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Im Zweifel Finger weg

20.06.2011: DAX®-Bewertungen

Bewertung zum 17.06.2011

Ewige Baustelle?

Griechenland das Geburtsland der Demokratie und der effektiven Verwaltung? Das ist schon sehr lange her. Unter der osmanischen Besatzung hat sich das Betrügen und Ablehnen des Staates als Widerstandsmethode entwickelt und hält bis heute an. In der Neuzeit haben die politischen Lager sich den Staat als Selbstbedienungsladen aufgeteilt. Den Konservativen (Familienclan der Karamanlis) "gehört" die überbordende Bürokratie und sie haben quasi ein Anrecht darauf die überflüssigen Pöstchen zu besetzen. Den Sozialisten (Familienclan der Papandreous) "gehören" die staatlichen Betriebe in denen sie ihre treuen Plakatkleber unterbringen dürfen. Wen wundert es also, wenn gerade bei den Privatisierungen die Sanierung ins Stocken gerät? Und bei uns diskutiert man über Schuldenerlass (Beteiligung der Privaten)! Griechenland hätte nie in die €urozone aufgenommen werden dürfen. Mit der Aufnahme hat man Europa keinen guten Dienst erwiesen. Es gibt nur eine akzeptable Möglichkeit: Die Griechen spuren und werden ohne wenn und aber unterstützt oder sie spuren nicht und man lässt sie fallen. Eine Pleite wird zwar auf den ersten Blick teuer, ist aber verkraftbar. Sich mit dem Nasenring durch die Arena führen zu lassen ist ungemütlich, à la longue teurer und zerstört Europa.

Bis jetzt war das Jahr 2011 äußerst ereignisreich. Zuerst die Unruhen in der arabischen Welt, die bis heute kaum abgeklungen sind. Sie haben sich zum Teil zu Bürgerkriegen und zu einem Krieg unter UN-Mandat ausgewachsen. Die Naturkatastrophe in Japan setzte die Atomenergie einem umfangreichen Test aus und sie fiel durch. Während der Katastrophe wurde die gesamte Welt belogen. Eine Kernschmelze liegt in 3 Reaktoren vor und es ist nicht absehbar wie und bis wann man die Kerne löschen und sichern kann. Explosionen mit einer weiteren Verseuchung der Umwelt sind täglich möglich. Diese Vorfälle haben bei uns den Ausstieg aus dieser nicht beherrschbaren Technologie unumkehrbar gemacht. Die Staatsschuldenkrise ist wieder virulent geworden und die angelsächsischen Medien tun alles um von der tristen Lage in Großbritannien und in den USA abzulenken. In diesem "Krieg" werden sie fleißig von den US-Ratingagenturen unterstützt. Nicht mehr verdecken kann man allerdings, dass in den USA kein nachhaltiges Wachstum, trotz Gelddruckens, erreicht wurde und die Wirtschaft dort schon wieder in den Rückwärtsgang geschaltet hat. Summa summarum eine miese Lage in der sich die Aktienpreise meisterlich halten - bis jetzt.

Der DAX® hat seit unserer letzten Bewertung im März 7,50 % und seit Jahresanfang 3,61 % zugelegt. Vom Jahreshoch aus betrug der Abschlag 5,74 %. Abgesehen von den virulenten Krisen und Katastrophen, deren Weiterentwicklung und deren Auswirkungen bis jetzt nur schwer abschätzbar sind, gab es weder in der Finanzwelt noch in der Wirtschaftswelt größere Änderungen. Es gelten im wesentlichen noch die Aussagen aus den vorherigen Bewertungen. Deshalb wird diese Bewertung nur als "kompakte" Bewertung durchgeführt. Die Verunsicherung hat deutlich zugenommen. Es stehen jetzt noch 44 % Bullen 28 % Bären gegenüber (Quelle: Cognitrend).

Ausgangsdaten

Basis sind die Xetra®- Schlusskurse vom 17.06.2011. Die Kurse und das jeweilige Gewicht einer Aktie im DAX® sind von der Deutschen Börse. Die Dividenden mit denen die berechnet wird sind den jeweiligen Firmenmitteilungen entnommen. Das aktuelle der Aktien sind aus der Süddeutschen Zeitung (aktuelle Schätzungen von I/B/E/S). Die Zahlen zur sind von der Deutschen Bundesbank. Die DAX®-Bewertung wird gewichtet ausgeführt ( siehe ). D.h., eine Aktie mit sehr großer Marktkapitalisierung geht stärker in das Ergebnis ein als eine Aktie mit einer weit geringeren Marktkapitalisierung. Seit dem 24.06.2002 wird dabei nur noch der sogenannte frei handelbare Anteil berücksichtigt. Dieser Anteil wird regelmäßig überprüft und verändert damit ebenso wie der Kurs das Gewicht der Aktie im DAX®. Weitere Regeländerungen bezüglich Gewichtung und frei handelbarem Anteil gab es im Oktober und November 2008.

