Nach Karl R. Popper, ein Philosoph der viel gegen den Aberglauben getan hat, können sich Theorien nur bewähren,
nicht aber wahrscheinlich gemacht oder als wahr erwiesen werden. Die Logik zwingt uns, selbst das erfolgreichste Gesetz im
gleichen Moment aufzugeben, wenn wir ein einziges Gegenbeispiel akzeptieren (Schwarzer Schwan).
Und alle Sicherheitswahrscheinlichkeiten für Atomkraft- werke sind spätestens jetzt dahin. Versicherungen haben den
Wahrscheinlichkeitsrechnungen der Atomlobbyisten noch nie getraut. Auch wenn sie praktisch alles versichern, weigerten sie sich
schon immer die potentiellen Schäden durch Störfälle in Atomkraftwerken zu versichern.
Der DAX® setzte im neuen Jahr, nach einer kurzen Verschnaufpause, seinen fulminanten Weg nach Norden fort.
Gleichzeitig trieb die Spekulation mit dem billigen Geld der Notenbanken Energie-, Lebensmittel- und andere Rohstoffpreise
nach oben. Die daraus entstandene Not und ein gleichzeitig aufkeimender Freiheitswille störten dieses Spiel. Von Tunesien
ausgehend verbreiteten sich Aufstände im Maghreb, im restlichen Nordafrika, auf der arabischen Halbinsel und am persischen
Golf. Noch sind die Konflikte dort alles andere als gelöst. Auch bei sogenannten erfolgreichen Revolutionen klammern die
Anhänger der abgesetzten Despoten immer noch an ihren Stühlen. Es gibt nirgends eine ansatzweise funktionierende Gewaltenteilung.
Verwaltungen, Polizei und Gerichte sind korrupt. In manchen Gegenden wird der Aufstand militärisch unterdrückt und die
gewaltsamen Auseinandersetzungen, wie momentan in Libyen, haben zum Eingreifen von ausländischem Militär im Auftrag der UNO
geführt. Eine Flugverbotszone wurde eingerichtet und die libysche Armee wird kastriert. Die Konflikte in der arabischen Welt sind
noch lange nicht vorbei und können sich jeden Tag weiter aufschaukeln.
Als ob die Gefahren in der arabischen Welt nicht reichen würden, stürzten dann auch noch die Naturgewalten über
Japan herein. Erdbeben und Tsunami machte das angeblich Undenkbare denkbar. Es steht noch viel Leid und Aufbauarbeit bevor. Wie sich
die atomare Katastrophe entwickeln wird ist auch heute noch nicht greifbar. Im Kernkraftwerk Fukushima I droht immer noch
eine Kernschmelze. Hoffen wir für die Menschen dort das Beste.
Die Folgen für die Weltwirtschaft sind noch nicht abschätzbar. Jede Prognose, egal in welche Richtung, ist keinen
Cent wert. Momentan herrscht starker Nebel.
Der DAX® hat seit unserer
letzten Bewertung im Dezember 2010
4,55 % und seit Jahresanfang 3,61 % abgegeben. Vom Jahreshoch aus betrug der
Abschlag 10,75 %. Abgesehen von den virulenten Krisen und Katastrophen, deren
Weiterentwicklung und deren Auswirkungen bis jetzt nur schwer abschätzbar sind, gab es weder in der Finanzwelt noch in der
Wirtschaftswelt größere Änderungen. Es gelten im wesentlichen
noch die Aussagen aus der vorherigen Bewertung. Deshalb wird
diese Bewertung nur als "kompakte" Bewertung durchgeführt.
Trotz des Erdbebens in Japan und der atomaren Bedrohung sind die heimischen Börsianer hartnäckig bullisch geblieben.
Sie glauben an eine baldige Erholung des DAX®. So stehen immer noch 51 % Bullen 23 % Bären gegenüber
(Quelle: Cognitrend).
