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            sondern die Kurse machen die Nachrichten

21.09.2010: DAX®-Bewertungen

Bewertung zum 17.09.2010

Da staunt der Laie ...

Seit längerer Zeit erleben wir ein Wechselbad der Gefühle. Die wirtschaftliche Entwicklung explodiert förmlich und die Krise ist vorbei. Kurze Zeit später besteht die Gefahr eines erneuten Abtauchens in die Rezession, ja sogar eine Depression droht. Es wird mit Inflation gedroht und empfohlen Sachwerte zu kaufen. Dann wiederum droht Deflation. Inzwischen liegt zwischen den 180°-Wechseln kaum noch ein Monat. Kann irgend jemand glauben, dass die reale Welt sich so schnell ändern kann? Wohl kaum! Wir erleben ein sinnloses Geschwafel der Medien synchron zum Verhalten der Aktienkursentwicklung. Inzwischen kommen als Verstärkung bei Kursverlusten immer noch die angeblichen Gefahren in Europa hinzu. Kaum steigen die Kurse sind auch diese Gefahren wieder vergessen. Daran erkennt man sehr gut, dass dieses Medienspektakel sehr stark von den US-Medien gesteuert wird. Je länger dieses Spektakel dauert umso niedriger werden die Umsätze. Unsere lieben Großbanken und ihre Hedgefonds-Töchter werden immer einsamer und zocken nur noch gegeneinander. Sie schaffen es einfach nicht den "Privatinvestor" anzulocken. Deshalb wird das Geschrei auch ständig lauter.

Auch eine andere Zunft überrascht uns mit ihren Prognosen respektive Prognoseänderungen: Die Zunft der Volkswirte. Am Jahresanfang sah es angeblich trüb für Europa und gut für die US-Wirtschaft aus. Zwischenzeitlich werden die Wachstumszahlen für die USA laufend nach unten und die für Europa nach oben korrigiert. Leider geht die Entwicklung in Europa nicht so weiter. Ein deutlich geringeres Wachstum droht am Horizont. Die Korrekturen der Prognosen haben zwischenzeitlich Ausmaße erreicht, dass man annehmen darf, dass die dahinter stehenden "Wissenschaftler" kaum die KiTa bestehen würden, würde es dort ein Abschlussexamen geben. Den US-Wissenschaftler könnte man noch Propagandaabsichten unterstellen aber den europäischen Künstlern? Volkswirtschaft ist eben keine Wissenschaft. Es ist nur eine sinnlose aufwendige Zahlenspielerei, mit der man glaubt, unter der Ignorierung des menschlichen Verhaltens, die Zukunft prognostizieren zu können. Ist es deshalb so verwunderlich, dass die monetären Empfehlungen dieser Leute durchgehend ein Schuss in den Ofen waren? Wir alle werden schon selbst abschätzen müssen, wie die nähere und etwas entferntere Zukunft aussehen wird. Dabei ist es sehr wichtig einen realistischen Blick auf den Istzustand zu haben und den entsprechenden Bauch um diese Informationen gut verarbeiten zu können.

So ähnlich wie der Aktienpreis schwankt auch die Stimmung der Spekulanten. Euphorie wird durch depressive Stimmungen abgelöst und dann wieder umgekehrt, so wie sich der Markt seitwärts dahin quält. Nach oben scheint er gedeckelt, abstürzen darf er nicht, da sonst die Illusion der privaten Alterssicherung zerstört würde. Der DAX® hat seit unserer letzten Bewertung vom Juni 2010 0,12 % abgegeben und seit Jahresanfang um 4,24 % zugelegt. Praktisch gab es keine Veränderung und allzu weit von seinem Jahreshoch im August mit 6.387 Punkten ist er nicht entfernt. Es gelten im wesentlichen noch die Aussagen aus den vorherigen Bewertungen. Die Stimmung schwankt mit der Kursentwicklung. Aktuell stehen 41 % Bullen 32 % Bären gegenüber (Quelle: Cognitrend).

