesen zu erheblichen Verlusten, die teilweise zur Schließung und Abwicklung der Hedgefonds führten. Aber auch Investmentbanken selbst waren und sind betroffen. Die Schließung von Hedgefonds und die Verluste bei den Investmentbanken führten am Kapitalmarkt zu einer schlagartigen Abnahme der Risikobereitschaft privater und institutioneller Anleger. Diese zogen nun in kurzer Zeit erhebliche Beträge aus dem Kapitalmarkt ab (z.B. durch Rückgabe von Fondsanteilen) oder hielten sich mit neuen Investments in risikoreiche oder auch nur möglicherweise risikoreiche Anlagen zurück. Der durch die Krise ausgelöste hohe Liquiditätsbedarf spiegelte sich am Geldmarkt durch einen Anstieg der Geldmarktzinsen wieder. Am Geldmarkt beschaffen sich große Akteure wie Banken und Großunternehmen kurzfristige Liquidität beispielsweise durch Geldmarktkredite.
     
    Die steigenden Geldmarktzinsen und die Risikobereitschaftsabnahme der Investoren brachte die Refinanzierung der von Banken gesponsorten Conduits und Structured Investment Vehicles durch Asset-backed Commercial Papers (ABCP) zum Stillstand. Investoren waren aus Unsicherheit über die den Investmentvehikeln zugrunde liegenden Vermögensgegenständen nicht mehr bereit, ABCP jedweder Art zu kaufen. Dies führte dazu, dass Banken, welche meist zu 100% diese Investmentvehikel sponsorten, Liquidität für diese bereitstellen mussten. Daraufhin waren Banken auch untereinander nicht mehr bereit, die vorher im großen Maße ausgereichten Liquiditätslinien an andere Banken zu verlängern bzw. neu auszureichen. Hierdurch sahen sich wiederum die Zentralbanken wichtiger Wirtschaftsnationen veranlasst, dem Geldmarkt kurzfristig Liquidität in einem hohen dreistelligen Milliardenbetrag zur Verfügung zu stellen, um zu verhindern, dass die Subprime-Krise eine allgemeine Kreditkrise auslöst und auf die Konjunktur schlägt.

Quelle: Auszüge aus Wikipedia.de.

Gut fasste  N i k o l a u s  P i p e r  von der Süddeutschen Zeitung am 21. Dezember 2007 die aktuelle Problematik in seinem Artikel über das "Schattenreich der Zweckgesellschaften und der verbrieften Kredite" zusammen. Hier ein größerer Auszug:
... .. .
Die großen Notenbanken überschwemmen derzeit die Geschäftsbanken mit Geld, um diese ihrerseits zum Ausgeben von Krediten zu bewegen. Auf diese Weise soll die Vertrauenskrise beendet werden, die unter den Banken ausgebrochen ist. Sie ist derzeit der Kern der Probleme auf den Finanzmärkten. Die Krise brach im Juli aus, als die Banken merkten, dass es im Finanzsystem Risiken über Hunderte von Milliarden Dollar gab, die in keiner Bilanz auftauchen und von denen niemand weiß, wer in welchem Umfang haftet.
 
Es ist ein regelrechtes Schattenreich, von dem die Öffentlichkeit im Sommer plötzlich erfuhr - Ergebnis der Innovationen auf den Finanzmärkten, die die meisten Experten bis vor kurzem noch uneingeschränkt als Fortschritt angesehen haben: die Verbriefung von Krediten. Früher war die Finanzierung eines Privathauses ein relativ einfaches Geschäft. Der Hausbesitzer nahm einen Hypothekenkredit bei einer Bank oder Sparkasse auf; die behielt den Kredit entweder selbst in den Büchern oder verkaufte ihn an eine andere.
 
Ungebremstes Wachstum
Heute können Banken derartige Kredite zu Wertpapieren umwandeln und weiterverkaufen - an Hedge-Fonds, Investmentfonds oder vermögende Privatanleger. Das hat für die Banken den Vorteil, dass Eigenkapital frei wird für neue Kredite. Außerdem, so dachte man lange, ist die Praxis auch von volkswirtschaftlichem Nutzen. Die Risiken werden gleichmäßig verteilt, sie liegen bei Investoren, die notfalls Verluste aushalten können, und nicht bei Banken als Stützen des Finanzsystems. Was niemand bedachte: Die Verbriefung führte zu einer unglaublichen Ausweitung des Kreditvolumens. Die Geldmaschine geriet außer Kontrolle und bedroht jetzt eben jene Banken, die sie einst angeworfen haben. "Wir erleben einen regelrechten Zusammenbruch unseres modernen Bankensystems," sagt Bill Gross, oberster Anleihenhändler beim Vermögensverwalter Pimco, einem Tochterunternehmen der Allianz. Vor allem entzog sich das Kreditwachstum jeder Kontrolle. "Die staatlichen Regulierer und Börsenaufseher konnten mit der Komplexität der Märkte nicht mithalten", meint Henry Kaufman, Veteran an der Wall Street und Inhaber einer Beratungs- und Anlagefirma. Und David Roche, Inhaber der Beratungsfirma Independent Strategy, schrieb in einer Analyse: "Es waren nicht mehr die Notenbanken, die das Kreditvolumen kontrollierten, es war die Risikofreude der Investoren."
 
