Nachdem ein Ding geschehen ist, sind alle Gräben voll Weisheit
24.06.2007: DAX®-Bewertungen
Bewertung zum 22.06.2007
Der Aufwärtstrend ist ungebrochen. Seit unserer Bewertung
Ende 2006
legte unser Blue Chip Index um 1352,71 Punkte zu. Auf nicht mal 6 Monate also um mehr als 20 %. Die 8000-Marke wurde
wesentlich früher als von den größten Optimisten erwartet, geknackt. Auf Tagesschlussbasis wurde sogar ein
neuer Rekord (Allzeithoch)
erreicht. Sein aktueller Stand: 7949,63 Punkte. Die Luft ist dünner geworden und die Ausschläge werden größer. Der seit Monaten vorherrschende Pessimismus ist einem
großen Optimismus gewichen. Die Bullen haben um 14 auf 54 % zugelegt (Quelle: Cognitrend).
Ein erneuter derartiger Anstieg des Optimismus wäre der weiteren Kursentwicklung nicht dienlich. Zusätzlich lauern einige
noch nicht bewältigte Risiken in den Finanzsystemen. Äußerste Vorsicht ist geboten! Aus fundamentaler sicht hat sich der DAX®
nur leicht verteuert. Es liegt eine reiche Erntesaison (Dividenden) hinter uns und eine interessante Berichtsaison vor uns.
Der Spekulantenblick hat wieder verstärkt das Geschehen in den USA im Fokus. Dort wird entschieden wie es weiter gehen soll.
Ausgangsdaten
Basis sind die Xetra®- Schlusskurse vom 22.06.2007. Die Kurse und
das jeweilige Gewicht einer Aktie im DAX® sind von der
Deutschen Börse. Die Dividenden mit denen die
berechnet wird, das aktuelle
(Basis: Ende Juni 2007 - IBES Schätzungen (Thomson Financial)) der Aktien und die
sind aus der Süddeutschen Zeitung.
Die DAX®-Bewertung wird gewichtet ausgeführt ( siehe
).
D.h. eine Aktie mit sehr großer Marktkapitalisierung geht stärker in das Ergebnis ein als eine
Aktie mit einer weit geringeren Marktkapitalisierung. Seit dem 24.06.2002 wird dabei nur noch
der so genannte frei handelbare Anteil berücksichtigt. Dieser Anteil wird regelmäßig überprüft
und verändert damit ebenso wie der Kurs das Gewicht der Aktie im DAX®.
Weitere Regeländerungen gab es zum Oktober 2006. Seitdem muss der
Firmensitz nicht mehr in Deutschland sein und das Gewicht wird bei 10 % gekappt.
Code
Name
ISIN
Kurs
Dividende
KGV
Gewicht
1
ADS
ADIDAS-SALOMON
DE0005003404
44,77
0,42
17,00
1,12 %
2
ALV
ALLIANZ
DE0008404005
177,57
3,80
11,00
9,84 %
3
BAS
BASF
DE0005151005
94,66
3,00
14,00
5,86 %
4
BMW
BAY.MOTOREN WERKE
DE0005190003
48,00
0,70
12,00
1,90 %
5
BAY
BAYER
DE0005752000
56,41
1,00
21,00
5,32 %
6
CBK
COMMERZBANK
DE0008032004
35,70
0,75
14,00
2,65 %
7
CON
CONTINENTAL
DE0005439004
102,54
2,00
13,00
1,86 %
8
DCX
DAIMLERCHRYSLER
DE0007100000
67,70
1,50
20,00
8,14 %
9
DBK
DEUTSCHE BANK
DE0005140008
110,45
4,00
10,00
7,18 %
10
DB1
DEUTSCHE BOERSE
DE0005810055
83,45
1,70
22,00
2,06 %
11
DPW
DEUTSCHE POST
DE0005552004
24,04
0,75
13,00
2,48 %
12
DPB
DEUTSCHE POSTBANK
DE0008001009
63,90
1,25
15,00
0,65 %
13
DTE
DT.TELEKOM
DE0005557508
13,54
0,72
16,00
4,66 %
14
EOA
E.ON
DE0007614406
119,13
3,35
16,00
9,88 %
15
FME
FRESEN.MED.CARE
DE0005785802
33,83
0,47
15,00
0,77 %
16
HEN3
HENKEL
DE0006048432
39,52
0,50
18,00
0,87 %
17
HRX
HYPO REAL ESTATE
DE0008027707
48,56
1,50
12,00
0,80 %
18
IFX
INFINEON TECH.
DE0006231004
12,52
0,00
32,00
1,16 %
19
LIN
LINDE
DE0006483001
86,25
1,50
20,00
1,41 %
20
LHA
LUFTHANSA
DE0008232125
20,36
0,70
13,00
1,15 %
21
MAN
MAN
DE0005937007
107,50
1,50+0,50
19,00
1,31 %
22
MRK
MERCK
DE0006599905
101,20
0,90+0,15
20,00
0,81 %
23
MEO
METRO
DE0007257503
61,77
1,12
21,00
1,23 %
24
MUV2
MUENCH.RUECKVERS.
DE0008430026
136,85
4,50
10,00
3,74 %
25
RWE
RWE
DE0007037129
78,56
3,50
14,00
4,51 %
26
SAP
SAP
DE0007164600
37,79
0,46
23,00
4,15 %
27
SIE
SIEMENS
DE0007236101
105,05
1,45
20,00
9,90 %
28
TKA
THYSSENKRUPP
DE0007500001
44,53
1,00
12,00
2,12 %
29
TUI1
TUI
DE000TUAG000
19,21
0,00
30,00
0,51 %
30
VOW
VOLKSWAGEN
DE0007664005
113,22
1,25
19,00
1,96 %
MAN und MERCK leisteten neben der Dividendenzahlung auch noch eine Sonderzahlung
Der Grund für diese Bewertung ist eine Umstellung im DAX®. ALTANA hatte sein Pharmageschäft veräußert und verließ
dadurch unseren Leitindex über die "Fast Exit" Regel.
Den Platz von ALTANA nahm am vergangenen Montag die MERCK KGaA ein.
Umlaufrendite, €/US-$ und Rohölpreis
Rentenanleger haben momentan keine schöne Zeit.
