Das vierte Jahr in Folge steigt der DAX® und schließt dieses Jahr mit einem erklecklichen Jahresgewinn von
knapp 22% (21,98%) ab. Seit unserer letzten Bewertung
Ende September 2006 hat unser Blue Chip Index um sage und schreibe 713,6 Punkte zugelegt. Der Absturz nach dem
Jahreshoch im Mai war, wie schon so oft in der Börsengeschichte, der Trigger zum Aufstieg in neue Höhen. Eine Euphorie ist
trotz allem noch nicht eingetreten. Es gibt noch keine Anzeichen einer "Milchmädchenhausse". Wird es so weiter gehen?
Wird die Gewinnsituation der Firmen, die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung und vor allem das
Börsengeschehen in den USA einen weiteren Aufstieg zulassen? Sie werden hier vieles finden, das Ihnen bei Ihrer
Einschätzung behilflich sein kann.
Ausgangsdaten
Basis sind die Xetra®- Schlusskurse vom 29.12.2006. Die Kurse und
das jeweilige Gewicht einer Aktie im DAX® sind von der
Deutschen Börse. Die Dividenden mit denen die
berechnet wird, das aktuelle
(Basis: Ende Dezember 2006) der Aktien und die
sind aus der Süddeutschen Zeitung
(Schätzungen IBES - Quelle Thomson Financial/Datastream). Die DAX®-Bewertung wird gewichtet ausgeführt ( siehe
).
D.h. eine Aktie mit sehr großer Marktkapitalisierung geht stärker in das Ergebnis ein als eine
Aktie mit einer weit geringeren Marktkapitalisierung. Seit dem 24.06.2002 wird dabei nur noch
der so genannte frei handelbare Anteil berücksichtigt. Dieser Anteil wird regelmäßig überprüft
und verändert damit ebenso wie der Kurs das Gewicht der Aktie im DAX®.
Weitere Regeländerungen gab es zum Oktober 2006. Seitdem muss der
Firmensitz nicht mehr in Deutschland sein und das Gewicht wird bei 10% gekappt.
Code
Name
ISIN
Kurs
Dividende
KGV
Gewicht
1
ADS
ADIDAS-SALOMON
DE0005003404
37,73
0,33
16,00
1,12 %
2
ALV
ALLIANZ
DE0008404005
154,76
2,00
13,00
9,74 %
3
ALT
ALTANA
DE0007600801
47,00
1,10
14,00
0,48 %
4
BAS
BASF
DE0005151005
73,85
2,00
12,00
5,39 %
5
BMW
BAY.MOTOREN WERKE
DE0005190003
43,51
0,64
11,00
2,04 %
6
BAY
BAYER
DE0005752000
40,66
0,95
16,00
4,52 %
7
CBK
COMMERZBANK
DE0008032004
28,85
0,50
12,00
2,52 %
8
CON
CONTINENTAL
DE0005439004
88,10
1,00
12,00
1,88 %
9
DCX
DAIMLERCHRYSLER
DE0007100000
46,80
1,50
15,00
6,47 %
10
DBK
DEUTSCHE BANK
DE0005140008
101,34
2,50
11,00
7,69 %
11
DB1
DEUTSCHE BOERSE
DE0005810055
139,42
2,10
25,00
2,07 %
12
DPW
DEUTSCHE POST
DE0005552004
22,84
0,70
12,00
2,58 %
13
DPB
DEUTSCHE POSTBANK
DE0008001009
63,97
1,25
18,00
0,76 %
14
DTE
DT.TELEKOM
DE0005557508
13,84
0,72
13,00
5,61 %
15
EOA
E.ON
DE0007614406
102,83
2,75+4,25
15,00
9,84 %
16
FME
FRESEN.MED.CARE
DE0005785802
100,97
1,23
19,00
0,90 %
17
HEN3
HENKEL
DE0006048432
111,48
1,36
19,00
0,96 %
18
HRX
HYPO REAL ESTATE
DE0008027707
47,74
1,00
15,00
0,93 %
19
IFX
INFINEON TECH.
DE0006231004
10,68
0,00
-
1,16 %
20
LIN
LINDE
DE0006483001
78,26
1,40
18,00
1,28 %
21
LHA
LUFTHANSA
DE0008232125
20,85
0,50
22,00
1,39 %
22
MAN
MAN
DE0005937007
68,46
1,35
16,00
1,19 %
23
MEO
METRO
DE0007257503
48,31
1,02
18,00
1,13 %
24
MUV2
MUENCH.RUECKVERS.
DE0008430026
130,42
3,10
11,00
3,95 %
25
RWE
RWE
DE0007037129
83,50
1,75
17,00
5,66 %
26
SAP
SAP
DE0007164600
40,26
0,36
27,00
5,19 %
27
SIE
SIEMENS
DE0007236101
75,14
1,35
19,00
9,15 %
28
TKA
THYSSENKRUPP
DE0007500001
35,69
0,70+0,10
15,00
2,04 %
29
TUI1
TUI
DE000TUAG000
15,14
0,77
13,00
0,50 %
30
VOW
VOLKSWAGEN
DE0007664005
85,89
1,15
24,00
1,85 %
E.ON und THYSSENKRUPP leisteten neben der Dividendenzahlung auch noch eine Sonderzahlung
Im Laufe des Jahres wurde der DAX® einmal umgestellt. BAYER schluckte, in einem Bieterwettbewerb mit
MERCK, SCHERING. Die DEUTSCHE POSTBANK nimmt seitdem den Platz von SCHERING ein. Auch 2007 werden wir
mindestens eine Umstellung erleben. Die ALTANA AG hat die ALTANA Pharma AG und damit das gesamte Pharmageschäfts
an die dänische Nycomed zum 31.12.2006 veräußert. Der vorläufige Veräußerungserlös beträgt ca. 4,6 Mrd. €uro. Der Veräußerungserlös
wird in 2007 als Sonderdividende in der Höhe von ca. 32 €uro ausgeschüttet werden (Kurs zum Jahresende 47 €uro).