Das wichtigste Instrument in diesem neuen Spiel ums große Geld waren durch Kredite besicherte Schuldverschreibungen. Ein typisches Beispiel liefert der Fonds GSAMP Trust 2006-S3, den das US-Investmenthaus Goldman Sachs im vergangenen Jahr emittiert hat. In diesem Fonds stecken insgesamt 8274 zweitrangige Hauskredite, die von unterschiedlichen Verleihern, überwiegend in Kalifornien, begeben wurden. Der Wert wurde ursprünglich mit 494 Millionen Dollar angesetzt, die Schuldverschreibung in mehreren Tranchen verkauft. Das Problem dabei: Hinter den Hauskrediten stehen im Durchschnitt ganze 0,71 Prozent Eigenkapital, bei 58 Prozent der Kredite wurden die Einkommensverhältnisse der Schuldner gar nicht oder nur unzureichend überprüft.
 
Im vergangenen Jahr wurden in den Vereinigten Staaten Wertpapiere dieser Art im Volumen von insgesamt 592 Milliarden Dollar verkauft. Als die Hauspreise noch stiegen, ließ sich mit einer Fremdkapitalquote von fast 100 Prozent phantastisch Geld verdienen. Seit der Immobilienmarkt zusammengebrochen ist, weiß niemand, was die Papiere noch wert sind. Die Ratingagenturen Moody's und Standard&Poor's, die den Papieren noch im Frühjahr erstklassige Bewertungen gaben, haben ihre Einschätzung oft binnen weniger Tage dramatisch heruntergesetzt. Es ist, als befänden sich Tonnen von Giftmüll im Finanzsystem.
 
Und viele angesehene Banken haben mitgemacht. Das Instrument dazu sind sogenannte Zweckgesellschaften. Dabei handelt es sich um kleine Investmentfonds, die nicht in den Bilanzen der Banken auftauchten. Deren Geschäftsmodell ist ebenso einfach wie riskant: Sie beschaffen sich Mittel über kurzfristige Geldmarktpapiere zu niedrigen Zinsen und investieren das Geld in hochverzinsliche langfristige Schuldverschreibungen. Die Bankvorstände freuten sich jahrelang über die außerordentlichen Gewinne, die diese gewagte Spekulation abwarf, jetzt sitzen sie auf einem Haufen Giftmüll, den sie peu à peu loswerden müssen.
 
Neue Schocks
Zu den ersten Schocks der Kreditkrise gehörte es, dass die Banken überhaupt vom Zusammenbruch ihrer Zweckgesellschaften betroffen waren. Noch im Juli waren deren Aktionäre stillschweigend davon ausgegangen, dass die Risiken, da außerhalb der Bilanz, nicht relevant sein würden. Die Realität belehrte sie schnell eines Besseren. Die Banken hatten Verpflichtungen gegenüber ihren Töchtern. Und selbst wenn dies nicht der Fall war, hätte es katastrophale Folgen für die Finanzmärkte, falls alle Zweckgesellschaften ihre Anlagen meistbietend verkaufen würden. So reihte sich eine schlechte Nachricht für das Bankgewerbe an die andere: In Deutschland stolperten die IKB und die SachsenLB über ihre Zweckgesellschaften, an der Wall Street fielen Milliardenverluste an.
 
Jetzt müssen die Banken die Probleme langsam abbauen. Und der Prozess birgt Gefahren. Kredite sind einerseits ein Hebel für höhere Gewinne, sie sind aber auch ein Hebel für höhere Verluste. Die beiden Ökonomen Tobias Adrian und Hyung Son Shin haben in einer Studie für die Fed-Niederlassung in New York gezeigt, was das bedeuten könnte. Dazu ein Beispiel:
 
Institute, die mit einem hohen Anteil von Fremdkapital arbeiten, reduzieren ihr Kreditvolumen um zehn Dollar, wenn sie einen Dollar Verlust hinnehmen müssen. Jan Hatzius, Chefvolkswirt von Goldman Sachs für Nordamerika, macht folgende Rechnung auf: Wenn aus der ganzen Hypothekenspekulation in Amerika Verluste von 200 Milliarden Dollar auflaufen, kann dies zu einem Rückgang des Kreditvolumens um zwei Billionen Dollar führen.
 
