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Die Gerüchte sind frei

19.09.2011: DAX®-Bewertungen

Bewertung zum 16.09.2011

Die Gedanken sind frei

 
Die Gedanken sind frei
wer kann sie erraten?

 
Nein! Heute gilt:

Die Gerüchte sind frei
man kann sie erraten!

 
 

Die Börse hatte immer schon ihren erklecklichen Anteil an Glücksspiel, sie ist aber inzwischen zum reinen Casino, in dem nach Politikerwunsch die private Alterssicherung realisiert werden soll, verkommen. Die Großbanken und ihre verschwägerten Hedgefondstöchter liefern sich maschinelle Schlachten mit ihren Algo- und HFT-Automaten. Die Hebel dabei werden von professionellen Pokerspielern gestellt. Ahnung von Wirtschaft kann dabei nur störend sein, Bewegung ist alles. Nur wenn es sich bewegt ist etwas verdient. Sie gefährden sich dabei gegenseitig und schreiben immer öfter dicke Verluste. Und um der Bewegung Nachdruck zu verleihen werden immer häufiger Gerüchte in der sogenannten Fachpresse oder im Wirtschaftsteil der normalen Tageszeitungen platziert, die sich nachträglich als falsch herausstellen. Selten wurde so häufig gelogen und manipuliert. Und die "armen" Wirtschaftsjournalisten erklären uns täglich die Welt anhand der Preisbewegungen an der Börse aus Neue. Bekanntlich machen die Kurse die Nachrichten. Nur bei der aktuellen Volatilität geben sich die "Fachjournalisten" der Lächerlichkeit preis. Immer wieder geht die Welt unter und angeblich ist dabei meistens die "böse" €urozone schuld. Gehen die Kurse wieder hoch, hat man angeblich im hintersten Winkel der USA potentielle Erholungstendenzen in der Wirtschaft ausgemacht und alles wird gut. Ein Staat, der weiter seine Neuverschuldung praktiziert bringt unser Finanzsystem um, ein Staat der auf Sparen umschaltet, würgt die wirtschaftliche Entwicklung ab. Von diesem Unsinn wollte sogar der US-Finanzminister die €urozone überzeugen. Am heftigsten tobt die Gerüchteküche im internationalen Währungskrieg. Viele europäische Politiker und Mitglieder der EZB sind immer wieder erstaunt, was sie oder einige aus ihren Reihen angeblich gesagt haben. Der €uro wirkt eben störend beim massiven Gelddrucken der USA und Großbritanniens, der Heimat der großen Investitionsbanken. Er stellt eine Konkurrenz zur Weltwährung US-$ dar und auf dem Kontinent gibt es sogar einige Politiker die ernsthaft das Geschäft der Finanzmafia mittels Finanztransaktionssteuer und Bankensonderabgaben stören wollen. Darf das sein?

Das Jahr 2011 war und bleibt spannend. Nordafrika hat sich noch lange nicht stabilisiert. In Syrien wird weiter brutal Krieg gegen die eigene Bevölkerung geführt, der Aufstand in Libyen scheint erfolgreich zu verlaufen, zu Ende ist er noch nicht. In Ägypten rumort es gegen Israel und die Türkei spielt sich als neues Osmanisches Reich auf und will Israel in die Schranken weisen. Griechenland braucht weiteren Druck um die Auflagen zu erfüllen. An die Privatisierung wollen die Griechen einfach nicht ran. Viele Staatsbetriebe sind auch noch die größten Steuerschuldner. Man sollte Griechenland deshalb mit der Forderung nach Sicherheiten stellen, auch Grundbesitz sollte dabei zulässig sein. Sie müssen ja nicht mitmachen und dürfen die Freiheit im Elend suchen. Das Verfassungsgericht hat festgestellt, dass Deutschland weiter in Europa mitmachen darf und die Europäische Zentralbank traut sich, trotz negativem Realzins, nicht an weitere Zinserhöhungen heran. Dabei ist sie angeblich nur für die Geldwertstabilität und nicht für die Entwicklung der Finanzindustrie verantwortlich. Die Schweiz erlebt gerade was es bedeutet in dieser Zockerwelt alleine unterwegs zu sein. Mit massivem Gelddrucken will sie sich der Spekulation und der herdenweise auftretenden Sicherheitspaniker erwehren. Dabei kann man nicht nur mit einer zu "starken" Währung die Konkurrenzfähigkeit verlieren, eine starke Inflation schafft das auch.

Der DAX® hat seit unserer letzten Bewertung im Juni 22,20 % und seit Jahresanfang 19,39 % verloren. Vom Jahreshoch aus betrug der Abschlag 25,96 %. Insgesamt betrug der maximale Absturz (Jahreshoch bis Jahrestief) im Laufe 2011 32,66 %. Alles auf Basis von Tagesschlusskursen. Die Verunsicherung ist, nach einem starken bullischen Hoch im Juli, wieder ansteigend. Es stehen aber immerhin noch 54 % Bullen 26 % Bären gegenüber. (Quelle: Cognitrend). Der Absturz war so einmalig schnell und so brutal, dass die Stimmung nicht mehr folgen konnte.

Ausgangsdaten

Basis sind die Xetra®- Schlusskurse vom 16.09.2011. Die Kurse und das jeweilige Gewicht einer Aktie im DAX® sind von der Deutschen Börse. Die Dividenden mit denen die berechnet wird sind den jeweiligen Firmenmitteilungen entnommen. Das aktuelle der Aktien ist aus der Süddeutschen Zeitung (aktuelle Schätzungen von I/B/E/S). Die Zahlen zur sind von der Deutschen Bundesbank. Die DAX®-Bewertung wird gewichtet ausgeführt ( siehe ). D.h., eine Aktie mit sehr großer Marktkapitalisierung geht stärker in das Ergebnis ein als eine Aktie mit einer weit geringeren Marktkapitalisierung. Seit dem 24.06.2002 wird dabei nur noch der sogenannte frei handelbare Anteil berücksichtigt. Dieser Anteil wird regelmäßig überprüft und verändert damit ebenso wie der Kurs das Gewicht der Aktie im DAX®. Weitere Regeländerungen bezüglich Gewichtung und frei handelbarem Anteil gab es im Oktober und November 2008.

