Griechenland das Geburtsland der Demokratie und der effektiven Verwaltung? Das ist schon sehr lange her. Unter der
osmanischen Besatzung hat sich das Betrügen und Ablehnen des Staates als Widerstandsmethode entwickelt und hält bis heute an. In
der Neuzeit haben die politischen Lager sich den Staat als Selbstbedienungsladen aufgeteilt. Den Konservativen (Familienclan der Karamanlis) "gehört" die überbordende
Bürokratie und sie haben quasi ein Anrecht darauf die überflüssigen Pöstchen zu besetzen. Den Sozialisten (Familienclan der Papandreous) "gehören" die staatlichen
Betriebe in denen sie ihre treuen Plakatkleber unterbringen dürfen. Wen wundert es also, wenn gerade bei den Privatisierungen die
Sanierung ins Stocken gerät? Und bei uns diskutiert man über Schuldenerlass (Beteiligung der Privaten)! Griechenland hätte nie
in die €urozone aufgenommen werden dürfen. Mit der Aufnahme hat man Europa keinen guten Dienst erwiesen. Es gibt nur
eine akzeptable Möglichkeit: Die Griechen spuren und werden ohne wenn und aber unterstützt oder sie spuren nicht und man lässt
sie fallen. Eine Pleite wird zwar auf den ersten Blick teuer, ist aber verkraftbar. Sich mit dem Nasenring durch die Arena führen
zu lassen ist ungemütlich, à la longue teurer und zerstört Europa.
Bis jetzt war das Jahr 2011 äußerst ereignisreich. Zuerst die Unruhen in der arabischen Welt, die bis heute
kaum abgeklungen sind. Sie haben sich zum Teil zu Bürgerkriegen und zu einem Krieg unter UN-Mandat ausgewachsen. Die
Naturkatastrophe in Japan setzte die Atomenergie einem umfangreichen Test aus und sie fiel durch. Während der Katastrophe
wurde die gesamte Welt belogen. Eine Kernschmelze liegt in 3 Reaktoren vor und es ist nicht absehbar wie und bis wann man die
Kerne löschen und sichern kann. Explosionen mit einer weiteren Verseuchung der Umwelt sind täglich möglich. Diese Vorfälle
haben bei uns den Ausstieg aus dieser nicht beherrschbaren Technologie unumkehrbar gemacht. Die Staatsschuldenkrise ist
wieder virulent geworden und die angelsächsischen Medien tun alles um von der tristen Lage in Großbritannien und in den USA abzulenken. In
diesem "Krieg" werden sie fleißig von den US-Ratingagenturen unterstützt. Nicht mehr verdecken kann man allerdings,
dass in den USA kein nachhaltiges Wachstum, trotz Gelddruckens, erreicht wurde und die Wirtschaft dort schon wieder in den
Rückwärtsgang geschaltet hat. Summa summarum eine miese Lage in der sich die Aktienpreise meisterlich halten - bis jetzt.
Der DAX® hat seit unserer
letzten Bewertung im März
7,50 % und seit Jahresanfang 3,61 % zugelegt. Vom Jahreshoch aus betrug der
Abschlag 5,74 %. Abgesehen von den virulenten Krisen und Katastrophen, deren
Weiterentwicklung und deren Auswirkungen bis jetzt nur schwer abschätzbar sind, gab es weder in der Finanzwelt noch in der
Wirtschaftswelt größere Änderungen. Es gelten im wesentlichen
noch die Aussagen aus den vorherigen Bewertungen. Deshalb wird
diese Bewertung nur als "kompakte" Bewertung durchgeführt.
Die Verunsicherung hat deutlich zugenommen. Es stehen jetzt noch 44 % Bullen 28 % Bären gegenüber
(Quelle: Cognitrend).
Ausgangsdaten
Basis sind die Xetra®- Schlusskurse vom 17.06.2011. Die Kurse und
das jeweilige Gewicht einer Aktie im DAX® sind von der
Deutschen Börse. Die Dividenden mit denen die
berechnet wird sind den jeweiligen Firmenmitteilungen entnommen. Das aktuelle
der Aktien sind aus der Süddeutschen Zeitung (aktuelle Schätzungen von I/B/E/S).
Die Zahlen zur
sind von der Deutschen Bundesbank.
Die DAX®-Bewertung wird gewichtet ausgeführt ( siehe
).
D.h., eine Aktie mit sehr großer Marktkapitalisierung geht stärker in das Ergebnis ein als eine
Aktie mit einer weit geringeren Marktkapitalisierung. Seit dem 24.06.2002 wird dabei nur noch
der sogenannte frei handelbare Anteil berücksichtigt. Dieser Anteil wird regelmäßig überprüft
und verändert damit ebenso wie der Kurs das Gewicht der Aktie im DAX®.
Weitere
Regeländerungen bezüglich Gewichtung und frei handelbarem Anteil
gab es im Oktober und November 2008.
Code
Name
ISIN
Kurs
Dividende
KGV
Gewicht
1
ADS
ADIDAS AG NA O.N.
DE000A1EWWW0
51,020
0,80
16
1,73 %
2
ALV
ALLIANZ SE VNA O.N.
DE0008404005
93,690
4,50
8
7,06 %
3
BAS
BASF SE NA O.N.