Kaum vorstellbar, dass in diesem Fall die weltweiten Notenbanken nicht noch einmal eingreifen.
 

Rangfolge - Dividendenstrategie (Burr/Graham)

Die Kandidaten:

Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht genießen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die Lektüre von Bärische Warnungen unter Strategien.

RangCodeNameDividendenrendite
1DTEDT.TELEKOM4,79 %
2DBKDEUTSCHE BANK4,47 %
3HRXHYPO REAL ESTATE4,16 %
4LHALUFTHANSA 3,84 %
5RWERWE 3,65 %
6MUV2MUENCH.RUECKVERS.3,38 %
7DPWDEUTSCHE POST3,19 %
8BASBASF 2,96 %
9CBKCOMMERZBANK2,86 %
10TKATHYSSENKRUPP2,61 %

Die Bewerber:

RangCodeNameDividendenrendite
11ALVALLIANZ 2,57 %
12EOAE.ON 2,30 %
13DCXDAIMLERCHRYSLER2,26 %
14CONCONTINENTAL2,25 %
15DPBDEUTSCHE POSTBANK2,06 %

Anleger in andere Varianten der Dividendenstrategie, können sich diese sehr einfach aus obigen Tabellen zusammenstellen. "Top 12" entspricht Rang 1 bis 12. "Top 5" entspricht Rang 1 bis 5.

Rangfolge - Dogs of the ... - Low Five (O'Higgins)

Die Kandidaten:

Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht genießen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die Lektüre von Bärische Warnungen unter Strategien.

RangCodeNameKurs
1DTEDT.TELEKOM15,02
2LHALUFTHANSA 18,22
3DPWDEUTSCHE POST23,51
4CBKCOMMERZBANK26,26
5HRXHYPO REAL ESTATE36,10

Die Bewerber:

RangCodeNameKurs
6TKATHYSSENKRUPP38,35
7DBKDEUTSCHE BANK89,40
8RWERWE 96,00

Rangfolge nach Gewicht

RangCodeNameGewicht
1EOAE.ON 10,06 %
2SIESIEMENS 9,93 %
3ALVALLIANZ 8,37 %
4DCXDAIMLERCHRYSLER8,16 %
5BASBASF 6,18 %
6BAYBAYER 6,00 %
7DBKDEUTSCHE BANK5,63 %
8RWERWE 5,61 %
9DTEDT.TELEKOM5,26 %
10SAPSAP 3,96 %

Die 10 größten Aktiengesellschaften haben heute im DAX® ein Gewicht von 69,16 %. Ihr Anteil hat, seit unserer Bewertung Ende Juni 2007, geringfügig abgenommen. Im gleichen Zeitraum hat das Gewicht der Technologie (DT.TELEKOM + INFINEON TECH. + SAP + SIEMENS = 19,91 %) geringfügig zugenommen. Zu den "billigen" Teilnehmern gehören durchgehend die Banken und Versicherungen. Die Anleger mistrauen immer noch diesen Finanzkonzernen (Immobilienkrise, Kredite an Hedge Fonds und Private Equity, CCT). Diese "billigen" risikoreichen Versicherungs-/Finanzwerte bringen den DAX® in den Bereich der "preiswerten" Bewertung. Ohne die Kreditkrise bestünde großes Potential nach Norden respektive der DAX® würde schon wesentlich höher stehen.

Einzelergebnisse

RangNameSchlusskurs
2006
Schlusskurs
2007
Veränderung
in %
1DEUTSCHE BOERSE69,71135,75+94,74
2VOLKSWAGEN85,89156,10+81,74
3MAN68,46113,80+66,23
4BAYER40,6662,53+53,79
5SIEMENS75,14108,86+44,88
6DAIMLER46,8066,50+42,09
7E.ON102,83145,59+41,58
8BASF73,85101,41+37,32
9ADIDAS37,7351,26+35,86
10TUI17,6219,13+26,35
DAX®6596,928067,32+22,29
11METRO48,3157,44+18,90
12LINDE78,2690,45+15,58
13RWE83,5096,00+14,97
14MERCK78,5488,30+12,43
15FRESEN.MED.CARE33,6636,69+9,01
16DT.TELEKOM13,8415,02+8,53
17THYSSENKRUPP35,6938,35+7,45
18HENKEL37,1638,43+3,42
19DEUTSCHE POST22,8423,51+2,93
20MUENCH.RUECKVERS.130,42132,94+1,93
21CONTINENTAL88,1088,99+1,01
22BAY.MOTOREN WERKE43,5142,35-2,67
23ALLIANZ154,76147,95-4,40
24DEUTSCHE POSTBANK63,9760,75-5,03
25COMMERZBANK28,8526,26-8,98
26SAP40,2635,53-11,75
27DEUTSCHE BANK101,3489,40-11,78
28LUFTHANSA20,8518,22-12,61
29HYPO REAL ESTATE47,7436,10-24,38
30INFINEON TECH.10,688,07-24,44