Die Renditen explodieren und die Kurse verfallen,
so wie die Mehrheit der Analysten es für dieses Jahr prognostiziert hatte. Allerdings hatten alle das
Ausmaß
unterschätzt. Noch scheint diese Entwicklung nicht abgeschlossen. Offensichtlich wird am Rentenmarkt mit einer bevorstehenden
wesentlichen Erhöhung der Inflation gerechnet. Die Entwicklung der Renditen wurde nur durch die Korrektur an den
Aktienmärkten Ende Februar unterbrochen. Eine teilweise Auflösung des
Currency Carry Trade könnte
die Umlaufrendite zusätzlich stärken. Ein großer Einbruch am Aktienmarkt könnte allerdings auch zur einer Dämpfung beitragen.
Alles in allem scheint sich die Zinslage zu normalisieren. Die Zinsen bei längerfristigen Staatsanleihen und die Zinsen
bei Anleihen mit erhöhtem Risiko sind allerdings noch zu niedrig.
Seit unserer letzten Bewertung Ende März
gab es eine weitere Zinserhöhung durch die EZB. Seit dem 13. Juni, nach mittlerweile acht
Zinserhöhungen in Folge, beträgt der Mindestbietungssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte des Eurosystems 4,00 %
(für Spitzenrefinanzierungsfazilität 5,00 % und für die die Einlagefazilität 3,00 %). Mit mindestens einer weiteren Erhöhung um 25 Basispunkte
ist noch in diesem Jahr zu rechnen. Wahrscheinlich werden es zwei werden. In den USA gab es zwischenzeitlich keine weiteren Erhöhungen. Nach der 17. Erhöhung des Leitzinses
Ende Juni 2006 in Folge auf 5,25 %, scheint in den USA der Gipfel erreicht zu sein. Seitdem hat das Federal Open Market Committee (FOMC)
der US-Notenbank den kurzfristigen Leitzinssatz, entgegen vieler Erwartungen, bei 5,25 % belassen. Die Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen
durch die FED in den USA kann baer45 nicht teilen. Der Inflationsdruck hält unvermindert an. Sollte
der Rohölpreis weiter auf dem heutigen hohen Niveau verharren oder eventuell noch ansteigen, wird eine Zinssenkung für
dieses Jahr unwahrscheinlich. Die
Tagesgelder haben, wie üblich, noch nicht voll auf die letzte Zinserhöhung der EZB reagiert. Die Spitzensätze liegen aktuell bei
3,0 bis 4,0 %. Zahlt Ihre Bank weniger? Wenn ja, tragen Sie Ihre Tagesgelder zur Konkurrenz!
Die Rendite bei Bundesschatzbriefen ist sowohl beim Typ A (6 Jahre) wie auch beim
Typ B (7 Jahre) angestiegen. Sie rentieren momentan mit 4,11 respektive 4,18 %.
Die Zinskurve bleibt flach. Es stellt sich deshalb die Frage, ob man sein Geld für einen längeren Zeitraum als 1 bis 2 Jahre anlegen sollte?
Liquide Staatsanleihen liefern für diesen Zeitraum ca. 4,4 %. Wegen dem erhöhten Inflationsdruck darf man mit weiteren Zinserhöhungen in voller Breite
rechnen.
Umlaufrenditen und €/US-$ Diese Tabelle dokumentiert die Entwicklung seit unserer ersten Bewertung bezüglich Umlaufrendite (Anleihen, Obligationen sowie Schatzanweisungen des Bundes, seiner Sondervermögen und der Treuhandanstalt) und dem Verhältnis des € zum US-$ zum jeweiligen Bewertungsstichtag.
Datum
Insgesamt
3-5 Jahre
5-8 Jahre
8-15 Jahre
15-30 Jahre
1 € in US-$
22.06.07
4,64 %
4,55 %
4,61 %
4,62 %
4,81 %
1,346
30.03.07
4,08 %
4,01 %
4,02 %
4,03 %
4,24 %
1,336
29.12.06
3,96 %
3,91 %
3,93 %
3,94 %
4,09 %
1,320
22.09.06
3,69 %
3,58 %
3,63 %
3,68 %
3,92 %
1,278
23.06.06
3,97 %
3,73 %
3,90 %
4,01 %
4,34 %
1,251
30.12.05
3,22 %
3,00 %
3,14 %
3,25 %
3,57 %
1,183
23.09.05
2,88 %
2,44 %
2,74 %
2,97 %
3,50 %
1,208
23.03.05
3,49 %
3,00 %
3,39 %
3,66 %
4,16 %
1,298
29.12.04
3,41 %
2,88 %
3,27 %
3,57 %
4,22 %
1,359
23.09.04
3,70 %
3,10 %
3,56 %
3,89 %
4,55 %
1,226
26.05.04
3,97 %
3,29 %
3,83 %
4,25 %
4,95 %
1,211
29.12.03
3,94 %
3,30 %
3,86 %
4,20 %
4,87 %
1,248
25.09.03
3,77 %
3,08 %
3,62 %
4,00 %
4,64 %
1,149
12.06.03
3,27 %
2,47 %
2,98 %
3,48 %
4,48 %
1,177
10.04.03
3,94 %
3,30 %
3,86 %
4,20 %
4,87 %
1,077
27.12.02
3,93 %
3,26 %
3,78 %
4,17 %
4,86 %
1,041
27.09.02
4,12 %
3,57 %
4,00 %
4,30 %
4,92 %
0,980
26.07.02
4,52 %
4,07 %
4,48 %
4,70 %
5,16 %
0,985
26.06.02
4,73 %
4,34 %
4,65 %
4,87 %
5,21 %
0.980
25.01.02
4,74 %
4,37 %
4,71 %
4,90 %
5,27 %
0,865
Auch in den USA sind die Renditen explodiert und haben für eine Irritation der Aktienmärkte gesorgt.
Momentan erhält man für Tagesgelder 5,24 %. US-Staatsanleihen (Treasury Note) rentieren bei 5 Jahren mit 5,03 %, bei 10 Jahren mit 5,15 %
und bei 30 Jahren mit 5,26 %. Das Zinsniveau dort unterscheidet sich immer noch deutlich zum Zinsniveau im €uroraum. In der
Schweiz rentieren 10-jährige Staatsanleihen momentan mit 3,16 %. Eine ganz andere Welt
ist Japan. Die Rendite für 10-jährige Staatsanleihen ist dort auf 1,91 % gestiegen.