DE000BASF111
63,290
2,20
10
9,59 %
4
BMW
BAY.MOTOREN WERKE AG ST
DE0005190003
64,180
1,30
10
3,36 %
5
BAYN
BAYER AG NA
DE000BAY0017
57,560
1,50
12
7,79 %
6
BEI
BEIERSDORF AG O.N.
DE0005200000
43,990
0,70
25
0,71 %
7
CBK
COMMERZBANK AG O.N.
DE0008032004
3,063
0,00
9
0,54 %
8
DAI
DAIMLER AG NA O.N.
DE0007100000
47,340
1,85
9
7,02 %
9
DBK
DEUTSCHE BANK AG NA O.N.
DE0005140008
40,325
0,75
7
6,03 %
10
63DU
DEUTSCHE BOERSE Z.UMT.
DE000A1KRND6
51,940
2,10
12
1,60 %
11
DPW
DEUTSCHE POST AG NA O.N.
DE0005552004
12,490
0,65
10
1,76 %
12
DTE
DT.TELEKOM AG NA
DE0005557508
10,480
0,70
14
5,26 %
13
EOAN
E.ON AG NA
DE000ENAG999
19,255
1,50
11
6,27 %
14
FME
FRESEN.MED.CARE KGAA ST
DE0005785802
50,460
0,65
14
1,56 %
15
FRE
FRESENIUS SE+CO.KGAA O.N.
DE0005785604
70,620
0,86
16
1,32 %
16
HEI
HEIDELBERGCEMENT AG O.N.
DE0006047004
45,560
0,25
12
1,03 %
17
HEN3
HENKEL AG+CO.KGAA VZO
DE0006048432
47,110
0,72
15
1,33 %
18
IFX
INFINEON TECH.AG NA O.N.
DE0006231004
7,265
0,10
13
1,26 %
19
SDF
K+S AG O.N.
DE0007162000
52,800
1,00
14
1,40 %
20
LIN
LINDE AG O.N.
DE0006483001
115,850
2,20
16
3,21 %
21
LHA
LUFTHANSA AG VNA O.N.
DE0008232125
13,990
0,60
10
1,06 %
22
MAN
MAN SE ST O.N.
DE0005937007
94,170
0,25
14
1,49 %
23
MRK
MERCK KGAA O.N.
DE0006599905
74,550
1,25
10
0,78 %
24
MEO
METRO AG ST O.N.
DE0007257503
42,555
1,35
11
0,91 %
25
MUV2
MUENCH.RUECKVERS.VNA O.N.
DE0008430026
103,350
6,25
18
2,79 %
26
RWE
RWE AG ST O.N.
DE0007037129
37,915
3,50
8
2,69 %
27
SAP
SAP AG O.N.
DE0007164600
42,330
0,60
16
6,15 %
28
SIE
SIEMENS AG NA
DE0007236101
92,010
2,70
11
9,47 %
29
TKA
THYSSENKRUPP AG O.N.
DE0007500001
33,990
0,45
16
1,81 %
30
VOW3
VOLKSWAGEN AG VZO O.N.
DE0007664039
130,300
2,26
8
3,04 %
Im Februar 2010 stellte die DEUTSCHE BÖRSE die börsentägliche allgemein zugängliche Veröffentlichung der Gewichte der
DAX®-Teilnehmer ein. Allgemein verfügbar sind diese Daten jetzt nur noch von den sogenannten Verkettungstagen.
Diese sind der jeweils dritte Freitag im letzten Monat eines Quartals. Die Bewertungen finden also zukünftig immer
nur auf Basis dieser Daten statt. Veröffentlicht werden diese Daten immer an dem Abend, dem Verkettungstag folgenden Börsentag.
Diese Bewertung wurde kompakt durchgeführt und man findet deshalb oft Verweise in die jeweiligen Kapitel der Jahresendbetrachtung 2010.
Umlaufrendite
Es gilt immer noch Vieles von dem was in der
Jahresendbetrachtung 2010
ausgesprochen wurde. Die Inflation ist seit dem weiter angezogen und strebt in der €urozone die 3 % an. Die Güter des täglichen
Bedarfs (Lebensmittel, Energie) sind wesentlich stärker gestiegen und werden durch die Rohstoffpreisentwicklung weiter angeheizt. Trotz
der Niedrigzinspolitik der EZB, die schon viel zu lange negative Zinsen akzeptiert, sind die Renditen der Staatsanleihen laufend
gestiegen. Erste Einbrüche im Renditewachstum gab es wegen den Unruhen in Nordafrika und dann, nachdem die Gewissheit immer stärker wurde
dass die US-Wirtschaft trotz dem billigen Geld der Notenbank nicht in der Lage ist das Wachstum in Bereiche zu bringen in dem
die Arbeitslosigkeit spürbar abgebaut wird. Im Gegenteil, trotz brummender Weltwirtschaft, schwächt sich das schön gerechnete US-Wachstum weiter ab.
Dies und dann das erneute Aufflammen der Staatsschuldenkrise hat die Risikoaversion ansteigen lassen und so die Nachfrage nach
Staatsanleihen großer Staaten stark ansteigen lassen. Die Europäische Zentralbank hat angefangen ihre "leichte Geldpolitik" zu beenden.
Es darf aber bezweifelt werden, dass sie die kurzfristigen Zinsen in die notwendige Höhe bringen kann (bei der heutigen
Inflationsrate mindestens 4 %) wenn die US-Leitzinsen weiterhin im Bereich von 0 % verharren. Um das zu ermöglichen bräuchte es
starke Kapitalverkehrskontrollen. Die Grenze liegt bei den heutigen Marktbedingungen unterhalb von 2 %.
