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Gutes Timing heißt, anders als die Börsenmehrheit handeln

27.06.2002: DAX®-Bewertungen

Bewertung zum 26.06.2002

Ausgangsdaten

Basis sind die Xetra-Schlusskurse vom 26.06.2002. Die Kurse und das jeweilige Gewicht einer Aktie im DAX® sind von der Deutschen Börse. Die Dividenden mit denen die berechnet wird, das auf Basis 2002 der Aktien und die sind aus der Süddeutschen Zeitung (Schätzungen IBES - Quelle Thomson Financial/Datastream).

Die DAX®-Bewertung wird gewichtet ausgeführt. D.h. eine Aktie mit sehr großer Marktkapitalisierung geht stärker in das Ergebnis ein als eine Aktie mit einer weit geringeren Marktkapitalisierung. Seit dem 24.06.2002 wird dabei nur noch der sogenannte frei handelbare Anteil berücksichtigt ( siehe ).

Umlaufrendite

Die Zinsen für Tagesgelder bewegen sich zwischen 1,5 und 3,8%. Nimmt man an, dass die Zinsen gleich bleiben oder nur leicht steigen werden, sollte man auch einen Blick auf AAA-Anleihen, Pfandbriefe und Bundesschatzbriefe werfen.

Insgesamt 3-5 Jahre 5-8 Jahre 8-15 Jahre 15-30 Jahre
4,73 % 4,34 % 4,65 % 4,87 % 5,21 %

Diese Tabelle dokumentiert die Umlaufrendite (Anleihen, Obligationen sowie Schatzanweisungen des Bundes, seiner Sondervermögen und der Treuhandanstalt) zum Bewertungsstichtag. Die Umlaufrendite ist seit der Januarauswertung geringfügig gesunken. Hierin spiegelt sich die steigende Flucht aus der Aktienanlage. Sollten die Aktienmärkte sich nicht innerhalb der nächsten Monate erholen, wird die Umlaufrendite weiter sinken.

DAX®-Ergebnis

DatumDAX®-StandDividenden-
rendite
KGV(f)KGV(1)KGV(2)
26.06.024099,052,07 %15,417,116,2
25.01.025156,332,02 %15,421,819,6
Erläuterungen zur Tabelle finden Sie in den

Trotz gesunkener Dividendenzahlungen, hat die Umbewertung der Marktkapitalisierung und die gesunkenen Kurse zu einer leicht höheren Dividendenrendite geführt.

Nur das fühere Schwergewicht Deutsche Telekom machte Verluste und ist deshalb im KGV(2) auch nicht enthalten. Im KGV(1) wird angenommen, dass die Deutsche Telekom keine Verluste gemacht hat. Die Umbewertung der Marktkapitalisierung und die Kursverluste haben das Gewicht dieses Schwächlings erheblich reduziert. Der potentielle Aufschlag zum KGV(1) darf also geringer ausfallen. Der DAX® nähert sich jetz einer fairen Bewertung (bei den heutigen Zinsbedingungen) an, hatt allerdings noch eine erkleckliche Wegstrecke hin. Sollten weitere Katastrophen ausbleiben (Terror, andauernde Pleitewelle im TMT-Bereich mit dann auftretenden Bankenproblemen, erhebliche Zinserhöhungen, Dollar-Crash, Krieg) und der WTC-Crash-Boden hält, könnten absolute Optimisten den Kauf von DAX®-Indexpapieren ins Auge nehmen. Rechnet man allerdings nicht mit einer deutlichen Konjunkturerholung sondern mit einem potentiellen Irakkrieg, ist die Wartestellung für alle Mittelfrist- und Langfristanleger weiterhin angesagt.

Rangfolge - Dividendenstrategie (Burr/Graham)

Die Kandidaten:

Es ist zu bezeifeln, dass die Deutsche Telekom und die Deutsche Post echte Kandidaten sind. Für einen Blue Chip Wert in der Dividendenrenditestrategie existieren sie als freie Unternehmen noch nicht lange genug.! Die Erfinder dieser Methode hatten derartige Unternehmen sicherlich nicht im Fokus.

Rang Code Name Dividendenrendite
1 DTE DT.TELEKOM AG NA 4,31 %
2 TKA THYSSENKRUPP AG O.N. 4,04 %
3 MEO METRO AG ST O.N. 3,36 %
4 PRS PREUSSAG AG O.N. 3,14 %
5 DGX DEGUSSA AG O.N. 3,08 %
6 MAN MAN AG ST O.N. 2,97 %
7 BAY BAYER AG O.N. 2,91 %
8 DPW DEUTSCHE POST AG NA O.N. 2,90 %
9 EOA E.ON AG O.N. 2,89 %
10 BAS BASF AG O.N. 2,86 %

Die Bewerber:

HVM und CBK wären potentielle Tauschkandidaten für DTE und DPW.

Rang Code Name Dividendenrendite
11 HVM BAY.HYPO-VEREINSBK.O.N. 2,81 %
12 CBK COMMERZBANK AG O.N. 2,75 %
13 VOW VOLKSWAGEN AG ST O.N. 2,74 %
14 RWE RWE AG ST A O.N. 2,58 %
15 LIN LINDE AG O.N. 2,26 %

Anleger in andere Varianten der Dividendenstrategie, können sich diese sehr einfach aus obigen Tabellen zusammenstellen. "Top 12" entspricht Rang 1 bis 12. "Top 5" entspricht Rang 1 bis 5.

Rangfolge - Dogs of the ... - Low Five (O'Higgins)

Die Kandidaten:

Auch hier dürfen die Kandidaten DTE und DPW aus den gleichen Gründen angezweifelt werden.