Die ALTANA AG wird sich zukünftig auf das Spezialchemiegeschäft konzentrieren und den DAX® Ende März ("Fast Exit" weil schlechter als Rang 45 in der Marktkapitalisierung) verlassen müssen.
Sie könnte durch MERCK ersetzt werden. Die jetzige Bewertung ist die übliche Bewertung zum Jahresende. Besondere Gründe
lagen nicht vor. Es ist jedoch interessant, in wieweit die jüngste Kursentwicklung die Bewertung verändert hat.
Umlaufrendite, €/US-$ und Rohölpreis
Für Zinsanleger bleibt die Luft dünn. Auch für das kommende Jahr rechnen Analysten mit steigenden Renditen und folglich
mit fallenden Kursen. Das hat eine Umfrage der F.A.Z. bei 19 Banken ergeben. Behalten sie recht, wird 2007 das zweite schwache
Rentenjahr in Folge, denn auch in diesem Jahr ließ sich mit festverzinslichen Anlagen kaum Geld verdienen. Die
Kursverluste von
durchschnittlich rund 3,5 Prozent haben die Kuponeinnahmen der Anleger fast vollständig aufgezehrt, so dass unter dem Strich für
den
,
der die Wertentwicklung deutscher Bundesanleihen abbildet, nur ein winziges Plus bleibt. Wer Anleihen mit langer
Laufzeit gekauft hat, muss nun sogar einen negativen Gesamtertrag hinnehmen. Das hat es zuletzt 1994 und 1998 gegeben.
Ganz so schlimm wird es nach Einschätzung der meisten Analysten - die mit ihren Anfang dieses Jahres geäußerten Prognosen
übrigens recht gut lagen - 2007 allerdings nicht werden. Im Durchschnitt rechnen sie damit, dass sich die Rendite für
zehnjährige Bundesanleihen nur leicht von derzeit rund 3,94 auf 4,1 Prozent erhöhen wird. Käme es dazu, ständen den
Zinseinnahmen wieder Kursverluste gegenüber. Die Bandbreite der Vorhersagen liegt zwischen 3,5 Prozent (M.M. Warburg)
und 4,5 Prozent (Merck Finck).
Seit unserer Letzten Bewertung gab es 2 weitere Zinserhöhungen durch die EZB. Seit dem 13. Dezember, nach mittlerweile sechs
Zinserhöhungen in Folge, beträgt der Mindestbietungssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte des Eurosystems 3,5%
(für Spitzenrefinanzierungsfazilität 4,50% und für die die Einlagefazilität 2,50%). Mit einer weiteren Erhöhung um 25 Basispunkte ist im ersten
Quartal 2007 zu rechnen. In den USA gab es zwischenzeitlich keine weiteren Erhöhungen. Nach der 17. Erhöhung des Leitzinses
Ende Juni in Folge auf 5,25%, scheint in den USA der Gipfel erreicht zu sein. Seitdem hat das Federal Open Market Committee (FOMC)
der US-Notenbank den kurzfristigen Leitzinssatz erwartungsgemäß bei 5,25% belassen. Die Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen
durch die FED in den USA kann baer45 nicht teilen. Er rechnet für das nächste Quartal eher mit einem gleich bleibenden Zins. Die
Tagesgelder haben noch nicht voll auf die letzte Zinserhöhung der EZB reagiert. Die Spitzensätze liegen aktuell bei
2,75 bis 3,3%. Zahlt Ihre Bank weniger? Wenn ja, tragen Sie Ihre Tagesgelder zur Konkurrenz!
Die Rendite bei Bundesschatzbriefen ist weiter angestiegen. Sie rentieren momentan
mit 3,72 bis 3,82%. Den Bundesfinanzminister wird diese Entwicklung nicht freuen. Er muss immer tiefer in die Tasche greifen.
Also auch der Bund sieht die Zinsen weiter steigen. Kein idealer Zeitpunkt um in den Rentenmarkt einzusteigen. Sollte
die Weltwirtschaft, wie allgemein erwartet, nur etwas abkühlen und die Aktienkurse nicht weg brechen, wird die
Umlaufrendite weiter ansteigen.
Umlaufrenditen und €/US-$ Diese Tabelle dokumentiert die Entwicklung seit unserer ersten Bewertung bezüglich Umlaufrendite (Anleihen, Obligationen sowie Schatzanweisungen des Bundes, seiner Sondervermögen und der Treuhandanstalt) und dem Verhältnis des € zum US-$ zum jeweiligen Bewertungsstichtag.
