Der dümmste Grund eine Aktie zu kaufen, ist, weil sie steigt
22.06.2010: DAX®-Bewertungen
Bewertung zum 18.06.2010
Der US-$ ist kein junger Hüpfer mehr, er ist in die Jahre gekommen und ist verdammt stark
lädiert. Seine Besitzer glauben sie könnten sich mit ihm alles erlauben: "Die Verschuldung in nicht mehr fassbare
Größenordnungen schrauben, ihn so stark reproduzieren um damit alle Vermögenswerte weltweit im Preis zu steuern".
Und vor allem glauben sie so weiter machen zu können. Da der Markt aber nicht unbegrenzt US-Staatsanleihen
aufnehmen kann, muss man die Konkurrenten ausschalten. Der größte Konkurrent ist die €urozone mit dem
€uro. Ihn gilt es zu schwächen und wenn möglich die Eurozone zu sprengen. Dabei wären manche US-Staaten
froh, wenn sie in einer vergleichbaren Lage wie Griechenland geschweige denn wie Spanien wären. Sogar die Union kann
mit Griechenland mithalten. Dieser "Krieg" gegen den Konkurrenten wird mit allen möglichen schmutzigen Tricks
geführt. Zu den Angriffstruppen zählen auch
die US-Rating-Agenturen, unterstützt durch die US-Zockerbanken, Hedgefonds und die angelsächsische Medienwelt.
Auch in der €urozone ist längstens nicht alles in Ordnung. Es stinkt, aber bei weitem nicht so stark wie in
den USA. In diesem Sinne war Griechenland ein Glücksfall. Europa kommt zur Besinnung und dreht um. Es geht
konsequent gegen das Wachstum der Neuverschuldung vor. Das gefällt den USA überhaupt nicht. Ihr Finanzminister
Timothy F. Geithner hat sich schon reichlich über das Todsparen beklagt und prompt wurde Spanien durch
eine US-Rating-Agentur zurückgestuft. Begründung: "Zu exzessives Sparen!". Eine €urozone, die ihre
Verschuldung angeht ist verdammt schlecht für die USA. Der Fokus könnte nun auf sie drehen und es wäre
dann Schluss mit lustig. Alan Greenspan warnt schon.
Der wirtschaftliche Ausblick ist nicht rosig. Sowohl in den USA als auch in Europa droht spätestens nächstes
Jahr eine erneute Rezession. Die staatlichen Konjunkturprogramme haben nicht die strukturellen Probleme
einer Lösung zugeführt, nein sie haben sie nur verstärkt und verlängern nur das Leiden. Ein sehr
teurer Zeitgewinn, der bis jetzt nicht genutzt wurde. Gewachsen sind
im wesentlichen nur die Schulden. Weder die Rohstoffpreise noch die Aktienkurse wollen dies zur Kenntnis nehmen.
Solange man mit dem "Gratisgeld" der Zentralbanken zocken kann ist alles in Ordnung. So hat der DAX® seit unserer
letzten Bewertung vom März 2010
um 3,99 % zugelegt, seit Jahresanfang sind es 4,36 %. Er ist nicht mehr weit entfernt von
seinem Jahreshoch im April mit ca. 6.340 Punkten. Es gelten im wesentlichen noch die Aussagen aus den vorherigen
Bewertungen. Die Stimmung hat sich
eingetrübt. 40 % Bullen stehen 35 % Bären gegenüber (Quelle: Cognitrend).
Ausgangsdaten
Basis sind die Xetra®- Schlusskurse vom 18.06.2010. Die Kurse und
das jeweilige Gewicht einer Aktie im DAX® sind von der
Deutschen Börse. Die Dividenden mit denen die
berechnet wird und das aktuelle
(Basis: Aktuelle Schätzungen von I/B/E/S) der Aktien
sind aus der Süddeutschen Zeitung.
Die Zahlen zur
sind von der Deutschen Bundesbank.
Die DAX®-Bewertung wird gewichtet ausgeführt ( siehe
).
D.h., eine Aktie mit sehr großer Marktkapitalisierung geht stärker in das Ergebnis ein als eine
Aktie mit einer weit geringeren Marktkapitalisierung. Seit dem 24.06.2002 wird dabei nur noch
der so genannte frei handelbare Anteil berücksichtigt. Dieser Anteil wird regelmäßig überprüft
und verändert damit ebenso wie der Kurs das Gewicht der Aktie im DAX®.
Weitere
Regeländerungen bezüglich Gewichtung und frei handelbarem Anteil
gab es im Oktober und November 2008.
Code
Name
ISIN
Kurs
Dividende
KGV
Gewicht
1
ADS
ADIDAS AG O.N.
DE0005003404
42,485
0,35
19
1,62 %
2
ALV
ALLIANZ SE VNA O.N.
DE0008404005
84,370
4,10
8
7,22 %
3
BAS
BASF SE O.N.
DE0005151005
46,215
1,70
12
7,96 %
4
BMW
BAY.MOTOREN WERKE AG ST
DE0005190003
40,705
0,30
18
2,38 %
5
BAYN
BAYER AG NA
DE000BAY0017
48,330
1,40
12
7,44 %
6
BEI
BEIERSDORF AG O.N.
DE0005200000
46,020
0,70
23
0,83 %
7
CBK
COMMERZBANK AG O.N.
DE0008032004
6,127
0,00
-,--
0,84 %
8
DAI
DAIMLER AG NA O.N.
DE0007100000
43,120
0,00
18
6,66 %
9
DBK
DEUTSCHE BANK AG NA O.N.
DE0005140008
50,430
0,75
7
5,74 %
10
DB1
DEUTSCHE BOERSE NA O.N.
DE0005810055
53,140
2,10
15
1,86 %
11
DPW
DEUTSCHE POST AG NA O.N.
DE0005552004
12,535
0,60
12
2,00 %
12
DTE
DT.TELEKOM AG NA
DE0005557508
9,653
0,78
13
5,64 %
13
EOAN
E.ON AG NA
DE000ENAG999
24,090
1,50
9
8,78 %
14
FME
FRESEN.MED.CARE KGAA ST
DE0005785802
44,165
0,61
13
1,53 %
15
FRE3
FRESENIUS SE VZ O.ST O.N.
DE0005785638
55,800
0,76
16
0,83 %
16
HEI
HEIDELBERGCEMENT AG O.N.
DE0006047004
45,100
0,12
13
1,16 %
17
HEN3
HENKEL AG+CO.KGAA VZO
DE0006048432
41,530
0,53
17
1,36 %
18
IFX
INFINEON TECH.AG NA O.N.
DE0006231004
5,244
0,00
19
1,03 %
19
SDF
K+S AG O.N.
DE0007162000
39,850
0,20
18
1,04 %
20
LIN
LINDE AG O.N.
