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Die Börse lenkt die Gedanken eines Analysten

20.03.2012: DAX®-Bewertungen

Bewertung zum 16.03.2012

Ein Loch ist im Eimer ...
Die Danaiden
(John William Waterhouse, 1903)
 

Die Danaiden sind in der griechischen Mythologie die fünfzig Töchter des Ahnherrn der Griechen, des Königs von Libyen, Danaos, die auf Befehl ihres Vaters alle - bis auf Hypermnestra - in der Brautnacht ihre jungen Ehemänner, die Söhne des Aigyptos, töteten. Als Strafe mussten sie im Tartaros Wasser in ein durchlöchertes Fass schöpfen, weshalb heute unter Danaidenarbeit nutzlose, mühsame Arbeit verstanden wird. (aus Wikipedia, ebenso nebenstehendes Bild)

Der griechische Staat hat keine funktionierende Verwaltung, eine Finanzverwaltung die so konstruiert ist, dass sie chancenlos sein muss und eine Überregulierung um alle möglichen Pfründe zu sichern. Breite Teile der Bevölkerung und die Führungseliten haben das so gewollt und wollen es mehrheitlich immer noch. Man könnte es auch als breite Staatsablehnung definieren, eine kulturelle Tradition die noch aus dem Widerstand gegen die osmanische Kolonisierung herstammt. Wie will man so einem Land helfen? Wenn zu stark von außen hineingeredet wird, wird das als erneute Besatzung aufgefasst. Wirtschaftliche Förderung würde größtenteils im riesigen Korruptionsapparat versickern. Die jetzige Regierung beugt sich zwar allen Wünschen seitens den helfenden europäischen Partnern, zur Ausführung kommt, außer Ausgabenkürzungen, praktisch nichts.

Der "freiwillige" Haarschnitt der Schulden bei den Privaten ist praktisch gelungen. Die Gesamtverschuldung sollte sich damit auf ca. 120 % von BIP reduzieren. Da strukturelle Reformen kaum gelingen werden, wird das BIP weiter sinken und die Schulden weiter stark ansteigen, auch absolut. Von den jetzt genehmigten neuen Hilfen wird ein Großteil zu den Gläubigern zurück fließen und der Rest in dunklen Kanälen verschwinden. Eine wirkliche Danaidenarbeit, ein Fass ohne Boden. Im April oder Mai soll es Neuwahlen in Griechenland geben. Nicht unwahrscheinlich ist eine Mehrheit, welche die jetzigen Sparbeschlüsse ablehnt oder es kommt zu überhaupt keiner Regierung mehr. Auch schwindet in Nordeuropa in der breiten Bevölkerung die Bereitschaft zu helfen, so wie der Schnee in der Frühlingssonne. Spätestens im Herbst wird man feststellen, dass Griechenland erneut nicht "liefern kann", dass es strukturell keinen Schritt weiter gekommen ist. Die Staatspleite ist also nah. Ob man erstmals nur die Staatshilfen einstellen wird und das griechische Finanzsystem noch am Leben hält und dieses erst in einem dritten Schritt zugrunde gehen lassen wird, werden wir sehen. Wahrscheinlich fehlt der Mut abrupt Schluss zu machen, man überblickt die potentiellen Kollateralschäden nicht wirklich. Ob Griechenland dann die EU und damit Eurozone verlassen wird, ist ziemlich unerheblich. Auch wenn eine neue Drachme eingeführt werden sollte, wird in Griechenland weiter mit Euro bezahlt werden. Früher nutzte man in dieser Gegend den Maria-Theresien-Taler, heute ist es der €uro. Die Bevölkerung wird schon aus Tradition dabei bleiben den Staat abzulehnen und auch die Finger von der wertlosen neuen Drachme lassen.

Trotz angeblich gefährdeter weltwirtschaftlicher Lage und täglich drohender Griechenpleite mit einem angeblich einhergehendem Zusammenbruch der €urozone konnte nichts den Anstieg nach Norden bei den Aktienpreisen dämpfen. So legte der DAX® seit Jahresanfang um 21,35 % zu, eine einmalige Entwicklung seit seiner Gründung 1988. Auf Jahressicht waren es +7,40 %. Alles auf Basis von Tagesschlusskursen. Die Stimmung hellt sich seit Ende Januar wieder deutlich auf. Aktuell stehen 53 % Bullen 28 % Bären gegenüber. (Quelle: Cognitrend). Die steigenden Kurse haben maßgeblich zur Stimmungserholung beigetragen, eine Euphorie steht allerdings noch aus. Die allgemeine Verunsicherung ist eben noch nicht restlos verflogen.

Ausgangsdaten

Basis sind die Xetra®- Schlusskurse vom 16.03.2012. Die Kurse und das jeweilige Gewicht einer Aktie im DAX® sind von der Deutschen Börse. Die Dividenden mit denen die berechnet wird sind den jeweiligen Firmenmitteilungen entnommen. Das aktuelle der Aktien ist aus der Süddeutschen Zeitung (aktuelle Schätzungen von I/B/E/S). Die Zahlen zur sind von der Deutschen Bundesbank. Die DAX®-Bewertung wird gewichtet ausgeführt ( siehe ). D.h., eine Aktie mit sehr großer Marktkapitalisierung geht stärker in das Ergebnis ein als eine Aktie mit einer weit geringeren Marktkapitalisierung. Seit dem 24.06.2002 wird dabei nur noch der sogenannte frei handelbare Anteil berücksichtigt. Dieser Anteil wird regelmäßig überprüft und verändert damit ebenso wie der Kurs das Gewicht der Aktie im DAX®. Weitere Regeländerungen bezüglich Gewichtung und frei handelbarem Anteil gab es im Oktober und November 2008.

