Eine außergewöhnlich lange Phase der weltweiten wirtschaftlichen Prosperität wurde dieses Jahr abrupt
unterbrochen. Angeblich war die Globalisierung der Antreiber dieser positiven Entwicklung gewesen. In Wirklichkeit
wurde die wirtschaftliche Entwicklung zu einem immer größeren Teil auf Pump vorangetrieben. In der
Verschuldungskrise (Immobilien, Banken, Versicherungen, Fonds, Firmen, Verbraucher) fand diese Entwicklung durch eine immer
weiter ansteigende Risikoaversion ihr Ende. Mittels Unmengen an kreditgetriebenen Spekulationen waren alle Anlageklassen nach
Norden getrieben worden. Die dadurch explodierenden Rohstoff-, Energie- und Lebensmittelpreise trieben die Inflation an und
schockten die Verbraucher. Das übermütige Spiel ging zu Ende. Die Angst um das Ersparte, die Inflation und die Breite der Krise
erzeugten einen einmaligen Filmriss in der weltweiten wirtschaftlichen Entwicklung und packten zu der Verschuldungskrise eine
Konjunkturkrise hinzu. Nach fünf aufeinander folgenden Jahren, in denen die Aktienkurse nur stiegen, ging es ab in den Süden
und die reale Welt strafte wieder einmal die
Prognosen
der Analysten als Phantastereien ab. Der DAX® büsste 40,37 % ein, das zweitschlechteste
Jahresergebnis in seiner Geschichte. Seit unserer
letzten Bewertung Ende September
betrug der Verlust 20,67 %. Er schlug sich damit besser als viele seiner internationalen Konkurrenten. Die Stimmung ist trotz düsterer
Aussichten noch respektabel. 45% Bullen stehen 33% Bären gegenüber (Quelle: Cognitrend).
Allerdings ist weder die Bankenkrise noch die Konjunkturkrise bewältigt. Die Banken- und generell die Verschuldungskrise
werden uns noch einige Zeit begleiten. 2009 wird ein weiteres schlimmes Jahr für die Finanzinstitute werden.
Der konjunkturelle Abstieg hat gerade erst begonnen. Noch immer keine guten Aussichten für Aktien.
Ausgangsdaten
Basis sind die Xetra®- Schlusskurse vom 30.12.2008. Die Kurse und
das jeweilige Gewicht einer Aktie im DAX® sind von der
Deutschen Börse. Die Dividenden mit denen die
berechnet wird, das aktuelle
(Basis: Schätzungen Thomson Financial von Ende 2008) der Aktien und die
sind aus der Süddeutschen Zeitung.
Die DAX®-Bewertung wird gewichtet ausgeführt ( siehe
).
D.h., eine Aktie mit sehr großer Marktkapitalisierung geht stärker in das Ergebnis ein als eine
Aktie mit einer weit geringeren Marktkapitalisierung. Seit dem 24.06.2002 wird dabei nur noch
der sogenannte frei handelbare Anteil berücksichtigt. Dieser Anteil wird regelmäßig überprüft
und verändert damit ebenso wie der Kurs das Gewicht der Aktie im DAX®.
Weitere
Regeländerungen
bezüglich Gewichtung und frei handelbarem Anteil
gab es im Oktober und November 2008. Verwerfungen, wie
sie durch die Marktengpässe von Stammaktien der VOLKSWAGEN AG erzeugt wurden, sollen zukünftig vermieden werden.
Code
Name
ISIN
Kurs
Dividende
KGV
Gewicht
1
ADS
ADIDAS
DE0005003404
27,140
0,50
8
1,19 %
2
ALV
ALLIANZ
DE0008404005
75,000
5,50
5
7,68 %
3
BAS
BASF
DE0005151005
27,730
1,95
8
5,76 %
4
BMW
BAY.MOTOREN WERKE
DE0005190003
21,610
1,06
12
1,57 %
5
BAY
BAYER
DE0005752000
41,550
1,35
10
7,18 %
6
BEI
BEIERSDORF
DE0005200000
42,000
0,70
18
0,77 %
7
CBK
COMMERZBANK
DE0008032004
6,640
1,00
3
1,00 %
8
DAI
DAIMLER
DE0007100000
26,700
2,00
9
5,38 %
9
DBK
DEUTSCHE BANK
DE0005140008
27,830
4,50
4
3,59 %
10
DB1
DEUTSCHE BOERSE
DE0005810055
50,800
2,10
9
2,24 %
11
DPW
DEUTSCHE POST
DE0005552004
11,910
0,90
10
2,26 %
12
DPB
DEUTSCHE POSTBANK
DE0008001009
15,500
1,25
4
0,29 %
13
DTE
DT.TELEKOM
DE0005557508
10,750
0,78
13
7,24 %
14
EOA
E.ON
DE0007614406
28,440
1,37
8
10,38 %
15
FME
FRESEN.MED.CARE
DE0005785802
33,310
0,54
11
1,41 %
16
HEN3
HENKEL
DE0006048432
22,590
0,53
10
0,91 %
17
IFX
INFINEON TECH.
DE0006231004
0,960
0,00
5
0,16 %
18
SDF
K+S
DE0007162000
39,970
0,50
5
1,18 %
19
LIN
LINDE
DE0006483001
59,850
1,70
10
2,28 %
20
LHA
LUFTHANSA
DE0008232125
11,190
1,25
11
1,16 %
21
MAN
MAN
DE0005937007
38,720
3,15
6
0,86 %
22
MRK
MERCK
DE0006599905
64,510
1,20+2,00
10
0,94 %
23
MEO
METRO
DE0007257503
28,570
1,18
9
0,71 %
24
MUV2
MUENCH.RUECKVERS.
DE0008430026
111,000
5,50
8
5,18 %
25
RWE
RWE
DE0007037129
63,700
3,15
9
5,86 %
26
SZG
SALZGITTER
DE0006202005
55,000
3,00
5
0,47 %
27
SAP
SAP
DE0007164600
25,240
0,50
13
4,98 %
28
SIE
SIEMENS
DE0007236101
52,680
1,60
8
9,72 %
29
TKA
THYSSENKRUPP
DE0007500001
18,960
1,30
5
1,43 %
30
VOW
VOLKSWAGEN
DE0007664005
250,000
1,80
27
6,22 %
MERCK leistete neben der Dividendenzahlung auch noch eine Sonderzahlung
Im Laufe des Jahres wurde der DAX® zweimal umgestellt.
Die TUI musste den DAX® wegen einer zu geringen Marktkapitalisierung verlassen und wurde am 22.09.2008 durch K+S ersetzt.
Auch HYPO REAL ESTATE verließ am 22.12.2008 aus gleichen Gründen den Index. CONTINENTAL fiel am gleichen Tage den neuen
Regeländerungen zum Opfer. Sie wurden durch BEIERSDORF und SALZGITTER ersetzt. Auch nächstes Jahr drohen Umstellungen.
INFINEON TECH. sinkt immer weiter in der Marktkapitalisierung ab. PORSCHE will VOLKWAGEN übernehmen. Die jetzige Bewertung
ist sowohl die übliche Bewertung zum Jahresende, als auch durch die Umstellung begründet.
Umlaufrendite, €/US-$ und Rohölpreis
Mit dem Hoch im Sommer 2007 wurde die Verschuldungs- und Bankenkrise immer deutlicher. Die Risikoaversion nahm zu
und der Weg in die Sicherheit begann. Staatsanleihen waren gefragt und die Umlaufrendite sank. Zum Jahresende 2007 keimte
verfrühter Optimismus auf und im Sommer 2008 schien die Welt wieder in Ordnung. Manche sahen schon Ende 2007
Licht am Ende vom Tunnel, u. a, auch ein Bankenvorstand - wen wunderts?! Im Laufe des Sommers 2008 wurde die Lage im Bankenbereich immer
kritischer und Mitte September liess man die große US-Investmentbank Lehman Brothers über die Wupper gehen. Die Angst explodierte und das
Weltfinanzsystem stand vor dem Zusammenbruch. Alles flüchtete in die Sicherheit und die Staaten spannten Rettungsschirme auf (Bankgarantien, Einlagengarantien. Anleihegarantien).