DE0006483001
87,570
1,80
16
2,73 %
21
LHA
LUFTHANSA AG VNA O.N.
DE0008232125
11,730
0,00
1173
0,97 %
22
MAN
MAN SE ST O.N.
DE0005937007
70,410
0,25
22
1,26 %
23
MRK
MERCK KGAA O.N.
DE0006599905
61,990
1,00
13
0,74 %
24
MEO
METRO AG ST O.N.
DE0007257503
44,500
1,18
15
1,05 %
25
MUV2
MUENCH.RUECKVERS.VNA O.N.
DE0008430026
104,500
5,75
9
3,53 %
26
RWE
RWE AG ST O.N.
DE0007037129
57,100
3,50
8
4,53 %
27
SAP
SAP AG O.N.
DE0007164600
37,580
0,50
18
6,11 %
28
SIE
SIEMENS AG NA
DE0007236101
77,260
1,60
15
10,35 %
29
TKA
THYSSENKRUPP AG O.N.
DE0007500001
21,995
0,30
27
1,33 %
30
VOW3
VOLKSWAGEN AG VZO O.N.
DE0007664039
75,750
1,66
20
1,48 %
Rote Aktiengesellschaften schreiben Verluste!
Im Februar stellte die DEUTSCHE BÖRSE die börsentägliche allgemein zugängliche Veröffentlichung der Gewichte der
DAX®-Teilnehmer ein. Allgemein verfügbar sind diese Daten jetzt nur noch von den sogenannten Verkettungstagen.
Diese sind der jeweils dritte Freitag im letzten Monat eines Quartals. Die Bewertungen finden also zukünftig immer
nur auf Basis dieser Daten statt. Veröffentlicht werden diese Daten immer an dem, dem Verkettungstag folgenden Börsentag.
An diesem Wochenende kam es zu einer Umstellung im DAX®. Am Montag früh (21.10.2010) hat HEIDELBERGCEMENT den Platz von SALZGITTER
eingenommen. Unsere Bewertung fußt schon auf diesem Wechsel. Da HEIDELBERGCEMENT noch nicht von der DEUTSCHEN BÖRSE eingearbeitet
wurde, wurde sie in den Teilnehmerkreis eingeschätzt (Relativierung aus dem CDAX® mit MAN und Ergebnis zur
Gewichtsbestimmung im DAX® übernommen und dann
alle anderen Teilnehmer proportional gekürzt bis das Gesamtgewicht 100 % ergab).
Kurzportrait von HeidelbergCement
In mehr als 40 Ländern auf der Welt steht der Name HeidelbergCement für Kompetenz und Qualität. Als Weltmarktführer
im Zuschlagstoffbereich und mit führenden Positionen im Zement, Beton und weiteren nachgelagerten Aktivitäten sind wir einer der
größten Baustoffhersteller weltweit. Im Jahr 2009 erzielten wir einen Umsatz von rund 11 Milliarden Euro. Die Kernaktivitäten
von HeidelbergCement umfassen die Herstellung und den Vertrieb von Zement und Zuschlagstoffen, die beiden wesentlichen Rohstoffe
für Beton. Mit nachgelagerten Aktivitäten wie Transportbeton, Betonprodukten und Betonelementen sowie weiteren verwandten
Produkten und Serviceleistungen ergänzen wir unsere Produktpalette. Rund 53.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (davon ca. 4000
in Deutschland) an mehr als 2.500 Standorten sorgen tagtäglich dafür, dass unser Slogan „for better building“ mit Leben
gefüllt wird.
HeidelbergCement wurde 1873 gegründet und war bis zum Ende der 1960er Jahre ausschließlich in Süddeutschland
tätig. Danach folgten die ersten internationalen Schritte mit der Beteiligung an dem französischen Zementunternehmen Vicat
und dem Kauf von Lehigh Cement in den USA im Jahr 1977. Ende der 80er Jahre boten die politischen Veränderungen in den
Ländern Zentral- und Osteuropas neue Chancen und HeidelbergCement wurde zum größten Investor in der Baustoffindustrie dieser
Region. In den 90er Jahren beschleunigte sich die internationale Expansion. Der Erwerb der führenden belgischen und
skandinavischen Zementhersteller CBR und Scancem eröffnete neue Märkte in West- und Nordeuropa sowie in Afrika und Asien.
Der 2001 erfolgte Einstieg in Indonesien sorgte erneut für eine erhebliche Kapazitätssteigerung. Unter der Zielsetzung
"Priorität für Wachstumsmärkte" standen in den letzten Jahren unsere Engagements in China, Indien, Kasachstan, Georgien und
Russland. Mit der größten Akquisition in der Baustoffindustrie - der Übernahme des britischen Baustoffherstellers Hanson
im Jahr 2007 - haben wir unsere Position unter den weltweit führenden Unternehmen ausgebaut und gefestigt.
Die Krise der Staatsschulden hat vermeintlich sichere Fluchtburgen geschaffen. Als sicherere Häfen gelten die USA, Japan
und Deutschland und einige kleinere Länder wie z.B. die Schweiz. So wie in anderen, vor allem südeuropäischen Ländern die Renditen
bei Staatsanleihen stiegen, sanken sie bei uns. In diesem Sinne profitiert der deutsche Finanzminister von der Krise in der
€urozone. Mit jeder weiteren Zuspitzung der Lage und der damit einhergehenden Steigerung der Risikoaversion wird die
Umlaufrendite sinken und in sogenannten "ruhigen" Phasen ansteigen. Wesentliche Steigerungen sind sobald nicht zu erwarten. Dazu
bleibt die Gesamtlage zu labil. Die Schuldenkrise ist nicht im Ansatz bewältigt, die Leichen von den US-Schrottimmobilien ruhen
immer noch zum Teil zum Nominalwert in den Bankbilanzen oder man hat sie ausgelagert. Neue Schlachtfelder im Bereich der
Gewerbeimmobilien und im Bereich Staatsverschuldung wurden eröffnet. Das Misstrauen der Banken untereinander
steigt wieder rapide an und hat den Geldmarkt zwischen Banken schon fast wieder ausgetrocknet. Jetzt hofft man mit der
Veröffentlichung der Ergebnisse des "Bankenstresstests" im Juli die Situation zu entkrampfen.
Weder die Zentralbanken, noch der Finanzminister noch die Banken rechnen mit einem Anziehen der Inflation.
Die schwache Lage der Verbraucher und deren Sparwut ermöglichen es nicht die steigenden Rohstoffpreise komplett weiter zu geben.
Dieses Jahr steht eine weltweite einmalige Neuverschuldung an. Ob das die Renditen nach Norden treiben wird? In den sogenannten
sicheren Häfen sehr wahrscheinlich nicht. Bei Anlagen in risikoreicheren Anleihen sollte man sich immer
dem Kursverlustrisiko
bewusst bleiben.