Ausgangsdaten
Basis sind die Xetra®- Schlusskurse vom 18.03.2011. Die Kurse und
das jeweilige Gewicht einer Aktie im DAX® sind von der
Deutschen Börse. Die Dividenden mit denen die
berechnet wird und das aktuelle
(Basis: Aktuelle Schätzungen von I/B/E/S) der Aktien
sind aus der Süddeutschen Zeitung.
Die Zahlen zur
sind von der Deutschen Bundesbank.
Die DAX®-Bewertung wird gewichtet ausgeführt ( siehe
).
D.h., eine Aktie mit sehr großer Marktkapitalisierung geht stärker in das Ergebnis ein als eine
Aktie mit einer weit geringeren Marktkapitalisierung. Seit dem 24.06.2002 wird dabei nur noch
der so genannte frei handelbare Anteil berücksichtigt. Dieser Anteil wird regelmäßig überprüft
und verändert damit ebenso wie der Kurs das Gewicht der Aktie im DAX®.
Weitere
Regeländerungen bezüglich Gewichtung und frei handelbarem Anteil
gab es im Oktober und November 2008.
Code
Name
ISIN
Kurs
Dividende
KGV
Gewicht
1
ADS
ADIDAS AG NA O.N.
DE000A1EWWW0
43,215
0,35
14
1,55 %
2
ALV
ALLIANZ SE VNA O.N.
DE0008404005
93,910
4,10
8
7,29 %
3
BAS
BASF SE NA O.N.
DE000BASF111
56,250
1,70
10
8,87 %
4
BMW
BAY.MOTOREN WERKE AG ST
DE0005190003
55,300
0,30
12
3,05 %
5
BAYN
BAYER AG NA
DE000BAY0017
51,990
1,40
12
7,38 %
6
BEI
BEIERSDORF AG O.N.
DE0005200000
41,260
0,70
24
0,71 %
7
CBK
COMMERZBANK AG O.N.
DE0008032004
5,688
0,00
10
0,72 %
8
DAI
DAIMLER AG NA O.N.
DE0007100000
45,900
0,00
9
7,05 %
9
DBK
DEUTSCHE BANK AG NA O.N.
DE0005140008
40,410
0,75
7
6,42 %
10
DB1
DEUTSCHE BOERSE NA O.N.
DE0005810055
52,780
2,10
12
1,69 %
11
DPW
DEUTSCHE POST AG NA O.N.
DE0005552004
12,210
0,60
10
1,76 %
12
DTE
DT.TELEKOM AG NA
DE0005557508
9,590
0,78
13
4,84 %
13
EOAN
E.ON AG NA
DE000ENAG999
20,940
1,50
8
6,85 %
14
FME
FRESEN.MED.CARE KGAA ST
DE0005785802
45,665
0,61
13
1,50 %
15
FRE
FRESENIUS SE+CO.KGAA O.N.
DE0005785604
63,520
0,75
14
0,88 %
16
HEI
HEIDELBERGCEMENT AG O.N.
DE0006047004
47,570
0,12
13
1,15 %
17
HEN3
HENKEL AG+CO.KGAA VZO
DE0006048432
41,720
0,53
13
1,25 %
18
IFX
INFINEON TECH.AG NA O.N.
DE0006231004
6,827
0,10
13
1,29 %
19
SDF
K+S AG O.N.
DE0007162000
50,620
0,20
14
1,25 %
20
LIN
LINDE AG O.N.
DE0006483001
107,150
1,80
15
3,12 %
21
LHA
LUFTHANSA AG VNA O.N.
DE0008232125
13,930
0,00
10
1,10 %
22
MAN
MAN SE ST O.N.
DE0005937007
81,060
0,25
14
1,38 %
23
MRK
MERCK KGAA O.N.
DE0006599905
61,910
1,00
9
0,69 %
24
MEO
METRO AG ST O.N.
DE0007257503
49,730
1,18
13
1,11 %
25
MUV2
MUENCH.RUECKVERS.VNA O.N.
DE0008430026
107,700
5,75
8
3,02 %
26
RWE
RWE AG ST O.N.
