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Die Zeit ist teurer als Geld

24.09.2005: DAX®-Bewertungen

Bewertung zum 23.09.2005

Heute Abend steht eine Umschichtung vom Lotto Depot an. Deshalb führen wir eine neue DAX®-Bewertung durch. Seit unserer letzten Bewertung hat sich viel getan. Trotz Terroranschlägen, explodierenden Rohölpreisen und Naturkatastropen hat sich der DAX® wacker geschlagen und ist wesentlich besser gelaufen als viele seiner ausländischen Konkurrenten. Die Weltkonjunktur ist weiterhin intakt, wir bekommen eine neue Bundesregierung und der € stabilisiert sich trotz weiterer Zinserhöhungen im US-$-Raum. Wie wird es weiter gehen? Machen wir als erstes eine Standortbestimmung.

Ausgangsdaten

Basis sind die Xetra-Schlusskurse vom 23.09.2005. Die Kurse und das jeweilige Gewicht einer Aktie im DAX® sind von der Deutschen Börse. Die Dividenden mit denen die berechnet wird, das aktuelle (Basis: September 2005) der Aktien und die sind aus der Süddeutschen Zeitung (Schätzungen IBES - Quelle Thomson Financial/Datastream). Die DAX®-Bewertung wird gewichtet ausgeführt ( siehe ). D.h. eine Aktie mit sehr großer Marktkapitalisierung geht stärker in das Ergebnis ein als eine Aktie mit einer weit geringeren Marktkapitalisierung. Seit dem 24.06.2002 wird dabei nur noch der sogenannte frei handelbare Anteil berücksichtigt. Dieser Anteil wird regelmäßig überprüft und verändert damit ebenso wie der Kurs das Gewicht der Aktie im DAX®. Seit unserer letzten Bewertung hat es keine Umstellung im DAX® gegeben.

Umlaufrendite

Umlaufrendite September 2005

Die Tagesgeldern sind sich seit unserer letzten Bewertung leicht gefallen. Sie liegen zwischen 2 und 2,75%. Zahlt Ihre Bank weniger? Wenn ja, tragen Sie Ihre Tagesgelder zur Konkurrenz! Die Rendite bei Bundesschatzbriefen ist weiter gefallen. Sie rentieren momentan mit 2,51 bis 2,75%. In den USA steigen die Zinsen am kurzen Ende und die Inflationsängste weiter an und haben sich schon erheblich von den Unserigen entfernt. Bei uns markiert die Umlaufrendite ein Nachkriegstief nach dem anderen. Die Gefahr, dass durch die starken Ölpreissteigerungen Inflation importiert wird steigt und erste merkliche Preiserhöhungen sind zwischenzeitlich spürbar. Die EZB wird bald Gegensteuern müssen und die Zinsen werden auch bei uns anziehen. In den USA entweicht inzwischen laut hörbar die Luft aus der Anleiheblase. Auch bei uns sollten sich die Überlegungen eher um einen Ausstieg als um einen Einstieg in den Rentenmarkt drehen.

Datum Insgesamt 3-5 Jahre 5-8 Jahre 8-15 Jahre 15-30 Jahre 1 € in US-$
23.09.05 2,88 % 2,44 % 2,74 % 2,97 % 3,50 % 1,208
23.03.05 3,49 % 3,00 % 3,39 % 3,66 % 4,16 % 1,298
29.12.04 3,41 % 2,88 % 3,27 % 3,57 % 4,22 % 1,359
23.09.04 3,70 % 3,10 % 3,56 % 3,89 % 4,55 % 1,226
26.05.04 3,97 % 3,29 % 3,83 % 4,25 % 4,95 % 1,211
29.12.03 3,94 % 3,30 % 3,86 % 4,20 % 4,87 % 1,248
25.09.03 3,77 % 3,08 % 3,62 % 4,00 % 4,64 % 1,149
12.06.03 3,27 % 2,47 % 2,98 % 3,48 % 4,48 % 1,177
10.04.03 3,94 % 3,30 % 3,86 % 4,20 % 4,87 % 1,077
27.12.02 3,93 % 3,26 % 3,78 % 4,17 % 4,86 % 1,041
27.09.02 4,12 % 3,57 % 4,00 % 4,30 % 4,92 % 0,980
26.07.02 4,52 % 4,07 % 4,48 % 4,70 % 5,16 % 0,985
26.06.02 4,73 % 4,34 % 4,65 % 4,87 % 5,21 % 0.980
25.01.02 4,74 % 4,37 % 4,71 % 4,90 % 5,27 % 0,865