Ausgangsdaten

Basis sind die Xetra®- Schlusskurse vom 17.09.2010. Die Kurse und das jeweilige Gewicht einer Aktie im DAX® sind von der Deutschen Börse. Die Dividenden mit denen die berechnet wird und das aktuelle (Basis: Aktuelle Schätzungen von I/B/E/S) der Aktien sind aus der Süddeutschen Zeitung. Die Zahlen zur sind von der Deutschen Bundesbank. Die DAX®-Bewertung wird gewichtet ausgeführt ( siehe ). D.h., eine Aktie mit sehr großer Marktkapitalisierung geht stärker in das Ergebnis ein als eine Aktie mit einer weit geringeren Marktkapitalisierung. Seit dem 24.06.2002 wird dabei nur noch der so genannte frei handelbare Anteil berücksichtigt. Dieser Anteil wird regelmäßig überprüft und verändert damit ebenso wie der Kurs das Gewicht der Aktie im DAX®. Weitere Regeländerungen bezüglich Gewichtung und frei handelbarem Anteil gab es im Oktober und November 2008.

CodeNameISINKursDividendeKGVGewicht
1ADSADIDAS AG O.N.DE000500340443,0050,35161,69 %
2ALVALLIANZ SE VNA O.N.DE000840400583,9204,1087,12 %
3BASBASF SE O.N.DE000515100544,7701,70117,73 %
4BMWBAY.MOTOREN WERKE AG STDE000519000347,4100,30132,87 %
5BAYNBAYER AG NADE000BAY001751,0601,40137,94 %
6BEIBEIERSDORF AG O.N.DE000520000042,2700,70210,79 %
7CBKCOMMERZBANK AG O.N.DE00080320046,3230,00130,88 %
8DAIDAIMLER AG NA O.N.DE000710000044,4750,00126,64 %
9DBKDEUTSCHE BANK AG NA O.N.DE000514000846,1900,7575,37 %
10DB1DEUTSCHE BOERSE NA O.N.DE000581005550,6702,10141,77 %
11DPWDEUTSCHE POST AG NA O.N.DE000555200413,0450,60112,06 %
12DTEDT.TELEKOM AG NADE000555750810,3300,78135,78 %
13EOANE.ON AG NADE000ENAG99921,6501,5087,76 %
14FMEFRESEN.MED.CARE KGAA STDE000578580243,8300,61131,56 %
15FRE3FRESENIUS SE VZ O.ST O.N.DE000578563857,8300,76150,88 %
16HEIHEIDELBERGCEMENT AG O.N.DE000604700435,3500,12120,94 %
17HEN3HENKEL AG+CO.KGAA VZODE000604843239,7150,53151,33 %
18IFXINFINEON TECH.AG NA O.N.DE00062310044,6240,00130,94 %
19SDFK+S AG O.N.DE000716200043,2000,20201,16 %
20LINLINDE AG O.N.DE000648300197,8101,80173,11 %
21LHALUFTHANSA AG VNA O.N.DE000823212513,2100,00351,14 %
22MANMAN SE ST O.N.DE000593700775,4600,25211,40 %
23MRKMERCK KGAA O.N.DE000659990571,7801,00130,87 %
24MEOMETRO AG ST O.N.DE000725750346,1001,18161,12 %
25MUV2MUENCH.RUECKVERS.VNA O.N.DE0008430026101,7005,7593,27 %
26RWERWE AG ST O.N.DE000703712951,0003,5073,99 %
27SAPSAP AG O.N.DE000716460036,9600,50176,15 %
28SIESIEMENS AG NADE000723610177,1501,601310,00 %
29TKATHYSSENKRUPP AG O.N.DE000750000123,4700,30191,47 %
30VOW3VOLKSWAGEN AG VZO O.N.DE000766403991,2101,66162,25 %

Im Februar stellte die DEUTSCHE BÖRSE die börsentägliche allgemein zugängliche Veröffentlichung der Gewichte der DAX®-Teilnehmer ein. Allgemein verfügbar sind diese Daten jetzt nur noch von den sogenannten Verkettungstagen. Diese sind der jeweils dritte Freitag im letzten Monat eines Quartals. Die Bewertungen finden also zukünftig immer nur auf Basis dieser Daten statt. Veröffentlicht werden diese Daten immer an dem Abend, dem Verkettungstag folgenden Börsentag. Diese Bewertung wurde kompakt durchgeführt da sich seit der letzten Bewertung im Juni kaum etwas geändert hat. Man findet deshalb oft Verweise in die jeweiligen Kapitel der vorherigen Bewertung.