DE0007037129
43,500
3,50
8
3,07 %
27
SAP
SAP AG O.N.
DE0007164600
40,725
0,50
15
6,20 %
28
SIE
SIEMENS AG NA
DE0007236101
90,400
2,70
13
10,56 %
29
TKA
THYSSENKRUPP AG O.N.
DE0007500001
27,000
0,45
13
1,57 %
30
VOW3
VOLKSWAGEN AG VZO O.N.
DE0007664039
108,700
1,66
8
2,68 %
Im Februar 2010 stellte die DEUTSCHE BÖRSE die börsentägliche allgemein zugängliche Veröffentlichung der Gewichte der
DAX®-Teilnehmer ein. Allgemein verfügbar sind diese Daten jetzt nur noch von den sogenannten Verkettungstagen.
Diese sind der jeweils dritte Freitag im letzten Monat eines Quartals. Die Bewertungen finden also zukünftig immer
nur auf Basis dieser Daten statt. Veröffentlicht werden diese Daten immer an dem Abend, dem Verkettungstag folgenden Börsentag.
Diese Bewertung wurde kompakt durchgeführt und man findet deshalb oft Verweise in die jeweiligen Kapitel der vorherigen Bewertung.
Umlaufrendite
Es gilt im wesentlichen immer noch das in
der vorherigen Bewertung
zu der Renditeentwicklung bei Staatsanleihen Gesagte. Die Renditen sind so wie die Preise für die Güter des täglichen Bedarfs
weiter gestiegen und wurden erst mit den krisenhaften Entwicklungen in Nordafrika und Japan ausgebremst. Die Europäische Zentralbank
hat durchblicken lassen, dass eine Zinserhöhung demnächst sehr wahrscheinlich wird. Ob es wegen den aktuellen Krisen dann doch so kommt
ist ungewiss. Auch der €uro-Rettungsfonds wird frühestens Ende des Monats festgezurrt werden. Tagesgeldzinsen zeigen Tendenzen nach oben,
sie liegen aber heute immer noch meistens unter 1%. Bei Direktbanken gibt es etwas mehr. Festgelder in einem 6-Monatsbereich
erreichen sehr selten 1,5 %. Der Finanzminister profitiert stark von der Finanzkrise, muss aber inzwischen deutlich mehr zahlen.
Die Rendite seiner Tagesgeldanleihe ist stark gestiegen und zahlt aktuell bei absoluter Sicherheit 0,55 %, die Renditen bei
Bundesschatzbriefen sind auch weiter angestiegen. Sie
betragen momentan beim Typ A (6 Jahre) 2,45 % und beim Typ B (7 Jahre) 2,71 %.
Umlaufrenditen und €/US-$ Diese Tabelle dokumentiert die Entwicklung seit unserer ersten Bewertung bezüglich Umlaufrendite (Anleihen, Obligationen sowie Schatzanweisungen des Bundes, seiner Sondervermögen und der Treuhandanstalt) und dem Verhältnis des € zum US-$ zum jeweiligen Bewertungsstichtag.