Es wurde nur noch dem Staat vertraut. Ihm wurden seine Anleihen förmlich aus den Fingern gerissen. Die Umlaufrendite machte sich,
begleitet von Leitzinssenkungen, ab in den Keller. Staatsanleihen mit längeren Restlaufzeiten waren damit dieses Jahr eine
exquisite Anlage. Die Kurse
explodierten.
Weitere Kurssteigerungen sind denkbar. Die Zentralbanken strengen sich an, ein noch niedrigeres Zinsniveau zu erreichen.
Dem gegenüber stehen in 2009 massive Neuverschuldungen in allen Industriestaaten und damit große Neuemissionen von Staatsanleihen.
Sie könnten die Renditen nach Norden treiben. Andere wieder rechnen mit einer längeren Deflationsphase in den USA und glauben nicht an den Erfolg bei der Reflationierung durch
die Notenbanken. Da keiner in die Zukunft schauen kann sollte man einfach absprungbereit sein respektive beim Erreichen von
unsinnig niedrigeren Renditen in andere Formen/Laufzeiten umschichten. Die Phase der sehr geringen Preisentwicklung kann schnell zu Ende gehen und durch eine
etwas heftigere Inflationsphase abgelöst werden. Von ihrem Jahreshoch im Juli mit 4,78% fiel die Umlaufrendite bis zu ihrem
Tief Ende des Jahres um 192 Basispunkte auf 2,86%.
Angesicht der ausufernden Inflation hatte die EZB noch am 9. Juli 2008 den Leitzins (Mindestbietungssatz für die
Hauptrefinanzierungsgeschäfte des €urosystems) um 25 Basispunkte auf 4,25 % erhöht.
Mit dem Stillstand der internationalen Finanzmärkte, nachdem einige Wahnsinnige in den USA die US-Investmentbank Lehman Brothers
als Erziehungsmaßnahme Pleite gehen ließen, folgten seit unserer letzten
Bewertung Ende September
in rascher Abfolge drei Leitzinssenkunen. Seit dem 4. Dezember beträgt der Mindestbietungssatz für die
Hauptrefinanzierungsgeschäfte des €urosystems nun 2,50 %
(für Spitzenrefinanzierungsfazilität 3,00 % und für die Einlagefazilität 2,00 %). Der US-Leitzins (Funds Rate) liegt, nach
drei weiteren Zinssenkungen durch den Federal Open Market Committee (FOMC) der US-Notenbank im gleichen Zeitraum, bei 0,00 bis 0,25% (die Discount Rate bei 0,50%).
Trotzdem kommt der Interbankenmarkt noch immer nicht richtig ans Laufen. Die Banken leihen sich lieber Geld von der
EZB und hinterlegen ihre überschüssige Liquidität über Nacht bei der EZB. Die Spitzenrefinanzierungsfazilität gehört also
deutlich erhöht und die Einlagefazilität nahe 0 % angesiedelt. Sicherlich gab es wegen dem maroden Bankensystem Angst derartige
Maßnahmen zu ergreifen. Zwischenzeitlich sind die Banken vom Staat garantiert und man sollte obige Veränderungen durchführen.
In den USA hat die Notenbank bezüglich der Steuerung mittels Zinssätzen ausgespielt. Sie will jetzt zum
"Quantitative Easing", dem massiven Aufkaufen aller möglichen Wertpapiere - also richtiges Gelddrucken - übergehen.
Man will z.B. auch mit dieser Methode die Rendite der Staatsanleihen auf ein sehr niedriges Niveau bringen.
In Japan hat dies nicht funktioniert und wurde wieder unterbrochen. Jetzt will man sie wieder aufnehmen.
Dahinter steht die Angst vor einer längeren und tieferen Rezession mit Deflation, die in eine große
Depression abgleiten könnte. Der unbändige Wille, eine Deflation zu vermeiden könnte zu einem Krach im Währungssystem führen
und in einer großen Inflation enden. Schon in der Vergangenheit hatte man die Zinsen zu tief gesenkt und zu lange auf dem
Tiefpunkt belassen. Dies hat mit dazu beigetragen die Blase zu erzeugen, deren Platzen wir gerade erleben. Kommt die nächste
Blase noch schneller und erzeugt deren Platzen noch größere Schäden?
Trotz sehr niedrigen Renditen bei Staatsanleihen zahlen bei uns die Banken für
kurzfristiges Geld noch schöne Zinsen. Sie haben einen riesigen Bedarf an Liquidität.
Die Tageszinsen liegen aktuell bei 3 bis 5 %, Festgelder in einem 6-Monatsbereich erreichen teilweise noch 4,5 %. Zahlt Ihre Bank weniger? Wenn ja, tragen Sie Ihre Gelder zur
Konkurrenz! Der Finanzminister profitiert stark von der Krise. Seine dieses Jahr neu aufgelegte Tagesgeldanleihe zahlt aktuell
bei absoluter Sicherheit 2,07%. Die Renditen bei
Bundesschatzbriefen sind weiter gesunken. Sie betragen momentan beim
Typ A (6 Jahre) 2,43 % und beim Typ B (7 Jahre) 2,64 %.
Die Zinsen werden wahrscheinlich auf mittlere Sicht weiter sinken.
Umlaufrenditen und €/US-$ Diese Tabelle dokumentiert die Entwicklung seit unserer ersten Bewertung
bezüglich Umlaufrendite (Anleihen erster Bonität im €uro-Raum) und dem Verhältnis des € zum US-$ zum jeweiligen Bewertungsstichtag.
Datum
Insgesamt
3-5 Jahre
5-8 Jahre
8-15 Jahre
15-30 Jahre
1 € in US-$
30.12.08
2,86 %
2,26 %
2,60 %
2,91 %
3,73 %
1,407
26.09.08
4,24 %
3,94 %
4,09 %
4,18 %
4,80 %
1,458
20.06.08
4,74 %
4,75 %
4,72 %
4,66 %
4,81 %
1,563
28.12.07
4,34 %
4,16 %
4,24 %
4,34 %
4,66 %
1,472
22.06.07
4,64 %
4,55 %
4,61 %
4,62 %
4,81 %
1,346
30.03.07
4,08 %
4,01 %
4,02 %
4,03 %
4,24 %
1,336
29.12.06
3,96 %
3,91 %
3,93 %
3,94 %
4,09 %
1,320
22.09.06
3,69 %
3,58 %
3,63 %
3,68 %
3,92 %
1,278
23.06.06
3,97 %
3,73 %
3,90 %
4,01 %
4,34 %
1,251
30.12.05
3,22 %
3,00 %
3,14 %
3,25 %
3,57 %
1,183
23.09.05
2,88 %
2,44 %
2,74 %
2,97 %
3,50 %
1,208
23.03.05
3,49 %
3,00 %
3,39 %
3,66 %
4,16 %
1,298
29.12.04
3,41 %
2,88 %
3,27 %
3,57 %
4,22 %
1,359
23.09.04
3,70 %
3,10 %
3,56 %
3,89 %
4,55 %
1,226
26.05.04
3,97 %
3,29 %
3,83 %
4,25 %
4,95 %
1,211
29.12.03
3,94 %
3,30 %
3,86 %
4,20 %
4,87 %
1,248
25.09.03
3,77 %
3,08 %
3,62 %
4,00 %
4,64 %
1,149
12.06.03
3,27 %
2,47 %
2,98 %
3,48 %
4,48 %
1,177
10.04.03
3,94 %
3,30 %
3,86 %
4,20 %
4,87 %
1,077
27.12.02
3,93 %
3,26 %
3,78 %
4,17 %
4,86 %
1,041
27.09.02
4,12 %
3,57 %
4,00 %
4,30 %
4,92 %
0,980
26.07.02
4,52 %
4,07 %
4,48 %
4,70 %
5,16 %
0,985
26.06.02
4,73 %
4,34 %
4,65 %
4,87 %
5,21 %
0.980
25.01.02
4,74 %
4,37 %
4,71 %
4,90 %
5,27 %
0,865
Viele US-Großbanken haben das rettende Ufer noch nicht erreicht. Wahrscheinlich werden etliche als
Zombiebanken ihr weiteres Leben fristen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass US-Staatsanleihen mit kurzen
Laufzeiten zeitweise negativ rentierten. Das Misstrauen ist riesig. Momentan erhält man in den USA für Tagesgelder
0,63 %. US-Staatsanleihen (Treasury Note) rentieren bei 2 Jahren mit 0,75 %, bei 5 Jahren mit 1,47 %, bei 10 Jahren
mit 2,09 % und bei 30 Jahren mit 2,57 %. Die Renditen liegen weiterhin deutlich unter denen im
€uroraum und sind der US-Notenbank immer noch zu hoch. Sie will noch niedrigere Zinsen am langen Ende und ist auch bereit
in die Märkte einzugreifen. Verfallende Renditen gehen bekanntermaßen mit steigenden Kursen einher. Eine Investition
in 10-jährige US-Staatsanleihen hatte schon in 2007 ein deutlich besseres Ergebnis (Total Return) als eine Investition in den
DJIA oder S&P500 abgeliefert. Auch im Jahr 2008 waren in den USA Staatsanleihen die bessere Spekulation und es könnte auch noch
2009 so werden. In der Schweiz rentieren 10-jährige Staatsanleihen momentan mit 2,04 %. Eine ganz andere Welt
ist Japan - ein nicht unwahrscheinliches Szenario für die USA. Die Rendite für 10-jährige Staatsanleihen ist dort auf 1,17 % gefallen.
