baer45: DAX®
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Allein besitzen zu wollen, ist äußerster Wahnsinn

11.04.2003: DAX®-Bewertungen

Bewertung zum 10.04.2003

Ausgangsdaten

Basis sind die Xetra-Schlusskurse vom 10.04.2003. Die Kurse und das jeweilige Gewicht einer Aktie im DAX® sind von der Deutschen Börse. Die Dividenden mit denen die berechnet wird, das aktuelle (Basis: April 2003) der Aktien und die sind aus der Süddeutschen Zeitung (Schätzungen IBES - Quelle Thomson Financial/Datastream).

Die DAX®-Bewertung wird gewichtet ausgeführt ( siehe ). D.h. eine Aktie mit sehr großer Marktkapitalisierung geht stärker in das Ergebnis ein als eine Aktie mit einer weit geringeren Marktkapitalisierung. Seit dem 24.06.2002 wird dabei nur noch der sogenannte frei handelbare Anteil berücksichtigt. Nachdem Epcos am 23.12.2002, entsprechend den neuen Regeln, durch die Deutsche Börse ersetzt worden war, hätte für dieses Quartalende der Rauswurf von MLP angestanden. Der Deutschen Börse erscheinen inzwischen ihre eigenen Regeln unheimlich und sie verzichtete auf diese Aktion. Damit bleibt temporär etwas mehr Kontinuität bewahrt.

Umlaufrendite

Die Zinsen für Tagesgelder bewegen sich zwischen 0,75 und 3,0%. Die kurzfristigen Zinsen (EZB-Zinssenkung) sind weiter gesunken. Eine weitere EZB-Zinssenkung ist, wegen der aktuellen Konjunkturlage, nicht unwahrscheinlich. Der Staat bietet seine Bundesschatzbriefe aktuell zu schlechten Konditionen an. Er wird aufbessern müssen. Bedingt durch die sich wieder ausweitende Staatsverschuldung aller großen Industrieländer ist mit einem Steigen der mittel- und langfristigen Zinsen zu rechnen. Ein Einstieg zum jetzigen Zeitpunkt in die Anleiheblase kann mit großen Kursverlusten bestraft werden.

Datum Insgesamt 3-5 Jahre 5-8 Jahre 8-15 Jahre 15-30 Jahre 1 € in US-$
10.04.03 3,94 % 3,30 % 3,86 % 4,20 % 4,87 % 1,077
27.12.02 3,93 % 3,26 % 3,78 % 4,17 % 4,86 % 1,041
27.09.02 4,12 % 3,57 % 4,00 % 4,30 % 4,92 % 0,980
26.07.02 4,52 % 4,07 % 4,48 % 4,70 % 5,16 % 0,985
26.06.02 4,73 % 4,34 % 4,65 % 4,87 % 5,21 % 0.980
25.01.02 4,74 % 4,37 % 4,71 % 4,90 % 5,27 % 0,865

Diese Tabelle dokumentiert die Entwicklung seit unserer ersten Bewertung bezüglich Umlaufrendite (Anleihen, Obligationen sowie Schatzanweisungen des Bundes, seiner Sondervermögen und der Treuhandanstalt) und dem Verhältnis des € zum US-$ zum jeweiligen Bewertungsstichtag. Das weitere Sinken der Renditen (Umlaufrendite) scheint gestoppt. Ist dies durch die kriegsbedingte Rückkehr in die Aktienanlage bedingt oder reagiert der Rentenmarkt schon auf die höheren Schuldenquoten? Sollten die Aktienkurse bald wieder Richtung Süden drehen, wird die Umlaufrendite wieder sinken. Das weitere Absinken des US-$ scheint aktuell, nach einem zwischenzeitlichen €-Kurs von über 1,10, gestoppt. Die wahrscheinlichen Gründe liegen in der Erwartung eines possitiven Kriegsausgangs und wieder gestiegenen Investionen aus dem €-Raum in US-Aktien. Allerdings ist ein weiterer Anstieg des € über 1,20 nicht ausgeschlossen. Bei einem Vergleich der Aktienkursentwicklung zwischen dem €- und dem US-Raum sollten die Devisenentwicklungen nicht aussen vor gelassen werden. Mit jedem weiteren Ansteigen des € reduziert sich diese Risiko.