CodeNameISINKursDividendeKGVGewicht
1ADSADIDAS AG NA O.N.DE000A1EWWW049,2300,80152,15 %
2ALVALLIANZ SE VNA O.N.DE000840400566,9004,5066,30 %
3BASBASF SE NA O.N.DE000BASF11147,4302,2079,09 %
4BMWBAY.MOTOREN WERKE AG STDE000519000357,1801,3083,83 %
5BAYNBAYER AG NADE000BAY001739,5401,5086,82 %
6BEIBEIERSDORF AG O.N.DE000520000041,2100,70240,86 %
7CBKCOMMERZBANK AG O.N.DE00080320041,7660,0051,41 %
8DAIDAIMLER AG NA O.N.DE000710000036,3951,8576,80 %
9DBKDEUTSCHE BANK AG NA O.N.DE000514000825,1000,7544,84 %
1063DUDEUTSCHE BOERSE Z.UMT.DE000A1KRND643,6102,10101,61 %
11DPWDEUTSCHE POST AG NA O.N.DE000555200410,2700,6591,80 %
12DTEDT.TELEKOM AG NADE00055575088,5010,70115,23 %
13EOANE.ON AG NADE000ENAG99915,6201,5096,21 %
14FMEFRESEN.MED.CARE KGAA STDE000578580251,5500,65142,07 %
15FREFRESENIUS SE+CO.KGAA O.N.DE000578560471,4500,86161,73 %
16HEIHEIDELBERGCEMENT AG O.N.DE000604700429,2950,2580,86 %
17HEN3HENKEL AG+CO.KGAA VZODE000604843239,5300,72131,44 %
18IFXINFINEON TECH.AG NA O.N.DE00062310046,2290,10111,41 %
19SDFK+S AG NA O.N.DE000KSAG88847,6801,00121,62 %
20LINLINDE AG O.N.DE0006483001103,0002,20143,66 %
21LHALUFTHANSA AG VNA O.N.DE000823212511,1100,6081,06 %
22MANMAN SE ST O.N.DE000593700758,8902,0080,78 %
23MRKMERCK KGAA O.N.DE000659990559,5301,2580,80 %
24MEOMETRO AG ST O.N.DE000725750329,9451,3580,81 %
25MUV2MUENCH.RUECKVERS.VNA O.N.DE000843002685,7406,25152,85 %
26RWERWE AG ST O.N.DE000703712925,5403,5052,19 %
27SAPSAP AG O.N.DE000716460037,2350,60146,98 %
28SIESIEMENS AG NADE000723610170,0802,7099,85 %
29TKATHYSSENKRUPP AG O.N.DE000750000121,4750,45101,50 %
30VOW3VOLKSWAGEN AG VZO O.N.DE0007664039115,0002,2673,45 %

Im Februar 2010 stellte die DEUTSCHE BÖRSE die börsentägliche allgemein zugängliche Veröffentlichung der Gewichte der DAX®-Teilnehmer ein. Allgemein verfügbar sind diese Daten jetzt nur noch von den sogenannten Verkettungstagen. Diese sind der jeweils dritte Freitag im letzten Monat eines Quartals. Die Bewertungen finden seitdem immer nur auf Basis dieser Daten statt. Veröffentlicht werden diese Daten immer an dem Abend, dem Verkettungstag folgenden Börsentag.

Umlaufrendite

Entwicklung der Umlaufrendite

Die jährliche Inflationsrate im €uroraum lag im August 2011 bei 2,5 %, unverändert verglichen mit Juli. Ein Jahr zuvor hatte sie 1,6 % betragen. Die monatliche Inflationsrate betrug 0,2 % im August. Deutschland entsprach diesem Durchschnitt. Die Inflation ist also alles andere als gebändigt und wir haben am kurzen Ende immer noch einen schädlichen negativen Realzins. Er beträgt -1 %. Ein zu niedriger Zins fördert primär Fehlentwicklungen über eine ausartende Spekulation in allen möglichen Vermögensklassen und Rohstoffen. So betrug z.B. die jährliche Inflation im August im €uroraum ohne Energie 1,5 %. Besonders die US-amerikanische Notenbank Fed flutet die Märkte weltweit immer noch mit fast kostenlosem Geld. Trotzdem kommt die US-Wirtschaft nicht aus den Puschen. Das billige Geld kommt nur zu einem sehr geringen Anteil in der Realwirtschaft an. Gleichzeitig schädigt es über die Verteuerung von Rohstoffen (Energie, Lebensmittel, Metalle, ...) die Realwirtschaft stärker als es nutzt. Die "leichte" Geldpolitik Fed macht es für die anderen größeren Notenbanken praktisch unmöglich die Zinsen auf einen angemessenen Pegel anzuheben. Es würde sonst zu noch größeren Turbulenzen an den Devisenmärkten kommen. Allerdings hätte die Europäische Zentralbank EZB noch etwas Luft nach oben.

Inflation

In den USA bezieht die Wirtschaft zu ca. 75 % ihre Finanzierung vom Markt, in der €urozone bezieht die Wirtschaft dagegen ca. 75 % iher Finanzierungsmittel von den Banken in Form von Krediten. In den USA sind also Investitionsbanken wesentlich sinnvoller und wichtiger als in Europa. Und diese Banken werden von der Fed auch reichlich bedient. Hohe Aktienpreise sind die Voraussetzung für Kapitalerhöhungen und Börsengänge, engl. Initial Public Offering oder kurz IPO. Ebenso wichtig sind niedrige Renditen bei Firmenanleihen zur Finanzierung. Bei uns sind primär die Kreditzinsen und die Kreditverfügbarkeit wichtig. Allerdings nutzt dieser Geldregen wenig bei überschuldeten Verbrauchern und Firmen. Man kann, wie es heißt, die Pferde zur Tränke führen, aber zum Saufen zwingen kann man sie nicht. Trotzallem bleiben die USA bei ihrer ideologisch verbohrten Verschuldungs- und leichten Geldpolitik. Man könnte fast glauben, lieber nehmen sie das gesamte weltweite Finanzsystem mit in den Abgrund als sich ihre Fehler einzugestehen.

Das Bedürfnis nach "absoluter" Sicherheit wird immer größer und viele glauben die Finanzindustrie könnte diese liefern. So streben, bei der kleinsten Verunsicherung, immer größere Herden von Lemmingen in vermeintliche Sicherheiten. Als sicheren Hafen hat man u. a. US-amerikanische und deutsche Staatsanleihen ausgemacht. Nach dem Motto, bekommen die USA größere Schwierigkeiten mit ihrer Verschuldung müssen wir in US-Staatsanleihen flüchten. Als angeblich sicheren Hafen im €uroraum hat man deutsche Staatsschulden ausgemacht. Bei jeder anscheinlichen Zuspitzung der Krisen und bei jedem Verfall der Aktienpreise kommt es zu einer erneuten Fluchtwelle in deutsche Staatsanleihen. So wurde inzwischen die Umlaufrendite auf Rekordtiefs runter geprügelt. Die Verluste werden immens werden, wenn diese Sicherheitsblase anfängt Luft abzulassen. Bekanntlich bedeuten steigende Renditen fallende Kurse. Wenn die Rendite nur um 100 Basispunkte steigt, muss man bei einer Restlaufzeit von 10 Jahren mit fast 8% Kursverlust rechnen. Wahrscheinlich werden dann wieder etliche Finanzkonzerne Hilfe vom Steuerzahler benötigen.