Diese Tabelle dokumentiert die Entwicklung seit unserer ersten Bewertung bezüglich Umlaufrendite (Anleihen, Obligationen sowie Schatzanweisungen des Bundes, seiner Sondervermögen und der Treuhandanstalt) und dem Verhältnis des € zum US-$ zum jeweiligen Bewertungsstichtag. In den USA herrschen erheblich andere Zinsen. So rentieren z. B. AAA-Anleihen bei 3 Monaten mit 3,47, bei 2 Jahren Jahren mit 4,02 , bei 5 Jahren mit 4,07, bei 10 Jahren mit 4,25% und bei 30 Jahren mit 4,52%.

6 Monate US-$/Euro

Die regelmäßigen Leitzinserhöhungen in den USA zeigen Wirkung und mit dem furiosen Aufstieg des €'s ist es vorbei. Momentan scheint er sich bei einem Stand vom 1,20 US-$ zu stabilisieren. Sollten weitere Leitzinserhöhungen in den USA anstehen, ist ein weiterer Verfall des €'s nicht ausgeschlossen. Die allerdings wesentlich günstiger bewerteten europäischen Aktien locken weiterhin US-amerikanische Investoren nach Europa und steuern so gegen. An den allgemeinen fundamentalen Ursachen für den relativ niedrigen US-$ hat sich noch nichts geändert. Die Staatsverschuldung und das US-amerikanische Leistungsbilanzdefizit haben sich bis jetzt nicht merklich verringert. Eine Überraschung wäre also ein erneuter Verfall des US-$ nicht. Sollte die Inflation in Europa noch stärker werden, muss die EZB die Leitzinsen auch bei uns erhöhen. Dies könnte den € wieder erstarken lassen. Auf jeden Fall bleibt ein Urlaub in den USA empfehlenswert und aus rein währungstechnischer Sicht spricht nichts gegen den Kauf von US-Aktien. Die Überbewertung ist dort allerdings teilweise schon sehr stark.

6 Monate Rohölpreis

Die weiter gut laufende Weltkonjunktur, technische Förderschwierigkeiten und politisch motivierte Ängste und letzendlich die Schäden an den Ölförderanlagen und in der verarbeitenden Ölindustrie in den USA durch die Wirbelstürme, treiben den Rohölpreis auf Basis US-$ weiter und scheinbar unaufhörlich nach Norden. Während wir in 2004 die Steigerungen des Rohölpreises teilweise durch den Verfall des US-$ kompensieren konnten, werden in 2005 die weiteren Rohölpreissteigerungen durch den stärker werdenden US-$ voll wirksam. Trotzdem schützt und der hohe € weiterhin. Bei einem Preis von z.B. 65 US-$ für ein Fass Rohöl beträgt der Preis heute in € 53,8. Würde der € noch bei 0,83 US-$ stehen, würde das Fass 78,31 € kosten. Der schon länger sehr hohe Ölpreis zeigt, trotz am Boden liegender Binnenkonjunktur, inzwischen seine inflatorischen Wirkungen auch bei uns. Wir müssen uns also langsam mit dem Gedanken an steigende Zinsen, auf kurzfristige und mittelfristige Sicht, anfreunden. Die Probleme am Rentenmarkt klopfen an die Tür.

Das letze Mal glaubten wir, die Zinsen hätten die Talsohle durchschritten. Aber es ging weiter runter zu immer neuen Nachkriegstiefs. Trotzdem ist die Umlaufrendite auch heute bei dem noch extrem niedrigen Niveau. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Zinsen steigen werden ist deshalb höher als dass sie gleich bleiben oder sinken werden.

