Basis sind die Xetra-Schlusskurse vom 27.09.2002. Die Kurse und
das jeweilige Gewicht einer Aktie im DAX® sind von der
Deutschen
Börse. Die Dividenden mit denen die
berechnet wird, das
auf Basis 2002 der Aktien und die
sind aus
der
Süddeutschen Zeitung (Schätzungen IBES
- Quelle Thomson Financial/Datastream).
Die DAX®-Bewertung wird gewichtet ausgeführt
( siehe
).
D.h. eine
Aktie mit sehr großer Marktkapitalisierung geht
stärker in das Ergebnis ein als eine Aktie mit einer weit
geringeren Marktkapitalisierung. Seit dem 24.06.2002 wird dabei
nur noch der sogenannte frei handelbare Anteil
berücksichtigt. Am 23.09.2002 ist Degussa durch Altana ersetzt worden.
In diesem Zusammenhang hat es weitere Regeländerungen gegeben. Eine
Neuzusammenstellung ist jetzt unabhängig vom Stichtag im September möglich. Rutscht
eine Teilnehmer tiefer wie der 45. Rang in Marktkapitalisierung und Börsenumsatz,
wird er mit der der nächsten Quartalskorrektur des Index ausgetauscht.
Dadurch verliert der DAX®, wegen seiner geringen Teilnehmerzahl, weiter an
Kontnuität und damit an Qualität. Er ist eben kein S&P500 mit 500 Teilnehmer.
Recht kurzfristig ist damit der Verbleib im DAX® von einigen
Leichtgewichten gefährdet (EPCOS, MLP). Umstellungen werden wir jetzt öfters erleben.
Umlaufrendite
Die Zinsen für Tagesgelder bewegen sich zwischen 1,5 und
3,5%. Nimmt man an, dass die Zinsen gleich bleiben oder nur
leicht steigen respektive weiter sinken werden, sollte man auch einen Blick auf
AAA-Anleihen, Pfandbriefe und
Bundesschatzbriefe werfen. Allerdings rentieren die
Staatspapiere stetig schlechter. Der Bundesfinanzminister will auch von
der Verunsicherung der Märkte profitieren.
Datum
Insgesamt
3-5 Jahre
5-8 Jahre
8-15 Jahre
15-30 Jahre
27.09.02
4,12 %
3,57 %
4,00 %
4,30 %
4,92 %
26.07.02
4,52 %
4,07 %
4,48 %
4,70 %
5,16 %
26.06.02
4,73 %
4,34 %
4,65 %
4,87 %
5,21 %
25.01.02
4,74 %
4,37 %
4,71 %
4,90 %
5,27 %
Diese Tabelle zeigt die Umlaufrendite (Anleihen erster Bonität im €uro-Raum) zum Stichtag an. Die Umlaufrendite
sinkt seit der ersten Bewertung beständig. Hierin spiegelt
sich die steigende Flucht aus der Aktienanlage.
Nettozuflüsse zu Aktienfonds gibt es praktisch nicht mehr.
Ein Ausverkauf steht hier jedoch noch aus.
Sollten die Aktienmärkte sich nicht innerhalb der
nächsten Monate erholen, wird die Umlaufrendite weiter
sinken. Erleben wir nach der Aktienblase die Anleiheblase? Wie die sehr
starken Zuflüsse in die Kurzfristanlagen (Geldmarktfonds, Tagesgelder)
zu bewerten sind, ist momentan sehr schwierig. Warten diese Anleger auf
Einstiegsgelegenheiten am Aktienmarkt oder auf eine bessere Umlaufrendite?
Sollte die Mehrheit auf bessere Einstiegsgelegenheiten warten, ist
die mentale Verfassung immer noch zu optimistisch für eine nachhaltige Erholung.
Die Konsumzurückhaltung ist weiterhin intakt. Die Sparquote
steigt und steigt. Eine Reaktion der Verbraucher auf den T€,
die Angst um den Arbeitsplatz und die Verunsicherung über die
Altersversorgung. Weiter fallende Zinsen und desolate Aktienmärkte
werden den Druck auf die Lebensversicherungen/Firmenpensionen verstärken und auch
dadurch zu einer anhaltenden Konsomentenverunsicherung beitragen und die
deflationäre Tendenzen verstärken.