CodeNameISINKursDividendeKGVGewicht
1ADSADIDAS AG NA O.N.DE000A1EWWW059,1000,80161,99 %
2ALVALLIANZ SE VNA O.N.DE000840400594,0004,5086,83 %
3BASBASF SE NA O.N.DE000BASF11167,9802,201210,03 %
4BMWBAY.MOTOREN WERKE AG STDE000519000373,0201,30113,77 %
5BAYNBAYER AG NADE000BAY001754,3501,50117,22 %
6BEIBEIERSDORF AG O.N.DE000520000048,6500,70250,78 %
7CBKCOMMERZBANK AG O.N.DE00080320041,9580,0061,21 %
8DAIDAIMLER AG NA O.N.DE000710000047,2301,85106,80 %
9DBKDEUTSCHE BANK AG NA O.N.DE000514000838,6700,7575,62 %
10DB1DEUTSCHE BOERSE NA O.N.DE000581005550,0102,10111,44 %
11DPWDEUTSCHE POST AG NA O.N.DE000555200414,1500,65121,91 %
12DTEDT.TELEKOM AG NADE00055575088,8720,70134,21 %
13EOANE.ON AG NADE000ENAG99918,6351,50115,70 %
14FMEFRESEN.MED.CARE KGAA STDE000578580251,4100,65131,72 %
15FREFRESENIUS SE+CO.KGAA O.N.DE000578560477,4500,86151,45 %
14HEIHEIDELBERGCEMENT AG O.N.DE000604700444,4350,25141,00 %
17HEN3HENKEL AG+CO.KGAA VZODE000604843252,9300,72151,48 %
18IFXINFINEON TECH.AG NA O.N.DE00062310047,5980,12201,34 %
19SDFK+S AG NA O.N.DE000KSAG88839,1051,00101,08 %
20LINLINDE AG O.N.DE0006483001133,7002,20173,67 %
21LHALUFTHANSA AG VNA O.N.DE000823212510,4900,60170,77 %
22MANMAN SE ST O.N.DE000593700796,2002,00170,96 %
23MRKMERCK KGAA O.N.DE000659990581,9901,25110,85 %
24MEOMETRO AG ST O.N.DE000725750331,1751,3590,65 %
25MUV2MUENCH.RUECKVERS.VNA O.N.DE0008430026116,0006,2582,97 %
26RWERWE AG ST O.N.DE000703712936,9003,5092,86 %
27SAPSAP AG O.N.DE000716460054,5100,60187,88 %
28SIESIEMENS AG NADE000723610179,7103,00119,25 %
29TKATHYSSENKRUPP AG O.N.DE000750000120,4950,45111,29 %
30VOW3VOLKSWAGEN AG VZO O.N.DE0007664039141,2502,2683,26 %

Im Februar 2010 stellte die DEUTSCHE BÖRSE die börsentägliche allgemein zugängliche Veröffentlichung der Gewichte der DAX®-Teilnehmer ein. Allgemein verfügbar sind diese Daten jetzt nur noch von den sogenannten Verkettungstagen. Diese sind der jeweils dritte Freitag im letzten Monat eines Quartals. Die Bewertungen finden seitdem immer nur auf Basis dieser Daten statt. Veröffentlicht werden diese Daten immer an dem Abend, dem Verkettungstag folgenden Börsentag. Seit unserer Jahresendbewertung 2011 hat sich, außer der Rallye bei den Aktienkursen, nur wenig geändert. Sie ist in ihren Aussagen weiter gültig. Die jetzige Bewertung ist deshalb kompakter.

Umlaufrendite

Entwicklung der Umlaufrendite

Die große Angst und der damit einhergehende massive Zustrom von Geld aus dem Ausland ließ die Umlaufrendite auf Rekordtiefs sinken. Momentan hat Griechenland für kurze Zeit die Bühne verlassen und es trat eine Beruhigung ein. Sofort stieg die Umlaufrendite an. Was an Kursverlusten droht, wenn die Beruhigung nachhaltiger werden sollte kann man aus dieser Tabelle entnehmen. Nur eine nachhaltige Deflation würde die jetzigen Renditen rechtfertigen. Angst war und ist eben selten ein guter Ratgeber.

Inflation

Die jährliche Inflationsrate im €uroraum betrug im Februar 2012 2,7 %, unverändert verglichen mit dem Januar. Ein Jahr zuvor hatte sie 2,4 % betragen. Die monatliche Inflationsrate betrug im Februar 2012 0,5 %. Die hauptsächlichen Preistreiber waren Heizmittel, Treibstoffe, Lebensmittel und deutliche Erhöhungen von verschiedenen Verbrauchssteuern in etlichen Mitgliedsländern. Bei uns lag die jährliche Inflationsrate bei 2,5 % (alle Daten von Eurostat). Sie liegt deutlich über der Zweiprozentmarke und die Leitzinsen sind eindeutig zu niedrig! Wegen statistischen Basiseffekten (man nimmt an, dass die Energiepreise nicht weiter steigen werden) soll die Inflationsrate sinken. Sie ist auch leicht gesunken, aber bis jetzt bei weitem unter den Erwartungen. Die Rohstoffinflation zieht nämlich lustig weiter ihre Runden und der €uro tendiert eher nach Süden als nach Norden. Wir haben also momentan einen schädlichen negativen Realzins. Er beträgt fast -2 %. Die Binnenkonjunktur ist bei uns noch sehr gut und die Beschäftigung hoch. Sowohl in den Sozialkassen als auch in den Steuerkassen klingelt es heftig. Deshalb nimmt der Index der Verbraucherpeise bei uns auch nicht ab sondern steigt wieder. Die Angst vor der Geldentwertung und die Angst um den €uro im allgemeinen, einhergehend mit zu niedrigen Zinsen lassen bei uns die Bautätigkeit explodieren. Die Neuanträge auf Baugenehmigungen haben auf Jahressicht um über 21 % zugenommen. Die Immobilienpreise in vielen Ballungsgebieten, besonders im Süden der Republik, explodieren und die Mieten ziehen nach. Demnächst eine Immobilienblase bei uns?

