Basis sind die Xetra-Schlusskurse vom 26.05.2004. Die Kurse und
das jeweilige Gewicht einer Aktie im DAX® sind von der
Deutschen
Börse. Die Dividenden mit denen die
berechnet wird, das aktuelle
(Basis: Mai 2004) der Aktien und die
sind aus
der
Süddeutschen Zeitung (Schätzungen IBES
- Quelle Thomson Financial/Datastream).
Die DAX®-Bewertung wird gewichtet ausgeführt
( siehe
).
D.h. eine
Aktie mit sehr großer Marktkapitalisierung geht
stärker in das Ergebnis ein als eine Aktie mit einer weit
geringeren Marktkapitalisierung. Seit dem 24.06.2002 wird dabei
nur noch der sogenannte frei handelbare Anteil
berücksichtigt. Seit der letzten Bewertung hat es, wie erwartet, keine
Umstellung im DAX® gegeben. Gerüchte über Fusionen im Bankenbereich
verdichteten sich, es blieb jedoch alles beim Alten.
Umlaufrendite
Die Zinsen für Tagesgelder bewegen sich zwischen 0,50 und
2,80%. Die kurzfristigen Zinsen sind stabil geblieben.
Nach der deutlichen wirtschaftlichen Erholung in den USA zeigt nun
auch die wirtschaftliche Entwicklung in Europa und Deutschland positive
Tendenzen. Eine weitere EZB-Zinssenkung ist damit vom Tisch und in den
USA wird noch in diesem Jahr mit einer Gesamtzinserhöhung von über
100 Basispunkten gerechnet. Diese Erwartungen haben den Höhenflug des
€´s ausgebremst. Die Erhöhung der Staatsverschuldung trifft
zwischenzeitlich praktisch alle großen EU-Länder.
Der Staat erwartet offensichtlich auch Zinssteigerungen. Deshalb
steigen die Zinsen bei
Bundesschatzbriefen mit der Liegedauer
rapide an. Die Rendite hängt allerdings der Marktentwicklung
noch deutlich hinterher. Der Staat wird demnächst aufbessern müssen.
Bedingt durch die sich wieder ausweitende
Staatsverschuldung aller großen Industrieländer ist mit einem
Steigen der mittel- und langfristigen Zinsen zu rechnen. Diese
Entwicklung zeichnet sich schon sehr deutlich ab.
Es scheint, als ob das
Zinstal inzwischen hinter uns liegt. Aus der Anleiheblase
beginnt die Luft wieder unüberhörbar zu entweichen und die Kursverluste
steigen wieder an. Sollte sich die wirtschaftliche Entwicklung
bestätigen und auch noch der Ölpreis länger auf dem aktuellen
Niveau verharren, erleben wir eine deutliche Zunahme der
Inflation und damit eine Beschleunigung des Zinsanstiegs.
Bei Anleihen ist deshalb weiterhin
mit Kursverlusten zu rechnen.
Datum
Insgesamt
3-5 Jahre
5-8 Jahre
8-15 Jahre
15-30 Jahre
1 € in US-$
26.05.04
3,97 %
3,29 %
3,83 %
4,25 %
4,95 %
1,211
29.12.03
3,94 %
3,30 %
3,86 %
4,20 %
4,87 %
1,248
25.09.03
3,77 %
3,08 %
3,62 %
4,00 %
4,64 %
1,149
12.06.03
3,27 %
2,47 %
2,98 %
3,48 %
4,48 %
1,177
10.04.03
3,94 %
3,30 %
3,86 %
4,20 %
4,87 %
1,077
27.12.02
3,93 %
3,26 %
3,78 %
4,17 %
4,86 %
1,041
27.09.02
4,12 %
3,57 %
4,00 %
4,30 %
4,92 %
0,980
26.07.02
4,52 %
4,07 %
4,48 %
4,70 %
5,16 %
0,985
26.06.02
4,73 %
4,34 %
4,65 %
4,87 %
5,21 %
0.980
25.01.02
4,74 %
4,37 %
4,71 %
4,90 %
5,27 %
0,865
Diese Tabelle zeigt die Umlaufrendite (Anleihen erster Bonität im €uro-Raum)
und der Stand des € im Verhältnis zum US-$ zum Stichtag an. Man sieht im Chart
eine deutlich inverse Kopplung an den Aktienmarkt. Mit den ersten größeren Verunsicherungen
im Aktienmarkt in diesem Jahr, fiel die Umlaufrendite deutlich. Es begann eine
Flucht zurück zu den Anleihen. Trotzdem die Verunsicherungen noch nicht
verschwunden sind, steigen die Renditen
(Umlaufrendite) wieder an. Die Gründe liegen in der wachsenden
Staatsverschuldung, der Erholung der Wirtschaft und steigender Inflation (auch Ölpreis).