Zum 13. April erhöhte die Europäische Zentralbank die Leitzinsen. Seit dem liegt der Leitzins (Mindestbietungssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte
des €urosystems) in der €urozone bei 1,25 % (für Spitzenrefinanzierungsfazilität bei 2,00 % und für die Einlagefazilität bei 0,50 %).
Im Juli wird eine weitere Erhöhung um 25 Basispunkte erwartet. Wegen dieser Erhöhung und der Erwartung einer weiteren Erhöhung hat der Markt reagiert
und die Zinsen für Tagesgelder und für Festgelder sind leicht angezogen. Tagesgeldzinsen liegen heute bei 1,5 %, Bei Direktbanken gibt es etwas mehr.
Festgelder in einem 12-Monatsbereich erreichen mehr als 2 %. Auch der Finanzminister muss für kurzfristige Gelder tiefer in die
Tasche greifen. Seine Tagesgeldanleihe erreicht bei höchster Sicherheit 1,15 %. Bei den länger laufenden
Bundesschatzbriefen profitiert der Finanzminister von den vom ihm,
im Zusammenhang mit Griechenland, gezündeten Nebelkerzen. So sind diese Renditen gesunken. Sie
betragen momentan beim Typ A (6 Jahre) 2,26 % und beim Typ B (7 Jahre) 2,46 %.
Umlaufrenditen und €/US-$ Diese Tabelle dokumentiert die Entwicklung seit unserer ersten Bewertung bezüglich Umlaufrendite (Anleihen, Obligationen sowie Schatzanweisungen des Bundes, seiner Sondervermögen und der Treuhandanstalt) und dem Verhältnis des € zum US-$ zum jeweiligen Bewertungsstichtag.
Datum
Insgesamt
3-5 Jahre
5-8 Jahre
8-15 Jahre
15-30 Jahre
1 € in US-$
17.06.11
2,66 %
1,92 %
2,42 %
2,84 %
3,58 %
1,432
18.03.11
2,86 %
2,11 %
2,72 %
3,11 %
3,66 %
1,417
30.12.10
2,51 %
1,50 %
2,30 %
2,90 %
3,49 %
1,326
17.09.10
2,17 %
1,31 %
1,97 %
2,43 %
3,11 %
1.306
18.06.10
2,22 %
1,14 %
1,95 %
2,59 %
3,37 %
1,238
19.03.10
2,75 %
1,78 %
2,54 %
3,08 %
3,87 %
1,353
30.12.09
3,02 %
2,09 %
2,78 %
3,31 %
4,12 %
1,433
25.09.09
2,99 %
2,12 %
2,76 %
3,27 %
4,06 %
1,470
27.03.09
2,93 %
2,08 %
2,67 %
3,13 %
4,15 %
1,326
30.12.08
2,86 %
2,26 %
2,60 %
2,91 %
3,73 %
1,407
26.09.08
4,24 %
3,94 %
4,09 %
4,18 %
4,80 %
1,458
20.06.08
4,74 %
4,75 %
4,72 %
4,66 %
4,81 %
1,563
28.12.07
4,34 %
4,16 %
4,24 %
4,34 %
4,66 %
1,472
22.06.07
4,64 %
4,55 %
4,61 %
4,62 %
4,81 %
1,346
30.03.07
4,08 %
4,01 %
4,02 %
4,03 %
4,24 %
1,336
29.12.06
3,96 %
3,91 %
3,93 %
3,94 %
4,09 %
1,320
22.09.06
3,69 %
3,58 %
3,63 %
3,68 %
3,92 %
1,278
23.06.06
3,97 %
3,73 %
3,90 %
4,01 %
4,34 %
1,251
30.12.05
3,22 %
3,00 %
3,14 %
3,25 %
3,57 %
1,183
23.09.05
2,88 %
2,44 %
2,74 %
2,97 %
3,50 %
1,208
23.03.05
3,49 %
3,00 %
3,39 %
3,66 %
4,16 %
1,298
29.12.04
3,41 %
2,88 %
3,27 %
3,57 %
4,22 %
1,359
23.09.04
3,70 %
3,10 %
3,56 %
3,89 %
4,55 %
1,226
26.05.04
3,97 %
3,29 %
3,83 %
4,25 %
4,95 %
1,211
29.12.03
3,94 %
3,30 %
3,86 %
4,20 %
4,87 %
1,248
25.09.03
3,77 %
3,08 %
3,62 %
4,00 %
4,64 %
1,149
12.06.03
3,27 %
2,47 %
2,98 %
3,48 %
4,48 %
1,177
10.04.03
3,94 %
3,30 %
3,86 %
4,20 %
4,87 %
1,077
27.12.02
3,93 %
3,26 %
3,78 %
4,17 %
4,86 %
1,041
27.09.02
4,12 %
3,57 %
4,00 %
4,30 %
4,92 %
0,980
26.07.02
4,52 %
4,07 %
4,48 %
4,70 %
5,16 %
0,985
26.06.02
4,73 %
4,34 %
4,65 %
4,87 %
5,21 %
0.980
25.01.02
4,74 %
4,37 %
4,71 %
4,90 %
5,27 %
0,865
Auch in den USA sind die Renditen bei allen Laufzeiten gefallen, zum Teil deutlich. Bei Restlaufzeiten bis 5 Jahre
rangieren sie sehr deutlich unter deutschen Staatsanleihen. Momentan rentieren
US-Staatsanleihen (U.S. Treasuries) bei 2 Jahren mit 0,37 %, bei 5 Jahren mit 1,53 %, bei 10 Jahren mit 2,94 % und bei 30
Jahren mit 4,20 %. Auch in Japan haben die Renditen deutlich nachgegeben. 2 Jahre Restlaufzeit bringen 0,18 %,
5 Jahre 0,41 %, 10 Jahre 1,12 % und 30 Jahre 2,04 %. In der Eurozone sind die Renditen zum Teil stark auseinandergelaufen.