Seit dem Mai 2009 hat die EZB keine Veränderung der Leitzinsen mehr vorgenommen. Sie verharren auf
einem historischen Tief. Der Leitzins (Mindestbietungssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte des €urosystems)
beträgt 1 % (die Spitzenrefinanzierungsfazilität 1,75 % und die Einlagefazilität 0,25 %). Auch in den USA
verharrt der Leitzins in einem Bereich von 0 bis 0,25% und soll nach Aussage der amerikanischen Notenbank
noch sehr lange so tief bleiben. Das "Quantitative Easing" (Aufkauf von Pfandbriefen seit einigen Monaten und
von Staatsanleihen seit der Griechenlandkrise am Markt) wird von der EZB bei gleichzeitigem Entzug der entsprechenden
Liquidität, betrieben. Diese Aktion dient primär der Verteidigung von Staaten der €urozone gegen die Spekulation
und der Beatmung des Pfandbriefmarktes und nicht der Liquiditätsschöpfung. Die Politik der Zentralbank und die Risikoaversion der Sparer führen zu schlechten
Konditionen bei Sparprodukten. Tagesgeldzinsen liegen
heute meistens unter 1%. Bei Direktbanken gibt es etwas mehr. Festgelder in einem 6-Monatsbereich
erreichen sehr selten 1,5 %. Tendenz gleichbleibend. Der Finanzminister profitiert immer stärker von der Krise.
Zwar ist die Rendite seiner Tagesgeldanleihe minimal gestiegen und zahlt aktuell bei absoluter Sicherheit 0,2 %, die Renditen
bei Bundesschatzbriefen sind jedoch deutlich gesunken. Sie betragen
momentan beim Typ A (6 Jahre) 1,51 % und beim Typ B (7 Jahre) 1,78 %.
Umlaufrenditen und €/US-$ Diese Tabelle dokumentiert die Entwicklung seit unserer ersten Bewertung bezüglich Umlaufrendite (Anleihen, Obligationen sowie Schatzanweisungen des Bundes, seiner Sondervermögen und der Treuhandanstalt) und dem Verhältnis des € zum US-$ zum jeweiligen Bewertungsstichtag.
Datum
Insgesamt
3-5 Jahre
5-8 Jahre
8-15 Jahre
15-30 Jahre
1 € in US-$
18.06.10
2,22 %
1,14 %
1,95 %
2,59 %
3,37 %
1,238
19.03.10
2,75 %
1,78 %
2,54 %
3,08 %
3,87 %
1,353
30.12.09
3,02 %
2,09 %
2,78 %
3,31 %
4,12 %
1,433
25.09.09
2,99 %
2,12 %
2,76 %
3,27 %
4,06 %
1,470
27.03.09
2,93 %
2,08 %
2,67 %
3,13 %
4,15 %
1,326
30.12.08
2,86 %
2,26 %
2,60 %
2,91 %
3,73 %
1,407
26.09.08
4,24 %
3,94 %
4,09 %
4,18 %
4,80 %
1,458
20.06.08
4,74 %
4,75 %
4,72 %
4,66 %
4,81 %
1,563
28.12.07
4,34 %
4,16 %
4,24 %
4,34 %
4,66 %
1,472
22.06.07
4,64 %
4,55 %
4,61 %
4,62 %
4,81 %
1,346
30.03.07
4,08 %
4,01 %
4,02 %
4,03 %
4,24 %
1,336
29.12.06
3,96 %
3,91 %
3,93 %
3,94 %
4,09 %
1,320
22.09.06
3,69 %
3,58 %
3,63 %
3,68 %
3,92 %
1,278
23.06.06
3,97 %
3,73 %
3,90 %
4,01 %
4,34 %
1,251
30.12.05
3,22 %
3,00 %
3,14 %
3,25 %
3,57 %
1,183
23.09.05
2,88 %
2,44 %
2,74 %
2,97 %
3,50 %
1,208
23.03.05
3,49 %
3,00 %
3,39 %
3,66 %
4,16 %
1,298
29.12.04
3,41 %
2,88 %
3,27 %
3,57 %
4,22 %
1,359
23.09.04
3,70 %
3,10 %
3,56 %
3,89 %
4,55 %
1,226
26.05.04
3,97 %
3,29 %
3,83 %
4,25 %
4,95 %
1,211
29.12.03
3,94 %
3,30 %
3,86 %
4,20 %
4,87 %
1,248
25.09.03
3,77 %
3,08 %
3,62 %
4,00 %
4,64 %
1,149
12.06.03
3,27 %
2,47 %
2,98 %
3,48 %
4,48 %
1,177
10.04.03
3,94 %
3,30 %
3,86 %
4,20 %
4,87 %
1,077
27.12.02
3,93 %
3,26 %
3,78 %
4,17 %
4,86 %
1,041
27.09.02
4,12 %
3,57 %
4,00 %
4,30 %
4,92 %
0,980
26.07.02
4,52 %
4,07 %
4,48 %
4,70 %
5,16 %
0,985
26.06.02
4,73 %
4,34 %
4,65 %
4,87 %
5,21 %
0.980
25.01.02
4,74 %
4,37 %
4,71 %
4,90 %
5,27 %
0,865
Auch in den USA liegen die Renditen am Boden und sind weiter deutlich gesunken. Momentan erhält man dort für
Tagesgelder 0,21 %. US-Staatsanleihen (Treasury Note) rentieren bei 2 Jahren mit 0,70 %, bei 5 Jahren mit 1,99 %, bei 10 Jahren
mit 3,19 % und bei 30 Jahren mit 4,15 %. Die Renditen liegen im mittleren und längeren Anlagezeitraum trotz den massiven
Eingriffen der US-Notenbank etwas höher als in Deutschland.
€uro/US-$
Was treibt die Kurse von frei schwebenden Währungen untereinander an? Was führt dazu, dass
die Volatilität immer größer wird und wer profitiert davon? Fragen, die nicht unwichtig sind, wenn man
z.B die Entwicklung des Verhältnisses von €uro und US-$ während den vergangenen Jahren verstehen will:
Güter und Dienstleistungen, die zwischen Währungsräumen gehandelt werden und Kapital das in den
jeweilig anderen Währungsraum fließt, im wesentlichen das ganz normale Wirtschaften sind die sogenannten "normalen"
Faktoren in der Kursbeeinflussung.
Der Currency Carry Trade (CCT),
die Finanzierung von Investitionen und Spekulationen über Fremdwährungen wegen niedrigeren Zinsen.