Entwicklung der Leitzinsen seit 2000

Zum 13. Juli erhöhte die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen erneut. Seitdem liegt der Leitzins (Mindestbietungssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte des €urosystems) in der €urozone bei 1,50 % (für Spitzenrefinanzierungsfazilität bei 2,25 % und für die Einlagefazilität bei 0,75 %). Wird es in diesem Jahr noch zu einer weiteren Leitzinserhöhung kommen? Die Inflation würde eine deutlichere Leitzinserhöhung begründen. Allerdings scheint die EZB die Turbulenzen an den Finanzmärkten ernster zu nehmen als die Geldwertstabilität. Deshalb erwartet der Markt (die Finanzbranche) keine weiteren Erhöhungen. Er rechnet eher mit einer Zinssenkung. Die Zinsen für Tagesgelder und für Festgelder haben leicht angezogen. Tagesgeldzinsen liegen heute bei 1,75 %, bei Direktbanken kann es etwas mehr geben. Festgelder in einem 12-Monatsbereich erreichen öfters mehr als 2,5 %. Die wieder virulent gewordene Krise verbilligt die Kredite für den Finanzminister erheblich. Seine Tagesgeldanleihe erreicht bei höchster Sicherheit 0,80 %. Bei den länger laufenden Bundesschatzbriefen liegen die Renditen auf einem Rekordtief. Sie betragen momentan beim Typ A (6 Jahre) 0,91 % und beim Typ B (7 Jahre) 1,1 %.

Umlaufrenditen und €/US-$
Diese Tabelle dokumentiert die Entwicklung seit unserer ersten Bewertung bezüglich Umlaufrendite (Anleihen, Obligationen sowie Schatzanweisungen des Bundes, seiner Sondervermögen und der Treuhandanstalt in €uro) und dem Verhältnis des € zum US-$ zum jeweiligen Bewertungsstichtag.
 
Datum Insgesamt 3-5 Jahre 5-8 Jahre 8-15 Jahre 15-30 Jahre 1 € in US-$
16.09.11 1,73 % 0,96 % 1,45 % 1,84 % 2,70 % 1,379
17.06.11 2,66 % 1,92 % 2,42 % 2,84 % 3,58 % 1,432
18.03.11 2,86 % 2,11 % 2,72 % 3,11 % 3,66 % 1,417
30.12.10 2,51 % 1,50 % 2,30 % 2,90 % 3,49 % 1,326
17.09.10 2,17 % 1,31 % 1,97 % 2,43 % 3,11 % 1.306
18.06.10 2,22 % 1,14 % 1,95 % 2,59 % 3,37 % 1,238
19.03.10 2,75 % 1,78 % 2,54 % 3,08 % 3,87 % 1,353
30.12.09 3,02 % 2,09 % 2,78 % 3,31 % 4,12 % 1,433
25.09.09 2,99 % 2,12 % 2,76 % 3,27 % 4,06 % 1,470
27.03.09 2,93 % 2,08 % 2,67 % 3,13 % 4,15 % 1,326
30.12.08 2,86 % 2,26 % 2,60 % 2,91 % 3,73 % 1,407
26.09.08 4,24 % 3,94 % 4,09 % 4,18 % 4,80 % 1,458
20.06.08 4,74 % 4,75 % 4,72 % 4,66 % 4,81 % 1,563
28.12.07 4,34 % 4,16 % 4,24 % 4,34 % 4,66 % 1,472
22.06.07 4,64 % 4,55 % 4,61 % 4,62 % 4,81 % 1,346
30.03.07 4,08 % 4,01 % 4,02 % 4,03 % 4,24 % 1,336
29.12.06 3,96 % 3,91 % 3,93 % 3,94 % 4,09 % 1,320
22.09.06 3,69 % 3,58 % 3,63 % 3,68 % 3,92 % 1,278
23.06.06 3,97 % 3,73 % 3,90 % 4,01 % 4,34 % 1,251
30.12.05 3,22 % 3,00 % 3,14 % 3,25 % 3,57 % 1,183
23.09.05 2,88 % 2,44 % 2,74 % 2,97 % 3,50 % 1,208
23.03.05 3,49 % 3,00 % 3,39 % 3,66 % 4,16 % 1,298
29.12.04 3,41 % 2,88 % 3,27 % 3,57 % 4,22 % 1,359
23.09.04 3,70 % 3,10 % 3,56 % 3,89 % 4,55 % 1,226
26.05.04 3,97 % 3,29 % 3,83 % 4,25 % 4,95 % 1,211
29.12.03 3,94 % 3,30 % 3,86 % 4,20 % 4,87 % 1,248
25.09.03 3,77 % 3,08 % 3,62 % 4,00 % 4,64 % 1,149
12.06.03 3,27 % 2,47 % 2,98 % 3,48 % 4,48 % 1,177
10.04.03 3,94 % 3,30 % 3,86 % 4,20 % 4,87 % 1,077
27.12.02 3,93 % 3,26 % 3,78 % 4,17 % 4,86 % 1,041
27.09.02 4,12 % 3,57 % 4,00 % 4,30 % 4,92 % 0,980
26.07.02 4,52 % 4,07 % 4,48 % 4,70 % 5,16 % 0,985
26.06.02 4,73 % 4,34 % 4,65 % 4,87 % 5,21 % 0.980
25.01.02 4,74 % 4,37 % 4,71 % 4,90 % 5,27 % 0,865

Die Flucht in die vermeintliche Sicherheit hat auch in den USA die Renditen in den Keller getrieben. Bei kürzeren Restlaufzeiten (bis 5 Jahre) merkt man deutlich den Einfluss der US-Notenbank (Fed) und die Renditen rangieren sehr deutlich unter deutschen Staatsanleihen, bei längeren Restlaufzeiten liegen sie höher. Auf eine etwas längere Sicht scheint aus Sicht des Marktes Deutschland sicherer zu sein. Momentan rentieren US-Staatsanleihen (U.S. Treasuries) bei 2 Jahren mit 0,17 %, bei 5 Jahren mit 0,91 %, bei 10 Jahren mit 2,05 % und bei 30 Jahren mit 3,31 %. Auch in Japan haben die Renditen weiter nachgegeben. 2 Jahre Restlaufzeit bringen 0,14 %, 5 Jahre 0,35 %, 10 Jahre 1,01 % und 30 Jahre 1,94%. In der Eurozone sind die Renditen zum Teil stark auseinandergelaufen. Deutschland profitiert stark von der Staatsschuldenkrise und gilt so wie die USA als ein sicherer Hafen. Besonders aus den Problemstaaten am südlichen Rand der €urozone flüchtet viel Geld nach Norden. Andere müssen wesentlich mehr zahlen. Einigen Problemländern (Griechenland, Irland und Portugal) ist der Weg zum Markt momentan weitgehend versperrt. Italien muss schon deutlich mehr als üblich bezahlen. Das hat es dem Zickzackkurs seiner Regierung zu verdanken.