Nach einem kurzen Einbruch im Januar erreichte der €uro Ende April im Vergleich zum US-$ den höchsten Stand
seiner Geschichte. Die europäische Gemeinschaftswährung stieg zeitweise bis auf bis auf 1,3682 US-$ und lag damit über dem
bisherigen Rekordstand von 1,3666 $, den sie im Dezember 2004 erreicht hatte. Seinen Tiefstand hatte der €uro im
Oktober 2000 bei 0,82 $. Seitdem ist der Kurs in einen langsamen kontinuierlichen Sinkflug übergegangen. Er befindet sich
allerdings noch immer auf einem sehr hohen Niveau. Ein Grund des leichten Verfalls liegt sicherlich in dem Platzen der
Zinssenkungsfantasie und den verbesserten Konjunkturaussichten in den USA. Kommt es zu weiteren Zinserhöhungen durch die EZB und zu keinen Erhöhungen in den USA,
würden sich die kurzfristigen Zinsen zum Jahresende stark annähern. Das bekäme dem US-$ sicherlich nicht. Auch die weitere wirtschaftliche
Entwicklung, das Geschehen an den Aktienbörsen und die weiteren Auswirkungen der US-Immobilienkrise werden die Relation zwischen
€uro und US-$ im weiteren Verlauf des Jahres beeinflussen. Auf längere Sicht wird der US-$ weiter abwerten. Nur so
kann man die nachhaltigen US-Handels- und
Leistungsbilanzdefizite in den Griff zu kriegen. Hoffentlich geht die Abwertung in kleinen Schritten vor sich. Ansonsten wäre
mit einem größeren Trubel in den Finanzsystemen zu rechnen.
Auf jeden Fall ist ein Urlaub in den USA immer noch ein echtes "Schnäppchen". Bezüglich Aktien muss man festhalten, dass die einheimischen Papiere
immer noch günstiger als die US-amerikanischen Aktien bewertet sind. Das könnte bedeuten, dass der Spruch "Bleibe im Land und ernähre dich
redlich" auch in diesem Jahr seine Gültigkeit behält.
Der sehr schwache Winter im Dezember in den wichtigsten Industrienationen sorgte für einen Verfall der
Rohölpreise bis Mitte Januar und nährte die Hoffnung auf preiswerte Energie. Dann setzte in Nordamerika eine große Kältewelle ein und verteuerte den Ölpreis. Mit dem Ende
der Kältewelle begann wieder der Verfall der Preise und wäre wahrscheinlich weiter gegangen. Als erste zündelte dann Russland
mit seinen Raketenlieferungen an den Iran und der mentalen Unterstützung des dortigen Regimes. Der Iran fühlte sich damit mutiger
und provozierte am Tage der UN-Beschlüsse über die Sanktionen mit der Gefangennahme der britischen Grenzkontrollen
im Irak. Beide Länder sind große Ölexporteure. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Dadurch war der Irankonflikt wieder in den
Fokus der Öffentlichkeit geraten und trieb den Rohölpreis an. Viele befürchteten einen baldigen heißen Konflikt mit dem Iran.
baer45 glaubte nicht daran. Zuerst versucht die Weltgemeinschaft den Iran mit Sanktionen
auf Linie zu bringen, dann findet der amerikanische Präsidentenwahlkampf statt und dann braucht der neue Präsident/-in eine gewisse
Einarbeitungszeit. Nur wenn der Iran noch größere Provokationen vom Stapel lässt (z. B. die Sperrung der Straße von Hormuz),
ist ein frühzeitigerer Konflikt denkbar. Inzwischen ist der Iran wieder aus dem Fokus geraten und der Ölpreis steigt trotzdem wieder
und strebt anscheinend einen neuen Höchststand an. Die gut laufende Weltkonjunktur heizt die Nachfrage an. Dieser hohe Preis wird
die Inflation antreiben und zu den entsprechenden Reaktionen bei den Zinsen führen.
DAX®-Ergebnis
Die Tabelle zeigt die Entwicklung vom DAX® seit der
Januarbewertung 2002. Kein Unternehmen schreibt Verluste
und deshalb sind KGV(1) und KGV(2) identisch. Alle Berechnungen
berücksichtigen das jeweilige Gewicht der Aktien im DAX®.
Datum
DAX®-Stand
Dividenden- rendite
KGV(f)
KGV(1)
KGV(2)
22.06.07
7949,63
2,53 %
15,4
15,0
15,0
30.03.07
6917,03
2,64 %
15,4
13,3
13,3
29.12.06
6596,92
2,72 %
15,4
14,8
14,7
22.09.06
5883,32
3,03 %
15,4
13,2
13,0
23.06.06
5529,74
3,28 %
15,4
12,5
12,4
30.12.05
5408,26
2,13 %
15,4
12,9
12,9
23.09.05
4882,58
2,31 %
15,4
13,7
13,6
23.03.05
4317,20
1,91 %
15,4
13,3
13,3
29.12.04
4247,75
1,89 %
15,4
13,1
13,1
23.09.04
3905,66
2,06 %
15,4
14,9
14,9
26.05.04
3867,52
2,12 %
15,4
15,3
15,3
29.12.03
3952,72
2,02 %
15,4
16,1
16,1
25.09.03
3326,27
2,40 %
15,4
18,7
15,9
12.06.03
3219,47
2,45 %
15,4
16,8
14,8
10.04.03
2697,10
3,24 %
15,4
13,4
11,7
27.12.02
2840,00
2,93 %
15,4
10,9
9,8
27.09.02
2918,90
2,87 %
15,4
12,9
11,8
26.07.02
3579,00
2,37 %
15,4
15,6
14,1
26.06.02
4099,05
2,07 %
15,4
17,1
16,2
25.01.02
5156,33
2,02 %
15,4
21,8
19,6
Erläuterungen zur Tabelle finden Sie in den
In den letzten 12 Monaten hatten wir Dividendenausfälle bei INFINEON TECH. und TUI
(Anteil am DAX®: 1,67 %) zu beklagen. Sonst gab es fast durchgängig kräftige Dividendenerhöhungen und sogar Sonderzahlungen
durch METRO und MERCK (sie werden bei der Berechnung Index-Dividendenrendite berücksichtigt und fallen bei der
Kandidatenaufstellung für Dividendenstrategien unter den Tisch). Die Sanierungsarbeiten in den Firmen und die gute
Weltkonjunktur tragen immer noch Früchte. Die inzwischen durchgesetzten Lohnerhöhungen werden erst wirken.
Trotzdem der Kurs seit Jahresanfang um über 20 % zugelegt hat, ist die Dividendenrendite nur um fast 7 % gesunken.