Der US-$ verlor kontinuierlich bis Ende April an Wert. Zu diesem Zeitpunkt kostete der €uro kurzzeitig 1,60 $.
Den Sommer über verharrte das Währungspaar in diesem Bereich. Ende Juli wurde die Lage im Bankensektor immer
kritischer. Die Angst stieg an und der Bedarf an Liquidität wurde täglich größer. Alle kreditfinanzierten Spekulationen
in allen Anlageklassen begannen zusammen zu brechen. Der explodierende Bedarf an Liquidität wegen immensem Abschreibungsbedarf
führte zu einer immer strengeren Kreditvergabe und zu Kreditverweigerungen. Es startete das große "Deleverage":
Der Versuch einer Gesellschaft, ihr finanzielles Verhältnis von Fremd- zu Eigenkapital [financial leverage] zu verringern.
Der beste Weg für eine Gesellschaft zu delever ist es, sämtliche vorhandenen Schulden in ihrer Bilanz sofort zu bezahlen.
Wenn sie außer Stande ist, das zu tun, wird sich die Gesellschaft einem bedeutenden Risiko aussetzen, ihren Verpflichtungen
nicht mehr nachkommen zu können.
Der daraus resultierende Preisverfall in allen Anlageklassen verstärkte
diesen Effekt. Dies führte zur Teilauflösung des
Currency Carry Trade
und zu einer starken Repatriierung des US-$. Eine perfekte Spirale nach Süden. Die immer weiter steigende weltweite Angst vor
einer starken Ausweitung der Finanzkrise führte zusätzlich zu einer starken Nachfrage nach US-$ (Staatsanleihen) aus dem Ausland. Es setzte eine starke
Erholung des US-$ ein während alle anderen Anlageklassen fielen. Im November kam dieser Prozess zu einem vorläufigen Stillstand. Nachdem dann
klar wurde, dass die EZB die Zinsen nicht so stark wie die US-Notenbank senken wollte und die USA auch noch mit dem Einsatz
des "Quantitative Easing" (reelles Geld drucken) begann, schwächelte der US-$ gegenüber dem €uro und anderen Währungen erneut.
Bei der Einführung des €uros erwarteten viele, dass er die erste große Krise nicht überstehen würde. Diese
Prüfung hat er inzwischen mit Auszeichnung bestanden. Wir befinden uns mitten in einer Krise, die bis dato kaum öfters innerhalb von
hundert Jahren eintritt. Ohne den €uro wäre uns der gemeinsame Markt in Europa um die Ohren geflogen; wir hätten uns bei der
Rettung des Bankensystems wesentlich schwerer getan und wir hätten wahrscheinlich die eine oder andere Staatspleite mehr erlebt.
Länder, die sich bisher zierten dem €uro-Verbund beizutreten, drängen förmlich herein. Großbritannien kriegt momentan
eine umfangreiche Rechnung wegen ihrer Kontinentalfeindlichkeit präsentiert: Die Britten können sich einen Urlaub auf dem
Kontinent kaum noch leisten. Trotzdem sind die Aussagen, dass der €uro demnächst Weltreservewährung werden würde,
Phantastereien. Da fehlt noch viel zum US-$, besonders eine starke Nation als Weltmacht im Hintergrund. Man sollte die Kirche im
Dorf lassen.
In 2009 steht eine weitere starke Ausweitung der Auslandsverschuldung der USA an. Die zur Neuemission anstehenden
Staatsanleihen können größtenteils nicht im Inland untergebracht werden. Dies wird wahrscheinlich zu einer weiteren
Aufwertung des US-$, wie schon unter Reagan's Ausweitung der Staatsverschuldung, führen. In diesen massiven Neuemissionen
steckt die Gefahr, dass sich die Zinsen erhöhen oder die Platzierung gar scheitert. Im letzteren Fall würden wir eine
veritable Katastrophe im weltweiten Währungssystem erleben. Auf lange Sicht wird der US-$ sicherlich den schon seit sehr langem
eingeschlagenen Weg weiter zurücklegen und dieser Weg zeigt eindeutig in Richtung weitere Abwertung.
Auf jeden Fall ist ein Urlaub in den USA immer noch ein echtes "Schnäppchen". Bezüglich Aktien muss man festhalten, dass die einheimischen
Papiere immer noch wesentlich günstiger als die US-amerikanischen Aktien bewertet sind. Das könnte bedeuten, dass der Spruch "Bleibe im Land und ernähre dich
redlich" auch im Jahr 2009 seine Gültigkeit behält.
Je stärker die weltweiten Aktienmärkte schwächelten, umso stärker explodierten die Rohstoffpreise. Metalle,
Energie und Lebensmittel kannten nur noch ein Ziel: Nach Norden. Angeblich war die erhöhte weltweite Nachfrage der Grund.
Mit dem großen "Deleverage" war dann plötzlich bei einem Preis von fast 150 $ je Fass Schluss. Auf allen Gebieten fielen die Preise. Kurz vorher
träumte noch Goldman Sachs von Ölpreisen von 200 $ je Fass. Trotzdem die Nachfrage nach und der Verbrauch von Öl weiter
anstieg, ging der Preis in eine rasante Bergabfahrt über. Spätestens jetzt wurde der Beweis angetreten, dass die Preise
nicht fundamental begründet waren, sondern von der Spekulation angetrieben wurden. Die explodierten Rohstoffpreise verpassten
dabei der sowieso schon schwächelnden Konjunktur den Genickschuss.
Auf dem Gebiet der Rohstoff- und Devisenmärkte fehlen sinnvolle Regulierungen und Abschöpfungssteuern. Während die
Spekulation mit Aktien kaum den normalen Verbraucher erreicht, kann die Spekulation mit Rohstoffen und Devisen die
Menschen massenweise ins Elend treiben. Sowas brauchen wir wirklich nicht! "Short" auf die DEUTSCHE BANK ist harmlos gegenüber
"long" in Weizen oder Öl. Der Staat hat allerdings nur den Leerverkauf von Finanzaktien verhindert, Hungern durfte die
Menschheit unbegrenzt.