CodeNameISINKursDividendeKGVGewicht
1ADSADIDAS AG NA O.N.DE000A1EWWW051,0200,80161,73 %
2ALVALLIANZ SE VNA O.N.DE000840400593,6904,5087,06 %
3BASBASF SE NA O.N.DE000BASF11163,2902,20109,59 %
4BMWBAY.MOTOREN WERKE AG STDE000519000364,1801,30103,36 %
5BAYNBAYER AG NADE000BAY001757,5601,50127,79 %
6BEIBEIERSDORF AG O.N.DE000520000043,9900,70250,71 %
7CBKCOMMERZBANK AG O.N.DE00080320043,0630,0090,54 %
8DAIDAIMLER AG NA O.N.DE000710000047,3401,8597,02 %
9DBKDEUTSCHE BANK AG NA O.N.DE000514000840,3250,7576,03 %
1063DUDEUTSCHE BOERSE Z.UMT.DE000A1KRND651,9402,10121,60 %
11DPWDEUTSCHE POST AG NA O.N.DE000555200412,4900,65101,76 %
12DTEDT.TELEKOM AG NADE000555750810,4800,70145,26 %
13EOANE.ON AG NADE000ENAG99919,2551,50116,27 %
14FMEFRESEN.MED.CARE KGAA STDE000578580250,4600,65141,56 %
15FREFRESENIUS SE+CO.KGAA O.N.DE000578560470,6200,86161,32 %
16HEIHEIDELBERGCEMENT AG O.N.DE000604700445,5600,25121,03 %
17HEN3HENKEL AG+CO.KGAA VZODE000604843247,1100,72151,33 %
18IFXINFINEON TECH.AG NA O.N.DE00062310047,2650,10131,26 %
19SDFK+S AG O.N.DE000716200052,8001,00141,40 %
20LINLINDE AG O.N.DE0006483001115,8502,20163,21 %
21LHALUFTHANSA AG VNA O.N.DE000823212513,9900,60101,06 %
22MANMAN SE ST O.N.DE000593700794,1700,25141,49 %
23MRKMERCK KGAA O.N.DE000659990574,5501,25100,78 %
24MEOMETRO AG ST O.N.DE000725750342,5551,35110,91 %
25MUV2MUENCH.RUECKVERS.VNA O.N.DE0008430026103,3506,25182,79 %
26RWERWE AG ST O.N.DE000703712937,9153,5082,69 %
27SAPSAP AG O.N.DE000716460042,3300,60166,15 %
28SIESIEMENS AG NADE000723610192,0102,70119,47 %
29TKATHYSSENKRUPP AG O.N.DE000750000133,9900,45161,81 %
30VOW3VOLKSWAGEN AG VZO O.N.DE0007664039130,3002,2683,04 %

Im Februar 2010 stellte die DEUTSCHE BÖRSE die börsentägliche allgemein zugängliche Veröffentlichung der Gewichte der DAX®-Teilnehmer ein. Allgemein verfügbar sind diese Daten jetzt nur noch von den sogenannten Verkettungstagen. Diese sind der jeweils dritte Freitag im letzten Monat eines Quartals. Die Bewertungen finden also zukünftig immer nur auf Basis dieser Daten statt. Veröffentlicht werden diese Daten immer an dem Abend, dem Verkettungstag folgenden Börsentag. Diese Bewertung wurde kompakt durchgeführt und man findet deshalb oft Verweise in die jeweiligen Kapitel der Jahresendbetrachtung 2010.

Umlaufrendite

Entwicklung der Umlaufrendite

Es gilt immer noch Vieles von dem was in der Jahresendbetrachtung 2010 ausgesprochen wurde. Die Inflation ist seit dem weiter angezogen und strebt in der €urozone die 3 % an. Die Güter des täglichen Bedarfs (Lebensmittel, Energie) sind wesentlich stärker gestiegen und werden durch die Rohstoffpreisentwicklung weiter angeheizt. Trotz der Niedrigzinspolitik der EZB, die schon viel zu lange negative Zinsen akzeptiert, sind die Renditen der Staatsanleihen laufend gestiegen. Erste Einbrüche im Renditewachstum gab es wegen den Unruhen in Nordafrika und dann, nachdem die Gewissheit immer stärker wurde dass die US-Wirtschaft trotz dem billigen Geld der Notenbank nicht in der Lage ist das Wachstum in Bereiche zu bringen in dem die Arbeitslosigkeit spürbar abgebaut wird. Im Gegenteil, trotz brummender Weltwirtschaft, schwächt sich das schön gerechnete US-Wachstum weiter ab. Dies und dann das erneute Aufflammen der Staatsschuldenkrise hat die Risikoaversion ansteigen lassen und so die Nachfrage nach Staatsanleihen großer Staaten stark ansteigen lassen. Die Europäische Zentralbank hat angefangen ihre "leichte Geldpolitik" zu beenden. Es darf aber bezweifelt werden, dass sie die kurzfristigen Zinsen in die notwendige Höhe bringen kann (bei der heutigen Inflationsrate mindestens 4 %) wenn die US-Leitzinsen weiterhin im Bereich von 0 % verharren. Um das zu ermöglichen bräuchte es starke Kapitalverkehrskontrollen. Die Grenze liegt bei den heutigen Marktbedingungen unterhalb von 2 %.