DAX®-Ergebnis

Die Tabelle zeigt die Entwicklung vom DAX® seit der Januarbewertung 2002. Infineon Tech. ist wieder in die Verluszone geraten und befleckt die ansonsten extraordinäre Entwicklung des DAX®. Dieses Leichgewicht ist deshalb nicht im KGV(2) vertreten. Alle Berechnungen berücksichtigen das jeweilige Gewicht der Aktien im DAX®.

DatumDAX®-StandDividenden-
rendite
KGV(f)KGV(1)KGV(2)
23.09.054882,582,31 %15,413,713,6
23.03.054317,201,91 %15,413,313,3
29.12.044247,751,89 %15,413,113,1
23.09.043905,662,06 %15,414,914,9
26.05.043867,522,12 %15,415,315,3
29.12.033952,722,02 %15,416,116,1
25.09.033326,272,40 %15,418,715,9
12.06.033219,472,45 %15,416,814,8
10.04.032697,103,24 %15,413,411,7
27.12.022840,002,93 %15,410,99,8
27.09.022918,902,87 %15,412,911,8
26.07.023579,002,37 %15,415,614,1
26.06.024099,052,07 %15,417,116,2
25.01.025156,332,02 %15,421,819,6
Erläuterungen zur Tabelle finden Sie in den

In den letzten 12 Monaten hatten wir Dividendenausfälle bei Bayerischer HypoVereinsbank und Infineon Tech. (Anteil am DAX®: 3,54%) zu beklagen. Die Sanierungsarbeiten in den Firmen tragen also schon sichtbare Früchte. Die Gewinnsituation der DAX®-Teilnehmer hat sich insgesamt erheblich gebessert. Bei vielen Unternehmen sind die Dividenden höher als im vergangenen Jahr ausgefallen und viele Nichtzahler schütten wieder eine Dividende aus. Die Dividendenrendite hat sich, trotz stark gestiegenen Kursen, verbessert. Sie liegt immer noch wesentlich höher als viele Banken für die kurzfristige und mittelfristige Geldanlage bereit sind zu zahlen. Sie sollte auf keinen Fall ignoriert werden.

Nicht nur die Kurse, nein auch die Gewinne der DAX®-Teilnehmer haben in voller Breite weiter zugelegt und DAX® bleibt weiter unterbewertet. Sollte es keinen weltwirtschaftlichen Einbruch geben, sind aus fundamentaler Sicht weitere Kurssteigerungen erlaubt. Sollten die Zinsen auf dem heutigen niedrigen Niveau verharren, ist der DAX® preiswert. Er ist immer noch wesentlich günstiger bewertet als der S&P500. Die sauber bilanzierten Gewinne seiner Teilnehmer sind immer noch höher als die Proformaergebnisse der Teilnehmer bei seinem amerikanischen Konkurrenten. Trotzdem werden diese den weiteren Weg vorgeben. Eine Unabhängigkeitserklärung wurde noch nicht unterschrieben.

Rangfolge - Dividendenstrategie (Burr/Graham)

Die Kandidaten:

Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht geniessen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die Lektüre von Bärische Warnungen unter Strategien.

RangCodeNameDividendenrendite
1TUITUI 4,61 %
2DTEDT.TELEKOM4,14 %
3TKATHYSSENKRUPP3,62 %
4DCXDAIMLERCHRYSLER3,57 %
5EOAE.ON 3,09 %
6BASBASF 2,88 %
7RWERWE 2,76 %
8LHALUFTHANSA 2,75 %
9DPWDEUTSCHE POST2,58 %
10MEOMETRO 2,52 %

Die Bewerber:

RangCodeNameDividendenrendite
11MANMAN 2,52 %
12DBKDEUTSCHE BANK2,28 %
13MUV2MUENCH.RUECKVERS.2,22 %
14ALT ALTANA 2,08 %
15LINLINDE 2,08 %

Anleger in andere Varianten der Dividendenstrategie, können sich diese sehr einfach aus obigen Tabellen zusammenstellen. "Top 12" entspricht Rang 1 bis 12. "Top 5" entspricht Rang 1 bis 5.

Rangfolge - Dogs of the ... - Low Five (O'Higgins)

Die Kandidaten:

Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht genießen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die Lektüre von Bärische Warnungen unter Strategien.