Das Bedürfnis nach "absoluter" Sicherheit ist zu groß. Die einen investieren in Gold und die anderen in Betongold. Wieder andere glauben mit dem Zocken auf Rohstoffe der Inflation entgehen zu können und treiben gerade damit die Inflation an. Ganz Konservative kaufen deutsche Staatsanleihen zu jedem Preis. Das Geld aus dem Süden Europas flüchtet nach Norden. Die Banken im Norden weigern sich den Banken im Süden noch Geld zu leihen. Damit diese nicht austrocknen, musste die EZB mit Geldflutungen helfen, während man in Nordeuropa nicht mehr weiß wohin mit dem vielen Geld. Es bestätigt sich wieder: Große Gier erzeugt Unsinn dessen Auswirkungen dann zu einer übermäßigen Vorsicht führen was wiederum beliebigen Unsinn erzeugt. Sollte es zur absoluten Katastrophe kommen, nutzen weder Gold noch Betongold das einem dann wie ein Klotz am Bein hängt. Kommt es aber nicht zur großen Katastrophe und die Lage beruhigt sich, wird man mit den vorher aufgeblasenen, angeblich sicheren Vermögensklassen nur sehr große Verluste erleiden.

Die EZB veränderte seit dem 14. Dezember 2011 den Leitzins nicht mehr. Er beträgt nun (Mindestbietungssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte des €urosystems) in der €urozone 1,00 % (für Spitzenrefinanzierungsfazilität 1,75 % und für die Einlagefazilität 0,25 %). Dem Wunsch des "Marktes", also der Finanzbranche, nach weiteren Zinssenkungen folgte sie nicht, sie ertrank aber die Banken in Liquidität. Die Zinsen für Tagesgelder und für Festgelder sind leicht gesunken. Tagesgeldzinsen liegen heute bei 1,50 %, bei wenigen Banken kann es mehr geben, bei der Mehrzahl weniger. Festgelder in einem 12-Monatsbereich erreichen manchmal mehr als 2 %. Unser Finanzminister profitiert stark von der Geldflucht aus dem Süden der €urozone in die vermeintliche Sicherheit im Norden. Seine Tagesanleihe reduzierte sich, bei höchster Sicherheit und täglichem Zinseszins, auf 0,21 %. Bei den länger laufenden Bundesschatzbriefen liegen die Renditen auf einem erneuten Rekordtief. Sie betragen momentan beim Typ A (6 Jahre) 0,82 % und beim Typ B (7 Jahre) 1,00 %. Er ist eben ein richtiger Krisengewinnler. Deutschland hat also ein Interesse dass die Krise sich hinzieht.

Umlaufrenditen und €/US-$
Diese Tabelle dokumentiert die Entwicklung seit unserer ersten Bewertung bezüglich Umlaufrendite (Anleihen, Obligationen sowie Schatzanweisungen des Bundes, seiner Sondervermögen und der Treuhandanstalt)
und dem Verhältnis des € zum US-$ zum jeweiligen Bewertungsstichtag.
 
Datum Insgesamt 3-5 Jahre 5-8 Jahre 8-15 Jahre 15-30 Jahre 1 € in US-$
16.03.12 1,66 % 0,71 % 1,36 % 1,88 % 2,67 % 1,317
30.12.11 1,46 % 0,53 % 1,16 % 1,70 % 2,43 % 1,296
16.09.11 1,73 % 0,96 % 1,45 % 1,84 % 2,70 % 1,379
17.06.11 2,66 % 1,92 % 2,42 % 2,84 % 3,58 % 1,432
18.03.11 2,86 % 2,11 % 2,72 % 3,11 % 3,66 % 1,417
30.12.10 2,51 % 1,50 % 2,30 % 2,90 % 3,49 % 1,326
17.09.10 2,17 % 1,31 % 1,97 % 2,43 % 3,11 % 1.306
18.06.10 2,22 % 1,14 % 1,95 % 2,59 % 3,37 % 1,238
19.03.10 2,75 % 1,78 % 2,54 % 3,08 % 3,87 % 1,353
30.12.09 3,02 % 2,09 % 2,78 % 3,31 % 4,12 % 1,433
25.09.09 2,99 % 2,12 % 2,76 % 3,27 % 4,06 % 1,470
27.03.09 2,93 % 2,08 % 2,67 % 3,13 % 4,15 % 1,326
30.12.08 2,86 % 2,26 % 2,60 % 2,91 % 3,73 % 1,407
26.09.08 4,24 % 3,94 % 4,09 % 4,18 % 4,80 % 1,458
20.06.08 4,74 % 4,75 % 4,72 % 4,66 % 4,81 % 1,563
28.12.07 4,34 % 4,16 % 4,24 % 4,34 % 4,66 % 1,472
22.06.07 4,64 % 4,55 % 4,61 % 4,62 % 4,81 % 1,346
30.03.07 4,08 % 4,01 % 4,02 % 4,03 % 4,24 % 1,336
29.12.06 3,96 % 3,91 % 3,93 % 3,94 % 4,09 % 1,320
22.09.06 3,69 % 3,58 % 3,63 % 3,68 % 3,92 % 1,278
23.06.06 3,97 % 3,73 % 3,90 % 4,01 % 4,34 % 1,251
30.12.05 3,22 % 3,00 % 3,14 % 3,25 % 3,57 % 1,183
23.09.05 2,88 % 2,44 % 2,74 % 2,97 % 3,50 % 1,208
23.03.05 3,49 % 3,00 % 3,39 % 3,66 % 4,16 % 1,298
29.12.04 3,41 % 2,88 % 3,27 % 3,57 % 4,22 % 1,359
23.09.04 3,70 % 3,10 % 3,56 % 3,89 % 4,55 % 1,226
26.05.04 3,97 % 3,29 % 3,83 % 4,25 % 4,95 % 1,211
29.12.03 3,94 % 3,30 % 3,86 % 4,20 % 4,87 % 1,248
25.09.03 3,77 % 3,08 % 3,62 % 4,00 % 4,64 % 1,149
12.06.03 3,27 % 2,47 % 2,98 % 3,48 % 4,48 % 1,177
10.04.03 3,94 % 3,30 % 3,86 % 4,20 % 4,87 % 1,077
27.12.02 3,93 % 3,26 % 3,78 % 4,17 % 4,86 % 1,041
27.09.02 4,12 % 3,57 % 4,00 % 4,30 % 4,92 % 0,980
26.07.02 4,52 % 4,07 % 4,48 % 4,70 % 5,16 % 0,985
26.06.02 4,73 % 4,34 % 4,65 % 4,87 % 5,21 % 0.980
25.01.02 4,74 % 4,37 % 4,71 % 4,90 % 5,27 % 0,865