Die Anleiheblase schrumpft wieder und manch leichtsinnigem Anleger
sträuben sich, nach einer sehr kurzen Erholungsphase, wieder die Nackenhaare. Sollten wir wirklich in 2004 die
prognostizierte wirtschaftliche Erholung erleben, werden die Kursverluste
bei Anleihen noch erheblich ansteigen. Nur ein starker Verfall an den Aktienmärkten
kann den Verfall der Anleihekursen kurzfristig ausbremsen. Der € hat sich beruhigt und läuft
aktuell seitwärts bei 1,20 US-$. Es scheint, dass er die letzten Tage wieder den Weg
nach Norden aufgenommen hat. Hintergrund soll die beginnende Kaufverweigerung der
Asiaten am US-$-Anleihenmarkt sein. Der €
hat immer noch ein Niveau, das einen Urlaub in den USA zwingend empfehlenswert
macht. Gegen den Kauf von US-Aktien spricht aus rein währungstechnischer
Sicht nichts, die Überbewertung ist dort allerdings teilweise schon sehr stark. Das
weiterbestehende Handels- und Leistungsbilanzdefizit der
USA (der tägliche Bedarf an ausländischem Kapital zur Deckung liegt bei 1,5
bis 2 Mrd. US-$) kann den € weiter nach Norden treiben. Der DAX® hat
immer noch nicht zu einer eigenständigen Entwicklung gefunden und
harrt täglich, um die Richtung kopieren zu können, der Börseneröffnung in den USA.
Der Impuls des Irakkrieges reichte um die Börsen bis Ende Januar nach Norden zu
tragen. Seitdem stagniert die Entwicklung und jeder kleine Fortschritt führt zu
Gewinnmitnahmen. Wir bewegen uns seitlich in einem Korridor zwischen 3725 und 4150.
Es fehlt offensichtlich der Mut, die Aktienmärkte in weitere Überbewertungen zu treiben.
In den USA brummt inzwischen die Wirtschaft, zeigt jedoch schon erste Abkühlungssymptome und in Europa, einschließlich Deutschlands, hat
ein positives Wachstum eingesetzt. Viele bezweifeln jedoch, das dieser wirtschaftlicher
Aufschwung nachhaltig sein wird. Der steigende Ölpreis, die Abkühlung des Wachstums in
Asien (hier besonders China), die Abnahme der Rüstungsausgaben in den USA und die
bevorstehende Haushaltssanierung in den USA nach der Wahl des Präsidenten, könnten
der wirtschaftlichen Entwicklung jeden Schwung nehmen. Trotzallem werden wir
zwischenzeitlich eine wachsende Inflation mit den daraus resultierenden
Zinserhöhungen am kurzen Ende erleben. Dies wären auf mittlere Sicht keine rosigen Zeiten für den
Aktien- und den Rentenmarkt.
Die Zinsentwicklung hat das Tal durchlaufen. Die
Zinsen ziehen an. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie weiter steigen
werden ist höher als dass sie gleich bleiben oder sinken werden.
DAX®-Ergebnis
Die Tabelle zeigt die Entwicklung vom DAX® seit der
Januarbewertung 2002. Alle Berechnungen
berücksichtigen das jeweilige Gewicht der Aktien im DAX®.
Datum
DAX®-Stand
Dividenden- rendite
KGV(f)
KGV(1)
KGV(2)
26.05.04
3867,52
2,12 %
15,4
15,3
15,3
29.12.03
3952,72
2,02 %
15,4
16,1
16,1
25.09.03
3326,27
2,40 %
15,4
18,7
15,9
12.06.03
3219,47
2,45 %
15,4
16,8
14,8
10.04.03
2697,10
3,24 %
15,4
13,4
11,7
27.12.02
2840,00
2,93 %
15,4
10,9
9,8
27.09.02
2918,90
2,87 %
15,4
12,9
11,8
26.07.02
3579,00
2,37 %
15,4
15,6
14,1
26.06.02
4099,05
2,07 %
15,4
17,1
16,2
25.01.02
5156,33
2,02 %
15,4
21,8
19,6
Erläuterungen zur Tabelle finden Sie in den
Trotzdem die Commerzbank, die Deutsche Telekom,
die HypoVereinsbank und Infineon keine Dividenden zahlten
stiegen die gewichteten Zahlungen wieder leicht an. Die Sanierungsarbeiten in
den Firmen und die ersten wirtschaftlichen Frühlingsboten zeigen Wirkung.