Es war wieder leicht möglich schlechter als der Markt abzuschneiden. Von über einem Drittel der DAX®-Teilnehmer hätte man besser die Finger gelassen und sich Bundesschatzbriefe zugelegt. Die überwiegende Anzahl der Fonds werden es wieder nicht geschafft haben den DAX® zu schlagen. Wurden auch Sie schon öfters vom Markt geschlagen? Wenn ja, kaufen Sie doch einfach das nächste Mal den Index.
 
Spitzenreiter im DAX® war die DEUTSCHE BÖRSE. Trotzdem alle möglichen Übernahmegerüchte längstens erledigt sind, setzen immer noch viele Spekulanten ohne Rücksicht auf die Bewertung auf diese Aktie. Offensichtlich spekuliert man auf steigende Volatilität beim Gang nach Süden und damit mit wesentlich höheren Umsätzen an der Börse und größerer Stabilität mit dieser Aktie im Depot. Aber auch dafür ist die Aktie schon etwas zu weit davon gelaufen. Der gelungene Versuch vom Zwerg PORSCHE größter Aktionär von VOLKSWAGEN (VW) zu werden war sicherlich eine wesentliche Triebfeder für VW. MAN ging ab wie eine Rakete. Schon wieder ist sie unter den Spitzenreitern zu finden. Sie ist auch in im Automobilübernahmekarussell präsent: Porsche schluckt VW, VW schluckt MAN und VW und MAN schlucken SCANIA. SIEMENS hat es trotz aller Korruptionsskandalen in die Spitzengruppe geschafft. DAIMLER ist mit der Abspaltung von CHRYSLER wieder auf einem gesunden Weg. Bei den aktuellen Energiepreisen geht es auch den Versorgern sehr gut.
 
Im unteren Drittel finden wir u. a. alle Kandidaten mit potentiellem Kredit-Schrott im Keller. Solange es hier an der notwendigen Transparenz mangelt, sind fundamentale Bewertungen nichts wert. Den letzten Überlebenden der TMT-Blase geht langsam die Luft aus. Die Zeiten, dass Technologie, Medien und Telekommunikation etwas Besonderes waren, enden

"teuer:""fair:""preiswert:""billig:"
NameKGV
DEU. BOERSE29
ADIDAS19
DT.TELEKOM19
SAP19
BAYER 18
INF. TECH.18
E.ON17
LINDE 17
METRO17
SIEMENS17
NameKGV
HENKEL16
MAN15
MERCK15
RWE15
VW15
TUI 14
NameKGV
BASF13
FRESEN.MED.CARE13
DAIMLER12
DEUTSCHE POST12
DEUTSCHE POSTBANK12
NameKGV
BMW10
CONTINENTAL10
COMMERZBANK9
LUFTHANSA9
MUENCH.RUECKVERS.9
THYSSENKRUPP9
ALLIANZ8
DEUTSCHE BANK8
HYPO REAL ESTATE8

Man sollte einen Index nur kaufen wenn einem ausreichend Einzelaktien mit einem ausreichenden Gesamtgewicht zusagen. In obigen Tabellen haben wir den DAX® in 4 Kategorien aufgeteilt:
 
"teuer": Gewicht: 42,88%
In dieser Spalte befinden sich die Aktien deren Kurse ihren fundamentalen Ergebnissen davon gelaufen sind. In dieser Gruppe müsste es ein überdurchschnittliches Gewinnwachstum geben um als Argument für einen generellen Einstieg zu gelten.
 
"fair": Gewicht: 11,86%
In dieser Spalte befinden sich die "fair" bewerteten Aktien. In dieser Gruppe sollten die Gewinne steigen um weitere Kursgewinne zu rechtfertigen. Es stellt sich also die Frage, ob die Gewinne noch zulegen können?
 
"preiswert": Gewicht: 18,31%
In dieser Spalte befinden sich die "preiswerteren" Kandidaten. Sie sind allerdings schon derartig nah an der "fairen" Bewertung, dass ein Kauf des Index, nur auf dieser Gruppe fußend, zu risikoreich wäre (Chance/Risikoverhältnis).
 