Datum
Insgesamt
3-5 Jahre
5-8 Jahre
8-15 Jahre
15-30 Jahre
1 € in US-$
29.12.06
3,96 %
3,91 %
3,93 %
3,94 %
4,09 %
1,320
22.09.06
3,69 %
3,58 %
3,63 %
3,68 %
3,92 %
1,278
23.06.06
3,97 %
3,73 %
3,90 %
4,01 %
4,34 %
1,251
30.12.05
3,22 %
3,00 %
3,14 %
3,25 %
3,57 %
1,183
23.09.05
2,88 %
2,44 %
2,74 %
2,97 %
3,50 %
1,208
23.03.05
3,49 %
3,00 %
3,39 %
3,66 %
4,16 %
1,298
29.12.04
3,41 %
2,88 %
3,27 %
3,57 %
4,22 %
1,359
23.09.04
3,70 %
3,10 %
3,56 %
3,89 %
4,55 %
1,226
26.05.04
3,97 %
3,29 %
3,83 %
4,25 %
4,95 %
1,211
29.12.03
3,94 %
3,30 %
3,86 %
4,20 %
4,87 %
1,248
25.09.03
3,77 %
3,08 %
3,62 %
4,00 %
4,64 %
1,149
12.06.03
3,27 %
2,47 %
2,98 %
3,48 %
4,48 %
1,177
10.04.03
3,94 %
3,30 %
3,86 %
4,20 %
4,87 %
1,077
27.12.02
3,93 %
3,26 %
3,78 %
4,17 %
4,86 %
1,041
27.09.02
4,12 %
3,57 %
4,00 %
4,30 %
4,92 %
0,980
26.07.02
4,52 %
4,07 %
4,48 %
4,70 %
5,16 %
0,985
26.06.02
4,73 %
4,34 %
4,65 %
4,87 %
5,21 %
0.980
25.01.02
4,74 %
4,37 %
4,71 %
4,90 %
5,27 %
0,865
In den USA kriegt man momentan für Tagesgelder 5,25%. US-Staatsanleihen (Treasury Note) rentieren bei 5 Jahren mit 4,70%, bei 10 Jahren mit 4,71%
und bei 30 Jahren mit 4,82%. Das Zinsniveau dort unterscheidet sich immer noch deutlich zum Zinsniveau im €uroraum. Vor einiger
Zeit sah es so aus, als ob sich eine inverse Zinskurve ausbilden würde - üblicherweise ein Vorzeichen auf die
Erwartung auf eine kommende Rezession. Zwischenzeitlich haben wir bei US-Staatsanleihen wieder eine flache Zinskurve, während auf dem
Markt der sicheren Anleihen noch eine leichte inverse Zinsstruktur vorherrscht.
Der €uro ist, wie Umfragen belegen, auch fünf Jahre nach Einführung wenig beliebt. Dennoch eilt die europäische
Währung von Erfolg zu Erfolg. Erstmals gibt es weltweit mehr €uro- als Dollar-Noten und am 1. Januar begrüßen wir ein neues Mitglied
im €uro-Raum: Slowenien. Ein kleines Land mit stabilen Verhältnissen und einer sich sehr gut entwickelnden Wirtschaft. Es ist ein Gewinn für den €uro.
Die Führung beim Papiergeldumlauf bedeutet allerdings nicht, dass der €uro der US-Währung insgesamt den Rang abgelaufen hätte.
An den Finanzmärkten, bei den Ölrechnungen und in der Reservehaltung der Zentralbanken rangiert die US-Währung unangefochten auf
Platz eins. Zwei Drittel aller Währungsreserven werden in der amerikanischen Währung gehalten. Aber Staaten wie China, die
Vereinigten Arabischen Emirate, Australien und Iran beginnen in Euro umzuschichten. Bundesbank-Vizepräsident Franz-Christoph Zeitler
sagte, der €uro sei erfolgreich in die Fußstapfen der D-Mark getreten, wie sich an der anhaltenden Preisstabilität zeige.
"Auch der hohe Bargeld-Umlauf ist ein Ausdruck des Vertrauens."
Monatelang bewegten sich das Verhältnis €/US-$ kaum. Anhänger der Theorie der Kaufkraftparität hätten eher einen
Ausbruch des US-$ und nicht des €uros erwartet. Aber es kam anders. Die europäische Währung drehte nach Norden. Maßgeblicher waren
offensichtlich die starken US-Investitionen im €uro-Raum als wie irgendwelche nicht bewiesenen Theorien. Auch die nachhaltigen
US-Handels- und Leistungsbilanzdefizite sind nur durch eine starke US-$-Abwertung in den Griff zu kriegen. Hoffentlich geht die
Abwertung in kleinen Schritten vor sich. Ansonsten wäre mit einem größeren Trubel in den Finanzsystemen zu rechnen.
Auf jeden Fall ist ein Urlaub in den USA fast schon ein Zwang. Bezüglich Aktien muss man festhalten, dass die einheimischen Papiere
immer noch günstiger als die US-amerikanischen Aktien bewertet sind. Das könnte bedeuten, dass der Spruch "Bleibe im Land und ernähre dich
redlich" auch im nächsten Jahr seine Gültigkeit behält.
Der Rohölpreis wurde dieses Jahr zeitweise sehr stark von der politischen Situation geprägt (Nahostkrise/-krieg und Iran).
