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25.07.2015

Gärten, Bier und Kultur

Gärten, Bier und Kultur

München ist schön, besonders wenn die Sonne lacht. Manchmal hast auch du, glücklicher Münchenbesucher, übrige Zeit. Setz dich nicht vor die Hotelglotze sondern begleite baer45 auf einem Spaziergang abseits ausgetretener Pfade. Im Angebot ist ein schöner Mix aus Kultur und Grünem mit der Möglichkeit zu ausgedehnten Erholungspausen. Der Weg ist nicht schwierig und nicht weit. Zeit solltest du dir trotzdem nehmen und die Schönheit der Natur und das herrliche Bier genießen. Der Weg führt uns durch die Maximiliansanlagen von Haidhausen über Bogenhausen zum Chinesischen Turm im südlichen Teil des Englischen Gartens. Weiter über den Hofgarten, die Residenz und die Maximilianstraße, eine der vier Prachtstraßen Münchens, in den Hofbräukeller. Dann, über eine "abenteuerliche" Abkürzung, zurück zum Max-Weber-Platz. Ein gemütlicher Spaziergang für den du, je nach Länge der Pausen und der Besichtigungen, 2,5 bis 5 Stunden einplanen solltest.


Diesen Spaziergang kannst du auf einer größeren Karte unter in komoot öffnen genauer betrachten (Vergrößern). Umfangreiche Innenbesichtigungen, wie z.B. Residenzmuseum, sind nicht eingeplant!

Ohne dich bei komoot anzumelden die Navigationsdaten (.gpx) und die Karte der Tour (.jpg).


Vom Max-Weber-Platz zum Kini

Der Max-Weber-Platz, ein Knoten des öffentlichen Verkehrs, ist der beste Ausgangspunkt für unseren Spaziergang. U-Bahn, Tram und Bus fahren hierhin. Eine gute Startzeit ist am späteren Vormittag gegen 11 Uhr. So ist dafür gesorgt, dass es bezüglich den absolut notwendigen Pausen in den Biergärten zu keinen Platzschwulitäten kommt. Trinkpausen mit Brotzeit wollen gut in den Tagesablauf eingeplant sein.

Ludwig II - Denkmal

Auf geht's! Wir ziehen los Richtung Westen/Stadtmitte und erreichen nach ca. 200 m die Maximiliansanlagen, wenden uns dort Richtung Norden und erreichen nach weiteren 300 m den Kini hoch zu Ross, ... nein, im Ornat der Sankt-Georgs-Ritter auf dem Sandstein. Am Fuße des "Felsens" weisen Bronzeschilder auf seine Taten hin. Vollendete und nicht vollendete Schlösser und ein nie gebautes Theater. In Wahrheit war und ist alles Theater mit diesem Kini. Errichtet wurde das bronzene Denkmal 1967. Erschaffen wurde es von Anton Rückel.

Über zwei Kilometer erstreckt sich das Areal der Maximiliansanlagen, die im Süden die Max-Joseph-Brücke und im Norden die Ludwigsbrücke abschließen. Die Anlagen gehören administrativ zum Englischen Garten und gelten auch als Bestandteil des südlichen Teils des Englischen Gartens. Immer wieder ist vom Hochufer aus ein Blick auf die Altstadt möglich. Im Sommer wird die freie Sicht oft durch die schönen alten Bäume verwehrt. Die Terrassen wurden Ende des 19. Jahrhundert angelegt und bieten Spaziergänger, Hunde, Jogger und Radler - ACHTUNG: Manche sind schnell unterwegs - eine Idylle.

Die Verehrung des Kini (Ludwig II) in München ist heute wesentlich größer als zu seinen Lebzeiten. Dabei war er ein homophiler Egomane, der in Wirklichkeit sein Volk verachtete. Er wollte Bayern gegen eine Insel eintauschen, um dann dort als "unbeschränkter Alleinherrscher" zu regieren. Bevorzugt hätte er Zypern. Er verriet Bayern an die Preissen und kassierte dafür von ihnen bis zu seinem Tode insgesamt läppische 5,8 Millionen Mark (rund 37 Millionen Euro). Ein Königreich zum Schnäppchenpreis.

Bayern hätte in diesen Umbruchzeiten keinen Pop-Art-Kini sondern einen richtigen König gebraucht. Die Geschichte Deutschlands und damit Europas hätte sehr wahrscheinlich einen anderen Weg eingeschlagen. Also verneigen wir uns nicht vor dem Denkmal, legen keine Kränze nieder, und machen uns auf den Weg zu einem Wahrzeichen Münchens.