€uro/US-$

Entwicklung des Verhältnisses €/US-$

Die Diskussion über den €uro nimmt irreale Züge an. Man spürt den Erfolg der angelsächsischen Propaganda gegen die €urozone, welche bei uns die Zahl der Europaskeptiker laufend ansteigen lässt. Glaubt denn wirklich jemand, dass wir z.B. Spanien, hätten wir den €uro nicht, einfach untergehen lassen könnten oder gar heute Großbritannien mit ihrem Pfund, ein nicht so unwahrscheinliches Szenario. Die US-Amerikaner können zwar in riesigen Mengen lange Zeit Geld drucken um ihre Staatsschulden abzudecken, bei anderen "unwichtigeren" Währungen würde der Markt allerdings eine nur sehr begrenzte Zeit zuschauen. Wir leben eben schon lange nicht mehr auf einer Insel der Glückseeligen mit abgeschotteten Grenzen. Die €urozone erlaubt uns nicht nur das Helfen, sondern ermöglicht es auch besser einen erfolgreichen Druck in Richtung stabile Staatshaushalte auszuüben. Diese Chance gehört genutzt und das Regelwerk und die Institutionen gehören entsprechend weiter entwickelt. Es bieten sich etliche Wege der Weiterentwicklung an. Leider ist die Politik besonders in Deutschland und Frankreich unentschlossen welcher Weg eingeschlagen werden soll. Sie wollen eine wirksame Kontrolle der staatlichen Haushalte ohne Souveränität abzugeben. Am liebsten möchten sie sich weiter wie bisher durchmogeln ohne ernsthafte Entscheidungen treffen zu müssen.

Einige Regierungen und viele Politiker haben noch nicht geschnallt wie ernst die Lage wirklich ist. Belgien bekommt seine nationalen Probleme einfach nicht in den Griff und der italienischen Regierung muss Disziplin von außen aufoktroyiert werden. Griechenland hat zwar die staatliche Ausgabenseite schon erheblich reduziert, mag aber nicht so richtig an die Einnahmeseite ran. Weder ist die ineffiziente aufgeblasene griechischse Bürokratie in der Lage Steuern einzutreiben noch kommt sie mit den Privatisierungen voran. Eine funktionierende Verbesserung der Einnahmeseite würde primär die etwas Wohlhabenden und die Gewerkschaftsmafia (Posten in den staatlichen Betrieben) treffen. Da Griechenland nur über Betrug den Eintritt in die €urozone geschafft hat und bis jetzt nicht in voller Breite reformwillig ist, sollte man beim Verfehlen der vorgegebenen Zwischenziele das Land fallen lassen. Gleichzeitig sollte man einen massiven Schirm über die anderen schwachen €uroländer spannen und Banken außerhalb von Griechenland, welche durch diese Vorgehensweise in Schwierigkeiten kommen, helfen. Gleichzeitig könnte die EZB über weitere Leitzinserhöhungen die Währung am Absturz hindern. Parallel sollte man die weitere Entwicklung der €urozone voran treiben, auch wenn andere EU-Mitglieder darüber nicht begeistert sein werden. Wir haben eben das Europa der unterschiedlichen Geschwindigkeiten und das nicht erst seit heute.

Die großen Investitionsbanken, auch Zockerbanken genannt, haben ein Interesse an großer Volatilität in den Preisen von Rohstoffen und Aktien und zwischen den Währungen. Deshalb helfen sie über ihren Eigenhandel oder/und über den Handel ihrer verschwägerten Hedgefonds der Bewegung auf die Sprünge. So können sie fleißig Versicherungen (Wetten) gegen diese Bewegungen verkaufen und saugen so, wie Vampire die Realwirtschaft und den naiven Kleinanleger aus. Auch sind sie fleißig an der Verunsicherung in der €urozone beteiligt und konnten so viele Credit Default Swap (CDS) (siehe hierzu auch das erheiternde Glossar zur Finanzkrise) unter die Zockergemeinde bringen. Ohne den entsprechenden mentalen Druck würde dieses Geschäft nicht so richtig blühen. Die Versicherungsprämien bei den CDS auszuzahlen war allerdings nie geplant. Deshalb ist, mit der drohenden Pleite Griechenlands, nicht nur die Finanzmafia in Aufruhr, nein, auch der US-amerikanischen Administration, die Beschützer der Wallstreet, geht der Hintern inzwischen auf Grundeis. Es würde nämlich heftig im Derivatedschungel krachen und manche US-Zockerbank müsste wieder gerettet werden. Und schon will uns Obama belehren und schickt uns seinen Finanzminister mit der Lehre "mit neuen Schulden die Überschuldungsauswirkunen bekämpfen" auf den Hals.

Es herrscht Währungskrieg. Vor vielen notwendigen strukturellen Änderungen schrecken viel Staaten zurück und wollen sich in den weltweiten Ungleichgewichten über monetäre Tricks und Währungsmanipulationen Vorteile erschleichen. Die einen, wie z.B. die USA, wollen den US-$ verzweifelt abwerten und andere, wie z.B. die Chinesen, ketten sich mit ihrer Währung an den US-$. Der €uro ist im Verhältnis zu seinen hauptsächlichen Handelsmärkten immer noch überbewertet. Ein "fairer" Preis würde im Bereich von 1,25 US-$ liegen. Der €uro wäre noch teurer gäbe es die aktuelle Krise nicht. Wir "profitieren" also nicht nur über die geringeren Zinslasten für unsere Staatsschulden von der Schwäche an der südlichen Peripherie Europas, sondern auch unser Export in Staaten außerhalb der €urozone. Manche träumen von der "guten alten DM" und übersehen dabei z.B. die Schwierigkeiten der Schweiz. Der Schweizer Franken ist so in die Höhe geschossen, dass es zu großen Schäden im Einzelhandel, dem Tourismus und der Industrie in der Schweiz kam. Es blieb der SNB (Schweizer Nationalbank) nur die Kopplung an den €uro. Die Schwächung erreicht sie über massives Gelddrucken um so das Verhältnis stabil zu halten. Der Teufel wird also mit dem Beelzebub ausgetrieben. Die andauernde Geldmengenvermehrung fördert die Inflation im Inland und kann, sollte der Druck der Sicherheitspaniker und Spekulanten längere Zeit anhalten, die Konkurrenzfähigkeit eben so wieder nehmen. Um zu glauben man könnte in der heutigen Welt, bei der unvorstellbaren Menge an herumgaloppierenden Devisen, alleine überleben, braucht man eine gehörige Portion Größenwahn. Der Anteil an "Schweizer" ist leider bei uns stark ansteigend.

Der €uro steht einmalig unter Beschuss und die US-Amerikaner ziehen stark Geld (Aktien und Anleihen) aus der €urozone ab und werden es sehr wahrscheinlich weiter tun. Dieser Weg nach Hause des US-$ schwächt den €uro. Gleichzeitig flüchten viele Sicherheitspaniker aus der €urozone in die Schweiz, Norwegen oder sonst wo hin. Es ist allerdings eine große Illusion man könnte irgendwo auf dem Globus einem Zerfall der €urozone oder einem massiven Verfall des US-$ entkommen. Es braucht schon eine starke geistige Störung zu glauben Gold oder die Schweiz könnte die Vermögen Europas aufnehmen. Trotzallem hat sich der €uro im Verhältnis zum US-$ bis jetzt gut gehalten. Es muss also auch noch Spekulanten gegeben haben, welche sehen, dass man in der €urozone die Probleme der Überschuldung angeht und dass die €urozone die Gegend in der hochindustrialisierten Welt ist, die am wenigsten verschuldet ist und die geringste Neuverschuldung hat. Beides ist allerdings zu hoch und gehört reduziert. Brechen die Aktienbörsen noch weiter ein, werden sie wahrscheinlich den €uro ein gutes Stück mit nach unten ziehen. Es kommt dann sehr wahrscheinlich zu zusätzlichen massiven Auflösungen beim US-$ Carry Trade.