Trotz massiver Propaganda gegen die €urozone steigen die Renditen bei allen Laufzeiten in den USA an. Die US-Notenbank Fed versucht mit ihrem Twist-Programm die Renditen bei Staatsanleihen mit längeren Restlaufzeiten im Zaum zu halten. Sie verkauft Papiere mit kürzeren Restlaufzeiten aus den Aufkaufprogrammen Quantitative Easing 1 (QE1: primär Immobilienpapiere) und 2 (QE2: Staatsanleihen) und kauft mit den Einnahmen Staatsanleihen mit längeren Restlaufzeiten. Sie nimmt so das große Kursverlustrisiko der Banken auf ihre Kappe. Sollte die Entwicklung so fortschreiten wird sie wohl an weiteren Quantitative Easing-Programmen nicht vorbei kommen. Momentan rentieren US-Staatsanleihen (U.S. Treasuries) bei 2 Jahren mit 0,36 %, bei 5 Jahren mit 1,11 %, bei 10 Jahren mit 2,29 % und bei 30 Jahren mit 3,41 %. In Japan haben die Renditen sich nur geringfügig verändert. 2 Jahre Restlaufzeit bringen 0,12 %, 5 Jahre 0,37 %, 10 Jahre 1,01 % und 30 Jahre 1,98 %. Durch die beiden 3-jährigen Tender zu 1 % Zins, ohne Auktion also unbegrenzt (insgesamt über 1 Billion €uro), der EZB und durch die vertrauensbildende Maßnahme der Fiskalunion und der Absage an zukünftige Umschuldungen, hat sich die Lage in der €urozone erst mal beruhigt. Die Banken im Süden sind wieder mit (EZB)Geld versorgt und so haben sich die Renditen dort stark reduziert. Spanien und Italien können sich zu wesentlich günstigeren Bedingungen finanzieren. Irland und Portugal hängen weiter am Tropf des Rettungsfonds, können sich allerdings bei kurzen Laufzeiten wieder an den Markt trauen. Auch bei den anderen Staaten aus der €urozone sind die Renditen bei Staatsanleihen durchgehend zurückgegangen.

€uro/US-$

Entwicklung des Verhältnisses €/US-$

Die Beteiligung der Privaten an der Umschuldung Griechenlands ist abgeschlossen. Dabei haben sich die Wetten auf den Ausfall von Staatsanleihen (CDS) als das herausgestellt was sie in Wirklichkeit sind: Mittel zur Verschleierung des Besitzes von Schrottpapieren. Dazu versichern sich die Finanzinstitute gegenseitig und schon stimmt die Bewertung wieder. Auch läuft die Diskussion über die Probleme seitens der sogenannten Fachpresse bezüglich TARGET2 absolut daneben und auch unsere Bundesbank flötet Unsinn in die Gegend. Zuerst stimmen unsere Vertreter in der EZB den beiden 3-Jährigen Tendern zu einem Zins von 1 % zu um sich dann später über fehlende Sicherheiten zu beklagen. Eine schweizer Zeitschrift hat einen dazu passenden Artikel veröffentlicht. Die Risiken liegen nicht in TARGET2 (Trans-European Automated Real-time Gross Settlement Express Transfer System) ist seit dem 19. November 2007 das gemeinsame Echtzeit-Brutto-Clearingsystem (RTGS) des Eurosystems (ESZB)). Es dient der schnellen Abwicklung von Überweisungen. Was früher oft eine Woche brauchte kann heute am gleichen Tag über die Bühne gehen, z.B. grenzüberschreitende Überweisungen. Die Risiken liegen in Wirklichkeit bei den erschreckend wachsenden Leistungsbilanzungleichgewichten. Diese führen dazu, dass der Norden des Kontinents in Geld ersäuft, während der Süden austrocknet. Schuld sind die andauernden Handelsungleichgewichte und die Geldflucht aus Südeuropa in den Norden.

Griechenland ist nicht über dem Berg und wird es wahrscheinlich nie sein. Damit die Chose nicht aus den Fingern gleitet findet die Pleite eben auf Raten statt. Weitere Hilfen werden im Norden bald nicht mehr politisch durchsetzbar sein, es sei denn, es geschieht ein Wunder und es gibt echte strukturelle Fortschritte. Wer mag schon daran glauben?

Etliche Staaten in der €urozone haben mit dem "Sparen" begonnen. Richtigerweise müsste man sagen, sie versuchen die Neuverschuldung zu begrenzen. Teilweise gibt es diesbezüglich Fortschritte und das bei oft schlecht laufender Wirtschaft und hoher Arbeitslosigkeit. Sehr Mutig im Vergleich zu dem was wir veranstalten. Die Wirtschaft brummt, die Arbeitslosigkeit ist so niedrig wie schon lange nicht mehr, das Geld in den Steuer- und Sozialkassen klingelt und wir bringen die Neuverschuldung nicht mal auf Null. Was machen wir wenn auch bei uns die Wirtschaft wesentlich schlechter laufen sollte? Auch haben wir von unseren Partnern den Fiskalpakt verlangt und die Regierung ist jetzt total überrascht, dass sie die Opposition für eine 2/3 Mehrheit braucht. Die SPD will jetzt auch u.a., so wie der französische sozialistische Präsidentschaftskandidat, neben dem Fiskalpakt noch einen Pakt für Wachstum und Beschäftigung. Also Verschuldung und Sparen gleichzeitig. Tolle Lösung? Sollen nur die anderen sparen und ist Sparen etwa schlecht? Glaubt wirklich noch jemand, man könnte Sünden mit gleichen Sünden heilen?