Mit dem Aufbau des CCT wird die eigene Währung "gestärkt", mit dem Abbau des CCT wird die eigene
Währung in Bezug zu den Herkunftswährungen wieder geschwächt. Haupt-CCT-Währungen waren
in der Vergangenheit im Euroraum der Japanische Yen, der US-$ und der Schweizer Franken. Der Schweizer
Franken diente hauptsächlich der Finanzierung von Immobilien- und Firmenkrediten, der Yen und
der US-$ treiben sich hauptsächlich in der Aktien-, Anleihe- und Rohstoffspekulation rum. Kommt der CCT, wegen
Kursbewegungen der Währungen unter Druck, kann es zu panikartigen Auflösungen kommen. Die SNB (Schweizer Nationalbank)
kann momentan ein Lied davon singen.
Währungsabsicherungsgeschäfte werden ein immer größeres Geschäft für die Großbanken. Firmen, die
Teile für ihre Fertigung importieren müssen, wollen sich gegen eine potentielle Steigerung der Importpreise
für eine definierte Zeit absichern. Das verstärkt die jeweilige Bewegung eines Währungspaares ungemein.
So hat das beim Anstieg des €uros gegenüber dem US-$ viele Warenempfänger aus dem $-Raum
gezwungen €uros zu "kaufen" und zwingt bei der jetzigen Abwärtsbewegung viele Firmen im €uroraum
den US-$ und andere Währungen zu "kaufen" um ihre Importe abzusichern. Diese Währungsabsicherungsgeschäfte
beschleunigen die jeweilige Kursbewegung erheblich und verschlimmern die Weltwährungslage nur. Die
Volatilität steigt stark und zwingt damit immer mehr Firmen in Absicherungsgeschäfte. Die
Finanzbranche, welche die dazu notwendigen Produkte anbietet, freut es, dem Welthandel ist es
allerdings abträglich.
Staaten legen sich Währungsreserven zu. Die Hauptreservewährung ist dabei der US-$. Der €uro legte
die letzten Jahre zu und gibt im aktuellen "Währungskrieg" wieder ab.
Und dann gibt es noch die sogenannte "hintergrundlose" Währungsspekulation, die im Sekundenabstand unvorstellbare
Summen bewegt. Sie ist allerdings nicht schädlicher als der CCT oder die von der Politik verteidigten
Absicherungsgeschäfte mit wirtschaftlichem Hintergrund. Die Währungsspekulation dient auch der Deckung des CCT
und der Schaffung von Währungsabsicherungsprodukten, aber nicht nur. In ihr treiben sich auch alle möglichen
Trendritter herum, welche die jeweilige aktuelle Bewegung nur beschleunigen. Diese Gruppe ist
sehr leicht mit Propaganda beeinflussbar und hilft momentan massiv mit im "Krieg" gegen den €uro. Vorher war sie
daran beteiligt den €uro in irrsinnige Höhen zu treiben. Stimmungen sind hier starke Faktoren. Entsteht große Angst,
kommt es zu einer Flucht hauptsächlich in den US-$. Diese Flucht löst den Abbau des CCT aus und verstärkt
Absicherungsgeschäfte, welche den Abstieg des €uros beschleunigen.
Ist der €uro jetzt unterbewertet, gar schwach? Nun, wie definiert sich der Wert einer Währung, des Geldes?
Da das Geld primär den unkomplizierten Waren- und Dienstleitungsverkehr ermöglichen soll, an der Kaufkraft. Die
Kaufkraft ist allerdings ein ungemein kompliziertes Ding. Man denke nur an die Diskussionen zu den Warenkörben.
Schon im gleichen Währungsraum gibt es diesbezüglich große Unterschiede. So hat der €uro für Familien mit
einem Einkommen von z.B. 3000 €/Monat einen unterschiedlichen Wert je nachdem ob sie in München oder Wuppertal oder in
Deutschland oder Frankreich wohnen. Will man jetzt die €urozone mit den USA vergleichen, wird es unendlich
schwierig die sogenannte Kaufkraftparität zu errechnen. Die OECD rechnet und mittelt sich an diesem Problem zu
Tode - man sollte das Ergebnis deshalb nicht allzu ernst nehmen - und kommt zu einer Spanne (Ergebnis vereinfacht) von
ca. 1,15 bis 1,25 US-$ für einen €uro. Dann soll Geld noch eine angebliche Vermögensaufbewahrungsfunktion haben.
Hierbei sind wir dann im absoluten Spekulativen. Es geht dabei nämlich um die Zukunft, die jeder angeblich kennt aber keiner
wirklich weiß.
Dieses Jahr und wahrscheinlich auch noch nächstes Jahr steht weltweit die Finanzierung einer
unvorstellbaren und bisher einmalig großen Neuverschuldung der Staaten an. Gleichzeitig muss noch
die "normale" Umschuldung finanziert werden. Da die USA inzwischen unter den großen Schuldnern am kurzfristigsten
finanziert sind. haben sie den größten Bedarf und es wurde bezweifelt ob das den USA gelingen würde.
Der US-$ ist allerdings die Währung hinter der eine Großmacht steht und
die deshalb, und aus historischen Gründen, als der "sichere Hafen" gilt. Welch ein Wunder, dass sich
die angelsächsischen Medien und ihre inländischen Ableger nach dem Motto "Haltet den Dieb" die
€urozone zur Brust nahmen. Mit der Erzeugung der Angst kamen die Währungsspekulanten in Bewegung was wiederum einen
Abbau des CCT und große Währungsabsicherungsgeschäfte auslöste. Der dadurch steil abstürzende €uro stütze
damit die Propaganda praktisch "argumentativ". Das Ergebnis ist ein veritabler "Absturz", der wahrscheinlich erst scheinbar zum
Stillstand gekommen ist.
Positiv ist, dass dadurch Europa anfängt umzudenken und sich von der unsinnigen Umverteilung der
privaten Verschuldung in öffentliche Verschuldung löst. Es führt nun mal in die Katastrophe, wenn sich Privatleute,
Firmen und Banken bis über beide Ohren verschulden und das alles beim Staat abladen, der sowieso schon viel zu stark
verschuldet ist. Das hat inzwischen auch schon zu einem Richtungswechsel bei den Briten geführt. Nur die Japaner und
die US-Amerikaner hoffen, weiter machen zu können wie gehabt. Sollte die €urozone überleben, wird das allerdings nur noch
von übersichtlicher Dauer sein. Spätestens in 2011 werden sie auch umschalten müssen. So ist die diesjährige Neuverschuldung
von Griechenland vergleichbar mit derjenigen der USA. Die akkumulierte Verschuldung ist in den USA nur etwas geringer, wenn man
die sich in staatlicher Hand befindlichen "privaten" Finanzierer mit berücksichtigt. Die private Verschuldung in den
USA ist immens, viel schlimmer als in Spanien. Die Griechen dagegen sind vermögend. Alles in allem ist die Lage in Griechenland
wesentlich besser.