Leichtes Rohöl (WTI)

Entwicklung des Rohölpreises

Wikipedia: West Texas Intermediate (auch WTI) ist ein leichtes, süßliches Rohöl aus den USA. Durch seinen u. a. geringen Schwefelgehalt eignet es sich besonders für die Mineralöl-Raffinierung und die Herstellung von Benzin. Der Preis pro Barrel (159 Liter) WTI-Öl entspricht in der Regel dem der leichten Nordseesorte Brent Crude, kann aber geringfügig abweichen. Der Preis für beide Rohölsorten ist jedoch miteinander gekoppelt.

Ende April 2011 erreichten die Preise für WTI den höchsten Stand seit September 2008 als der Preis infolge der Wirtschaftskrise einbrach. WTI schloss am 29. April mit 113,93$. Seit dem Einsetzen des Winters 2010/2011 stieg der Preis für die Nordseesorte Brent Crude teilweise deutlich höher an als der Preis für Öl der Sorte WTI, was sehr ungewöhnlich ist (siehe Grafik). Der Preisunterschied weitete sich bis Juni 2011 auf bis zu 22$ aus.

WTI und Brent Crude

Fundamental lassen sich die Unterschiede nicht erklären. Lägen fundamentale Gründe vor, würden sich Investitionen in die Erweiterung der Transportmöglichkeiten aus Nordamerika nach Europa schnell bezahlt machen. Genau so wenig sind die Preisschwankungen bei den anderen Rohstoffen fundamental erklärbar. So schnell ändern sich die realen wirtschaftlichen Bedingungen nicht. Es ist die schiere Spekulation, welche in London noch einfacher als in den USA möglich ist, das die Preise treibt, und so quasi eine angelsächsische Sondersteuer für Europa darstellt. Die Geldpolitik der Notenbanken hat die globale Geldmenge M1 im Vergleich mit dem realwirtschaftlichen Wachstum überproportional vermehrt. Diese Tatsache trägt zusammen mit der zunehmenden "Monetarisierung" der Rohstoffmärkte zum starken Preisauftrieb bei. Die Zahl der Spekulanten nimmt ständig zu. Zu den Anlegern zählen Hedge-Fonds, mit Großbanken verwandt und eigenständig, von denen viele ihre Trendfolgemodelle heiß laufen lassen. Auch Banken und Fondsgesellschaften drücken immer mehr Rohstoff-Anlageprodukte in den Markt, weil sie auf ihre Weise vom Boom profitieren und "Produktions- und Vermittlungsgebühren" kassieren möchten.

Die Analysten Yasunari Inamura, Tomonori Kimata, Takeshi Kimura und Takashi Muto konnten statistisch unter anderem einen eindeutigen Zusammenhang zwischen negativen Realzinsen in weiten Teilen der Welt und steigenden Rohstoffpreisen herstellen. Die spekulativen Impulse ließen sich zudem an der in den vergangenen Jahren stark zugenommenen Anzahl an Terminbörsen offen stehender und gehandelter Kontrakte, vieler neuer Rohstofffonds sowie einer stark zugenommenen Korrelation zwischen Portfolioumschichtungen und dem Preisauftrieb bei Rohstoffen ableiten. Die Preisentwicklung an den Rohstoffmärkten habe sich zumindest in Ansätzen von realwirtschaftlichen Angebots- und Nachfragefaktoren abgekoppelt, erklären sie.

Diese Spekulation ist äußerst risikoreich. Mit der eskalierenden Rohstoffpreisentwicklung wird die Einkommensverteilung zwischen ressourcenreichen und konsumierenden Staaten bedroht. Ferner droht ein Teufelskreis: Steigende Rohstoffpreise treiben weltweit die Inflationsraten an, was immer mehr Anleger dazu verleitet, immer mehr Gelder in diesen Bereich zu investieren, wodurch der Preisauftrieb frische Dynamik nach oben erhält. Mit dem möglichen Schutz gegen Inflation wird diese erst richtig angefeuert. Sogar Großspekulant George Soros fordert Transparenz und Regulierung für diese Märkte.

Dem normalen Bürger will man immer noch weismachen, die Preisentwicklung hätte etwas mit Lieferengpässen, Nachfrage und politischen Spannungen zu tun. Dabei laufen die Lager über. Als der Bürgerkrieg in Libyen ausbrach, war der Lieferstopp Libyens die angebliche Ursache. Nachdem Libyen wieder liefert und demnächst wieder voll liefern wird, gilt das anscheinend nicht mehr. Dagegen bleibt der Ölpreis sehr sensitiv gegenüber der Risikolage. Hat man Angst vor Problemen in der Finanzbranche, sinkt der Preis. Gehen diese Ängste zurück, steigt er schnell wieder an. Er ist also äüßerst risikosensitiv und das ist typisch für eine überbordende Spekulation. Und die Politik schaut zu. Dabei wäre die Zurückdrängung der Spekulation auf den Rohstoffmärkten das beste vorstellbare Konjunkturprogramm für die Realwirtschaft.

DAX®-Ergebnis

Die Tabelle zeigt die Entwicklung vom DAX® seit der Januarbewertung 2002. Nach den aktuellen Schätzungen schreibt kein Teilnehmer im DAX® Verluste. Deshalb sind KGV(1) und KGV(2) gleich. Alle Berechnungen berücksichtigen das jeweilige Gewicht der Aktien im DAX®.

Ende Januar firmierte die FRESENIUS SE VZ O.ST O.N. in die Gesellschaft FRESENIUS SE+CO.KGAA O.N. um und bis zu diesem Zeitpunkt wurden Vorzugsaktien, die bis dahin im DAX® vertreten waren, in Stammaktien umgetauscht. Das führt zu einem erhöhten Gewicht im DAX® und zu einem liquideren Handel. Ab diesem Zeitpunkt geht deshalb, im Gegensatz zur den vorherigen Bewertungen, die Dividende der Stamm- und nicht der Vorzugsaktien in die Auswertung ein.