Bleibt eine Deflation mit einhergehender Stagnation aus (das schlimmste
vorstellbare Szenario für die Aktienmärkte), ist die Wahrscheinlichkeit,
dass die Zinsen mittelfristig anziehen werden jedoch größer als dass sie
gleich bleiben oder sinken werden.
DAX®-Ergebnis
Die Tabelle zeigt die Entwicklung vom DAX® seit der Januarbewertung.
Deutsche Telekom und Infineon schreiben immer noch
Verluste. Sie werden im KGV(2) nicht berücksichtigt und im KGV(1) so aufgenommen
als ob sie keine Verluste hätten. Alle Berechnungen berücksichtigen das jeweilige
Gewicht der Aktien im DAX®.
Datum
DAX®-Stand
Dividenden- rendite
KGV(f)
KGV(1)
KGV(2)
27.09.02
2918,90
2,87 %
15,4
12,9
11,8
26.07.02
3579,00
2,37 %
15,4
15,6
14,1
26.06.02
4099,05
2,07 %
15,4
17,1
16,2
25.01.02
5156,33
2,02 %
15,4
21,8
19,6
Erläuterungen zur Tabelle finden Sie in den
Die DAX®-Umbewertung zur Jahresmitte, die weiteren erheblichen
Gewichtverschiebungen zu Gunsten von Dividendenzahler und die
weiteren Kursverluste haben,
trotz gesunkener Dividendenzahlungen, zu einer höheren
DAX®-Dividendenrendite geführt. Sie übertrifft inzwischen die der Finanzierungsschätze
des Bundes. Anleger in Zertifikate,
bei denen der Herausgeber die Dividende einbehält, müsste es spätestens jetzt
dämmern, dass auch Dividenden zur Gesamtperformance beitragen. Manche Einzelaktie
schlägt inzwischen langfristige sichere Anleihen. Allerdings ist für die
nähere Zukunft teilweise mit sinkenden
respektive ganz ausfallenden Dividenden zu rechnen.
Der DAX® ist momentan "fair" bewertet. "Billig" ist er allerdings noch
nicht! Starke Bärenmärkte, wie der Jetzige,
enden üblicherweise erst bei einem KGV von unter 10. Dieses können wir nur
durch weiter sinkende Kurse oder durch stark steigende
Gewinne erreichen. Die zyklischen Werte (Chemie und Stahl), haben in Erwartung einer
baldigen Konjunkturerholung, noch recht hohe Bewertungen. Im Technologiesektor
ist die Blase noch nicht vollständig agbebaut. Die Luft
ist also noch nicht raus! Sollten weitere Katastrophen
ausbleiben, kann man den Kauf von
DAX®-Indexpapieren ins Auge
nehmen. Rechnet man allerdings nicht mit einer baldigen
deutlichen Konjunkturerholung respektive mit kriegerischen Auseinandersetzungen
im nahen/mittleren Osten, ist weiterhin
äußerste Vorsicht geboten.
Rangfolge - Dividendenstrategie (Burr/Graham)
Die Kandidaten:
Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht
geniessen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die Lektüre von
Bärische Warnungen unter
Strategien.
Rang
Code
Name
Dividendenrendite
1
MLP3
MARSCH.,LAUT.U.PA.O.N. VZ
5,85 %
2
HVM
BAY.HYPO-VEREINSBK.O.N.
5,60 %
3
MEO
METRO AG ST O.N.
5,54 %
4
CBK
COMMERZBANK AG O.N.
5,46 %
5
TKA
THYSSENKRUPP AG O.N.
5,31 %
6
BAY
BAYER AG O.N.
4,61 %
7
TUI
TUI AG O.N.
4,50 %
8
DPW
DEUTSCHE POST AG NA O.N.
4,09 %
9
MAN
MAN AG ST O.N.
4,01 %
10
DTE
DT.TELEKOM AG NA
3,96 %
Die Bewerber:
Trauen Sie bestimmten Kandidaten nicht?
Viel Spaß bei der Auswahl auf der Auswechselbank.
Rang
Code
Name
Dividendenrendite
11
FME
FRESEN.MED.CARE AG O.N.
3,78 %
12
BAS
BASF AG O.N.
3,54 %
13
EOA
E.ON AG O.N.
3,36 %
14
VOW
VOLKSWAGEN AG ST O.N.
3,33 %
15
RWE
RWE AG ST A O.N.