Vom Kini zum Friedensengel

Die Geschichtsschreibung ist nicht einfach und nicht immer "wahr". Laufend wird sie umgeschrieben und vieles gerne vergessen, anderes wiederum umgestaltet. Das sind die Gedanken die baer45 durch den Kopf schießen während es auf Serpentinen abwärts Richtung Isar geht. Nach weiteren 500 m haben wir die Luitpoldbrücke erreicht. Insgesamt sind wir schon über 1 km unterwegs.

Friedensengel

Die ursprünglich auf den Friedensengel zuführende Prinzregentenbrücke wurde als Segmentbogenbrücke aus Stahl ausgeführt. Diese seinerzeit erst knapp acht Jahre alte Brücke über die Isar stürzte allerdings infolge des Hochwassers vom September 1899 ein. Sie wurde im darauffolgenden Jahr durch die Luitpoldbrücke ersetzt. Die vier Eckfiguren an den beiden Uferseiten symbolisieren die vier Stämme Bayerns: Altbayern, Schwaben, Franken und die Pfalz.

1895 wurde von der Prinzregent-Luitpold-Stiftung ein Wettbewerb für die Errichtung eines Denkmals zur Erinnerung an den Sieg des Deutsch-Französischen Krieges von 1870 bis 1871 und als Dank für die Segnungen des Friedens ausgeschrieben. Die Grundsteinlegung erfolgt zeitgleich mit der Einweihung der Prinzregent-Luitpold-Terrasse am 10. Mai 1896. Die feierliche Einweihung fand am 28. Jahrestag des Einzugs der siegreichen bayerischen Truppen nach München am 16. Juli 1899 statt. Noch heute wird jährlich an einem Wochenende um dieses Juli-Datum herum das Friedensengelfest gefeiert. Das Denkmal steht auf der Prinzregent-Luitpold-Terrasse und ist Teil einer dekorativen Anlage im Stil des Historismus. Es besteht aus einem offenen 8 m x 8 m großen quadratischen Tempel, einer 23 m hohen Säule, die eine 6m hohe Figur trägt, deren Flügelspannweite 5 m beträgt. Das gesamte Denkmal wiegt ca. 3.500 kg und ist insgesamt 38 m hoch.

Es waren bayerische Truppen, welche als erste 1870 in Frankreich einfielen. Man stand auf der Seite der Preissen und der Kini ließ sich die kleine Preußische Lösung gegen Gold und Geld verkaufen. In diesem Sinne hat das Denkmal wenig mit Frieden zu tun, sowenig wie das Franzosenviertel in Haidhausen die Liebe zu Frankreich ausdrückte. 1872 wurden die ersten Straßen in diesem Viertel angelegt und nach Orten siegreicher Schlachten des deutsch-französischen Kriegs von 1870/71 benannt (Ausnahme Bordeauxplatz). Die Säule ist eben eine Siegessäule und keine Friedenssäule. Und der Engel schreit nicht nach Frieden sondern drückt den irrtümlichen Glauben aus, wir hätten Frieden weil wir die Franzosen endgültig untergebuttert haben. Sogar Elsass-Lothringen konnten wir kassieren. Eine Politik die schnurstracks in die Katastrophen des 20. Jahrhunderts führte.

Wir steigen die Treppen der Prinzregent-Luitpold-Terrasse hoch zur Säule und bewundern den Kitsch des Historismus. Noch ein Blick auf die Stadt und weiter geht es ostwärts bis zur Fußgängerampel (etwa nach 200 m). An der Ampel betreten wir die Maximiliansanlagen in nördlicher Richtung. Wir bleiben am Isarhochufer und gehen gemütlich zum Bogenhausener Friedhof weiter.

Vom Friedensengel zum Bogenhausener Friedhof

Nach ca. 1 km erreichen wir St. Georg. Kurz vor der Kirche liegt linker Hand das Alfred-Delp-Denkmal. Es erinnert an den Jesuiten Alfred Delp, Mitglied des Kreisauer Kreises, der am 28. Juli 1944 nach der Frühmesse in St. Georg im Münchner Stadtteil Bogenhausen verhaftet und am 2. Februar 1945 in Plötzensee umgebracht wurde. St. Georg ist eine der reizvollsten Rokoko-Kirchen der Landeshauptstadt. Ausgestaltet wurde die alte Pfarrkirche von zahlreichen berühmten bayerischen Künstlern. Die Kirche umgibt ein stimmungsvoller Friedhof, auf dem viele bekannte Persönlichkeiten ihre letzte Ruhe gefunden haben.