Dieser Effekt hat sich inzwischen weitgehend verflüchtigt, kann jedoch jederzeit wieder auftauchen. Mit ca. 60 US-$
je Fass leichtes Rohöl liegt er allerdings immer noch um ein Drittel höher als Ende 2004. Gut, dass der starke €uro den Preis
für uns merklich verbilligte. Allgemein wird, sollten die Konflikte in Nahost und Iran nicht wieder aufflammen, mit einem
weiteren Sinken des Ölpreises gerechnet. baer45 nimmt jedoch an, dass der Rohölpreis im nächsten Jahr nicht in die alten
Preisregionen um 40 US-$ je Fass zurück kehren wird. Es wird wahrscheinlich noch der Rest des politischen Preisanteils entweichen und der milde
Winter wird den Preis auch noch drücken.
Trotz Abkühlung der Weltkonjunktur wird jedoch noch mit einem Wachstum von über 4% gerechnet. Das wird reichen die Nachfrage,
trotz Ausweitung der Investitionen in Förder- und Verarbeitungskapazitäten, hoch zu halten und damit verhindern, dass die Preise zu groß ins Trudeln
kommen werden. Die Inflation in den entwickelten Industrieländer wurde diesmal weit weniger als in den 70-ziger und 80-ziger durch den
hohen Ölpreis angetrieben. Man merkt daran die abnehmende Schwerindustrieproduktion und die damit einhergehende Abnahme
der Energieabhängigkeit.
DAX®-Ergebnis
Die Tabelle zeigt die Entwicklung vom DAX® seit der
Januarbewertung 2002. INFINEON TECH. schreibt Verluste
und bleibt deshalb bei der KGV(2)-Bestimmung außen vor (verbleiben 98,84%)
und wird in der KGV(1)-Bestimmung verlustfrei gestellt. Alle Berechnungen
berücksichtigen das jeweilige Gewicht der Aktien im DAX®.
Datum
DAX®-Stand
Dividenden- rendite
KGV(f)
KGV(1)
KGV(2)
29.12.06
6596,92
2,72 %
15,4
14,8
14,7
22.09.06
5883,32
3,03 %
15,4
13,2
13,0
23.06.06
5529,74
3,28 %
15,4
12,5
12,4
30.12.05
5408,26
2,13 %
15,4
12,9
12,9
23.09.05
4882,58
2,31 %
15,4
13,7
13,6
23.03.05
4317,20
1,91 %
15,4
13,3
13,3
29.12.04
4247,75
1,89 %
15,4
13,1
13,1
23.09.04
3905,66
2,06 %
15,4
14,9
14,9
26.05.04
3867,52
2,12 %
15,4
15,3
15,3
29.12.03
3952,72
2,02 %
15,4
16,1
16,1
25.09.03
3326,27
2,40 %
15,4
18,7
15,9
12.06.03
3219,47
2,45 %
15,4
16,8
14,8
10.04.03
2697,10
3,24 %
15,4
13,4
11,7
27.12.02
2840,00
2,93 %
15,4
10,9
9,8
27.09.02
2918,90
2,87 %
15,4
12,9
11,8
26.07.02
3579,00
2,37 %
15,4
15,6
14,1
26.06.02
4099,05
2,07 %
15,4
17,1
16,2
25.01.02
5156,33
2,02 %
15,4
21,8
19,6
Erläuterungen zur Tabelle finden Sie in den
In den letzten 12 Monaten hatten wir einen Dividendenausfall bei INFINEON TECH.
(Anteil am DAX®: 1,16%) zu beklagen. Sonst gab es fast durchgängig kräftige Dividendenerhöhungen und sogar Sonderzahlungen
(sie werden bei der Berechnung Index-Dividendenrendite berücksichtigt und fallen bei der Kandidatenaufstellung für
Dividendenstrategien unter den Tisch). Die Sonderzahlung von E.ON übertraf deren Dividende deutlich.
Die Sanierungsarbeiten in den Firmen und die gute Weltkonjunktur tragen Früchte. Die Gewinne sind zweistellig gewachsen.
Die weiteren Kurssteigerungen haben die Dividendenrendite etwas reduziert. Sie bietet immer noch weit mehr als viele Banken für
die kurzfristige Geldanlage bereit sind zu zahlen. Sie sollte auf keinen Fall ignoriert werden. Für nächstes Jahr haben schon
einige Firmen Dividendenerhöhungen angekündigt. Allerdings wird TUI keine Dividende zahlen. Wenn sich die Marktkapitalisierung
von TUI so wie bisher weiter entwickelt ist deren Verbleib im DAX® gefährdet.
Die weiteren Kurssteigerungen haben die Bewertung des DAX® verschlechtert.
Er ist in den Bereich der fairen Bewertung eingetreten und könnte bei einem weiteren ungebochenem Kursanstieg demnächst in die
Übertreibungsphase
übergehen. Sollte es keinen weltwirtschaftlichen Einbruch geben sind aus fundamentaler Sicht immer noch Kurssteigerungen erlaubt.
Sollten die Zinsen auf dem heutigen niedrigen Niveau verharren, ist der DAX® immer noch bezahlbar. Er ist immer noch wesentlich
günstiger bewertet als der S&P500. Die sauber bilanzierten Gewinne seiner Teilnehmer sind immer noch höher als die
Proformaergebnisse der Teilnehmer bei seinem amerikanischen Konkurrenten. Trotzdem werden diese den weiteren Weg vorgeben.
Ein Kurseinbruch in den USA würde auch den DAX® nach Süden treiben.