Deutschland profitiert stark von der Staatsschuldenkrise. Es gibt große Fluchtbewegungen des Geldes von Süden nach Norden.
Andere müssen wesentlich mehr zahlen. Einigen Problemländern (Griechenland, Irland und Portugal) ist der Weg zum Markt momentan weitgehend versperrt.
€uro/US-$
In der Märzbetrachtung kam die Überraschung zum Ausdruck, dass Portugal noch nicht unter den
Rettungsschirm geschlüpft war. Die zögerliche Herangehensweise der portugiesischen Regierung bei der Sanierung der Staatsfinanzen
und ein dicker Fehler bei
einer Auktion von Staatsanleihen (bevorzugte Konditionen für den Anleihekauf außerhalb der Auktion) brachen Portugal dann das
Genick und ab diesem Zeitpunkt war der Marktzugang versperrt. Portugal gesellte sich dann zu Irland unter den
europäischen Rettungsschirm. Interessant zu den aktuellen Ablenkungsschlachten sind dazu auch die Ausführungen in der
Jahresendbetrachtung 2010.
Der Markt hatte für den Mai eine weitere Leitzinserhöhung schon spekulativ eingepreist. Nachdem ersichtlich wurde,
dass diese ausfallen würde, drückte sich die Enttäuschung in einem Rückgang gegenüber dem US-$ aus. Der €uro ist zum Teil
zu billig und zum Teil zu teuer. Betrachtet man die Rohstoffpreise, müsste er wesentlich höher stehen um den Import von
Inflation zu verhindern. Betrachtet man die Kaufkraftparität zum US-$ (auch wichtige Länder in Asien haben ihre Währungen
an den US-$ gebunden) dürfte der €uro maximal 1,25 US-$ kosten. Ein Dilemma das nur lösbar ist in dem die Spekulation
bei Rohstoffen bekämpft wird und die monetäre Grundlage dazu entzogen wird. Fürs Erstere wäre die Politik zuständig. Sie traut sich
aber nicht respektive viele Politiker blicken nicht durch. Für die Abschaffung der monetären Grundlage wären die Notenbanken zuständig.
Würde die Europäische Zentralbank allerdings den Leitzins auf mindestens 4 % hochheben, würde der €uro schnell mehr als 2 US-$
kosten und große Teile unserer Industrie müssten schließen. Lösen kann das Dilemma also nur die Politik und die US-Notenbank.
Würden die USA die Weltmärkte nicht mehr in US-$ ertränken, könnte die Gesamtlage sich stabilisieren. Allerdings ist eine
dementsprechende Wende in den USA so bald nicht zu erwarten. Sowohl die US-Notenbank als auch die US-Administration sind ideologisch
verblendet und betreiben momentan ein Experiment, bei dem keiner weiß wie es ausgehen wird.
Griechenland ist die letzte real existierende sozialistische Pfründewirtschaft in Europa. Momentan regieren die
Sozialisten, welche die gesamte staatliche Wirtschaft und die ist größer als früher in manchem Ostblockland, mit ihren Anhängern
durchseucht haben. Nicht verwunderlich, dass es jetzt im Angesicht von drohenden Privatisierungen zu großen Demonstrationen
und Streiks kommt. Auch die korrupten Gewerkschaften sehen ihre Felle davon schwimmen. Die konservative Opposition ist für
den aufgeblähten Staatsdienst, eine einmalige Größe in der EU und dabei total ineffektiv, zuständig. Ihre Anhänger haben manche
Stühle doppelt belegt. Dabei gibt es immer noch kein Kataster und der Staat ist unfähig die Steuern einzuziehen. Kein Wunder, dass
die Opposition gegen eine Reform des überbordenden Staatsapparates ist. Die gesamte Gesellschaft ist dabei auch noch
hochgradig korrupt. Verständlich, dass ausländische Investoren ihr Geld lieber in Polen oder in der alles andere als perfekten
Türkei lassen. Ohne tiefgreifende gesellschaftliche Änderungen ist Griechenland ein Fass ohne Boden. Die Privatisierungen
wären ein erster Schritt Richtung Genesung. Allerdings sollte man Griechenland nur weiter unterstützen wenn es einen breiten
Konsens in der Bevölkerung zum Umbau des Staatswesens gibt. Die Julirate sollte man nur überweisen, wenn es eine breite
parlamentarische Mehrheit aus Sozialisten und Konservativen für die Auflagen gibt. Wenn nicht, sollte man Griechenland zu
Grunde gehen lassen!