Rang Code Name Kurs
1 DTE DT.TELEKOM AG NA 8,59
2 DPW DEUTSCHE POST AG NA O.N. 12,75
3 TKA THYSSENKRUPP AG O.N. 14,86
4 MAN MAN AG ST O.N. 20,21
5 PRS PREUSSAG AG O.N. 24,50

Die Bewerber:

MEO und BAY wären potentielle Tauschkandidaten für DTE und DPW.

Rang Code Name Kurs
6 MEO METRO AG ST O.N. 30,40
7 BAY BAYER AG O.N. 30,90
8 DGX DEGUSSA AG O.N. 35,69

Diejenigen die meine Warnung vor DTE in der Januarbewertung ernst genommen haben, haben sich große Verluste erspart. Ein Unternehmen mit einem Schuldenumsatzverhältnis von 1,75 und das im operativen Geschäft nicht in der Lage ist die Schuldzinsen zu verdienen, ist ein typischer Pleitekandidat. Läge nicht die starke Staatsbeteiligung vor, würde wahrscheinlich auch die Mehrheit der Börsenteilnehmer eine baldige Insolvenz annehmen. Im nächsten Geschäftsjahr wird DTE sicherlich keine Dividende mehr zahlen und damit aus den Dividendenrenditestrategien rausfallen. Bei DPW ist, solange ihr Briefmonopol erhalten bleibt und sie die wahnsinnigen Zukäufe einstellt, nicht mit einer derartigen Katastrophe zu rechnen. Müsste sie allerdings ihr Briefporto auf Größenordnungen von Nachbarländer reduzieren, käme sie in erhebliche Schwierigkeiten.

Rangfolge nach Gewicht

Rang Code Name Gewicht
1 SIE SIEMENS AG NA 11,17 %
2 DBK DEUTSCHE BANK AG NA O.N. 9,98 %
3 DCX DAIMLERCHRYSLER AG NA O.N 9,14 %
4 EOA E.ON AG O.N. 8,60 %
5 ALV ALLIANZ AG O.N. 7,73 %
6 MUV2 MUENCH.RUECKVERS.VNA O.N. 5,87 %
7 BAS BASF AG O.N. 5,84 %
8 BAY BAYER AG O.N. 5,15 %
9 DTE DT.TELEKOM AG NA 4,98 %
10 SAP SAP AG ST O.N. 4,39 %

Die 10 größten Aktiengesellschaften haben heute ein Gewicht von ca. 67% im DAX® (im Januar 70%). Davon gehört jetzt deutlich weniger als ein Drittel (-9%) dem Technologiesektor an. Im Herbst werden die Karten im DAX® neu gemischt. Es wird Absteiger und Aufsteiger geben. Maßgeblich ist hierbei die frei handelbare Marktkapitalisierung und das Handelsvolumen. Hoffen wir, dass ein wirklich Kranker absteigt und gesundes Blut nachkommt und damit den Index wieder ein Stück aufwertet. Die Verhältnisse werden dadurch jedoch nicht grundlegend verändert werden. Der DAX® wird eine Mischung aus allgemeinem Index und Technologieindex bleiben und sein dafür typisches Verhalten beibehalten.

Ansonsten warten wir weiterhin auf das Verschwinden von DTE. Dieses Gewicht wird uns allerdings noch mehrere Jahre fesseln.

Kurzer Blick auf den Chart

Chart

Der Abwärtstrend (der Längste seit der DAX®-Gründung) ist weiterhin intakt. Nachdem der 100-Tagesdurchschnitt den 200-Tagesdurchschnitt Richtung Norden geschnitten hatte (normal ein bullisches Zeichen) ging es im Schnellzug Richtung Süden. Wir stehen jetzt kurz davor, den mittelfristigen Boden (WTC-Crash) zu testen. Desweiteren werden heiße Diskussionen unter den Techniker geführt, wo der längerfristige Aufwärtstrend (20 Jahre) im DAX® verläuft. Die Spannweite verläuft zwischen 3900 und 4100 (Balken- oder Liniendiagramm). Ob davon wirklich die Zukunft abhängt?? Sie wäre dann ja absolut ungewiss (siehe Spannweite).

Eine wirkliche Erholung (über die alten Höchstkurse) ist sobald nicht zu erwarten. Eine mittelfristige Aufwärtsbewegung (ca. 4 Jahre) bis ca. 5500 liegt jedoch im Bereich des Möglichen. Dies wird jedoch im wesentlichen durch die US-amerikanischen Rechenkünstler bestimmt werden. Eine Abkopplung der europäischen Börsen von den amerikanischen Börsen ist noch lange nicht in Sicht. Es stellen sich also die Fragen:

  • bleiben wir in den nächsten 12 Monaten von größeren Terroraktionen und Kriegen verschont?
  • finden die Bilanzbetrügereien ein Ende?
  • verdeutlichen sich konkrete Indikatoren über eine wirtschaftliche Erholung?
  • fällt der US-Dollar nicht ins Bodenlose (1,20 $/€) und zwingt damit die US-Notenbank zu Zinserhöhungen zwecks Leistungsbilanzdefizitfinanzierung?
  • bleiben wir die nächsten 12 Monate noch von großen TMT-Pleiten verschont?

Fragen über Fragen. Mutige können trotzden handeln (Bodenbildung in USA abwarten). Allerdings nur im Sinne von kurzläufigen Geschäften und der andauernden Bereitschaft, korrigierend einzugreifen. Sollte es überraschenderweise laufen, kann man es ja laufen lassen!


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