Der €urozone wird vorgeworfen, sie könnte nicht gelingen, da es an einer gemeinsamen
Wirtschaftspolitik und einem gemeinsamen politischen Willen fehlt. Die Ungleichgewichte im internen Handel (sie sind
innerhalb der USA größer) würden den Währungsraum sprengen. Dieses stimmt, aber nur zum Teil. Die Probleme können gelöst
werden und man hat damit begonnen. Dazu steht im Gegensatz die Globalisierung; sie ist wesentlich kränker.
Nur eine gemeinsame Währung mit einer Notenbank und einheitlichen Zinssätzen verhindert den CCT weitgehend
und erübrigt Währungsabsicherungsgeschäfte. Die weltweiten Handelsungleichgewichte sind katastrophal groß. Eine
gemeinsame politische Führung und Wirtschaftspolitik ist undenkbar. Ob die €urozone sterben wird ist ungewiss,
die Globalisierung wird auf jeden Fall sterben. Der Protektionismus kriecht inzwischen schon aus allen Löchern.
Leichtes Rohöl (WTI)
Der Verbrauch von Rohstoffen hatte kurz zugelegt als China seine überflüssigen US-$ in Rohstoffen anlegte. Inzwischen sind
die Lagerkapazitäten in China erschöpft und die Luft bei dem dort künstlich geschaffenen Wirtschaftswachstum fängt an zu entweichen. In den
USA und in Europa ist der Rohölverbrauch innerhalb den letzten Monate kaum gestiegen. Momentan geht er leicht zurück. Seit dem Spätherbst will
Saudi Arabien den Rohölpreis bei 70 US-$ je Fass einfrieren, also eine Manipulation der manipulierten Märkte.
Erfolgreich waren sie dabei nicht. Den neumodischen Rohstoff-ETF's fließt laufend
Geld zu. Sie wissen nicht mehr wo sie das Zeug noch lagern sollen. Der Geldumschlag in der Spekulation mit Rohöl macht inzwischen ein
Mehrfaches des echten Handels aus. Unsere Großbanken sind dabei heftig engagiert und drehen große Hebel. Das Risiko trägt ja der
Steuerzahler, der zusätzlich für überteuerte Energie, Rohstoffe und Lebensmittel aufkommen muss. Die Produkte der Finanzbranche
zu den Gebieten Rohstoffe/Lebensmittel/Energie werden immer umfangreicher und so zocken inzwischen viele Firmen und viele Privatpersonen mit. Sie wollen sich
alle gegen die Inflation schützen und deshalb jagen bei jeder Andeutung einer wirtschaftlichen Erholung der Ölpreis und die anderen
Rohstoffpreise in die Höhe. Durch diese "Absicherungsgeschäfte" erzeugen sie jedoch die Probleme gegen die sie sich schützen wollen
und würgen damit jede wirtschaftliche Erholung im Ansatz ab.
Die überwiegende Anzahl der Versicherungen/Absicherungen, mit oder ohne konkreten realen
wirtschaftlichen Hintergrund, ist eben durchgängig kontraproduktiv. Sie reduzieren nicht die Risiken, sie schieben sie nur
unter erhöhter Volatilität
woanders hin. Dort klumpen die Risiken zu Bomben zusammen. Das System fängt dabei immer heftiger mit Schwingen an, die Bombe
kracht und der Steuerzahler muss wieder etliche Firmen und Banken auffangen. Manche weise Männer haben schon vor etlicher Zeit
festgestellt, dass all diese modernen Finanzprodukte nur schädlich sind und dass kein anderer als die Finanzindustrie
sie braucht und damit Geld auf Kosten der realen Wirtschaft macht. Andere haben festgestellt, es wären die modernen
Massenvernichtungswaffen. Das gilt auch für Kreditversicherungen,
strukturierte Immobilienprodukte, auch für Pfandbriefe und den Verkauf von Krediten. Man kann mit dem Verschieben von Risiken keine
Risiken aus der Welt schaffen. Man verliert nur den Überblick über die Risiken, diese können sich konzentrieren und reißen dann
plötzlich alles zusammen. Die Risiken sollten dort bleiben wo sie auch ursächlich waren. Der Kredit bei der Bank und das
Währungsrisiko beim Händler und beim Produzenten. Wird eine Ware wirklich knapp, muss man mit den erhöhten Preisen leben bis
eben diese Knappheit behoben ist. Keine Versicherung kann daran irgendetwas fundamental ändern, sie kann nur verschlimmbessern.
DAX®-Ergebnis
Die Tabelle zeigt die Entwicklung vom DAX® seit der
Januarbewertung 2002. Nach den aktuellen Schätzungen schreibt nur COMMERZBANK mit einem Gewicht von 0,84 % im DAX®
Verluste. Deshalb sind KGV(1) und KGV(2) unterschiedlich. Alle Berechnungen
berücksichtigen das jeweilige Gewicht der Aktien im DAX®.
Datum
DAX®-Stand
Dividenden- rendite
KGV(f)
KGV(1)
KGV(2)
18.06.10
6216,98
3,24 %
15,4
12,1
12,0
19.03.10
5978,22
3,56 %
15,4
12,7
12,6
30.12.09
5957,43
3,64 %
15,4
13,2
13,1
25.09.09
5581,41
3,89 %
15,4
15,0
12,9
27.03.09
4203,55
6,51 %
15,4
9,1
9,1
30.12.08
4810,20
5,56 %
15,4
8,2
8,2
26.09.08
6063,50
4,28 %
15,4
10,7
10,6
20.06.08
6578,44
3,89 %
15,4
10,9
10,8
28.12.07
8067,32
2,50 %
15,4
12,8
12,8
22.06.07
7949,63
2,53 %
15,4
15,0
15,0
30.03.07
6917,03
2,64 %
15,4
13,3
13,3
29.12.06
6596,92
2,72 %
15,4
14,8
14,7
22.09.06
5883,32
3,03 %
15,4
13,2
13,0
23.06.06
5529,74
3,28 %
15,4
12,5
12,4
30.12.05
5408,26
2,13 %
15,4
12,9
12,9
23.09.05
4882,58
2,31 %
15,4
13,7
13,6
23.03.05
4317,20
1,91 %
15,4
13,3
13,3
29.12.04
4247,75
1,89 %
15,4
13,1
13,1
23.09.04
3905,66
2,06 %
15,4
14,9
14,9
26.05.04
3867,52
2,12 %
15,4
15,3
15,3
29.12.03
3952,72
2,02 %
15,4
16,1
16,1
25.09.03
3326,27
2,40 %
15,4
18,7
15,9
12.06.03
3219,47
2,45 %
15,4
16,8
14,8
10.04.03
2697,10
3,24 %
15,4
13,4
11,7
27.12.02
2840,00
2,93 %
15,4
10,9
9,8
27.09.02
2918,90
2,87 %
15,4
12,9
11,8
26.07.02
3579,00
2,37 %
15,4
15,6
14,1
26.06.02
4099,05
2,07 %
15,4
17,1
16,2
25.01.02
5156,33
2,02 %
15,4
21,8
19,6
Erläuterungen zur Tabelle finden Sie in den
Dieses Jahr zahlten COMMERZBANK, DAIMLER, INFINEON TECH. und LUFTHANSA keine Dividende
(Anteil am DAX® 9,50 %). Einige weitere Firmen haben ihre Dividenden gekürzt. Andere wiederum haben ihre Dividendenzahlung
beibehalten ohne sie verdient zu haben (zusätzliche Verschuldung). Wenige haben sie erhöhen und ehrlich halten können,
darunter auch DAX®-Schwergewichte. Während die Kurse seit unserer letzten Bewertung um 3,99 % gestiegen sind, hat die
Dividendenrendite um 8,99 % nachgegeben, also um wesentlich mehr als die Kurse erlaubt hätten. Wie erwartet sind die
gewichteten Dividendenzahlungen in Summe gesunken. Sie hätten ohne zusätzliche Verschuldung bei einigen Firmen noch stärker
sinken müssen. Sollte die aktuell leichte Konjunkturerholung, besonders die im Automobilbau, kein Strohfeuer sein,
werden sich die Dividendenzahlungen im nächsten Jahr nicht stark verändern. Die Dividendenrendite wird also maßgeblich
durch die Kursentwicklung bestimmt werden.