RangCodeNameKurs
1LHALUFTHANSA 10,92
2DTEDT.TELEKOM14,98
3TKATHYSSENKRUPP16,56
4TUITUI 16,69
5DPWDEUTSCHE POST19,41

Die Bewerber:

RangCodeNameKurs
6MEOMETRO 40,46
7DCXDAIMLERCHRYSLER42,01
8RWERWE 54,25

Rangfolge nach Gewicht

RangCodeNameGewicht
1EOAE.ON 9,99 %
2SIESIEMENS 9,88 %
3ALVALLIANZ 7,86 %
4DTEDT.TELEKOM7,53 %
5DBKDEUTSCHE BANK7,35 %
6DCXDAIMLERCHRYSLER6,95 %
7BASBASF 5,89 %
8SAPSAP 5,62 %
9RWERWE 4,80 %
10BAYBAYER 4,06 %

Die 10 größten Aktiengesellschaften haben heute im DAX® ein Gewicht von 69,93%. Ihr Anteil hat, seit unserer Bewertung Ende März 2005, leicht abgenommen. Im gleichen Zeitraum hat auch das Gewicht der Technologie (23,93%) abgenommen. Die großen Technologieunternehmen laufen also weiterhin schlechter als der Markt. Die Münchener Rück hat es immer noch nicht zurück in die Titanenliste gebracht. Es gibt immer noch zu große Naturkatastrophen mit zu großen Schäden (Wirbelstürme in den USA). Diese führen zu Beitragserhöhungen und dann in ruhigeren Jahren zu einer Gewinnexplosion in der Rückversicherung. Da unser Staat klamm ist, läuft der Verkauf seines Aktienbesitzes, ohne große Rücksicht auf die aktuellen Kurse, weiter. Inzwischen ist die Deutsche Post vollständig privatisiert und die Deutsche Telekom wird es wahrscheinlich in 2006 sein. Beide Unternehmen liefen deshalb in den vergangenen 12 Monaten schlechter als der Markt. Dies bleibt wahrscheinlich auch noch das Schicksal der Deutschen Telekom für die nächsten Monate. Die Ertragssituation von den früheren Staatsunternehmen hat sich stark verbessert. Ein KGV auf weiter exotisch hohem Niveau hat die SAP. Man sieht daran, dass die Spekulanten sich mental noch nicht vollständig von der alten Technologie-Blase verabschiedet haben.

Kurzer Blick auf den Chart

Chart

In den ersten 3 Monate des Jahres war der DAX® um gemütliche 1,64% gestiegen. Im jetzigen Bewertungszeitraum legte er einen Zahn zu und stieg um 13,10%. Es könnte also ein besseres Ergebnis als 2004 werden (+7,46%). Mehrmals hatte der DAX® in dieser Periode die Marke von 5000 Punkten überschritten, wurde allerdings immer wieder vom steigenden Rohölpreis zurückgepfiffen. Am Chart ist klar ersichtlich, dass der DAX® immer noch ein vergleichbares Verhalten wie die US-Börsen hat. Deshalb wird die Entwicklung in den USA im wesentlichen auch den Verlauf des Restjahres bestimmen. Die Weltwirtschaft ist immer noch gut in Schuss und die Binnenkonjunktur ist alles andere als berauschend. Die Stimmung im Inland ist stark schwankend und ohne klare Richtung. Allerdings droht der hohe Rohölpreis immer stärker eine Gefahr für die Weltkonjunktur zu werden. Es werden die Inflations- und Zinsängste zunehmen. Da die Stimmung an den Börsen alles andere als berauschend ist, könnten wir am Jahresende über der Marke von 5000 Punkten stehen. Also eine typische Zeit weiter investiert zu bleiben. Allerdings ein Neueinstieg birgt auf mittelfristige Sicht schon größere Risiken.

Grund für diese Bewertung ist die Umschichtung des DAX®-Lotto Depots am Samstag Abend, das sehr wahrscheinlich nur eine sehr kurze Lebenszeit haben wird (DAX®-Umstellung: Verabschiedung der HypoVereinsbank). Wir brauchen also nicht zu hoffen, dass der Zufall uns diesmal sinnvolle Hinweise liefern wird.

Hals und Beinbruch und noch eine fröhliche Wiesn!

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