Bogenhausener Friedhof Grab von Erich Kästner - St. Georg - Grab von Rainer Werner Fassbinder

Das Friedhofstor ist von April bis Oktober von 8 Uhr bis 19 Uhr offen, von November bis März von 8 Uhr bis 17 Uhr. St. Georg hat nachfolgende Öffnungszeiten:
   Mo und Di: 08:00 - 12:00
   Mi: 08:00 - 12:00 und 15:00 - 18:00
   Do und Fr: 08:00 - 12:00
   Sa und So: Geschlossen

Der kleine Friedhof entwickelte sich seit der Mitte des 20. Jahrhunderts zur bevorzugten Begräbnisstätte prominenter Künstler und gilt daher als Spiegelbild münchner und deutscher Kultur- und Geistesgeschichte. Die zur Verfügung stehenden 208 Grabplätze sind besonderen Voraussetzungen zum Graberwerb unterworfen. Wir nehmen uns Zeit und versuchen die Künstler ins Gedächtnis zurück zu rufen. Notfalls kann man ja das Netz um Hilfe bitten.

Vom Bogenhausener Friedhof zum Chinesischen Turm

Langsam werden wir durstig und hungrig. Es wird Zeit einzukehren. Es geht jetzt die Stufen abwärts Richtung Isar. Wir überqueren die Max-Joseph-Brücke und erreichen bald den Englischen Garten. Fast 1 km sind es vom Friedhof zum Chinesischen Turm und dann haben wir die Hälfte unserer Tour zurückgelegt, insgesamt 3,14 km.

Englischer Garten

Der Chinesische Turm, auch als Chinaturm und zu Beginn als Große Pagode bekannt, ist ein 25 Meter hoher Holzbau im Stile einer Pagode. Das Bauwerk wurde in den Jahren 1789 bis 1790 erbaut und 1792 mit der Eröffnung des Englischen Gartens als Aussichtsplattform der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Bei einem der Luftangriffe auf München während des Zweiten Weltkriegs brannte der Chinesische Turm ab, wurde jedoch 1952 nach der Rekonstruktion wiedereröffnet. Der Turm gilt heute als ein Wahrzeichen des Englischen Gartens. In den 1970er Jahren wurde das Bauwerk aus Sicherheitsgründen geschlossen und darf seither nur noch von den dort regelmäßig spielenden Blaskapellen betreten werden.

Der Chinesische Turm befindet sich im Südteil des Englischen Gartens. Der Garten ist eine 375 ha (3,75 km²) große Grünanlage im Münchner Nordosten am Westufer der Isar und gehört damit zu den größten Parkanlagen der Welt. Die Bezeichnung rührt von den englischen Landschaftsgärten her, die von Friedrich Ludwig von Sckell bei der Gestaltung des Geländes zum Vorbild genommen wurden.

Im Februar 1789 verfügte Carl Theodor, in jeder Garnisonsstadt der bayerischen Armee Militärgärten anzulegen. Die Gärten sollten den Soldaten landwirtschaftliche Fähigkeiten vermitteln und Gelegenheit zur Erholung bieten, aber sie sollten auch der Allgemeinheit zugänglich sein. Die Anregung dazu stammte von dem in Massachusetts geborenen bayerischen Kriegsminister Benjamin Thompson (seit 1792 Reichsgraf von Rumford). Am 13. August 1789 ordnete Carl Theodor an, das Gebiet östlich der Militärgärten in einen Volkspark umzuwandeln. Es handelte sich um die erste Anlage dieser Art in Europa.

Am Chinesischen Turm gibt es ein reichliches Gastronomieangebot. Der große Biergarten mit Selbstbedienung und das gute Restaurant mit schöner Terrasse. Es ist für jeden Geschmack etwas vorhanden. Auch wir machen eine längere Pause und erholen uns von der Kultur.

Vom Chinesischen Turm zur Residenz

Monopteros

Auch wenn es schwer fällt, wir müssen weiter. Wir spazieren Richtung Schwabinger Bach. Linker Hand sehen wir den Monopteros. Der etwa 16 Meter hohe Rundtempel im klassizistisch-griechischen Stil wurde nach einem Entwurf von Leo von Klenze aus Kelheimer Kalkstein errichtet. 1836 war das Bauwerk fertiggestellt. Er wird von der Spider Murphy Gang besungen (Sommer in der Stadt), auch wenn er nicht mehr der Ort ist, als der er dort beschrieben wird. In "früherer Zeit" war er ein Treffpunkt von vollgedröhnten Hippies und Gammlern.

