Aber hier, wie überhaupt, kommt es anders, als man glaubt
02.01.2010: DAX®-Bewertungen
Bewertung zum 30.12.2009
Der wirtschaftliche Abschwung scheint einen Boden gefunden zu haben. Es gibt sogar partiell
ein leichtes Wachstum. Berücksichtigt man allerdings die massiven staatlichen Konjunkturspritzen muss man leider
feststellen, dass der Mini-Aufschwung in vielen Bereichen noch nicht selbsttragend ist. Zum Teil erhalten die
staatlichen Stützungsmaßnahmen auch Überkapazitäten und verzögern so die notwendige Bereinigung. Die
wirtschaftliche Entwicklung der letzten beiden Jahrzehnte hat zu einem erklecklichen Anteil von einer
übertriebenen Verschuldung von Firmen und Verbrauchern gelebt. Diese Entwicklung hat viele Fehlstrukturen geschaffen
die erst noch bereinigt werden müssen. Die Firmen und Verbraucher haben zwischenzeitlich ihr Sparen ausgeweitet
und die großen Banken treiben mit dem billigen Geld der Notenbanken im Eigenhandel in allen möglichen
Anlageklassen die Preise. Das billige Geld der Notenbanken fördert momentan weitere Fehlentwicklungen und Blasen. Dies
tat auch unserem Leitindex gut.
Der DAX® wuchs in diesem Jahr um satte 23,85 %. Seit dem Intraday-Jahrestief am 9. März legte er eine rasante
Erholung hin und verbesserte sich um glatte 66 %. Im Spätsommer verringerte sich die Wachstumsgeschwindigkeit erheblich
und so gewann er seit unserer
letzten Bewertung Ende September
nur noch 6,74 % hinzu.
Die Stimmung ist sehr gut. Der Bull/Bear-Index ist wieder in die Nähe seines Jahreshöchststandes vorgerückt.
Die Finanzbranche scheint weitgehend investiert zu sein. 48 % Bullen stehen nur 24 % Bären gegenüber
(Quelle: Cognitrend). Die Aktienpreisentwicklung
entspricht nicht ansatzweise der wirtschaftlichen Entwicklung. Auch für die nächsten Jahre sieht es nicht
so rosig aus wie uns die Aktienkurse vorgaukeln wollen. Spätestens mit dem Ende der Phase des
billigen Geldes steht die Ausnüchterung an.
Ausgangsdaten
Basis sind die Xetra®- Schlusskurse vom 30.12.2009. Die Kurse und
das jeweilige Gewicht einer Aktie im DAX® sind von der
Deutschen Börse. Die Dividenden mit denen die
berechnet wird und das aktuelle
(Basis: Aktuelle Schätzungen von I/B/E/S) der Aktien
sind aus der Süddeutschen Zeitung.
Die Zahlen zur
sind von der Deutschen Bundesbank.
Die DAX®-Bewertung wird gewichtet ausgeführt ( siehe
).
D.h., eine Aktie mit sehr großer Marktkapitalisierung geht stärker in das Ergebnis ein als eine
Aktie mit einer weit geringeren Marktkapitalisierung. Seit dem 24.06.2002 wird dabei nur noch
der so genannte frei handelbare Anteil berücksichtigt. Dieser Anteil wird regelmäßig überprüft
und verändert damit ebenso wie der Kurs das Gewicht der Aktie im DAX®.
Weitere
Regeländerungen
bezüglich Gewichtung und frei handelbarem Anteil
gab es im Oktober und November 2008.
Code
Name
ISIN
Kurs
Dividende
KGV
Gewicht
1
ADS
ADIDAS
DE0005003404
37,770
0,50
15
1,49 %
2
ALV
ALLIANZ
DE0008404005
87,150
3,50
8
7,40 %
3
BAS
BASF
DE0005151005
43,460
1,95
18
7,50 %
4
BMW
BAY.MOTOREN WERKE
DE0005190003
31,800
0,30
21
1,92 %
5
BAYN
BAYER
DE000BAY0017
55,960
1,40
17
8,70 %
6
BEI
BEIERSDORF
DE0005200000
45,930
0,70+0,20
24
0,86 %
7
CBK
COMMERZBANK
DE0008032004
5,885
0,00
--
0,82 %
8
DAI
DAIMLER
DE0007100000
37,230
0,60
28
5,98 %
9
DBK
DEUTSCHE BANK
DE0005140008
49,420
0,50
9
5,75 %
10
DB1
DEUTSCHE BOERSE
DE0005810055
58,000
2,10
13
2,03 %
11
DPW
DEUTSCHE POST
DE0005552004
13,485
0,60
14
2,13 %
12
DTE
DT.TELEKOM
DE0005557508
10,290
0,78
15
5,76 %
13
EOAN
E.ON
DE000ENAG999
29,230
1,50
10
10,09 %
14
FME
FRESEN.MED.CARE
DE0005785802
36,940
0,58
11
1,31 %
15
FRE3
FRESENIUS
DE0005785638
50,010
0,71
14
0,76 %
16
HEN3
HENKEL
DE0006048432
36,430
0,53
19
1,22 %
17
IFX
INFINEON TECH.
DE0006231004
3,880
0,00
49
0,79 %
18
SDF
K+S
DE0007162000
39,990
2,40
13
1,07 %
19
LIN
LINDE
DE0006483001
84,160
1,80
17
2,67 %
20
LHA
LUFTHANSA
DE0008232125
11,750
0,70
78
1,01 %
21
MAN
MAN
DE0005937007
54,440
2,00
19
1,01 %
22
MRK
MERCK
DE0006599905
65,160
1,50
11
0,79 %
23
MEO
METRO
DE0007257503
42,570
1,18
15
1,02 %
24
MUV2
MUENCH.RUECKVERS.
DE0008430026
108,670
5,50
8
3,98 %
25
RWE
RWE
DE0007037129
67,960
4,50
10
5,32 %
26
SZG
SALZGITTER
DE0006202005
68,440
1,40
15
0,49 %
27
SAP
SAP
DE0007164600
33,000
0,50
16
5,32 %
28
SIE
SIEMENS
DE0007236101
64,210
1,60
14
9,85 %
29
TKA
THYSSENKRUPP
DE0007500001
26,400
1,30
20
1,65 %
30
VOW3
VOLKSWAGEN
DE0007664039
65,740
1,99
17
1,30 %
BEIERSDORF leistete neben der Dividendenzahlung auch noch eine Sonderzahlung. Rote Aktiengesellschaften schreiben Verluste!
Im Laufe des Jahres wurde der DAX® dreimal umgestellt.
Als erstes verließen die DEUTSCHE POSTBANK und INFINEON TECH. wegen zu geringer freier Marktkapitalisierung
aufgrund der "Fast Exit" Regel
den DAX®. Ersetzt wurden sie durch HANN.RUECKVER. und FRESENIUS. Mitte des Jahres verließ uns wegen zu geringem Börsenumsatz dann schon
wieder HANN.RUECKVER.. Ersetzt wurde sie durch INFINEON TECH., die uns erst 6 Monaten
vorher verlassen hatte. Kurz vor Weihnachten mussten uns dann die VOLKSWAGEN-Stämme, wegen einem Absinken des frei
handelbaren Anteils der Marktkapitalisierung unter 10 %, verlassen. Ersetzt wurden sie durch die VOLKSWAGEN-Vorzüge.
Sie führten zufällig die Rangliste, die sich nach den Kriterien Marktkapitalisierung und Umsatz berechnet, an. Dies
führte zu einer neuen Zusammenstellung des
Lotto-Depots mit
einer gleichzeitigen internen Bewertung vom DAX®.
Die jetzige Bewertung ist die übliche Bewertung zum Jahresende.
Umlaufrendite 2009
Die Liquiditätsflutung der Notenbanken hat es geschafft die Umlaufrendite im Bereich von 3 % zu halten.
Nachdem es nach dem tiefen Absturz erste Zeichen einer wirtschaftlichen Erholung gab, stieg die Umlaufrendite wieder an.
Im Sommer wurde dann immer mehr Marktteilnehmern klar, dass das primär Reaktionen auf eine übertriebene Bremsung und
Pflänzchen, erzeugt und gedüngt durch die staatlichen Konjunkturmaßnahmen, waren. Eine nachhaltige Entwicklung war und ist bis jetzt nicht in Sicht
und damit schwand die Angst vor inflationären Entwicklungen. Gleichzeitig stiegen die Banken mit dem billigen Geld der Notenbanken
immer stärker in den Kauf von Anleihen ein. Mit kurzfristigem Geld der Notenbanken wird der Kauf länger laufender Anleihen
refinanziert. Ein scheinbar risikoloses Geschäft. Die HYPO REAL ESTATE lässt grüßen. Diese Zinsmarge soll bei der Sanierung der Banken
helfen. Mit dieser Methode braucht es dazu noch Jahrzehnte. Drehen die Märkte, kann es zu weiteren großen Schwierigkeiten
im Bankenbereich kommen. Die Staaten sehen diese Entwicklung
gerne. So können sie die Staatsanleihen wegen explosiv gestiegener Neuverschuldung billiger am Markt platzieren.
Sollte noch eine Andeutung von
Rationalität beim Staat und den Banken vorhanden sein, rechnen beide damit, dass die Zinsen noch jahrelang am Boden
bleiben werden und dass die Wahrscheinlichkeit weiter fallender Zinsen größer wie die steigender Zinsen ist. Wegen den geringen
Änderungen (Renditen)
waren dieses Jahr Staatsanleihen eine langweilige Angelegenheit.