Nettozuflüsse zu Aktienfonds gibt es praktisch nicht mehr. Zuflüsse zu den Rentenfonds haben erheblich zugenommen und verstärken die Anleiheblase. Es kündigt sich die nächste Krise an. Nachdem viele Anleger viel Geld am Aktienmarkt verloren haben, wollen sie nun unbedingt ähnliches am Rentenmarkt erleben. Wie so oft schaut der Anleger für seine Investitionsentscheidung in die Vergangenheit (wg. den Kurssteigerungen haben Rentenfonds eine erstaunliche Performance hingelegt) und verbrennt damit in der Zukunft sein Geld. Nur eine starke deflationäre Entwicklung könnte die aktuelle Rentenspekulation aufgehen lassen. Höhere Staatsschulden und damit einhergehende höhere Inflationsraten zeigen allerdings in eine andere Richtung.

Bleibt eine Deflation mit einhergehender Stagnation aus (das schlimmste vorstellbare Szenario für die Aktienmärkte), ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Zinsen mittelfristig anziehen werden jedoch größer als dass sie gleich bleiben oder sinken werden.

DAX®-Ergebnis

Die Tabelle zeigt die Entwicklung vom DAX® seit der Januarbewertung 2002. 87,86 % des DAX®-Gewichtes bilden das KGV(2). Commerzbank, Deutsche Telekom und Infineon schreiben Verluste und bleiben außen vor respektive werden im KGV(1) mit einem ausgeglichenen Ergebnis bewertet. Alle Berechnungen berücksichtigen das jeweilige Gewicht der Aktien im DAX®.

DatumDAX®-StandDividenden-
rendite
KGV(f)KGV(1)KGV(2)
10.04.032697,103,24 %15,413,411,7
27.12.022840,002,93 %15,410,99,8
27.09.022918,902,87 %15,412,911,8
26.07.023579,002,37 %15,415,614,1
26.06.024099,052,07 %15,417,116,2
25.01.025156,332,02 %15,421,819,6
Erläuterungen zur Tabelle finden Sie in den

Die Dividendenrendite ist erheblich und erreicht inzwischen erstklassige Anleihen mit mittelfristigem Anlagehorizont. Diese Rendite trägt, unter längerfristigen Gesichtspunkten, erheblich zur Gesamtperformance bei. Auf Dividenden sollte man nie verzichten! Trotzdem steigt die Anzahl der Firmen, die keine Dividende mehr zahlen können. Sie werden wahrscheinlich noch weitere Gesellschaft bekommen.

Mit dem Beginn des Irakkrieges wurde das KGV von 10 deutlich unterschritten. Damit wurde, aus historischer Sicht, das Ende des Bärenmarktes eingeläutet. Der DAX® ist, trotz allen wirtschaftlichen Schwierigkeiten, weiterhin "fair" bewertet. Allerdings verteuert er sich inzwischen. Schon 3 Teilnehmer weisen keinen Gewinn mehr aus. Weitere stehen kurz davor. Ohne diese 3 Teilnehmer wäre er unterbewertet. Leider ist diese Betrachtungsweise nicht ganz legal und darf auf keinen Fall für einen längerfristigen Investor in DAX®-Indexpapiere gelten. Unter mittelfristigen Gesichtspunkten (ca. 5 Jahre), ist der Kauf derartiger Papiere bei dem heutigen Indexstand immer noch ein günstiger Kauf. Die Wahrscheinlichkeit, dabei besser als mit Anleihen abzuschneiden, ist sehr groß. Günstigere Kurse sind eventuell wieder zu erwarten, wenn die Nachkriegsordnung im Irak größere Problemen machen sollte respektive wenn demnächst auch noch Syrien "befreit" werden sollte.

Rangfolge - Dividendenstrategie (Burr/Graham)

Die Kandidaten:

Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht geniessen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die Lektüre von Bärische Warnungen unter Strategien.