Sollte der Fiskalpakt wirklich gelingen - sicher wissen wir das erst am Ende des Jahres - wird viel Druck vom €uro abfallen. Wenn zwischenzeitlich den Problemländern sichtbare Fortschritte in der Reduzierung der Neuverschuldung gelingen sollten, wird er auch schon etwas früher aus der Schusslinie geraten. Auch wird man die Leistungsbilanzungleichgewichte angehen müssen. Die EZB, die jetzt den Problemländern Luft zum atmen gegeben hat, kann nicht dauernd versuchen mit Geldflutungen das System am Leben zu halten. Schon jetzt hat sich im Norden Kontinentaleuropas zu viel Geld angesammelt. Die Politik ist gefordert einen Zahn bei der Integration zuzulegen. Das Vertrauen zwischen dem Süden und dem Norden und der Bevölkerung des Südens zu ihren Regierungen muss unbedingt wieder hergestellt werden. Eine Währung kann nur funktionieren wenn die Bevölkerung an sie glaubt. Deshalb ist die Politik auch gefordert der angelsächsischen Antieuropropaganda entgegen zu treten. Sie verstecken sich zu stark und haben offensichtlich Angst vor den Medien. Sollte die Gesundungsphase gelingen wäre das ein Modell für die Welt. Dabei müssen wir trotzallem jederzeit mit einer bösen Überraschung bezüglich Griechenlands rechnen.

Leichtes Rohöl (WTI)

Entwicklung des Rohölpreises

Seit 2005 hat sich der Rohölpreis in US-$ mehr als verdoppelt. Auch bei vielen anderen Rohstoffen, besonders im Bereich Lebensmittel, gab es in dieser Zeit ähnliche Entwicklungen. Diese Inflation schlägt auch mehr oder weniger schnell auf die Herstellung von Maschinen und auf die Endprodukte für die Verbraucher nieder. Wenn deren Einkommen nicht mit dieser Entwicklung mithalten kann, was nachweislich in den industrialisierten Länder so ist, werden die Verbraucher "ärmer" und können sich weniger andere Produkte leisten. Essen, Heizen und zur Arbeit fahren müssen sie nun mal zwangsweise. In einer ersten Reaktion werden sie auf das Gesparte zurückgreifen oder sich etwas mehr verschulden. Kommt es aber nicht zu einer Besserung, werden sie den Konsum zurückschrauben und ihr Verhalten wieder weitgehend ihren Möglichkeiten anpassen. Der Weltwirtschaft wird das nicht bekömmlich sein. Bei uns profitieren bestimmte Exportindustrien von dieser Verlagerung der Einkommen in die rohstoffproduzierende Länder. Wir stellen die Edelkarossen für die dortigen Hochkömmlinge und die Maschinen für die dortige industrielle Entwicklung her. Gibt es allerdings einen weltwirtschaftlichen Rückschlag, wird dieses Modell auch nicht mehr funktionieren.

Auf Jahressicht gab es in US-$ keine wesentlichen Veränderungen mehr im Rohölpreis (WTI). In €uro eilen wir allerdings beim Brent Crude von einem Rekordpreis zum Nächsten. Immer wenn die Risikoaversion etwas abnimmt, versuchen die Rohstoffpreise wieder nach Norden auszubrechen. Die viel zu niedrigen Zinsen (effektiv Negativzinsen) fordern geradezu eine derartige Spekulation heraus. Wegen dem billigen Geld kann man dabei die Hebel so richtig schön anwachsen lassen.

Während sich in Nordafrika die Lage etwas beruhigt hat, droht neues Ungemach am persischen Golf. Die US-Amerikaner stocken ihre Seestreitkräfte dort schon deutlich auf. Kriegerische Auseinandersetzungen zwischen dem Iran und Israel mit Unterstützung der USA werden immer wahrscheinlicher. Sollte die Gefahr real werden, dass die Straße von Hormus für einige Zeit ausfallen könnte, würde sich das zu einer veritablen Ölkrise entwickeln und die Weltwirtschaft würde sich in der Rezession wiederfinden.

Brent Crude und WTI

West Texas Intermediate (auch WTI) ist ein leichtes, süßliches Rohöl aus den USA. Durch seinen u. a. geringen Schwefelgehalt eignet es sich besonders für die Mineralöl-Raffinierung und die Herstellung von Benzin. Der Preis pro Barrel (159 Liter) WTI-Öl entspricht in der Regel dem der leichten Nordseesorte Brent Crude, kann aber geringfügig abweichen. Die Qualität von Brent Crude ist minimal geringer. In Europa ist der Preis von Brent Crude für die Preisbestimmung bei den Mineralölprodukten wesentlich bestimmend. Lange Zeit liefen die Preise synchron. Erst als die US-Notenbank Fed und die US-Administration sich vor über einem Jahr über den hohen Ölpreis beklagten, gingen bei den Preisen die Synchronität verloren. Da beide Preise stark durch die Spekulation bestimmt werden, sei die Frage erlaubt, ob es überraschenderweise patriotische Spekulanten gibt?

Die Analysten Yasunari Inamura, Tomonori Kimata, Takeshi Kimura und Takashi Muto konnten statistisch unter anderem einen eindeutigen Zusammenhang zwischen negativen Realzinsen in weiten Teilen der Welt und steigenden Rohstoffpreisen herstellen. Die spekulativen Impulse ließen sich zudem an der in den vergangenen Jahren stark zugenommenen Anzahl an den Terminbörsen offen stehender und gehandelter Kontrakte, vieler neuer Rohstofffonds sowie einer stark zugenommenen Korrelation zwischen Portfolioumschichtungen und dem Preisauftrieb bei Rohstoffen ableiten. Die Preisentwicklung an den Rohstoffmärkten habe sich zumindest in Ansätzen von realwirtschaftlichen Angebots- und Nachfragefaktoren abgekoppelt, erklären sie.

DAX®-Ergebnis

Die Tabelle zeigt die Entwicklung vom DAX® seit der Januarbewertung 2002. Nach den aktuellen Schätzungen schreibt kein Teilnehmer im DAX® Verluste. Deshalb sind KGV(1) und KGV(2) gleich. Alle Berechnungen berücksichtigen das jeweilige Gewicht der Aktien im DAX®.