Am 15 Januar, am 5.März, am 2. April und am 7. Mai veränderte die EZB die Zinssätze und so sank dieses Jahr
der Leitzins (Mindestbietungssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte des €urosystems) von 2,5 auf 1 %
(für Spitzenrefinanzierungsfazilität von 3,00 auf 1,75 % und für die Einlagefazilität von 2,00 auf 0,25 %).
Gleichzeitig begann die EZB mit echtem Gelddrucken und kaufte Pfandbriefe der verschiedenen €uroländer auf.
Schon im vorherigen Jahr erreichte der Leitzins in den USA den absoluten Tiefpunkt. Er schwankt seitdem zwischen 0,25 und 0 %.
Da weitere Zinssenkungen nicht mehr möglich sind, wurde der Beschluss des Federal Open Market Committee (FOMC) der US-Notenbank
in die Praxis umgesetzt und die Notenbank ging zum "Quantitative Easing" über. Sie kaufte massiv Schrottpapiere der
Immobilienfinanzierer und Staatsanleihen auf. Es fand damit ein massives Gelddrucken statt. Alle diese Maßnahmen erzeugten
eine Liquiditätsschwemme sondergleichen und trieben fast alle möglichen Anlageklassen über den Eigenhandel der Banken
nach Norden. In diesem künstlich erzeugten "Anlagenotstand" schossen auch die Preise der Firmenanleihen in die Höhe. Es
entstand sogar eine hohe Nachfrage nach sehr schlecht bewerteten Firmenanleihen. Dies ermöglichte den Firmen Neuemissionen von
Anleihen zu günstigen Konditionen. Diese Gelder dienten aber kaum Neuinvestitionen. Sie dienten primär der Refinanzierung fällig
werdender Anleihen und der Finanzierung des weiteren Schuldenwachstums bedingt durch die schlechte wirtschaftliche Lage.
Auch die Staaten konnten damit ihre massive Neuverschuldung am Markt problemlos platzieren. In der realen Wirtschaft kommt
dieses Geld aber aus einfachen Gründen nicht an.
Die Verbraucher entschulden (sparen) sich weiter und die Firmen haben ihre Investitionen stark zurückgedreht (sparen). Die Banken
aber treiben mit diesem billigen Geld der Notenbanken die Energie-, Lebensmittel- und andere Rohstoffpreise in die Höhe.
Damit steht dem Verbraucher noch weniger Geld für den Konsum zur Verfügung und die Firmen kommen noch stärker unter Druck.
Und was tut die Politik: Bis heute hat sie keine neuen Regulierungen, außer der jetzt legalen Bilanzfälschung (Bewertung für Schrott zum
Einkaufspreis und nicht mehr zum Marktpreis) verabschiedet. Sie schaut dem irrealen Spiel der Groß- und Notenbanken weiter wie gelähmt zu,
betreibt als Ersatzhandlung die Bonidiskussion und wartet auf den nächsten noch größeren Krach.
Der Sparer wird durch die Aktionen der Notenbanken abgezockt. Er bekommt für sein hart erwirtschaftetes Geld einen immer
geringeren Zins. Die Tageszinsen erreichen aktuell bis zu 1,6 %, Festgelder in einem 6-Monatsbereich
erreichen sehr selten 1,8 %. Tendenz weiter sinkend. Zahlt Ihre Bank weniger? Wenn ja, tragen Sie Ihre Gelder zur
Konkurrenz! Der Finanzminister profitiert stark von der Krise. Seine Tagesgeldanleihe zahlt aktuell
bei absoluter Sicherheit 0,26 %. Die Renditen bei
Bundesschatzbriefen sind wieder gesunken. Sie betragen momentan beim
Typ A (6 Jahre) 2,29 % und beim Typ B (7 Jahre) 2,56 %. Die Zinsen befinden sich auf einem außergewöhnlich niedrigem
Niveau. Aus dieser Sicht wären steigende Zinsen in absehbarer Zeit nicht unwahrscheinlich. Steigende Zinsen wären aber
für die weiter explosiv anwachsenden Staatsverschuldungen und dem hohen Investmentgrad der Banken in Anleihen eine Katastrophe. Die Folge wären
Staats- und Bankenpleiten. Man wird deshalb wahrscheinlich alles mögliche tun um die Zinsen weiter am Boden zu halten. Sie werden
deshalb wahrscheinlich auf mittlere Sicht eher gleich bleiben als steigen. Trotzdem bleibt ein Einstieg in Anleihen hoch risikoreich.
Der Markt könnte stärker als es alle Regierungen und Notenbanken zusammen sind werden und auf eine zunehmende Inflation der
Güter des täglichen Lebens massiv reagieren.
Umlaufrenditen und €/US-$ Diese Tabelle dokumentiert die Entwicklung seit unserer ersten Bewertung
bezüglich Umlaufrendite (Anleihen erster Bonität im €uro-Raum) und dem Verhältnis des € zum US-$ zum jeweiligen Bewertungsstichtag.
Datum
Insgesamt
3-5 Jahre
5-8 Jahre
8-15 Jahre
15-30 Jahre
1 € in US-$
30.12.09
3,02 %
2,09 %
2,78 %
3,31 %
4,12 %
1,433
25.09.09
2,99 %
2,12 %
2,76 %
3,27 %
4,06 %
1,470
27.03.09
2,93 %
2,08 %
2,67 %
3,13 %
4,15 %
1,326
30.12.08
2,86 %
2,26 %
2,60 %
2,91 %
3,73 %
1,407
26.09.08
4,24 %
3,94 %
4,09 %
4,18 %
4,80 %
1,458
20.06.08
4,74 %
4,75 %
4,72 %
4,66 %
4,81 %
1,563
28.12.07
4,34 %
4,16 %
4,24 %
4,34 %
4,66 %
1,472
22.06.07
4,64 %
4,55 %
4,61 %
4,62 %
4,81 %
1,346
30.03.07
4,08 %
4,01 %
4,02 %
4,03 %
4,24 %
1,336
29.12.06
3,96 %
3,91 %
3,93 %
3,94 %
4,09 %
1,320
22.09.06
3,69 %
3,58 %
3,63 %
3,68 %
3,92 %
1,278
23.06.06
3,97 %
3,73 %
3,90 %
4,01 %
4,34 %
1,251
30.12.05
3,22 %
3,00 %
3,14 %
3,25 %
3,57 %
1,183
23.09.05
2,88 %
2,44 %
2,74 %
2,97 %
3,50 %
1,208
23.03.05
3,49 %
3,00 %
3,39 %
3,66 %
4,16 %
1,298
29.12.04
3,41 %
2,88 %
3,27 %
3,57 %
4,22 %
1,359
23.09.04
3,70 %
3,10 %
3,56 %
3,89 %
4,55 %
1,226
26.05.04
3,97 %
3,29 %
3,83 %
4,25 %
4,95 %
1,211
29.12.03
3,94 %
3,30 %
3,86 %
4,20 %
4,87 %
1,248
25.09.03
3,77 %
3,08 %
3,62 %
4,00 %
4,64 %
1,149
12.06.03
3,27 %
2,47 %
2,98 %
3,48 %
4,48 %
1,177
10.04.03
3,94 %
3,30 %
3,86 %
4,20 %
4,87 %
1,077
27.12.02
3,93 %
3,26 %
3,78 %
4,17 %
4,86 %
1,041
27.09.02
4,12 %
3,57 %
4,00 %
4,30 %
4,92 %
0,980
26.07.02
4,52 %
4,07 %
4,48 %
4,70 %
5,16 %
0,985
26.06.02
4,73 %
4,34 %
4,65 %
4,87 %
5,21 %
0.980
25.01.02
4,74 %
4,37 %
4,71 %
4,90 %
5,27 %
0,865
Viele US- und andere Großbanken mit Investitionsabteilung profitieren heute mehrfach von der von
ihnen im wesentlichen mit erzeugten Krise.
Die massiven Neuemissionen von Staats- und Firmenanleihen lassen die Provisionskasse klingeln. Der Eigenhandel in fast allen
Anlageklassen, mit fast kostenlosen Krediten durch die Notenbank finanziert, tut ein Übriges. Dies und die geänderten
Bilanzierungsregeln lassen die inzwischen ausgewiesenen Gewinne über diejenigen von vor der Krise anwachsen.
Trotzdem sind sie größtenteils Zombiebanken die noch lange das rettende Ufer nicht erreicht haben. Auch mit den momentanen
Marktmanipulationen wird es sehr lange dauern bis sie sich saniert haben. Deshalb ist das Vertrauen zwischen den Banken auch
noch nicht zurück gekehrt. In ihren Kellern tauchen inzwischen neue Leichen auf (Firmen- und Gewerbeimmobilienkredite).
Auch in den USA liegen die Zinsen am Boden. Momentan erhält man in den USA für Tagesgelder
0,06 %. US-Staatsanleihen (Treasury Note) rentieren bei 2 Jahren mit 1,10 %, bei 5 Jahren mit 2,67 %, bei 10 Jahren
mit 3,83 % und bei 30 Jahren mit 4,63 %. Die Renditen liegen im mittleren und längeren Anlagezeitraum trotz den massiven Eingriffen der US-Notenbank etwas höher als
in der €urozone. Eine ganz andere Welt ist Japan - ein nicht unwahrscheinliches Szenario für die USA. Die Rendite für
10-jährige Staatsanleihen ist dort auf 1,02 % gefallen.