3,26 %
Anleger in andere Varianten der Dividendenstrategie,
können sich diese sehr einfach aus obigen Tabellen
zusammenstellen. "Top 12" entspricht Rang 1 bis 12.
"Top 5" entspricht Rang 1 bis 5.
Rangfolge - Dogs of the ... - Low Five (O'Higgins)
Die Kandidaten:
Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht
genießen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die
Lektüre von Bärische Warnungen unter
Strategien.
Rang
Code
Name
Kurs
1
CBK
COMMERZBANK AG O.N.
7,32
2
MLP3
MARSCH.,LAUT.U.PA.O.N. VZ
8,55
3
DPW
DEUTSCHE POST AG NA O.N.
9,04
4
DTE
DT.TELEKOM AG NA
9,35
5
TKA
THYSSENKRUPP AG O.N.
11,30
Die Bewerber:
Sie wollen keinen harten Zock? Schauen Sie auf der Auswechselbank nach.
Rang
Code
Name
Kurs
6
MAN
MAN AG ST O.N.
14,95
7
HVM
BAY.HYPO-VEREINSBK.O.N.
15,17
8
TUI
TUI AG O.N.
17,13
Neben DTE und DPW ist, jetzt als Sahnehäubchen, auch noch
MLP3 aufgetaucht. Für Letztere ist der Verbleib im DAX® fraglich.
Low Five steigert sich immer weiter in den harten
Zockerhimmel. Liegt darin eine Chance oder ist diese
Strategie auf einen Index wie den DAX® nicht anwendbar?
Rangfolge nach Gewicht
Rang
Code
Name
Gewicht
1
EOA
E.ON AG O.N.
10,26 %
2
SIE
SIEMENS AG NA
10,21 %
3
DBK
DEUTSCHE BANK AG NA O.N.
10,15 %
4
DCX
DAIMLERCHRYSLER AG NA O.N
10,04 %
5
DTE
DT.TELEKOM AG NA
7,57 %
6
BAS
BASF AG O.N.
6,54 %
7
ALV
ALLIANZ AG O.N.
5,82 %
8
BAY
BAYER AG O.N.
4,53 %
9
MUV2
MUENCH.RUECKVERS.VNA O.N.
4,35 %
10
RWE
RWE AG ST A O.N.
3,81 %
Die 10 größten Aktiengesellschaften haben heute ein
Gewicht von ca. 73% im DAX® (im Juli 74%, im Juni 67%, im Januar 70%). Der Weg
vom DAX30 zum DAX10 scheint ausgebremst. Der
Technologiesektor ist inzwischen deutlich unter
ein Viertel gesunken. Erste Zeichen der Genesung. Auch der überpräsente
Finanzsektor schrumpft inzwischen deutlich. Es fehlt an Konsum.
Demnächst verabschieden wir wahrscheinlich EPCOS und MLP.
Hoffentlich führt das zu einer Verbesserung und nicht zu einer
Verschlechterung des Index.
Kurzer Blick auf den Chart
Der Abwärtstrend (der Längste und Größte
seit der DAX®-Gründung) ist weiterhin intakt. Nichts konnte
bis heute den Weg nach Süden stoppen (in
den USA und hier). Eine einigermaßen gesicherte
technische Bodenbildung ist noch nicht erfolgt. Seit unserer
Julibewertung verbleibt die Volatilität (VDAX®) auf einem extrem
hohen Niveau. Die Abwärtsbeschleunigung hat erheblich zugelegt. Meine Annahme
eines südlichen Korridors zwischen 2500 und 3500 (she.
Das Ei des A. Kostolany) könnte
zu optimistisch gewesen sein.
Der DAX® hat sich zwischenzeitlicht mit dem marktbreiten
S&P500 synchronisiert. Dieser Vergleich hinkt natürlich. Der S&P500
ist im gegensatz zum DAX® ein reiner Kursindex (auch marktgewichtet).
Veränderungen der Währungsparitäten müssten auch noch berücksichtigt werden.
Zur Verdeutlichung der allgemeinen Tendenzen reicht dieser Chart jedoch.
