Basis sind die Xetra-Schlusskurse vom 26.07.2002. Die Kurse und
das jeweilige Gewicht einer Aktie im DAX® sind von der
Deutschen
Börse. Die Dividenden mit denen die
berechnet wird, das
auf Basis 2002 der Aktien und die
sind aus
der
Süddeutschen Zeitung (Schätzungen IBES
- Quelle Thomson Financial/Datastream).
Die DAX®-Bewertung wird gewichtet ausgeführt. D.h. eine
Aktie mit sehr großer Marktkapitalisierung geht
stärker in das Ergebnis ein als eine Aktie mit einer weit
geringeren Marktkapitalisierung. Seit dem 24.06.2002 wird dabei
nur noch der sogenannte frei handelbare Anteil
berücksichtigt ( siehe
).
Umlaufrendite
Die Zinsen für Tagesgelder bewegen sich zwischen 1,5 und
3,8%. Nimmt man an, dass die Zinsen gleich bleiben oder nur
leicht steigen werden, sollte man auch einen Blick auf
AAA-Anleihen, Pfandbriefe und
Bundesschatzbriefe werfen.
Datum
Insgesamt
3-5 Jahre
5-8 Jahre
8-15 Jahre
15-30 Jahre
26.07.02
4,52 %
4,07 %
4,48 %
4,70 %
5,16 %
26.06.02
4,73 %
4,34 %
4,65 %
4,87 %
5,21 %
25.01.02
4,74 %
4,37 %
4,71 %
4,90 %
5,27 %
Diese Tabelle zeigt die Umlaufrendite (Anleihen erster Bonität im €uro-Raum) zum Stichtag an. Die Umlaufrendite
sinkt seit der ersten Bewertung beständig. Hierin spiegelt
sich die steigende Flucht aus der Aktienanlage (Angebotsdruck).
Sollten die Aktienmärkte sich nicht innerhalb der
nächsten Monate erholen, wird die Umlaufrendite weiter
sinken.
DAX®-Ergebnis
Die Tabelle zeigt die Entwicklung vom DAX® seit der
Januarbewertung. Deutsche Telekom und Infineon
schreiben Verluste. Sie werden im KGV(2) nicht berücksichtigt und im KGV(1)
so aufgenommen als ob sie keine Verluste hätten. Alle Berechnungen
berücksichtigen das jeweilige Gewicht der Aktien im DAX®.
Datum
DAX®-Stand
Dividenden- rendite
KGV(f)
KGV(1)
KGV(2)
26.07.02
3579,00
2,37 %
15,4
15,6
14,1
26.06.02
4099,05
2,07 %
15,4
17,1
16,2
25.01.02
5156,33
2,02 %
15,4
21,8
19,6
Erläuterungen zur Tabelle finden Sie in den
Die DAX®-Umbewertung zur Jahresmitte, die erheblichen
Gewichtverschiebungen zu Gunsten von Dividendenzahler und
die merklichen Kursverluste haben,
trotz gesunkener Dividendenzahlungen, zu einer höheren
Dividendenrendite geführt. Sie steigt in den
Bereich von Tagesgelder. Dies ist
allerdings nur eine Augenblickaufnahme bei einer sich
verschlechternden Wirtschaftslage. Die zukünftigen
Dividenden werden bei einigen Unternehmer sinken respektive
ganz ausfallen.
Der DAX® befindet sich in der Nähe einer fairen
Bewertung (bei den heutigen Zinsbedingungen). KGV(1) und KGV(2) haben
sich allerdings gegenüber der Juni-Bewertung weiter auseinander
bewegt. Grund ist hierfür die starke
Gewichtszunahme der Deutschen Telekom. Sie ist in diesem
Zeitraum wesentlich besser als der Markt gelaufen.
Die zyklischen Werte (Chemie und Stahl) haben, in Erwartung einer
baldigen Konjunkturerholung, recht hohe Bewertungen. Die Luft
ist also noch nicht raus! Könnten wir fest auf eine
Konjunkturerholung und den Ausschluss weiterer Katastrophen
setzen (Terror, Krieg im nahen/mittleren Osten)? Wenn ja, könnten
Optimisten den Kauf von DAX®-Indexpapieren ins Auge
nehmen. Rechnet man allerdings nicht mit einer baldigen
deutlichen Konjunkturerholung oder sogar mit dem
baldigen Beginn von kriegerischen Auseinandersetzungen
im nahen/mittleren Osten, ist weiterhin
äußerste Vorsicht geboten.