€uro/US-$ 2009
Das große "Deleverage" (Abbau der Schulden) setzte sich bis Anfang März fort. Dies führte zur weiteren Teilauflösung
des Currency Carry Trade
und zu einer starken Repatriierung des US-$. Wieder war die perfekte Spirale nach Süden eingeleitet. Die massiven Maßnahmen
der Notenbanken, besonders das "Quantitative Easing", stoppten den Niedergang und leiteten die Rückkehr der Großbanken in
den Eigenhandel in allen möglichen Anlageklassen auf Kredit ein. So kehrte der US-$ schnell zurück und der €uro legte
wieder im "Wert" zu. Seit Anfang Dezember scheint es wieder eine Trendumkehr zu geben. Im Oktober begann die Stagnation der
europäischen Aktienmärkte. Die Anleihepreise fallen seit Mitte Dezember etwas stärker. Gleichzeitig verstärkte sich die Diskussion
über Staaten in potentiellen Zahlungsschwierigkeiten. Der Aktienumsatz brach weiter ein und erreichte, wenn man den
automatisierten Handel der über die Hälfte ausmacht und nicht zu Haltepositionen führt, abzieht, ein selten dagewesenes Tief. Es wenden sich
immer mehr Kleinanleger von den Aktienmärkten ab und überlassen der Finanzbranche die Märkte. Es könnte sein, dass es größere
Umverteilungen gibt und dass mittels US-$ finanzierte Haltepositionen immer stärker aufgelöst werden. Die "reine"
Devisenspekulation spielt auch eine wesentliche Rolle. Sie verstärkt die hier geschilderten Bewegungen und ist oft sogar deren
Auslöser.
Inzwischen ist die japanische Notenbank wieder in massives Gelddrucken übergegangen. Sie kauft in ihrem "Quantitative Easing"
nicht nur Anleihen und Schrottkonstrukte auf, nein, sie kauft sogar Aktien auf. Auch die nicht geringe Staatsverschuldung hat in
Japan explosivartig zugelegt und beschleunigt weiter. Ein Grund ist sicherlich auch die aktuelle Yen-Stärke, die durch dessen
Repatriierung ausgelöst wurde und so die Exporte schädigt. Der kurzfristige US-$ ist inzwischen billiger und sowieso liquider.
Damit scheint es zu einem Abwertungswettstreit zwischen den USA und Japan zu kommen. Die schon übermäßig in der Welt
herumvagabundierenden Devisenberge wachsen weiter stark an und erhöhen so täglich die eh schon große Gefahr eines Devisen-Crashs.
Die Art wie die Notenbanken und staatlichen Verwaltungen die Krise bekämpfen ist ohne Beispiel und hochgefährlich. Die Gäule, die
es gilt im Zaum zu halten, werden immer mehr. Bricht einer aus, kracht es im Gebälk. So könnten heute
z.B. Zinssteigerungen auf eine übliche Größe starke Erschütterungen auslösen. Die Mischung aus einem Staatsanleihe-Crash
und riesigen Devisenturbulenzen würde unsere "ratlosen Artisten in der Zirkuskuppel" wahrscheinlich überfordern. Dabei
haben schon jetzt die Volatilitäten an den Devisenmärkten Größenordnungen erreicht, die jede Marge beim Handel mit realen
Wirtschaftsgütern bei weitem überschreiten. Der weltweite Handel wird dadurch immer schwieriger und kann deshalb nur sinken.
Leichtes Rohöl (WTI) 2009
Die Nachfrage nach Energie und anderen Rohstoffen nahm das gesamte Jahr über nicht zu. Die Öllager quellen inzwischen über
und es liegen fast mehr Tanker als Lager vor Anker, als Tanker die tatsächlich Rohöl transportieren. Auch unsere Großbanken
sind stark an diesem Handel beteiligt. Inzwischen besitzen sie durch ihre Töchter und Fonds nicht nur große Mengen an Öl, nein nun wollen
sie selbst sogar Förderrechte aufkaufen um die Förderung zu drosseln. Und was tut der Preis? Er steigt das gesamte Jahr über und
belegt so die Firmen und Verbraucher quasi mit einer Sondersteuer, die zu einem großen Teil in die Taschen der Banken fließt. Dieses
Spiel wird durch die Notenbanken mit fast kostenlosen Krediten finanziert und das letzte Risiko trägt der Steuerzahler, also
Firmen und Konsumenten. Dieses Geschäft (auch bei Aktien, Lebensmittel und anderen Rohstoffen) floriert solange es billiges
Geld gibt. Damit es weiter billiges Geld gibt, darf die Wirtschaft sich nicht erholen. Die Banken haben es also in der Hand
notfalls eine nachhaltig aufkeimende Wirtschaft abzuwürgen. Bis jetzt scheinen sie auch diese Strategie zu verfolgen.
Ohne dass es zu Nachfrageerhöhungen kommt, die weichen Indikatoren aber Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung machen,
explodieren die Preise. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Unsere Politik ist offensichtlich unfähig und schaut dem Spiel
weiter zu und die
überflüssigen Zentralbanken
liefern den Treibstoff zum Abzocken der realen Welt.
DAX®-Ergebnis
Die Tabelle zeigt die Entwicklung vom DAX® seit der
Januarbewertung 2002. Nach den aktuellen Schätzungen schreibt nur COMMERZBANK mit einem Gewicht von 0,82 % im DAX®
Verluste. Deshalb sind KGV(1) und KGV(2) unterschiedlich. Alle Berechnungen
berücksichtigen das jeweilige Gewicht der Aktien im DAX®.
Datum
DAX®-Stand
Dividenden- rendite
KGV(f)
KGV(1)
KGV(2)
30.12.09
5957,43
3,64 %
15,4
13,2
13,1
25.09.09
5581,41
3,89 %
15,4
15,0
12,9
27.03.09
4203,55
6,51 %
15,4
9,1
9,1
30.12.08
4810,20
5,56 %
15,4
8,2
8,2
26.09.08
6063,50
4,28 %
15,4
10,7
10,6
20.06.08
6578,44
3,89 %
15,4
10,9
10,8
28.12.07
8067,32
2,50 %
15,4
12,8
12,8
22.06.07
7949,63
2,53 %
15,4
15,0
15,0
30.03.07
6917,03
2,64 %
15,4
13,3
13,3
29.12.06
6596,92
2,72 %
15,4
14,8
14,7
22.09.06
5883,32
3,03 %
15,4
13,2
13,0
23.06.06
5529,74
3,28 %
15,4
12,5
12,4
30.12.05
5408,26
2,13 %
15,4
12,9
12,9
23.09.05
4882,58
2,31 %
15,4
13,7
13,6
23.03.05
4317,20
1,91 %
15,4
13,3
13,3
29.12.04
4247,75
1,89 %
15,4
13,1
13,1
23.09.04
3905,66
2,06 %
15,4
14,9
14,9
26.05.04
3867,52
2,12 %
15,4
15,3
15,3
29.12.03
3952,72
2,02 %
15,4
16,1
16,1
25.09.03
3326,27
2,40 %
15,4
18,7
15,9
12.06.03
3219,47
2,45 %
15,4
16,8
14,8
10.04.03
2697,10
3,24 %
15,4
13,4
11,7
27.12.02
2840,00
2,93 %
15,4
10,9
9,8
27.09.02
2918,90
2,87 %
15,4
12,9
11,8
26.07.02
3579,00
2,37 %
15,4
15,6
14,1
26.06.02
4099,05
2,07 %
15,4
17,1
16,2
25.01.02
5156,33
2,02 %
15,4
21,8
19,6
Erläuterungen zur Tabelle finden Sie in den
In den letzten 12 Monaten zahlten nur COMMERZBANK und INFINEON TECH.
keine Dividende (Anteil am DAX® 1,61 %). BEIERSDORF leistete eine Sonderzahlung (sie wird bei der Berechnung der
Index-Dividendenrendite berücksichtigt und fällt bei der Kandidatenaufstellung für die Dividendenstrategien unter den Tisch).
Es waren im wesentlichen die Kursgewinne von 6,74 % seit unserer Bewertung von Ende September, die zu einer Verringerung
der Dividendenrendite geführt haben. Trotzdem lässt die Dividendenrendite klassische sichere Geldanlagen mit
Restlaufzeiten von über 10 Jahren hinter sich, von Festgeldern gar nicht zu reden. Das wird bei gleichem
Punktepegel im DAX® nicht so bleiben. Einige Firmen haben schon Reduzierungen angekündigt und sollte die Wirtschaft nicht
so "gut wie erwartet" laufen, könnten sich noch einige hinzugesellen.
Die I/B/E/S- Schätzungen zur Gewinnentwicklung waren in der letzten Bewertung von Ende September zu tief. Die Gewinnerwartung wurde jetzt stark nach oben
korrigiert, wahrscheinlich zu stark wie die erneute Abkühlung der wirtschaftlichen Entwicklung im Spätherbst erahnen lässt.
Die weltweiten Konjunkturprogramme nehmen in iher Wirkung schon deutlich ab. Die Abwrackprämie hat ein katastrophales Jahr
für die Hersteller von Kleinwagen vorbereitet. Die Arbeitslosigkeit wird in voller Breite zunehmen und damit den Konsum
weiter schwächen. Die Fachleute sind deshalb darüber zerstritten, ob wir in 2010 ein durchgängiges, wenn auch nur leichtes
Wachstum sehen werden oder ob wir in die Rezession zurück fallen werden. Im wesentlichen wurden die Aktienpreise seit März
durch den Eigenhandel der Großbanken mittels den sehr billigen Krediten von den Zentralbanken nach oben getrieben. Der DAX®
hat seit Jahresanfang um 23,85 % zugelegt und nimmt auf dem aktuellen Pegel eine derartig gute wirtschaftliche Erholung vorweg, die
momentan auch bei größtem Optimismus leider noch nicht sichtbar ist. Die für einige Jahre geänderten Bilanzierungsregeln für die
Finanzbranche (ein Großteil der Schrottpapiere darf jetzt wieder zum Kaufpreis und nicht mehr zum Marktpreis in die Bilanz)
lässt den Gewinn viel höher aussehen als er in Wirklichkeit ist. In diesem Sinne ist ein KGV von deutlich über 13 alles
andere als ein günstiger Einstieg auf mittlere Sicht. Auch hat manche überschuldete Firma, der gerade noch in der aktuellen
Liquiditätsschwemme und der damit einhergehenden Inflationierung u. A. der Firmenanleihen die Refinanzierung über Neuemissionen
gelang, unverantwortlicherweise Dividendenzahlungen angekündigt. Dieses Geld könnte schon bald fehlen.