Bald erreichen wir den Schwabinger Bach. Wir schlendern an der östlichen Seite des Baches Richtung Innenstadt. An sonnigen Tagen tummeln sich hier die jungen Schönen der Stadt und aalen sich in der Sonne. Allerdings ist man heute züchtig in Badekleidung. Früher pflegte man hier das Nacktbaden mitten in der Stadt. Die Zeiten ändern sich und von rebellischer Jugend ist weit und breit nichts in Sicht. Die heutige Jugend ist mit ihrem Wischcomputer, auch Smartphone genannt, den ganzen Tag über beschäftigt und träumt von der großen Karriere.

Palazzo Prozzo Palazzo Prozzo

Nachdem wir ca. 1,5 km seit unserer Pause zurückgelegt haben, erreichen wir durch die Unterführung und nach kurzem Stufensteigen den Hofgarten. Dianatempel Östlich sehen wir das umgekippte Schiff, die Bayerische Staatskanzlei, im Volksmund auch Palazzo Prozzo genannt. Fertigstellung 1993. Links davon das Prinz-Carl-Palais, seit 1968 der Dienstsitz des Bayerischen Ministerpräsidenten, allerdings nicht als Wohnung sondern nur zu Repräsentationszwecken. Am Platz der heutigen Staatskanzlei stand bis zur weitgehenden Zerstörung im Zweiten Weltkrieg seit 1905 das Bayerische Armeemuseum und vor dessen Errichtung die Hofgartenkaserne. Mit Bezugnahme auf Leo von Klenzes benachbarten Festsaalbau der Münchner Residenz (südlich von uns) lehnte sich der Neubau des Bayerischen Armeemuseums an die italienische Hochrenaissance an. Wir schlendern durch den Hofgarten und durchqueren in der Mitte einen Pavillon, den Dianatempel, der von Heinrich Schön dem Älteren angelegt wurde (1615). An heißen Tagen kann man sich ein paar Schritte weiter eine zusätzliche Abkühlung in Form eines kühlen Bieres oder eines leckeren Eises oder Beides genehmigen.

Odeonsplatz Kaiserhof in der Residenz - Glückslöwe - Feldherrnhalle - Ludwigstraße

Beim Verlassen des Hofgartens fällt unser Blick gleich auf die Theatinerkirche. Sie wurde am 11. Juli 1675 geweiht - sie war zu diesem Zeitpunkt weitgehend noch im Rohbau. Links davon befindet sich ein geschichtsträchtiger Bau, die Feldherrnhalle. Sie wurde 1841 bis 1844 durch Friedrich von Gärtner im Auftrag König Ludwigs I. nach dem Vorbild der Loggia dei Lanzi in Florenz erbaut. Am Morgen des 9. November 1923, einem Freitag, marschierte Adolf Hitler mit seinen Anhängern auf die Feldherrnhalle zu, wo es zu einer Konfrontation mit der bayerischen Landespolizei kam. Der Marsch im Rahmen des Hitler-Ludendorff-Putsches wurde blutig gestoppt. Nach der Machtergreifung 1933 wurde die Feldherrnhalle zu einem besonderen Ort der NS-Propaganda. Die Feldherrnhalle mit dem Odeonsplatz ist der Beginn der prächtigen Ludwigstraße die am Siegestor endet. Historisch eine stark militarisierte Zone. Fast 5 km haben wir schon zurückgelegt, befinden uns mitten in der Münchner Pracht und diese Pracht wird uns weiter begleiten.

Von der Residenz zum Hofbräukeller

Entlang der Residenz gehen wir in südlicher Richtung zum Max-Joseph-Platz. Die Residenz war das Münchner Stadtschloss und die Residenz der bayerischen Herzöge, Kurfürsten und Könige. Der weitläufige Palast ist das größte Innenstadtschloss Deutschlands und heute eines der bedeutendsten Raumkunstmuseen Europas. Der Gebäudekomplex umfasst zehn Höfe und gliedert sich in die drei Hauptkomplexe: Königsbau (zum Max-Joseph-Platz hin), Maximilianische Residenz (auch Alte Residenz, Fassade zur Residenzstraße hin und ein Großteil der inneren Trakte) und Festsaalbau (zum Hofgarten hin). Das Residenzmuseum besteht aus 130 Schauräumen. Stilistisch ist die über Jahrhunderte gewachsene Residenz eine Mischung aus Renaissance, Barock, Rokoko und Klassizismus. Vor dem Eingang zum Kaiserhof und dem Durchgang zum Brunnenhof stehen je zwei bronzene Löwen (die Berührung der kleinen Löwenköpfe soll Glück bringen).