Eine Pleite würde die Eurozone unter Druck bringen. Gegen einen zu starken Verfall des €uros könnte die
Europäische Zentralbank mit Leitzinserhöhungen vorgehen und damit auch noch die Inflation bekämpfen. Manche Banken und
Versicherungen bräuchten sicherlich Hilfen. Aber es wäre stemmbar! Akzeptiert man dagegen weiterhin die Spielchen
Griechenlands, wird uns in absehbarer Zeit die €urozone und damit Europa um die Ohren fliegen. Große Teile der Bevölkerung
Europas sind nämlich nicht mehr bereit diese Spielchen weiter mitzumachen. Und dann hätten wir einen wirklich großen Schaden.
Und unsere Regierung hat nichts weiter zu tun als verzweifelt zu versuchen die Lufthoheit über den Stammtischen wieder
zu erlangen, koste es was es wolle. Es sollen die "Privaten" (zu einem großen Teil Landesbanken staatliche und
verstaatlichte Banken: also rechte Tasche linke Tasche)
absolut freiwillig aber substanziell an einer Umschuldung beteiligt werden. Das ändert an den Verhältnissen in Griechenland
überhaupt nichts und dieses widersprüchliche Ziel ist nur mit europäischen Garantien für die neuen Anleihen zu erreichen.
Man hätte also den "Privaten" nochmals zusätzliches "Geld" in den Rachen geschmissen.
Am billigsten kommen alle Beteiligten, Griechenland und wir, davon, wenn sich Greichenland ernsthaft umstrukturiert
und wettbewerbsfähig wird. Die zweitbilligste Lösung ist Griechenland fallen zu lassen. Am teuersten ist es die jetzigen
Strukturen weiter zu finanzieren. Bei den ersten beiden Lösungsansätzen wird der €uro überleben, bei der Letzten wird er und
Europa zu Grunde gehen.
Lässt man Griechenland Pleite gehen, ist die Infektionsgefahr der anderen Problemstaaten und der angeblich gesunden
Staaten nur in einer Richtung gegeben: Sie werden sich fürchterlich schnell am Riemen reißen um ihre Kassen in Ordnung zu bringen.
Leichtes Rohöl (WTI)
Bedingt durch die Geldpolitik der Notenbanken hat die globale Geldmenge M1 im Vergleich mit dem
realwirtschaftlichen Wachstum überproportional zugenommen. Diese Tatsache trägt zusammen mit der zunehmenden "Monetarisierung"
der Rohstoffmärkte zum starken Preisauftrieb bei. Die Zahl der Spekulanten nimmt ständig zu.
Zu den Anlegern zählen Hedge-Fonds, mit Großbanken verwandt und eigenständig, von denen viele ihre Trendfolgemodelle
heiß laufen lassen. Auch Banken und Fondsgesellschaften drücken immer mehr Rohstoff-Anlageprodukte in den Markt, weil sie
auf ihre Weise vom Boom profitieren und "Produktions- und Vermittlungsgebühren" kassieren möchten.
Die Analysten Yasunari Inamura, Tomonori Kimata, Takeshi Kimura und Takashi Muto
konnten statistisch unter anderem einen eindeutigen Zusammenhang zwischen negativen Realzinsen in weiten Teilen der Welt und
steigenden Rohstoffpreisen herstellen. Die spekulativen Impulse ließen sich zudem an der in den vergangenen Jahren stark
zugenommenen Anzahl an Terminbörsen offen stehender und gehandelter Kontrakte, vieler neuer Rohstofffonds sowie einer stark
zugenommenen Korrelation zwischen Portfolioumschichtungen und dem Preisauftrieb bei Rohstoffen ableiten. Die Preisentwicklung
an den Rohstoffmärkten habe sich zumindest in Ansätzen von realwirtschaftlichen Angebots- und Nachfragefaktoren abgekoppelt,
erklären sie.
Die Spekulation treibt beim Rohölpreis immer stärkere Blüten. Während die Rohölsorte WTI, weil sauberer, immer schon
leicht teurer als die Nordseesorte Brent war, hat sich die Welt seit Mitte August 2010 gedreht. Bei unserer Märzbewertung
war Brent 10% teurer und ist inzwischen 20% teurer (zwischenzeitlich waren die Unterschiede noch größer), so als ob bei diesen
Unterschieden sich kein Transport von Kanada nach Europa lohnen würde.
Diese Spekulation ist äußerst risikoreich. Mit der eskalierenden Rohstoffpreisentwicklung wird die
Einkommensverteilung zwischen ressourcenreichen und konsumierenden Staaten bedroht. Ferner droht ein Teufelskreis: Steigende
Rohstoffpreise treiben weltweit die Inflationsraten an, was immer mehr Anleger dazu verleit, immer mehr Gelder in diesen
Bereich zu investieren, wodurch der Preisauftrieb frische Dynamik nach oben erhält. Mit dem möglichen Schutz gegen Inflation
wird diese erst richtig angefeuert. Sogar Großspekulant George Soros fordert Transparenz und Regulierung für diese Märkte.
Dem normalen Bürger will man immer noch weismachen, die Preisentwicklung hätte etwas mit Lieferengpässen,
Nachfrage und politischen Spannungen zu tun.
Dabei laufen die Lager über. Siehe dazu auch die Aussagen aus der
Jahresendbetrachtung 2010.
Es ist auch nicht so, dass seit Anfang Mai der Verbrauch zurück gegangen wäre oder in der arabischen Welt nicht mehr geschossen würde.