Im Februar 2009 veröffentlichte D i e t e r W e r m u t h in einem Blog der Zeit
eine Abhandlung über ein Buch von Richard Koo, dem Chefökonom des Nomura Research Institute. Es behandelt
Entwicklungen, die mit unserer heutigen Situation viele Ähnlichkeiten haben.
Reden wir über Bilanzrezessionen!
Am Mittwoch hat Ma r t i n W o l f in der Financial Times
einen Artikel über Balance Sheet-Rezessionen geschrieben und ist mir damit etwas zuvorgekommen. Seit einigen Tagen lese ich in der
S-Bahn das im vergangenen Sommer erschienene neue Buch von Richard Koo, dem Chefökonom des Nomura Research Institute.
Es heißt “The Holy Grail of Macroeconomics”
und ist eine erweiterte und aktualisierte Version seiner bahnbrechenden, wenn auch lange Zeit nicht sehr ernst genommenen Studie
zur “Balance Sheet Recession” vom Februar 2003.
Richard Koo schreibt unterhaltsam, belegt alles anschaulich mit empirischem Material und vor allem: Seine Analysen haben
sich als außerordentlich wertvoll erwiesen, schon weil es so wenig Vergleichbares über die Prozesse nach dem Platzen von Asset
Price-Blasen gibt. An den Universitäten war das Studium der Makroökonomie lange Jahre wenn nicht verpönt, so doch im Vergleich zu
Finance und Mikro als ziemlich irrelevant angesehen worden, und dass es so etwas wie eine Depression noch einmal geben könnte,
wurde angesichts der angeblich wundervoll funktionierenden Märkte schlichtweg geleugnet. Nun ja, das ändert sich gerade
dramatisch
Bernanke, der Chef der Fed und beruflich stark an Makrothemen interessiert, hat einmal angemerkt, dass
derjenige den heiligen Gral der Makroökonomie finden wird, der die Vorgänge vor und während der amerikanischen Depressionsjahre
schlüssig analysieren kann. Ihm selbst ist es nicht ganz gelungen, obwohl er sich mit dem Thema intensiv auseinandergesetzt hat.
Auf die Aussage von Bernanke bezieht sich Koo im Titel seines Buches. Ich finde, dass er darin dem Gral ziemlich nahe kommt
(Wie ist das eigentlich, ist in der Mythologie vorgesehen, dass er jemals gefunden wird?) – er studiert nicht nur die
Depression der dreißiger Jahre, sondern eine ebenfalls ziemlich traumatische Episode der Wirtschaftsgeschichte, die lange
japanische Rezession und Deflation der letzten beiden Jahrzehnte, und kann daher allgemeingültigere Schlüsse ziehen als
diejenigen, die nur eine der beiden Krisen analysieren.
Dass Richard Koo so wenig zitiert wird, hat offenbar damit zu tun, dass er nicht in akademischen Zeitschriften
veröffentlicht, keinen anspruchsvollen mathematischen Apparat verwendet und dass Japan bisher als Sonderfall angesehen wurde.
Der Tenor war ja meist, dass wir, im ökonomisch aufgeklärten Westen, die unglaublichen Fehler Japans nicht wiederholen würden
und zudem strukturell viel besser aufgestellt seien.
Der springende Punkt bei Koo ist, dass für ihn die “verlorenen 15 Jahre” Japans keineswegs verlorene
Jahre waren. Als die Asset Price-Blasen Anfang der neunziger Jahre platzten, kam es insgesamt zu Vermögensverlusten gegenüber
dem Zeitpunkt ihrer größten Ausdehnung von 1.500 Billionen Yen – das entsprach dem Dreifachen des nominalen japanischen
Sozialprodukts. Die Amerikaner hatten während der dreißiger Jahre “nur” einen Verlust in Höhe eines jährlichen
Sozialprodukts erlitten (dem von 1929). Wenn man sich vor Augen hält, dass das reale Sozialprodukt der USA während der Depression
in vier Jahren um insgesamt 46% einbrach und die Arbeitslosenquote auf 25% anstieg, war die durchschnittliche Wachstumsrate
Japans von etwas unter 2% pro Jahr (es gab ein paar Minirezessionen zwischendurch) eine richtige Erfolgsstory, ebenso die
Tatsache, dass die Arbeitslosenquote in diesen langen Jahren unter 5,5% gehalten werden konnte. Japan hat aus den amerikanischen
Erfahrungen gelernt und nicht viel falsch gemacht.
Das Hauptproblem, mit dem die japanischen Wirtschaftspolitiker zu kämpfen hatten, war das Bestreben von Haushalten,
Banken und anderen Unternehmen, ihre Schulden abzubauen. Sie hatten während der “Bubblejahre” den Kauf von Aktien,
Immobilien (und Anteilen an Golfclubs!) zunehmend mit Krediten finanziert, die Banken waren da nicht kleinlich, und die
Produktionsunternehmen hatten in den vorangegangenen langen Jahren der Hochkonjunktur auf Teufel komm raus investiert,
ebenfalls zunehmend auf Pump. Als die Blasen platzten, waren sie alle auf einmal finanziell unter Wasser – die
Schulden waren höher als der Wert der Aktien und Immobilien, die sie damit finanziert hatten.
Den japanischen Schuldnern ging aber im großen Ganzen nicht das Geld aus, wie Richard Koo betont. Die
Arbeitslosigkeit hielt sich ja in Grenzen. Ähnlich war es im Unternehmenssektor: Die Anzahl der Insolvenzen stieg zwar stark an,
es kam aber nicht zu einem Flächenbrand. Die Banken hatten nämlich, nicht zuletzt auf Drängen der Regierung, viel Geduld beim
Eintreiben ihrer Forderungen und tendierten dazu, im Zweifel die Kredite zu verlängern und die Schuldner so am Leben zu halten
(Die Zinsen waren ohnehin schon bald in der Nähe von Null). Dafür wurden die Banken ihrerseits von der Regierung mit nachrangigen
Krediten, die Eigenkapitalcharakter hatten, unterstützt.
Sowohl die Haushalte als auch der Staat hatten im Übrigen noch 1990 gewaltige Finanzierungsüberschüsse (10% und 2%
des BIP) und standen insofern viel besser da als ihre heutigen Pendants in den USA und Großbritannien. Die Haushalte waren nach
dem Crash der Vermögenspreise allerdings gezwungen, ihre Ersparnis zurückzufahren: Trotz Schuldenabbau wollten sie ihren
Lebensstandard nicht zu sehr einschränken – was sich aber trotzdem nicht vermeiden ließ. Nach der anhaltenden Schwäche
des privaten Verbrauchs zu urteilen, gilt das auch heute noch.
Dass die japanische Wirtschaft nach dem Vermögensschock so gut über die Runden kam, lag sicher nicht allein und
auch nicht vor allem an der Geldpolitik. Koo zeigt, dass niedrige Zinsen die Nachfrage und damit die Konjunktur nicht stimulieren
können, wenn alle bestrebt sind, erst einmal ihre Schuldenberge abzutragen. Der japanische Unternehmenssektor als Ganzes hatte
1990 noch ein lehrbuchgerechtes Finanzierungsdefizit von etwa 10% des BIP – bis 2004 war daraus im Verlauf der
Schuldentilgungsorgie ein Überschuss von rund 8% geworden. Dieser Swing hätte leicht eine Katastrophe auslösen können. Was
Japan entscheidend geholfen hat, war die Bereitschaft des Staates, Budgetdefizite gewaltigen Ausmaßes hinzunehmen, ebenso wie
es half, dass Herr und Frau Watanabe, die japanischen Müller, Meiers, Schmidts, beschlossen, es mit dem Sparen nicht zu
übertreiben. Anders als während der amerikanischen Depression konnte so die gesamtwirtschaftliche Nachfrage einigermaßen
stabilisiert werden.
Die Lehre, die daraus zu ziehen ist, und die Koo zieht, lautet: Wenn die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen
wegbricht, weil sowohl die Unternehmen als auch die Haushalte an nichts anderes denken, als ihre individuellen Bilanzen in
Ordnung zu bringen, muss der Staat ran. Niedrige Zinsen und eine Stützung des Finanzsektors helfen dabei, sind sogar
unverzichtbar, aber ohne einen verschuldungswilligen Staat geht es nicht. Obwohl es wünschenswert wäre, müssen nicht alle
staatlichen Ausgaben und Steuersenkungen optimal sein – wichtiger ist, dass überhaupt Ersatz für den Ausfall der privaten
Nachfrage geschaffen wird. Wenn der Staat nicht energisch eingegriffen hätte, wäre es auch in Japan zu einer Depression gekommen.