Sie bietet immer noch weit mehr als viele Banken für die kurzfristige Geldanlage bereit sind zu zahlen. Sie sollte auf
keinen Fall ignoriert werden. In der gleichen Zeitperiode stieg das KGV nur um 1,35 %. Das zeigt das immer noch sehr hohe
Gewinnwachstum an. Die Gewinne haben einen geschichtlich außergewöhnlich hohen Stand erreicht. Dieses Niveau wird
mittelfristig kaum halten.
Die Bewertung des DAX® hat sich wegen den außergewöhnlichen Kurssteigerungen etwas verschlechtert.
Er liegt im Bereich der fairen Bewertung. Oft kann man lesen, dass die neue Rechnungslegung nach IAS/IFRS gegenüber
der früheren Gewinnfeststellung nach HGB zu wesentlich überhöhten Gewinnausweisungen führen würde. Viele dieser Aussagen
stellen Übertreibungen dar. Einen guten Einblick in die Verhältnisse gibt die nachfolgend aufgeführte Untersuchung
von Kai Krüger. Dabei zählen die DAX®-Firmen zu den großen Unternehmen.
Eigenkapital und Gewinn nach deutschem HGB, IAS/IFRS und US-GAAP - Eine
empirische Untersuchung börsennotierter deutscher Unternehmen
Von der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der
Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen
zur Erlangung des akademischen Grades eines Doktors der
Wirtschafts- und Sozialwissenschaften genehmigte Dissertation
vorgelegt von
Innerhalb der vorstehenden Arbeit wurde verschiedenen Fragestellungen nachgegangen. Aufgrund
der bestehenden qualitativen Unterschiede zwischen den Rechnungslegungssystemen
des HGB einerseits und den US-GAAP bzw. IAS/IFRS andererseits, kann angenommen werden,
dass diese qualitativen Unterschiede quantitative Differenzen bedingen. Es wurde untersucht,
ob solche quantitativen Unterschiede tatsächlich bestehen und welches Ausmaß sie
annehmen. Dabei wurden sowohl Eigenkapitalwerte als Einkommenswerte börsennotierter
deutscher Unternehmen analysiert. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die
Ergebnisse zum Eigenkapital aussagekräftiger sind als die zu den Einkommen, da bei den
Eigenkapitalergebnissen vermehrt signifikante Unterschiede zum HGB festgestellt werden
konnten. Unter gewissen Annahmen wurden in verschiedenen Teiluntersuchungen einzelne
Fragestellungen untersucht. Nachdem die Existenz und das Ausmaß der quantitativen Unterschiede
für den gesamten Untersuchungszeitraum festgestellt wurde, konnte angenommen
werden, dass diese Unterschiede ebenfalls in den einzelnen Jahren des Untersuchungszeitraumes
auftreten. Im gleichen Gliederungspunkt wurde der Frage nachgegangen, ob sich diese
Unterschiede wegen Erfolgen beim Harmonisierungsprozess im Zeitablauf verringern. In einer
weiteren Segmentierung wurde analysiert, ob bei kleinen Unternehmen ein größeres Ausmaß
quantitativer Unterschiede auftrat als bei großen Unternehmen. Als letzte Teiluntersuchung
stand die Beantwortung der Frage, aus welchen einzelnen Sachverhalten der Rechnungslegung
sich der quantitative Differenzbetrag zusammensetzt. Die Ergebnisse dieser einzelnen Untersuchungssegmentierungen
werden im Folgenden getrennt nach den Ergebnissen beim Eigenkapital
und Einkommen zusammenfassend wiedergegeben.
... .. .
5.2 Einkommen
Die Anzahl der Beobachtungswerte lag mit 454 deutlich unter dem entsprechenden Wert für
die Untersuchung zum Eigenkapital mit 495. Wie zuvor lagen nicht nach HGB ermittelte Einkommenswerte
entsprechend der Hypothese signifikant über denen nach HGB ermittelten
Werten. Das gilt auch für die Einzeluntersuchungen nach IAS/IFRS und US-GAAP. Auch das
Ausmaß der Abweichung war den Analysen zum Eigenkapital sehr ähnlich und unterschied
sich lediglich um ein Prozent. Von 1994 bis 2001 konnte ein unter nach international anerkannten
Regelsystemen liegendes HGB-Einkommen in jedem Jahr beobachtet werden, allerdings
waren diese Ergebnisse nur in drei Jahren signifikant verschieden von Null. Getrennt nach
194
IAS/IFRS- und US-GAAP-Einkommenswerten lagen die HGB-Einkommen nur im Jahr 1999
signifikant unter ihrem jeweiligen Pendant.
Ein Harmonisierungserfolg durch eine abnehmende Höhe der Differenzbeträge im Zeitablauf
konnte nicht festgestellt werden. Das gilt sowohl für die gesamte Stichprobe als auch für die
Trennung in IAS/IFRS- und US-GAAP-Daten.
In Bezug auf die Unternehmensgröße konnte bei den IAS/IFRS-Daten festgestellt werden,
dass die Unterschiedsbeträge kleiner Unternehmen signifikant über denen der großen Unternehmen
lagen. Dieser Betrag war bei Indexwerten von 145 % für kleine und 103 % für große
Unternehmen ausgesprochen hoch. Bei der US-GAAP-Untersuchung war der Betrag bei
Indexwerten von 116 % für kleine und 114 % für große Unternehmen wesentlich geringer.
Signifikant von Null verschieden war die Differenz der Mittelwerte allerdings nicht. Diese
Aussagen gelten für die aussagefähigen Nettowerte.
Unternehmen, deren Finanzberichte von der SEC geprüft wurden, wiesen keinen signifikant
kleineren Differenzbetrag des Einkommens aus als Unternehmen, deren Finanzberichte nicht
von der SEC geprüft wurden.
In Bezug auf die unterschiedlichen Sachverhalte wurden beim Einkommen die gleichen
Rechnungslegungs-Bereiche untersucht wie beim Eigenkapital. Sowohl bei den IAS/IFRS-als
auch bei den US-GAAP-Daten wurden bei keinem der untersuchten Bereiche signifikante
Ergebnisse bei ausreichender Anzahl von Beobachtungswerten festgestellt.
... .. .
Das wirkliche Risiko für das KGV liegt in der außergewöhnlichen Gewinnsituation, die so auch in
guten Jahren kaum aufrecht zu erhalten sein wird. Berücksichtigt man diese Situation und erwartet
demnächst sich normalisierende Gewinne, hätte der DAX® den Bereich der fairen Bewertung nach oben verlassen.