Historische Entwicklung
Es ist nicht ungefährlich in die Vergangenheit zu schauen und daraus einfache Projektionen
für die Zukunft abzuleiten. So ist z. B. Der DAX® des Jahres 2006 nicht mehr der DAX® des Jahres 2000. Die
Änderungen im Regelwerk bezüglich "Freefloat" würden heute eine künstliche Marktenge bei der Nachbildung des Index wie vor
2000 mit der TELEKOM und anderen verhindern. Auch ändern sich laufend die Umgebungsbedingungen. Nur eins ist sicher. Es geht nicht
immer Aufwärts. Zwischenzeitlich geht es auch mal ab in den Süden. Das war in der Vergangenheit so und wird uns auch
zukünftig erhalten bleiben.
Die Kursentwicklung der vergangenen 4 Jahre ist sicherlich nicht nur eine technische Reaktion auf den
Salami-Crash. Die exzellente Entwicklung der Eigenkapitalrendite hat diese Entwicklung fundamental unterfüttert. Wenn
es absehbar wird respektive die Befürchtung stark steigt, dass es mit der Eigenkapitalrendite abwärts gehen wird, werden auch
die Kurse den Weg nach Süden einschlagen.
Betrachtet man den Zeitpunkt ab 1956, kommt man zum Ergebnis, dass die Entwicklung
der vergangenen 4 Jahre nicht außergewöhnlich war. Aus dem Rahmen viel sicherlich der Salami-Crash von 2000 bis 2002. Um so
verständlicher ist die nachfolgende Erholung. Allerdings ist auch klar ersichtlich, dass die Entwicklung nicht so weiter
gehen wird. Innerhalb der nächsten 2 Jahren wird ein stärkerer Konjunktur- und Kurseinbruch immer wahrscheinlicher.
Im Mai 2004 beschäftigten wir uns das erste Mal ausführlich mit der Problematik der
langfristigen Spekulation.
Seit dem führen wir unsere Tabelle bezüglich Renditen bei langfristigen DAX®-Anlagen weiter und erweitern sie
um einen virtuellen Ausstieg am 29.12.2006 (Tagesschlusskurs). Der
Einstiegszeitpunkt war jeweils am Jahresanfang:
Einstiegsjahr:
1960
1965
1970
1975
1980
1985
1988 (*)
1990
1995
2000
2005
Rendite p. a. in % Ausstieg: 27.12.02:
4,51
4,77
4,67
7,14
7,91
7,07
7,21
3,51
3,98
-25,15
-,--
Rendite p. a. in % Ausstieg: 29.12.03:
5,19
5,54
5,55
8,11
9,05
8,56
8,97
5,72
7,40
-12,54
-,--
Rendite p. a. in % Ausstieg: 29.12.04:
5,24
5,58
5,61
8,09
8,99
8,50
8,88
5,83
7,40
-8,85
-,--
Rendite p. a. in % Ausstieg: 30.12.05:
5,68
6,07
6,16
8,67
9,65
9,34
9,84
7,07
9,09
-3,63
26,32
Rendite p. a. in % Ausstieg: 29.12.06:
6,00
6,59
6,56
9,06
10,08
9,88
10,45
7,89
10,11
-0,33
24,09
(*): DAX®-Gründung; vorherige Werte sind simuliert.
Basis: jeweils 1. Tagesschlusskurs des Einstiegsjahres (Ausnahme Gründungszeitpunkt 1988 0.00 Uhr: 1000)
ACHTUNG: Die ausgewiesene Rendite ist immer ein Zinseszins! Gilt auch für negative Renditen.
Trotz der außergewöhnlich positiv verlaufenden Kursentwicklung herrscht in Deutschland keine
Euphorie und keine "Milchmädchenhausse". Sowohl die Anzahl der Aktionäre als auch die der Fondsbesitzer nimmt
laufend ab. Der Schock des Salami-Crashs wirkt immer noch nach. Je öfters die alten Einstiegskurse wieder auftauchen umso
stärker ist der Schwund. Der ausländische Besitzanteil an deutschen Firmen wächst.
Machen Sie Ihre eigenen Einschätzungen für 2007 und lesen dann
hier wie die
"Profis" die Situation sehen. Aber ACHTUNG: Ihre eigenen Einschätzungen werden genau so wenig wie die Profieinschätzungen zu gebrauchen sein.
Rangfolge - Dividendenstrategie (Burr/Graham)
Die Kandidaten:
Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht
geniessen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die Lektüre von
Bärische Warnungen unter
Strategien.
Rang
Code
Name
Dividendenrendite
1
DTE
DT.TELEKOM
5,20 %
2
TUI1
TUI
5,09 %
3
DCX
DAIMLERCHRYSLER
3,21 %
4
DPW
DEUTSCHE POST
3,06 %
5
BAS
BASF
2,71 %
6
EOA
E.ON
2,67 %
7
DBK
DEUTSCHE BANK
2,47 %
8
LHA
LUFTHANSA
2,40 %
9
MUV2
MUENCH.RUECKVERS.
2,38 %
10
BAY
BAYER
2,34 %
Die Bewerber:
Rang
Code
Name
Dividendenrendite
11
ALT
ALTANA
2,34 %
12
MEO
METRO
2,11 %
13
RWE
RWE
2,10 %
14
HRX
HYPO REAL ESTATE
2,09 %
15
MAN
MAN
1,97 %
Anleger in andere Varianten der Dividendenstrategie,
können sich diese sehr einfach aus obigen Tabellen
zusammenstellen. "Top 12" entspricht Rang 1 bis 12.