Datum
Insgesamt
3-5 Jahre
5-8 Jahre
8-15 Jahre
15-30 Jahre
1 € in US-$
18.03.11
2,86 %
2,11 %
2,72 %
3,11 %
3,66 %
1,417
30.12.10
2,51 %
1,50 %
2,30 %
2,90 %
3,49 %
1,326
17.09.10
2,17 %
1,31 %
1,97 %
2,43 %
3,11 %
1.306
18.06.10
2,22 %
1,14 %
1,95 %
2,59 %
3,37 %
1,238
19.03.10
2,75 %
1,78 %
2,54 %
3,08 %
3,87 %
1,353
30.12.09
3,02 %
2,09 %
2,78 %
3,31 %
4,12 %
1,433
25.09.09
2,99 %
2,12 %
2,76 %
3,27 %
4,06 %
1,470
27.03.09
2,93 %
2,08 %
2,67 %
3,13 %
4,15 %
1,326
30.12.08
2,86 %
2,26 %
2,60 %
2,91 %
3,73 %
1,407
26.09.08
4,24 %
3,94 %
4,09 %
4,18 %
4,80 %
1,458
20.06.08
4,74 %
4,75 %
4,72 %
4,66 %
4,81 %
1,563
28.12.07
4,34 %
4,16 %
4,24 %
4,34 %
4,66 %
1,472
22.06.07
4,64 %
4,55 %
4,61 %
4,62 %
4,81 %
1,346
30.03.07
4,08 %
4,01 %
4,02 %
4,03 %
4,24 %
1,336
29.12.06
3,96 %
3,91 %
3,93 %
3,94 %
4,09 %
1,320
22.09.06
3,69 %
3,58 %
3,63 %
3,68 %
3,92 %
1,278
23.06.06
3,97 %
3,73 %
3,90 %
4,01 %
4,34 %
1,251
30.12.05
3,22 %
3,00 %
3,14 %
3,25 %
3,57 %
1,183
23.09.05
2,88 %
2,44 %
2,74 %
2,97 %
3,50 %
1,208
23.03.05
3,49 %
3,00 %
3,39 %
3,66 %
4,16 %
1,298
29.12.04
3,41 %
2,88 %
3,27 %
3,57 %
4,22 %
1,359
23.09.04
3,70 %
3,10 %
3,56 %
3,89 %
4,55 %
1,226
26.05.04
3,97 %
3,29 %
3,83 %
4,25 %
4,95 %
1,211
29.12.03
3,94 %
3,30 %
3,86 %
4,20 %
4,87 %
1,248
25.09.03
3,77 %
3,08 %
3,62 %
4,00 %
4,64 %
1,149
12.06.03
3,27 %
2,47 %
2,98 %
3,48 %
4,48 %
1,177
10.04.03
3,94 %
3,30 %
3,86 %
4,20 %
4,87 %
1,077
27.12.02
3,93 %
3,26 %
3,78 %
4,17 %
4,86 %
1,041
27.09.02
4,12 %
3,57 %
4,00 %
4,30 %
4,92 %
0,980
26.07.02
4,52 %
4,07 %
4,48 %
4,70 %
5,16 %
0,985
26.06.02
4,73 %
4,34 %
4,65 %
4,87 %
5,21 %
0.980
25.01.02
4,74 %
4,37 %
4,71 %
4,90 %
5,27 %
0,865
In den USA sind die Renditen leicht gefallen, etwas deutlicher am kurzen Ende. Momentan rentieren dort
US-Staatsanleihen (U.S. Treasuries) bei 2 Jahren mit 0,58 %, bei 5 Jahren mit 1,94 %, bei 10 Jahren mit 3,27 % und bei 30
Jahren mit 4,42 %. In Japan dagegen sind die Renditen, trotz Deflation, weiter angestiegen. 2 Jahre Restlaufzeit bringen 0,22 %,
5 Jahre 0,49 %, 10 Jahre 1,22 % und 30 Jahre 2,18 %. In der Eurozone sind die Renditen zum Teil stark auseinandergelaufen und
Staaten mit erheblichen Refinanzierungsschwierigkeiten rentieren zum Teil mit dem Mehrfachen von Bundesanleihen.
€uro/US-$
Es gilt im wesentlichen immer noch das in
der vorherigen Bewertung
Gesagte. Der €uro hat sich nur etwas stärker im ersten Quartal entwickelt als erwartet und Portugal ist
überraschenderweise noch nicht unter den Rettungsschirm geschlüpft. Auch die aktuellen Krisen haben den Marsch nach
Norden nicht ausgebremst. Eine Entwicklung die baer45 erst nach dem Festzurren des endgültigen
Rettungsschirmes erwartet hatte. So ist der €uro inzwischen wieder stark überbewertet. Die Spekulation hat sich voll
auf den Yen konzentriert und treibt diesen in der Erwartung von starken Teilauflösungen des
Yen Carry Trade (YCT)
nach oben. Die Spekulanten erwarten, dass viele Japaner, die Anlagen im Ausland haben, diese zwecks Behebung der Schäden
auflösen und das Geld nach Hause holen. Davon wollen sie profitieren. Das führte zu einer Explosion des Yen. In der Spitze kostete
der US-$ nur noch 76,25 Yen. Damit es mit dem Yen nicht zu gefährlichen Zuspitzungen an den Devisenmärkten
kommt, haben die sieben großen Industriestaaten (G7) nach 10 Jahren zum ersten Mal wieder koordiniert und massiv an den
Devisenmärkten interveniert und die Lage bis jetzt stabilisiert.