Allerdings ist er unter der Berücksichtigung aller Aspekte wesentlich
günstiger bewertet als der S&P500. Die sauber bilanzierten Gewinne seiner Teilnehmer sind immer noch höher als die
Proformaergebnisse der Teilnehmer bei seinem amerikanischen Konkurrenten. Trotzdem werden diese den weiteren Weg vorgeben.
Ein Kurseinbruch in den USA würde auch den DAX® nach Süden treiben.
Die Geschichte der DAX®-Umstellungen
Datum
Abgänge
Aufsteiger
Anmerkung
03.09.1990
Feldmühle Nobel
Metallgesellschaft
03.09.1990
Nixdorf Vz.
Preussag
Aufkauf durch DAX®-Mitglied Siemens
18.09.1995
Deutsche Babcock
SAP Vz.
22.07.1996
Kaufhof
Metro
Fusion auf die aufsteigende Gesellschaft
23.09.1996
Continental
Münchener Rückversicherung
18.11.1996
Metallgesellschaft
Deutsche Telekom
22.06.1998
Bayerische Vereinsbank
Bayerische HypoVereinsbank
Fusion auf die aufsteigende Gesellschaft
22.06.1998
Bay. Hypo- und Wechselbank
Addidas-Salomon
Fusion auf die Bay. HypoVereinsbank
21.12.1998
Daimler-Benz
DaimlerChrysler
Fusion auf die aufsteigende Gesellschaft
22.03.1999
Degussa
Degussa-Hüls
Fusion auf die aufsteigende Gesellschaft
25.03.1999
Thyssen
Thyssen-Krupp
Fusion auf die aufsteigende Gesellschaft
20.09.1999
Hoechst
Fresenius Medival Care
14.02.2000
Mannesmann
Epcos
19.06.2000
Veba
Eon (Veba und Viag)
Fusion auf die aufsteigende Gesellschaft
19.06.2000
Viag
Infineon
Fusion auf die Eon
18.12.2000
Degussa-Hüls
Degussa
Abspaltung
19.03.2001
Karstadt-Quelle
Deutsche Post
23.07.2001
Dresdner Bank
MLP Vz.
23.09.2002
Degussa
Altana
23.12.2002
Epcos
Deutsche Börse
22.09.2003
MLP Vz.
Continental
19.12.2005
HypoVereinsbank
Hypo Real Estate
18.09.2006
Schering
Deutsche Postbank
18.06.2007
Altana
Merck
Anwendung der Auswahlkriterien im DAX®
Die Auswahl von Unternehmen im DAX®-Index basiert auf den quantitativen Kriterien Börsenumsatz und
Marktkapitalisierung. Hierzu gibt es vier Regeln, die nacheinander angewandt werden.
Die folgende Tabelle gibt an, wann die jeweiligen Regeln Anwendung finden:
DAX®
März
Juni
September
Dezember
Fast Exit
45 / 45
x
x
x
x
Fast Entry
25 / 25
x
x
x
x
Regular Exit
40 / 40
x
Regular Entry
30 / 30
x
Gibt es dabei mehrere Unternehmen, welche die Kriterien erfüllen, wird der gemäß Freefloat-Marktkapitalisierung
beste bzw. schlechteste Kandidat aufgenommen bzw. herausgenommen.
Ordentliche Anpassung
Einmal jährlich findet eine ordentliche Anpassung von DAX® statt:
Fast Exit (45 / 45): Ein Indexwert wird ersetzt, wenn er in einem der beiden Kriterien Börsenumsatz oder
Marktkapitalisierung einen Rang höher als 45 aufweist, sofern ein Aufsteiger in beiden Kriterien auf Rang
35 oder besser positioniert ist.
Fast Entry (25 / 25): Ein Nicht-Indexwert wird aufgenommen, wenn er in beiden Kriterien auf Rang 25
oder besser ist. Herausgenommen wird dafür der Indexwert, der in einem Kriterium einen Rang höher als
35 aufweist und die niedrigste Marktkapitalisierung hat. Existiert kein solcher Wert, wird der Indexwert
mit der niedrigsten Marktkapitalisierung aus dem Index genommen.
Regular Exit (40 / 40): Ein Indexwert, der in einem der beiden Kriterien Börsenumsatz oder
Marktkapitalisierung einen Rang höher als 40 aufweist, wird ersetzt, sofern ein Aufsteiger existiert, der in
beiden Kriterien Rang 35 oder besser ist.
Regular Entry (30 / 30): Ein Nicht-Indexwert, der in beiden Kriterien Rang 30 oder besser ist, wird
aufgenommen, sofern ein Indexwert existiert, der in einem Kriterium einen Rang höher als 35 aufweist.
In Ausnahmefällen, wie z.B. kurzfristig angekündigte Übernahmen oder signifikante Veränderung des
Freefloat, kann der Vorstand der Deutsche Börse AG in Abstimmung mit dem Arbeitskreis Aktienindizes von
den vorgenannten Regeln abweichen.
Außerordentliche Anpassung
Die beiden ersten Regeln (Fast Exit, Fast Entry) werden vierteljährlich zur Überprüfung von DAX®
herangezogen.
Unabhängig von diesen Fast-Exit- bzw. Entry-Regeln müssen außerordentliche Aktualisierungen der
Zusammensetzung bei Vorliegen von Ereignissen wie z. B. Insolvenzen vorgenommen werden. Dabei gilt:
Unternehmen, bei denen die Insolvenz mangels Masse abgewiesen wird oder die sich in
Abwicklung befinden, werden umgehend aus den Auswahlindizes genommen. In diesem Fall
wird ein Nachfolger wiederum auf Basis der vier Regeln gemäß der "Ordentliche Anpassung" bestimmt, wobei die
Ränge aus der jeweils aktuellen Rangliste verwendet werden.
Unternehmen, bei denen hingegen ein Insolvenzverfahren eröffnet wird, fallen zum nächsten
Verkettungstermin aus den Auswahlindizes.
Unternehmen, die die Kriterien Mindest-Freefloat, Prime Standard Listing oder fortlaufender
Handel, die für den Verbleib im Index notwendig sind, nicht mehr erfüllen, werden unter
Anwendung der Fast Exit Regel aus dem Index genommen. Die Börse wird diese Entscheidung
kommunizieren und die Gesellschaft i.d.R. zwei volle Handelstage nach Ankündigung
austauschen. In begründeten Einzelfällen (z.B. im Falle der Aufnahme des übernehmenden
Unternehmens in den Index) kann sich der Austausch um bis zu zehn Handelstage verzögern.