In Syrien legt man erst so richtig los und im Libyenkonflikt ist ein Ende noch nicht absehbar. Aber aus ganz anderen Gründen ist Angst
eingekehrt und die Risikoaversion steigt an. Schon nehmen viele Spekulanten, die angeblich nichts mit der Preisentwicklung
zu tun haben, reißaus.
DAX®-Ergebnis
Die Tabelle zeigt die Entwicklung vom DAX® seit der
Januarbewertung 2002. Nach den aktuellen Schätzungen schreibt kein Teilnehmer im DAX®
Verluste. Deshalb sind KGV(1) und KGV(2) gleich. Alle Berechnungen
berücksichtigen das jeweilige Gewicht der Aktien im DAX®.
Ende Januar firmierte die FRESENIUS SE VZ O.ST O.N. in die Gesellschaft FRESENIUS SE+CO.KGAA O.N.
um und bis zu diesem Zeitpunkt wurden Vorzugsaktien, die bis dahin im DAX® vertreten waren, in Stammaktien
umgetauscht. Das führt zu einem erhöhten Gewicht im DAX® und zu einem liquideren Handel. Ab diesem Zeitpunkt geht deshalb,
im Gegensatz zur den vorherigen Bewertungen, die Dividende der Stamm- und nicht der Vorzugsaktien in die
Auswertung ein. VOLKSWAGEN versucht MAN ganz zu übernehmen. Auch dies ist ein Grund für die späte Hauptversammlung
bei MAN. Sollte es gelingen, werden wir wahrscheinlich in absehbarer Zeit eine Umstellung im DAX® erleben.
Datum
DAX®-Stand
Dividenden- rendite
KGV(f)
KGV(1)
KGV(2)
17.06.11
7164,05
3,61 %
15,4
10,8
10,8
18.03.11
6664,40
3,11 %
15,4
10,3
10,3
17.12.10
6982,45
2,82 %
15,4
10,9
10,9
17.09.10
6209,76
3,20 %
15,4
11,3
11,3
18.06.10
6216,98
3,24 %
15,4
12,1
12,0
19.03.10
5978,22
3,56 %
15,4
12,7
12,6
30.12.09
5957,43
3,64 %
15,4
13,2
13,1
25.09.09
5581,41
3,89 %
15,4
15,0
12,9
27.03.09
4203,55
6,51 %
15,4
9,1
9,1
30.12.08
4810,20
5,56 %
15,4
8,2
8,2
26.09.08
6063,50
4,28 %
15,4
10,7
10,6
20.06.08
6578,44
3,89 %
15,4
10,9
10,8
28.12.07
8067,32
2,50 %
15,4
12,8
12,8
22.06.07
7949,63
2,53 %
15,4
15,0
15,0
30.03.07
6917,03
2,64 %
15,4
13,3
13,3
29.12.06
6596,92
2,72 %
15,4
14,8
14,7
22.09.06
5883,32
3,03 %
15,4
13,2
13,0
23.06.06
5529,74
3,28 %
15,4
12,5
12,4
30.12.05
5408,26
2,13 %
15,4
12,9
12,9
23.09.05
4882,58
2,31 %
15,4
13,7
13,6
23.03.05
4317,20
1,91 %
15,4
13,3
13,3
29.12.04
4247,75
1,89 %
15,4
13,1
13,1
23.09.04
3905,66
2,06 %
15,4
14,9
14,9
26.05.04
3867,52
2,12 %
15,4
15,3
15,3
29.12.03
3952,72
2,02 %
15,4
16,1
16,1
25.09.03
3326,27
2,40 %
15,4
18,7
15,9
12.06.03
3219,47
2,45 %
15,4
16,8
14,8
10.04.03
2697,10
3,24 %
15,4
13,4
11,7
27.12.02
2840,00
2,93 %
15,4
10,9
9,8
27.09.02
2918,90
2,87 %
15,4
12,9
11,8
26.07.02
3579,00
2,37 %
15,4
15,6
14,1
26.06.02
4099,05
2,07 %
15,4
17,1
16,2
25.01.02
5156,33
2,02 %
15,4
21,8
19,6
Erläuterungen zur Tabelle finden Sie in den
23 Mitglieder haben ihre Dividende erhöht. Davon steht die Dividende von MAN noch aus. Sie soll 2 € betragen.
Die Erhöhungen waren zum Teil massiv. Ein Mitglied, die DT.TELEKOM, hat ihre Dividende leicht gesenkt. Nur COMMERZBANK (Anteil am
DAX® 0,54 %) zahlt immer noch keine Dividende. Sie konnte sich noch nicht vom Staat komplett freikaufen.
Die Dividendenrendite ist mit 3,61% für den aktuellen Preispegel ungewöhnlich hoch. Damit es nächstes Jahr auch so einen Dividendenregen
geben kann, muss die Wirtschaft bei uns weiter brummen. Wahrscheinlich ist, bei der aktuellen Gemengelage, eher mit einer
mehr oder weniger deutlichen Abkühlung zu rechnen.
Der Anteil der 10 größten Aktiengesellschaften im DAX® schrumpfte minimal, dafür veränderte sich die Reihenfolge
und Zusammensetzung. LINDE hatte nur ein kurzes Gastspiel und wurde durch die BAY.MOTOREN WERKE ersetzt. BASF löste SIEMENS
als Rudelführer ab. Der Anteil beträgt jetzt 68,00 %. Auch das Gewicht der Technologie (DT.TELEKOM + INFINEON TECH. + SAP + SIEMENS = 22,14 %)
ging nur minimal zurück.