RangCodeNameDividendenrendite
1HVMBAY.HYPO-VEREINSBK.O.N. 10,39 %
2TUITUI AG O.N. 7,39 %
3MLP3MLP AG6,86 %
4BAYBAYER AG O.N. 6,06 %
5CBKCOMMERZBANK AG O.N. 5,67 %
6DCXDAIMLERCHRYSLER AG NA O.N5,22 %
7TKATHYSSENKRUPP AG O.N. 5,12 %
8MEOMETRO AG ST O.N. 4,89 %
9RWERWE AG ST A O.N. 4,51 %
10VOWVOLKSWAGEN AG ST O.N. 4,15 %

Die Bewerber:

RangCodeNameDividendenrendite
11MANMAN AG ST O.N. 4,12 %
12EOAE.ON AG O.N. 3,94 %
13DPWDEUTSCHE POST AG NA O.N. 3,76 %
14LINLINDE AG O.N. 3,74 %
15BASBASF AG O.N. 3,40 %

Anleger in andere Varianten der Dividendenstrategie, können sich diese sehr einfach aus obigen Tabellen zusammenstellen. "Top 12" entspricht Rang 1 bis 12. "Top 5" entspricht Rang 1 bis 5.

Rangfolge - Dogs of the ... - Low Five (O'Higgins)

Die Kandidaten:

Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht genießen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die Lektüre von Bärische Warnungen unter Strategien.

RangCodeNameKurs
1CBKCOMMERZBANK AG O.N. 7,05
2MLP3MLP AG7,29
3TKATHYSSENKRUPP AG O.N. 7,81
4HVMBAY.HYPO-VEREINSBK.O.N. 8,18
5TUITUI AG O.N. 10,42

Die Bewerber:

RangCodeNameKurs
6BAYBAYER AG O.N. 14,84
7MEOMETRO AG ST O.N. 20,86
8RWERWE AG ST A O.N. 22,19

Rangfolge nach Gewicht

RangCodeNameGewicht
1SIESIEMENS AG NA 12,37 %
2DTEDT.TELEKOM AG NA 10,03 %
3DCXDAIMLERCHRYSLER AG NA O.N9,00 %
4EOAE.ON AG O.N. 8,97 %
5DBKDEUTSCHE BANK AG NA O.N. 8,91 %
6BASBASF AG O.N. 7,45 %
7SAPSAP AG ST O.N. 5,76 %
8ALVALLIANZ AG O.N. 4,24 %
9BAYBAYER AG O.N. 3,71 %
10RWERWE AG ST A O.N. 3,18 %

Die 10 größten Aktiengesellschaften haben heute ein Gewicht von ca. 74% im DAX® (2002: im Dezember 73%, im September 73%, im Juli 74%, im Juni 67%, im Januar 70%). Der Weg vom DAX30 zum DAX10 bleibt ausgebremst. Der Technologiesektor erreicht inzwischen fast 30%. Ein Grund liegt sicherlich im Absturz des Finanzsektors. Wenn man bedenkt, dass die Deutsche Telekom nur mit ca. 50% ihrer Marktkapitalisierung in den DAX® eingeht und die Münchner Rück nicht mehr innerhalb den Schwergewichten vorzufinden ist, kann man erahnen, welche Lernprozesse noch auf die Aktionäre einstürzen werden.