DatumDAX®-StandDividenden-
rendite
KGV(f)KGV(1)KGV(2)
16.09.115573,514,60 %15,48,28,2
17.06.117164,053,61 %15,410,810,8
18.03.116664,403,11 %15,410,310,3
17.12.106982,452,82 %15,410,910,9
17.09.106209,763,20 %15,411,311,3
18.06.106216,983,24 %15,412,112,0
19.03.105978,223,56 %15,412,712,6
30.12.095957,433,64 %15,413,213,1
25.09.095581,413,89 %15,415,012,9
27.03.094203,556,51 %15,49,19,1
30.12.084810,205,56 %15,48,28,2
26.09.086063,504,28 %15,410,710,6
20.06.086578,443,89 %15,410,910,8
28.12.078067,322,50 %15,412,812,8
22.06.077949,632,53 %15,415,015,0
30.03.076917,032,64 %15,413,313,3
29.12.066596,922,72 %15,414,814,7
22.09.065883,323,03 %15,413,213,0
23.06.065529,743,28 %15,412,512,4
30.12.055408,262,13 %15,412,912,9
23.09.054882,582,31 %15,413,713,6
23.03.054317,201,91 %15,413,313,3
29.12.044247,751,89 %15,413,113,1
23.09.043905,662,06 %15,414,914,9
26.05.043867,522,12 %15,415,315,3
29.12.033952,722,02 %15,416,116,1
25.09.033326,272,40 %15,418,715,9
12.06.033219,472,45 %15,416,814,8
10.04.032697,103,24 %15,413,411,7
27.12.022840,002,93 %15,410,99,8
27.09.022918,902,87 %15,412,911,8
26.07.023579,002,37 %15,415,614,1
26.06.024099,052,07 %15,417,116,2
25.01.025156,332,02 %15,421,819,6
Erläuterungen zur Tabelle finden Sie in den

24 Mitglieder haben dieses Jahr ihre Dividende erhöht. Inzwischen kam es auch zur Dividendenzahlung bei MAN. Die Erhöhungen waren zum Teil massiv. Ein Mitglied, die DT.TELEKOM, hat ihre Dividende leicht gesenkt. Nur COMMERZBANK (Anteil am DAX® 1,41 % - hat wegen massiver Kapitalerhöhung deutlich an Gewicht zugelegt) zahlt immer noch keine Dividende. Die Dividendenrendite ist mit 4,6 %, angesichts der Renditen auf dem Anleihe- und Geldmarkt, ungewöhnlich hoch. Damit es nächstes Jahr auch so einen Dividendenregen geben kann, darf die wirtschaftliche Entwicklung nicht abstürzen. Wahrscheinlich ist, bei der aktuellen Gemengelage, jedoch eher mit einer mehr oder weniger deutlichen Abkühlung zu rechnen. In der zweiten Jahreshälfte 2010 und im ersten Quartal in diesem Jahr hatten wir ein fulminantes Wachstum. Klar war, dass es nicht so weiter gehen kann. Die Krise ist weitgehend abgearbeitet und wir kehren zu "normaleren" Zeiten zurück. Dabei wird die wirschaftliche Entwicklung, wegen der Vollbremsung im Rahmen der Lehman-Pleite, wesentlich volatiler werden. Dies haben viele Zukunftsprognostiker, die sowieso meistens daneben liegen, noch nicht berücksichtigt. Diese Prognosen, wie auch manche Stimmungsindikatoren, sind also mit äußerster Vorsicht zu genießen. Letztere spiegeln meistens die Kursentwicklung und weniger die reale Welt.

Der Anteil der 10 größten Aktiengesellschaften im DAX® schrumpfte. SIEMENS eroberte sich wieder die Spitze und verdängte BASF. Der Anteil der Titanen beträgt jetzt 65,95 %. Das Gewicht der Technologie (DT.TELEKOM + INFINEON TECH. + SAP + SIEMENS = 23,47 %) legte dagegen zu. Die undurchsichtige Finanzbranche (ALLIANZ, COMMERZBANK, DEUTSCHE BANK, DEUTSCHE BOERSE, MUENCH.RUECKVERS.) schrumpfte weiter. Ihr Anteil am DAX® beträgt nur noch 17,01 % und hat ein gewichtetes KGV von 5,88. In dem gegenüber dem DAX® wesentlich besseren KGV spiegelt sich das Misstrauen der Spekulanten gegenüber der Finanzbranche und das Misstrauen innerhalb der Finanzbranche.

In den USA wird die Stagnation oder sollte man schon besser sagen Stagflation immer mehr zur Gewissheit. Das trübt die Stimmung erheblich und könnte die noch recht ansprechend laufende Weltwirtschaft außerhalb den USA negativ beeinflussen. Die Gefahr, dass auch eine Rezession in den USA auch statistisch, trotz allen hedonistischen Verfälschungen, festgestellt wird, ist relativ groß. Auch die Versuche ein neues Konjunkturprogramm zu installieren kann man wohl eher unter Wahlkampf buchen. Die Republikaner werden weder Steuererhöhungen noch einer zusätzlichen Ausweitung der Neuverschuldung zustimmen. Der Hauspreisverfall ist noch nicht zum Stillstand gekommen und die wirkliche Arbeitslosigkeit (inklusive Langzeitarbeitslosen) steigt weiter an. Auch die Regionen sind überschuldet, die Privatleute sowieso. Der Konsum wird also nicht deutlich zulegen können. Die Verelendung schreitet weiter voran.

Die Auftragslage in der deutschen Industrie ist noch gut und vieles spricht dafür, dass dies ein gutes Jahr werden könnte. Auch in Asien läuft die Wirtschaft noch recht ansprechend. Das Wachstum war im 2. Quartal nur noch minimal. Allerdings war das Wachstum in der €urozone leicht besser als in Deutschland, ja sogar Spanien schloss besser ab. Die Wahrscheinlichkeit einer Abkühlung ist also wesentlich größer als die einer Rezession. Bekanntlich machen die Kurse die Nachrichten und nicht umgekehrt. Deshalb überschlägt sich momentan die Fachjournaille mit düsteren Ausblicken. Kaum steigen die Kurse wieder, wird in die andere Richtung übertrieben. Auch weil es in den USA relativ schlecht läuft, "darf" es in anderen Gegenden nicht besser laufen. Es gilt nämlich mit allen Mitteln von der desolaten Lage in den USA abzulenken. Ansonsten könnte noch jemand auf die Idee kommen, dass es dort nicht wesentlich besser als in Griechenland aussieht. Sicherlich kann die momentan schlechte Aktienpreisentwicklung auf die Stimmung der Verbraucher abfärben. Damit ist allerdings eher in den USA als bei uns zu rechnen. Deshalb wird die "€urokrise" hochgespielt. Die aufgeblasenen Rohstoffpreise bleiben allerdings die wirkliche Gefahr für die Weltwirtschaft. Eine Rezession in 2012 bei uns ist vorstellbar aber alles andere als gesichert.

