Basis sind die Xetra-Schlusskurse vom 25.09.2003. Die Kurse und
das jeweilige Gewicht einer Aktie im DAX® sind von der
Deutschen
Börse. Die Dividenden mit denen die
berechnet wird, das aktuelle
(Basis: September 2003) der Aktien und die
sind aus
der
Süddeutschen Zeitung (Schätzungen IBES
- Quelle Thomson Financial/Datastream).
Die DAX®-Bewertung wird gewichtet ausgeführt
( siehe
).
D.h. eine
Aktie mit sehr großer Marktkapitalisierung geht
stärker in das Ergebnis ein als eine Aktie mit einer weit
geringeren Marktkapitalisierung. Seit dem 24.06.2002 wird dabei
nur noch der sogenannte frei handelbare Anteil
berücksichtigt. Seit Montag ersetzt die Continental A.G.
MLP im DAX®. Der Sektor Automobile wird damit gestärkt und der Sektor
Finanzen und Versicherungen reduziert. Es besteht jetzt die Chance,
dass der DAX® über ein Jahr lang in dieser Zusammenstellung bestehen bleibt.
Es drohen jedoch weiterhin Fusionen im Bankensektor.
Umlaufrendite
Die Zinsen für Tagesgelder bewegen sich zwischen 0,50 und
3,00%. Die kurzfristigen Zinsen sind weiter
gesunken - waren allerdings im Zeitraum seit der letzten
Bewertung schon tiefer. Bedingt durch die
miserable wirtschaftliche Entwicklung in Europa, bei einer immer noch
geringen Inflation, droht eine weitere EZB-Zinssenkung. Dies würde
die Zinsen am kurzen Ende weiter reduzieren. Der Staat bietet seine
Bundesschatzbriefe zu schlechten
Konditionen an. Will er seinen Schulden weiter erhöhen, wird er
demnächst aufbessern müssen.
Bedingt durch die sich wieder ausweitende
Staatsverschuldung aller großen Industrieländer ist mit einem
Steigen der mittel- und langfristigen Zinsen zu rechnen.
Erste Reaktionen zeichnen sich schon ab. Es scheint, als ob das
Zinstal inzwischen hinter uns liegt. Aus der Anleiheblase
beginnt die Luft unüberhörbar zu entweichen und die Kursverluste
steigen an. Ob die EZB diese Entwicklung mit einer weiteren
potentiellen Zinssenkung wird aufhalten können? baer45
glaubt das nicht. Die mittel- und längerfristigen Zinsentwicklungen
lassen sich nur geringfügig, mittels der Manipulation der Kurzfristzinsen
gegenläufig zu den fundamentalen Entwicklungen, beeinflussen. Bei Anleihen ist deshalb weiterhin
mit Kursverlusten zu rechnen.
Datum
Insgesamt
3-5 Jahre
5-8 Jahre
8-15 Jahre
15-30 Jahre
1 € in US-$
25.09.03
3,77 %
3,08 %
3,62 %
4,00 %
4,64 %
1,149
12.06.03
3,27 %
2,47 %
2,98 %
3,48 %
4,48 %
1,177
10.04.03
3,94 %
3,30 %
3,86 %
4,20 %
4,87 %
1,077
27.12.02
3,93 %
3,26 %
3,78 %
4,17 %
4,86 %
1,041
27.09.02
4,12 %
3,57 %
4,00 %
4,30 %
4,92 %
0,980
26.07.02
4,52 %
4,07 %
4,48 %
4,70 %
5,16 %
0,985
26.06.02
4,73 %
4,34 %
4,65 %
4,87 %
5,21 %
0.980
25.01.02
4,74 %
4,37 %
4,71 %
4,90 %
5,27 %
0,865
Diese Tabelle zeigt die Umlaufrendite (Anleihen erster Bonität im €uro-Raum) und der Stand des € im Verhältnis zum
US-$ zum Stichtag an. Das weitere Sinken der Renditen (Umlaufrendite)
scheint gestoppt. Liegt der Grund in der steigenden Staatsverschuldung
oder in einer Umschichtung des Kapitals in den Aktienmarkt? Wahrscheinlich
beides. Die Angst vor einer Deflation scheint zu schwinden. Die
Anleiheblase beginnt zu schrumpfen und manch leichtsinnigem Anleger
sträuben sich die Nackenhaare. Sollten wir wirklich in 2004 eine
wirtschaftliche Erholung erleben, werden die Kursverluste bei Anleihen
noch erheblich ansteigen. Der € hatte im Frühsommer kurz vor 1,20
gedreht und schien in einen kontinuierlichen Verfall über zu gehen. Er hat damit
den weiteren Aufstieg des DAX® beflügelt. Seit Anfang September hat er
sich umentschlossen und den Weg nach Norden wieder aufgenommen. Dies
löst inzwischen erste panikartige Reaktionen im DAX® aus. Besonders betroffen
ist dabei der Automobil- und der Finanzsektor. Der € hat auch jetzt ein Niveau,
das einen Urlaub in den USA empfehlenswert macht. Auch ist der Kauf von
US-Aktien, aus rein währungstechnischer Sicht, immer noch durchführbar. Allerdings
wird das weiter steigende Handels- und Leistungsbilanzdefizit der USA den €
wahrscheinlich auf dem Weg nach Norden bestärken. Das US-amerikanische Leistungsbilanzdefizit
hat inzwischen 5% des BIP erreicht. Tendenz steigend. Der Bedarf an ausländischem Kapital,
welches dieses Defizit finanzieren muss, liegt derzeit bei 1,5 Mrd. bis 2 Mrd. $ pro Tag!