Es hat wieder Änderungen in der Aktienzusammenstellung des DAX® gegeben. Dazu die offizielle Mitteilung:

2. Februar 2012
Deutsche Börse: Die EU hat die geplante Fusion der Deutschen Börse mit der New Yorker NYSE Euronext untersagt. Die Deutsche Börse hat heute Änderungen im DAX-Index bekannt gegeben. Die zum Umtausch eingereichte Gattung der Deutsche Börse AG DEUTSCHE BOERSE Z.UMT. (ISIN DE000A1KRND6) wird durch die reguläre Deutsche Börse AG Gattung DEUTSCHE BOERSE NA O.N. (ISIN DE0005810055) im DAX ersetzt. Die Änderungen werden zum 8. Februar 2012 wirksam und ergeben sich aus der heute veröffentlichten Mitteilung hinsichtlich der Rückabwicklung des Tauschangebots aufgrund der Untersagung des Zusammenschlusses von Deutsche Börse AG und NYSE Euronext durch die EU-Kommission.

Gegen diesen Beschluss der EU will die Deutsche Börse Klage beim Gericht der Europäischen Union in Luxemburg einreichen. Diese Aktion ist also noch nicht abgeschlossen.

DatumDAX®-StandDividenden-
rendite
KGV(f)KGV(1)KGV(2)
16.03.127157,823,62 %15,410,910,9
16.12.115701,784,48 %15,49,09,0
16.09.115573,514,60 %15,48,28,2
17.06.117164,053,61 %15,410,810,8
18.03.116664,403,11 %15,410,310,3
17.12.106982,452,82 %15,410,910,9
17.09.106209,763,20 %15,411,311,3
18.06.106216,983,24 %15,412,112,0
19.03.105978,223,56 %15,412,712,6
30.12.095957,433,64 %15,413,213,1
25.09.095581,413,89 %15,415,012,9
27.03.094203,556,51 %15,49,19,1
30.12.084810,205,56 %15,48,28,2
26.09.086063,504,28 %15,410,710,6
20.06.086578,443,89 %15,410,910,8
28.12.078067,322,50 %15,412,812,8
22.06.077949,632,53 %15,415,015,0
30.03.076917,032,64 %15,413,313,3
29.12.066596,922,72 %15,414,814,7
22.09.065883,323,03 %15,413,213,0
23.06.065529,743,28 %15,412,512,4
30.12.055408,262,13 %15,412,912,9
23.09.054882,582,31 %15,413,713,6
23.03.054317,201,91 %15,413,313,3
29.12.044247,751,89 %15,413,113,1
23.09.043905,662,06 %15,414,914,9
26.05.043867,522,12 %15,415,315,3
29.12.033952,722,02 %15,416,116,1
25.09.033326,272,40 %15,418,715,9
12.06.033219,472,45 %15,416,814,8
10.04.032697,103,24 %15,413,411,7
27.12.022840,002,93 %15,410,99,8
27.09.022918,902,87 %15,412,911,8
26.07.023579,002,37 %15,415,614,1
26.06.024099,052,07 %15,417,116,2
25.01.025156,332,02 %15,421,819,6
Erläuterungen zur Tabelle finden Sie in den

Drei DAX®-Mitglieder haben dieses Jahr schon eine Dividende ausgeschüttet: THYSSENKRUPP (unverändert 0,45 €), SIEMENS (Erhöhung von 2,70 auf 3 €) und INFINEON TECH. (Erhöhung von 0,10 auf 0,12 €). Auch bei den meisten anderen Mitgliedern soll es dieses Jahr zu erhöhten Ausschüttungen kommen. COMMERZBANK zahlte letztes Jahr keine Dividende und wird auch dieses Jahr dazu kaum in der Lage sein: Gewicht 1,21 %. Wegen den stark gestiegenen Kursen ist die Dividendenrendite auf 3,62 % gefallen. Sie ist angesichts der Renditen auf dem Anleihe- und Geldmarkt immer noch ungewöhnlich hoch. Das letzte Jahr war wirtschaftlich ein starkes Jahr. Preisbereinigt lag das Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf Jahressicht bei +3 %. Im 4. Quartal hatten wir eine minimale Schrumpfung des BIP von -0,2 %. Die momentanen Aussichten sehen eher nach einer gerinfügigen Erhohlung als nach einer stärkeren Abschwächung aus. Die erhöhten Dividendenzahlungen sollten also gesichert sein. Über die wirtschaftliche Entwicklung in der 2. Jahreshälfte gehen die Meinungen sehr weit auseinander. Wir werden es also abwarten müssen.

Fast unverändert ist der Anteil der 10 größten Aktiengesellschaften im DAX®. Er beträgt momentan 67,31 %. BMW hat dabei den Platz von LINDE eingenommen. Das Gewicht der Technologie (DT.TELEKOM + INFINEON TECH. + SAP + SIEMENS = 22,68 %) nahm ab. Die undurchsichtige Finanzbranche (ALLIANZ, COMMERZBANK, DEUTSCHE BANK, DEUTSCHE BOERSE, MUENCH.RUECKVERS.) legte zu. Ihr Anteil am DAX® beträgt nun 18,07 % und hat ein gewichtetes KGV von 7,66. Die allgemein gefallene Risikoaversion hat die Spekulanten verstärkt in der Finanzbranche zugreifen lassen. Dabei schlummern dort noch immer erhebliche Risiken. Das KGV der Finanzbranche ist gegenüber den anderen DAX®-Teilnehmern immer noch erheblich niedriger. Darin spiegelt sich das Misstrauen der Spekulanten gegenüber der Finanzbranche und das Misstrauen innerhalb der Finanzbranche.