Umlaufrendite

Entwicklung der Umlaufrendite

Es gilt unverändert das in der vorherigen Bewertung zu der Renditeentwicklung bei Staatsanleihen Gesagte. Nur die Renditen haben sich zwischenzeitlich leicht verändert. Auch bei den Leitzinsen gab es weder in der Eurozone noch in den USA eine Änderung. Die Politik der Zentralbanken und die Risikoaversion der Sparer führen zu anhaltend schlechten Konditionen bei Sparprodukten. Tagesgeldzinsen liegen heute meistens unter 1%. Bei Direktbanken gibt es etwas mehr. Festgelder in einem 6-Monatsbereich erreichen sehr selten 1,5 %. Tendenz gleichbleibend. Der Finanzminister profitiert stark von der Krise. Zwar ist die Rendite seiner Tagesgeldanleihe minimal gestiegen und zahlt aktuell bei absoluter Sicherheit 0,31 %, die Renditen bei Bundesschatzbriefen sind jedoch weiter gesunken. Sie betragen momentan beim Typ A (6 Jahre) 1,44 % und beim Typ B (7 Jahre) 1,64 %.

Umlaufrenditen und €/US-$
Diese Tabelle dokumentiert die Entwicklung seit unserer ersten Bewertung bezüglich Umlaufrendite (Anleihen, Obligationen sowie Schatzanweisungen des Bundes, seiner Sondervermögen und der Treuhandanstalt) und dem Verhältnis des € zum US-$ zum jeweiligen Bewertungsstichtag.
 
Datum Insgesamt 3-5 Jahre 5-8 Jahre 8-15 Jahre 15-30 Jahre 1 € in US-$
17.09.10 2,17 % 1,31 % 1,97 % 2,43 % 3,11 % 1.306
18.06.10 2,22 % 1,14 % 1,95 % 2,59 % 3,37 % 1,238
19.03.10 2,75 % 1,78 % 2,54 % 3,08 % 3,87 % 1,353
30.12.09 3,02 % 2,09 % 2,78 % 3,31 % 4,12 % 1,433
25.09.09 2,99 % 2,12 % 2,76 % 3,27 % 4,06 % 1,470
27.03.09 2,93 % 2,08 % 2,67 % 3,13 % 4,15 % 1,326
30.12.08 2,86 % 2,26 % 2,60 % 2,91 % 3,73 % 1,407
26.09.08 4,24 % 3,94 % 4,09 % 4,18 % 4,80 % 1,458
20.06.08 4,74 % 4,75 % 4,72 % 4,66 % 4,81 % 1,563
28.12.07 4,34 % 4,16 % 4,24 % 4,34 % 4,66 % 1,472
22.06.07 4,64 % 4,55 % 4,61 % 4,62 % 4,81 % 1,346
30.03.07 4,08 % 4,01 % 4,02 % 4,03 % 4,24 % 1,336
29.12.06 3,96 % 3,91 % 3,93 % 3,94 % 4,09 % 1,320
22.09.06 3,69 % 3,58 % 3,63 % 3,68 % 3,92 % 1,278
23.06.06 3,97 % 3,73 % 3,90 % 4,01 % 4,34 % 1,251
30.12.05 3,22 % 3,00 % 3,14 % 3,25 % 3,57 % 1,183
23.09.05 2,88 % 2,44 % 2,74 % 2,97 % 3,50 % 1,208
23.03.05 3,49 % 3,00 % 3,39 % 3,66 % 4,16 % 1,298
29.12.04 3,41 % 2,88 % 3,27 % 3,57 % 4,22 % 1,359
23.09.04 3,70 % 3,10 % 3,56 % 3,89 % 4,55 % 1,226
26.05.04 3,97 % 3,29 % 3,83 % 4,25 % 4,95 % 1,211
29.12.03 3,94 % 3,30 % 3,86 % 4,20 % 4,87 % 1,248
25.09.03 3,77 % 3,08 % 3,62 % 4,00 % 4,64 % 1,149
12.06.03 3,27 % 2,47 % 2,98 % 3,48 % 4,48 % 1,177
10.04.03 3,94 % 3,30 % 3,86 % 4,20 % 4,87 % 1,077
27.12.02 3,93 % 3,26 % 3,78 % 4,17 % 4,86 % 1,041
27.09.02 4,12 % 3,57 % 4,00 % 4,30 % 4,92 % 0,980
26.07.02 4,52 % 4,07 % 4,48 % 4,70 % 5,16 % 0,985
26.06.02 4,73 % 4,34 % 4,65 % 4,87 % 5,21 % 0.980
25.01.02 4,74 % 4,37 % 4,71 % 4,90 % 5,27 % 0,865