Viele träumen von der guten alten Zeit, den verflossenen Weltwährungsordnungen. Der EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark
behandelte diese Problematik in einem interessanten Artikel
in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Manche die in festen Wechselkursen oder sogar in einem neuen Goldstandard die
Problemlösung sehen, werden enttäuscht werden.
Leichtes Rohöl (WTI)
Rohöl gibt es weiterhin in rauen Mengen. Deshalb gelten auch weiterhin die Aussagen aus
der vorherigen Bewertung.
Die Unruhen in Nordafrika haben die laufende "Propaganda" gestützt um alle Rohstoffpreise (inklusive Rohöl) weiter nach oben zu treiben. Dabei
steht Libyen nur für ungefähr 2 % der weltweiten Rohölproduktion. Mit der Katastrophe in Japan wurden unsere Großzocker (Großbanken und die
mit ihnen verschwägerten Hedgefonds) auf dem falschen Fuß erwischt und entgegen allen fundamentalen Erwartungen sanken die Preise
für Lebensmittel (da es jetzt weniger Ackerland gibt?) und die Rohölpreise (da die Atomindustrie derart heftige Verluste erleiden musste?).
In Wirklichkeit stieg die Angst bei den angeblich nicht vorhandenen Großspekulanten und sie wollten schnell ihre Gewinne in Sicherheit
bringen. Es dauerte allerdings nur wenige Tage und sie hatten sich wieder gesammelt. Und seit dem ziehen wieder alle Rohstoffpreise und
Aktienpreise an. Für uns hier ist übrigens eher die Rohölsorte Brent maßgeblich. Sie ist nicht so sauber wie WTI und war
deshalb Jahrzehnte lang billiger als die Sorte WTI. Seit das Geld für die Großzocker so billig wurde rangiert der Preis von Brent jetzt immer
ca. 10% über WTI.
DAX®-Ergebnis
Die Tabelle zeigt die Entwicklung vom DAX® seit der
Januarbewertung 2002. Nach den aktuellen Schätzungen schreibt kein Teilnehmer im DAX®
Verluste. Deshalb sind KGV(1) und KGV(2) gleich. Alle Berechnungen
berücksichtigen das jeweilige Gewicht der Aktien im DAX®.
Ende Januar firmierte die FRESENIUS SE VZ O.ST O.N. in die Gesellschaft FRESENIUS SE+CO.KGAA O.N.
um und bis zu diesem Zeitpunkt wurden Vorzugsaktien, die bis dahin im DAX® vertreten waren, in Stammaktien
umgetauscht. Das führt zu einem erhöhten Gewicht im DAX® und zu einem liquideren Handel. Jetzt ist deshalb,
im Gegensatz zur vorherigen Bewertung, die Dividende der Stamm- und nicht der Vorzugsaktien in die
Auswertung eingegangen.