Die Dividendenrendite liegt am oberen Bereich der Zinsen für
Tagesgelder und sollte auf keinen Fall ignoriert werden.
Sie trägt unter längerfristigen Gesichtspunkten erheblich zur Gesamtperformance bei.
Hält die positive Entwicklung an, ist
mit weiter steigenden Dividenden zu rechnen.
Die Entwicklung der Dividendenrendite wird natürlich zusätzlich durch
die Kursentwicklung mitbestimmt werden.
Der DAX® liegt auf der Marke der fairen
Bewertung und das zweite Mal, dass wir Bewertungen durchführen, schreiben alle Firmen Gewinne.
Berücksichtigt werden muss, dass wir uns
wahrscheinlich am Anfang eines Konjunkturaufschwungs befinden und die
DAX®-Unternehmen ihre Rationalisierungsmaßnahmen weitgehend
durchgeführt haben. Ein einsetzender Aufschwung wird deshalb schnell
eine erhebliche Gewinnsteigerung bringen und bei gleichbleibenden Kursen
das KGV senken. Der DAX® ist immer noch wesentlich günstiger
bewertet als der S&P500. Die sauber bilanzierten Gewinne seiner
Teilnehmer sind immer noch höher
als die Proformaergebnisse der Teilnehmer bei seinem amerikanischen
Konkurrenten. In der Vergangenheit wagte ich immer, bei einem
DAX®-Stand unter 3500 die Behauptung, dass man mit dem Kauf von
Indexpapieren auf die Sicht von 4 bis 5
Jahren den Rentenmarkt schlagen würde. Mutige, die während dem Irakkrieg
eingestiegen sind, haben dieses Ergebnis längst erreicht und einige haben
ihre Gewinne schon realisiert. Einer, der bei dem heutigen Stand einsteigt,
muss wesentlich kurzfristiger auf unerwartete Ereignisse reagieren können.
Rangfolge - Dividendenstrategie (Burr/Graham)
Die Kandidaten:
Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht
geniessen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die Lektüre von
Bärische Warnungen unter
Strategien.
Rang
Code
Name
Dividendenrendite
1
LHA
LUFTHANSA AG VNA O.N.
5,19 %
2
TUI
TUI AG O.N.
4,89 %
3
DCX
DAIMLERCHRYSLER AG NA O.N
4,17 %
4
TKA
THYSSENKRUPP AG O.N.
3,73 %
5
EOA
E.ON AG O.N.
3,60 %
6
RWE
RWE AG ST A O.N.
3,53 %
7
BAS
BASF AG O.N.
3,36 %
8
VOW
VOLKSWAGEN AG ST O.N.
2,95 %
9
DPW
DEUTSCHE POST AG NA O.N.
2,70 %
10
LIN
LINDE AG O.N.
2,66 %
Die Bewerber:
Rang
Code
Name
Dividendenrendite
11
MEO
METRO AG ST O.N.
2,57 %
12
BAY
BAYER AG O.N.
2,18 %
13
SCH
SCHERING AG O.N.
2,10 %
14
MAN
MAN AG ST O.N.
2,04 %
15
DBK
DEUTSCHE BANK AG NA O.N.
2,00 %
Anleger in andere Varianten der Dividendenstrategie,
können sich diese sehr einfach aus obigen Tabellen
zusammenstellen. "Top 12" entspricht Rang 1 bis 12.
"Top 5" entspricht Rang 1 bis 5.
Rangfolge - Dogs of the ... - Low Five (O'Higgins)
Die Kandidaten:
Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht
genießen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die
Lektüre von Bärische Warnungen unter
Strategien.
Rang
Code
Name
Kurs
1
LHA
LUFTHANSA AG VNA O.N.
11,55
2
TKA
THYSSENKRUPP AG O.N.
13,40
3
TUI
TUI AG O.N.
15,75
4
DPW
DEUTSCHE POST AG NA O.N.
16,30
5
RWE
RWE AG ST A O.N.
35,43
Die Bewerber:
Rang
Code
Name
Kurs
6
VOW
VOLKSWAGEN AG ST O.N.
35,55
7
DCX
DAIMLERCHRYSLER AG NA O.N
35,98
8
BAS
BASF AG O.N.