Sofern eine Nichterfüllung dieser Regeln zu einem zukünftigen Termin bereits feststeht, kann der
Austausch bereits zum nächsten Verkettungstermin erfolgen.
Analog zur ordentlichen Anpassung kann der Vorstand der Deutsche Börse AG in Abstimmung mit dem
Arbeitskreis Aktienindizes in Ausnahmefällen von den vorgenannten Regeln abweichen.
Quelle: Deutsche Börse AG, Leitfaden
zu den Aktienindizes der Deutschen Börse, Version 6.2, März 2007
Rangfolge - Dividendenstrategie (Burr/Graham)
Die Kandidaten:
Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht
geniessen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die Lektüre von
Bärische Warnungen unter
Strategien.
Rang
Code
Name
Dividendenrendite
1
DTE
DT.TELEKOM
5,32 %
2
RWE
RWE
4,46 %
3
DBK
DEUTSCHE BANK
3,62 %
4
LHA
LUFTHANSA
3,44 %
5
MUV2
MUENCH.RUECKVERS.
3,29 %
6
BAS
BASF
3,17 %
7
DPW
DEUTSCHE POST
3,12 %
8
HRX
HYPO REAL ESTATE
3,09 %
9
EOA
E.ON
2,81 %
10
TKA
THYSSENKRUPP
2,25 %
Die Bewerber:
Rang
Code
Name
Dividendenrendite
11
DCX
DAIMLERCHRYSLER
2,22 %
12
ALV
ALLIANZ
2,14 %
13
CBK
COMMERZBANK
2,10 %
14
DB1
DEUTSCHE BOERSE
2,04 %
15
DPB
DEUTSCHE POSTBANK
1,96 %
Anleger in andere Varianten der Dividendenstrategie,
können sich diese sehr einfach aus obigen Tabellen
zusammenstellen. "Top 12" entspricht Rang 1 bis 12.
"Top 5" entspricht Rang 1 bis 5.
Rangfolge - Dogs of the ... - Low Five (O'Higgins)
Die Kandidaten:
Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht
genießen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die
Lektüre von Bärische Warnungen unter
Strategien.
Rang
Code
Name
Kurs
1
DTE
DT.TELEKOM
13,54
2
LHA
LUFTHANSA
20,36
3
DPW
DEUTSCHE POST
24,04
4
TKA
THYSSENKRUPP
44,53
5
HRX
HYPO REAL ESTATE
48,56
Die Bewerber:
Rang
Code
Name
Kurs
6
RWE
RWE
78,56
7
BAS
BASF
94,66
8
DBK
DEUTSCHE BANK
110,45
Rangfolge nach Gewicht
Rang
Code
Name
Gewicht
1
SIE
SIEMENS
9,90 %
2
EOA
E.ON
9,88 %
3
ALV
ALLIANZ
9,84 %
4
DCX
DAIMLERCHRYSLER
8,14 %
5
DBK
DEUTSCHE BANK
7,18 %
6
BAS
BASF
5,86 %
7
BAY
BAYER
5,32 %
8
DTE
DT.TELEKOM
4,66 %
9
RWE
RWE
4,51 %
10
SAP
SAP
4,15 %
Die 10 größten Aktiengesellschaften haben heute im DAX® ein Gewicht von
69,44 %. Ihr Anteil hat, seit unserer Bewertung Ende März 2007, leicht zugenommen. Im gleichen Zeitraum
hat das Gewicht der Technologie (DT.TELEKOM + INFINEON TECH. + SAP + SIEMENS = 19,87 %) leicht erholt.
Die MÜNCHNER RÜCK ist der Aufstiegskandidat für die Titanenliste. Sie ist neben der DEUTSCHEN BANK der "billigste"
DAX®-Teilnehmer so wie auch viele andere Versicherungs-/Finanzwerte recht "preiswert" erscheinen. Die Anleger mistrauen momentan allen
Versicherungen und international tätigen Finanzkonzernen (Immobilienkrise, Kredite an Hedge Fonds und Private Equity, CCT).
Ein KGV auf weiter
exotisch hohem Niveau (>= 20) haben BAYER, DAIMLERCHRYSLER, DEUTSCHE BOERSE, INFINEON TECH., LINDE, MERCK,
METRO, SAP, SIEMENS und TUI. Etliche andere kratzen schon an dieser Marke. Man sieht daran, dass die Luft inzwischen
sehr dünn geworden ist und wir uns in dem Gipfel nähern. Die "preiswerten" risikoreichen Versicherungs-/Finanzwerte
halten den DAX® im Bereich der fairen Bewertung.
Kurzer Blick auf den Chart
Wir haben die Baumgrenze längst überschritten und bewegen uns oft im Wolkennebel. Die Kurse erreichen laufend neue Bestmarken
und der Aufstieg wird wackeliger. Kleinste Ereignisse lösen Panikreaktionen aus. Seit über einer Woche steigt auch noch der
Optimismus (Bullen +14 %). Das bedeutet, sehr viele sind schon investiert. Eine weitere derartige Verschiebung in der Stimmungslage zum Optimismus hin und es kann sehr gefährlich werden.
Noch verhindern 32 % Bären den Absturz des Index.
Verhältnis Optimisten zu Pessimisten Quelle: Cognitrend vom 20.06.07
Bullisch
Bärisch
Neutral
Total
54 %
32 %
14 %
ggü. dem 13.06.07
+14 %
-03 %
-11 %
Die weltweite Verschuldung hat sehr stark zugenommen. Es sind sehr viele faule
Finanzprodukte (u. a. US-Immobilienkrise) unterwegs, auf deren Besitz zwecks Aktienkauf Kredite aufgenommen wurden. Viele Hedge Fonds und die Private Equity
haben massiv am Aktienmarkt auf Kredit gekauft. Einige Hedge Fonds haben schon große Schwierigkeiten. Der Currency Carry Trade
ist schlussendlich auch nichts anderes als Kauf auf Kredit mit zusätzlichen Devisenrisiken.
Dabei wird das Geld sowohl in in den USA als auch in Europa täglich teurer. Das Glattstellen von hier aufgeführten Krediten wird sicherlich mit einem
erhöhten Aktienangebot einhergehen. Momentan ist das Angebot noch knapp.