Der US-$ will nach Hause

I/B/E/S hat die Gewinnschätzungen nur wenig verändert. Während die Kurse seit unserer Juni-Bewertung um insgesamt 22,20 % einbrachen, ging das KGV im gleichen Zeitraum um 24,07 % zurück. Mit einem KGV deutlich unter 10 ist der DAX® eindeutig "billig". Dabei halten sich die Zykler noch ansprechend während die Finanzbranche und die Versorger stark abgetaucht sind. Bezüglich der Finanzbranche herrscht ein gesundes Misstrauen und die Versorger haben zum Teil groß Geld im Ausland verbrannt und die Energieversorger verlieren ihre Gelddruckmascheine "Atomkraft" und werden immer stärkere Konkurrenz durch regionale Firmen wie z.B. Stadtwerke bekommen. Die Aussichten für beide Bereiche sind also nicht rosig. Wenn man der Meinung ist, dass es jetzt ein guter Zeitpunkt ist wieder einzusteigen, steht man vor der Frage, ob man einzelne Aktien oder den gesamten Index kaufen soll? Kauft man den gesamtenm Index nimmt man an, dass sich die Finanzbranche auf mittlere Sicht überproportional erholen wird. In der momentanen Lage kann man selbstverständlich auch mit weiteren starken Kursverlusten rechnen. Nicht übersehen sollte man dabei allerdings die US-Aktienmärkte. Sie sind immer noch bestimmend und bei weitem nicht so stark wie der DAX® abgetaucht und wirken eindeutig unentschlossen. Während es im Aufstieg zu immer stärkeren US-Investments in den DAX® kam, erleben wir momentan eine Flucht der US-Amerikaner. Zwischen Schwarz und Weiß gibt es auch noch alle möglichen Grautöne. Jeder muss selbst entscheiden und keiner kennt mit ausreichender Gewissheit die Zukunft.

DAX®-Verlauf

Entwicklung des DAX®

Der überwiegende Anteil des Handels an den Aktienbörsen wird heute maschinell gesteuert. Diese Computersysteme sind im Regelfall in den Börsen installiert, es kommt auf Millisekunden an. Da gibt es die sogenannten HFT-Automaten, welche in der Praxis private Transaktionssteuerautomaten darstellen. Sie mogeln sich in laufende Handelsaktionen ein und verteuern den Handel. Eigentlich stellen sie eine Manipulation dar. Dann gibt es noch die Trendfolgeautomaten, auch Algo-Automaten genannt. Sie versuchen Auffälligkeiten zu erkennen und diese auszunutzen. Man nennt sie Trendfolgeautomaten, weil sie Trendwechsel oft nur sehr schwer und oft verspätet erkennen und in diesen Phasen fleißig Geld verbrennen. Deshalb müssen in diesen Phasen "Richtungshebel oder Austaste" von Menschen bedient werden. Existierende Trends werden von diesen Automaten erheblich verstärkt und können so, gerade im Abstieg die Gefahr von Crash's erheblich erhöhen. Da es technisch unmöglich ist, dass alle Automaten prinzipiell gewinnen, kommt es gerade beim Trendwechsel immer zu größeren Verlusten. Dann werden plötzlich Eigenhandelsabteilungen der Banken geschlossen und man schreibt verschämt größere Summen ab. Zusätzlich gibt es noch die großen Zockerabteilungen in den Investmentbanken und in ihren verschwägerten Hedgefonds menschliche "Pokerspieler". Auch von diesen werden beim Trendwechsel oft manche so stark erwischt, dass die Verluste nicht mehr kaschierbar sind. Dann hat angeblich wieder ein Zocker seine Zuständigkeiten kriminell überschritten. Im Zusammenhang mit Gewinnen werden derartige Verletzungen der Regeln komischerweise nie publik.

Allen größeren Marktteilnehmern ist bewusst, wie eng die Ausgangstür ist durch die man im Ernstfall durch muss. Auch wollen viele kleinere Spekulanten sich gegen größere Verluste absichern und installieren automatische Verkaufsmarken. Zusätzlich werden von den Banken noch viele "Sicherheitsprodukte" verkauft. Alle glauben eben, mit der richtigen Methode mit Aktien (und mit anderen Vermögensklassen) zwangsweise Geld verdienen zu können, was natürlich ein Aberglaube ist. Diese Sicherheitsfanatik erhöht die Brutalität der Trendwechsel, besonders den nach Süden erheblich. So war der aktuelle Absturz der schnellste in der DAX®-Geschichte und wir werden, wenn nicht gegengesteuert (Regulierung) wird, noch wesentlich brutalere Abstürze erleben.

Der aktuelle Trendwechsel wurde eingeläutet als sich bei vielen Marktteilnehmern die Gewissheit verfestigte, dass es um die Wirtschaft in den USA schlecht steht. Auch viele Großen wurden inklusive ihren Automaten auf dem linken Fuß erwischt und werden diesmal schlechte bis sehr schlechte Ergebnisse im Eigenhandel vorlegen müssen. Auch das verzweifelte Hochtreiben der Kurse in der Woche vor dem Hexensabbat zeigt wie viele falsch positioniert waren. Im Absturz wurde dann wieder die €urozone als Schuldiger ausgemacht und wenn es aufwärts geht hat irgendjemand telefoniert oder im mittleren Westen der USA wurden mehr Kühe gezählt. Sehr schnell kommt man dann wieder zur bösen €urozone zurück weil es wieder abwärts geht. Nicht die Ursache erzeugt die Wirkung sondern eher kann die Wirkung die Ursache erzeugen. Viel Spaß beim Nachrichtenlesen. Bezüglich der Börse kann man sich das Geld für den Kauf der Blätter allerdings sparen - ein sicherer Gewinn.

Werden wir weiter nach Süden marschieren oder steht eine deutliche Erholung an? Das weiß letztendlich keiner und deshalb auch baer45 nicht. Eine sehr deutliche Abkühlung der Weltkonjunktur kommt frühestens 2012. Aber angeblich nimmt die Börse wichtige Ereignisse voraus. Also fällt sie deshalb ins bodenlose oder verpennt sie wie so oft wichtige Entwicklungen? In den USA ist, außer mit statistischen Ausreißern die sich kaum real abbilden, nicht mit einer wirklichen Erholung zu rechnen. Sie degenerieren und vegetieren, unabhängig von Aktionen der Fed und Sprüche von Obama, weiter vor sich hin. Andere große Risiken bleiben:

  1. Wird der weitere wirtschaftliche Verfall der USA von den Märkten antizipiert oder reichen einige Scheinaktivitäten der Fed, verbunden mit weiterer Geldflutung, um die Märkte zu drehen?
  2. Kommt es wirklich zu der von vielen befürchteten weltweiten Rezession die zu weiteren Problemen bei manchen Schwachen und Kranken führen würde?
  3. Wird man demnächst Griechenland aufgeben? Welche Kollateralschäden werden daraus entstehen?
  4. Wird die eine oder andere Großbank Pleite gehen?
  5. Destabilisiert sich die Welt weiter und es kommt zu größeren heißen Konflikten?
  6. Die Währungsmärkte können jetzt, aber auch erst in 10 Jahren oder zu einem anderen Zeitpunkt, für einen Zusammenbruch des Finanzsystems sorgen. Bis jetzt sieht es auf diesem Felde eher nach Krieg als nach kooperativen Verhinderungsaktionen aus.
  7. ...