Die undurchsichtige Finanzbranche (ALLIANZ, COMMERZBANK, DEUTSCHE BANK, DEUTSCHE BOERSE, MUENCH.RUECKVERS.)
schrumpfte deutlicher. Ihr Anteil am DAX® beträgt noch 18,02% und hat ein gewichtetes KGV von 8,61. In dem gegenüber dem DAX®
wesentlich besseren KGV spiegelt sich das Misstrauen der Spekulanten gegenüber den Bilanzen der Banken. Wenn man bedenkt, dass
über 3/4 des Handels an den Börsen Eigenhandel der Banken und ihrer Fonds sind, sollte man dieses Misstrauen ernst nehmen.
Außerhalb von Japan und den USA läuft die weltweite Konjunktur immer noch sehr gut. Japan war und ist ein
stark abgeschlossener Markt und so war die dortige Katastrophe primär ein Gewinn für andere Exportländer, die in die Bresche
springen konnten. In den USA kommt einfach kein eigenständiges Wachstum zustande. Man hat die letzten Jahrzehnte zu viele
Arbeitsplätze exportiert und die Verbraucher sind immer noch stark verschuldet, der Hauspreisverfall ist noch nicht zum
Stillstand gekommen. Da Arbeitslose relativ schnell aus der US-Arbeitslosenstatistik herausfallen, wachsen in den USA
nur das SNAP-Programm und die Staatsverschuldung. Mehr als 14% aller US-Bürger beziehen mittlerweile Lebensmittelmarken über das SNAP-Programm.
Wenn die sehr unterschiedliche weltwirtschaftliche Lage im wesentlichen stabil bleiben würde, stände wieder ein
gutes Jahr für die deutsche und für einen Großteil der europäischen Wirtschaft an.
Es wird jedoch geflüstert, dass in China ein großer Einbruch bevorstände. Diese Gerüchte kommen primär aus den USA und deshalb stellt
sich die Frage, inwieweit sie ernst zu nehmen sind. Seit man sich in den USA bewusst wurde, dass man nicht vom Fleck kommt, außer mit dem
Schuldenwachstum, wird alles andere auf dem Globus schlecht geredet. Man lenkt damit bis jetzt erfolgreich von der eigenen Lage ab.
Die wirkliche Gefahr für die Weltwirtschaft geht jedoch sehr wahrscheinlich von den schwer kalkulierbaren Rohstoffpreisen aus.
Sie muss man im Auge behalten.
I/B/E/S hat die Gewinnschätzungen wegen der bis jetzt überraschend gut verlaufenen wirtschaftlichen Entwicklung
in diesem Jahr für 2011 minimal erhöht. Während die Kurse um 7,50 % gewachsen sind, ist das KGV nur um 4,85 % angestiegen.
Sollte die Wirtschaft weiter so gut laufen wären aus Sicht der Gewinne neue Allzeithochs im Bereich des Möglichen. Trotzdem wäre
ein Kauf des Index
zum jetzigen Zeitpunkt bei der aktuellen Gemengelage ein nicht unriskantes Abenteuer. Für diejenigen welche den Aufstieg schon
länger mitmachen, besteht noch kein Zwang auszusteigen. Denn sollten sich die, wie ein Damoklesschwert über uns schwebenden Gefahren,
erstmals gütig auflösen, sind neue Allzeithochs nicht unwahrscheinlich. Die Liquidität dazu ist vorhanden.
DAX®-Verlauf
Die Aufstände und Kriege in der arabischen Welt, die Natur- und Atomkatastrpophe in Japan und die Abschwächung
der wirtschaftlichen Entwicklung in den USA und der politische Streit um die Erhöhung der maximalen Verschuldungsgrenze
haben erst mal dem Aufwärtstrend, trotz allem billigem Geld, das Genick gebrochen.
Seit 6 Monaten befindet sich der DAX®, in einer hochvolatilen Seitwärtsbewegung. Er wartet darauf, dass etwas Licht ins Dunkel
kommt:
Wird in den USA die maximale Verschuldungsgrenze angehoben oder gibt es erstmals temporäres Chaos?
Rückt die US-Staatsverschuldung in den Fokus der Märkte?
Bestätigt sich die Abschwächung der US-Wirtschaft?
Geht Griechenland pleite und wie sind die Auswirkungen?
Kommt es zum Aufstand in wichtigen arabischen Ländern wie z.B. Saudi Arabien?
Je nachdem wie sich obige potentielle Ereignisse entwickeln werden, kann es Ausbrüche nach oben oder unten geben. Es ist
praktisch alles möglich, von neuen Allzeithochs bis zu tiefen Abstürzen. Keiner kann das heute abschätzen.
Rangfolge - Dividendenstrategie (Burr/Graham)
Die Kandidaten:
Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht
genießen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die Lektüre von
Bärische Warnungen unter
Strategien.
Rang
Code
Name
Dividendenrendite
1
RWE
RWE AG ST O.N.
9,23 %
2
EOAN
E.ON AG NA
7,79 %
3
DTE
DT.TELEKOM AG NA
6,68 %
4
MUV2
MUENCH.RUECKVERS.VNA O.N.
6,05 %
5
DPW
DEUTSCHE POST AG NA O.N.