"Top 5" entspricht Rang 1 bis 5.
Rangfolge - Dogs of the ... - Low Five (O'Higgins)
Die Kandidaten:
Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht
genießen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die
Lektüre von Bärische Warnungen unter
Strategien.
Rang
Code
Name
Kurs
1
DTE
DT.TELEKOM
13,84
2
TUI1
TUI
15,14
3
LHA
LUFTHANSA
20,85
4
DPW
DEUTSCHE POST
22,84
5
BAY
BAYER
40,66
Die Bewerber:
Rang
Code
Name
Kurs
6
DCX
DAIMLERCHRYSLER
46,80
7
BAS
BASF
73,85
8
DBK
DEUTSCHE BANK
101,34
Rangfolge nach Gewicht
Rang
Code
Name
Gewicht
1
EOA
E.ON
9,84 %
2
ALV
ALLIANZ
9,74 %
3
SIE
SIEMENS
9,15 %
4
DBK
DEUTSCHE BANK
7,69 %
5
DCX
DAIMLERCHRYSLER
6,47 %
6
RWE
RWE
5,66 %
7
DTE
DT.TELEKOM
5,61 %
8
BAS
BASF
5,39 %
9
SAP
SAP
5,19 %
10
BAY
BAYER
4,52 %
Die 10 größten Aktiengesellschaften haben heute im DAX® ein Gewicht von
69,26%. Ihr Anteil hat, seit unserer Bewertung im September 2006, leicht zugenommen. Im gleichen Zeitraum
hat das Gewicht der Technologie (DT.TELEKOM + INFINEON TECH. + SAP + SIEMENS = 21,11%) leicht abgenommen.
Bis auf INFINEON TECH. liefen alle Mitglieder dieser Gruppe dieses Jahr schlechter als der Markt.
Die MÜNCHNER RÜCK hat es immer noch
nicht zurück in die Titanenliste gebracht. Sie gehört zu den "billigen"
DAX®-Teilnehmer. Die Anleger fürchten immer noch weitere Naturkatastrophen mit großen Schäden.
Ein KGV auf weiter
exotisch hohem Niveau (über 20) hat nur die SAP und die DEUTSCHE BÖRSE. Man sieht daran, dass die Spekulanten sich mental
noch nicht vollständig von der alten Technologie-Blase verabschiedet haben. Eigentlich sind die Fusionsspekulationen
zur DEUTSCHE BÖRSE geplatzt. Sie könnte demnächst landen.
Einzelergebnisse
Rang
Name
Schlusskurs 2005
Schlusskurs 2006
Veränderung in %
1
THYSSENKRUPP
17,62
35,69
102,55
2
VOLKSWAGEN
44,61
85,89
92,54
3
LUFTHANSA
12,51
20,85
66,87
4
DEUTSCHE BOERSE
86,56
139,42
61,07
5
MAN
45,08
68,46
51,86
6
INFINEON TECH.
7,73
10,68
38,16
7
RWE
62,55
83,50
33,49
8
HENKEL
85,00
111,48
31,15
9
DEUTSCHE POSTBANK
49,00
63,97
30,55
10
LINDE
62,81
78,26
24,60
11
DEUTSCHE BANK
81,90
101,34
23,74
DAX®
5408,26
6596,92
21,98
12
ALLIANZ
127,94
154,76
20,96
13
METRO
40,8
48,31
18,41
14
E.ON
87,39
102,83
17,67
15
CONTINENTAL
74,98
88,10
17,50
16
BAY.MOTOREN WERKE
37,05
43,51
17,44
17
BAYER
35,29
40,66
15,22
18
BASF
64,71
73,85
14,12
19
MUENCH.RUECKVERS.
114,38
130,42
14,02
20
FRESEN.MED.CARE
89,00
100,97
13,45
21
DEUTSCHE POST
20,48
22,84
11,52
22
COMMERZBANK
26,02
28,85
10,88
23
HYPO REAL ESTATE
43,98
47,74
8,55
24
DAIMLERCHRYSLER
43,14
46,80
8,48
25
SAP
38,29
40,26
5,14
26
SIEMENS
72,40
75,14
3,78
27
ALTANA
46,00
47,00
2,17
28
DT.TELEKOM
14,08
13,84
-1,70
29
ADIDAS-SALOMON
40,00
37,73
-5,68
30
TUI
17,30
15,14
-12,49
Es war wieder leicht möglich schlechter als der Markt abzuschneiden. Die überwiegende Anzahl der Fonds werden das auch
geschafft haben. Wurden auch Sie schon öfters vom Markt geschlagen? Wenn ja, kaufen Sie doch einfach das nächste Mal
den Index.
Spitzenreiter im DAX® war die Aktie des Stahlriesen THYSSENKRUPP, deren Kurs sich binnen Jahresfrist mehr als verdoppelte.
Das Unternehmen profitierte vor allem von der gestiegenen Nachfrage nach Metallen aller Art, insbesondere nach hochwertigem Stahl.
Zu den Dax®-Gewinnern gehörten auch die Titel von Europas führendem Autokonzern VOLKSWAGEN. Nach Jahren der Krise griff bei den
Wolfsburgem zum einen ein ausgeklügeltes Sanierungsprogramm. Zum anderen beflügelte der Einstieg von Porsche die Phantasie der
Investoren.