Die I/B/E/S- Schätzungen zur Gewinnentwicklung relativ zum Kurs haben sich bei vielen Teilnehmern verschlechtert. Kaum ein
Teilnehmer außerhalb der Versorger und der Finanzbranche ist noch "fair" oder gar "billig" bewertet, viele sind inzwischen "teuer".
Da in der Finanzbranche und unter den Versorgern sich viele Schwergewichte befinden, hat der DAX® sich weiter verbilligt.
Aber kann man der Finanzbranche trauen? Sie haben den Keller noch voller Leichen. Die geänderten Bilanzierungsregeln helfen beim
Verstecken. Das ist in der Branche bekannt, die immerhin über 3/4 des Börsenumsatzes in eigenen Händen hält.
Sie wissen also weshalb sie die Finger von der eigenen Branche lassen. Sie trauen sich selbst gegenseitig nicht und können
deshalb auch nicht erwarten, dass wir ihnen trauen sollen.
Die Konjunktur läuft momentan wesentlich schlechter als noch viele Volkswirtschaftler am Jahresanfang geschätzt hatten. Inzwischen
laufen immer mehr Konjunkturprogramme aus und immer mehr Staaten müssen die Bremse bezüglich der Neuverschuldung heftig
betätigen. Deshalb werden nun auch die Schätzungen zur wirtschaftlichen Entwicklung für nächstes Jahr laufend reduziert. Der
Kreis derjenigen, die ein erneutes Abtauchen in die Rezession erwarten, vergrößert sich laufend. Dabei spiegelt sich angeblich
in den Aktienpreisen die wirtschaftliche Entwicklung um bis zu einem Jahr im voraus. Richtiger wäre wohl: In den Aktienpreisen
spiegelt sich momentan das billige Geld der Zentralbanken mit dem unsere Großbanken und ihre Hedgefonds zocken.
DAX®-Verlauf
Seit dem Spätsommer kriechen praktisch alle größeren Indizes unter großen Ausschlägen seitwärts dahin. Nur dem
DAX® ist in den vergangenen Wochen eine eigenständige Absetzbewegung nach oben gelungen. Die wahrscheinlichen Gründe
liegen in einer übertriebenen Angst vor der Inflation (wird später genauer erläutert). So stellt DWS-Chef Klaus Kaldemorgen in
einem Interview mit dem Capital vom 17.06.2010 fest:
Die Anlegerschaft an den Aktienmärkten hat sich massiv verändert. Die Versicherer, Pensionskassen und auch
Privatanleger sind seit der Finanzkrise quasi weggefallen - nicht nur in Deutschland. Am Aktienmarkt tummeln sich vor allem
Hedge-Fonds und Investmentfonds wie wir - und die stehen unter Renditedruck. ....
Unterschlagen tut er den Eigenhandel, auch den Maschinellen der Großbanken und "droht" zusätzlich mit Inflation.
Wer will es ihm verübeln, er will seine DWS-Produkte an den Mann bringen. Im wesentlichen zockt also die Finanzbranche unter
sich. Die Verlierer werden dann irgendwann beim Steuerzahler anklopfen. Wichtig ist es dabei nicht zu weit nach oben zu laufen
und auch die Verluste nach unten zu begrenzen. Beides würde nämlich die anderen Marktteilnehmer aufwecken und man verlöre die
Macht über den Markt. Bei zu hohen Kursen kämen für sehr viele Privatanleger die Einstiegskurse wieder und sie könnten sich
endlich aus dem Casino verabschieden. Dies würde zu Verlusten bei allen Großbanken und ihren Hedgefonds führen. Zu niedrige Kurse könnten Panik
auslösen und es käme zu einem großen Ausverkauf. Die Kurse könnten im tiefsten Untergeschoss landen. Dabei würde sehr vielen
Großbanken die Luft ausgehen und die Politik könnte diesem bösen Spiel nicht mehr länger zuschauen. Es käme dann unter Garantie zu
einer starken Regulierung mit der Zerschlagung der komplexen Bankgebilden. Der Eigenhandel würde klassischen Banken verboten werden
und von dem Derivatewahnsinn würde nicht mehr viel übrig bleiben. Bis jetzt ist es gelungen im neutralen Terrain zu verbleiben
und damit droht vom G20-Gipfel am Wochenende auch keine Gefahr. Allerdings ist es verdammt schwierig in diesem engen Band zu verharren und
gleichzeitig Bewegung zu erzeugen. Nur mit Bewegung kann man Geld gewinnen (verlieren). Zusätzlich gilt es jederzeit ausstiegsbereit zu sein,
wenn das Spiel plötzlich enden sollte. Die Ausgangstür ist verdammt schmal. Diese fragile Gesamtlage erklärt auch sehr gut den
kürzlichen Absturz in weniger als einer Stunde am 6.6.2010. Dazu die Financial Times Deutschland:
Der Dow Jones stürzte zeitweise um mehr als 1000 Punkte ab. Die Aktie von Procter & Gamble fiel um knapp
40 Prozent. Die Börsenaufsicht SEC ermittelt. .... Aus Sicht der New Yorker Börse Nyse trägt der elektronische Hochfrequenzhandel
eine Mitschuld am prozentual größten Einbruch seit dem Crash von 1987. "Wenn man sich die Charts anschaut, dann kann man
klar sehen, wann und wie die Transaktionen hereinkamen", sagte Larry Leibowitz, zuständig für das operative Geschäft bei
Nyseuronext. "Es ist eine V-förmige Bewegung. Einige Aktien großer Unternehmen gaben mehr als 50 Prozent nach, weil es im
elektronischen Handel keine Liquidität gab", sagte Leibowitz in einem Fernsehinterview. ....