Datum
DAX®-Stand
Dividenden- rendite
KGV(f)
KGV(1)
KGV(2)
18.03.11
6664,40
3,11 %
15,4
10,3
10,3
17.12.10
6982,45
2,82 %
15,4
10,9
10,9
17.09.10
6209,76
3,20 %
15,4
11,3
11,3
18.06.10
6216,98
3,24 %
15,4
12,1
12,0
19.03.10
5978,22
3,56 %
15,4
12,7
12,6
30.12.09
5957,43
3,64 %
15,4
13,2
13,1
25.09.09
5581,41
3,89 %
15,4
15,0
12,9
27.03.09
4203,55
6,51 %
15,4
9,1
9,1
30.12.08
4810,20
5,56 %
15,4
8,2
8,2
26.09.08
6063,50
4,28 %
15,4
10,7
10,6
20.06.08
6578,44
3,89 %
15,4
10,9
10,8
28.12.07
8067,32
2,50 %
15,4
12,8
12,8
22.06.07
7949,63
2,53 %
15,4
15,0
15,0
30.03.07
6917,03
2,64 %
15,4
13,3
13,3
29.12.06
6596,92
2,72 %
15,4
14,8
14,7
22.09.06
5883,32
3,03 %
15,4
13,2
13,0
23.06.06
5529,74
3,28 %
15,4
12,5
12,4
30.12.05
5408,26
2,13 %
15,4
12,9
12,9
23.09.05
4882,58
2,31 %
15,4
13,7
13,6
23.03.05
4317,20
1,91 %
15,4
13,3
13,3
29.12.04
4247,75
1,89 %
15,4
13,1
13,1
23.09.04
3905,66
2,06 %
15,4
14,9
14,9
26.05.04
3867,52
2,12 %
15,4
15,3
15,3
29.12.03
3952,72
2,02 %
15,4
16,1
16,1
25.09.03
3326,27
2,40 %
15,4
18,7
15,9
12.06.03
3219,47
2,45 %
15,4
16,8
14,8
10.04.03
2697,10
3,24 %
15,4
13,4
11,7
27.12.02
2840,00
2,93 %
15,4
10,9
9,8
27.09.02
2918,90
2,87 %
15,4
12,9
11,8
26.07.02
3579,00
2,37 %
15,4
15,6
14,1
26.06.02
4099,05
2,07 %
15,4
17,1
16,2
25.01.02
5156,33
2,02 %
15,4
21,8
19,6
Erläuterungen zur Tabelle finden Sie in den
Im aktuellen Kalenderjahr lieferten schon THYSSENKRUPP, SIEMENS (Schwergewicht) und INFINEON TECH. ihre Dividende ab. Sie waren
durchgehend erheblich höher als im vorherigen Jahr. Dies und die niedrigeren Kurse führen zu einer höheren Dividendenrendite.
In den verflossenen 12 Monaten zahlten COMMERZBANK, DAIMLER
und LUFTHANSA keine Dividende (Anteil am DAX® 8,87 %). Bis auf COMMERZBANK wird es dieses Jahr sicherlich bei allen
Unternehmen zu Dividendenzahlungen kommen. Sie werden im Schnitt deutlich höher ausfallen als im vorherigen Jahr.
Die gute Konjunktur im Maschinenbau und bei Edelkarossen hat sich bis jetzt überraschend gut gehalten. Im zweiten Halbjahr
wurde allgemein eine leichte Abkühlung erwartet. Hinzu kommen jetzt die aktuellen Krisen die noch schwer einschätzbar sind.
Der Anteil der 10 größten Aktiengesellschaften im DAX® veränderte sich kaum. LINDE nahm dabei den Platz von RWE ein. Er beträgt
68,58 %. Auch das Gewicht der Technologie (DT.TELEKOM + INFINEON TECH. + SAP + SIEMENS = 22,89 %) blieb stabil.
Die undurchsichtige Finanzbranche (ALLIANZ, COMMERZBANK, DEUTSCHE BANK, DEUTSCHE BOERSE, MUENCH.RUECKVERS.)
repräsentiert fast ein Fünftel (19,14 %) des DAX® und hat ein gewichtetes KGV von 7,91. In dem gegenüber dem DAX®
wesentlich besseren KGV spiegelt sich das Misstrauen der Spekulanten gegenüber den Bilanzen der Banken. Wenn man bedenkt, dass
über 3/4 des Handels an den Börsen Eigenhandel der Banken und ihrer Fonds sind, sollte man dieses Misstrauen ernst nehmen.