Auch in den USA liegen die Renditen am Boden und sind weiter deutlich gesunken. Momentan rentieren dort US-Staatsanleihen (U.S. Treasuries) bei 2 Jahren mit 0,46 %, bei 5 Jahren mit 1,43 %, bei 10 Jahren mit 2,74 % und bei 30 Jahren mit 3,90 %. In Japan liegen die Renditen nochmals ein gutes Stück tiefer. 2 Jahre Restlaufzeit bringen 0,14 %, 5 Jahre 0,31 %, 10 Jahre 1,08 % und 30 Jahre 1,98 %. In der Eurozone gibt es größere Unterschiede und viele Europäer greifen aus Angst verstärkt zu deutschen Staatsanleihen. Die gemittelte Rendite der Eurozone liegt also höher als diejenige für deutsche Staatsanleihen. Ist Japan das Vorbild für die USA und andere westliche Länder? Es sieht so aus.

€uro/US-$

Entwicklung des Verhältnisses €/US-$

Auch zur Euroentwicklung wurde in der vorherigen Bewertung alles Wesentliche gesagt. Nur hat sich zwischenzeitlich die Ablenkungspropaganda der US-Medien gegen den €uro etwas geändert. Das andauernde Trommelfeuer gegen die Eurozone und die damit einhergehenden Sparbeschlüsse der europäischen Regierungen haben letztendlich die Aufmerksamkeit des Marktes langsam Richtung US-$ umgelenkt und wurde damit kontraproduktiv. Deshalb hat man die permanente Propaganda eingestellt und feuert nun nur noch bei Kursverlusten an der Aktienbörse gegen den €uro. Dabei wird diese Propaganda quasi fundamental durch die gleichzeitig laufenden Auflösungen im Currency Carry Trade (CCT) unterstützt. Kaum steigen die Kurse wieder, ist alles vergessen. Momentan scheint man wieder mit sinkenden Kursen zu rechnen. Deshalb wurden schnell Gerüchte über eine potentielle Pleite Irlands in die Welt gesetzt. Da Spanien und Portugal sich problemlos am Markt refinanzieren konnten und sogar Griechenland kurzfristiges Geld am Markt bekommt, wird ein neues Opfer und eine andere Story gebraucht. Die alten Geschichten sind inzwischen größtenteils verbraucht und man würde sich nur noch lächerlich machen, besonders mit Spanien. Griechenland bleibt allerdings immer noch im Feuer und das mit Recht - würde man die USA genau so behandeln.

Leichtes Rohöl (WTI)

Entwicklung des Rohölpreises

Rohöl gibt es weiterhin in rauen Mengen. Daran ändert auch nichts der eine oder andere Untergang einer Bohrölplattform. Also keine wirklichen Neuigkeiten gegenüber der vorherigen Bewertung. Saudi-Arabien sorgt, im Verbund mit dem Eigenhandel der Großbanken und ihrer Hedgefonds dafür, dass die Marke von 70 US-$ für ein Fass Rohöl nicht unterschritten wird.

DAX®-Ergebnis

Die Tabelle zeigt die Entwicklung vom DAX® seit der Januarbewertung 2002. Nach den aktuellen Schätzungen schreibt kein Teilnehmer im DAX® Verluste. Deshalb sind KGV(1) und KGV(2) gleich. Alle Berechnungen berücksichtigen das jeweilige Gewicht der Aktien im DAX®.