Um dieses Ungleichgewicht wieder zu korrigieren, kommt die USA nicht an einem tendenziell
schwächeren $ vorbei.
Die Angst vor dem Irakkrieg hat viele zittrige Anleger (z.B. Lebensversicherer) aus
der Aktienanlage vertrieben. Mit dem Beginn des Krieges wurde ein Impuls ausgelöst, der
die Börsen seit über einem halben Jahr kontinuierlich - unter geringen Umsätzen - nach Norden treibt.
Fundamentale Daten scheinen keinen Einfluss mehr zu haben. Seit Monaten
gibt es Lichtblicke in den Stimmungsindikatoren der wirtschaftlichen
Entwicklung. Sind die Stimmungsindikatoren ein Spiegelbild der Börse
oder haben sie eine reale Grundlage? In der realen Welt erblicken erste Triebe
das Licht der Welt (steigende Industrieproduktion und sich erholender Konsum). Das
Wachstum in den USA ist schon erheblich - allerdings im wesentlichen durch die
erhöhten Rüstungsausgaben, finanziert mit einer erheblichen Erweiterung der
Staatsverschuldung (derzeit 5 bis 6% vom BIP), getrieben. Ohne die gestiegenen
Militärausgaben und ohne hedonistische Berechnungsmethoden hätten wir in den USA
Stagnation. In Europa könnte das wirtschaftliche
Wachstum nachhaltiger werden. Trotzdem ist eine Emanzipation der europäischen
Börsen von den amerikanischen Börsen immer noch unwahrscheinlich.
Zieht die Wirtschaft wirklich an, ist auch mit einem Anziehen der Inflation
zu rechnen. Eine weitere Zinssenkung durch die EZB ist dann ausgeschlossen.
Die steigende Staatsverschuldung wird dabei noch verstärkend wirken.
Zinsen und Aktienkurse werden dann weiter steigen. Die Anleiheblase
wird umso schneller schrumpfen. Lebensversicherungen werden damit als schlechteste
Anlageform demaskiert werden. Sie werden den Sparbüchern unterliegen.
Bleibt eine Deflation mit einhergehender Stagnation aus (das schlimmste
vorstellbare Szenario für die Aktienmärkte), ist die Wahrscheinlichkeit,
dass die Zinsen mittelfristig anziehen werden jedoch größer als dass sie
gleich bleiben oder sinken werden.
DAX®-Ergebnis
Die Tabelle zeigt die Entwicklung vom DAX® seit der
Januarbewertung 2002. Commerzbank, Deutsche Telekom, HypoVereinsbank, Infineon, Lufthansa und TUI
schreiben Verluste und bleiben bei der KGV(2)-Bestimmung außen vor (verbleiben 85,02 %) und werden in der
KGV(1)-Bestimmung verlustfrei gestellt. Alle Berechnungen
berücksichtigen das jeweilige Gewicht der Aktien im DAX®.
Datum
DAX®-Stand
Dividenden- rendite
KGV(f)
KGV(1)
KGV(2)
25.09.03
3326,27
2,40 %
15,4
18,7
15,9
12.06.03
3219,47
2,45 %
15,4
16,8
14,8
10.04.03
2697,10
3,24 %
15,4
13,4
11,7
27.12.02
2840,00
2,93 %
15,4
10,9
9,8
27.09.02
2918,90
2,87 %
15,4
12,9
11,8
26.07.02
3579,00
2,37 %
15,4
15,6
14,1
26.06.02
4099,05
2,07 %
15,4
17,1
16,2
25.01.02
5156,33
2,02 %
15,4
21,8
19,6
Erläuterungen zur Tabelle finden Sie in den
Die Dividendenrendite ist weiter zurückgegangen und entspricht
inzwischen der Rendite von Tagesgelder. Deutsche Telekom,
HypoVereinsbank und Infineon zahlten keine Dividenden (Gewicht: 11,77%).