Rangfolge - Dividendenstrategie (Burr/Graham)
Die Kandidaten:
Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht
geniessen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die Lektüre von
"Bärischen Warnungen" unter "Strategien".
Rang
Code
Name
Dividendenrendite
1
TKA
THYSSENKRUPP AG O.N.
4,79 %
2
HVM
BAY.HYPO-VEREINSBK.O.N.
4,32 %
3
MEO
METRO AG ST O.N.
4,07 %
4
DPW
DEUTSCHE POST AG NA O.N.
3,89 %
5
TUI
TUI AG O.N.
3,82 %
6
BAY
BAYER AG O.N.
3,64 %
7
CBK
COMMERZBANK AG O.N.
3,49 %
8
BAS
BASF AG O.N.
3,39 %
9
EOA
E.ON AG O.N.
3,38 %
10
DGX
DEGUSSA AG O.N.
3,30 %
Die Bewerber:
VOW wäre ein potentieller Tauschkandidat für DPW. Ob
DGX im DAX® verbleibt? Konsequenzen berücksichtigen.
Rang
Code
Name
Dividendenrendite
11
VOW
VOLKSWAGEN AG ST O.N.
3,19 %
12
DTE
DT.TELEKOM AG NA
3,11 %
13
RWE
RWE AG ST A O.N.
3,09 %
14
MAN
MAN AG ST O.N.
3,05 %
15
MLP3
MARSCH.,LAUT.U.PA.O.N. VZ
2,65 %
Anleger in andere Varianten der Dividendenstrategie,
können sich diese sehr einfach aus obigen Tabellen
zusammenstellen. "Top 12" entspricht Rang 1 bis 12.
"Top 5" entspricht Rang 1 bis 5. Kommt DTE rein, wird
allerdings heftig gezockt!
Rangfolge - Dogs of the ... - Low Five (O'Higgins)
Die Kandidaten:
Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht
genießen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die
Lektüre von "Bärischen Warnungen" unter "Strategien".
Rang
Code
Name
Kurs
1
DPW
DEUTSCHE POST AG NA O.N.
09,51
2
CBK
COMMERZBANK AG O.N.
11,47
3
TKA
THYSSENKRUPP AG O.N.
12,52
4
HVM
BAY.HYPO-VEREINSBK.O.N.
19,69
5
TUI
TUI AG O.N.
20,15
Die Bewerber:
BAY wäre ein potentieller Tauschkandidat für DPW.
Rang
Code
Name
Kurs
6
BAY
BAYER AG O.N.
24,70
7
MEO
METRO AG ST O.N.
25,04
8
DGX
DEGUSSA AG O.N.
33,35
Als erstes einen erfreuten Abgesang an DTE. Sie ist
ausgesteuert worden. Eine Warnung entfällt. Eine Andere
bleibt. Bei DPW ist, solange ihr Briefmonopol erhalten bleibt
und sie die wahnsinnigen Zukäufe einstellt, nicht mit
einem Totalausfall zu rechnen. Müsste sie allerdings ihr
Briefporto auf Größenordnungen von
Nachbarländer reduzieren, käme sie in erhebliche
Schwierigkeiten.
Rangfolge nach Gewicht
Rang
Code
Name
Gewicht
1
SIE
SIEMENS AG NA
11,34 %
2
DBK
DEUTSCHE BANK AG NA O.N.
9,82 %
3
DCX
DAIMLERCHRYSLER AG NA O.N
9,38 %
4
EOA
E.ON AG O.N.
8,42 %
5
DTE
DT.TELEKOM AG NA
7,91 %
6
ALV
ALLIANZ AG O.N.
7,10 %
7
MUV2
MUENCH.RUECKVERS.VNA O.N.
5,78 %
8
BAS
BASF AG O.N.
5,64 %
9
BAY
BAYER AG O.N.
4,72 %
10
SAP
SAP AG ST O.N.
3,99 %
Die 10 größten Aktiengesellschaften haben heute ein
Gewicht von ca. 74% im DAX® (im Juni 67%, im Januar 70%). Der
Technologiesektor bleibt, trotz dem Marktübertreffer DTE,
unter einem Drittel. Im Herbst werden die Karten im DAX® neu
gemischt. Es kann Absteiger und Aufsteiger geben.
Maßgeblich ist hierbei die frei handelbare
Marktkapitalisierung und das Handelsvolumen. Ob Degussa
(angestrebte Übernahme durch RAG) im DAX® bleiben wird?