Wie die obigen beiden Graphiken eindrucksvoll belegen, haben Japans Budgetdefizite und staatlichen Schuldenberge
bisher nicht dazu geführt, dass die Inflationserwartungen und mit ihnen die Renditen der Regierungsanleihen in die Höhe gegangen
sind. Ganz im Gegenteil, sowohl der Yen als auch die Schuldverschreibungen der öffentlichen Hand gelten als die sichersten
Geldanlagen überhaupt. Ich denke, die Sache sähe anders aus, wenn Japan nicht ein so großer Gläubiger gegenüber dem Rest der
Welt gewesen wäre. Aber Deutschland ist in einer ähnlichen Situation und hat daher beträchtlichen Spielraum. Gerade sind die
Renditen der 10-jährigen Bundesanleihen auf 3,00% gefallen, trotz aller Stützungsaktionen und Konjunkturprogramme der Regierung.
Auch Euroland als Ganzes steht sehr gut da und hat Spielraum für eine deutlich expansivere Finanzpolitik.
baer45: Die japanische Krise unterscheidet sich in wesentlichen Teilen von unserer momentanen Krise. Japan war
und ist ein Land mit sehr großen Exportüberschüssen. Die USA dagegen sind ein Land mit riesigen Importüberschüssen. Damals war im
wesentlichen nur Japan betroffen, heute geht es weit über die USA hinaus. Damals konnte Japan ihre Vermögensblase zum Teil über
den Yen Carry Trade exportieren und die Kollateralschäden
waren begrenzt. Allerdings ziehen momentan wieder die Probleme, mit der teilweisen Auflösung des Yen Carry Trade (Yen-Aufwertung),
nach Hause zurück. Der heutige US-$ Carry Trade, der u. A. den Yen Carry Trade ersetzt, hat jedoch eine ganz andere
Größenordnung und erzeugt schon jetzt massiv neue Vermögensblasen und würgt die wirtschaftliche Entwicklung über die
Inflationierung der Energie- und Rohstoffpreise ab. Wie sieht die Hilfe aus, wenn die neuen Vermögensblasen platzen werden?
Probleme in die Zukunft zu verschieben und sie gleichzeitig zu vergrößern ist selten eine Lösung.
Der DAX®-Verlauf in 2009
Der DAX® ist fair aber nicht preiswert bewertet. Berücksichtigt man die neuen Bilanzierungsregeln für
den Finanzbereich könnte er im Bereich von 15 liegen. Einer der 4 Werte dieser Branche schreibt eh schon Verluste und immerhin
gehören 2 andere zu den Schwergewichten im DAX®. Insgesamt hat die Finanzbranche ein Gewicht von fast 18 %. Eine gute
Einstiegsmarke ist ein KGV im Bereich von 10. Der Verlauf übers Jahr gesehen ist im Nachhinein nicht so überraschend. Spätestens seit dem Frühjahr
kaufen die Großbanken im Eigenhandel praktisch alles hoch. Im Spätsommer kam die Maschinerie dann ins Stottern um dann doch noch eine
kleine Jahresendrallye hinzulegen. Während dieser Zeit verabschiedeten sich sowohl in den USA als auch bei uns immer
mehr Kleinanleger von der Aktienbörse. Viele haben die Nase voll von der hohen Volatilität im letzten Jahrzehnt und haben inzwischen die Illusion
verloren, die Aktienanlage könnte eine gute Altersabsicherung sein. Je weiter wir steigen umso mehr Kleinanleger kommen in den
Bereich ihrer Einstiegskurse und werden die Flucht ergreifen. Ähnlich verhält sich manche Lebensversicherung und Pensionskasse.
Zu guter Letzt machen die Großbanken unter sich aus wer demnächst Pleite gehen wird. Viele Firmen arbeiten an der Reduzierung ihrer Kosten und hoffen so durch die Krise zu kommen. Wir werden deshalb wahrscheinlich jetzt eine
Phase erleben in der die Umsätze stärker als die Gewinne fallen werden und damit die Arbeitslosenzahlen stärker zulegen werden. Sollte die eine Hälfte der Wirtschaftsexperten recht bekommen
und die Weltwirtschaft fällt in 2010 zurück in die Rezession, sieht es noch mieser aus. Die andere Hälfte der Experten sieht nur ein geringes
Wachstum. Nur wenige absolute Optimisten sehen die Wirtschaft brummen. Dabei ist die Lage in den USA, berücksichtigt man die hedonistischen Datenverfälschungen,
schlechter wie in vielen anderen Gegenden der Welt. Es ist nicht absehbar, dass der US-Konsument seinen Sparpfad verlassen
wird. Damit wird es wahrscheinlich mit dem Auslaufen der Konjunkturprogramme weiter bergab gehen oder es werden massiv neue
Konjunkturprogramme aufgelegt, welche die Staatsverschuldungen in noch kritischerere Bereiche treiben werden.
Renditen im DAX® bei langfristiger Anlage
Im Mai 2004 beschäftigten wir uns das erste Mal ausführlich mit der Problematik der
langfristigen Spekulation.
Seit dem führen wir unsere Tabelle bezüglich Renditen bei langfristigen DAX®-Anlagen weiter und erweitern sie
um einen virtuellen Ausstieg am 30.12.2009 (Tagesschlusskurs). Der
Einstiegszeitpunkt war jeweils am Jahresanfang:
Einstiegsjahr:
1960
1965
1970
1975
1980
1985
1988 (*)
1990
1995
2000
2005
Rendite p. a. in % Ausstieg: 27.12.02:
4,51
4,77
4,67
7,14
7,91
7,07
7,21
3,51
3,98
-25,15
-,--
Rendite p. a. in % Ausstieg: 29.12.03:
5,19
5,54
5,55
8,11
9,05
8,56
8,97
5,72
7,40
-12,54
-,--
Rendite p. a. in % Ausstieg: 29.12.04:
5,24
5,58
5,61
8,09
8,99
8,50
8,88
5,83
7,40
-8,85
-,--
Rendite p. a. in % Ausstieg: 30.12.05:
5,68
6,07
6,16
8,67
9,65
9,34
9,84
7,07
9,09
-3,63
26,32
Rendite p. a. in % Ausstieg: 29.12.06:
6,00
6,59
6,56
9,06
10,08
9,88
10,45
7,89
10,11
-0,33
24,09
Rendite p. a. in % Ausstieg: 28.12.07:
6,32
6,77
6,95
9,44
10,50
10,39
11,00
8,65
11,00
2,26
23,51
Rendite p. a. in % Ausstieg: 30.12.08:
5,07
5,36
5,35
7,50
8,17
7,59
7,77
5,27
6,17
-3,70
2,90
Rendite p. a. in % Ausstieg: 30.12.09:
5,42
5,74
5,78
7,94
8,66
8,20
8,45
6,13
7,27
-1,24
6,79
(*): DAX®-Gründung; vorherige Werte sind simuliert.
Basis: jeweils 1. Tagesschlusskurs des Einstiegsjahres (Ausnahme Gründungszeitpunkt 1988 0.00 Uhr: 1000)
ACHTUNG: Die ausgewiesene Rendite ist immer ein Zinseszins! Gilt auch für negative Renditen.
Es ist ersichtlich, dass der Einstiegs- und der Ausstiegszeitpunkt auch bei der
langfristigen Anlage nicht unerheblich ist. Das Gegenteil behaupten nur Verkäufer von Finanzprodukten. Sie
wollen ihren Laden nicht immer wieder schließen müssen. Dann gibt es noch viele geistig Minderbemittelte
die deren Verkaufsargumente einfach nachplappern. Es ist auch empfehlenswert temporär
überhaupt keine Aktien zu besitzen. Das kann die Rendite erheblich heben (Michael O'Higgins).
Ein akzeptables "Timing" ist und bleibt das A und O der Aktienanlage.
Mitte Dezember beleuchtete J o a c h i m D r e y k l u f t in
der Financial Times (Deutschland)
einige Hintergründe zur aktuellen Entwicklung an den Börsen.
Perverse Wette auf den Nicht-Aufschwung
Aktien steigen und steigen. Die 6000-Punkte-Marke steht wie Weihnachten vor der Tür. Dabei hängt die Rally am
billigen Geld - und damit an einer langsamen Konjunkturerholung.
Der Anleger hat Anspruch auf eine Jahresendrally. Nein, dieser Satz steht nicht im Aktiengesetz. Dennoch scheint
er fast Gesetzeskraft zu haben. In den vergangenen Jahren war der plötzliche Kursanstieg im Dezember fast immer zu beobachten.
Selbst im Absturzjahr 2008 mit dem Tiefpunkt der Lehman-Pleite gab es in der letzten Handelswoche ein Plus, dessen Dynamik den
Dax zu Beginn dieses Jahres sogar über 5000 Punkte trieb. Auch jetzt zieht eine runde Tausendermarke die Anleger wie magisch
an: Die 6000 muss es sein.
Die Gründe für die alljährliche Weihnachtseuphorie sind hinlänglich bekannt: Viele institutionelle Investoren
handeln bereits nicht mehr oder nur noch eingeschränkt. In einem ausgedünnten Markt ziehen wenige Kauforders den Markt
überproportional an. Fondsmanager, die per Stichtag 31. Dezember Rechenschaft über ihr Portfolio ablegen müssen,
kaufen noch ein paar Stück von den Gewinnern des Jahres, um nicht dumm dastehen zu müssen.
Dazu kommt der Verfallstag am dritten Dezemberfreitag, der optimistischen Terminmarktspekulanten Anlass gibt,
im Vorfeld noch ein paar Euro in den Kassamarkt zu gießen, um den Wert ihrer Optionen und Futures zu treiben.
"Hexensabatt" ist am kommenden Freitag. Das Verhältnis von Put- zu Call-Optionen rutschte Mitte Dezember unter eins. Diejenigen,
die Interesse an steigenden Kursen haben, sind also in der Überzahl.