"billig": Gewicht: 26,96%
Fast ein Drittel der DAX®-Teilnehmer befindet sich in dieser Spalte. Diese Aktien gelten als "billig" und würden einen Einstieg nahe legen. Allerdings besteht diese Gruppe zu einem großen Teil aus Kandidaten ("rote") mit potentiellen Leichen aus der Kreditkrise im Keller. Diese Kandidaten wissen selbst nicht was ihr "Besitz" wert ist und in welchem Umfang noch größere Abschreibungen anstehen. Eventuell wurden sie zum Teil vom Markt auch ungerechtfertigt abgestraft. Allerdings wäre es sehr risikoreich sich auf derartige Annahmen zu verlassen. Die anderen Teilnehmer in dieser Gruppe haben zum Teil interne respektive externe Probleme, die sich noch nicht klar finanziell bewerten lassen (Integrationsprobleme, Margen, Treibstoffkosten, Rohstoffkosten, ...).
 
"rote": Gewicht: 21,16%

Kurzer Blick auf den Chart

DAX® in 2007

Mitten im Frühling haben wir die Baumgrenze überschritten und erreichten im Sommer neue Gipfel. Seitdem suchen wir, oft im Nebel, nach neuen Höhen und können sie einfach nicht mehr finden. Das Endergebnis war ein breites Seitwärtsgeschiebe durch das Jahr. Ursache waren immer noch gute und sehr gute Firmenergebnisse, hohe Liquidität die verzweifelt brauchbare Anlagemöglichkeiten sucht und auf der anderen Seite immer wieder schlechte Nachrichten von der Schuldenkrise. Dieses "Gleichgewicht" hielt uns gefesselt, könnte aber 2008 zerstört werden. Dann würden wir neue Rekordstände erreichen oder in eine Baisse abtauchen. Ein Jahr ist jedoch lang. Eventuell erleben wir beides.

Konrad Adenauer, erster Bundeskanzler der Bundesrepublik und langjähriger Kölner Oberbürgermeister, warnte dereinst vor der "Gelben Gefahr": "Ich sage nur: China, China, China!"
 
In China gerät die Spekulation an den Aktienbörsen aus den Fugen. Ein großer Krach mit weitreichenden Konsequenzen droht täglich. Es herrscht die Meinung, die dortige Administration würde einen Krach vor der Olympiade zu verhindern wissen.
 
Dazu baer45: Wenn sie es vorher könnten würden sie es auch nachher tun ...

Die Schuldenkrise

Sie begann wegen der massiv an nicht kreditwürdige US-Häuslebauer vergebenen Kredite (Subprime), die in 2007 in großem Umfang nach erfolgter Refinanzierung mit wesentlich höheren Zinsen anfingen zu krachen. Die unseriöse Verpackung und der Weiterverkauf dieser Kredite hinterließ weltweit seine Spuren und erzeugte eine große Vertrauenskrise bezüglich und zwischen den Banken. Die Immobilienkrise ist noch längstens nicht vorbei. Im Spätwinter steht die größte Refinanzierung dieser Kredite an. Man geht davon aus, dass erst ein Viertel dieses Schrottes abgeschrieben wurde. Gleichzeitig sinken die Immobilienpreise in den USA und reißen immer mehr Verbraucher, die ihre Immobilie als Sicherheit für Konsumkredite eingesetzt hatten, in den Abgrund.
 
Der US-amerikanische Verbraucher ist bis über die Halskrause verschuldet. Nachdem über Immobilien keine leichtfertigen Kredite mehr zu bekommen sind, explodiert die Anzahl der Kreditkartenkonten, die nicht mehr beglichen werden. Auch die Bondsversicherer sind inzwischen am Kippen. Es gibt erste ernsthafte Schwierigkeiten auf dem Sektor der Wirtschaftsgebäuden und manche Kredite von Firmenübernahmen wackeln. Einige US-amerikanische Großbanken befinden sich schon in ernsthaften Schwierigkeiten. Das Eigenkapital schmilzt dahin. Um nicht Chapter 11 (Pleite) erklären zu müssen, brauchen sie Kapitalspritzen aus dem nahen und fernen Osten und fangen an sich selbst zu Kannibalisieren (Verkauf von Teilen des eigenen Konzerns). Die schlechten Nachrichten aus den USA werden uns also sobald noch nicht ausgehen.
 
Kredite werden teurer werden und nicht mehr so leicht zu bekommen sein. Das, aus der unseriösen Vergabe von Krediten in der näheren Vergangenheit generierte Wirtschaftswachstum wird fehlen. Auch werden zukünftig den Finanzkonzernen die Einnahmen aus dieser spezifischen Art von Kreditgeschäften fehlen. Sie waren in der Vergangenheit nicht von geringem Volumen. Viele Konzerne werden ihre Aktien auch nicht mehr auf Kredit zurückkaufen können. Firmenübernahmen auf Kredit werden sehr selten werden. Das Angebot an Aktien wird also nicht weiter eingeengt werden.