Gewinnschätzungen werden immer von der jeweiligen aktuellen Gewinnentwicklung stark beeinflusst und so hat I/B/E/S diese deutlich erhöht. Während die Kurse seit unserer Dezember-Bewertung um insgesamt 25,54 % zunahmen, nahm das KGV im gleichen Zeitraum um 21,11 % zu. Mit einem KGV von leicht über 10 ist der DAX® immer noch "billig" bewertet. Lässt man die undurchsichtige Finanzbranche außen vor, kommt man in den Bereich einer "fairen" Bewertung. In den beiden vergangenen Jahren haben wir den panikartigen Einbruch beim BIP im Rahmen der Lehman-Pleite mehr als ausgeglichen und das Wachstum wird sicherlich nicht so fulminant weiter gehen. Jährliche Wachstumsraten um die 3 % sind nicht üblich für uns. Bei vielen von unseren Handelspartnern schwächelt die Wirtschaft erheblich und wir können froh sein, wenn wir uns auf dem momentan hohen Niveau halten können (Stagnation bis minimales Wachstum), ein größeres preisbereinigtes Wachstum ist eher unwahrscheinlich. Also nicht der ideale Zeitpunkt jetzt noch den DAX® zu kaufen. Die Glücklichen, die schon vor längerer Zeit eingestiegen sind, sollten sich spätestens jetzt mit ihren Verkaufsregeln auseinander setzen. Sollte es ernsthaft runter gehen, geht es nach anfänglichem Zucken brutal schnell abwärts.

DAX®-Verlauf

Entwicklung des DAX®

Zum Sommerausklang 2011 setze die Wende, nach einem brutalen Absturz, unter großer Volatilität ein. Mit deutlich besseren Indikatoren zur US-Wirtschaft, der bedingungslosen Stützung des Finanzsystems der €urozone durch die EZB und sichtbaren Fortschritten beim Fiskalpakt ging es dann, wie am Schnürchen gezogen, einmalig schnell mit geringen Umsätzen nach Norden. Diese Entwicklung übt großen Einstiegsdruck auf manchen Vermögensverwalter aus und nicht wenige Bären verbrennen sich laufend in größeren Short Squeezes (massive Leerverkäufe müssen bei Angebotsknappheit glattgestellt werden) ihre Tatzen. In dem momentanen Antiegstempo sind neue Allzeithochs nicht ausgeschlossen, es kann demnächst aber auch schon brutal abstürzen. An der Umgebung dazu hat sich nichts Wesentliches verändert. Es gilt unverändert das in der Dezember-Bewertung Gesagte, nur zwischenzeitlich stehen wir deutlich höher.

Rangfolge - Dividendenstrategie (Burr/Graham)

Die Kandidaten:

Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht genießen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die Lektüre von Bärische Warnungen unter Strategien.

RangCodeNameDividendenrendite
1RWERWE AG ST O.N.9,49 %
2EOANE.ON AG NA8,05 %
3DTEDT.TELEKOM AG NA7,89 %
4LHALUFTHANSA AG VNA O.N.5,72 %
5MUV2MUENCH.RUECKVERS.VNA O.N.5,39 %
6ALVALLIANZ SE VNA O.N.4,79 %
7DPWDEUTSCHE POST AG NA O.N.4,59 %
8MEOMETRO AG ST O.N.4,33 %
9DB1DEUTSCHE BOERSE NA O.N.4,20 %
10DAIDAIMLER AG NA O.N.3,92 %

Die Bewerber:

RangCodeNameDividendenrendite
11SIESIEMENS AG NA3,76 %
12BASBASF SE NA O.N.3,24 %
13BAYNBAYER AG NA2,76 %
14SDFK+S AG NA O.N.2,56 %
15TKATHYSSENKRUPP AG O.N.2,20 %

Anleger in andere Varianten der Dividendenstrategie, können sich diese sehr einfach aus obigen Tabellen zusammenstellen. "Top 12" entspricht Rang 1 bis 12. "Top 5" entspricht Rang 1 bis 5.

Rangfolge - Dogs of the ... - Low Five (O'Higgins)

Die Kandidaten:

Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht genießen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die Lektüre von Bärische Warnungen unter Strategien.

RangCodeNameKurs
1DTEDT.TELEKOM AG NA8,872
2LHALUFTHANSA AG VNA O.N.10,490
3DPWDEUTSCHE POST AG NA O.N.14,150
4EOANE.ON AG NA18,635
5MEOMETRO AG ST O.N.31,175

Die Bewerber:

RangCodeNameKurs
6RWERWE AG ST O.N.36,900
7DAIDAIMLER AG NA O.N.47,230
8DB1DEUTSCHE BOERSE NA O.N.50,010

Rangfolge nach Gewicht

RangCodeNameGewicht
1BASBASF SE NA O.N.10,03 %
2SIESIEMENS AG NA9,25 %
3SAPSAP AG O.N.7,88 %
4BAYNBAYER AG NA7,22 %
5ALVALLIANZ SE VNA O.N.6,83 %
6DAIDAIMLER AG NA O.N.6,80 %
7EOANE.ON AG NA5,70 %
8DBKDEUTSCHE BANK AG NA O.N.5,62 %
9DTEDT.TELEKOM AG NA4,21 %
10BMWBAY.MOTOREN WERKE AG ST3,77 %

Kurzer Blick auf den Chart

Lang andauernde übergeordnete Bärenmärkte sind nichts außergewöhnliches. Und wir befinden uns seit dem Jahr 2000 wieder eindeutig in einem solchen Markt. Während der erste derartige Markt nach dem Weltkrieg in den USA, je nach betrachtetem Index, 12 bis 19 Jahre dauerte (Dow Jones Industrial Average (DJIA) von 1964 - 1983), befanden sich im gleichen Zeitraum die Deutschen Blue Chip-Aktien von 1961 bis 1983, also ca. 22 Jahre, in einem derartigen Markt. Heute versucht unser DAX® im wesentlichen die Bewegungen des S&P500 unter höherer Volatilität nachzuäffen und das wird auf absehbare Zeit sehr wahrscheinlich auch noch so bleiben. Der S&P500 muss also dem DAX® aus dem Bärenmarkt heraus helfen.