Wichtig ist aber die Frage: Wie nachhaltig ist die Jahresendrally 2009? Denn 2007 und 2008 endete die Euphorie
in Katzenjammer. Vor knapp zwei Jahren drückten Berichte über den betrügerischen Aktienhändler Jérôme Kerviel den Dax
innerhalb weniger Wochen um mehr als 1000 Punkte. Ähnlich im Januar 2009: Furcht vor einem Mega-Absturz der Weltwirtschaft
sorgte für einen Dax-Fall von 1400 Punkten.
Dann folgte, was Spötter zunächst als "E-Mail-Rally" bezeichneten: Citigroup-Chef Vikram Pandit ließ im März
einen internen elektronischen Brief an die Medien durchsickern, in dem er wieder einen Gewinn auf Quartalssicht andeutete.
Die Banken hatten bemerkt, dass Leitzinsen bei null für sie eine Lizenz zum Gelddrucken darstellen. Die Gewinne der Geldhäuser,
die sich im Investmentgeschäft auskennen, stiegen innerhalb weniger Quartale auf Vor-Lehman-Niveau. Die Kursanstiege
beruhigten auch die Nichtfinanzwirtschaft. Und Konjunkturindikatoren wie Börsenindizes bildeten weltweit hübsche
V-Formationen aus.
Doch der linke Teil eines Ws sieht halt auch aus wie ein V. Was spricht bei europäischen Aktien dafür, dass es
so kommt? Die Unlogik der Aufwärtsbewegung und die mangelnde Nachhaltigkeit der zu beobachtenden Gründe.
Da ist vor allem die Liquiditätsschwemme. Es ist nicht erwirtschaftetes oder erspartes Geld, das die
Indizes treibt, sondern geliehenes Notenbankgeld. Das wird daran deutlich, dass neben Aktien auch Rohstoffe und
Unternehmensanleihen massiv im Preis gestiegen sind. Bei vielen Investoren herrscht schlichter Anlagenotstand.
Der dürfte aber blitzschnell ins Gegenteil umkehren, sobald die Notenbanken, insbesondere die Fed, signalisieren, dass es
bei den Zinsen wieder aufwärts geht. Die Akteure am Aktienmarkt gehen in der Mehrheit davon aus, dass sie noch Monate Zeit
haben. Allein das spricht dafür, dass es schneller kommt.
Ein weiterer Grund für Wachsamkeit ist der derzeit extreme Gleichlauf der europäischen Börsen mit dem US-Markt.
Wenn in den USA nicht gehandelt wird, herrscht in Europa oft Mikadostimmung.
Dabei ist vieles, was US-Aktien treibt, schlecht für hiesige Papiere. Die Dow-Jones-Rally ist zu einem Gutteil
getrieben vom niedrigen Dollar. Aber warum sollte der ein Grund sein, deutsche Aktien zu kaufen?
US-Investoren wetten derzeit geradezu darauf, dass die Phase der konjunkturellen Unsicherheit noch lange anhält.
Sie betteln darum, dass kein kräftiger Aufschwung kommt. Das zeigte sich in den vergangenen Wochen, als positive Zahlen vom
US-Arbeitsmarkt und ein optimistisch stimmender ISM-Einkaufsmanagerindex in der unmittelbaren Reaktion zu sinkenden
Kursen führten. Bitte, bitte, liebe Konjunktur, werde nicht so stark, dass die Fed uns das schöne billige Geld wieder wegnimmt!
Dieses Flehen spricht aus den Charts jener Tage, etwa am Freitag vorvergangener Woche. Wer diese perverse Wette auf den
Nicht-Aufschwung mitmacht, muss den Verkaufsknopf stets in Reichweite haben.
baer45: Mit dem von den Notenbanken geliehenen Geld treiben die Banken fast alle Anlageklassen in die Höhe.
Besonders austoben tun sie sich bei Lebensmittel, Energie- und anderen Rohstoffen. Dass sie auch den Goldpreis nach Norden
treiben, wäre noch zu verschmerzen. Aber teurere Lebensmittel vergrößern den Hunger in der Welt und die explodierenden
Rohstoff- und Energiepreise tun ein Übriges damit die Wirtschaft nicht ans Laufen kommt. Damit bleiben die Zinsen unter Garantie
am Boden und das Spiel kann unter den Augen der unfähigen (korrupten?) Politik weiter gehen.
Rangfolge - Dividendenstrategie (Burr/Graham)
Die Kandidaten:
Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht
genießen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die Lektüre von
Bärische Warnungen unter
Strategien.
Rang
Code
Name
Dividendenrendite
1
DTE
DT.TELEKOM
7,58 %
2
RWE
RWE
6,62 %
3
SDF
K+S
6,00 %
4
LHA
LUFTHANSA
5,96 %
5
EOAN
E.ON
5,13 %
6
MUV2
MUENCH.RUECKVERS.
5,06 %
7
TKA
THYSSENKRUPP
4,92 %
8
BAS
BASF
4,49 %
9
DPW
DEUTSCHE POST
4,45 %
10
ALV
ALLIANZ
4,02 %
Die Bewerber:
Rang
Code
Name
Dividendenrendite
11
MAN
MAN
3,67 %
12
DB1
DEUTSCHE BOERSE
3,62 %
13
VOW3
VOLKSWAGEN
3,03 %
14
MEO
METRO
2,77 %
15
BAYN
BAYER
2,50 %
Anleger in andere Varianten der Dividendenstrategie,
können sich diese sehr einfach aus obigen Tabellen
zusammenstellen. "Top 12" entspricht Rang 1 bis 12.
"Top 5" entspricht Rang 1 bis 5.
Rangfolge - Dogs of the ... - Low Five (O'Higgins)
Die Kandidaten:
Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht
genießen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die
Lektüre von Bärische Warnungen unter
Strategien.
Rang
Code
Name
Kurs
1
DTE
DT.TELEKOM
10,290
2
LHA
LUFTHANSA
11,750
3
DPW
DEUTSCHE POST
13,485
4
TKA
THYSSENKRUPP
26,400
5
EOAN
E.ON
29,230
Die Bewerber:
Rang
Code
Name
Kurs
6
SDF
K+S
39,990
7
BAS
BASF
43,460
8
RWE
RWE
67,960
Rangfolge nach Gewicht
Rang
Code
Name
Gewicht
1
EOAN
E.ON
10,09 %
2
SIE
SIEMENS
9,85 %
3
BAYN
BAYER
8,70 %
4
BAS
BASF
7,50 %
5
ALV
ALLIANZ
7,40 %
6
DAI
DAIMLER
5,98 %
7
DTE
DT.TELEKOM
5,76 %
8
DBK
DEUTSCHE BANK
5,75 %
9
SAP
SAP
5,32 %
10
RWE
RWE
5,32 %
Die 10 größten Aktiengesellschaften haben heute im DAX® ein Gewicht von
71,67 %. Ihr Anteil hat, seit unserer Bewertung Ende September 2009, geringfügig zugenommen.
Im gleichen Zeitraum hat das Gewicht der Technologie (DT.TELEKOM + INFINEON TECH. + SAP + SIEMENS = 21,72 %)
abgenommen. Zu den "billigen" Teilnehmern gehören durchgehend die DEUTSCHE BANK, ALLIANZ und MUENCH.RUECKVERS.
COMMERZBANK steht außerhalb und ist unzweifelhaft eine Zombiebank unter staatlichem Einfluss. Wenn man bedenkt,
dass die Kurse hauptsächlich durch den Eigenhandel der Banken angetrieben werden, wirft dies einen erleuchtenden
Schein auf diese Branche. Die Banken wissen welchen Schrott sie den Versicherungen verkauft haben. Sie haben daher eine Ahnung welche Leichen
in eigenen und fremden Kellern liegen. Scheinbar stinken diese bis in die Vorstandsetage hoch. Es ist bekannt, dass
Banken Hochhäuser lieben und der Vorstand sitzt meistens ganz oben.
Einzelergebnisse 2009
Rang
Name
Veränderung in %
1
INFINEON TECH.
+304,17
2
DEUTSCHE BANK
+77,58
3
VOLKSWAGEN VZ
+72,91
4
HENKEL
+61,27
5
BASF
+56,73
6
METRO
+49,00
7
BAY.MOTOREN WERKE
+47,15
8
LINDE
+40,62
9
MAN
+40,60
10
DAIMLER
+39,44
11
THYSSENKRUPP
+39,24
12
ADIDAS
+39,17
13
BAYER
+34,68
14
SAP
+30,74
15
SALZGITTER
+24,44
DAX®
+23,85
16
SIEMENS
+21,89
17
FRESENIUS
+20,25
18
ALLIANZ
+16,20
19
DEUTSCHE BÖRSE
+14,17
20
DEUTSCHE POST
+13,22
21
FRESEN. MED. CARE
+10,90
22
BEIERSDORF
+9,36
23
RWE
+6,69
24
K+S
+5,59
25
LUFTHANSA
+5,00
26
E.ON
+2,78
27
MERCK
+1,01
28
MUECHNER RÜCK.
-2,10
29
DT. TELEKOM
-4,28
30
COMMERZBANK
-11,37
Dieses Jahr war es kein Ding der Unmöglichkeit unseren Index zu schlagen. Immerhin lief die Hälfte der
Mitglieder besser. Die beiden Spitzenreiter (INFINEON TECH. und DEUTSCHE BANK) hatten wahrscheinlich aber nur sehr Mutige im Depot.
Die überwiegende Mehrheit der Fonds hat es dieses Jahr wieder nicht geschafft den Index zu schlagen. Da war man sicherlich
mit einem Index-ETF
besser aufgehoben. Eine glückliche Hand hatten sicherlich jene, die im März/April eingestiegen sind und jetzt jederzeit
zur Flucht bereit sind. Wer jetzt noch auf mittlere Sicht einsteigen will ist außergewöhnlich mutig und wird sehr viel Glück brauchen.