5,20 %
6
ALV
ALLIANZ SE VNA O.N.
4,80 %
7
LHA
LUFTHANSA AG VNA O.N.
4,29 %
8
DB1
DEUTSCHE BOERSE Z.UMT.
4,04 %
9
DAI
DAIMLER AG NA O.N.
3,91 %
10
BAS
BASF SE NA O.N.
3,48 %
Die Bewerber:
Rang
Code
Name
Dividendenrendite
11
MEO
METRO AG ST O.N.
3,17 %
12
SIE
SIEMENS AG NA
2,93 %
13
BAYN
BAYER AG NA
2,61 %
14
BMW
BAY.MOTOREN WERKE AG ST
2,03 %
15
LIN
LINDE AG O.N.
1,90 %
Anleger in andere Varianten der Dividendenstrategie,
können sich diese sehr einfach aus obigen Tabellen
zusammenstellen. "Top 12" entspricht Rang 1 bis 12.
"Top 5" entspricht Rang 1 bis 5.
Rangfolge - Dogs of the ... - Low Five (O'Higgins)
Die Kandidaten:
Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht
genießen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die
Lektüre von Bärische Warnungen unter
Strategien.
Rang
Code
Name
Kurs
1
DTE
DT.TELEKOM AG NA
10,480
2
DPW
DEUTSCHE POST AG NA O.N.
12,490
3
LHA
LUFTHANSA AG VNA O.N.
13,990
4
EOAN
E.ON AG NA
19,255
5
RWE
RWE AG ST O.N.
37,915
Die Bewerber:
Rang
Code
Name
Kurs
6
DAI
DAIMLER AG NA O.N.
47,340
7
DB1
DEUTSCHE BOERSE Z.UMT.
51,940
8
BAS
BASF SE NA O.N.
63,290
Rangfolge nach Gewicht
Rang
Code
Name
Gewicht
1
BAS
BASF SE NA O.N.
9,59 %
2
SIE
SIEMENS AG NA
9,47 %
3
BAYN
BAYER AG NA
7,79 %
4
ALV
ALLIANZ SE VNA O.N.
7,06 %
5
DAI
DAIMLER AG NA O.N.
7,02 %
6
EOAN
E.ON AG NA
6,27 %
7
SAP
SAP AG O.N.
6,15 %
8
DBK
DEUTSCHE BANK AG NA O.N.
6,03 %
9
DTE
DT.TELEKOM AG NA
5,26 %
10
BMW
BAY.MOTOREN WERKE AG ST
3,36 %
Kurzer Blick auf den Chart
Es ist nicht so einfach, wie mancher meint, mit Spekulationen an der Aktienbörse längerfristig, nach Kosten,
Bundesschatzbriefe zu schlagen. Ein konservativer Spekulant,
der zur glücklicheren Hälfte gehört, kann eventuell einen Vorsprung von 1 bis 2 % (jährlicher Zins) längerfristig heraus arbeiten.
Das macht über die Zeit schon eine ganz nette Summe aus. Die Mehrheit wird dieses Ziel aber nicht erreichen. Ist man sehr risikobewusst in seinen
Spekulationen, steigen nicht die Gewinnchancen sondern es steigt primär die Volatilität im Depot. Wenn man dann rechtzeitig
bei einem Hoch auf konservative Spekulationsmethoden umschaltet, kann man zu den Gewinnern mit einem wesentlich deutlicheren
Vorsprung gehören. Wichtig dabei ist, dass man nicht vorher schon Pleite ist. Wie einfach es gelingt wesentlich mehr zu gewinnen
ist bei Aktien auch stark vom jeweiligen Zeitabschnitt abhängig. Viele von denen, die im Jahr 2000 eingestiegen sind, trauern immer
noch ihren Verlusten hinterher und viele von denen die im Jahre 2000, nach 11 Jahren, ausgestiegen und auf Bundesschatzbriefe
umgestiegen sind fühlen sich wie Dagobert Duck. Ach, wenn man nur wüsste in welchem Zeitabschnitt man gerade lebt.
Der CEO von PIMCO, Bill Gross, meint, wir leben im "New Normal", einer längeren Zeitphase mit einem nur geringen weltweitem Wachstum. Wäre schlecht
für Aktien und auf der Zinsebene wäre dann auch nicht viel zu holen.
Manche Spekulanten glauben Dividenden wären nicht wichtig. Dabei machen gerade Dividenden bei der Schlussabrechnung
den Vorsprung gegenüber klassischen Zinsanlagen aus. Die Finanzindustrie hat massenweise Produkte am Markt, die implizit
die Dividende unterschlagen. Aus gutem Grund, wie man am Chart ersehen kann. Dort ist der Verlauf des DAX®-Performanceindex,
also inklusive Dividenden, und der zugehöre Kursindex, also exklusiv Dividenden, dargestellt. Viele Finanzprodukte unterschlagen
nicht nur die Dividenden, nein sie erzeugen auch noch Kosten (inklusive verdeckten Kosten) die nochmals die Größenordnung von
anteiligen Dividenden deutlich überschreiten. Je intensiver man damit handelt umso mehr freut es die Finanzindustrie und
es sollte jedem klar sein, dass dabei einer sicher reich wird, der Spekulant nur ausnahmsweise.
baer45 wünscht
allen Lesern einen schönen Sommer und eine glückliche Hand bei allen Aktivitäten.