Entscheiden sie selbst wie es weiter geht und richten sie ihre Aktivitäten danach aus. Oft kommt es nicht so schlimm wie es am Horizont droht. Manchmal kommt überraschend ein starkes negatives Ereignis mit dem keiner gerechnet hatte.

Rangfolge - Dividendenstrategie (Burr/Graham)

Die Kandidaten:

Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht genießen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die Lektüre von Bärische Warnungen unter Strategien.

RangCodeNameDividendenrendite
1RWERWE AG ST O.N.13,70 %
2EOANE.ON AG NA9,60 %
3DTEDT.TELEKOM AG NA8,23 %
4MUV2MUENCH.RUECKVERS.VNA O.N.7,29 %
5ALVALLIANZ SE VNA O.N.6,73 %
6DPWDEUTSCHE POST AG NA O.N.6,33 %
7LHALUFTHANSA AG VNA O.N.5,40 %
8DAIDAIMLER AG NA O.N.5,08 %
963DUDEUTSCHE BOERSE Z.UMT.4,82 %
10BASBASF SE NA O.N.4,64 %

Die Bewerber:

RangCodeNameDividendenrendite
11MEOMETRO AG ST O.N.4,51 %
12SIESIEMENS AG NA3,85 %
13BAYNBAYER AG NA3,79 %
14MANMAN SE ST O.N.3,40 %
15DBKDEUTSCHE BANK AG NA O.N.2,99 %

Anleger in andere Varianten der Dividendenstrategie, können sich diese sehr einfach aus obigen Tabellen zusammenstellen. "Top 12" entspricht Rang 1 bis 12. "Top 5" entspricht Rang 1 bis 5.

Rangfolge - Dogs of the ... - Low Five (O'Higgins)

Die Kandidaten:

Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht genießen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die Lektüre von Bärische Warnungen unter Strategien.

RangCodeNameKurs
1DTEDT.TELEKOM AG NA8,501
2DPWDEUTSCHE POST AG NA O.N.10,270
3LHALUFTHANSA AG VNA O.N.11,110
4EOANE.ON AG NA15,620
5RWERWE AG ST O.N.25,540

Die Bewerber:

RangCodeNameKurs
6DAIDAIMLER AG NA O.N.36,395
763DUDEUTSCHE BOERSE Z.UMT.43,610
8BASBASF SE NA O.N.47,430

Rangfolge nach Gewicht

RangCodeNameGewicht
1SIESIEMENS AG NA9,85 %
2BASBASF SE NA O.N.9,09 %
3SAPSAP AG O.N.6,98 %
4BAYNBAYER AG NA6,82 %
5DAIDAIMLER AG NA O.N.6,80 %
6ALVALLIANZ SE VNA O.N.6,30 %
7EOANE.ON AG NA6,21 %
8DTEDT.TELEKOM AG NA5,23 %
9DBKDEUTSCHE BANK AG NA O.N.4,84 %
10BMWBAY.MOTOREN WERKE AG ST3,83 %

Kurzer Blick auf den Chart

Es gibt einfache und schwierige Phasen an der Aktienbörse. In dem einen Fall kann man kaufen, sich zurücklehnen und dem Depot beim Wachsen zuschauen. Dann wiederum muss man mit der ausreichend richtigen Wahl des richtigen Zeitpunktes ein- und aussteigen oder man bleibt in dieser Zeit dem Aktienmarkt grundsätzlich fern. Betrachtet man die längerfristige Entwicklung unserer Blue-Chip-Aktien erkennt man, dass zwischen den Sechzigern bis Anfang der Achtziger, also über 20 Jahre lang, kein Blumentopf mit Kaufen und Halten zu gewinnen war. Mit dem immer stärkeren Wirken der Babyboomer im Wirtschaftsleben, kam es vom Ende der letzten Ölkrise bis zum Jahre 2000, mit dem Platzen der TMT-Blase (Technologie, Medien und Telekommunikation), zu einer sogenannten einfachen Phase. Seitdem ist wieder alles anders. Der Übermut während dem Wachstum durch die Babyboomer und die damit einhergehende ideologische Verblendung brachten unser Finanzsystem und unser Geld an den Abgrund. Man war der Überzeugung, es reichte mit Geld Geld zu machen. Reale Arbeit war zweitrangig. Man glaubte sogar, die Alterssicherung der Babyboomer über diesen Weg stützen zu können.

DAX-Historie
Index in Punkten (Schlusswerte an Handelstagen, gerundet)
Angelehnt an einen Chart aus SPIEGEL ONLINE vom 16.09.2011

Man war nicht bereit die Auswirkungen und die notwendigen Heilungsprozesse wegen des Platzens der TMT-Blase zu akzeptieren und versuchte mit "billigem" Geld alles ungeschehen zu machen. Das billige Geld schaffte relativ schnell die nächste, noch mächtigere Blase, die Immobilienblase in den USA, Großbritannien, Irland und Spanien. Dabei wurden besonders die US-Immobilienkredite undurchsichtig verpackt, kriminell bewertet und weltweit verkauft. Beim Platzen mussten weltweit Banken und andere Finanzkonzerne durch die Staaten gerettet werden. Das führte die schon zu stark verschuldeten Staaten in die Überschuldung. Und noch immer gibt es nicht wenige "Fachleute", besonders stark in den USA vertreten, die glauben mit weiterer Verschuldung alles ungeschehen machen zu können. Zu guter Letzt streben inzwischen die ersten Babyboomer den Ruhestand an und wollen ihre Ersparnisse verkonsumieren. Die Vermögensauflösungen werden noch stark ansteigen. Bei diesem Prozess wird mancher überrascht sein, wie "gut" die private Alterssicherung funktioniert hat. Anfänglich kann man noch etliches zukleistern, ewig halten die Tapeten allerdings nicht an den potemkinschen Finanzgebäuden.

Trotz allen dunklen Wolken am Himmel wünscht baer45 allen Lesern einen genussreichen Herbst und eine glückliche Hand beim Vermehren des virtuellen Geldes. Alles ist nur halb so schlimm. Immerhin kostet der DAX® noch das was er schon 1999 gekostet hat (ohne Berücksichtigung der Inflation).

Wiesn
 
Wir sollten deshalb das Oktoberfest besuchen und uns die Welt noch schöner trinken. Prosit!
 

25.09.2011: Ergänzung
 
Zu Aktien kaufen und sich dann schlafen legen und hoffen man hätte die Beste aller Anlagen getätigt gibt es noch andere Erkenntnisse. Manche meinen, klassische Staatsanleihen oder andere Geldanlagen wie z.B. Bundesschatzbriefe, brächten eine zu geringe Rendite. Denen sei ein Artikel von Steve Johnson über eine Untersuchung der Deutschen Bank ans Herz gelegt. Man muss ja nicht den dort ausgesprochenen Anlageempfehlungen folgen. Derartige Entscheidungen muss man immer selber treffen.


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