Max-Joseph-Platz Residenz - Nationaltheater

Am Max-Joseph-Platz können wir rechts von der Residenz, direkt neben dem Residenztheater das Nationaltheater bewundern. Nachdem die alten Spielstätten zu klein wurden, beauftragte König Maximilian I. Joseph den Architekten Karl von Fischer, das neue Königliche Hof- und Nationaltheater zu planen. Als das Haus am 12. Oktober 1818 mit der Uraufführung von Ferdinand Fränzls Oper Die Weihe eröffnet wurde, war von den ehrgeizigen, monumentalen Plänen Fischers nur ein Teil realisiert worden. Ein Brand zerstörte am 14. Januar 1823 das ganze Theater bis auf die Grundmauern. Die Stadt München finanzierte den Wiederaufbau bei dem der Architekt Leo von Klenze die ursprünglich geplante, aber nicht realisierte Säulenvorhalle hinzufügte. Bei der Verbreiterung der Maximilianstraße erfolgten weitere Umbauten. Am 3. Oktober 1943 wurde das Haus durch einen Bombenangriff zerstört. Nach dem Krieg entschloss man sich, kein neues Theater zu bauen, was billiger gekommen wäre, sondern das Alte zu rekonstruieren. Gerhard Moritz Graubner und Karl Fischer leiteten den Wiederaufbau 1958 bis 1963. Dabei wurde die Bühne verändert; sie ist seither eine der größten Opernbühnen der Welt. Wir schlendern jetzt durch die vor uns liegende Prachtstraße, die Maximilianstraße. Nicht ganz 2 km haben wir noch bis zum Ausgangspunkt.

Maximilianstraße Maximilianstraße - Maxmonument

Die Maximilianstraße ist eine der vier städtebaulich bedeutenden Prachtstraßen Münchens aus dem 19. Jahrhundert, neben der Brienner Straße, der Ludwigstraße und der Prinzregentenstraße. Die Gestaltung des Straßenzuges, dessen Bau 1852 begonnen hatte, ist das Werk des Architekten Georg Friedrich Christian Bürklein. Die Straßenbauarbeiten wurden von dem Ingenieur Arnold von Zenetti geleitet, während sich Carl von Effner für die Bepflanzung verantwortlich zeigte. Der Architekturstil, der Elemente verschiedener Stilepochen wie Neogotik und Renaissance vereint, stieß auf viel Kritik, macht die Maximilianstraße jedoch für München städtebaulich einzigartig. Seit den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts hat sich der Bereich zwischen Altstadtring und Nationaltheater den Ruf einer mondänen und exklusiven Einkaufsmeile erworben. Alle Marken mit Rang und Namen sind hier vertreten und sehr oft sieht man eine nicht unwichtige Konsumentengruppe in schwarzen Ganzkörperkondomen.

Das Ende der Prachtmeile, kurz vor der Isar, ist das Maxmonument, auch Max-II-Denkmal genannt. Es ist ein großes Denkmal zu Ehren des bayerischen Königs Maximilian II. Der in Westfalen geborene Bildhauer Kaspar von Zumbusch plante es. Den Bronzeguss führte Ferdinand von Miller aus. Allein die Hauptfigur wiegt fast fünf Tonnen. Am 12. Oktober 1875 wurde das Denkmal enthüllt. Am östlichen Hochufer der Isar grüßt uns schon das Maximilianeum. Wir verlassen den Stadtteil Lehel und befinden uns, nach der Überquerung der Maximiliansbrücke, im Stadtteil Haidhausen, in dem unsere Tour ihren Anfang nahm.

Maximilianeum Die Stiftung Maximilianeum beherbergt den Landtag

Das Maximilianeum im Münchner Stadtteil Haidhausen beherbergt seit 1876 die Stiftung Maximilianeum für begabte Studenten aus der Pfalz und Bayern, in deren Besitz sich das Gebäude auch befindet. Außerdem ist es seit 1949 Sitz des Bayerischen Landtags. Der Bau liegt auf dem östlichen Isar-Hochufer (Maximiliansanlagen) in Sichtachse der Maximilianstraße über die Maximiliansbrücke. Die aufwändige Kulissenarchitektur erzielt eine große Fernwirkung. Unter dem Einfluss von Gottfried Semper wurde das Gebäude im Stil der Renaissance mit Rundbögen, Säulen, Mosaiken und büstengefüllten Nischen gestaltet. 1874 war der Bau nach mehrmaligen Nachbesserungen endgültig fertiggestellt.