DatumDAX®-StandDividenden-
rendite
KGV(f)KGV(1)KGV(2)
17.09.106209,763,20 %15,411,311,3
18.06.106216,983,24 %15,412,112,0
19.03.105978,223,56 %15,412,712,6
30.12.095957,433,64 %15,413,213,1
25.09.095581,413,89 %15,415,012,9
27.03.094203,556,51 %15,49,19,1
30.12.084810,205,56 %15,48,28,2
26.09.086063,504,28 %15,410,710,6
20.06.086578,443,89 %15,410,910,8
28.12.078067,322,50 %15,412,812,8
22.06.077949,632,53 %15,415,015,0
30.03.076917,032,64 %15,413,313,3
29.12.066596,922,72 %15,414,814,7
22.09.065883,323,03 %15,413,213,0
23.06.065529,743,28 %15,412,512,4
30.12.055408,262,13 %15,412,912,9
23.09.054882,582,31 %15,413,713,6
23.03.054317,201,91 %15,413,313,3
29.12.044247,751,89 %15,413,113,1
23.09.043905,662,06 %15,414,914,9
26.05.043867,522,12 %15,415,315,3
29.12.033952,722,02 %15,416,116,1
25.09.033326,272,40 %15,418,715,9
12.06.033219,472,45 %15,416,814,8
10.04.032697,103,24 %15,413,411,7
27.12.022840,002,93 %15,410,99,8
27.09.022918,902,87 %15,412,911,8
26.07.023579,002,37 %15,415,614,1
26.06.024099,052,07 %15,417,116,2
25.01.025156,332,02 %15,421,819,6
Erläuterungen zur Tabelle finden Sie in den

Dieses Jahr zahlten COMMERZBANK, DAIMLER, INFINEON TECH. und LUFTHANSA keine Dividende (Anteil am DAX® 9,60 %). Die Rendite hat, wegen leichten Verschiebungen der Gewichte, gegenüber der letzten Bewertung im Juni leicht abgenommen. Unschön ist, dass einige Firmen ihre Dividendenzahlungen nur mittels einer zusätzlichen Verschuldung meistern konnten. Der Ausblick für 2011 ist gut. Eher werden die Dividendenzahlungen steigen als sinken. Dazu trägt u. A. die gute Konjunktur bei den Investitionsgütern und Edelkarossen im ersten Halbjahr bei. Im zweiten Halbjahr wird nicht mit einem weiteren großen Wachstum zu rechnen sein, aber auch nicht mit einem Einbruch.

Der Anteil der 10 größten Aktiengesellschaften im DAX® ist etwas zurück gegangen. Er beträgt noch 68,48 %. Im gleichen Zeitraum ist das Gewicht der Technologie (DT.TELEKOM + INFINEON TECH. + SAP + SIEMENS = 22,87 %) minimal gesunken. Die undurchsichtige Finanzbranche (ALLIANZ, COMMERZBANK, DEUTSCHE BANK, DEUTSCHE BOERSE, MUENCH.RUECKVERS.) repräsentiert fast ein Fünftel (18,41 %) des DAX® und hat ein gewichtetes KGV von 8,31. In dem gegenüber dem DAX® wesentlich besseren KGV spiegelt sich das Misstrauen der Spekulanten gegenüber den Bilanzen der Banken. Wenn man bedenkt, dass über 3/4 des Handels an den Börsen Eigenhandel der Banken und ihrer Fonds sind, sollte man dieses Misstrauen ernst nehmen.

Die I/B/E/S- Schätzungen sind, wegen dem überraschend gut verlaufenen ersten Halbjahr, etwas angehoben worden und haben damit das DAX®-KGV verbessert. Lässt man die undurchsichtige Finanzbranche außen vor, sind nur noch die Energieversorger "billig". Unser Index beinhaltet also zu wenige kaufenswerte Kandidaten, die es rechtfertigen würden den Index als Ganzes zu kaufen, es sei denn, man rechnet mindestens in der Eurozone mit einer fulminanten wirtschaftlichen Erholung.