Entwicklung der Leitzinsen seit 2000

Zum 13. April erhöhte die Europäische Zentralbank die Leitzinsen. Seit dem liegt der Leitzins (Mindestbietungssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte des €urosystems) in der €urozone bei 1,25 % (für Spitzenrefinanzierungsfazilität bei 2,00 % und für die Einlagefazilität bei 0,50 %). Im Juli wird eine weitere Erhöhung um 25 Basispunkte erwartet. Wegen dieser Erhöhung und der Erwartung einer weiteren Erhöhung hat der Markt reagiert und die Zinsen für Tagesgelder und für Festgelder sind leicht angezogen. Tagesgeldzinsen liegen heute bei 1,5 %, Bei Direktbanken gibt es etwas mehr. Festgelder in einem 12-Monatsbereich erreichen mehr als 2 %. Auch der Finanzminister muss für kurzfristige Gelder tiefer in die Tasche greifen. Seine Tagesgeldanleihe erreicht bei höchster Sicherheit 1,15 %. Bei den länger laufenden Bundesschatzbriefen profitiert der Finanzminister von den vom ihm, im Zusammenhang mit Griechenland, gezündeten Nebelkerzen. So sind diese Renditen gesunken. Sie betragen momentan beim Typ A (6 Jahre) 2,26 % und beim Typ B (7 Jahre) 2,46 %.

Umlaufrenditen und €/US-$
Diese Tabelle dokumentiert die Entwicklung seit unserer ersten Bewertung bezüglich Umlaufrendite (Anleihen, Obligationen sowie Schatzanweisungen des Bundes, seiner Sondervermögen und der Treuhandanstalt) und dem Verhältnis des € zum US-$ zum jeweiligen Bewertungsstichtag.
 
Datum Insgesamt 3-5 Jahre 5-8 Jahre 8-15 Jahre 15-30 Jahre 1 € in US-$
17.06.11 2,66 % 1,92 % 2,42 % 2,84 % 3,58 % 1,432
18.03.11 2,86 % 2,11 % 2,72 % 3,11 % 3,66 % 1,417
30.12.10 2,51 % 1,50 % 2,30 % 2,90 % 3,49 % 1,326
17.09.10 2,17 % 1,31 % 1,97 % 2,43 % 3,11 % 1.306
18.06.10 2,22 % 1,14 % 1,95 % 2,59 % 3,37 % 1,238
19.03.10 2,75 % 1,78 % 2,54 % 3,08 % 3,87 % 1,353
30.12.09 3,02 % 2,09 % 2,78 % 3,31 % 4,12 % 1,433
25.09.09 2,99 % 2,12 % 2,76 % 3,27 % 4,06 % 1,470
27.03.09 2,93 % 2,08 % 2,67 % 3,13 % 4,15 % 1,326
30.12.08 2,86 % 2,26 % 2,60 % 2,91 % 3,73 % 1,407
26.09.08 4,24 % 3,94 % 4,09 % 4,18 % 4,80 % 1,458
20.06.08 4,74 % 4,75 % 4,72 % 4,66 % 4,81 % 1,563
28.12.07 4,34 % 4,16 % 4,24 % 4,34 % 4,66 % 1,472
22.06.07 4,64 % 4,55 % 4,61 % 4,62 % 4,81 % 1,346
30.03.07 4,08 % 4,01 % 4,02 % 4,03 % 4,24 % 1,336
29.12.06 3,96 % 3,91 % 3,93 % 3,94 % 4,09 % 1,320
22.09.06 3,69 % 3,58 % 3,63 % 3,68 % 3,92 % 1,278
23.06.06 3,97 % 3,73 % 3,90 % 4,01 % 4,34 % 1,251
30.12.05 3,22 % 3,00 % 3,14 % 3,25 % 3,57 % 1,183
23.09.05 2,88 % 2,44 % 2,74 % 2,97 % 3,50 % 1,208
23.03.05 3,49 % 3,00 % 3,39 % 3,66 % 4,16 % 1,298
29.12.04 3,41 % 2,88 % 3,27 % 3,57 % 4,22 % 1,359
23.09.04 3,70 % 3,10 % 3,56 % 3,89 % 4,55 % 1,226
26.05.04 3,97 % 3,29 % 3,83 % 4,25 % 4,95 % 1,211
29.12.03 3,94 % 3,30 % 3,86 % 4,20 % 4,87 % 1,248
25.09.03 3,77 % 3,08 % 3,62 % 4,00 % 4,64 % 1,149
12.06.03 3,27 % 2,47 % 2,98 % 3,48 % 4,48 % 1,177
10.04.03 3,94 % 3,30 % 3,86 % 4,20 % 4,87 % 1,077
27.12.02 3,93 % 3,26 % 3,78 % 4,17 % 4,86 % 1,041
27.09.02 4,12 % 3,57 % 4,00 % 4,30 % 4,92 % 0,980
26.07.02 4,52 % 4,07 % 4,48 % 4,70 % 5,16 % 0,985
26.06.02 4,73 % 4,34 % 4,65 % 4,87 % 5,21 % 0.980
25.01.02 4,74 % 4,37 % 4,71 % 4,90 % 5,27 % 0,865