S&P500 - Historie

Man darf jetzt nicht den Fehler machen und glauben diese übergeordneten Bärenmärkte würden im Regelfall eine gleiche Dauer haben. Es kommt immer auf die Umstände an die zu diesem Markt geführt haben und ob sich Umstände abzeichnen die uns aus einem derartigen Markt herausführen könnten. Ein kurzer Abriss:

  • Das Währungssystem von Bretton Woods (feste Wechselkurse mit einem goldhinterlegten US-Dollar als Leitwährung) trug dazu bei, das in Folge der großen Weltwirtschaftskrise und des Zweiten Weltkrieges entstandene weltweite Währungschaos aufzulösen. Europa erlebte daraufhin in den 1950er und 1960er Jahren ein "Wirtschaftswunder". Allerdings besaß das System einige Mängel, welche im Laufe der Zeit immer deutlicher wurden und letztendlich zur Auflösung des Systems führten. Insbesondere das Fehlen von Mechanismen der Zahlungsbilanzanpassung, die Dominanz des US-Dollars, die Divergenz struktureller weltwirtschaftlicher Entwicklungen und die grundlegenden Probleme eines Systems fester Wechselkurse gehörten zu den Mängeln. Das führte letztendlich mit der wachsenden Globalisierung und den wachsenden US-Leistungsbilanzdefiziten in vielen Staaten zu einem Import von Inflation und 1971 brach das System auseinander.

  • In den 1970er kam es dann zu den Ölkrisen, welche die Inflation weiter anfachten. 1970–74 (Erste Ölkrise ab 1973) Inflation: 5,9 % pro Jahr - 1979–82 (Zweite Ölkrise ab 1979) Inflation: 5,4 % pro Jahr. Im Schnitt herrschte in den 1970er eine Inflation von 4,9 % pro Jahr. In dieser Zeit stieg die Arbeitslosigkeit stark an und die Staatsverschuldung wurde wieder "modern" und diese Mode dauert bis heute an.

Wie man sieht, war die erhöhte Inflation den Aktienpreisen nicht bekömmlich. In den USA war die Inflation besonders hoch. Anfang der 1980er ging der damalige US-Notenbankchef Paul Volcker massiv gegen die Inflation vor und erhöhte den Leitzins zeitweilig auf über 20 %. So wurde sowohl der Inflation als auch dem Rohölpreis das Genick gebrochen. In dieser Zeit nahmen auch immer mehr Babyboomer am Wirtschaftsleben teil. Die gebrochene Inflation und der gebrochene Rohölpreis bei gleichzeitig erhöhter Nachfrage stimulierten sowohl die Wirtschaft als auch die Aktienpreisentwicklung. Desweiteren wurde die Informationsverarbeitung ab Mitte der 1970er wirtschaftlich immer wichtiger und führte zu großen Produktivitätsfortschritten.

Neben den fundamentalen Gründen gibt es allerdings auch markttechnische Gründe für lang andauernde übergeordnete Bärenmärkte. In diesen Phasen mit immer wiederkehrenden starken Einbrüchen verlieren die Langfristanleger (Kaufen und dann schlafen) irgendwann die Lust und verlassen den Markt. Es bleiben die Kurz- (Stunden bis Tage) und Mittelfristspekulanten (Monate bis wenige Jahre) und diese nutzen immer wieder die Möglichkeit der Gewinnmitnahme respektive der Schadensbegrenzung. Diesen Zustand haben wir inzwischen auch erreicht, nur dass jetzt gegenüber früher noch rauhere Zeiten herrschen. Es gibt in den Eigenhandelsabteilungen der Finanzinstitute heute frühere Pokerspieler ohne wirtschaftlichen Verstand, welche rein nach Täuschung arbeiten, unterstützt durch die Wegelagerung der Hochfrequenztrading- und der trendverstärkenden Algo-Automaten. Die breite Masse der Spekulanten kann heute über Online-Trading gegenüber den 1970ern zeitnah mitspielen und Dank der "modernen" Finanzprodukte in allen Bereichen und mit jeder Methode. Desweiteren haben sich die Probleme seit der 1. Ölkrise stark aufgeschaukelt und eine ganz andere Dimension erreicht. Auf einem Chart sieht eben manches gleich aus, was in Wirklichkeit nur Ähnlichkeiten hat.

Der marktbestimmende S&P500 ist noch etwas mehr als 10 % von seinem Allzeithoch entfernt. Das ist eine Distanz, die bei heutiger Anstiegsgeschwindigkeit relativ schnell erreicht werden kann. Das kann ohne weiteres noch dieses Jahr passieren. Werden wir dann nach oben ausbrechen oder einen längere Phase der Seitwärtsbewegung hinlegen oder wieder stark einknicken? Betrachten wir unsere Welt so werden wir feststellen, dass diese in einer wesentlich schlechteren Verfassung als Anfang der 1980er ist. Auch drohen in der realen Welt nicht neue Babyboomer sondern sehr viele Rentner. Babyboomer wollen sich eben auch mal zur Ruhe setzen und mit dem Entsparen beginnen. Gleichzeitig muss auch noch die überbordende Verschuldung bei den Staaten und vielen Firmen und Privaten eingedämmt werden. Wir haben erst gerade zaghaft damit begonnen. Auch die USA werden sich dieses Problems noch annehmen müssen. Die Erhöhung der Produktivität schaffen wir schon lange kaum mehr auf technischem Wege, sondern primär nur noch mit der Verlagerung der Arbeit in Länder in denen Niedrig- und Hungerlöhne gezahlt werden und wo man es mit den Umweltstandards nicht so ernst nimmt. Zusätzlich drohen die weltwirtschaftlichen Ungleichgewichte unserem Finanzsystem und der weltwirtschaftlichen Ordnung den Garaus zu machen.

Alles keine Voraussetzungen die Bäume in den Himmel wachsen zu lassen. Deshalb ist es eben nicht nur wichtig Aktien zu kaufen, das Verkaufen ist noch wichtiger und ein absolut richtiges Timing ist ein reiner Glücksfall. Viel Glück bei den vielfältig möglichen Spekulationen, unterlegt mit eigenen Überlegungen, wünscht baer45 allen Lesern. Wichtig ist, sich weder von Gier noch von Angst leiten zu lassen.


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