Zu den positiven Überraschungen gehören auch die Papiere der LUFTHANSA sowie von DEUTSCHE BOERSE und MAN, die um wenigstens die
Hälfte oder mehr zulegten. Alle drei Werte profitierten dabei auch von Fusionsphantasien. So verkündigte LUFTHANSA-Chef
Wolfgang Mayrhuber neben hohen Gewinnen wiederholt, an der in der Branche anstehenden Konsolidierung "aktiv mitmischen" zu wollen.
Der Maschinen- und Nutzfahrzeugkonzern MAN könnte sich zu neuer Größe aufschwingen, wenn die angekündigte Übernahme des Konkurrenten
SCANIA klappt. Von einem solchen Schritt würde im Übrigen auch der VW-Konzern profitieren, der an beiden Firmen beteiligt ist.
Einen Sonderfall stellt die Aktie der DEUTSCHE BOERSE dar. Zuerst beflügelte die Idee einer Fusion mit Euronext den Kurs. Doch als
im November endgültig klar war, dass die Mehrländerbörse dem Mitbieter New York Stock Exchange den Vorzug gibt, fiel der Kurs nur
kurzfristig, um seitdem um mehr als zehn Prozent auf ein Rekordhoch zu steigen.
Kurzer Blick auf den Chart
Anfang 1988 startete der DAX® mit 1000 Punkten und erreichte in 2000 im Tagesverlauf (7.3.2000) sein Allzeithoch mit
8136,16 Punkten. Das war der Höhepunkt der "New Economy"-Blase. Der anschließende Salami-Crash führte uns in 2003 im Tagesverlauf
(19.3.2003) in den tiefen schwarzen Keller mit nur noch 2188,75 Zählern. Seit dem ging es mit kleineren Unterbrechungen
kontinuierlich Aufwärts und das Jahr 2006 schloss mit 6596,92 Punkten ab.
Ist diese Betrachtungsweise zulässig? Nicht ganz. Der DAX® von Ende 2006 ist eben nicht mehr der DAX® von 1999. Der Crash hat nämlich zu
weit reichenden Regeländerungen (u. a. "Freefloat") im Index geführt. Ein Spielchen, das mit der Angebotsverengung u. a. der DT.TELEKOM gespielt wurde, wäre so heute
nicht mehr möglich und der DAX® hätte auch nicht einen so hohen Punktestand im Jahr 2000 erreicht. Zur Verdeutlichung: Würde man die
DT.TELEKOM so aus dem Index herausrechnen als ob sie nie existiert hätte, hätten wir diese Woche ein neues Allzeithoch erreicht.
Wir stehen also schon sehr hoch!
Trotzdem unterscheidet sich die heutige Situation wesentlich von derjenigen in 2000. Heute liegt keine irrwitzige Bewertung des Index vor. Er ist
heute "fair" bewertet. Ursache sind die extremen Kostenreduzierungen, Rationalisierungsmaßnahmen und die internationale Arbeitsteilung
(Globalisierung) in den Firmen bei einer gleichzeitig sehr gut laufenden Weltkonjunktur, die inzwischen auch Deutschland erreicht hat.
Das alles hat zu starken Gewinnsteigerungen (Gewinnwachstum im zweistelligen Bereich) geführt. Allerdings sind
zwischenzeitlich die Rationalisierungsmaßnahmen ziemlich ausgelutscht, die Weltkonjunktur wird sich abkühlen und die Mitarbeiter
klagen höhere Gehälter ein. Allgemein wird erwartet, dass das Gewinnwachstum im nächsten Jahr einstellig wird und dementsprechend
die Kursgewinne im DAX® aussehen werden. Starke Kurssteigerungen würden nur im Rahmen einer Übertreibungsphase
("Milchmädchenhausse") möglich werden. Ganz ausschließen kann man das nicht. Es stehen genügend Spekulanten am Seitenaus, die den
Einstieg verpasst haben. Dagegen spricht der noch nicht vergessene Salami-Crash: Gebrannte Kinder scheuen das Feuer!
Seit Mitte des Jahres hängen wir wieder stärker am US-amerikanischen Rockzipfel. Wir tun keinen Schritt mehr ohne in die USA zu
schielen. In den USA hat die Konjunktur ihren Höhepunkt überschritten und manche befürchten eine "harte Landung". Die
Probleme um die Immobilienblase könnte den Konsum so stark schädigen, dass die US-amerikanische Wirtschaft gar eine Rezession
erleben könnte. Wenn dieser Fall eintreten sollte, würde die Weltkonjunktur wesentlich stärker als erwartet abkühlen und der dann stattfindende Einbruch der
US-Aktienkurse würde das DAX®-Geschehen stark negativ beeinflussen. Inzwischen glaubt die Mehrheit nicht mehr an dieses Szenario aber
Wachsamkeit bleibt angesagt! Eventuell bringt uns die bevorstehende Berichtsaison brauchbarere Indizien.