In der bevorstehenden Berichtsaison werden die DAX®-Unternehmen gute Ergebnisse vorlegen. Allerdings wird wahrscheinlich das
Gewinnwachstum schon sichtbar zurück gehen. Steigen wird es auf jeden Fall nicht mehr. Die Erwartungen an die
weitere wirtschaftliche Entwicklung sind auf sehr hohem Niveau leicht eingetrübt. Die Prognosen für das weitere
Wirtschaftswachstum wurden von etlichen Volkswirten erhöht. Die vor uns liegende wirtschaftliche Entwicklung wird kaum
noch weiteres Kurswachstum rechtfertigen. Trotzdem kann eine Übertreibungsphase uns noch wesentlich weiter nach Norden tragen.
Bei einem KGV von 20, bei gleich bleibenden Gewinn, hätten wir einen DAX®-Stand von 10600 Zählern.
Viele Spekulanten, ob Profis oder Amateure, brauchen ihren Chart so wie Besoffene den Laternenmasten, um sich daran fest zu
halten. Diese "Stütze" wird immer schwächer und wird damit diesen Kreis stärker verunsichern.
Der DAX® ist noch "fair" bewertet, eine große Zahl seiner Mitglieder ist zwischenzeitlich allerdings schon sehr "teuer". Die
"billigen" Mitglieder sind nicht umsonst so günstig bewertet. Mit Recht haben viele Spekulanten den Verdacht, dass bei denen
Leichen im Keller liegen. Wenn es allerdings schwierig wird Einzelaktien zu finden, soll man dann noch den Index kaufen?
Aktien soll man kaufen, wenn sie "billig" sind. Ein Neueinstieg auf Sicht von mehreren Jahren erscheint momentan sehr risikoreich.
Einer der bis heute nicht eingestiegen war und jetzt unbedingt einsteigen will wäre ein
typischer Indikator für eine "Milchmädchenhausse". Weil er den Einstieg total verpennt hatte, wird er die Ausgangstür
zum gegebenen Zeitpunkt nicht finden. Da ist sicherlich die Frage erlaubt, ob er nicht besser auf den nächsten
größeren Kurseinbruch warten soll. Er kommt so sicher wie das "Amen" in der Kirche.
Für schon länger Investierte stellt sich die ernsthafte Frage nach Gewinnrealisierungen. Auf jeden Fall sollte eine
fest definierte Ausstiegs- und/oder Absicherungsstrategie vorliegen. Wenn in einem der großen Finanzhäuser der
Schalter auf Richtungsumkehr gestellt hat, wird es sehr eng werden. An der Ausgangstür wird es Staus geben und viele
werden den Ausgang nicht rechtzeitig erreichen.
Natürlich kann es noch eine respektable Punktezahl aufwärts gehen. Wieso nicht 9000 zum Jahresende? Es muss auch nicht unbedingt
krachen. Sollte es abwärts gehen, wird der Begriff "Inflation" im Fokus stehen. Aus diesem Grunde wurde er
in dieser Bewertung "fett" dargestellt. Es kann auch eine lange Konsolidierungsphase "seitwärts" geben. Wer kann schon in die Zukunft schauen? baer45
sicherlich nicht. Also viel Glück bei den anstehenden Entscheidungen. Hier haben Sie nur eine ganz private Meinung gelesen, für deren
Eintreten es keine Gewähr gibt.
Rekorde, Kräche und andere Vorkommnisse
A
Juli 1997
Beginn der Asienkrise
Mit Asienkrise wird die Finanz- und Wirtschaftskrise Ostasiens der Jahre 1997 und 1998 bezeichnet. Sie begann im Juli 1997 in
Thailand und griff auf mehrere asiatische Staaten über, insbesondere auf viele der so genannten Tiger- und Pantherstaaten.
Manchmal wird die Asienkrise auch Asiatische Finanzkrise oder Asiatische Währungskrise genannt.
Die Ursachen und Gründe für die Krise 1997/98 im asiatischen Raum sehen viele Experten in maßlosen Investitionen, exzessiver
Kreditaufnahme - auch in Fremdwährung, Handelsbilanzdefiziten und schwachen regionalen Finanzmarktstrukturen.
B
August 1998
Rußlandkrise
Als Russlandkrise (auch Rubelkrise) bezeichnet man die durch massiven Kapitalabfluss ausgelöste Wirtschaftskrise
in Russland in den Jahren 1998 und 1999. Das russische Schlagwort für die Krise lautet "defolt".
Erste Anzeichen für eine
wirtschaftliche Krise hatte es bereits im Gefolge der Turbulenzen der Asienkrise im Herbst 1997 gegeben. Durch die dortige
Krise waren die Anleger in Russland nervös geworden und es kam zu einem verstärkten Kapitalabfluss. Dadurch geriet die Währung,
der russische Rubel, unter Druck. Zeitgleich hatte die russische Regierung einen hohen Bedarf für kurzfristige Kredite, um
Lücken im Haushalt zu schließen.
Am Interbankenmarkt wurde am 12. August die Liquidität knapp. Geschäftbanken durften daraufhin
auf Anweisung der Notenbank keine unbegrenzten Mengen an fremden Währungen mehr kaufen. Am 13. August empfahl der
ungarisch-amerikanischen Milliardär und Finanzmakler George Soros der russischen Regierung in der Londoner Times eine
Rubelabwertung von 15-25 %. Spekulationen um eine Abwertung des Rubel führten sogleich zu drastischen Kursverlusten an
der Moskauer Börse. Nach Panikverkäufen und Kursverlusten bis zu 25 % wurde der Handel an der Börse zeitweise ausgesetzt.
Die Aktien fielen auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahren. Durch den resultierenden Kapitalabfluss und die hohe
Staatsverschuldung geriet der russische Rubel massiv unter Druck.
Der DAX® verlor innerhalb von 48 Stunden 500 Punkte.
C
22.09.1998
Kohl verliert
Die Regierung Kohl verliert die Bundestagswahl und Schröder wird Kanzler.
D
01.01.1999
€uro
€uro-Einführung an den deutschen Börsen.
E
07.03.2000
DAX®-Rekord
Seinen bisherigen Höchstwert erreichte der Index am 7. März 2000 mit 8.136,16 Punkten im Handelsverlauf. Er schloss
am gleichen Tag mit 8.064,97 Punkten, einem neuen Rekord, der bis Juni 2007 hielt.
Es war der Höhepunkt der Spekulationsblase um Telekommunikation und Technologie, Medien und Internet (Dotcom- oder New-Economy-Blase).