Kurzer Blick auf den Chart

Chart

Der Abwärtstrend (der Längste und Größte seit der DAX®-Gründung) ist weiterhin intakt. Nichts konnte bis heute den Weg nach Süden stoppen. Eine einigermaßen gesicherte technische Bodenbildung ist noch nicht in Sicht. Eventuell wurde jedoch mit dem Beginn des Irakkrieges (KGV unter 10) das Ende des Bärenmarktes eingeläutet. Seit dem Frühsommer 2002 bleibt die Volatilität (VDAX®) auf hohem Niveau. Wir befinden uns in einem typischen Tradermarkt. Meine Annahme eines südlichen Korridors zwischen 2500 und 3500 (she. Das Ei des A. Kostolany) hat nicht gehalten. Mit dem Beschluss der UN-Resolution 1441 ging es abwärts bis unter 2200 kurz vor Kriegsbeginn (-33%). Dabei wurden unsere Lebensversicherungen richtig durchgeschüttelt und zu einem großen Teil von der Aktienbörse vertrieben. Schon vor dem Donnern der ersten Kanonen - mit dem Ultimatum der US-Regierung an das Regime im Irak - verschwand die Ungewissheit und die Märkte zogen wieder an. Die Nervosität blieb jedoch groß und schon mit der ersten Kriegsverzögerungen durch Sandstürme ging es wieder abwärts. Nachdem der Sieg der USA Gewissheit geworden ist, geht es wieder aufwärts - streng am Gängelband der US-amerikanischen Börsen. Diese haben jedoch nicht so stark auf die Kriegsgefahr reagiert und werden uns damit wahrscheinlich nicht helfen, den Absturz kurzfristig zu korrigieren. Wesentlich wird der weitere Verlauf von der Entwicklung der Anarchie im Irak und von wirtschaftlichen Ergebnissen bestimmt werden. Gratulaltion an alle Starken, die das "Blutbad" zum Einkauf genutzt haben. Sie können jetzt dem Ansteigen der Kurse zuschauen und beobachten wie stark dieser Impuls (Irakkrieg) weiterwirkt.

Wir haben inzwischen 3 Jahre Bärenmarkt gefeiert. Der Längste seit der DAX®-Gründung, jedoch nicht der längste in der Nachkriegszeit. Man genieße hierzu den Langfristchart unter Historische Entwicklung. Wir sehen dort Abwärtsbewegungen von fast doppelter Zeitdauer und eine quasi Seitwärtsbewegung von über 20 Jahren. Damals bestand das Geldverdienen an der Börse aus harter Arbeit. Nix mit Schlafen. Trotzdem gab es, wie heute, unter dem kurz- und mittelfristigen Blickwinkel, einige Möglichkeiten ein gutes Ergebnis zu erzielen.

Eine wirtschaftliche Erholung ist noch nicht in Sicht. Sie wird, wie so oft, für den Herbst prognostiziert. Fundamenale Indikatoren, die diesen Optimismus rechtfertigen könnten, sind nicht in Sicht. Eher droht eine kleine Rezession. Ein weiter sinkender Ölpreis könnte jedoch ein breit wirkendes Wirtschaftsprogramm darstellen und uns helfen eine Rezession zu verhindern. Eine derartige Entwicklung wäre der Aktienkursentwicklung sicherlich nicht abträglich.

Die reinen Charttechniker erwarten, dass wir nochmals die Tiefs testen werden. baer45 befürchtet allerdings, dass ein derartiger Test misslingen wird. Sollten wir wirklich nochmals unter 2200 laufen, werden wir weiter in den Bereich 2000-1800 vorstoßen. Begründung: es werden die letzten Lebensversicherungen aus der Aktienanlage vertrieben. Eine possitive Entwicklung im Irak mit gleichzeitig sich häufenden guten Nachrichten aus der Wirtschaft können uns schnell und deutlich über 3000 tragen. Aber es schweben weiter erhebliche Risiken über dem Börsengeschehen:

  • bleiben wir von größeren Terroraktionen verschont?
  • wie verbreitet sich SARS und wie wirkt dies auf die mentale Situation der Spekulanten?
  • Eskaliert die Nordkoreakrise oder kommt es zu einem Anschlußkrieg gegen Syrien?
  • weitet sich die Anarchie im Irak aus oder kommt es zu einer positiven Entwicklung?
  • treten keine größeren Krisen in den Finanzsystemen (Banken und Versicherungen) auf? Viele haben ihre Substanz abgebaut und es bedarf nur eines Windhauchs ...
  • verdeutlichen sich konkrete Indikatoren über eine wirtschaftliche Erholung oder geht es erst richtig bergab?
  • fällt der US-Dollar nicht ins Bodenlose (über 1,20 $/€) und zwingt damit die US-Notenbank zu Zinserhöhungen zwecks Leistungsbilanzdefizitfinanzierung?
  • bleiben wir die nächsten 12 Monate noch von großen TMT-Pleiten und damit einhergehenden Bankenpleiten verschont?

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