Die Konjunktur

Oft wird diskutiert, ob die Schuldenkrise Spuren in der "echten" Wirtschaft hinterlassen wird. Sie tut das und wird es weiterhin tun! Die Frage ist, wie stark werden die Auswirkungen sein? Für die USA rechnet inzwischen ein großer Teil der Volkswirte mit einer Rezession über 3 Quartale ("Hardlandig"). Ein leicht größerer Teil rechnet mit nur noch einem sehr geringem Wachstum für mehrere Quartale ("Softlanding"). Ein kleinerer Teil geht inzwischen von einer mehrjährigen "Stagflation" aus. Unbestritten ist also, dass wir eine mehr oder weniger starke Abkühlung der wirtschaftlichen Entwicklung in den USA erleben werden.
 
Über die Frage inwieweit eine wirtschaftliche Abschwächung/Rezession in den USA die restliche Weltwirtschaft treffen wird, wird heftig gestritten. Manche meinen überhaupt nicht. Das ist Unsinn! Auch wenn der Einfluss der USA auf die Weltwirtschaft nicht mehr so groß ist wie in früheren Jahren, ist er immer noch erheblich. Wie stark dieser Einfluss wirklich noch ist, werden wir eventuell demnächst erleben. Ein Abschwung in den USA wird natürlich die restliche Welt später treffen. In Deutschland können wir höchstwahrscheinlich noch ein prosperierendes 2008 mit allerdings einer zu großen Inflation erleben. So sind z. B. die Auftragsbücher im deutschen Maschinenbau voll und die Beschäftigung für 2008 scheint gesichert. Das einzige Problem: Es fehlt an Fachkräften. Letzteres wird dazu führen, dass die Gewerkschaften leichter Lohn- und Gehaltserhöhungen durchsetzen können. Die Gewinne werden also eher stagnieren oder gar leicht zurück gehen. Ein Aufwärtspotential für den DAX® könnte also nur der vernebelte Finanzbereich bringen.

Statistik

In 2008 wird ein neuer US-Präsident gewählt. Mit dem US-Präsidentenwahlzyklus hatten wir uns schon früher unter Börsenrhythmen beschäftigt. Im Wahljahr verläuft das erste Halbjahr meistens seitwärts und im zweiten Halbjahr steigen die Aktienkurse stark an. Hintergrund sollen die angeblich oft vorher gelaufenen konjunkturfördernden Maßnahmen zwecks Wahlbeeinflussung wie z.B. Steuersenkungen und Investitionsmaßnahmen des Staates, oft auf Kreditbasis, sein. In diese Kategorie könnte man ja auch die massiven Leitzinssenkungen der Fed einreihen. Allerdings sollten und sollen diese primär einen Zusammenbruch des amerikanischen Bankensystems verhindern und tragen mit zu einer weiteren Erhöhung der Inflation bei. Sie werden die Konsumkraft der überschuldeten Verbraucher nur wenig stärken können. Billigere Verbraucherkredite werden durch die höhere Inflation weggefressen. Es ist eben äußerst selten, dass in Wahljahren derartig ernsthafte Krisen wie die momentane Schulden- und Bankenkrise vorherrschen. Deshalb gilt wahrscheinlich eher eine andere statistische Aussage: Nach derartig vielen positiven Börsenjahren wird ein Negatives immer wahrscheinlicher.

Résumée

Im Nebel ist der Weg oft schwer zu finden. Ein Navigationssystem für die Börse gibt es nicht. Man muss den Weg trotz allem ganz alleine finden. baer45 hofft, mit dieser Bewertung etwas dazu beigetragen zu haben.
 
Für schon länger Investierte stellt sich die ernsthafte Frage nach Gewinnrealisierungen. Auf jeden Fall sollte eine fest definierte Ausstiegs- und/oder Absicherungsstrategie vorliegen. Wenn in einem der großen Finanzhäuser der Schalter auf Richtungsumkehr gestellt wird, wird es sehr eng werden. An der Ausgangstür wird es Staus geben und viele werden den Ausgang nicht rechtzeitig erreichen. Ein Neueinstieg auf Sicht von mehreren Jahren erscheint momentan sehr risikoreich. Einer der bis heute nicht eingestiegen war und jetzt unbedingt einsteigen will wäre ein typischer Indikator für eine "Milchmädchenhausse". Weil er den Einstieg total verschlafen hatte, wird er auch den eventuell notwendigen Ausstieg verpassen. Da ist sicherlich die Frage erlaubt, ob er nicht besser auf den nächsten größeren Kurseinbruch warten soll. Er kommt so sicher wie das "Amen" in der Kirche. Die heutige nebelverhangene und verworrene Lage wird sich eventuell schon im Frühjahr aufklären und eine einfachere Einschätzung der Lage ermöglichen. Es könnte auch sein, dass wir uns schon seit Mitte der 90-ziger in einer den 60-ziger und 70-ziger vergleichbaren Lage befinden. Dann wird ein ordentliches "Timing" überlebenswichtig oder man bleibt dem Aktienmarkt ganz fern.