Wachsam sollte man auch wegen den potentiellen politischen Störungen sein. Größere Konflikte würden uns, da wir uns schon auf einem sehr hohen
Niveau befinden, stärker in den Abgrund scheuchen. Auch bleibt ein stärkeres Rappeln im internationalen Finanzsystem nie
ausgeschlossen. Wachsam müssen wir also aus vielen Gründen sein. Wir wollen ja rechtzeitig einen erklecklichen Anteil unserer Buchgewinne in reale
Gewinne umformen. Aber Sie haben sicherlich schon längst Ihre Marken respektive Regeln, nach den Sie aussteigen werden. Lassen Sie sich also
nicht von einer eventuell aufkommenden Euphorie anstecken. Bleiben Sie kühl und wachsam.
Soll man jetzt noch einsteigen? Der DAX® ist nicht billig. Er ist nicht teuer. Er ist "fair" bewertet. Das US-amerikanische
Vorbild S&P500 ist teurer, allerdings unter dem amerikanischen Blickwinkel noch im oberen Bereich der "fairen" Bewertung. In der Praxis
enteilen die Kurse immer wieder der fairen Bewertung. Mal nach Norden, mal nach Süden. Kaufen tut man Aktien im Regelfall wenn sie
"billig" sind oder besondere Chancen lauern. Eine Möglichkeit für weiter stark steigende Kurse wäre der Start einer "Milchmädchenhausse",
also einer deutlichen Übertreibungsphase. Schließt man eine derartige Entwicklung aus, werden sich die Kurse entsprechend der Entwicklung der
Gewinne verhalten. Momentan wird erwartet, dass sich das Gewinnwachstum von zweistellig auf einstellig reduziert.
In absehbarer Zeit werden wir sicherlich einen deutlichen Konjunkturabschwung erleben - es geht nicht immer kontinuierlich aufwärts. Die Chancen auf größere Kursgewinne sinken, die Risiken
werden erheblich größer. Da ist sicherlich die Frage erlaubt, ob man nicht besser auf den nächsten Kurseinbruch warten soll. Er kommt so sicher wie das "Amen" in der Kirche.
baer45 wünscht allen Börsianern viel Glück bei Ihren Spekulationen im Neuen Jahr
Die Einschätzungen der Experten für 2007
Prognosen sind besonders schwierig da sie es mit der Zukunft zu tun haben.
Man sollte also nicht nur den eigenen, sondern auch den Prognosen von Volkswirten, Analysten und
Gurus misstrauen. In der Abhandlung
"Jeder zweite Analyst liegt daneben" wurde diese
Problematik schon ausführlich beleuchtet. Alle Einschätzungen stammen von Anfang Dezember.
Allgemein wird erwartet, dass es nur eine leichte Abkühlung der
Weltwirtschaft und keine Rezession geben wird. Dabei soll Deutschland unter den westlichen
Industrieländer die Konjunkturlokomotive spielen und damit sollen auch die
DAX®-Unternehmen das größte Gewinnwachstum einfahren. Die Musik spiel also
weiterhin im DAX® - wenn diese Einschätzungen stimmen sollten. An den Einschätzungen
der DAX®-Entwicklung ist klar ersichtlich, dass die Jahresendrallye überraschend gut gelaufen ist
und dies nicht so durch die Analysten gesehen wurde.
Die Prognosen der Volkswirte
Quelle: F.A.Z-Umfrage
EZB-Zins (%) Mitte 07 Ende 07
10jährige Bundesanleihen (%) Mitte 07 Ende 07
Infla- tion (%) 2007
Wachs- tum (€-Raum) 2007
Wechselkurs US-$ je € Mitte 07 Ende 07
Robert Barrie, CSFB
3,75
4,00
3,75
k. A.
1,9
2,3
k. A.
1,18
Elga Bartsch, Morgan Stanley
3,75
4,00
4,15
4,40
2,0
1,9
1,24
1,20
Michael Heise, Allianz
3,50
3,50
3,90
4,10
2,1
2,0
1,34
1,38
Ulrich Kater, Deka-Bank
4,00
4,00
4,00
4,10
2,1
1,7
1,33
1,35
Jörg Krämer, Commerzbank
3,75
3,50
3,80
3,90
1,8
1,8
1,29
1,26
Hans Jäckel, DZ-Bank
4,00
4,00
4,00
4,00
2,1
1,9
1,33
1,35
Thomas Mayer, Deutsche Bank
3,75
3,25
3,90
3,75
2,1
1,6
1,31
1,34
Thorsten Polleit, Barclays Capital
3,75
3,75
4,10
4,10
2,3
2,2
1,32
1,35
Andreas Rees, Unicredit (HVB)
4,00
4,00
4,20
4,40
2,0
2,0
1,30
1,26
Holger Schmieding, Bank of America
3,75
4,00
4,25
4,50
2,0
2,1
1,26
1,24
Dirk Schmumacher, Goldman Sachs
4,00
4,00
4,10
4,30
2,1
2,1
1,32
1,32
Es wird erwartet, dass die Zinsen durchgängig leicht ansteigen
und der Unterschied zwischen dem kurzen und langen Ende weiterhin unerheblich bleibt, die Inflation, trotz den
Preiserhöhungen durch Mehrwertsteuer und im
Energiesektor, im Griff bleibt und das wirtschaftliche Wachstum sich nur wenig abschwächt.
Handelskalender 2007
An der Börse Frankfurt wird im Jahr 2007 montags bis freitags außer am 1. Januar, 6. April, 9. April, 1. Mai, 28. Mai, 24. Dezember, 25. Dezember, 26. Dezember und 31. Dezember gehandelt.