Die fragile Lage und der zum Teil maschinell gesteuerte Handel (macht über 70 % des Umsatzes aus), sind eine
hochexplosive Mischung. Man muss schon ein übersteigertes Selbstbewusstsein haben dabei mitspielen zu wollen. Versicherungen und
Pensionsfonds haben es nicht mehr. Vor allem wird auch noch falsch gespielt.
Das maschinelle Hochfrequenztrading, das nur zum Besitz der Aktien im Sekunden- bis Minutenbereich führt, vernebelt für alle Externen
die Marktlage. Nur die Großbanken wissen über ihre externen Kundenaufträgen wie der Markt wirklich denkt. Dieses Spiel
kann nicht unendlich so weiter gehen. Da die wirtschaftliche Entwicklung sich abschwächt und nächstes Jahr sehr
wahrscheinlich sich auch nicht erholen wird, ist der Absturz gewiss - nur Geduld. Lehnen wir uns also entspannt zurück und
"genießen", von außerhalb vom Spielfeld, erst mal die angebliche Sommerrallye und das Sommermärchen. Eventuell erleben wir sogar neue Jahreshochs
und Deutschland wird Weltmeister. Aber Vorsicht! Auf der anderen Seite sitzen Bluffer und andere Nationen haben auch gute
Fußballspieler.
Rangfolge - Dividendenstrategie (Burr/Graham)
Die Kandidaten:
Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht
genießen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die Lektüre von
Bärische Warnungen unter
Strategien.
Rang
Code
Name
Dividendenrendite
1
DTE
DT.TELEKOM AG NA
8,08 %
2
EOAN
E.ON AG NA
6,23 %
3
RWE
RWE AG ST O.N.
6,13 %
4
MUV2
MUENCH.RUECKVERS.VNA O.N.
5,50 %
5
ALV
ALLIANZ SE VNA O.N.
4,86 %
6
DPW
DEUTSCHE POST AG NA O.N.
4,79 %
7
DB1
DEUTSCHE BOERSE NA O.N.
3,95 %
8
BAS
BASF SE O.N.
3,68 %
9
BAYN
BAYER AG NA
2,90 %
10
MEO
METRO AG ST O.N.
2,65 %
Die Bewerber:
Rang
Code
Name
Dividendenrendite
11
VOW3
VOLKSWAGEN AG VZO O.N.
2,19 %
12
SIE
SIEMENS AG NA
2,07 %
13
LIN
LINDE AG O.N.
2,06 %
14
MRK
MERCK KGAA O.N.
1,61 %
15
BEI
BEIERSDORF AG O.N.
1,52 %
Anleger in andere Varianten der Dividendenstrategie,
können sich diese sehr einfach aus obigen Tabellen
zusammenstellen. "Top 12" entspricht Rang 1 bis 12.
"Top 5" entspricht Rang 1 bis 5.
Rangfolge - Dogs of the ... - Low Five (O'Higgins)
Die Kandidaten:
Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht
genießen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die
Lektüre von Bärische Warnungen unter
Strategien.
Rang
Code
Name
Kurs
1
DTE
DT.TELEKOM AG NA
9,653
2
DPW
DEUTSCHE POST AG NA O.N.
12,535
3
EOAN
E.ON AG NA
24,090
4
MEO
METRO AG ST O.N.
44,500
5
BAS
BASF SE O.N.
46,215
Die Bewerber:
Rang
Code
Name
Kurs
6
BAYN
BAYER AG NA
48,330
7
DB1
DEUTSCHE BOERSE NA O.N.
53,140
8
RWE
RWE AG ST O.N.
57,100
Rangfolge nach Gewicht
Rang
Code
Name
Gewicht
1
SIE
SIEMENS AG NA
10,35 %
2
EOAN
E.ON AG NA
8,78 %
3
BAS
BASF SE O.N.
7,96 %
4
BAYN
BAYER AG NA
7,44 %
5
ALV
ALLIANZ SE VNA O.N.
7,22 %
6
DAI
DAIMLER AG NA O.N.
6,66 %
7
SAP
SAP AG O.N.
6,11 %
8
DBK
DEUTSCHE BANK AG NA O.N.
5,74 %
9
DTE
DT.TELEKOM AG NA
5,64 %
10
RWE
RWE AG ST O.N.
4,53 %
Die 10 größten Aktiengesellschaften haben heute im DAX® ein Gewicht von
70,43 %. Ihr Anteil hat, seit unserer Bewertung im März 2010, minimal abgenommen.
Im gleichen Zeitraum hat sich das Gewicht der Technologie (DT.TELEKOM + INFINEON TECH. + SAP + SIEMENS = 23,13 %)
praktisch nicht verändert.
Kurzer Blick auf den Chart
Der S&P500 ist ein Preisindex, d.h. die Dividenden werden nicht berücksichtigt. Der DAX® ist ein
Performanceindex, d.h. die Dividenden fließen in die Indexberechnung ein. Dann rechnen die S&P500-Firmen in US-$ ab und die
DAX®-Firmen in €uro. Auch sind in beiden Indizes unterschiedliche Firmen mit unterschiedlichen Ergebnissen vertreten.
Die Branchengewichte stimmen auch nicht überein. Trotzdem versuchen die Eigenhändler der Zockerbaken im DAX® den
S&P500 abzubilden und finden viele kleine Trader, die ihnen nacheifern. Da im DAX® wesentlich weniger Firmen vertreten sind, ist
die Volatilität im DAX® größer. Er läuft etwas schneller nach Norden und fällt etwas tiefer. Dies gilt sinngemäß auch noch
für einige andere größere europäische Indizes. Oft vor dem tiefen Absturz laufen dann der DAX® und seine europäischen Kumpane dem S&P500
nach Norden davon. Grund ist der verspätete Einstieg von Kleinanlegern, eine Gegebenheit, die in kleineren Indizes deutlicher sichtbar wird.
Erleben wir momentan wieder den letzten Ansturm auf den Gipfel und dann den Absturz? Nein, die europäischen
Kumpane laufen nicht mit. Wir erleben momentan ein typisch deutsches Trauma: Die Angst vor der Geldentwertung! Deshalb steigt die
Sparquote (widersinnig, ist aber so), wird wie verrückt Gold gekauft und der Immobilienmarkt erwacht. Überteuerte Immobilien in
schlechten Lagen, die zum Teil schon seit Jahren auf einen Käufer warten, gehen mit Preisaufschlag über den Tisch. Und seit einem
Monat flüchtet der deutsche Michel zusätzlich in den Aktienmarkt. Das hat auch die Finanzbranche geschnallt. Und so trällern alle
Aktienfondsverkäufer inzwischen das Lied von der Inflation. Der deutsche Michel wird wieder einmal so richtig abgezockt werden.