Inzwischen kostet ein Fass (WTI) 38 $. Je länger dieser "niedrige" Preis hält, desto größere Schwierigkeiten bekommen
Ölförderländer, die weit über ihre Verhältnisse leben. Am Golf wird ein großes Bauprojekt
nach dem anderen stillgelegt, respektive nicht mehr begonnen. In Russland brennt es an allen Ecken und Enden. Der Autofahrer
kann jedoch aufatmen und der Verbraucher erhält über die niedrigen Rohstoffpreise eine Konjunkturspritze gegenüber der man
die meisten staatlichen Eingriffe vergessen kann. Sollten die Preise demnächst wieder stark ansteigen, liegt das an der
wieder aufkeimenden Spekulation, aufgrund des wieder sehr "billigen" Geldes. Ob unsere Staatslenker wirklich was
dazu lernen werden? Es ist zu befürchten, dass das nicht passiert. Wir könnten deshalb von Krise zu Krise in immer kürzeren
Abständen eilen.
DAX®-Ergebnis
Die Tabelle zeigt die Entwicklung vom DAX® seit der
Januarbewertung 2002. Kein Unternehmen schreibt Verluste
und deshalb sind KGV(1) und KGV(2) identisch. Alle Berechnungen
berücksichtigen das jeweilige Gewicht der Aktien im DAX®.
Datum
DAX®-Stand
Dividenden- rendite
KGV(f)
KGV(1)
KGV(2)
30.12.08
4810,20
5,56 %
15,4
8,2
8,2
26.09.08
6063,50
4,28 %
15,4
10,7
10,6
20.06.08
6578,44
3,89 %
15,4
10,9
10,8
28.12.07
8067,32
2,50 %
15,4
12,8
12,8
22.06.07
7949,63
2,53 %
15,4
15,0
15,0
30.03.07
6917,03
2,64 %
15,4
13,3
13,3
29.12.06
6596,92
2,72 %
15,4
14,8
14,7
22.09.06
5883,32
3,03 %
15,4
13,2
13,0
23.06.06
5529,74
3,28 %
15,4
12,5
12,4
30.12.05
5408,26
2,13 %
15,4
12,9
12,9
23.09.05
4882,58
2,31 %
15,4
13,7
13,6
23.03.05
4317,20
1,91 %
15,4
13,3
13,3
29.12.04
4247,75
1,89 %
15,4
13,1
13,1
23.09.04
3905,66
2,06 %
15,4
14,9
14,9
26.05.04
3867,52
2,12 %
15,4
15,3
15,3
29.12.03
3952,72
2,02 %
15,4
16,1
16,1
25.09.03
3326,27
2,40 %
15,4
18,7
15,9
12.06.03
3219,47
2,45 %
15,4
16,8
14,8
10.04.03
2697,10
3,24 %
15,4
13,4
11,7
27.12.02
2840,00
2,93 %
15,4
10,9
9,8
27.09.02
2918,90
2,87 %
15,4
12,9
11,8
26.07.02
3579,00
2,37 %
15,4
15,6
14,1
26.06.02
4099,05
2,07 %
15,4
17,1
16,2
25.01.02
5156,33
2,02 %
15,4
21,8
19,6
Erläuterungen zur Tabelle finden Sie in den
In den letzten 12 Monaten zahlte nur INFINEON TECH. keine Dividende (Anteil am DAX® 0,16 %).
Ansonsten gab es fast durchgängig kräftige Dividendenerhöhungen und sogar eine Sonderzahlung
durch MERCK (sie werden bei der Berechnung der Index-Dividendenrendite berücksichtigt und fallen bei der
Kandidatenaufstellung für die Dividendenstrategien unter den Tisch). Die stark zurückgegangenen Kurse führen dazu, dass
die Dividendenrendite momentan klassische Festgeldanlagen auf Jahressicht weit hinter sich lässt. Das wird
allerdings nicht so bleiben. Die zwischenzeitlich durchgesetzten Lohnerhöhungen und die abbrechenden Umsätze
belasten die Kostenseite wesentlich stärker als die niedrigen Rohstoffpreise sie entlasten können. In einigen
Branchen, wie z.B. der Automobilindustrie, sind die Aufträge massiv eingebrochen und eine Kurzarbeitswelle wird die Nächste
ablösen und viele Finanzinstitute verdienen kein Geld mehr. Einige Firmen werden demnächst keine Dividende mehr zahlen, bei
anderen wird sie stark gekürzt werden. Während die Kurse seit unserer Septemberbewertung um 20,27 % gefallen sind, ist das KGV
um 24,3 % gefallen und die Dividendenrendite hat um 29,91% zugenommen. Die im Verhältnis zu den
Kursverlusten überproportional gestiegene Dividendenrendite hat mit der Umverteilung der Gewichte zwischen den einzelnen
Teilnehmern und mit den Neuzugängen zu tun. Das im Verhältnis zu den Kursen stärker gefallene KGV hat mit dem
Nachhängen der Gewinnschätzungen zu tun. Diese Schätzungen berücksichtigen noch nicht das schlechte 4.
Quartal (erste Ergebnismeldungen erst Ende Januar) und damit die weitere Zukunft. Bis inklusive 3. Quartal war bis auf Banken und Versicherungen noch alles weitgehend in Ordnung. Auch die Firmen wurden
von dem plötzlichen Filmriss in der wirtschaftlichen Entwicklung überrascht.
Im Januar 2008 fielen DAX® und EURO STOXX50 plötzlich wie ein Stein und sogar die US-Notenbank sah sich
zur Stützung der Aktienmärkte zu
Zinssenkungen gezwungen und blamierte sich heftigst. Dabei hatten sich diese Indizes überdurchschnittlich
im Dezember 2007 geschlagen. Was war geschehen?
Milliardenverlust bei Société Générale
Die französische Geschäftsbank Société Générale hat hat am 24. Januar 2008 einen Milliardenverlust
bekanntgegeben. Ein Großteil soll durch den 31-jährigen Jérôme Kerviel, ein relativ neues Mitglied im Team für Arbitragen
auf europäische Aktien, verursacht worden sein. Kerviels Arbeit im "Delta One Team" der Société Générale war, so genannte
Futures auf europäische Aktienindizes zu kaufen und sie mit so genannten Hedges abzusichern. Hedges sind Geschäfte in die
Gegenrichtung. Die Unterschiede in den Gegenpositionen sind sehr klein und existieren zeitlich beschränkt. Da der Gewinn
auf der einen Seite von Verlusten auf der anderen begleitet wird, muss man viel Kapital einsetzen, um mit solchen Arbitragen
Geld zu verdienen. Falls die Gegenpositionen korrekt eingegangen werden, ist jedoch das Risiko einigermaßen beschränkt.
Wenn keine Gegenposition aufgebaut wird, gibt es daraus auch keinen Verlust, der den Gewinn schmälert, sofern man
richtig liegt. Kerviel machte so letztes Jahr 50 Millionen €uro Gewinn und erhoffte sich dafür einen Bonus von 300.000
€uro.
Mit Beginn dieses Jahres erhöhte er seinen Einsatz und hatte am 18. Januar 30 Milliarden €uro darauf
gewettet, dass der EURO STOXX50 steigt, 18 Milliarden €uro auf einen steigenden DAX® und zwei Milliarden €uro
auf einen steigenden FTSE100. Die Wette auf fallende Kurse existierte nur zum Schein. Diese außerbörslichen Geschäfte werden
nicht jeden Tag abgerechnet und haben es Kerviel erlaubt, sie vor dem Ablauf zu stornieren und durch ein neues Geschäft
zu ersetzen. Erst als versehentlich ein Kreditlimit der DEUTSCHEN BANK überschritten wurde, fiel ein solches Scheingeschäft
auf. In Panik veranlasste die Bank den Verkauf und erhöhte so den Verlust von 1,5 Milliarden auf 4,9 Milliarden €uro.
Trotz einer überteuerten VOLKSWAGEN-Aktie scheint der DAX® insgesamt billig und kaufenswert.