In der Juni-Bewertung wurde die Betrachtung der Weltwirtschaftslage etwas zu stark verallgemeinert. Der Fokus war zu stark auf die USA gerichtet und übersah dabei die starke Erholung in Deutschland. Wir waren, bedingt durch die spezifische wirtschaftliche Struktur, einmalig stark abgestürzt und haben aus den gleichen Gründen eine einmalige Erholung hingelegt. Der Hauptgrund liegt und lag in der starken Ausrichtung auf Investitionsgüter und Edelkarossen. In diesen Gebieten wurde mit der Lehman-Pleite weltweit die Notbremse gezogen und die Investitionen übertrieben zurückgeschraubt. Das führte zwangsweise zu einem starken Nachholbedarf. Inwieweit Deutschland mit Europa und Asien sich etwas von den USA abkoppeln werden, wird frühestens in 2011 beurteilbar sein. In den USA werden laufend die Wachstumsprognosen nach unten korrigiert und die Wirtschaftsdaten werden immer unglaubwürdiger. Dabei werden nicht passende Indikatoren einfach unter den Teppich gekehrt. Hierzu ist auch ein Artikel zu den Philly-Fed-Wochenarbeitsstunden lesenswert.

DAX®-Verlauf

Entwicklung des DAX®

Im Bereich von 6400 Punkten scheint sich eine starke Decke zu befinden die den DAX® auf dem Weg nach oben ausbremst. Auch prallt er inzwischen immer weniger tief an dieser Decke ab. Die Charttechniker würden sagen, dass eine Entscheidung sich annähert, die diesem grausamen Spiel der Seitwärtsbewegung ein Ende bereiten wird. Dabei ahmt der DAX® nur die großen US-Indizes nach, wo diese Seitwärtsbewegung bald den ersten Jahrestag feiert. Da seine Abwärtsbewegung im Frühjahr wesentlich geringer war, bewegt er sich seitdem nur eine Etage höher.

Die Umsätze an den Börsen sind sehr gering und ein Großteil des Handels wird durch den Eigenhandel der Banken und ihrer Fonds bestritten. Dabei versuchen die Banken verzweifelt ihren Aktienbestand den Lebensversicherungen und Pensionsfonds anzudienen. Diese Versicherungen kommen unter einen immer größeren Renditedruck. Es wäre aber leichtsinnig Annahmen zum weiteren Verlauf zu treffen. In den Zockerabteilungen der Großbanken lenken inzwischen "Pokerspieler" den rechnergesteuerten Handel und die halten sich an keine Regeln außer: Damit man den Markt im Griff behält darf es nicht zu hoch steigen oder zu tief fallen. Ansonsten braucht man Bewegung. Dabei ist nichts gesichert, auch nicht die scheinbaren Decken oder Böden. Weitergin gelten selbstverständlich auch die Aussagen aus der vorherigen Bewertung.

Rangfolge - Dividendenstrategie (Burr/Graham)

Die Kandidaten:

Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht genießen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die Lektüre von Bärische Warnungen unter Strategien.

RangCodeNameDividendenrendite
1DTEDT.TELEKOM AG NA7,55 %
2EOANE.ON AG NA6,93 %
3RWERWE AG ST O.N.6,86 %
4MUV2MUENCH.RUECKVERS.VNA O.N.5,65 %
5ALVALLIANZ SE VNA O.N.4,89 %
6DPWDEUTSCHE POST AG NA O.N.4,60 %
7DB1DEUTSCHE BOERSE NA O.N.4,14 %
8BASBASF SE O.N.3,80 %
9BAYNBAYER AG NA2,74 %
10MEOMETRO AG ST O.N.2,56 %

Die Bewerber:

RangCodeNameDividendenrendite
11SIESIEMENS AG NA2,07 %
12LINLINDE AG O.N.1,84 %
13VOW3VOLKSWAGEN AG VZO O.N.1,82 %
14BEIBEIERSDORF AG O.N.1,66 %
15DBKDEUTSCHE BANK AG NA O.N.1,62 %

Anleger in andere Varianten der Dividendenstrategie, können sich diese sehr einfach aus obigen Tabellen zusammenstellen. "Top 12" entspricht Rang 1 bis 12. "Top 5" entspricht Rang 1 bis 5.