Auch in den USA sind die Renditen bei allen Laufzeiten gefallen, zum Teil deutlich. Bei Restlaufzeiten bis 5 Jahre rangieren sie sehr deutlich unter deutschen Staatsanleihen. Momentan rentieren US-Staatsanleihen (U.S. Treasuries) bei 2 Jahren mit 0,37 %, bei 5 Jahren mit 1,53 %, bei 10 Jahren mit 2,94 % und bei 30 Jahren mit 4,20 %. Auch in Japan haben die Renditen deutlich nachgegeben. 2 Jahre Restlaufzeit bringen 0,18 %, 5 Jahre 0,41 %, 10 Jahre 1,12 % und 30 Jahre 2,04 %. In der Eurozone sind die Renditen zum Teil stark auseinandergelaufen. Deutschland profitiert stark von der Staatsschuldenkrise. Es gibt große Fluchtbewegungen des Geldes von Süden nach Norden. Andere müssen wesentlich mehr zahlen. Einigen Problemländern (Griechenland, Irland und Portugal) ist der Weg zum Markt momentan weitgehend versperrt.

€uro/US-$

Entwicklung des Verhältnisses €/US-$

In der Märzbetrachtung kam die Überraschung zum Ausdruck, dass Portugal noch nicht unter den Rettungsschirm geschlüpft war. Die zögerliche Herangehensweise der portugiesischen Regierung bei der Sanierung der Staatsfinanzen und ein dicker Fehler bei einer Auktion von Staatsanleihen (bevorzugte Konditionen für den Anleihekauf außerhalb der Auktion) brachen Portugal dann das Genick und ab diesem Zeitpunkt war der Marktzugang versperrt. Portugal gesellte sich dann zu Irland unter den europäischen Rettungsschirm. Interessant zu den aktuellen Ablenkungsschlachten sind dazu auch die Ausführungen in der Jahresendbetrachtung 2010.

Der Markt hatte für den Mai eine weitere Leitzinserhöhung schon spekulativ eingepreist. Nachdem ersichtlich wurde, dass diese ausfallen würde, drückte sich die Enttäuschung in einem Rückgang gegenüber dem US-$ aus. Der €uro ist zum Teil zu billig und zum Teil zu teuer. Betrachtet man die Rohstoffpreise, müsste er wesentlich höher stehen um den Import von Inflation zu verhindern. Betrachtet man die Kaufkraftparität zum US-$ (auch wichtige Länder in Asien haben ihre Währungen an den US-$ gebunden) dürfte der €uro maximal 1,25 US-$ kosten. Ein Dilemma das nur lösbar ist in dem die Spekulation bei Rohstoffen bekämpft wird und die monetäre Grundlage dazu entzogen wird. Fürs Erstere wäre die Politik zuständig. Sie traut sich aber nicht respektive viele Politiker blicken nicht durch. Für die Abschaffung der monetären Grundlage wären die Notenbanken zuständig. Würde die Europäische Zentralbank allerdings den Leitzins auf mindestens 4 % hochheben, würde der €uro schnell mehr als 2 US-$ kosten und große Teile unserer Industrie müssten schließen. Lösen kann das Dilemma also nur die Politik und die US-Notenbank. Würden die USA die Weltmärkte nicht mehr in US-$ ertränken, könnte die Gesamtlage sich stabilisieren. Allerdings ist eine dementsprechende Wende in den USA so bald nicht zu erwarten. Sowohl die US-Notenbank als auch die US-Administration sind ideologisch verblendet und betreiben momentan ein Experiment, bei dem keiner weiß wie es ausgehen wird.

Griechenland ist die letzte real existierende sozialistische Pfründewirtschaft in Europa. Momentan regieren die Sozialisten, welche die gesamte staatliche Wirtschaft und die ist größer als früher in manchem Ostblockland, mit ihren Anhängern durchseucht haben. Nicht verwunderlich, dass es jetzt im Angesicht von drohenden Privatisierungen zu großen Demonstrationen und Streiks kommt. Auch die korrupten Gewerkschaften sehen ihre Felle davon schwimmen. Die konservative Opposition ist für den aufgeblähten Staatsdienst, eine einmalige Größe in der EU und dabei total ineffektiv, zuständig. Ihre Anhänger haben manche Stühle doppelt belegt. Dabei gibt es immer noch kein Kataster und der Staat ist unfähig die Steuern einzuziehen. Kein Wunder, dass die Opposition gegen eine Reform des überbordenden Staatsapparates ist. Die gesamte Gesellschaft ist dabei auch noch hochgradig korrupt. Verständlich, dass ausländische Investoren ihr Geld lieber in Polen oder in der alles andere als perfekten Türkei lassen. Ohne tiefgreifende gesellschaftliche Änderungen ist Griechenland ein Fass ohne Boden. Die Privatisierungen wären ein erster Schritt Richtung Genesung. Allerdings sollte man Griechenland nur weiter unterstützen wenn es einen breiten Konsens in der Bevölkerung zum Umbau des Staatswesens gibt. Die Julirate sollte man nur überweisen, wenn es eine breite parlamentarische Mehrheit aus Sozialisten und Konservativen für die Auflagen gibt. Wenn nicht, sollte man Griechenland zu Grunde gehen lassen!