Kurzer Blick auf den Chart
Der Abwärtstrend (der Längste und Größte
seit der DAX®-Gründung) ist weiterhin intakt. Weder die
Tiefs des WTC-Crahs noch der recht diffuse längerfristige
Aufwärtstrend konnten den Weg nach Süden stoppen (in
den USA und hier). Eine einigermaßen gesicherte
technische Bodenbildung ist noch nicht erfolgt.
In der vergangenen Woche hat die Nervosität an den
Börsen neue Hochstände erklommen (höher als beim
WTC-Crash). Die Volatilität, ein Messwert für diese
Nervosität, haben sowohl in den USA (VIX) als auch in
Deutschland (VDAX®) die zweithöchsten Werte seit ihrer
Einführung erreicht. Dies ist üblicherweise ein
Indikator für mindestens eine temporäre (kurzfristige) Erholung der
Kurse. Dies kann den DAX®, beim Ausbleiben von weiteren
schlimmen Nachrichten, bis in die Höhe von 4500 (+25%)
tragen (an die Grenze des Abwärtstrend). Im Sommer sind
derartige Erholungen eher selten aber nicht
auszuschließen. Wir würden uns bei einer derartigen
Erholung kurz vor der nächsten Berichtssaison befinden.
Wie es dann weiter geht, hängt im wesentlichen dann davon
ab, ob eine fundamentale Erholung der Wirtschaftslage und der
Firmenergebnisse sichtbar wird oder nicht. Eine sichtbare
Erholung würde uns dann sicher über die 4500 Richtung
5500 heben. Ein absolut optimistisches und unwahrscheinliches
Szenario. Eine wirkliche Erholung (über die alten
Höchstkurse) ist auf jeden Fall sobald nicht zu erwarten. Ob diese
Spekulation wahr wird, hängt von der Beantwortung
nachfolgender Fragen ab:
bleiben wir in von größeren
Terroraktionen und Kriegen verschont?
finden die Bilanzbetrügereien ein Ende?
verdeutlichen sich konkrete Indikatoren über eine
wirtschaftliche Erholung?
fällt der US-Dollar nicht ins Bodenlose (1,20 $/€)
und zwingt damit die US-Notenbank zu
Zinserhöhungen zwecks
Leistungsbilanzdefizitfinanzierung?
bleiben wir die nächsten 12 Monate noch von weiteren
großen TMT-Pleiten verschont?
weiten sich die Bank- und Versicherungsprobleme weiter aus?
bleibt die Südamerikakrise lokal?
war die Nervosität letzte Woche die Größte
für dieses Jahr oder nur die Ankündigung des
großen Ausverkaufs?
Fragen über Fragen. Mutige werden demnächst handeln
(die Märkte haben ihren Fall noch nicht wesentlich
abgebremst) respektive haben letzte Woche schon gehandelt.
Allerdings nur im Sinne von kurzläufigen Geschäften
und der andauernden Bereitschaft, korrigierend einzugreifen.
Sollte es überraschenderweise laufen, kann man es ja
laufen lassen! Vorsichtigere schauen sich das Spiel bis zum
Herbst weiter an.
Unter dem Aspekt der mittelfristigen Anlage (ca. 5 Jahre) ist,
trotz aller Weltuntergangsszenarien, ein Indexstand von ca. 3500
eventuell ein günstiger Einstieg zum Kauf von Indexaktien.
Die Wahrscheinlichkeit, dabei besser als mit Anleihen
abzuschneiden, ist recht groß. Diejenigen, die sicher
sind, dass wir für dieses Jahr die Tiefskurse noch nicht
gesehen haben, warten natürlich weiter auf den
großen Ausverkauf (Krieg, Konjunktur).
Mit dem WTC-Crash und der Spitzennervosität letzte Woche
sind schon viele Aktien von den "Zittrigen" zu den
"Hartgesottenen" gewandert. Alles Voraussetzungen für eine
echte Bodenbildung. Der Ausverkauf muss also nicht unbedingt
stattfinden. Sinkt der DAX® allerdings deutlich und ausdauernd
Richtung 3000 (Schlusskurse), wird er wahrscheinlich trotzdem
kommen. Einen Boden wird er, meiner Meinung nach, dann zwischen
2800 bis 2000 finden (bei 2500: -28%). Artet der Ausverkauf in
einen veritablen Crash aus, werden wir jedoch den
DAX®-Geburtskurs am Horizont erblicken.