Die I/B/E/S- Schätzungen sind, wegen der überraschend gut verlaufenen wirtschaftlichen Entwicklung,
nochmals angehoben worden und die Kursverluste haben das DAX®-KGV leicht verbessert. Lässt man die undurchsichtige
Finanzbranche und die politisch gefährdeten Energieversorger außen vor, ist der DAX® nicht mehr so "billig" wie es
auf den ersten Blick scheint. Überbewertet ist er allerdings auch nicht. Unser Index beinhaltet also zu wenige kaufenswerte
Kandidaten, die es rechtfertigen würden
den Index als Ganzes zu kaufen,
es sei denn, man rechnet mindestens mit einer weiter vorzüglich laufenden weltweiten wirtschaftlichen Entwicklung.
Es ist schwer abzuschätzen wie die aktuellen Krisen und Katastrophen (arabische Welt und Japan) die Stimmung und die
realwirtschaftliche Entwicklung beeinflussen werden. Bis zu diesen Krisen war der Ausblick in Nordeuropa und Asien
sehr positiv, während die USA nicht so richtig selbstständig ans Laufen kamen. Auch droht die Finanzkrise jederzeit
wieder zuzuschlagen. Nicht nur die Finanzkonzerne sind marode, diesen Zustand erreichen immer auch mehr Staaten.
Die US-Wirtschaft wird nur durch die Gelddruckmaschine der US-Notenbank Fed am Atmen gehalten und es formieren sich immer stärkere
Kräfte, die die US-Administration in einen Sparkur zwingen wollen. Auch einige Aussagen aus der
der vorherigen Bewertung
sind weiterhin gültig.
DAX®-Verlauf
Nachdem es den Großbanken und ihren Hedgefonds mit dem ewig langen Seitwärtsgeschiebe im Bereich von 6200 Punkten nicht
so richtig gelang die institutionellen Anleger (Pensionsfonds, Versicherungen, Anlagefonds) in den Markt
zu locken, legten sie im Herbst einen Zahn zu. Damit zwangen und lockten sie viele in den Markt und konnten ihnen die
billig mit Zentralbankgeld gekauften Aktien verkaufen. Nach einem kurzen Stottern im neuen Jahr machte man sich auf den
Weg zu neuen Allzeithochs. Diese Bewegung wurde abrupt durch die Krisen in der arabischen Welt und der Katastrophe in Japan
ausgebremst. Auch hier sind etliche Aussagen aus
der vorherigen Bewertung
immer noch gültig.
Rangfolge - Dividendenstrategie (Burr/Graham)
Die Kandidaten:
Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht
genießen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die Lektüre von
Bärische Warnungen unter
Strategien.
Rang
Code
Name
Dividendenrendite
1
DTE
DT.TELEKOM AG NA
8,13 %
2
RWE
RWE AG ST O.N.
8,05 %
3
EOAN
E.ON AG NA
7,16 %
4
MUV2
MUENCH.RUECKVERS.VNA O.N.
5,34 %
5
DPW
DEUTSCHE POST AG NA O.N.
4,91 %
6
ALV
ALLIANZ SE VNA O.N.
4,37 %
7
DB1
DEUTSCHE BOERSE NA O.N.
3,98 %
8
BAS
BASF SE NA O.N.
3,02 %
9
SIE
SIEMENS AG NA
2,99 %
10
BAYN
BAYER AG NA
2,69 %
Die Bewerber:
Rang
Code
Name
Dividendenrendite
11
MEO
METRO AG ST O.N.
2,37 %
12
DBK
DEUTSCHE BANK AG NA O.N.
1,86 %
13
BEI
BEIERSDORF AG O.N.
1,70 %
14
LIN
LINDE AG O.N.
1,68 %
15
TKA
THYSSENKRUPP AG O.N.