Rangfolge - Dogs of the ... - Low Five (O'Higgins)

Die Kandidaten:

Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht genießen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die Lektüre von Bärische Warnungen unter Strategien.

RangCodeNameKurs
1DTEDT.TELEKOM AG NA10,330
2DPWDEUTSCHE POST AG NA O.N.13,045
3EOANE.ON AG NA21,650
4BASBASF SE O.N.44,770
5MEOMETRO AG ST O.N.46,100

Die Bewerber:

RangCodeNameKurs
6DB1DEUTSCHE BOERSE NA O.N.50,670
7RWERWE AG ST O.N.51,000
8BAYNBAYER AG NA51,060

Rangfolge nach Gewicht

RangCodeNameGewicht
1SIESIEMENS AG NA10,00 %
2BAYNBAYER AG NA7,94 %
3EOANE.ON AG NA7,76 %
4BASBASF SE O.N.7,73 %
5ALVALLIANZ SE VNA O.N.7,12 %
6DAIDAIMLER AG NA O.N.6,64 %
7SAPSAP AG O.N.6,15 %
8DTEDT.TELEKOM AG NA5,78 %
9DBKDEUTSCHE BANK AG NA O.N.5,37 %
10RWERWE AG ST O.N.3,99 %

Kurzer Blick auf den Chart

Der DAX® und 3 Jahre Krise

Etwas über ein Jahr hatten wir zur Vollendung des Absturzes gebraucht. Ein weiteres Jahr wurde benötigt um in die heutige Sphäre aufzusteigen und seitdem geht es Seitwärts dahin. Dabei lag das vorherige Himmelsgewölbe ein gutes Stück höher. Aber so ist es nun mal mit der Wiedererrichtung zusammengefallener Gebäude. Trotz massiver Subvention seitens den Zentralbanken fehlten den Baumeistern das Geld und der Mut wieder zur alten Größe aufzuschließen. Ohne die massive Unterstützung durch die Zentralbanken würde nur ein Haufen Steine herumliegen. Vielen "Vermögenden" ist die Lust verloren gegangen ihre Alterssicherung weiter aufs Spiel zu setzen. Von 1982 bis zum Jahre 2000 glaubten sie, die Aktie wäre die Lösung für die Alterssicherung. Dabei sind die Kurse primär so stark gestiegen weil es so viele "Babyboomer" gab, die an den Aktientraum geglaubt haben. Weil sie so viele waren sind die Wirtschaft und die Schulden stark gewachsen und mit ihnen auch die Aktienpreise. Aber Bäume wachsen bekanntlich nicht in den Himmel. Seit 2000 ist Schluss mit lustig. Jetzt nähert sich der Rentenbeginn mit riesigen Schritten und der Glaube an den Aktienmarkt ist dahin. Die Lebensversicherungen und Pensionsfonds sind mit Schrottpapieren durchseucht und mit "sicheren" Papieren ist kein Staat mehr zu machen. Also mus alles gemacht werden um die Vermögensillusion noch einige Jahre aufrecht zu halten. Dies versuchen momentan die Zentralbanken mit "billigem" Geld und die Staaten mit wirtschaftlichen Stimulationsprogrammen. Da mit monetaristischen Spielereien Strukturprobleme nicht behebbar sind und staatliche Planwirtschaft selten funktioniert hat, werden etliche "Babyboomer" froh sein wenn sie mit 75 noch arbeiten dürfen.

Nicht auszuschließen, dass wir erneut in vergangene Sphären aufsteigen werden. Da die Distrubution der Aktienbestände in den Händen der Großbanken und ihren Hedgefonds an Dritte momentan nicht gelingen will, könnte es sein, dass diese durch das Anheben der Kurse versuchen werden die Gier zu wecken und zusätzlichen Investitonsdruck bei Versicherungen zu erzeugen. Aber es wird nicht von Dauer sein. Man sollte sich also nicht Schlafen legen. Man sollte jederzeit bereit sein seine Gewinne in Sicherheit zu bringen.