Eine Pleite würde die Eurozone unter Druck bringen. Gegen einen zu starken Verfall des €uros könnte die Europäische Zentralbank mit Leitzinserhöhungen vorgehen und damit auch noch die Inflation bekämpfen. Manche Banken und Versicherungen bräuchten sicherlich Hilfen. Aber es wäre stemmbar! Akzeptiert man dagegen weiterhin die Spielchen Griechenlands, wird uns in absehbarer Zeit die €urozone und damit Europa um die Ohren fliegen. Große Teile der Bevölkerung Europas sind nämlich nicht mehr bereit diese Spielchen weiter mitzumachen. Und dann hätten wir einen wirklich großen Schaden.

Und unsere Regierung hat nichts weiter zu tun als verzweifelt zu versuchen die Lufthoheit über den Stammtischen wieder zu erlangen, koste es was es wolle. Es sollen die "Privaten" (zu einem großen Teil Landesbanken staatliche und verstaatlichte Banken: also rechte Tasche linke Tasche) absolut freiwillig aber substanziell an einer Umschuldung beteiligt werden. Das ändert an den Verhältnissen in Griechenland überhaupt nichts und dieses widersprüchliche Ziel ist nur mit europäischen Garantien für die neuen Anleihen zu erreichen. Man hätte also den "Privaten" nochmals zusätzliches "Geld" in den Rachen geschmissen.

Am billigsten kommen alle Beteiligten, Griechenland und wir, davon, wenn sich Greichenland ernsthaft umstrukturiert und wettbewerbsfähig wird. Die zweitbilligste Lösung ist Griechenland fallen zu lassen. Am teuersten ist es die jetzigen Strukturen weiter zu finanzieren. Bei den ersten beiden Lösungsansätzen wird der €uro überleben, bei der Letzten wird er und Europa zu Grunde gehen.

Lässt man Griechenland Pleite gehen, ist die Infektionsgefahr der anderen Problemstaaten und der angeblich gesunden Staaten nur in einer Richtung gegeben: Sie werden sich fürchterlich schnell am Riemen reißen um ihre Kassen in Ordnung zu bringen.

Leichtes Rohöl (WTI)

Entwicklung des Rohölpreises

Bedingt durch die Geldpolitik der Notenbanken hat die globale Geldmenge M1 im Vergleich mit dem realwirtschaftlichen Wachstum überproportional zugenommen. Diese Tatsache trägt zusammen mit der zunehmenden "Monetarisierung" der Rohstoffmärkte zum starken Preisauftrieb bei. Die Zahl der Spekulanten nimmt ständig zu. Zu den Anlegern zählen Hedge-Fonds, mit Großbanken verwandt und eigenständig, von denen viele ihre Trendfolgemodelle heiß laufen lassen. Auch Banken und Fondsgesellschaften drücken immer mehr Rohstoff-Anlageprodukte in den Markt, weil sie auf ihre Weise vom Boom profitieren und "Produktions- und Vermittlungsgebühren" kassieren möchten.

Die Analysten Yasunari Inamura, Tomonori Kimata, Takeshi Kimura und Takashi Muto konnten statistisch unter anderem einen eindeutigen Zusammenhang zwischen negativen Realzinsen in weiten Teilen der Welt und steigenden Rohstoffpreisen herstellen. Die spekulativen Impulse ließen sich zudem an der in den vergangenen Jahren stark zugenommenen Anzahl an Terminbörsen offen stehender und gehandelter Kontrakte, vieler neuer Rohstofffonds sowie einer stark zugenommenen Korrelation zwischen Portfolioumschichtungen und dem Preisauftrieb bei Rohstoffen ableiten. Die Preisentwicklung an den Rohstoffmärkten habe sich zumindest in Ansätzen von realwirtschaftlichen Angebots- und Nachfragefaktoren abgekoppelt, erklären sie.

Die Spekulation treibt beim Rohölpreis immer stärkere Blüten. Während die Rohölsorte WTI, weil sauberer, immer schon leicht teurer als die Nordseesorte Brent war, hat sich die Welt seit Mitte August 2010 gedreht. Bei unserer Märzbewertung war Brent 10% teurer und ist inzwischen 20% teurer (zwischenzeitlich waren die Unterschiede noch größer), so als ob bei diesen Unterschieden sich kein Transport von Kanada nach Europa lohnen würde.

Diese Spekulation ist äußerst risikoreich. Mit der eskalierenden Rohstoffpreisentwicklung wird die Einkommensverteilung zwischen ressourcenreichen und konsumierenden Staaten bedroht. Ferner droht ein Teufelskreis: Steigende Rohstoffpreise treiben weltweit die Inflationsraten an, was immer mehr Anleger dazu verleit, immer mehr Gelder in diesen Bereich zu investieren, wodurch der Preisauftrieb frische Dynamik nach oben erhält. Mit dem möglichen Schutz gegen Inflation wird diese erst richtig angefeuert. Sogar Großspekulant George Soros fordert Transparenz und Regulierung für diese Märkte.