Franz von Kobell Wir nehmen südlich des Maximilianeums den Hügel in Angriff und gehen rechts in die Maximiliansanlagen. Ganz oben in der Parkanlage steht das Denkmal für Franz von Kobell. Kobell war der Sohn des bayerischen Ministerialbeamten und späteren Geheimrates Franz von Kobell. Er war Mineraloge und Volksdichter. Er spielte Zither und schrieb Erzählungen in oberbayerischer Mundart, dichtete aber auch im kurpfälzischen Dialekt seines 1779 in Mannheim geborenen Vaters. Seine später mehrfach dramatisierte und verfilmte Gschicht vom Brandner Kasper erschien 1871 in den Fliegenden Blättern. Diese Mundarterzählung, worin ein bayerischer Schlosser und Jagdgehilfe am Tegernsee dem Tod beim Kartenspiel und mittels "Kerschgeist" ein Schnippchen schlägt, ist seine wohl bekannteste Hinterlassenschaft und wurde bisher dreimal (1949, 1975 und 2008) verfilmt.
 
Inzwischen haben wir ca. 7 km zurückgelegt und sind am rückwärtigen Eingang des Biergartens vom Hofbräukeller angekommen. Ende des 18. Jahrhunderts entschlossen sich die Münchner Brauereien - allen voran der königlich bayrische Hofbräu - außerhalb der Stadtmauern Bierdepots anzulegen, die es ihnen erleichtern sollten, das Umland zu beliefern und die Lagerkapazität zu vergrößern. Mit seinen natürlichen Höhlen war das Hochufer rechts der Isar ideal um dort Keller auszubauen, in denen das Stangeneis und somit das Bier länger hielt. Neu importierte großblättrige Kastanienbäume beschatteten die Bierkeller und hielten sie im Sommer kühl. Und diesen Schatten wollen wir jetzt nutzen und gemütlich eine Brotzeit und eine Maß, und noch eine ... zu uns nehmen.

Hofbräukeller Im Biergarten des Hofbräukellers gibt es Bereiche mit Bedienung (Tischdecken) und Selbstbedienung

Wiener Platz Der Durst ist gestillt, der Magen ist zufrieden und der Spaziergang mit baer45 ist schon verdaut. Zeit aufzubrechen. Wir verlassen den Biergarten auf den Wiener Platz. Hier befindet sich der Wiener Markt, einer der vier ständigen Märkte für Lebensmittel und Blumen in München. Die Geschichte des "Marktes am Wiener Platz", des kleinsten der vier ständigen Münchner Lebensmittelmärkte, ist wechselvoll. Am 1. November 1889 wurde der bis dahin an der Preysingstraße abgehaltene Markt an seinen heutigen Standort verlegt. Eine "Bekanntmachung des Magistrats der königlichen Haupt- und Residenzstadt München vom 25. October 1889", unterzeichnet durch Bürgermeister Dr. von Widenmayer, ist die "Geburtsurkunde" des Marktes.
 
Noch 300 m bis zum Ausgangspunkt. Wir überqueren den Platz Richtung Norden und steigen die Gasse "An der Krempe" hinab, ein typischer Haidhausener Weg. Über eine Treppe erreichen wir die "Innere Wiener Straße" und haben den Max-Weber-Platz schon im Blick. Bei einem etwas höheren Alkoholpegel empfiehlt sich jedoch die ebene Wegstrecke direkt vom "Wiener Platz" über die "Innere Wiener Straße". Man geht dazu Richtung Pfarrkirche St. Johann Baptist (hoher roter Backziegelbau) und biegt an der Straße links ab. St. Johann Baptist wurde zwischen 1852 und 1874 nach Plänen von Matthias Berger am Johannisplatz im Stil der Neugotik errichtet. Ihr Westturm ist 97 m hoch, sie ist damit die dritthöchste Kirche Münchens.
 
baer45 freut sich wenn's euch gefallen hat. Sagt's weiter. Servus und bis bald.

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Alle Bilder sind eigene Bilder. Es wurden Textfragmente in erheblicher Anzahl aus Wikipedia verwendet.

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