Auslöser des Booms waren die hohen Gewinnerwartungen, die durch neue technologische Entwicklungen entfacht wurden. So fand das
Internet seine Verbreitung in weiten Kreisen der Bevölkerung der Industriestaaten, das Mobiltelefon zog in den Alltag ein,
Handheld-Computer wurden entwickelt usw.. Daher kam es in der Zeit ab 1995 zu einer Vielzahl von Neugründungen von Unternehmen
und durch das große Anlegerinteresse vermehrt zu Börsengängen. Viele Anleger schöpften die Hoffnung, dass die in diesen Märkten
operierenden Unternehmen "Zukunftsunternehmen" seien, und wollten über einen Aktienkauf an vermeintlichen zukünftigen Gewinnen
teilhaben.
Zudem führte insbesondere in Deutschland der von umfangreichen Werbemaßnahmen begleitete Börsengang der
Deutschen Telekom zu einer stark gestiegenen Popularität des Investmentobjekts Aktie, was ab Mitte 1999 durch die daraus
resultierende deutlich erhöhte Nachfrage der vormals am Aktienmarkt nicht aktiven Neuanleger innerhalb weniger Monate in
einer Vervielfachung der Börsenbewertung zahlreicher Unternehmen resultierte. Weiter verstärkt wurde dieser Effekt zudem
durch einen starken Expansionsdrang vieler Unternehmen: Die durch die Börsengänge erzielte Liquidität wurde in den Aufkauf
weiterer börsennotierter Unternehmen investiert.
Andere Anleger wurden von den häufig prozentual zweistelligen Kurssteigerungen
selbst angezogen, die sie zwar für eventuell übertrieben hielten, von denen sie aber - oft als Daytrader - profitieren wollten.
Auch Investment-Fonds verstärkten die Spekulationsblase, indem sie ihren Kunden immer höhere Gewinne in Aussicht stellten.
Es wurde eine Vielzahl von "Neuen Markt"-, Internet-, Telekommunikations- und Technologie-Fonds gegründet, die reißenden
Absatz fanden.
F
23.03.2001
Vorläufiger Tiefpunkt
der New-Economy-Krise.
G
11.09.2001
Terroranschläge in den USA
Die Terroranschläge am 11. September 2001 waren eine Reihe von Selbstmordanschlägen auf zivile und militärische
Gebäude in den Vereinigten Staaten, die vom islamistischen Terrornetzwerk Al-Qaida koordiniert und ausgeführt wurden.
Die Attentäter entführten zwischen 8.10 Uhr und etwa 9.30 Uhr (UTC-4) vier Verkehrsflugzeuge auf Inlandsflügen, lenkten zwei
davon in die Türme des World Trade Centers in New York City und eines in das Pentagon in Arlington, Virginia. Ein weiteres
Flugzeug mit unbekanntem Anschlagsziel stürzte nach Kämpfen zwischen Attentätern und Besatzung sowie Fluggästen in der Nähe
von Pittsburgh, Pennsylvania ab. Bei den Anschlägen kamen insgesamt 2.973 Menschen ums Leben.
Die Anschläge werden
in den Vereinigten Staaten mit dem Kürzel "9/11" (nine-eleven) bezeichnet, das die amerikanische Schreibweise des Datums
wiedergibt, oder mit "September 11 attacks". Auf Deutsch werden sie meist als die "Anschläge vom 11. September" bezeichnet.
H
27.01.2002
baer45
Als Folge der vor sich hin sterbenden Börsenforen geht baer45 mit der ersten Version seiner
Home Page über den DAX® online.
I
März 2003
Irakkrieg
Der Irakkrieg war eine Invasion des Irak durch die Streitkräfte der USA und verbündeter Staaten ("Koalition der
Willigen") im Jahr 2003. Die Koalition ordnete die Invasion als Präventivkrieg ein, den sie u. a. mit einer akuten
Bedrohung seitens des Iraks rechtfertigte.
Der Irakkrieg wird in Abgrenzung zum Zweiten Golfkrieg von 1990/91
auch als Zweiter Irakkrieg oder unter Berücksichtigung des Ersten Golfkrieges zwischen dem Irak und dem Iran als Dritter
Golfkrieg bezeichnet.
Die Invasion begann im März 2003 und endete im April desselben Jahres mit der Kapitulation der
irakischen Streitkräfte. Dies hatte jedoch keineswegs die Einstellung der Kampfhandlungen zur Folge, nachdem das Land besetzt wurde.
Die allgemeine Versorgungslage gilt als kritisch und in Teilen des Landes herrschen bürgerkriegsartige Zustände. Die irakische
Bevölkerung wird oft das Opfer von Terroranschlägen, Kriegshandlungen und Gewaltkriminalität.
J
30.06.2004
Zinserhöhungen
Die US-Notenbank erhöht zum ersten Mal seit 4 Jahren den Leitzins. 16 weitere Erhöhungen folgen.
K
22.11.2005
Angela Merkel
wird zur Bundeskanzlerin gewählt.
L
01.12.2005
EZB wird tätig.
Erstmal seit 2001 setzt die Europäische Zentralbank den Leitzins für die €urozone herauf.
M
03.04.2006
6000.
Der DAX® erklimmt wieder die 6000-Punktemarke.
N
29.06.2006
Ende des US-Leitzinserhöhungszyklus?
Vorerst letzte Leitzinserhöhung der US-Zentralbank. Eine Leitzinssenkung ist bis
dato nicht erfolgt.
O
26.02.2007
7000.
Der DAX® überspringt die 7000-Punktemarke.
P
27.02.2007
In China fällt ein Sack Reis um.
Die Aktienkurse stürzen in China um fast 9 % ab und reißen weltweit die Börsen mit. Die chinesischen
Aktien leiden an einer großen Überbewertung. Das aktuelle KGV liegt über 40. Gründe sind der
negative reale Sparzins, die eingeschränkten Möglichkeiten im Immobilienmarkt und die Beschränkung
der Anleger auf den chinesischen Markt. Ein möglicher Krach von über 50 % liegt im Bereich des Wahrscheinlichen.
Q
01.06.2007
8000.
Der DAX® überwindet im Handelsverlauf die 8000-Punktemarke.
R
07.06.2007
4 %.
Jüngste Leitzinserhöhung der Europäischen Zentralbank auf 4 %.
R
20.06.2007
Neuer Rekord.
Der DAX® schlägt den Rekord auf Basis des Tagesschluss vom März 2000 und
schließt bei 8090,49 Punkten. Im Handelsverlauf bleibt er nur 5 Punkte unter dem damaligen Höchststand. Eine
komplette Überwindung alter Höchststände steht also noch aus.