Ob man allerdings jetzt schon kaufen sollte hängt stark von den gesamtwirtschaftlichen Erwartungen ab. Wird die Konjunktur
sich nach einigen Monate erholen oder geht es nochmals so richtig bergab und eine Erholung bleibt noch längere
Zeit aus? Wenn es so weiter geht, wie es sich im 4. Quartal erahnen lässt, wäre eine Gewinnhalbierung bei den
DAX®-Teilnehmern nichts besonderes. Nach einer Gewinnhalbierung ist der DAX® schon leicht zu teuer. Die Zukunft
liegt eben nicht in der Vergangenheit begraben und man kann auch nicht die Gewinne von 2007 und 2008 einfach fortschreiben.
Die USA stecken schon wesentlich tiefer in der Krise als Europa. Schon seit über einem Jahr befinden sie sich im
Zustand Rezession und im 4. Quartal scheinen sie so richtig schön tief abgerutscht zu sein. Die Rezession dauert dort also
schon wesentlich länger als üblich. Wenn schon die US-Notenbank droht, die
Zinsen für sehr lange Zeit sehr niedrig zu halten, rechnen auch die nicht alsbald mit einer wirtschaftlichen Erholung.
Dabei verbreitet diese Art von Institution üblicherweise nur Beschönigungen. Auch viele Volkswirtschaftler sehen noch
einen größeren und längeren Abstieg vor uns. Wenn man damit konform geht, steigt man jetzt noch nicht in voller Breite ein.
Der DAX® ist unter der Berücksichtigung aller Aspekte wesentlich günstiger bewertet als der S&P500. Die sauber bilanzierten
Gewinne seiner Teilnehmer sind immer noch höher als die Proformaergebnisse der Teilnehmer bei seinem amerikanischen
Konkurrenten. Trotzdem werden diese den weiteren Weg vorgeben und der sieht nicht rosig aus. Ein weiterer Kurseinbruch in den USA wird auch den DAX®
weiter nach Süden treiben.
Renditen im DAX® bei langfristiger Anlage
Im Mai 2004 beschäftigten wir uns das erste Mal ausführlich mit der Problematik der
langfristigen Spekulation.
Seit dem führen wir unsere Tabelle bezüglich Renditen bei langfristigen DAX®-Anlagen weiter und erweitern sie
um einen virtuellen Ausstieg am 30.12.2008 (Tagesschlusskurs). Der
Einstiegszeitpunkt war jeweils am Jahresanfang:
Einstiegsjahr:
1960
1965
1970
1975
1980
1985
1988 (*)
1990
1995
2000
2005
Rendite p. a. in % Ausstieg: 27.12.02:
4,51
4,77
4,67
7,14
7,91
7,07
7,21
3,51
3,98
-25,15
-,--
Rendite p. a. in % Ausstieg: 29.12.03:
5,19
5,54
5,55
8,11
9,05
8,56
8,97
5,72
7,40
-12,54
-,--
Rendite p. a. in % Ausstieg: 29.12.04:
5,24
5,58
5,61
8,09
8,99
8,50
8,88
5,83
7,40
-8,85
-,--
Rendite p. a. in % Ausstieg: 30.12.05:
5,68
6,07
6,16
8,67
9,65
9,34
9,84
7,07
9,09
-3,63
26,32
Rendite p. a. in % Ausstieg: 29.12.06:
6,00
6,59
6,56
9,06
10,08
9,88
10,45
7,89
10,11
-0,33
24,09
Rendite p. a. in % Ausstieg: 28.12.07:
6,32
6,77
6,95
9,44
10,50
10,39
11,00
8,65
11,00
2,26
23,51
Rendite p. a. in % Ausstieg: 30.12.08:
5,07
5,36
5,35
7,50
8,17
7,59
7,77
5,27
6,17
-3,70
2,90
(*): DAX®-Gründung; vorherige Werte sind simuliert.
Basis: jeweils 1. Tagesschlusskurs des Einstiegsjahres (Ausnahme Gründungszeitpunkt 1988 0.00 Uhr: 1000)
ACHTUNG: Die ausgewiesene Rendite ist immer ein Zinseszins! Gilt auch für negative Renditen.
Es ist ersichtlich, dass der Einstiegs- und der Ausstiegszeitpunkt auch bei der
langfristigen Anlage nicht unerheblich ist. Das Gegenteil behaupten nur Verkäufer von Finanzprodukten. Sie
wollen ihren Laden nicht immer wieder schließen müssen. Dann gibt es noch viele geistig Minderbemittelte
die deren Verkaufsargumente einfach nachplappern. Auch ist es empfehlenswert temporär
überhaupt keine Aktien zu besitzen. Das kann die Rendite erheblich heben (Michael O'Higgins).
Ein akzeptables "Timing" ist und bleibt das A und O der Aktienanlage.
Neue Regeln für DAX®-Teilnehmer
im Oktober 2006 wurden erste Regeländerungen gegen
Übergewichte einzelner DAX®-Teilnehmer getroffen und ausländische Firmensitze zugelassen. Diese
Änderungen stellten sich als nicht ausreichend heraus und so wurde nachgebessert:
28. Oktober 2008
Vor dem Hintergrund der jüngsten Kursentwicklung in der Stammaktie der Volkswagen AG hat die Deutsche
Börse AG am Dienstag, 28. Oktober, eine außerordentliche Anpassung der DAX®-Indexgewichtung beschlossen.
Demnach wird die im Index-Leitfaden zu den regulären Verkettungsterminen vorgesehene Kappungsgrenze von
10 Prozent für die Aktie der Volkswagen AG außerordentlich zum Handelsstart auf kommenden Montag, 3.
November, vorgezogen. Damit wird das Gewicht der Volkswagenaktie in DAX® auf 10 Prozent zurückgesetzt,
sofern sie diese Schwelle mit Abschluß des Handels am Freitag überschreitet. Zum Handelsende am
heutigen Dienstag hatte Volkswagen ein Gewicht von 27 Prozent.
Mit der Kappung ändern sich auch die Gewichte der übrigen DAX®-Konstituenten. Grundlage für die
Neuberechung werden die Xetra-Schlußkurse am kommenden Freitag, 31. Oktober, sein. Der nächste
reguläre Termin für die Indexanpassung ist der 22. Dezember.
Bei diesem Schritt handelt es sich um eine außerordentliche Maßnahme im Rahmen des Index-Leitfadens.
31. Oktober 2008
Der Vorstand der Deutsche Börse AG hat heute in Abstimmung mit dem Arbeitskreis Aktienindizes
beschlossen, den Leitfaden zu den Aktienindizes mit Wirkung zum 3. November 2008 zu ergänzen.
Demnach kann ein Indexwert außerhalb der regulären Anpassungstermine aus dem Auswahlindix DAX®,
herausgenommen werden, wenn an einem Handelstag seine Gewichtung im Index aufgrund seiner aktuellen
Free-Float-Marktkapitalisierung 10,0 Prozent zum Handelsschluss überschreitet und die annualisierte
Volatilität des Kursverlaufs über die vorangegangenen 30 Handelstage (30-Tages-Volatilität) den Wert
von 250 Prozent übersteigt. Die maßgeblichen Kennzahlen werden von der Deutsche Börse AG täglich
veröffentlicht. Die Entscheidung über eine vorzeitige Herausnahme trifft der Vorstand der Deutsche
Börse AG in Abstimmung mit dem Arbeitskreis Aktienindizes. Die Herausnahme erfolgt am Ende des
zweiten Handelstages nach dem Tag der Entscheidung.
Die Unternehmen, die aufgrund dieser Regelung aus dem Indix heraus fielen, können nur dann wieder
aufgenommen werden, wenn deren 30-Tages-Volatilität (annualisierte Volatilität des Kursverlaufs über
die vergangenen 30 Handelstage) am jeweiligen Stichtag der Ranglistenerstellung sowie an den
14 Handelstagen davor jeweils 150 Prozent unterschreitet.
24. November 2008
Der Vorstand der Deutsche Börse AG hat in Abstimmung mit dem Arbeitskreis Aktienindizes Änderungen für
das Regelwerk zu den Aktienindizes beschlossen, die ab dem 22. Dezember 2008 wirksam werden. An diesem
Tag wird die nächste planmäßige Neuzusammensetzung der Aktienindizes durchgeführt. Die Überprüfung
dieser Neuzusammensetzung findet am 3. Dezember statt, wobei hier bereits die neuen Regeln
berücksichtigt werden.