Aber unmöglich ist nichts!
Kurzer Blick auf den Chart
REX®: Deutscher Rentenindex (hier Performanceindex, also inklusive Zinsen)
DAX®: Deutscher Aktienindex (hier Performanceindex, also inklusive Dividenden)
Der langweilige Rentenindex
schlägt in den verflossenen 10 Jahren den DAX® überdeutlich. Dabei hätte der Investor auch noch wesentlich
ruhiger schlafen können. Die Aussage "die Aktienanlage ist immer die performantere Anlage" stimmt also offensichtlich
nicht. Die Verkäufer von Aktienfonds wollen damit die Anleger nur in eine überteuerte Anlage locken. Wenn man zu einem anderen
Zeitpunkt als hier angegeben in den DAX® eingestiegen wäre, hätte der DAX® den
Deutschen Rentenperformanceindex geschlagen. Dieses Timing ist aber, nach Aussage der Aktienfondsverkäufer, nicht
möglich. Sie wollen eben immer was verkaufen - ob sinnvoll oder nicht. Daraus kann man nur den Schluss ziehen:
Finger weg von derartig überteuerten Produkten! Wenn man sich ein akzeptables Timing zutraut (es muss nicht
optimal sein), kauft man zum gegebenen Zeitpunkt Aktien oder ETF's. Schon beim Kauf an die Ausstiegsstrategie denken!
Wer sich das nicht zutraut bleibt besser vom Aktienmarkt fern. Auch Produkte die
in ihren Regelwerken ein sinnvolles Timing über eine hohe Aktienquote verhindert haben sind nicht sinnvoll. Dies bedeutet aber nicht, jetzt in
Rentenpapiere einzusteigen. Die Preise sind momentan außergewöhnlich hoch, können aber noch weiter steigen aber auch
deutlich zurückgehen. Man muss also entscheiden, ob in absehbarer Zeit eine Deflation oder Inflation wahrscheinlicher ist.
Wie bei Aktien gibt es die sinnvolle Wahl zwischen dem Kauf vom Index (ETF) oder von Einzelwerten. Volatilitäten können
auch am Rentenmarkt erheblich sein.
Im Dezember führte M a r k D i t t l i
(Finanz und Wirtschaft - gefunden im Tagesanzeiger)
ein Interview mit Richard C. Koo, dem Chefökonomen des Nomura Research Institute bezüglich staatlichen Konjunkturprogrammen in
der jetzigen Lage.
«Dann implodiert das Wirtschaftswachstum»
Richard C. Koo, Chefökonom des Nomura Research Institute, sieht bedenkliche Parallelen zwischen der
wirtschaftlichen Entwicklung in den USA und der früheren Entwicklung Japans.
Die Welt stand am Abgrund, aber der Absturz konnte verhindert werden. Die meisten Volkswirtschaften sind
spätestens im dritten Quartal zu Wachstum zurückgekehrt, die Kapitalmärkte haben sich erholt. Also ist alles gut? Nein,
warnt Richard Koo. Der Chefökonom des Nomura Research Institute warnt vor einem tückischen Schuldenabbauprozess, der die
Wirtschaft in Form einer sogenannten Bilanzrezession über Jahre belasten wird (siehe Box). Nur dank staatlichen
Stimulusprogrammen könne ein neuer Rückfall verhindert werden, sagt der Mann, der wie kein anderer die Entwicklung Japans
in den vergangenen zwei Jahrzehnten kennt. Koo geht mit den westlichen Notenbanken hart ins Gericht: Quantitative
Lockerung sei wirkungslos, ist er überzeugt.
Herr Koo, steckt die amerikanische Wirtschaft in einer Bilanzrezession?
Ja. Man sieht das am Verhalten der Konsumenten: Trotz extrem tiefer Zinsen bauen sie Schulden ab, sie durchlaufen einen
Deleveraging-Prozess. Sie sind sich bewusst, dass sie zu teure Vermögenswerte mit geborgtem Geld erworben haben. Nun sind die
Preise der Vermögenswerte - vor allem Immobilien - eingebrochen, die Schulden sind geblieben. Die Bilanzen von Millionen
Hausbesitzern und Kleinunternehmen sind überdehnt. Jeder tut jetzt für sich das Richtige und baut Schulden ab. Doch wenn es
alle gleichzeitig tun, fällt die Wirtschaft in eine Bilanzrezession - ein gefährlicher Zustand. Das gilt für die USA und mit
Sicherheit auch für Grossbritannien und Spanien.
Im dritten Quartal ist die US-Wirtschaft um 2,2 Prozent gewachsen. Kann es nicht sein, dass wir es mit
einer ganz normalen, hauptsächlich vom Lagerzyklus getriebenen Rezession zu tun hatten?
Nein, es ist eine Bilanzrezession, die Ende 2007 begonnen hat. Mitten in diesen Prozess platzte eine unglaubliche Dummheit:
der Untergang von Lehman Brothers. Ich werde nie verstehen, weshalb Fed-Chef Bernanke und Schatzsekretär Paulson damals
entschieden hatten, Lehman fallen zu lassen. Das Land stand bereits in der Rezession, eine systemische Bankenkrise war seit
Monaten im Gang, und dann kam dieser Schock dazu.
Es war ein Fehler, Lehman zu opfern?
Eine kolossale Dummheit. Die Weltwirtschaft geriet in freien Fall. Das war die Konsequenz des Lehman-Fehlers. Erst allmählich
realisierten Regierungen und Notenbanker den Ernst der Lage. Über die Folgemonate wurden weltweit rund 9000 Milliarden Dollar
in Form von Kapitalinjektionen in Banken, Stimulusprogrammen und monetärer Lockerung in die Schlacht geworfen. Mit diesem
Gewaltaufwand wurde die Weltwirtschaft aufgefangen. Nun stehen wir wieder dort, wo wir schon vor dem Lehman-Debakel waren:
Der US-Markt für Wohnimmobilien hat sich dank Staatshilfen stabilisiert, die Preise für Geschäftsimmobilien sinken weiter,
Konsumenten tilgen Schulden.
Aber die Unternehmen nehmen doch weiter Schulden auf. Wir erlebten 2009 einen Boom mit Bondemissionen.
Tatsächlich wurden viele Bonds emittiert, doch man muss schauen, wofür die Unternehmen das Geld benötigen. Der grösste Teil
wurde benutzt, um Liquidität zu sichern und alte Schulden abzulösen. Nur ein kleiner Teil wird für zukunftsgerichtete
Investitionen verwendet. Zudem darf nicht vergessen werden, dass ein Grossteil einer Volkswirtschaft aus kleinen Unternehmen
besteht, die keinen Zugang zum Bondmarkt haben. Wer die Flow-of-Funds-Statistik der US-Notenbank betrachtet, sieht klar,
dass sowohl die privaten Haushalte wie auch der Unternehmenssektor in einem Deleveraging-Prozess stecken.
Amerikas Verbraucher haben zu hohe Schulden angehäuft. Nun steigt die Sparquote, Schulden werden abgebaut.
Das ist doch eine gesunde Entwicklung.
Langfristig ja. Jedes Individuum handelt richtig. Doch wenn es alle gleichzeitig tun, sackt die Wirtschaft ab. Das ist der
gefährliche Prozess: Die Sparquote steigt zu rasch, eine Nachfragelücke entsteht, was die Rezession verschärft. Die
Arbeitslosenrate steigt, und als Folge davon sinkt das Haushaltseinkommen. Damit steht den Konsumenten weniger Geld für
den Schuldenabbau zur Verfügung, und sie müssen ihre Sparquote weiter erhöhen - ein Teufelskreis, wie er während der
Grossen Depression oder im Japan der Neunzigerjahre zu beobachten war. In Japan waren es einfach die Unternehmen und nicht
die Konsumenten, die überschuldet waren. Das Muster ist das gleiche.
Was ist das Rezept dagegen?
Wenn alle privaten Segmente der Volkswirtschaft - Konsumenten, Unternehmen und überdies auch die Banken - ihre Bilanzen
sanieren, bleibt nur eine Nachfragequelle: der Staat. Stimulusprogramme sind das einzige Mittel, um eine Bilanzrezession
zu bekämpfen.
Derartige Programme wurden von diversen Regierungen beschlossen. Reichen sie aus, um das Problem zu bewältigen?
Ich fürchte nein. Die wichtigsten zwei Programme waren dasjenige Chinas im November 2008 und das der USA im Februar 2009.
Die Chinesen haben richtig gehandelt: Sie erkannten die Dramatik der Lage und folgten dem Motto <Lieber zu viel als zu wenig>.
In den USA sieht die Sache etwas anders aus: Das 787 Milliarden Dollar schwere Programm war zwar wichtig,
aber es wird nicht reichen. Während der Dauer des Deleveraging-Prozesses müssen nahtlos staatliche Stimulusprogramme
bereitstehen, um die Nachfrage zu überbrücken.
Wie lange dauert dieser Prozess denn?
Wenn die Politik keine groben Fehler begeht, sollten wir wahrscheinlich mit drei bis fünf Jahren rechnen.
Und während dieser Zeit müssen staatliche Stimulusprogramme laufen?
Ja, und zwar im grossen Stil.
In Washington regt sich aber jetzt schon grosser Widerstand gegen die Schuldenwirtschaft des Staates.
Diese Entwicklung macht mich besorgt. Die Politiker glauben immer noch, es handle sich beim Erlebten um eine normale Rezession.