Résumée
Gegenüber der
Bewertung zum Jahresende 2009
und der
letzten Bewertung vom März 2010
hat sich nur wenig geändert. So lange die Großbanken und ihre Hedgefonds im billigen Geld schwimmen, bestimmen sie die Preise
an den Energie-, Rohstoff- und Aktienmärkten. Nur eine Änderung der Geldpolitik und/oder der Finanzmarktregeln kann daran etwas
ändern. Dabei haben sie ein Interesse daran die Aktienpreise nicht zu hoch steigen und nicht zu niedrig fallen zu lassen.
Sie wollen den Markt im Griff behalten. Sowohl zu hohe als auch zu niedrigere Kurse könnten den großen ruhenden Teil des
Marktes aufwecken und zum Ausstieg bewegen/zwingen.
Geändert gegenüber den vorherigen Bewertungen hat sich die Lage auf dem Markt der Staatsschulden. Hier ist ein
veritabler "Krieg" um die Gläubiger ausgebrochen und wie die Dominosteine fällt eine Schuldenburg nach der anderen. Sukzessive müssen immer mehr
Staaten von Konjunkturförderung auf Begrenzung und Zurückführung der Neuverschuldung umschalten. Momentan ist primär die
€urozone betroffen. Aber auch schon Großbritannien sieht sich genötigt umzukehren und spätestens in 2011 sind die USA und
Japan fällig. Einer der an die Wirksamkeit dieser Geldverbrennung geglaubt hat, müsste jetzt konsequenterweise auch in
die andere Richtung denken. Das Wachstum steht nämlich immer noch nicht auf eigenen Beinen.
Vor allem die weichen Indikatoren, welche stark von der Kursentwicklung abhängen, sehen gut aus. Auf den ersten Blick
gute Entwicklungen profitieren primär von statistischen Basiseffekten. Wir haben nach dem schockartigen Stillstand in 2009 eine
echte leichte Erholung erlebt und dann wurde das Bruttosozialprodukt primär durch staatliche Aktivitäten angetrieben. Und den
Staaten geht momentan die Luft aus. Üblicherweise nehmen Aktienkurse angeblich die wirtschaftliche Entwicklung voraus. Schauen
wir uns deshalb zuerst die momentane Lage in den USA an. In der
Financial Times Deutschland ist dazu
am 10. Juni 2010 eine gute Zusammenfassung erschienen. Hier einige Auszüge:
.....
Na, dann kann ja nichts mehr schiefgehen, haben sich die Aktienanleger gedacht - und sich zur Abwechslung
mal wieder ein Herz gefasst. Grund genug, den Stand der Dinge in Sachen Aufschwung mal wieder zu aktualisieren, haben wir uns
da gedacht. Und tatsächlich, es brummt. So ist die saisonbereinigte annualisierte Rate (SAAR) der Lkw-Verkäufe im Mai in den
USA auf 201.000 Stück gestiegen. Damit ist dieser Sektor fast schon wieder so stark wie zu Beginn der Datenreihe im Januar 1967,
als es 359.000 waren. Besser noch sieht es auf dem Markt für Pkw aus, wo die SAAR im Mai auf 11,6 Millionen Einheiten gestiegen ist,
gegenüber einem Anfangswert der Zeitreihe von 12,5 Millionen im Januar 1976.
Selbst am Bau sind die Fortschritte kaum mehr zu übersehen: So wurden im April Neubaubeginne von 672.000 Häusern
(SAAR) verzeichnet, beinahe so viel wie zu Beginn der Datenreihe im Januar 1959, als es 1,657 Millionen waren. Und um all dies
zu produzieren, wird auch wieder mächtig geschuftet in der größten Volkswirtschaft der Welt, deren Bevölkerung seit 1959 um
mehr als 70 Prozent zugenommen hat.
So ist die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden im nichtagrarischen Unternehmenssektor Anfang 2010 um 0,3 Prozent
zum Vorquartal gestiegen - und liegt damit um 6,3 Prozent über dem Niveau von Anfang 1990. Und dass in den USA nicht nur Fahrzeuge
und Häuser produziert werden, sieht man schon an den jüngsten Statistiken von BP, wonach der Energieverbrauch 2009 um fünf Prozent
gefallen ist - auf das Niveau von 1996.
....
In Europa sieht es nicht viel besser aus. In diesem Jahr wird noch mit einem leichten Wachstum gerechnet. Für das nächste
Jahr sehen immer mehr Marktbeobachter uns erneut in die Rezession abtauchen (Double-Dip). Die US-Amerikaner können uns mit
ihren hedonistischen Berechnungsmethoden zwar ein Wachstum vorgaukeln, effektiv geht es ihnen aber schlechter als den Europäern.
Die Japaner steigern die Staatsverschuldung in nicht mehr fassbare Höhen und die Chinesen betreiben immer stärker eine
Geisterwirtschaft. Da wird wie verrückt unnötige Infrastruktur, die keiner braucht, in die Landschaft gesetzt, eine fürchterliche
Immobilienblase erzeugt und die staatlichen Konzerne kaufen PKW's auf Vorrat. So funktionierte Wirtschaft noch nie.
Keiner kann in die Zukunft schauen aber jeder kann den Versuch wagen eine einigermaßen stimmige aktuelle
Lagebeschreibung zu erzeugen. Dabei sollte er sich nicht von dem "besser als erwartet"-Geschwätz noch von statistischen
Basiseffekten und Tricks in die Irre treiben lassen. baer45 bezweifelt allerdings, dass nach dieser Arbeit noch jemand zum
Schluss kommen könnte: "Gute Zeiten zum Aktienkauf".
Ein kleiner
Vergleich
zwischen der EU und den USA in Bezug aud die industrielle und wirtschaftliche Stärke.
Wie wir schon im aktuellen Gerangel um die beste Währung sehen, wird als nächste Stufe der wirtschaftliche
Protektionismus gezündet und damit die Globalisierung sukzessive begraben werden. Gut das wir ein vereinigtes Europa haben
und wir wollen hoffen, dass die EU und der €uro die auf uns zukommenden Wirren überstehen und sich positiv weiter
entwickeln werden. Nur so kommen wir akzeptabel durch die Krise. Im realen Leben gilt immer noch der Spruch
"There ain't no such thing as a free lunch".
Wir werden im kommenden Jahrzehnt deshalb die Rechnung für die Sünden der verflossenen 4 Jahrzehnte präsentiert bekommen und
sehr lange daran zu Knabbern haben. Das bedeutet nicht den Weltuntergang. Aber es wird nur noch wenig Wachstum geben und wir
werden uns alle von den gewohnt hohen Ansprüchen verabschieden müssen.