Bei vielen Unternehmen wurden die Dividendenzahlungen reduziert.
Die Rendite ist trotzdem immer noch stark und trägt unter
längerfristigen Gesichtspunkten erheblich zur Gesamtperformance bei.
Auf Dividenden sollte man nie verzichten!
Bleibt der Aufschwung aus, ist mit einer weiteren Reduzierung der
Dividendenrendite zu rechnen.
Der DAX® ist inzwischen richtig teuer geworden. Die DAX®-Unternehmen müssten ihre
Gewinne stark steigern um den DAX® in den Bereich einer fairen Bewertung
zurück zu bringen. Der DAX® ist heute teuerer als Mitte 2002 bei einem Stand von 4100.
Trotzdem ist der DAX® immer noch günstiger als der S&P500.
Die sauber bilanzierte Gewinne seiner Teilnehmer sind immer noch höher
als die Proformaergebnisse der Teilnehmer bei seinem amerikanischen Konkurrenten.
Unter mittelfristigen Gesichtspunkten (ca. 4 Jahre) und der Annahme, dass
sich die wirtschaftliche Entwicklung in diesem Zeitraum deutlich verbessern wird, bleibt deshalb der Kauf
von Indexpapieren ein günstiger Kauf.
Die Wahrscheinlichkeit,
dabei besser als mit Anleihen abzuschneiden, ist recht groß.
Wesentlich preiswerter konnten Mutige kurz vor Kriegsbeginn
einkaufen. Sie haben das obige Ergebnis schon längst erreicht. Einige, in
Erwartung einer starken Konsolidierung, realisieren schon ihre Gewinne.
Rangfolge - Dividendenstrategie (Burr/Graham)
Die Kandidaten:
Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht
geniessen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die Lektüre von
Bärische Warnungen unter
Strategien.
Rang
Code
Name
Dividendenrendite
1
TUI
TUI AG O.N.
5,33 %
2
LHA
LUFTHANSA AG VNA O.N.
5,11 %
3
DCX
DAIMLERCHRYSLER AG NA O.N
4,85 %
4
BAY
BAYER AG O.N.
4,76 %
5
RWE
RWE AG ST A O.N.
4,76 %
6
EOA
E.ON AG O.N.
4,06 %
7
BAS
BASF AG O.N.
3,66 %
8
TKA
THYSSENKRUPP AG O.N.
3,45 %
9
MAN
MAN AG ST O.N.
3,29 %
10
VOW
VOLKSWAGEN AG ST O.N.
3,27 %
Die Bewerber:
Rang
Code
Name
Dividendenrendite
11
MEO
METRO AG ST O.N.
3,25 %
12
LIN
LINDE AG O.N.
3,11 %
13
DPW
DEUTSCHE POST AG NA O.N.
2,78 %
14
SCH
SCHERING AG O.N.
2,41 %
15
DBK
DEUTSCHE BANK AG NA O.N.
2,40 %
Anleger in andere Varianten der Dividendenstrategie,
können sich diese sehr einfach aus obigen Tabellen
zusammenstellen. "Top 12" entspricht Rang 1 bis 12.
"Top 5" entspricht Rang 1 bis 5.
Rangfolge - Dogs of the ... - Low Five (O'Higgins)
Die Kandidaten:
Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht
genießen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die
Lektüre von Bärische Warnungen unter
Strategien.
Rang
Code
Name
Kurs
1
TKA
THYSSENKRUPP AG O.N.
11,59
2
LHA
LUFTHANSA AG VNA O.N.
11,75
3
TUI
TUI AG O.N.
14,46
4
MAN
MAN AG ST O.N.
18,25
5
BAY
BAYER AG O.N.
18,89
Die Bewerber:
Rang
Code
Name
Kurs
6
RWE
RWE AG ST A O.N.
23,11
7
DCX
DAIMLERCHRYSLER AG NA O.N
30,95
8
BAS
BASF AG O.N.
38,29
Rangfolge nach Gewicht
Rang
Code
Name
Gewicht
1
SIE
SIEMENS AG NA
12,32 %
2
DBK
DEUTSCHE BANK AG NA O.N.
9,02 %
3
DTE
DT.TELEKOM AG NA
8,65 %
4
EOA
E.ON AG O.N.
8,05 %
5
DCX
DAIMLERCHRYSLER AG NA O.N
7,26 %
6
ALV
ALLIANZ AG O.N.
7,07 %
7
SAP
SAP AG ST O.N.
6,51 %
8
BAS
BASF AG O.N.
6,25 %
9
BAY
BAYER AG O.N.
3,71 %
10
MUV2
MUENCH.RUECKVERS.VNA O.N.