Der DAX® rentierte in den letzten 10 Jahren
mit ca. 7,2%. Über sehr lange Zeiträume ist eine Rendite in der Aktienanlage
von 6,5% üblich. 10 Jahre sind dabei relativ kurz und die Vorgeschichte
bleibt hier außen vor. Trotzdem der DAX® wesentlich "billiger"
ist als der S&P500, fällt er schneller. Sollte er
sich zukünftig noch stärker am S&P500 orientieren und dieser
erreicht eine faire Bewertung, hätten wir einen DAX®-Stand von unter
2000. Ein KGV von unter 10 im S&P500 wurde den DAX® gar unter 1000 treiben.
Eventuell erzeugt dies eine Emanzipation von den US-amerikanischen
Märkten und der deutsche respektive der europäische Markt ist
nicht weiterhin ein schlechtes Derivat der US-Märkte.
Positiv ist die weitere Verschlechterung der
allgemeinen Stimmungslage. Allerdings erwarten noch zu viele
eine baldige Erholung der Märkte. Damit ist eine nachhaltige Erholung
noch nicht in Sicht. Die Wirtschaft dümpelt vor sich hin. Auch aus dieser
Ecke ist kaum mit deutlichen positiven Signalen zu rechnen. Der private
Anleger ist kaum noch am Markt präsent. Er meidet aus Angst den Markt.
Die institutionellen Anleger haben, bedingt durch ihre Fesselung, zittrige
Hände und verstärken nur die Abwärtsspirale. So besitzen z.B. wegen zu
frühem Einstieg, die Aktienfondsmanager zu wenig Cash. Sie werden
demnächst eher zum Verkauf als zum Kauf gezwungen werden. Die Manager
von Lebensversicherungen und Firmenpensionen haben sich total verspekuliert
und müssen immer in größerem Umfang Aktien abstoßen. Bei einigen Großkonzernen
haben die Pensionsverpflichtungen die potentiellen Gewinne der nächsten Jahre
heute schon weggefressen.
Die Märkte befinden sich im Siechtum. Nur ein kräftiges Signal
kann sie wieder beleben. Der Irakkrieg (she.
Kaufen wenn die Kanonen donnern ...)
wäre ein dementsprechendes Signal. Nach einem kurzen starken Fall wäre die
technische Gegenreaktion so groß, dass sie uns wesentlich über das heutige
Niveau tragen würde. Verbunden mit kleinen positiven Meldungen aus der
Wirtschaft und schneller Siegesaussicht könnten die 4000 überwunden werden.
Ansonsten muss nach dem schlechten Sommer nicht unbedingt eine
gute Herbst-/Wintersaison kommen. Im weiteren Abwärtsstrudel werden sich die
Schwierigkeiten in der Finanz- und Versicherungsbranche auf jeden Fall verstärken.
Die Technologie wird frühestens in der zweiten Jahreshälfte des nächsten Jahres erste
kleine Erholungsanzeichen sehen. Bis dahin könnte allerdings der
Konsum weiter wegbrechen. Zu den weiteren Risiken, bleibt es bei der Aufzählung in der
letzten Bewertung (she.
Bewertung zum 26.07.2002).
Unter dem Aspekt der mittelfristigen Anlage (ca. 5 Jahre) ist,
trotz aller Weltuntergangsszenarien, ein Indexstand von unter 3000
eventuell ein günstiger Einstieg zum Kauf von DAX®-Indexpapieren.
Die Wahrscheinlichkeit, dabei besser als mit Anleihen
abzuschneiden, ist recht groß. Diejenigen, die sicher
sind, dass wir für dieses Jahr die Tiefskurse noch nicht
gesehen haben, beobachten weiter das fallende Messer.
Mit dem WTC-Crash und der Spitzennervosität der letzten Wochen
sind schon viele Aktien von den "Zittrigen" zu den
"Hartgesottenen" gewandert (ein nicht geringer Anteil war allerdings
von rein "zittriger" Natur: heute kaufen ... dann verkaufen ... wieder kaufen..).
Alles Voraussetzungen für eine echte Bodenbildung
(wird spätestens mit 0 erreicht). Der Ausverkauf ist meiner Meinung nach am laufen.
Er findet nicht panikartig sondern ausdauernd statt. Besonders
die Schwierigkeiten der Finanz- und Versicherungsbranche treiben uns weiter
gegen Süden. 2500 oder tiefer sind absolut realistisch geworden. Wer hätte
dies Anfang 2000 erwartet? Ich rechnete damals mit 4000 bis 5000 und wurde
zu den spinnerten Exoten gerechnet. Aber wie sagt der Volksmund:
"Man wird alt wie eine Kuh und lernt immer noch dazu ..."