baer45 wünscht allen Börsianern viel Glück bei Ihren Spekulationen im Neuen Jahr
 

Die Einschätzungen der Experten für 2008

Mit ihren Einschätzungen für 2007 hatten unsere Experten wieder mal so richtig schön ins Klo gegriffen. Deshalb brauchen sie diesmal keine konkreten Zahlen vorzulegen. Sie dürfen sich diesmal "argumentativ" äußern. Trotzdem bleiben Prognosen besonders schwierig da sie es mit der Zukunft zu tun haben. Man sollte also nicht nur den eigenen, sondern auch den Prognosen von Volkswirten, Analysten und Gurus in beliebiger Aufmachung misstrauen. Noch so schöne bunte Tabellenwerke und noch so überzeugend vorgetragene Argumente sind nichts anderes als primitive Spekulationen.
 

05.12.2007 www.focus.de
Klaus Martini, Chef-Anlagestratege der Deutschen Bank für Privatkunden:
 
Auch im nächsten Jahr erwarten wir im Großen und Ganzen nicht den großen Börsen-Run. Die vom US-Hypothekenmarkt ausgelöste weltweite Krise an den Kreditmärkten werde noch mindestens bis ins erste Quartal 2008 hinein dauern, bis die Banken endgültige Jahresergebnisse vorgelegt hätten. Es steht deshalb zu befürchten, dass es immer wieder enttäuschende Mitteilungen gibt, die kleine Rallys an den Börsen kaputt machen. Erst gegen Ende 2008 sei mit einem spürbaren Anstieg an den Börsen zu rechnen. Dieser werde angetrieben durch aggressive Zinssenkungen der amerikanischen Notenbank.
 
Martini und seine Kollegen bei Deutschen Bank gehen davon aus, dass die US-Notenbank den Leitzins im Laufe des nächsten Jahres in Richtung drei Prozent senken wird.
 

07.12.2007 www.handelsblatt.com
Herbert Berger, Leiter Kapitalmärkte der Dresdner Bank:
 
Zwar werde der Markt in der ersten Jahreshälfte stärker schwanken als in den vergangenen Jahren, was mit den wegen der Finanzkrise gestiegenen Risiken zusammenhänge. Trotzdem sehen wir gleichwohl gute Chancen für Aktien und Rohstoffe in der zweiten Jahreshälfte 2008. Vor allem Gold bleibe ein attraktives Investment.
 
Nicht ganz so rosig seien die Chancen für Anleger, die auf Sicherheit und damit auf festverzinsliche Papiere setzen. Für die Anleihemärkte wird 2008 erneut ein schwieriges Jahr werden. Dabei sei vor allem die Entwicklung der Konjunktur in den USA entscheidend.
 

07.12.2007 www.handelsblatt.com
Michael Heise, Allianz/Dresdner-Chefvolkswirt:
 
Er rechnet ungeachtet der sich abzeichnenden Konjunkturdelle in den Vereinigten Staaten mit einer stabilen Weltkonjunktur. Die deutsche Wirtschaft werde die Schwäche der US-Wirtschaft allerdings gut meistern können. Heise geht davon aus, dass sich der Konsum nach jahrelanger Schwäche 2008 als Konjunkturmotor erweisen könnte. Das größte Risiko für die deutsche Wirtschaft ist der hohe Ölpreis, der die gerade beginnende Erholung des deutschen Konsumnachfrage noch einmal verzögern könnte.
 

07.12.2007 www.handelsblatt.com
Wolfgang Sawazki, Leiter der Abteilung Aktienresearch bei Sal. Oppenheim:
 
Im Jahresverlauf ist ein Dax-Niveau von 8400 Punkten und ein Stand des Eurostoxx 50 von 4550 Zählern möglich. Kurzfristig überwögen aber die Risiken durch eine deutliche Abschwächung der Weltkonjunktur an den internationalen Finanzmärkten. Diese dürften sich erst im Laufe des Jahres mit Hilfe der Stärke in den Schwellenländern, den so geannten Emerging Marktes, normalisieren.
 