41,65
Rangfolge nach Gewicht
Rang
Code
Name
Gewicht
1
SIE
SIEMENS AG NA
11,64 %
2
DBK
DEUTSCHE BANK AG NA O.N.
9,15 %
3
EOA
E.ON AG O.N.
9,09 %
4
DTE
DT.TELEKOM AG NA
7,73 %
5
DCX
DAIMLERCHRYSLER AG NA O.N
7,46 %
6
ALV
ALLIANZ AG O.N.
7,06 %
7
SAP
SAP AG ST O.N.
6,54 %
8
BAS
BASF AG O.N.
5,82 %
9
BAY
BAYER AG O.N.
3,91 %
10
MUV2
MUENCH.RUECKVERS.VNA O.N.
3,80 %
Die 10 größten Aktiengesellschaften haben heute ein
Gewicht von ca. 72% im DAX® (2003: im Dezember 73%, im September 72%, im Juni 73%, im April 74%;
2002: im Dezember 73%, im September 73%, im Juli 74%,
im Juni 67%, im Januar 70%). Der Weg
vom DAX30 zum DAX10 bleibt ausgebremst - der Anteil der Titanen nahm
leicht ab.
Der Technologiesektor erreicht 27,5%.
Der größte Titan ist,
unter der Berücksichtigung der gesamten Marktkapitalisierung, immer noch
die Deutsche Telekom. Inzwischen hat der Bund beschlossen,
Haushaltstützungsmaßnahmen über weitere Privatisierungen abzudecken.
Das wird der Kursentwicklung dieser Aktie und derjenigen der
Deutschen Post nicht zuträglich sein. Die Deutsche Telekom wird
wahrscheinlich weiterhin schlechter als der Markt abschneiden.
Kurzer Blick auf den Chart
Seit unserer letzten Bewertung vor 5 Monaten
hat sich kaum etwas getan. Wir stehen zwar 85 Punkte tiefer, aber beim dem
Auf und Ab in unserem Kanal zwischen 3725 und 4150 Punkten, kann das in einigen
Tagen schon wieder egalisiert sein.
Die Volatilität (VDAX®) ist weiter im Bereich absoluter Normalität.
Sie schwankt zwischen 17 und 26.
Werden wir über den Sommer diesen
seitlichen Schiebebereich verlassen? Und wenn ja, in welcher Richtung?
Gilt dieses Jahr eventuell wieder die statistisch erhärtete Börsenweisheit
"Sell in Mai and go away"? Momentan sind die potentiellen Impulse nicht
sichtbar, die uns über die 4170-Marke hinaustragen könnten. Es fehlt an
Käufern. Viele haben in dem langen Abstieg seit 2000 sich die Finger verbrannt
und Ihr Herz und Geld verloren. Sie trauen sich nicht mehr zurück respektive sie warten
auf ihre Einstandskurse - manche warten Jahrzehnte - und steigen beim Erreichen aus. Für die Restlichen gilt wahrscheinlich:
"Die wirtschaftliche Erholung ist weitgehends eingepreist - eine neue Blase
finanzieren wir nicht". Erst eine neue Generation von Spekulanten kann wieder eine neue
große Blase erzeugen.
Die allgemeine Gefahrenlage hat sich kaum verändert. Sollte einer der
nachfolgenden Risiken eintreten, ist ein starker Fall nach Süden vorprogrammiert:
langsam stellt man eine Abhärtung gegenüber Terroranschlägen fest.
Trotzdem würde ein empfindlicher Schlag gegen die USA dort einen neuen
Crash auslösen und der DAX® würde verstärkt darauf reagieren.
der € macht aktuell auf hohem Niveau Pause. Trotzdem können
die fundamentalen Fehlentwicklungen in den USA ihn wieder
nordwärts jagen. Das
US-amerikanische Leistungsbilanzdefizit hängt wie ein Fallbeil über
unserem Finanzsystem und kann jederzeit in Aktion treten und damit eine
veritable Weltwirtschaftskrise auslösen.
die Probleme in Südostasien, im nahen und mittleren Osten harren
weiter einer Lösung. Kriegerische Auseinandersetzungen können zu jedem
Zeitpunkt ausbrechen.
Sollten keine besonderen Ereignisse auftreten, findet die nächste Bewertung im
Rahmen der Umschichtung des Lotto-Depots Ende September statt.
Eine unwahrscheinliche Änderung in der Zusammenstellung des DAX® würde zu einer
frühzeitigeren Bewertung führen.