Sie sehen die Gefährlichkeit eines ausgedehnten privaten Schuldenabbauprozesses nicht. Wird zu früh auf eine Sanierung des
Staatshaushalts gesetzt, implodiert das Wirtschaftswachstum, und die Rechnung für den Staat wird teurer. In Japan wurde dieser
Fehler 1997 und 2001 begangen, die USA tappten 1937 in die Falle.
Das US-Budgetdefizit beläuft sich bereits auf 10% des Bruttoinlandprodukts, die Staatsschuld steigt.
Wie soll es möglich sein, neue Stimuli zu finanzieren?
Während einer Bilanzrezession herrscht wenig Nachfrage nach Krediten, in der Wirtschaft entstehen Überschussersparnisse.
Die Ausweitung der Staatsschulden kann also im Inland finanziert werden. Die Frage, ob die Chinesen und die Araber
weiterhin US-Treasuries kaufen, ist in diesem Kontext nicht entscheidend.
Aber irgendwann kommt doch der Punkt, an dem der Bondmarkt die Schuldenwirtschaft nicht mehr akzeptiert.
Ich weiss nicht, wo dieser Punkt ist, aber er liegt viel weiter weg, als man denkt. Japan kann seine Schulden
problemlos finanzieren, die Zinsen sind tief geblieben. Grossbritanniens Staatsschuld belief sich 1945 auf 250% des
Bruttoinlandprodukt , und das Land ist daran nicht zugrunde gegangen.
In Japan wurden neunzehn Jahre lang Hunderte Milliarden Dollar in Stimulusprogramme investiert,
doch das Land kommt nicht vom Fleck.
Japan erlebte mit den Platzen der Heisei-Blase von 1989 einen Schock, der Assets in Höhe des dreifachen Bruttoinlandprodukt
vernichtete. So gesehen war er dreimal schlimmer als der US-Börsencrash von 1929, der die Grosse Depression auslöste.
Das Land erlebte eine mehr als zehnjährige Bilanzrezession, während deren die Unternehmen ihre Bilanzen sanierten und
auf Investitionen verzichteten. Trotzdem sank das Bruttoinlandprodukt nie, sondern expandierte durchschnittlich 1,2 Prozent
pro Jahr. Zum Vergleich: Von 1929 bis 1933 brach das US-Bruttoinlandprodukt fast um 50 Prozent ein, die landesweite
Arbeitslosenquote erreichte 25 Prozent. Die Tatsache, dass Japan die schlimmste Bilanzrezession aller Zeiten gemeistert hat,
ohne in eine Depression zu fallen, ist ein grosser Erfolg. Im Westen will man das einfach nicht wahrhaben.
Diverse Notenbanken haben ihre Bilanz im Rahmen der quantitativen Lockerung massiv ausgeweitet.
Hilft das in der Bekämpfung der Bilanzrezession?
Nein. Es hat in Japan nicht genützt, und jetzt finden auch das Fed und die Bank of England heraus, dass die Geldpolitik in
dieser Art von Rezession machtlos ist: Die Zinsen stehen auf null, doch die Banken wollen keine Kredite vergeben, und
Konsumenten sowie Unternehmen wollen kein neues Fremdkapital aufnehmen. Die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes sinkt weiter.
Die Leute im Fed und in der Bank of England sind nur zu arrogant, zuzugeben, dass sie mit ihrem Latein am Ende sind.
Was sollten die Notenbanken denn tun?
Wenig. Die Stimuluspolitik ist der Staatsrechnung zu überlassen, das Fed sollte die Qualität seiner Bilanz schützen.
Wenn die Marktteilnehmer plötzlich zur Erkenntnis kommen, dass die Bilanz des Fed in einem schlechteren Zustand ist als die
Bilanz der Citigroup, dann wird's schlimm.
Thema Citigroup: Die meisten US-Banken haben ihre aus dem staatlichen Tarp-Programm erhaltene
Kapitalhilfe zurückgezahlt. Ist das nicht ein gutes Zeichen?
Zunächst: Das Tarp-Programm war nötig und richtig. Nur hat Schatzsekretär Timothy Geithner einen Riesenfehler begangen,
als er den Banken erlaubte, das Kapital so früh zurückzuzahlen. Die Kreditklemme ist Tatsache, die Banken verschärfen ihre
Kreditkonditionen immer noch. Wir steuern auf eine Situation hin, in der die Banken weiterhin unterkapitalisiert sind - es
aber freilich nicht eingestehen - und keine Kredite vergeben wollen. Eine weitere Runde von Kapitalinjektionen wird nötig sein.
Wäre es nicht besser, der reinigenden Kraft der Zerstörung freien Lauf zu lassen, ohne Bankenhilfe,
ohne Stimulusprogramme, ohne quantitative Lockerung?
Dann wäre die Welt in eine neue Grosse Depression gefallen. Und früher oder später wäre irgendwo ein neuer Adolf Hitler
aufgetaucht, davon bin ich überzeugt.
Im Sommer 2008 hat China den Yuan wieder an den Dollar gebunden und trägt so die expansive
Geldpolitik des Fed mit. Was halten Sie davon?
Eine Konsequenz davon ist die Tatsache, dass in China derzeit eine neue Immobilienblase entsteht. Die Regierungen aller
asiatischen Länder sähen es gerne, wenn der Yuan graduell aufgewertet würde. Aber ich verstehe Peking: 70% der
Bevölkerung sind Bauern, die auf qualitativ schlechtem Land arbeiten. Würde der Yuan aufgewertet, würde Getreide
aus dem Ausland, vor allem Weizen, den inländischen Markt überschwemmen und den Bauern die Lebensgrundlage entziehen.
Es bräuchte eine Art Gentleman's Agreement zwischen China und den grossen Getreideexporteuren wie Kanada, den USA und
Brasilien: Wir werten den Yuan auf, wenn ihr uns versprecht, China nicht mit Getreide zu überschwemmen.
Das könnte funktionieren.
baer45: Wenn Koo recht hat und es sieht mindestens teilweise so aus, sind die Aktionen der Notenbanken
mit den Zinssenkungen größtenteils kontraproduktiv (das billige Geld dient nur der Spekulation und wird in Wirklichkeit
kaum gebraucht) und Steuersenkungen blödsinnige Klientelpolitik. Es wäre sogar erlaubt die Steuern zu erhöhen um
notwendige Konjunkturprogramme mit zu finanzieren.
Résumée
Den großen Banken steht weltweit sehr billiges Geld von den Zentralbanken zur Verfügung. In den USA zu
einem Zins von fast 0%. Dabei ist die Menge kaum begrenzt. Diese großen Banken und ihre Hedge-Fonds sind momentan die
Hauptakteure an allen Börsen. Sie stehen hinter dem Großteil des Handels. Davon fällt inzwischen an den Aktienbörsen über
die Hälfte an den automatisierten Handel dieser Gruppe. Sie treiben die Anleihe-, Aktien-, Rohstoff- und Energiepreise, ohne
einer andeutungsweisen Beachtung der fundamentalen Lage oder der mittleren Zukunftsaussichten, in die Höhe.
Da ein Großteil dieses Geldes aus den USA kommt (von allen Banken die bei der Fed tanken dürfen), führt
das zu einer entsprechenden Schwächung des US-$.
Da bekanntlich an den Börsen nur die Minderheit gewinnen kann ist dies ein sehr gefährliches Spiel.
Wenn diese Blase platzt werden wieder etliche Banken beim Steuerzahler um Hilfe betteln müssen. Mit dem Hochtreiben der
Kurse hoffen unsere Banken Weitere vom "Seitenaus" in den Markt zu locken um diesen die Aktien
überteuert verkaufen zu können. Wenn es abwärts gehen sollte, wird ein riesiges Gedränge am Ausgang herrschen und nicht
jeder wird rechtzeitig den Ausstieg schaffen
Dieses Spielchen ("Reise nach Jerusalem") endet erst
wenn einer ausreichende Zahl an Großbanken das Spiel zu gefährlich wird und sie sich in Sicherheit bringen
oder wenn die Politik nicht mehr zuschaut und durch Regulierungen dieses Spekulieren auf Risiko des
Steuerzahlers unterbindet
oder wenn die Zentralbanken die Zeit mit dem "Gratisgeld" beenden sollten.
Die potentiell plötzliche Trendwende wird für keinen vorher ersichtlich werden. Der automatisierte Handel, der inzwischen mehr
als die Hälfte ausmacht und bei dem die Haltezeit von Aktien im Sekundenbereich liegt und zu keiner Anhäufung
von Aktien führt, hüllt alles in Nebel. Kein Außenstehender kann deshalb den Markt bewerten. Nur die Großbanken
wissen durch die Aufträge die sie bekommen, wohin der restliche Markt hin tendiert, vergleichbar einer Pokerpartie, bei der ein
Spieler immer die Karten der Mitspieler sieht.
Schon länger Investierte können weiter investiert bleiben, sollten aber eine klare Ausstiegsstrategie haben
und sich auch daran halten. Sie müssen jederzeit ausstiegsbereit sein. Bei den aktuellen Preisen jetzt noch auf mittlere Sicht
einzusteigen ist risikoreich und damit die Wahrscheinlichkeit von Verlusten erheblich.
baer45 wünscht allen Börsianern viel Glück bei ihren Spekulationen im Neuen Jahr und als "Geschenk" eine weitere
Sicht zur Lage.
Handelskalender 2010
An der FWB® Frankfurter Wertpapierbörse wird im Jahr 2010 von Montags bis
Freitags außer am 1. Januar (Neujahr), 2. April (Karfreitag), 5. April (Ostermontag),
24. Dezember (Heiligabend), und am 31. Dezember (Silvester) gehandelt. Der Handel auf Xetra® für den DAX®
läuft von 9 bis 17.30 Uhr.