Der deutsche Aktienmarkt dürfte in den Monaten Februar und März in eine schwierige Phase eintreten. Im ersten Quartal sei mit einigen Enttäuschungen zu rechnen. Im Finanzsektor könnten weitere Abschreibungen die Stimmung drücken. Auch zyklische Werte dürften unter Druck geraten. Anleger sollten entsprechend kurzfristig defensive Wachstumstitel bevorzugen. Dazu zählen Bereiche wie Gesundheit, Konsumgüter und Telekommunikation. Im Jahresverlauf rechnet die Bank zudem mit einer Erholung von Finanztiteln. Angesichts der niedrigen Bewertungen dürften sie als Gruppe eine gute Entwicklung zeigen. Aktuell fehle es den Marktteilnehmern aber an Transparenz, um richtig zu selektieren.
 

04.12.2007 www.handelsblatt.com
Martin Gilles, leitender Aktienstratege der WestLB:
 
Er erwartet im nächsten Jahr deutlich mehr Gegenwind für die Profitabilität der Unternehmen. Seine Gewinnschätzungen - sechs Prozent Plus für deutsche Unternehmen und fünf Prozent Zuwachs für die Konzerne im Euro-Stoxx-50. Die Zeiten rapiden Produktivitätsfortschritts und leichter Restrukturierungsgewinne sind vorbei. Hinzu kämen steigende Lohnkosten, anhaltender Druck auf die Margen durch teure Rohstoffkosten und den starken Euro sowie die nachlassende Wachstumsdynamik. Unter dem Strich wird 2008 ein Jahr der Herausforderungen für Unternehmen und Investoren, vor allem im ersten Halbjahr droht ein Stresstest. Seine Kursziele für Ende 2008 sind entsprechend bescheiden: Den Dax sieht Gilles bei 8000, den Euro-Stoxx bei 4400 Punkten.
 

26.11.2007 de.finance.yahoo.com
Roland Ziegler, Finanzexperte der BHF Bank:
 
Nach fünf Jahren Hausse ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreich. Für den deutschen Leitindex DAX geht er bis Ende dieses Jahres von einem Gesamtanstieg um 20 Prozent aus, womit sich das Börsenbarometer wieder der 8.000-Punkte-Marke nähern würde. Dann dürften aber zunächst wieder kurzfristig Gewinnmitnahmen einsetzen. Bis Ende des kommenden Jahres rechnet Ziegler indes mit einem weiteren Wachstum um zwölf Prozent auf dann 8.700 Punkte. Die Nebenwerte seien hingegen deutlich risikobehafteter. Die Subprime-Krise habe zwar eine mittlerweile kräftige Korrekturbewegung eingeleitet, die wichtigsten Rahmenbedingungen sprechen jedoch für weiter steigende Kurse im Jahresverlauf 2008. Vor allem ein weiterhin hohes Wachstum der Weltwirtschaft und eine attraktive Gewinnrendite sollten die Aktienmarktentwicklung begünstigen. Dabei zähle der deutsche Kassamarkt unverändert zu den Favoriten der BHF Bank.
 

26.12.2007 www.faz.net
Patrik Schöwitz, Aktienstratege von HSBC Trinkaus & Burkhardt:
 
Sie äußern sich besonders zuversichtlich. Ihrer Ansicht nach könnte der Dax bis zur Jahresmitte um rund 9 Prozent auf dann 8700 Punkte steigen. Damit würde das deutsche Barometer auch schon im ersten Halbjahr neue Rekorde aufstelle. In ihrer Jahresendprognose für den Dax liegen die HSBC-Analysten mit 9200 Punkten und damit einem Anstieg um 15 Prozent ebenfalls an der Spitze. Die Aktien sind weiterhin attraktiv bewertet, zumal die Unternehmen sehr rentabel sind. Insgesamt seien die Unternehmen sehr gut aufgestellt. Daher dürfte die Kreditkrise zwar die Finanzinstitute belasten, aber nur begrenzt auf andere Branchen durchschlagen. Zudem sei die Verschuldung der Unternehmen in den Vereinigten Staaten und in Europa in den vergangenen fünf Jahren immer weiter gefallen.
 

September 2007: baer45 wagt eine konkrete bildliche Prognose für 2008

Prognose 2008
USA                            €urozone                          Japan
 

Ob er sie selber ernst nimmt? Er ist täglich hin- und hergerissen!

Handelskalender 2008

An der FWB® Frankfurter Wertpapierbörse wird im Jahr 2008 von montags bis freitags außer am 1. Januar, 21. März, 24. März, 1. Mai, 24. Dezember, 25. Dezember, 26. Dezember und am 31. Dezember gehandelt. Der 24. und 31. Dezember sind Settlement-Tage.


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