Zukünftig wird der Mindest-Streubesitzanteil, d. h. die Anzahl der frei handelbaren Aktien eines
Unternehmens, die im Besitz vieler Aktionäre sind und somit nicht zum Festbesitz gezählt werden,
erhöht. Bislang mussten Unternehmen, die im DAX® gelistet sind, über einen Mindest-Free-Float von
fünf Prozent verfügen. Diese Schwelle wird zukünftig auf zehn Prozent angehoben. Unternehmen, die mehr
als 90 Prozent ihrer Aktien in Festbesitz haben, werden zwei Handelstage nach der erstmaligen
öffentlichen Meldung eines Streubesitzes von weniger als zehn Prozent aus dem Index herausgenommen.
Dies wird von der Deutsche Börse AG entsprechend angekündigt. Diese Anhebung der Schwelle stellt eine
wesentliche Maßnahme zur Sicherung von Liquidität im Index dar. Je höher der Anteil des
Streubesitzes an einem Indexwert ist, desto höher ist in der Regel die Handelbarkeit einer Aktie.
Bei der Erhebung des Streubesitzanteils eines Indextitels werden zudem bei laufenden Übernahmen in
diesem Titel in Zukunft auch alle gesetzlich meldepflichtigen Anteile, die die übernehmende
Gesellschaft sich über Termingeschäfte gesichert hat, berücksichtigt.
Um zukünftig bei außerplanmäßigen Ereignissen wie Kapitalmaßnahmen, Fusionen oder Übernahmen und den
daraus resultierenden potenziellen Verknappungen von handelbaren Aktien auf dem Markt zeitnah
reagieren zu können, werden die Regeln zur Anpassung des Free Floats für des Index DAX®
erweitert. So kann der Streubesitzanteil eines Unternehmens künftig auch zwischen den regulären,
quartalsweisen Terminen in der Indexberechnung angepasst werden. Voraussetzung ist, dass aus einem
solchen Ereignis eine Veränderung des Streubesitzanteils um mehr als zehn Prozent des Grundkapitals
hervorgeht. Um zu häufige Anpassungen auszuschließen, wird bei Übernahmen der Free Float zum
Zeitpunkt der Meldung eines initialen Angebots sowie der Stand zur Abschlussmeldung zum Ende der
Angebotsfristen berücksichtigt. Der Index kann so das Marktgeschehen noch genauer und transparenter
abbilden, da die Änderungen mit einem Vorlauf von zwei Handelstagen umgehend umgesetzt werden.
Sonstige gemeldete Anpassungen des Free Floats werden von der Deutschen Börse AG nach wie vor nur zu
den quartalsweisen Terminen umgesetzt.
Die kürzlich ergänzte Regel im Leitfaden der Aktienindizes um ein Volatilitätskriterium bleibt von den
neuen Ergänzungen unberührt. Demnach kann ein Indexwert außerhalb der regulären Anpassungstermine aus
dem Auswahlindizes DAX® herausgenommen werden, wenn an einem Handelstag seine Gewichtung in dem
entsprechenden Index aufgrund seiner aktuellen Free-Float-Marktkapitalisierung zehn Prozent zum
Handelsschluss überschreitet und die annualisierte Volatilität des Kursverlaufs über die
vorangegangenen 30 Handelstage den Wert von 250 Prozent übersteigt.
Obige Texte sind von der Deutschen Börse und von baer45 auf den DAX®
reduziert worden. Die ersten Änderungen entstanden unter der großen Spekulation um die Volkswagen-Aktie, die
letzte Änderung ist vorbeugend gegen potentielle Engpässe im Bezug zu der Continental-Aktie zu sehen
und hat zu derem Ausschluss beigetragen. Trotz all diesen Regelanpassungen kann eine
Indexnachbildung mit realen Aktien letztendlich nie garantiert werden.
Rangfolge - Dividendenstrategie (Burr/Graham)
Die Kandidaten:
Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht
genießen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die Lektüre von
Bärische Warnungen unter
Strategien.
Rang
Code
Name
Dividendenrendite
1
DBK
DEUTSCHE BANK
16,17 %
2
CBK
COMMERZBANK
15,06 %
3
LHA
LUFTHANSA
11,17 %
4
MAN
MAN
8,14 %
5
DPB
DEUTSCHE POSTBANK
8,06 %
6
DPW
DEUTSCHE POST
7,56 %
7
DAI
DAIMLER
7,49 %
8
ALV
ALLIANZ
7,33 %
9
DTE
DT.TELEKOM
7,26 %
10
BAS
BASF
7,03 %
Die Bewerber:
Rang
Code
Name
Dividendenrendite
11
TKA
THYSSENKRUPP
6,86 %
12
SZG
SALZGITTER
5,45 %
13
RWE
RWE
4,95 %
14
MUV2
MUENCH.RUECKVERS.
4,95 %
15
BMW
BAY.MOTOREN WERKE
4,91 %
Anleger in andere Varianten der Dividendenstrategie,
können sich diese sehr einfach aus obigen Tabellen
zusammenstellen. "Top 12" entspricht Rang 1 bis 12.
"Top 5" entspricht Rang 1 bis 5.
Rangfolge - Dogs of the ... - Low Five (O'Higgins)
Die Kandidaten:
Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht
genießen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die
Lektüre von Bärische Warnungen unter
Strategien.
Rang
Code
Name
Kurs
1
CBK
COMMERZBANK
6,640
2
DTE
DT.TELEKOM
10,750
3
LHA
LUFTHANSA
11,190
4
DPW
DEUTSCHE POST
11,910
5
DPB
DEUTSCHE POSTBANK
15,500
Die Bewerber:
Rang
Code
Name
Kurs
6
DAI
DAIMLER
26,700
7
BAS
BASF
27,730
8
DBK
DEUTSCHE BANK
27,830
Rangfolge nach Gewicht
Rang
Code
Name
Gewicht
1
EOA
E.ON
10,38 %
2
SIE
SIEMENS
9,72 %
3
ALV
ALLIANZ
7,68 %
4
DTE
DT.TELEKOM
7,24 %
5
BAY
BAYER
7,18 %
6
VOW
VOLKSWAGEN
6,22 %
7
RWE
RWE
5,86 %
8
BAS
BASF
5,76 %
9
DAI
DAIMLER
5,38 %
10
MUV2
MUENCH.RUECKVERS.
5,18 %
Die 10 größten Aktiengesellschaften haben heute im DAX® ein Gewicht von
70,60 %. Ihr Anteil hat, seit unserer Bewertung Ende September 2008, geringfügig zugenommen.
Im gleichen Zeitraum hat das Gewicht der Technologie (DT.TELEKOM + INFINEON TECH. + SAP + SIEMENS = 22,10 %)
auch zugenommen. Zu den "billigen" Teilnehmern gehören durchgehend die Banken und Versicherungen.
VOLKSWAGEN ist unberechtigterweise in den Club der Titanen vorgestoßen. Sie wird sicherlich nicht
dort verbleiben. Wahrscheinlich verlässt sie noch 2009 den DAX®. MUENCH.RUECKVERS. hat es nach sehr langer Zeit
wieder zurück in den Club geschafft. Es ist die Aktie unter den Finanzwerten, welche kaum von
der Verschuldungskrise getroffen wurde.
Einzelergebnisse
Rang
Name
Schlusskurs 2007
Schlusskurs 2008
Veränderung in %
1
VOLKSWAGEN
156,100
250,000
+60,15
2
K+S
40,688
39,970
-1,76
3
FRESEN.MED.CARE
36,690
33,310
-9,21
4
MUENCH.RUECKVERS.