1,67 %
Anleger in andere Varianten der Dividendenstrategie,
können sich diese sehr einfach aus obigen Tabellen
zusammenstellen. "Top 12" entspricht Rang 1 bis 12.
"Top 5" entspricht Rang 1 bis 5.
Rangfolge - Dogs of the ... - Low Five (O'Higgins)
Die Kandidaten:
Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht
genießen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die
Lektüre von Bärische Warnungen unter
Strategien.
Rang
Code
Name
Kurs
1
DTE
DT.TELEKOM AG NA
9,590
2
DPW
DEUTSCHE POST AG NA O.N.
12,210
3
EOAN
E.ON AG NA
20,940
4
RWE
RWE AG ST O.N.
43,500
5
BAYN
BAYER AG NA
51,990
Die Bewerber:
Rang
Code
Name
Kurs
6
DB1
DEUTSCHE BOERSE NA O.N.
52,780
7
BAS
BASF SE NA O.N.
56,250
8
SIE
SIEMENS AG NA
90,400
Rangfolge nach Gewicht
Rang
Code
Name
Gewicht
1
SIE
SIEMENS AG NA
10,56 %
2
BAS
BASF SE NA O.N.
8,87 %
3
BAYN
BAYER AG NA
7,38 %
4
ALV
ALLIANZ SE VNA O.N.
7,29 %
5
DAI
DAIMLER AG NA O.N.
7,05 %
6
EOAN
E.ON AG NA
6,85 %
7
DBK
DEUTSCHE BANK AG NA O.N.
6,42 %
8
SAP
SAP AG O.N.
6,20 %
9
DTE
DT.TELEKOM AG NA
4,84 %
10
LIN
LINDE AG O.N.
3,12 %
Kurzer Blick auf den Chart
Wie man am Volatilitätsindex ablesen kann, haben weder die Unruhen und drohenden Umbrüche in der arabischen Welt,
noch die Natur- und Atomkatastrophen in Japan die Börsianer groß ans Zittern gebracht. Man hat sogar den Eindruck, dass
der Kriegsbeginn gegen Libyen geradezu erleichternd gewirkt hat.
Wie sich die politische Situation in der arabischen Welt entwickeln und wie sich dies auf die Weltwirtschaft
auswirken wird, weiß keiner. Es kann sich sowohl stark positiv als auch negativ oder überhaupt nicht auswirken. Es sind
Auswirkungen denkbar welche den Ölmarkt stark beeinflussen könnten und die Welt hängt nun mal am Öl. Aber das alles
sind Befürchtungen und keine Tatsachen. Noch schwimmt die Welt im Öl und der Preis wird nur spekulativ in die Höhe getrieben.
Es ist eben ein Risiko mehr zu den schon Bekannten, die wir ausführlich in
der vorherigen Bewertung
behandelt haben.
Auch Japan stellt ein bis jetzt noch nicht abschätzbares zusätzliches Risiko dar. Wie sich die atomare Katastrophe weiter
entwickeln wird, ist noch nicht abschätzbar. Sogar ein Durchschmelzen durch die Stahlbetonhülle kann noch nicht ausgeschlossen
werden. Die japanische Wirtschaft ist nicht sehr stark mit der europäischen Wirtschaft verwoben. Allerdings ist Japan
gerade im Elektronikbereich bei manchen Bauelementen führend und es kann übergangsweise zu Lieferschwierigkeiten
kommen. Das kann wiederum bis zum Stillstand von Fertigungslinien auch außerhalb von Japan führen. Bis man sich darauf eingestellt hat
kann es etwas dauern. In Japan wird der Wiederaufbau mühsamer vonstatten gehen als mancher es glauben will. Die Infrastruktur
ist erheblich geschädigt und die Stromproduktion muss wohl als erstes den Erfordernissen wieder angepasst werden.
Der Bau von Kraftwerken dauert allerdings erheblich länger als ein Jahr, auch in Japan.
baer45 wünscht
den Japaner alles Gute und hofft, dass es nicht so schlimm kommt wie man es sich in der Fantasie ausmalen kann.