Dem normalen Bürger will man immer noch weismachen, die Preisentwicklung hätte etwas mit Lieferengpässen, Nachfrage und politischen Spannungen zu tun. Dabei laufen die Lager über. Siehe dazu auch die Aussagen aus der Jahresendbetrachtung 2010. Es ist auch nicht so, dass seit Anfang Mai der Verbrauch zurück gegangen wäre oder in der arabischen Welt nicht mehr geschossen würde. In Syrien legt man erst so richtig los und im Libyenkonflikt ist ein Ende noch nicht absehbar. Aber aus ganz anderen Gründen ist Angst eingekehrt und die Risikoaversion steigt an. Schon nehmen viele Spekulanten, die angeblich nichts mit der Preisentwicklung zu tun haben, reißaus.

DAX®-Ergebnis

Die Tabelle zeigt die Entwicklung vom DAX® seit der Januarbewertung 2002. Nach den aktuellen Schätzungen schreibt kein Teilnehmer im DAX® Verluste. Deshalb sind KGV(1) und KGV(2) gleich. Alle Berechnungen berücksichtigen das jeweilige Gewicht der Aktien im DAX®.

Ende Januar firmierte die FRESENIUS SE VZ O.ST O.N. in die Gesellschaft FRESENIUS SE+CO.KGAA O.N. um und bis zu diesem Zeitpunkt wurden Vorzugsaktien, die bis dahin im DAX® vertreten waren, in Stammaktien umgetauscht. Das führt zu einem erhöhten Gewicht im DAX® und zu einem liquideren Handel. Ab diesem Zeitpunkt geht deshalb, im Gegensatz zur den vorherigen Bewertungen, die Dividende der Stamm- und nicht der Vorzugsaktien in die Auswertung ein. VOLKSWAGEN versucht MAN ganz zu übernehmen. Auch dies ist ein Grund für die späte Hauptversammlung bei MAN. Sollte es gelingen, werden wir wahrscheinlich in absehbarer Zeit eine Umstellung im DAX® erleben.

DatumDAX®-StandDividenden-
rendite
KGV(f)KGV(1)KGV(2)
17.06.117164,053,61 %15,410,810,8
18.03.116664,403,11 %15,410,310,3
17.12.106982,452,82 %15,410,910,9
17.09.106209,763,20 %15,411,311,3
18.06.106216,983,24 %15,412,112,0
19.03.105978,223,56 %15,412,712,6
30.12.095957,433,64 %15,413,213,1
25.09.095581,413,89 %15,415,012,9
27.03.094203,556,51 %15,49,19,1
30.12.084810,205,56 %15,48,28,2
26.09.086063,504,28 %15,410,710,6
20.06.086578,443,89 %15,410,910,8
28.12.078067,322,50 %15,412,812,8
22.06.077949,632,53 %15,415,015,0
30.03.076917,032,64 %15,413,313,3
29.12.066596,922,72 %15,414,814,7
22.09.065883,323,03 %15,413,213,0
23.06.065529,743,28 %15,412,512,4
30.12.055408,262,13 %15,412,912,9
23.09.054882,582,31 %15,413,713,6
23.03.054317,201,91 %15,413,313,3
29.12.044247,751,89 %15,413,113,1
23.09.043905,662,06 %15,414,914,9
26.05.043867,522,12 %15,415,315,3
29.12.033952,722,02 %15,416,116,1
25.09.033326,272,40 %15,418,715,9
12.06.033219,472,45 %15,416,814,8
10.04.032697,103,24 %15,413,411,7
27.12.022840,002,93 %15,410,99,8
27.09.022918,902,87 %15,412,911,8
26.07.023579,002,37 %15,415,614,1
26.06.024099,052,07 %15,417,116,2
25.01.025156,332,02 %15,421,819,6
Erläuterungen zur Tabelle finden Sie in den

23 Mitglieder haben ihre Dividende erhöht. Davon steht die Dividende von MAN noch aus. Sie soll 2 € betragen. Die Erhöhungen waren zum Teil massiv. Ein Mitglied, die DT.TELEKOM, hat ihre Dividende leicht gesenkt. Nur COMMERZBANK (Anteil am DAX® 0,54 %) zahlt immer noch keine Dividende. Sie konnte sich noch nicht vom Staat komplett freikaufen. Die Dividendenrendite ist mit 3,61% für den aktuellen Preispegel ungewöhnlich hoch. Damit es nächstes Jahr auch so einen Dividendenregen geben kann, muss die Wirtschaft bei uns weiter brummen. Wahrscheinlich ist, bei der aktuellen Gemengelage, eher mit einer mehr oder weniger deutlichen Abkühlung zu rechnen.