132,940
111,000
-16,50
5
BEIERSDORF
53,000
42,000
-20,75
6
MERCK
88,300
64,510
-26,94
7
DT.TELEKOM
15,020
10,750
-28,43
8
SAP
35,530
25,240
-28,96
9
BAYER
62,530
41,550
-33,55
10
RWE
96,000
63,700
-33,65
11
LINDE
90,450
59,850
-33,83
12
LUFTHANSA
18,220
11,190
-38,58
DAX®
8067,320
4810,200
-40,37
13
HENKEL
38,430
22,590
-41,22
14
E.ON
48,530
28,440
-41,40
15
BASF
50,710
27,730
-45,31
16
SALZGITTER
102,050
55,000
-46,10
17
ADIDAS
51,260
27,140
-47,05
18
BAY.MOTOREN WERKE
42,350
21,610
-48,97
19
ALLIANZ
147,950
75,000
-49,31
20
DEUTSCHE POST
23,510
11,910
-49,34
21
METRO
57,440
28,570
-50,26
22
THYSSENKRUPP
38,350
18,960
-50,56
23
SIEMENS
108,860
52,680
-51,61
24
DAIMLER
66,500
26,700
-59,85
25
DEUTSCHE BOERSE
135,750
50,800
-62,58
26
MAN
113,800
38,720
-65,98
27
DEUTSCHE BANK
89,400
27,830
-68,87
28
DEUTSCHE POSTBANK
60,750
15,500
-74,49
29
COMMERZBANK
26,260
6,640
-74,71
30
INFINEON TECH.
8,070
0,960
-88,10
Absteiger
31
TUI
19,130
8,050
-57,92
32
CONTINENTAL
88,990
28,880
-67,56
33
HYPO REAL ESTATE
36,100
3,050
-91,55
Es war wieder leicht möglich schlechter als der Markt abzuschneiden, besonders wenn man VOLKSWAGEN nicht im Depot hatte.
Von allen anderen DAX®-Teilnehmern hätte man besser die Finger gelassen und sich Bundesschatzbriefe zugelegt.
Die überwiegende Anzahl der Fonds werden es wieder nicht geschafft haben den DAX® zu schlagen. Wurden auch Sie schon öfters vom Markt geschlagen? Wenn ja, kaufen Sie doch einfach das nächste Mal
den Index.
Spitzenreiter im DAX® war VOLKSWAGEN, die einzige Aktie mit einem positiven Jahresergebnis.
Die Übernahme durch PORSCHE führte zu einer Verknappung der Aktien, die ungewöhnliche Kurssprünge zur Folge hatte. Die Leerverkäufer
wurden durchgängig auf dem linken Fuß erwischt. Ende
Oktober galoppierte der Kurs der VOLKSWAGEN-Stammaktien binnen zweier Handelstage von rund 200 auf 1005 €uro.
Volkswagen wurde kurzzeitig zum wertvollsten Unternehmen der Welt, das Gewicht im DAX® schnellte auf fast 30 % in die
Höhe und verzerrte den Index völlig. Der Handel in den wenigen frei verfügbaren VOLKSWAGEN-Aktien ließ den Leitindex um
mehrere Prozentpunkte steigen, obwohl alle anderen 29 Titel im Minus lagen. Kurz darauf, nach Eingriffen in den DAX® und
kurzfristig wirksam werdenden Regeländerungen, war das Bild umgekehrt. Auf Jahressicht verbleibt ein Kursplus von 60,15 %.
Einer der jetzt den Index kauft, kauft die überteuerte VOLKSWAGEN-Aktie mit. Wenn es PORSCHE gelingt, ca.
70% der Aktien einzusammeln, wird VOLKSWAGEN den DAX® verlassen müssen.
Ansonsten sind die Warnungen vom letzten Jahr von baer45 weitgehend eingetroffen. Manches ist wesentlich
schlimmer gekommen. Man musste 2008 keine Aktien besessen haben.
Kurzer Blick auf den Chart
Blaue Linie: 200 Tage-Schnitt - Sie schreit noch nicht zum Einstieg!
Wir haben Ende September mit der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers einen einmalig heftigen
Kursabsturz erlebt und befinden uns seit Anfang Oktober in einem hochvolatilen Seitwärtsgang. Wie wird es weiter gehen?
Wird die Amtseinführung von Obama einen neuen Hype auslösen? Werden die Ergebnisse des 4. Quartals und weitere
schlechte Nachrichten aus der Wirtschaft uns nach Süden prügeln? Viele erwarten beides, was kaum möglich sein wird.
Viele Firmen werden noch gute Ergebnisse abliefern, etliche werden schon miserabel sein. Die Ausblicke werden
durchgehend düster sein oder man wird sich weigern irgend etwas zur Zukunft zu sagen. Den Hoffnungen bezüglich
Obama stehen die schlechten Nachrichten aus der Wirtschaft gegenüber. Es könnte sein, dass der Obama-Hype
erstmal gewinnt. Aber Stimmungen sind nicht alles, nicht jeder Rausch kann die Realitäten wegwischen. Die Ergebnisse des 1. Quartals
werden dann jedem klar machen, wo es lang gehen wird und wie tief die Krise wirklich ist. Wir müssen dann ncht mehr
das Orakel befragen.
Die Finanzkrise - einfach nur besoffen!
Für viele ist das Entstehen der Immobilien-, Finanz-, und Bankenkrise nur schwer
zu verstehen. Hier ein Erklärungsversuch an einem Beispiel aus der Bundeshauptstadt Berlin:
Mandy besitzt eine Bar in Kreuzberg. Um den Umsatz zu steigern, beschließt sie, die
Getränke der Stammkundschaft (hauptsächlich alkoholkranke Hartz-IV-Empfänger) auf den Deckel zu
nehmen, ihnen also Kredit zu gewähren. Das spricht sich in Kreuzberg schnell herum und immer mehr
Kundschaft desselben Segments drängt sich in Mandy's Bar. Da die Kunden sich um die Bezahlung keine
Sorgen machen müssen, erhöht Mandy sukzessive die Preise für den Alkohol und erhöht damit auch massiv
ihren Umsatz.
Der junge und dynamische Kundenberater der lokalen Bank bemerkt Mandys Erfolg und
bietet ihr zur Liquiditätssicherung eine unbegrenzte Kreditlinie an. Um die Deckung macht er sich
keinerlei Sorgen, er hat ja die Schulden der Trinker als Deckung. Zur Refinanzierung transformieren
top ausgebildete Investmentbanker die Bierdeckel in verbriefte Schuldverschreibungen mit den
Bezeichnungen SUFFBOND®, ALKBOND® und KOTZBOND®. Diese Papiere laufen unter der modernen Bezeichnung
SPA Super Prima Anleihen und werden bei einer usbekischen Online-Versicherung per Email abgesichert.
Daraufhin werden sie von mehreren Rating-Agenturen (gegen lebenslanges Freibier in
Mandys Bar) mit ausgezeichneten Bewertungen versehen. Niemand versteht zwar, was die Abkürzungen
dieser Produkte bedeuten oder was genau diese Papiere beinhalten, aber dank steigender Kurse und hoher
Renditen werden diese Konstrukte ein Renner für institutionelle Investoren. Vorstände und
Investmentspezialisten der Bank erhalten Boni im dreistelligen Millionenbereich.
Eines Tages, obwohl die Kurse immer noch steigen, stellt ein Risk Manager (der
inzwischen wegen seiner negativen Grundeinstellung selbstverständlich entlassen wurde) fest, dass es
an der Zeit sei, die ältesten Deckel von Mandys Kunden langsam fällig zu stellen. Überraschenderweise
können weder die ersten noch die nächsten Hartz-IV-Empfänger ihre Schulden, von denen viele
inzwischen ein Vielfaches ihres Jahreseinkommens betragen, bezahlen. Solange man auch nachforscht, es
kommen so gut wie keine Tilgungen ins Haus.
Mandy macht Konkurs. SUFFBOND® und ALKBOND® verlieren 95%, KOTZBOND® hält
sich besser und stabilisiert sich bei einem Kurswert von 20%. Die Lieferanten hatten Mandy extrem
lange Zahlungsfristen gewährt und zudem selbst in die Super Prima Anleihen investiert. Der Wein- und
der Schnapslieferant gehen Konkurs, der Bierlieferant wird dank massiver staatlicher Zuschüsse von
einer ausländischen Investorengruppe übernommen. Die Bank wird durch Steuergelder gerettet. Der
Bankvorstand verzichtet für das abgelaufene Geschäftsjahr auf den Bonus.