Wirtschafliche Lage

In den USA kommt die Wirtschaft einfach nicht ans Laufen. Die Arbeitslosigkeit bleibt einmalig hoch und das wirtschaftliche Wachstum nimmt trotz riesigen Stimulationsprogrammen und "Gratisgeld" von der Notenbank laufend ab. Der Staat steckt ca. 4 $ in die Wirtschaftsförderung um 1 $ Wachstum zu erzeugen. Eine Strategie die ihr natürliches Ende haben wird. Das US-BIP hängt zu 70 % vom Konsum ab und schon über 43,6 Millionen US-Bürger brauchen Lebensmittelmarken vom Staat um zu überleben. Die Unterbeschäftigung liegt über 17 % und schwebt auf Depressionsniveau. Die über Jahrzehnte akkumulierte Verschuldung im privaten Bereich, bei Firmen und beim Staat hat Fehlstrukturen geschaffen, die sich nicht einfach mit monetaristischen Tricksereien beheben lassen. Über den Stand der Entschuldung ist folgender Artikel lesenswert. Die notwendigen Strukturänderungen (Arbeitsplätze wieder von Asien nach Hause bringen) ist ein mühsames, langwieriges und gefährliches Geschäft. Bevor man sich umschaut steht man dicke im Protektionismus und leitet das Ende der Globalisierung ein. Verständlich, dass die Politik sich bis jetzt scheut die wirklichen Probleme anzugehen - sie wird es aber müssen! Das Volk ist mit der aktuellen Politik, welche primär die Intressen der "Wall Street" und nicht der "Main Street" bedient, unzufrieden. Die Neuwahlen im November werden uns deshalb einen anderen Kongress bescheren.

Auch in Europa ist die Lage bescheiden aber nicht ganz so trostlos wie in den USA. Hier hat man schon partiell umgeschaltet und beginnt die oft sinnlose staatliche Wirtschaftsförderung und damit die Neuverschuldung zurück zu drehen. Trotzdem wird man nicht mit einer explosiven wirtschaftlichen Erholung rechnen können. Wenn alles gut verläuft werden wir ein kleines Wachstum realisieren können. Dabei wird auch das Wachstum in Deutschland an Geschwindigkeit erheblich abnehmen. Der Nachholbedarf ist nun mal irgendwann befriedigt. Auch die Entwicklung in den USA wird uns sicherlich über den Umweg Asien berühren. Sollte die Eurozone und die EU die noch kommenden Turbulenzen überleben, wird die Entwicklung wesentlich besser als in den USA verlaufen. Immerhin ist die EU ein riesiger Binnenmarkt, der größte der Welt, und hat damit auch ein nicht unwesentliches Eigenleben.

Asien ist wesentlich schwieriger zu beurteilen. Zum einen befinden sich dort die verlängerten Werkbänke der USA und Europas, zum anderen sind die Zahlenwerke aus China mit größter Vorsicht zu genießen. Dort steckt der Staat angeblich fast das doppelte wie in den USA in die Wirtschaftsförderung um 1 $ Wachstum zu erzielen. Die notwendigen strukturellen Änderungen in den USA werden Asien nicht bekömmlich sein. Es ist momentan praktisch unmöglich abzuschätzen ob es Asien und Europa gelingen wird sich von den USA zu emanzipieren.

Mohamed El-Erian, Co-Chef der Fondsgesellschaft Pimco, hat mit der Definition des "New Normal" die Zukunft recht anschaulich beschrieben: Der neue Normalzustand unterscheidet sich in einem wesentlichen Punkt von der alten Zeit: Die ungehemmte Kreditexpansion, die früher künstliches Wachstum hervorbrachte, existiert nicht mehr. Verbraucher und Firmen springen kaum noch auf niedrige Zinsen an. Er rechnet zukünftig mit nur noch einem sehr geringen Wachstum (über Jahrzehnte). Das ist nicht der Weltuntergang aber auch nicht die Lage bei der die Aktienkurse der Firmen in den Himmel wachsen werden. Sehr wahrscheinlich werden zukünftig richtig erarbeitete Dividenden wesentlich wichtiger als Kursbewegungen.

Also nicht den Kopf hängen lassen und lieber angenehme Stunden auf der Wiesn (Oktoberfest) verbringen, dort wo die Globalisierung noch in Ordnung ist:


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