Der Anteil der 10 größten Aktiengesellschaften im DAX® schrumpfte minimal, dafür veränderte sich die Reihenfolge und Zusammensetzung. LINDE hatte nur ein kurzes Gastspiel und wurde durch die BAY.MOTOREN WERKE ersetzt. BASF löste SIEMENS als Rudelführer ab. Der Anteil beträgt jetzt 68,00 %. Auch das Gewicht der Technologie (DT.TELEKOM + INFINEON TECH. + SAP + SIEMENS = 22,14 %) ging nur minimal zurück. Die undurchsichtige Finanzbranche (ALLIANZ, COMMERZBANK, DEUTSCHE BANK, DEUTSCHE BOERSE, MUENCH.RUECKVERS.) schrumpfte deutlicher. Ihr Anteil am DAX® beträgt noch 18,02% und hat ein gewichtetes KGV von 8,61. In dem gegenüber dem DAX® wesentlich besseren KGV spiegelt sich das Misstrauen der Spekulanten gegenüber den Bilanzen der Banken. Wenn man bedenkt, dass über 3/4 des Handels an den Börsen Eigenhandel der Banken und ihrer Fonds sind, sollte man dieses Misstrauen ernst nehmen.

Außerhalb von Japan und den USA läuft die weltweite Konjunktur immer noch sehr gut. Japan war und ist ein stark abgeschlossener Markt und so war die dortige Katastrophe primär ein Gewinn für andere Exportländer, die in die Bresche springen konnten. In den USA kommt einfach kein eigenständiges Wachstum zustande. Man hat die letzten Jahrzehnte zu viele Arbeitsplätze exportiert und die Verbraucher sind immer noch stark verschuldet, der Hauspreisverfall ist noch nicht zum Stillstand gekommen. Da Arbeitslose relativ schnell aus der US-Arbeitslosenstatistik herausfallen, wachsen in den USA nur das SNAP-Programm und die Staatsverschuldung. Mehr als 14% aller US-Bürger beziehen mittlerweile Lebensmittelmarken über das SNAP-Programm.

Wenn die sehr unterschiedliche weltwirtschaftliche Lage im wesentlichen stabil bleiben würde, stände wieder ein gutes Jahr für die deutsche und für einen Großteil der europäischen Wirtschaft an. Es wird jedoch geflüstert, dass in China ein großer Einbruch bevorstände. Diese Gerüchte kommen primär aus den USA und deshalb stellt sich die Frage, inwieweit sie ernst zu nehmen sind. Seit man sich in den USA bewusst wurde, dass man nicht vom Fleck kommt, außer mit dem Schuldenwachstum, wird alles andere auf dem Globus schlecht geredet. Man lenkt damit bis jetzt erfolgreich von der eigenen Lage ab. Die wirkliche Gefahr für die Weltwirtschaft geht jedoch sehr wahrscheinlich von den schwer kalkulierbaren Rohstoffpreisen aus. Sie muss man im Auge behalten.

I/B/E/S hat die Gewinnschätzungen wegen der bis jetzt überraschend gut verlaufenen wirtschaftlichen Entwicklung in diesem Jahr für 2011 minimal erhöht. Während die Kurse um 7,50 % gewachsen sind, ist das KGV nur um 4,85 % angestiegen. Sollte die Wirtschaft weiter so gut laufen wären aus Sicht der Gewinne neue Allzeithochs im Bereich des Möglichen. Trotzdem wäre ein Kauf des Index zum jetzigen Zeitpunkt bei der aktuellen Gemengelage ein nicht unriskantes Abenteuer. Für diejenigen welche den Aufstieg schon länger mitmachen, besteht noch kein Zwang auszusteigen. Denn sollten sich die, wie ein Damoklesschwert über uns schwebenden Gefahren, erstmals gütig auflösen, sind neue Allzeithochs nicht unwahrscheinlich. Die Liquidität dazu ist vorhanden.

DAX®-Verlauf

Entwicklung des DAX®

Die Aufstände und Kriege in der arabischen Welt, die Natur- und Atomkatastrpophe in Japan und die Abschwächung der wirtschaftlichen Entwicklung in den USA und der politische Streit um die Erhöhung der maximalen Verschuldungsgrenze haben erst mal dem Aufwärtstrend, trotz allem billigem Geld, das Genick gebrochen. Seit 6 Monaten befindet sich der DAX®, in einer hochvolatilen Seitwärtsbewegung. Er wartet darauf, dass etwas Licht ins Dunkel kommt:

  1. Wird in den USA die maximale Verschuldungsgrenze angehoben oder gibt es erstmals temporäres Chaos?
  2. Rückt die US-Staatsverschuldung in den Fokus der Märkte?
  3. Bestätigt sich die Abschwächung der US-Wirtschaft?
  4. Geht Griechenland pleite und wie sind die Auswirkungen?
  5. Kommt es zum Aufstand in wichtigen arabischen Ländern wie z.B. Saudi Arabien?

Je nachdem wie sich obige potentielle Ereignisse entwickeln werden, kann es Ausbrüche nach oben oder unten geben. Es ist praktisch alles möglich, von neuen Allzeithochs bis zu tiefen Abstürzen. Keiner kann das heute abschätzen.

Rangfolge - Dividendenstrategie (Burr/Graham)

Die Kandidaten:

Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht genießen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die Lektüre von Bärische Warnungen unter Strategien.