Na dann: Prosit 2009!
Quelle:
Eine Geschichte die sich rasend schnell im Internet verbreitet hat und deren Ursprung nicht mehr klärbar ist,
wie so oft bei einfach treffenden Erläuterungen für angeblich schwer verständliche Themen.
Die Verschuldungskrise
Manche glauben, die Finanzkrise wäre im Griff weil die Staaten das Überleben der großen Banken garantieren
und die Zinsen am Boden liegen. Trotzdem sind die Banken noch kaum bereit sich gegenseitig Geld zu leihen. Sie wissen
offensichtlich was noch in den Untergeschossen rumliegt und was noch alles auf die Finanzbranche zukommt.
Da es jetzt auch in der realen Wirtschaft abwärts geht, werden viele Firmen Pleite gehen und viele Konsumenten
arbeitslos werden. Der Rückgang des Konsums und das Schrumpfen vieler Firmen wird den Gewerbeimmobiliensektor
in Schwierigkeiten bringen. Die US-Hauspreise haben sich noch immer nicht stabilisiert. Sie fallen weiter.
Das alles wird zu neuen erheblichen Abschreibungen führen und damit zusätzlichen Kapitalbedarf auslösen. Der freie
Kapitalmarkt wird ohne staatliche Garantien nicht bereit sein weiteres Geld in diese Branche zu stecken. Die
Staatsbeteiligung wird weiter zunehmen, die Kurse werden weiter fallen und die Branche wird weiter schrumpfen müssen.
Manche Staaten werden bis zu ihrer Leistungsgrenze belastet werden und sogar Länder wie die Schweiz könnten ins Schwitzen
geraten. In einer derartig kritischen Lage werden die Banken nicht mit Krediten um sich werfen. Die Kreditklemme
wird eher noch zunehmen. Die niedrigen Zinsen werden mittelfristig Kapitallebens- und Pensionsversicherungen in Schwierigkeiten bringen.
Stärker verschuldete Unternehmen, wie z.B. die Automobilindustrie, werden erhebliche Probleme bei der Refinanzierung
ihrer Schulden bekommen. Anleihen werden am Markt nur zu Konditionen platzierbar sein, deren Zinsen diese Firmen nicht werden
tragen können. Kapitalerhöhungen am Markt werden scheitern. Bei wichtigen Unternehmen wird auch hier der Staat ran müssen.
Die Konjunktur
Die wirtschaftliche Entwicklung wurde die letzten Jahre immer stärker durch Ausweitung der Schulden getragen.
Der nächste Aufschwung wird ohne das schon gewöhnte Kreditvolumen auskommen
müssen. Wir werden also generell kleinere Brötchen backen müssen. Die immer massiveren Staatseingriffe werden, um große
Katastrophen zu verhindern, eine Subventionsparty auslösen die in einer immer stärkeren Protektion enden wird. Damit
wird die Globalisierung erheblich zurückgeschraubt werden.
Die momentanen Handelsungleichgewichte sind kaum noch tragbar. In ihnen liegt der wirkliche Grund unserer
heutigen Probleme begraben. Die ansatzweise Behebung dieser Ungleichgewichte wird zu weiteren Handelsbarrieren führen.
Gut, dass wir mit der EU inzwischen einen so großen Markt haben.
Der US-Verbraucher ist bis über Lippe-Oberkante verschuldet und verweigert sich momentan weiterem
Schuldenwachstum. Die Sparquote steigt an und erreicht inzwischen 2,8 %. Zu Beginn des Jahres lag sie noch im negativen Bereich.
Die Preise verfallen auf breiter Front. Die USA ist mit dem Schnellzug auf dem Weg in eine Deflation. Anschließend droht eine ausgewachsene Inflation.
Die bisherigen Konjunkturbelebungsmaßnahmen haben jeweils nur ein kurzes Strohfeuer
ausgelöst, die Staatsverschuldung aber massiv erhöht. Das Geld fehlt später für den weiteren Ausbau der Suppenküchen.
Résumée
Das Vertrauen in die Banken und in die Zukunft ist verschwunden; das bringen auch niedrige Zinsen und Gelddrucken nicht wieder.
Dies wird eher noch das Vertrauen in einige Währungen zerstören. Es wird höchste Zeit, dass die Ursachen angegangen werden und
die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Wenn wir das Vertrauen nicht zurück gewinnen werden, wird unsere
Bundeskanzlerin Unrecht haben. Dann wird nicht nur das Jahr 2009 das Jahr der schlechten Nachrichten sein. 2010
wird es dann noch toppen.
Die momentan aufgelegten Konjunkturprogramme in die Infrastruktur, in den USA und bei uns, können sobald nicht wirken.
Derartige Investitionen verlangen mehr oder weniger komplexe Planungsvorgänge. Sowas braucht Zeit. Bei komplexeren
Projekten länger als ein Jahr. Die USA sind angeblich schneller. Leider ist deren Infrastruktur inzwischen so
verlottert, dass sogar die Planungsteams die sowas leisten könnten, inzwischen ausgestorben sind. Auch darf man sich fragen,
ob Automobilschrauber und Investmentbänker die richtige Qualifikation für derartige Arbeiten haben.
Keine rosigen Aussichten. Es scheint besser zu sein, jetzt noch nicht massiv in Aktien einzusteigen (auf Sicht von
mehreren Jahren). Kommt es wirklich zu einer längeren und tieferen Rezession in den USA, sind die Aktienpreise noch viel zu teuer.
baer45 wünscht allen Börsianern viel Glück bei ihren Spekulationen im Neuen Jahr
Neue DAX®-Teilnehmer
BEIERSDORF
Der Kosmetikkonzern mit Firmensitz Hamburg vertreibt zahlreiche bekannte Marken, darunter
Nivea-Creme und Hansaplast-Pflaster. Der Klebstreifenhersteller Tesa ist eine 100-prozentige
Tochter von Beiersdorf.
Im Geschäftsjahr 2007 erwirtschaftete das Unternehmen mit gut 21.000
Mitarbeitern einen Umsatz von 5,5 Milliarden €uro und schüttete 0,70 €uro pro
Aktie an die Anteilseigner aus.
Seit 2004 ist die Maxingvest Holding der Tchibo-Gründerfamilie Herz mit 50,46%
Hauptanteilseigner von Beiersdorf. Damals sollte der Einstieg des englischen
Konsumgüterkonzerns Procter & Gamble verhindert werden. Beiersdorf hält noch knapp 10%
der eigenen Anteile. Ein weiterer Großaktionär ist die ALLIANZ mit 7,2%.
SALZGITTER
Der Stahlkonzern mit Sitz im niedersächsischen Salzgitter erwirtschaftete im vergangenen Jahr
einen Umsatz von 10,2 Milliarden €uro und einen Überschuss von 905 Millionen €uro.
Pro Aktie wurden 3 €uro ausgeschüttet. Weltweit beschäftigte das Unternehmen Ende 2007
mehr als 23.000 Mitarbeiter.
1998 brachte Salzgitter 60,2% der Anteile an die Börse. Das Land Niedersachsen
hält über die Hannoversche Beteiligungsgesellschaft 26,5% an Salzgitter, das Unternehmen
selbst besitzt 10% der Anteile. Im Streubesitz befinden sich nach Angaben der Deutschen Börse
63,5%.
Handelskalender 2009
An der FWB® Frankfurter Wertpapierbörse wird im Jahr 2009 von Montags bis
Freitags außer am 1. Januar (Neujahr), 10. April (Karfreitag), 13. April (Ostermontag),
1. Mai (Tag der Arbeit), 24. Dezember (Heiligabend), 25. Dezember (Weihnacht) und am
31. Dezember (Silvester) gehandelt. Der Handel auf Xetra® läuft von 9 bis 17.30 Uhr.