3,21 %
Die 10 größten Aktiengesellschaften haben heute ein
Gewicht von ca. 72% im DAX® (2003: im Juni 73%, im April 74%;
2002: im Dezember 73%, im September 73%, im Juli 74%,
im Juni 67%, im Januar 70%). Der Weg
vom DAX30 zum DAX10 bleibt ausgebremst. Die Lage normalisiert sich weiter.
Der Technologiesektor erreicht inzwischen 29%. Er war an der Kurserholung
stärker beteiligt. Der größte Titan ist,
unter der Berücksichtigung der gesamten Marktkapitalisierung, immer noch
die Deutsche Telekom. Wehe ihren Aktionären, wenn der Bund demnächst
weitere Anteile zwecks Budgetsanierung auf den Markt wirft. Diese Aktie
ist wirklich nur für kurzfristige Spekulationen geeignet.
Kurzer Blick auf den Chart
Der Abwärtstrend (der Längste und Größte seit der DAX®-Gründung) ist weiterhin
intakt. Der aktuelle mittelfristige Aufwärtstrend hatte sich kurz bis an
die untere Grenze des Abwärtstrends hingearbeitet, hat dann aber
schnellstens den Rückwärtsgang betätigt. Es ist also immer noch nicht entschieden
ob wir uns in einer Bärenmarktrally befinden oder ob wir demnächst die Baisse
beenden werden (Bruch des Abwärtstrends). Viele chartorientierte Spekulanten erwarten, dass jetzt der Test
des 200-Tage Durchschnitt ansteht (liegt aktuell bei ca. 3000). Wie schon weiter
oben erwähnt, sind wir unter geringen Umsätzen hochgelaufen. Die Wahrscheinlichkeit
ist groß, dass Neueinsteiger einen großen Verfall verhindern werden. Ob der Kampf
um die Beendigung der Baisse noch in 2003 entschieden wird? Der DAX® wird
in der näheren Zukunft wahrscheinlich weiterhin besser abschneiden als
vergleichbare Indizes. Der Ausverkauf und damit der Absturz war radikaler und damit ist der
Anteil der "Zittrigen" stärker geschrumpft (siehe
Das Ei des A. Kostolany).
Nachdem sich die Volatilität (VDAX®) in der aktuellen Aufwärtsphase beruhigt hatte, steigt sie
aktuell wieder an. Viele, die einen guten Einstieg mit dem Irakkrieg erwischt
hatten, werden nervöser und beginnen ihre zum Teil beachtlichen Gewinne zu realisieren.
Die Auslösung liegt sicherlich im Bewusstsein, dass die Märkte inzwischen sehr stark
überbewertet sind und die wirtschaftliche Entwicklung noch im Nebel liegt. Wenn man
bedenkt, dass das verfügbare Einkommen (inflationsbereinigt) der bundesdeutschen
Haushalte inzwischen auf das Niveau von 1991 gesunken ist und die Abgaben und
die Verunsicherung im
Sozialversicherungsbereich weiter steigen werden, sind keine nachhaltige Impulse vom
Konsumsektor zu erwarten. Auch droht der Exportindustrie Gefahr durch einen weiter steigenden €.
Die USA werden aus heutiger Sicht kaum die Konjunkturlokomotive spielen können. Die steigenden
Lasten im Irak, die explodierende Staatsverschuldung, die hohe Verschuldung der
Konsumenten, das steigende Leistungsbilanzdefizit - alles keine Tatsachen, die
einer nachhaltigen Konjunkturentwicklung förderlich wären. Je nach dem Verhalten
der Anleger an der Seitenauslinie ist es möglich, dass der längerfristige Abwärtstrend
noch nicht gebrochen wird und die Kurse bis zum Jahresende eventuell nur noch gering steigen werden.
Wieder kann baer45 keine präzisen Aussagen über die Zukunft treffen.
Kurz gesagt: "die Aktienkurse werden steigen oder fallen". Jede
Betrachtung der Zukunft ist Spekulation und deshalb sollte man
Entscheidungen, welche die Zukunft betreffen, immer selbst tätigen. Eventuell
kann einem dabei der Zufall helfen. Morgen
Abend wird das DAX®-Lotto-Depot umgeschichtet.
Dessen Zusammenstellung könnte Hinweise liefern. Die alleinige Betrachtung
der Vergangenheit ist selten eine Hilfe. So war ein Langfristanleger, der die
letzten Jahre den DAX® gemieden hat und sein Geld nur in erstklassische Anleihen
investiert hat ( siehe
), erfolgreich - ein heutiger Einsteiger in diese Anlageform wird wahrscheinlich
in 5 Jahren nicht so glücklich sein. Man sollte eben zum richtigen Zeitpunkt
in der richtigen Anlageform sein. Michael O'Higgins hat dazu brauchbare
Entscheidungshilfen erstellt (siehe Einfache
mechanische Anlagestrategien).