RangCodeNameDividendenrendite
1RWERWE AG ST O.N.9,23 %
2EOANE.ON AG NA7,79 %
3DTEDT.TELEKOM AG NA6,68 %
4MUV2MUENCH.RUECKVERS.VNA O.N.6,05 %
5DPWDEUTSCHE POST AG NA O.N.5,20 %
6ALVALLIANZ SE VNA O.N.4,80 %
7LHALUFTHANSA AG VNA O.N.4,29 %
8DB1DEUTSCHE BOERSE Z.UMT.4,04 %
9DAIDAIMLER AG NA O.N.3,91 %
10BASBASF SE NA O.N.3,48 %

Die Bewerber:

RangCodeNameDividendenrendite
11MEOMETRO AG ST O.N.3,17 %
12SIESIEMENS AG NA2,93 %
13BAYNBAYER AG NA2,61 %
14BMWBAY.MOTOREN WERKE AG ST2,03 %
15LINLINDE AG O.N.1,90 %

Anleger in andere Varianten der Dividendenstrategie, können sich diese sehr einfach aus obigen Tabellen zusammenstellen. "Top 12" entspricht Rang 1 bis 12. "Top 5" entspricht Rang 1 bis 5.

Rangfolge - Dogs of the ... - Low Five (O'Higgins)

Die Kandidaten:

Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht genießen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die Lektüre von Bärische Warnungen unter Strategien.

RangCodeNameKurs
1DTEDT.TELEKOM AG NA10,480
2DPWDEUTSCHE POST AG NA O.N.12,490
3LHALUFTHANSA AG VNA O.N.13,990
4EOANE.ON AG NA19,255
5RWERWE AG ST O.N.37,915

Die Bewerber:

RangCodeNameKurs
6DAIDAIMLER AG NA O.N.47,340
7DB1DEUTSCHE BOERSE Z.UMT.51,940
8BASBASF SE NA O.N.63,290

Rangfolge nach Gewicht

RangCodeNameGewicht
1BASBASF SE NA O.N.9,59 %
2SIESIEMENS AG NA9,47 %
3BAYNBAYER AG NA7,79 %
4ALVALLIANZ SE VNA O.N.7,06 %
5DAIDAIMLER AG NA O.N.7,02 %
6EOANE.ON AG NA6,27 %
7SAPSAP AG O.N.6,15 %
8DBKDEUTSCHE BANK AG NA O.N.6,03 %
9DTEDT.TELEKOM AG NA5,26 %
10BMWBAY.MOTOREN WERKE AG ST3,36 %

Kurzer Blick auf den Chart

Es ist nicht so einfach, wie mancher meint, mit Spekulationen an der Aktienbörse längerfristig, nach Kosten, Bundesschatzbriefe zu schlagen. Ein konservativer Spekulant, der zur glücklicheren Hälfte gehört, kann eventuell einen Vorsprung von 1 bis 2 % (jährlicher Zins) längerfristig heraus arbeiten. Das macht über die Zeit schon eine ganz nette Summe aus. Die Mehrheit wird dieses Ziel aber nicht erreichen. Ist man sehr risikobewusst in seinen Spekulationen, steigen nicht die Gewinnchancen sondern es steigt primär die Volatilität im Depot. Wenn man dann rechtzeitig bei einem Hoch auf konservative Spekulationsmethoden umschaltet, kann man zu den Gewinnern mit einem wesentlich deutlicheren Vorsprung gehören. Wichtig dabei ist, dass man nicht vorher schon Pleite ist. Wie einfach es gelingt wesentlich mehr zu gewinnen ist bei Aktien auch stark vom jeweiligen Zeitabschnitt abhängig. Viele von denen, die im Jahr 2000 eingestiegen sind, trauern immer noch ihren Verlusten hinterher und viele von denen die im Jahre 2000, nach 11 Jahren, ausgestiegen und auf Bundesschatzbriefe umgestiegen sind fühlen sich wie Dagobert Duck. Ach, wenn man nur wüsste in welchem Zeitabschnitt man gerade lebt. Der CEO von PIMCO, Bill Gross, meint, wir leben im "New Normal", einer längeren Zeitphase mit einem nur geringen weltweitem Wachstum. Wäre schlecht für Aktien und auf der Zinsebene wäre dann auch nicht viel zu holen.

Dividendeneffekt

Manche Spekulanten glauben Dividenden wären nicht wichtig. Dabei machen gerade Dividenden bei der Schlussabrechnung den Vorsprung gegenüber klassischen Zinsanlagen aus. Die Finanzindustrie hat massenweise Produkte am Markt, die implizit die Dividende unterschlagen. Aus gutem Grund, wie man am Chart ersehen kann. Dort ist der Verlauf des DAX®-Performanceindex, also inklusive Dividenden, und der zugehöre Kursindex, also exklusiv Dividenden, dargestellt. Viele Finanzprodukte unterschlagen nicht nur die Dividenden, nein sie erzeugen auch noch Kosten (inklusive verdeckten Kosten) die nochmals die Größenordnung von anteiligen Dividenden deutlich überschreiten. Je intensiver man damit handelt umso mehr freut es die Finanzindustrie und es sollte jedem klar sein, dass dabei einer sicher reich wird, der Spekulant nur ausnahmsweise.

baer45 wünscht allen Lesern einen schönen Sommer und eine glückliche Hand bei allen Aktivitäten.


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